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Verdammtes Ardeal: Teil 1 - Der Außenseiter

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Verdammtes Ardeal: Teil 1 - Der Außenseiter

Beitrag von Umbra am Do Jan 18 2018, 19:34

„Von allen Schrecken ist stets der am teuflischsten, der vollkommen unerwartet eintritt und so grotesk ist, dass man ihn kaum glauben kann. Nichts, was ich bisher erlebt hatte, kam dem bizarren Entsetzen gleich, das sich nun meinem Blick offenbarte.“

H. P. Lovecraft, Der Außenseiter



Samstag, 23. Mai 1931

Stille lag über der menschenleeren West Main Street. Nur das leise Rauschen von einzelnen Verkehrsteilnehmern in der Ferne drang hierher. Arkham konnte friedlich wirken, nun bei Nacht, wo selbst diese Straße, eine der Hauptverkehrsadern der Stadt, verlassen war. Schleierhafte Wolken bedeckten den Himmel, damit auch das Licht von Mond und Sternen. Eine Nacht, wie sie sich ein Schmuggler nur wünschen konnte. Die wenigsten Bürger Arkhams mochten ahnen, dass es hinter den Toren der Lucky Clover Transport Co. des Nachts geschäftig zugehen mochte. Anderen, denen das weit mehr bewusst war, andere, die Kenntnis darüber hatten, dass dort gerade heute – oder zumindest in einigen Stunden – Hochbetrieb sein würde, waren gezwungen, sich draußen die Zeit zu vertreiben.

Die Minuten verstrichen. Biff hatte den Motor des schwarzen Buicks 50 bereits vor einer gefühlten Ewigkeit ausgeschaltet. Inzwischen war wohl klar, dass Legs aufgehalten worden sein musste – denn er ließ auf sich warten, statt sofort wieder zurück gewesen zu sein, so wie er es eigentlich angekündigt hatte. Es war nicht unbedingt üblich, dass die Truppe vor einer Abholaktion einen Zwischenhalt beim Lucky Clover machten, aber der Boss persönlich hatte Legs erst kurz vor Start telefonisch informiert, dass es wohl noch etwas zu klären gäbe. Die Hintergründe würden sich vermutlich bald offenbaren. Bis dahin konnten Biff, aber auch seine Kameraden Patrick und Gilbert, die sich auf der Rückbank befanden, nur warten. Vielleicht hatten sie das Gefühl, dem Ziergebüsch, das vor ihrem Parkplatz am Straßenrand gedieh, beim Wachsen zusehen zu können. Die Blätter wirkten im blassen Laternenlicht eher gräulich als gesund. Blumen blühten zwischen den knorrigen Wurzeln.

Auch wenn sich winterliche Temperaturen bis in den April hineingezogen hatten, war der Frühling schlussendlich unaufhaltsam gewesen. Von angenehmem Sonnenschein im Gesicht konnte man zur aktuellen nächtlichen Stunde allerdings nur träumen. Sanfter Wind streifte durch die erst kürzlich ergrünten Büsche und trug eine Frische mit sich, die einen frösteln lassen konnte, wenn man, von der angenehmen Wärme, die vor Sonnenuntergang noch geherrscht hatte, optimistisch gestimmt, die Jacke daheimgelassen hatte. Zumindest schien es einer Gestalt, die mit einem Mal das Lagerhaus der Lucky Clover Transport Co. durch die metallbeschlagene Seitentür verließ, so zu gehen. Es handelte sich um einen schlaksigen Jüngling, für den die Bezeichnung „Milchgesicht“ wie gemacht zu sein schien. Ihn umgaben blasse, fast noch kindliche Züge, ohne nennenswerten Bartwuchs oder andere Attribute von Männlichkeit. Vermutlich war er um die Zwanzig (also etwas älter als es den Anschein hatte), doch wirkte seine unglücklich in sich zusammengekauerte Haltung eher wie die eines alten Mannes. Er zitterte unter seinem dünnen Hemd und schlang die Arme wärmesuchend um sich, während er auf die West Main Street hinausschlurfte – direkt auf den wartenden Wagen zu, obwohl er von diesem offenbar keine Notiz nahm.

Wahrscheinlich lagen seine Laune und seine offenkundige mentale Abwesenheit nicht an der Kälte. Schallendes Gelächter mehrerer Kerle folgte ihm durch den Spalt der schweren Tür, durch die er die Flucht angetreten hatte. Noch bevor sie ins Schloss fiel, tauchte eine Hand auf, die sie davon abhielt. Der Besitzer der Hand schob sich aus dem Gebäude und blieb mit dem Rücken zum Türblatt stehen, womit er dieses weiterhin in Position hielt, und nutzte die frisch gewonnene Bewegungsfreiheit sofort dafür, Streichhölzer aus der Tasche seines Trenchcoats hervorzukramen und sich die Zigarette anzuzünden, die bereits zwischen seinen Lippen klemmte. Das Gelächter flaute langsam ab, während er sich mit flacher Hand über seinen gegelten Undercut strich und den ersten Zug nahm, der seine Lungen mit Rauch füllte. Es handelte sich um Legs – kein Zweifel. Er selbst schien nicht amüsiert, sondern blickte dem Jungen leicht stirnrunzelnd nach. So verharrte er, die Tür aufhaltend, bis von der Straße aus die Kontur einer weiteren Person zu erkennen war, die an ihm vorbei ins Freie trat. Eine Frau, zierlich und mit dunkelrotem Haar – so viel war noch zu erkennen, bevor Legs die Tür ins Schloss fallen ließ und das Glühen der Zigarette als einzige Lichtquelle in der schmalen Seitengasse verblieb.

Es näherte sich der Straße.

Schon bald tauchten Legs und seine Begleiterin auf dem Bürgersteig auf. Er humpelte leicht, so wie er es immer tat (eine Kriegsverletzung), als er zum Jungen aufschloss, der dort, mitten auf dem Gehweg, angehalten hatte und einen so elenden Eindruck machte wie ein geprügelter Hund.
„Mach dir nichts draus.“ Legs legte dem Burschen die Hand auf die Schulter. „Sills war schon immer ein Ar...“
Ein Blick in Richtung ihrer weiblichen Gesellschaft ließ ihn verstummen.
„Hm“, sagte er dann stattdessen. „Er spielt sich gerne auf.“
Legs klopfte dem Jungen väterlich auf die Schulter und schob sich an ihm vorbei. Der Wagen war nur einige gehumpelte Schritte entfernt. Legs langte nach dem Griff der Beifahrertür des schwarzen Buick und spielte erneut Kavalier, da er sie anbietend aufhielt. Als der Junge Anstalten machte, das für sich zu beanspruchen, verbannte Legs ihn jedoch auf die Rückbank.
„Rein da“, kommentierte er seinen Fingerzeig auf die hintere Tür. „Lass die Lady vorn sitzen.“
Legs schnippte die noch nicht aufgerauchte Zigarette fort, nachdem er die Frau hatte einsteigen lassen, und gesellte sich zum Jungen zum hinteren Teil des Autos. Der Bursche hatte scheinbar erst nun bemerkt, dass auf der Rückbank bereits wer wartete – und zögerte lang genug, dass Legs ihn auffordernd in den Wagen drückte und sich selbst auch noch auf die Rückbank zwängte.
„Tut mir Leid, Jungs. Planänderung. Es wird kuschelig.“
Legs knallte die Tür hinter sich zu – und tatsächlich konnte ein jeder auf der Rückbank nun nachempfinden, wie sich Sardinen in der Büchse fühlen mussten.
„Es gab einige Probleme mit den kanadischen Behörden“, erklärte er, während er versuchte, den knappen Platz möglichst bequem für sich zu nutzen. Er verbreitete den Dunst von den letzten Resten Tabakrauch im Wagen, die sich noch in seinen Lungenflügeln befunden hatten.
„Wir müssen diesmal die Frachtpapiere selbst frisieren. Miss Callaghan wird uns begleiten. Und Brian hier auch.“
Sein Tonfall ließ schwer beurteilen, wie er zu dieser Wendung stand.
„Fahr schon, Biff. Je eher wir da sind, desto besser.“

Biff lenkte das Auto die Main Street hinunter, vorbei an der Esso Tankstelle (die zwar nicht mit Service oder Sauberkeit glänzen konnte, aber einen brauchbaren Mechaniker beschäftigte), vorbei an der Christchurch (deren Pater ein guter Freund der Familie war) und vorbei an den restlichen Ziegelhäusern des Merchant Districts. Schlussendlich lagen auch die alten, eng beiander stehenden Gebäude von River Town hinter ihnen und der Wagen folgte den Straßen aus der Stadt hinaus... erst nach Osten, dann nach Süden. Während Biff und Claire die Fahrt durch die nächtlichen Wälder vielleicht sogar genießen konnten, wurde die Rückbank immer ungemütlicher. Zum Glück dauerte es nur wenige Minuten bis zur Küste. Biff schaltete irgendwann die Scheinwerfer aus und bog von der Straße auf einen unbefestigten Waldweg ab, der sich zwischen den Bäumen entlangschlängelte und schlussendlich an einer schäbigen, alten Fischerhütte endete, die wohl irgendwann einmal irgendwer hier errichtet haben mochte. Der zugehörige Steg wirkte weitaus stabiler und jüngeren Datums – wie auch die Motoryacht, die, daran festgemacht, sacht in den brandenden Wellen schaukelte. Es war also, wie immer, alles vorbereitet.

Legs kletterte erstaunlich behände aus dem Wagen, sobald dieser zum Stillstand gekommen war – dankbar seufzend und tief die Seebrise aufsaugend, die vom Atlantik herüberwehte. Er half Claire beim Aussteigen und hinkte dann schnurstracks auf das Boot zu.
„Also, Miss Callaghan“, erklärte er währenddessen, „wir werden nun aufs Meer vor Kingsport hinausfahren. Dort, außerhalb des Hoheitsgebiets der Vereinigten Staaten, liegt ein Frachter vor Anker, der auf uns wartet. Während wir beide uns um die Papiere kümmern, übernimmt der Rest die Ladung. Brian, halte dich einfach an die Jungs. Danach folgt der heikle Teil: ungesehen den Miskatonic herauf nach Arkham zu kommen. Wir sind etwas hinter dem Zeitplan, aber solange wir rechtzeitig zurück an der Brücke sind, über die wir eben noch beim Verlassen der Stadt den Fluss überquert haben, ist alles in Ordnung. Wir nutzen den Lärm des Nachtzugs, um unauffällig zu den Docks zu gelangen.“
Biff, Patrick und Gilbert kannten das Prozedere.
Bevor Legs auf das Boot stieg, löste er das Ankertau, wandte er sich noch einmal um und fügte hinzu: „Fragen können wir gleich unterwegs klären. Die Zeit drängt wirklich, also hopp!“
Nachdem alle an Bord gekommen waren, ließ er den Motor an und steuerte das Gefährt mit routinierten Handgriffen aus der blickgeschützten Bucht hinaus auf den Atlantik.
Das Meer empfing sie mit schwarzer Endlosigkeit.


Zuletzt von Umbra am Fr Feb 02 2018, 03:32 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Re: Verdammtes Ardeal: Teil 1 - Der Außenseiter

Beitrag von Fade am So Jan 21 2018, 15:24

Biff hatte darauf verzichtet, sich eine Zigarette anzuzünden, während sie auf Legs Rückkehr warteten. Er fand, dass das nur Aufmerksamkeit neugieriger auf sie lenken konnte, selbst wenn man gerade noch nichts zu verbergen hatte. Ein kurzer Blick in den Rückspiegel des Fahrzeugs verriet ihm, dass seinen Kumpanen das warten auch keine große Freude bereitete. Bisher hatte sich noch keine Gelegenheit gefunden, zusammen Brüderschaft zu trinken, doch die Zusammenarbeit klappte ganz gut, worauf es schlussendlich wohl ankam. Grinface und Funny. Man hätte es wohl schlimmer treffen können, wenn Biff so an Bobby Sills und O'Bannion dachte.

Endlich regte sich etwas und Legs tauchte mit gleich zwei neuen Gesichtern in Biff O'Neills Sichtfeld auf. Während er dem Kerl nur einen Augenblick seiner Aufmerksamkeit gönnte, musterte Biff die Frau etwas genauer. Sie Bestand seine erste Sichtprüfung. Gutes Fahrgestell, ausgewogene Karosserie, soweit man eben im Dunkel erkennen konnte. Vielleicht ließ sie sich für eine tiefgreifendere Inspektion ja nach dem Job noch ins Snails oder eine andere Flüsterkneipe einladen. Ruhig Blut Biff, die kleine ist Bad News. Was wenn sie zum Boss oder Silly Bob gehört?
Zumindest war es anständig von Legs, sich selbst zu den anderen zu quetschen, und die Dame neben ihm zu parken. So gehörte sich das. Dennoch verkniff Biff sich einen seiner Eisbrechersprüche bei der Lady und beließ es bei einem sachten Lächeln. Noch war er nicht lang genug dabei, um sich Unverschämtheiten gegenüber der Befehlskette leisten zu können. Noch stand er sicherlich unter 'austauschbar' in den Personalakten vom Boss.

Auf Legs Aufforderung hin startete er den Motor des neuwertigen Buicks und genoss für zwei oder drei Sekunden das überlegene Gefühl von hundert Pferdestärken, die nur auf sein Geheiss warteten, die fast viertausend Pfund Stahl über die Straßen Amerikas zu führen. Bei freier Straße lenkte Biff das Fahrzeug in einer gelassenen, weit ausholenden Biegung auf auf die Straße zurück und fuhr die Gruppe in Richtung des Bootes. Vielleicht ein halbes Jahr an brauchbaren Jobs wie diesem und Biff würde sich selbst noch ein Auto dieses Kalibers zulegen. Kein Neuwagen, etwas zum Schrauben, so wie er es wollte.

Beim Aussteigen zog er seine gekürzte Flinte, ein Selbstlader Kaliber 12, unter dem Sitz hervor und hängte sie sich unter den Trenchcoat. Es hatte bereits jemand gepatzt und ein Patzer auf einen anderen bedeutete in diesem Geschäft, dass man in der Scheiße saß. In Solchen Situationen hatte Biff nicht vor, mit heruntergelassenen Hosen dazustehen. Die verlorene Zeit mussten sie auf See und wohl vor allem beim Verladen wieder gut machen. Brian, wie Legs ihn genannt hatte, würde sich dabei hoffentlich nicht als fünftes Rad am Wagen erweisen, denn lautere Motoren bedeuteten nur ein noch höheres Risiko wenn sie bis zum Rückweg noch nicht im Zeitplan lagen und dann saßen sie wirklich in der Tinte.


Zuletzt von Fade am Fr Jan 26 2018, 08:54 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Re: Verdammtes Ardeal: Teil 1 - Der Außenseiter

Beitrag von wellby am So Jan 21 2018, 20:30

Die kühle Seeluft wusch Gilbert "Funny" O'Bannion den kalten Schweiß der Nervosität von der Stirn, als er die Enge des schwarzen Buicks verließ und Legs ein zustimmendes Lächeln schenkte. Irgendwie wurde er das Gefühl nicht los, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmte.

Als der kränklich wirkende Jüngling von Legs zu ihnen in das Auto geleitet worden war, kam er dabei nicht umhin, ihn als eindeutigen Fehler in ihrem Plan zu beäugen. Während der Fahrt nach Kingsport hatte er den Kerl eingehend gemustert, der sich als Verwandter der Bannions entpuppte, und dabei versucht, etwas aus seinem grundsätzlichen Verhalten heraus zu lesen. Was sollte das Ganze? Wieso hatte man Brian ausgerechnet heute Nacht an ihren Rockzipfel gehängt? Und abseits davon, was hatte es mit der Schönheit auf sich, die Legs mit seinem Gentlemen-Gen mehr schlecht als recht versuchte, zu beeindrucken?  
Aus einem einfachen, routinierten Import-Abend wurde, durch das Auftauchen der beiden Neulinge, von einem Augenblick auf den nächsten eine weitaus gefährlichere Angelegenheit. Die Geschichte roch nach Gumshoe. Die hübsche Mollynach 'ner Buzzdoll und Gilbert wusste noch nicht, wie er damit umgehen sollte.*

Als er schließlich, Legs folgend, das sanfte Schaukeln des Bootes am Pier erblickte, war er absolut sicher. Heute Nacht wirds' aufregend werden. Darauf, würde er in jedem Fall einen Lincoln wetten. Die Seeluft roch nach Problemen, da konnte sich Legs noch so zufrieden und selbstsicher geben... Und für Gilbert gab es in diesem Moment nur Eines zu tun, um mit den veränderten Bedingungen umzugehen. Er würde seinem Namen alle Ehre machen.

"Hey, sagt mal-" brach er die Stille plötzlich, während er an Bord des Bootes in der Gesellschaft der anderen das Ufer verließ. "Kennt ihr den schon? Sagt der Ober zum seekranken Passagier: Sollen wir das Essen an ihr Bett bringen oder lieber gleich über die Reling kippen?"


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Re: Verdammtes Ardeal: Teil 1 - Der Außenseiter

Beitrag von Adrian Kane am Mi Jan 24 2018, 02:20

Claire hatte sich ihre Ueberraschung nicht anmerken lassen als Mr. Taylor - Legs - wie man ihn hier nannte, sie Hals ueber Kopf zu einer Nacht und Nebel Aktion 'einlud'. Nicht, dass sie in dem Moment eine grosse Wahl gehabt haette. Es war eine dieser Einladungen, die man nicht abschlug, serviert auf einem Tablet warmer Worte, die die Illusion einer Wahl offerierten. Auch wenn es nur ein fluechtige Bekanntschaft war, so kannte sie Legs doch gut genug um zu wissen, dass er Wert auf Umgangsformen legte. Zumindest wenn Frauen in der Naehe waren. Sie vermutete, dass der Kerl in einer Gruppe von Maennern eine andere Sprache sprach, aber zu ihr war er immer hoeflich gewesen und sie wusste es zu schaetzen. Und vielleicht war er ja auch wirklich ein Gentleman. Immerhin hatte er ihr genug Zeit gegeben sich vor dem Aufbruch entsprechend frisch zu machen. Allerdings waere er auch nicht der erste, dessen Benehmen in der Oeffentlichkeit stark von dem in den eigenen vier Waenden abweichte. Vielleicht haette Mrs.Taylor, im Vertrauen, eine ganze andere Geschichte ueber den humpelnden Kriegsveteranen zu erzaehlen. Aber es war nicht an ihr in seinem Privatleben herumzustochern und so hatte sie ihm ein dankbar dezentes Laecheln geschenkt und schliesslich auf dem Beifahrersitz des Buick Platz genommen.

Die Fahrt verlief relativ ereignislos. Biff, mit diesem Namen hatte Legs den Fahrer angesprochen, lenkte den Wagen zielsicher, und vor allem ohne Aufmerksamkeit von irgendwem zu erregen, durch das naechtliche Arkham. Hier und da erkannte sie vereinzelnt Gebaeude und selten auch Strassennamen, die schemenhaft wie Geister and ihr vorbeihuschten und ihren Augen Streiche spielten. Nach Sonnenuntergang fuehlte sich diese Stadt einfach anders an. Wie ein grosses, lauerndes Raubtier, welches nur auf eine handvoll toerichter Narren wartete, die zum falschen Zeitpunkt in die falsche, unbeleuchtete Gasse abbogen und danach nie wieder gesehen wurden. Ein kalter Lufthauch strich ueber ihr Gesicht und es kostete sie einiges an Willenskraft nicht erschreckt zusammenzuzucken. Waehrend sich auf ihren Armen noch Gaensehaut bildete, hatte ihr Verstand bereits obsiegt und das Fenster richtig zugekurbelt. Vielleicht hatte sie in letzter Zeit aber auch wirklich zuviele seltsame Buecher gelesen.
Claire wurden einmal mehr bewusst, dass sie nicht gerne Autos selber fuhr. Sie wusste wie es ging, aber darueber hinaus ueberliess sie diese Aufgabe nur zu gerne einem Kerl. Der Mann hinterm Steuer schien schmal gebaut, aber es machte ganz und gar nicht den Eindruck, dass er ein Gruenschnabel war. Im krassen Gegensatz zu diesem Brian, der mit dem Rest der Mannschaft einpfercht auf dem Ruecksitz hatte Platz nehmen muessen. Angeblich war er Danny O'Bannions juengerer Bruder. Und ersterer hatte sicher darauf gepocht dem Kleinen keinen Sonderstatus zukommen zu lassen, anders konnte sich die Rothaarige den kleinen Vorfall vorhin nicht erklaeren. Am Ende des Tages war Blut aber immer dicker als Wasser, sie wuerde vorsichtig sein muessen. Der Wagen macht einen kleinen Satz als die massiven Reifen ueber einen Stein oder sonst irgendein Hindernis fuhren. Aus ihren Gedanken gerissen betrachtete die Frau erneut den Fahrer aus dem Augenwinkel. Selbst im matten Licht dieser bewoelkten Nacht konnte Claire ein paar Narben in seinem Gesicht ausmachen. Dann zwang sie sich wieder dazu geradeaus zu schauen. Es war unhoeflich zu Starren. Und der Kerl wuerde am Ende einen falschen Eindruck von ihr bekommen.

Die scheinbar alles verschlingende Schwaerze des Atlantiks verbesserte ihre Situation nicht unbedingt. Einmal mehr zog sie ihren Mantel enger an den Koerper und wuenschte sich insgeheim in ihr warmes Bett. Auf der anderen Seite hielt einen die salzige Brise, die hier draussen wehte, wach und bei klarem Verstand. Was gut war, schliesslich hatte sie Legs nicht zu seinem persoenlichen Vergnuegen hierher geschleppt. Ein hoefliches Schmunzeln umspielte ihre schwach geschminkten Lippen als einer der Maenner einen Witz erzaehlte. Auf der Fahrt nach Nordamerika hatte sie sich selbst mehrmals vorzeitig von ihrem Mageninhalt trennen muessen. Waehrend der Dieselmotor das kleine Boot langsam aber bestimmt auf offene See hinaustrug, gesellte sich Claire zu Legs. "Diese Frachtpapiere", begann sie etwas zoegerlich und musste sich direkt innerlich ermahnen ihrer Stimme etwas mehr Festigkeit zu verleihen. "Wie genau werden die in der Regel bei Ankunft geprueft? Es scheint mir so, als waere nicht viel Zeit fuer eine solide Anpassung der Unterlagen."
Je weniger Zeit sie hatten, desto schludriger waere das Ergebnis, desto hoeher die Chance bei einer Ueberpruefung erwischt zu werden. Nicht dass sie einer kanadischen Behoerde sonst viel Qualitaet beim Ausstellen von Dokumenten zugetraut haette, aber man konnte ja nie wissen. Sicher war sich der Kriegsveteren dessen bewusst, aber es hatte dennoch gut getan ihre Bedenken in Worte zu fassen.

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Re: Verdammtes Ardeal: Teil 1 - Der Außenseiter

Beitrag von Elli am Mi Jan 24 2018, 09:18

Es hatte schon wesentlich schlimmere Aufträge gegeben, als im Auto zu sitzen und einfach nur zu warten. Patrick ‚Grinface‘ blickte aus dem Fenster des Wagens in dem er sich den Arsch platt saß. Immerhin wollte er ein bisschen was sehen, etwas darauf vorbereiten was zu tun war. Doch es blieb einfach nur ruhig und ohne besondere Vorkommnisse, er wollte gerade ein Gespräch anfangen, als dann doch etwas geschah. Er beobachtete die Szenerie, während er an dem Ärmel seines Mantels spielte, blieb jedoch entspannt, bis es sehr eng auf der Rückbank des Wagens wurde. Patrick schnaufte etwas, als er zusammengedrückt wurde und versuchte sich in eine etwas bequemere Position zu schieben, was ihm eher mittelmäßig gelang. Er hoffte die Fahrt würde nicht durch unvorsehbare Ereignisse verzögert werden. Ihn wunderte es nicht das es eine Planänderung gab, die gab es im Grunde fast immer. Improvisieren hatte er schon immer gekonnt oder aber gemusst.
Tatsächlich war die Fahrt recht kurzweilig, auch wenn seine rechte Arschbacke einschlief. Schon bald stoppte Biff den Wagen und alle kletterten aus dem Wagen heraus. Patrick schüttelte ein wenig seine Beine aus um dieses leidige Kribbeln aus seinem Arsch zu vertreiben. Er ging sogar einmal kurz in die Hocke und prüfte dann kurz durch ob er alles bei sich hatte. Er stieg in die Motoryacht nachdem die anderen bereits Platz genommen hatten und lachte über den Witz von Funny.
“Der war gut! Hahahaha! Den muss ich mir merken!“ sagte er und griff danach in die Manteltasche um sich eine Zigarette anzuzünden. Zuviel frische Luft musste es ja nun auch nicht sein. Er sog den Rauch tief in seine Lungen und atmete durch die Nase wieder aus. Seine beiden Jungs lieben es wenn er das tat und riefen dann immer ganz aufgeregt, dass ihr Papa ein Drache sei. Er blickte zu dem Jüngling herüber, den Legs mit ins Auto gesteckt hatte. Brian war sein Name hatte Legs gesagt. Er wollte gerade fragen was das Milchgesicht hier eigentlich sollte, als die Lady zu sprechen begann. Sie war wirklich nett anzusehen fand Grinface, jetzt wo er sie einmal ganz betrachten konnte, zwar war es dunkel, aber das tat ihrer Schönheit keinen Abbruch, eher schien ihr das Licht zu schmeicheln. Also wand er sich direkt an Brian. “Das sind Biff, Funny und ich bin Grinface.“ sagte er während er mit der Zigarette auf die beiden deutete. “erzähl mal Junge, was hast du hier zu suchen?“

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Re: Verdammtes Ardeal: Teil 1 - Der Außenseiter

Beitrag von Umbra am Do Jan 25 2018, 23:36

Sobald sich die Motoryacht ein Stück von der Küste und damit auch von der Brandung entfernt hatte, glitt sie einigermaßen sanft übers Wasser. Gischt spritzte immer mal wieder in die Höhe und tauchte jeden, der sich zu nah an der Reling befand, in einen feinen, nach Salz und Algen schmeckenden Sprühnebel. Legs und Claire, jedoch, waren in der zum Heck hin offenen Steuerkabine geschützt davon. Er hatte sich auf dem ungepolsterten Drehstuhl hinter dem Steuerrad niedergelassen – offenbar dankbar dafür, nicht die ganze Zeit stehen zu müssen. Er strahlte dabei eine Aura von Routine und Leichtigkeit aus, als hätte er in seinem Leben nichts anderes gemacht. Dennoch täuschte dies nicht darüber hinweg, dass er das Wasser vor sich genau im Auge behielt. Er hatte die Scheinwerfer nicht eingeschaltet, musste sich also ganz aufs Mondlicht verlassen.

Legs dachte nicht lange über Claires Einwand nach, mit dem sie sich an ihn richtete.
„Dazu kann uns der Captain vielleicht Genaueres zu sagen...“, gab er offen zu, „ich war noch nie bei einer Ladungslöschung dabei. Allerdings nehme ich an, dass es auffallen wird, wenn weniger Fracht in Boston ankommt, als man in Québec eingeladen hat – sonst würden sich auch die Kanadier nicht die Mühe machen, die Papiere zu ändern, nachdem sie durch die Behördenkontrolle gegangen sind. Ich weiß nicht genau, was da schiefgelaufen ist, dass die da oben nicht dazu gekommen sind, die Unterlagen zu frisieren.“ Er seufzte. „Aber im Grunde ist das auch egal. Fakt ist, dass wir es auslöffeln müssen. Allzu viel Zeit werden wir dafür nicht haben, das stimmt. Der Frachter kann nicht lang Halt machen und wenn wir auf dem Rückweg den Nachtzug verpassen, können wir nicht nach Arkham hinein. Die Getriebe unserer Behörden sind zwar geschmiert, wie man so schön sagt“, meinte er und lächelte, während er Claire mit einem kurzen Seitenblick bedachte, „aber es würde trotzdem unerwünschte Aufmerksamkeit auf uns lenken, wenn wir mitten in der Nacht den Miskatonic hinaufbrausen. Der Zug kann unseren Motor übertönen, aber ohne diese Deckung würde uns sicher irgendwer bemerken und für Ärger sorgen. Ich hoffe also, Sie sind schnell, Missy.“

Währenddessen hatte Patrick (oder „Grinface“, wie er sich vorstellte) nur wenige Meter hinter Claire und Legs die Aufmerksamkeit auf Brian. Der Junge hatte sich, ohne bisher ein Wort zu verlieren, auf eine Kiste gesetzt, in der sich (laut Beschriftung) Rettungswesten befanden, und zitterte im Fahrtwind. Die Arme um sich geschlungen und verschränkt, passte seine Körperhaltung zu der Scheu, die er gerade an den Tag legte. Funnys Witz hatte ihm lediglich ein bescheidenes Lächeln auf die Lippen gezaubert und auch nun, da Grinface sich an ihn wandte, wirkte er fast eingeschüchtert. Gerade Funny wurde hier aber in seiner Einschätzung, die er schon im Auto getroffen hatte, bestätigt, dass Brians Zurückhaltung nicht daran lag, dass ihm seine Gesellschaft nicht behagte. Nein, er war allgemein unglücklich damit, bei dieser Unternehmung dabei zu sein. Und das hatte nicht unbedingt etwas damit zu tun, dass der Junge sich in seinem dünnen Hemd den Arsch abfror. Vielleicht hatte das, was im Lagerhaus vorgefallen war, damit zu tun – immerhin hatten die im Auto wartenden das Gelächter bis dorthin gehört, und auch Legs‘ Worte zu Brian, die klar darauf hindeuteten, dass Bobby Sills den Jungen irgendwie vor versammelter Mannschaft lächerlich gemacht haben musste. Vielleicht hatte es aber noch andere Hintergründe, von denen Gilbert und seine Kameraden nichts wissen konnten.

Brian zögerte, vielleicht etwas zu lang, um unauffällig zu sein, bevor er sich noch einmal ein Lächeln abrang und nach dem Blick, den er während Patricks Vorstellung über Biff und Funny hatte schweifen lassen, wieder Patrick fixierte.
„F-Freut mich“, meinte er knapp und im kühlen Fahrtwind bibbernd, wobei es deswegen nicht unbedingt einfach zu deuten war, ob er seine Worte wirklich so meinte.
„Ich bin Brian“, stellte er sich seinerseits vor, auch wenn Legs seinen Namen schon zweimal genannt hatte. „Danny meinte.... meinte, ich s-soll euch zur Hand gehen. Mit der Lieferung. Also bin ich hier. Um z-zu helfen.“
Dass er es dabei beließ und mit den Augen die Reaktionen der Anwesenden abtastete, zeigte, dass man wohl nachhaken musste, um ihm noch mehr als das aus der Nase zu ziehen.

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Re: Verdammtes Ardeal: Teil 1 - Der Außenseiter

Beitrag von Fade am Fr Jan 26 2018, 10:50

Biff hatte es sich wie üblich, wenn er nicht selbst steuern musste, auf dem Boot bequem gemacht und in die Runde geblickt. Funnys Witz hatte er mit einem Lächeln quittiert, was weniger dem Witz galt, als der Eigenschaft von O'Bannion, die Gruppenmoral stets verbessern zu wollen. Er wirkte heute ziemlich nervös, was Biff aber nicht auf den nächtlichen Job schob. Leuten wie Gilbert war zuzutrauen, dass sie mehrere Eisen im Feuer hatten und womöglich brütete er gerade über Wettschulden oder wutbrausenden Bettgespielinnen, die ihn plagten. Patrick hingegen wirkte unbekümmert wie meistens.
Miss Callaghan hatte ihn auf der Fahrt kurz angesehen. Vielleicht hatte Biff sich das auch nur eingebildet, aber Potential war vorhanden. So, wie sie nun mit Legs redete, schien sie nicht bewandert im Aufgabengebiet und war womöglich ähnlich grün hinter den Ohren, wie Brian.

Biff wollte nicht gelten lassen, dass die düsteren Vorzeichen für die heutige Nacht ihm die Laune versauten. Er zog eine Schachtel Zigaretten aus der Manteltasche und bot sie für die in die Runde, die noch keine hatten, um danach sein Sturmfeuerzeug, welches dem Seewind trotzte, anzubieten. Seine Aufmerksamkeit wanderte zu Brian, als Grinface sich mit ihm zu unterhalten begann.

Als er realisierte, wie nervös der junge Mann war, hockte er sich neben ihn und legte seinen Ellbogen auf Brians Schulter ab. „Na dann gehörst du ja jetzt zu den guten Jungs, die sich ums grobe kümmern, Brian. Halte dich einfach ein wenig zurück und richte dich nach uns, dann lernst du schnell, worauf es ankommt.“ Biff schenkte Brian eines seiner schönsten schrägen Grinsen, zu dem das vernarbte Gesicht fähig war und klopfte ihm auf die Schulter.
„Weißt du, die Fracht ist richtig kostbar für uns, Brian. Hast du Kinder? Nein, wahrscheinlich nicht, aber du kannst dir sicher vorstellen wie es ist, ein winzig kleines Baby zu halten. Die Kisten, die wir gleich verladen werden, sind unsere Babys, Brian. Zwanzig Dollar pro Flasche, zwanzig Flaschen Pro Kiste. Wir lassen unsere Babys nicht fallen. Wir passen sehr gut auf unsere Babys auf, Brian.“

Mit dem festen Schuhwerk trat Biff zweimal gegen die Kiste auf welcher der Neuling hockte. „Zieh dir eine davon an. Schützt zumindest etwas gegen Wind und Kälte.“ Er war zufrieden mit sich, wie er den Jungen eingenordet hatte. Der Kerl konnte noch brauchbar werden, auf der anderen Seite sollte er doch hoffentlich niemanden aus der Runde ersetzen. „Und Kopf hoch Kleiner. Ist ja nicht so, als würden wir hier jemanden ermorden wollen. Wir bringen den Bürgern nur was sie brauchen.“
Die letzten Worte sollten scherzhaft klingen, doch tatsächlich achtete Biff gut auf die Reaktion seines Gegenübers. Er War neugierig, ob der Jungspund noch etwas von dem Verriet, was ihm tatsächlich auf dem Herzen zu liegen schien. Er hatte ärger mit der Gang gehabt, was durch das Gelächter offensichtlich war und vielleicht war dies hier für ihn eine Art Strafarbeit. Vielleicht steckte aber auch mehr dahinter, schließlich war ihr Job nicht gerade unwichtig für das Geschäft.

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Re: Verdammtes Ardeal: Teil 1 - Der Außenseiter

Beitrag von Elli am Mi Jan 31 2018, 16:31

Das Milchgesicht antwortet sichtlich eingeschüchert und zudem wohl auch frierend auf die Frage, die Patrick ihm gestellt hatte. Er hatte auf etwas mehr Input gehofft, aber hatte auch nicht mehr eingefordert, als das was er zu hören bekam.
Biff schaltete sich ein und erklärte dem Jungen was er zu tun haben würde. Woher konnte er so sicher sein, dass Brian mit den Kisten helfen sollte? Er machte nicht mal den Eindruck, als würde er eine Flasche alleine heben können.
Patrick grinste schief. "Hör nicht hin, Junge. Biff hat ein schlechtes Beispiel gebracht, so ein Baby kann schon mal runterfallen, sieh dir Biff an, ich wette er wurde ein paar mal fallen gelassen." er lachte ein dreckiges Lachen und zog erneut an seiner Zigarette.
"Allerdings ist das was wir holen in der Tat wertvoll. Wie sollst du uns helfen? Tragen? Du siehst kaum aus, als könntest du eine Zigarette heben." Er schnippte den glimmenden Zigarettenstummel über Board und griff in seiner Tasche gleich nach einer Neuen. Heute Abend war ihm nach viel Tabak zu Mute. Schon hatte er die nächste angezündet.
"Also, Brian, was ist im Lagerhaus passiert?"

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Re: Verdammtes Ardeal: Teil 1 - Der Außenseiter

Beitrag von Adrian Kane am Sa Feb 03 2018, 17:01

Das hoffte sie auch und haette es beinahe so gesagt waehrend ihr Blick zwischen Legs und der Weite des Ozeans langsam hin und her schwenkte. Es war wohl nichts falsch an hohen Erwartungen, das zeigte zumindest, dass man ein gewisses Vertrauen in ihre Faehigkeiten hatte. Oder dass man auf die Schnelle niemand anderen hatte finden koennen. So oder so, sie war jetzt hier und aller Widrigkeiten zum Trotz war das eine hervorragende Gelegenheit sich einen guten Namen zu machen, von den paar extra Dollar mal ganz abgesehen, dafuer waren sie schliesslich alle hier. Ausser dem jungen Kerl von vorhin vielleicht. Das Boot senkte sich leicht und ihre Hand griff nach dem Tuerrahmen um die Balance zu halten. "Verstanden", sagte sie schliesslich, den letzten Kommentar von Legs ignorierend. Viel mehr gab es ja auch eigentlich nicht zu sagen. Sie ueberliess dem Veteranen das Steuer und begab sich wieder nach draussen.

Ihr Magen meldete ihr Unbehagen, wobei das wahrscheinlich mehr an der bevorstehende Aufgabe als am Wellengang lag. Es machte wenig Sinn sich jetzt deswegen den Kopf zu zerbrechen. Einfacher gesagt als getan. Ihre Hand suchte und fand die einfache schwarze Wollmuetze in ihrer Manteltasche, die sie sich ueber Kopf und Ohren zog. Vielleicht nicht das beste Modestatement, aber ungemein praktisch hier draussen, so wie der Rest ihrer Kleidung. Ein lange, dunkelgraue Hose, die als Damensportkleidung fuer Golf angepriesen worden war, dazu schwarze Schuhe und natuerlich der ebenso dunkle Mantel. Sie war gerade rechtzeitig aus der Steuerkabine herausgetreten um Biffs letzten Kommentar ueber den Dieselmotor hinweg zu hoeren. Die Prohibition war schon eine seltsame Angelegenheit. Alle wussten, dass sie nicht wirklich funktionierte. Wer trinken wollte tat dies in der Regel. Und es haette sie nicht gewundert, wenn am spaeten Abend in der Pennsylvania Avenue ebenso gebechert wurde.

Nun redete der andere Mann und erkundigte sich nach dem Vorfall im Lagerhaus. Ihr Blick fiel auf den Angesprochenen. Brian machte einen recht erbaermlichen Eindruck, wie er so da sass. Durchgefroren in seinem duennen Hemdchen und alle Aufmerksamkeit auf ihm ruhend. Irgendwie tat er ihr leid. Drei weitere Schritte trugen Claire an den aeusseren Rand der kleinen Runde. Sie raeusperte sich. "Entschuldigung. Hat einer der Gentlemen vielleicht eine Zigarette fuer mich?"
Die Festigkeit in ihrer Stimme ueberraschte sie etwas. Sie wuerde sich jetzt nicht anmerken lassen, dass sie sich hier fast so unwohl fuehlte wie Brian. Das schummerige Licht, das die Gesichter der meisten Leute verdeckte, half wohl ein wenig dabei ihre Nerven zu staehlen.* Auf jeden Fall konnte der Junge eine kleine Pause von der allgemeinen Aufmerksamkeit gebrauchen und vielleicht eine Moeglichkeit, sich so um die Beantwortung der Frage herumzudruecken. Sie rauchte nur gelegentlich, aber wenn nicht heute Nacht, wann dann?



* Extremer Erfolg in Ueberzeugen

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Re: Verdammtes Ardeal: Teil 1 - Der Außenseiter

Beitrag von wellby am Di Feb 06 2018, 22:03

"Hahahahahaha!" jaulte Gilbert lauthals, während er gerade noch rechtzeitig seinen Hut an der Krempe zu fassen bekam, als eine Bö unerwartet daran zerrte. "Die Nase kommt also vom 'Zu-Oft-Runter-Fallen'? Ich dachte durch sein Schielen hätte Biff als Jungspund einfach ein paar mal beim Durchgehen knapp die Tür verfehlt! Hahahahaha!" Das raue Küstenwetter verschluckte Funnys Lachen, welches in der lichtlosen Nacht zweifelsfrei fehl am Platz wirken musste.

Er sah dem Jungen zwanzig Meilen gegen den Wind an, dass er sich überall hin wünschte, nur nicht hierher in diese Gesellschaft und auf dieses Schiff. Was auch immer in dem Lagerhaus vorgefallen war, es hatte Spuren auf seinem Gemüt hinterlassen. Er war der Inbegriff der Unsicherheit. Und wenn sie etwas auf dieser Mission nicht gebrauchen konnten, dann jemanden, auf dessen Reaktionen man sich nicht zu einhundert Prozent verlassen konnte. Die Gischt peitschte gegen die kleine Yacht, während Gilbert versuchte, die unsicheren, schlechten Gedanken aus seinem Hier und Jetzt mit einem ordentlichen Zug an der Zigarette zu verbannen, die er dankend von Biff entgegen genommen hatte. Dummerweise hatte dieses verfluchte Meer mit seinem miesen Wetter die Glut der Kippe bereits wieder geraubt, bevor er überhaupt richtig daran hätte ziehen können. Lustlos, davon kurzzeitig gekränkt, schnippte er die nasse Zigarette über Bord und sah dem weißen Fleck beim Verschwinden über der Reling zu. Hm, schlechtes Zeichen. dachte er. Erst schenkt die heiße Fortuna uns einen miesen Neuling und versaut mir dabei auch noch die wahrscheinlich letzte Zigarette, die ich in Freiheit geraucht hätte. Also wieder zurück zu den schlechten Witzen, der gespielten Coolness und all dem andern Klischee. Wie hätte er sich sonst ablenken können? So lächelte Funny, zwinkerte Brian zu und fügte an Biffs Erklärung kurzzeitig an: "Stimmt, wir ermorden mit Sicherheit niemanden! Also meistens! Und wenn, dann geben wir den Bürgern eben, was sie verdienen! Hahahahaha, nun guck nicht so, alles gut, Brian. Was soll schon passieren? Außer dass wir eingebuchtet, ertränkt oder erschossen werden? Konversation der Konversation willens, das konnte Gilbert gut. Wie sonst würde er denn Nächte und Gesellschaften wie diese überleben?

Und dann trat Lady Fortuna aus der Zweisamkeit mit Legs heraus in die harte, gepeitschte Welt der Unter-Schicht-Ganoven. Die eiskalte Härte, die von Claires Mimik ausging, erschütterte Gilberts dämliches Grinsen und schickte ihm fröstelnde Nervosität über den Nacken. Sie wirkte, als würde sie so etwas jede Nacht machen, als wäre ein Staatsverbrechen nichts weiter als einfach der nächste Termin auf ihrer Party-Round-The-World-Liste. So leicht und selbstverständlich bat sie um die Zigarette; ganz ohne den typischen Ganoven Slang. Mit diesem einen, simplen Satz trennte die Frau die hier Anwesenden in Auserkorene und Untertanen. In kleine Straßenganoven und große Fische.

Gilbert gluckste verlegen, bevor er sich an einem leidlich charmanten Lächeln versuchte und zu Claire erwiderte: "Hab ich auch versucht, is' hier draußen gar nich' so einfach, Mum... Eh Mam."

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Re: Verdammtes Ardeal: Teil 1 - Der Außenseiter

Beitrag von Fade am Mi Feb 07 2018, 17:58

Biffs Blick wechselte ruhig zwischen Patrick und Gilbert. Er dachte an seine Kaliber 12 mit dem verkürzten, geöltem Lauf unter dem Mantel. Wollten die beiden ihn gerade wirklich zum Affen vor den neuen machen? Nicht dass es ihn gegenüber des Grünschnabels gejuckt hätte, aber vor der Frau wollte er sich doch nicht schon in der ersten Stunde als Flachpfeife abstempeln lassen. Man würde die Leichen beschweren müssen, damit sie nicht schon am Morgen irgendwo angespült wurden. Biff verwarf die erbauliche Vorstellung und versuchte sich auf die Realität zu besinnen.

Es gab nicht viel, was schiefgehen konnte. Ihre Methode hatte sich bisher bewährt und der Verfolgungsdruck durch die Polizei erschien ihm auch überschaubar. Diese war vielleicht mehr darauf bedacht, die Flüsterkneipen auszuheben, als einzelne Lieferungen abzupassen. Selbst wenn man sie auf See erwischen würde, konnten sie die Ladung einfach über Bord werfen. Keine Beweise und sie wären nach spätestens drei Tagen wieder auf freiem Fuß. Biff versuchte sich gerade etwas zu entspannen, als ihr weiblicher Zugang unverhofft auf den Plan trat. Ihr Tonfall ließ ihn aufhorchen. Klang mehr nach Autorität, als einer Gehilfin. Der verdacht, dass sie dem Boss etwas näher stand, erhärtete sich.

Der Wind schien umzuschlagen, da Gilbert scheinbar die Glimmstengel ausgegangen waren und so ergriff Biff die Gunst der Stunde und erhob sich so gelassen, wie es der Seegang zu lies. Ein Griff in den Mantel und schon reichte er der Lady mit patentiertem Biff-Lächeln die halbvolle, leicht gedrückte Schachtel Zigaretten dar. "Ma'am." gab sich Biff ungewohnt höflich, so dass man ihn fast für einen ehrbaren Bürger hätte halten können, wäre sein Gesicht nicht gewesen.
Während er mit der freien Hand nach dem Feuerzeug kramte, schwenkte er die Schachtel auch zu Gilbert hinüber. Es hatte wenig Sinn, hier böses Blut zu schüren, schließlich waren sie buchstäblich im selben Boot.

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Re: Verdammtes Ardeal: Teil 1 - Der Außenseiter

Beitrag von Adrian Kane am Do Feb 15 2018, 02:36

Es benoetigte zwei Anlaeufe bis endlich die orangerote Glut am Ende der Zigarette erschien. Claire nahm einen tiefen Zug und ignorierte dabei das leichte Kratzen im Hals. Eine schlechte Angewohnheit, sicher, aber Balsam fuer ihre Nerven. Sie laechelte Biff kurz an waehrend ihre rechte Hand in der waermenden Manteltasche verschwand. "Danke, Mr. ...", sie spielte mit dem Gedanken ihn einfach beim Vornamen anzureden, liess es dann jedoch sein. "Ich befuerchte vor lauter Eile hat Mr. Taylor es versaeumt uns alle gegenseitig vorzustellen", oder es nicht fuer noetig befunden. Der Wind wehte ein kleines Haeufchen Asche auf ihren Mantel, welches sie mit einer beilaeufigen Geste abwischte. Es war schwer zu sagen ob das Gesicht des vernarbten Mannes, der ein paar Schritte von ihr entfernt stand, abstossend war oder nicht. Die Rothaarige blickte einmal mehr zu ihm auf, vorschob die Entscheidung vorlaeufig, und nahm dann einen weiteren Zug.

"Mein Name ist Claire Callaghan. Und wenn mich meine Ohren nicht taeuschen, dann sind zumindest zwei von ihnen aus Dublin oder Umgebung", ihre Aufmerksamkeit wanderte zu dem Mann, der sich vor ein paar Minuten noch mit der Aussprache von Ma'am verhaspelt hatte. Selbst im schummrigen Licht fiel ihr sein Bauchansatz auf. Sie aschte auf den Boden, oder versuchte es zumindest, denn der Wind trug die graue Asche davon wo sie irgendwo in den Tiefen des Atlantiks versank. Es war nicht so, dass alle Iren hier in der neuen Welt an einem Strang zogen, aber es war eine Gemeinsamkeit, die man nicht wegdiskutieren konnte und etwas besseres fiel ihr gerade nicht ein um das Eis zu brechen. Wenn sie schon zusammen gegen das Gesetz verstiessen, dann wollte sie auch zumindest wissen, mit wem sie es zu tun hatte. Und alles, was ihre Gedanken von einem moeglichen Scheitern ihrer bevorstehenden Aufgabe ablenkte, war ihr gerade mehr als willkommen.

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Re: Verdammtes Ardeal: Teil 1 - Der Außenseiter

Beitrag von Umbra am Sa Feb 17 2018, 14:23

Brian saß unglücklich im Mittelpunkt aller Aufmerksamkeit, in den man ihn gerückt hatte. Als Neuling einer Truppe kam er wohl kaum darum herum, sich erst einmal einer Begutachtung unterziehen zu müssen, jedoch schien ihm das mit jedem Moment unangenehmer zu werden. Starr und wie angewurzelt saß er auf der Kiste, ohne Anstalten zu machen, sich tatsächlich in eine Rettungsweste zu zwängen, so wie Biff es vorgeschlagen hatte, und konnte nicht anders, als die Sache über sich ergehen zu lassen. Die derben Foppereien, die seine neuen Kollegen untereinander austauschten, trugen auch nicht dazu bei, dass er sich entspannte. Eher das Gegenteil war der Fall. Nachdem Patrick es nicht hatte lassen können, Brians Statur zu bemängeln und danach auch noch nach dem Ereignis im Lagerhaus zu fragen, hatte Brians Stimmung einen neuen Tiefpunkt erreicht. Dabei wirkte er nun nicht mehr vollkommen wie ein verlorenes Schaf – nein, ein Funken Zorn lag seitdem im seinem Blick. Selbst ein Wort verlor er nicht, die Gelegenheit, Patrick zu antworten, verstrich schnell, da Claire zu Gruppe stieß und die Aufmerksamkeit erstmal auf sich lenkte – und Brian nutzte dies offenbar, genau wie Claire es vielleicht beabsichtigt hatte, um sich um eine Antwort zu drücken. Der junge Mann beäugte kurz die Interaktion zwischen Claire, Gilbert und Biff, bevor er seinen Blick frösteln über den Ozean schweifen ließ. Die Küste lag noch am Rand des Sichtfelds – zumindest ließen sich die Lichter der Zivilisation dort erahnen.

Gerade in diesem Moment wurde es beinahe stockfinster hier draußen. Eine dicke Wolke hatte sich vor den Mond geschoben und die glimmenden Zigaretten und Biffs Feuerzeug blieben die einzige brauchbare, wenn auch spärliche, Lichtquelle. Legs verlangsamte die Fahrt ein wenig. Dies hatte den angenehmen Nebeneffekt, dass seinen Passagieren nicht mehr allzu viel Gischt um die Nasen wehte.

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Re: Verdammtes Ardeal: Teil 1 - Der Außenseiter

Beitrag von Fade am So Feb 18 2018, 16:44

"O'Neill. Biff O'Neill, Ma'am." Ergänzte Biff rasch Claires Frage nach seinem Namen und nickte auch breit schmunzelnd, als sie erkannte, dass er aus Dublin stammte. Die kleine hatte was, auch wenn es geradezu in der Luft lag, dass man dabei mit dem Feuer spielte und da er hier an Bord ohnehin wenig Aussicht auf eine vernünftige Annäherung bekam, setzte sich Biff vorerst wieder neben den guten Brian, dem er die Hand auf die Schulter, welche sich tatsächlich schon ziemlich kühl anfühlte, legte, wie bei einem alten Freund. Der arme Tropf konnte einem wirklich leid tun und was noch wichtiger war, konnte Biff gegenüber Miss Callagham seine beispiellose Fürsorglichkeit demonstrieren, wenn er für den fröstelnden alte Planen oder Decken auftreiben konnte.
Hatten sie nicht für gewöhnlich die Planen irgendwo hier verstaut, um die Kisten später zu sichern? Sein Blick wanderte suchend unter die Sitzbänke.

Er konnte hören, wie Legs den Motor drosselte. Da gerade noch nichts draussen zu sehen war, konnte es bedeuten, dass sie mit Pech noch eine Weile in der Kälte und Dunkelheit auszuharren hatten. Da traf es Biff, dass er sich am liebsten schallend vor die Stirn geschlagen hätte. Natürlich hatten sie unten im Laderaum ein paar Decken verstaut. Er erhob sich rasch und verschwand durch die schmale Kajütentür unter Deck. Als er den kleinen Holzverschlag öffnete, in dem sich die groben Stoffdecken befanden, hielt er für einen Moment inne. Sollte er miss Callaghan auch eine Mitnehmen? Hm, nein besser nicht. Die Fau hatte stärke Signalisiert und damit würde er sie nur beleidigen. Mit leichtem lächeln schloss Biff den Verschlag wieder. Frauen an Bord bedeuten Unglück. Er wusste nicht, warum ihm der alte Spruch gerade nun in den Kopf stieg, jedoch war er nicht so ganz bei der Sache heute Nacht. Irgendwie erschien die Konstellation heute wirklich besonders. Er riss sich zusammen und stiefelte wieder nach oben, wo er Brian die Decke entgegen streckte "Hier. Wenn du steifgefrohren bist, geht uns sonst womöglich wirklich noch eine Kiste über bord." Biff verzichtete diesmal auf weitere Freundlichkeiten gegenüber dem Jungspund. Der war ja wohl zweifelsohne dabei, um den harten Job am Fundament kennen zu lernen. So wie die Nacht lief würde er dabei womöglich noch voll auf seine Kosten kommen.

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Re: Verdammtes Ardeal: Teil 1 - Der Außenseiter

Beitrag von Umbra am Mo Feb 26 2018, 13:39

Brians Miene hellte sich tatsächlich merklich auf, als Biff nach kurzer Abwesenheit mit einer Decke zurückkehrte. Die Erleichterung war ihm selbst unter den gegebenen schwachen Lichtverhältnissen anzusehen, als er sich sogleich in den wärmenden, groben Stoff einwickelte.
„D-Danke“, antwortete er Biff, immer noch bibbernd. Die Decke musste ihn erst einmal wieder auftauen. Gleichzeitig schien die schlechte Laune etwas von ihm abzufallen.
„Ich... ich lass schon n-nichts fallen“, versicherte Brian, „k-keine Sorge. H-Hab schon anderes Zeug verladen.“
Noch bevor irgendjemand darauf eingehen konnte, wenn es denn geplant gewesen war, drang ein dumpfes Poltern von der Bugseite aus zu den Anwesenden, die gleichzeitig von einer ruckartigen Erschütterung ergriffen wurden, die wohl bei dem ein oder anderen einen auffangenden Ausfallschritt erforderte.
Wenige Sekunden später sprang der Motor in den Leerlauf.
„Verflixt!“, entfuhr es Legs verärgert, bevor er wieder Fahrt aufnahm... diesmal noch langsamer als zuvor. Währenddessen erhob er die Stimme erneut – allerdings nicht zum Fluchen, sondern um sich an seine Truppe zu wenden.
„Alles in Ordnung bei euch? Da trieb nur irgendwas im Wasser herum. Ich sehe hier absolut nichts. Wie wäre es, wenn sich jemand von euch das Fernglas schnappt? Ich habe keine Lust, auch noch nähere Bekanntschaft mit den Inseln zu schließen.“

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Re: Verdammtes Ardeal: Teil 1 - Der Außenseiter

Beitrag von Fade am Mo Feb 26 2018, 15:27

Biff, der sich noch nicht wieder hingesetzt hatte, kam mächtig ins armerudern, als ihr Boot vom Stoß erschüttert wurde. Das fehlte gerade noch, dass sie jetzt am Ende noch leck schlugen.
Kaum hatte er wieder sicheren Stand, wanderte die Nase des Iren auch schon über die Reeling. Sie waren die Strecke schon zu oft gefahren, als dass dies eine Untiefe gewesen sein konnte und Treibgut war immer interessant. Er erwartete nicht, etwas im nächtlich schwarzen Wasser erblicken zu können, doch stand die Neugier im Moment im Vordergrund.
Biff machte dabei keine anstalten, sich das Fernglas zu schnappen. Sollten die anderen sich ruhig nützlich machen und bei dieser Dunkelheit brachte es wohl ohnehin kaum mehr als die bloßen Augen. Das Einzige was offenkundig erschien, dass sie heute Nacht kein Glück hatten.

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Re: Verdammtes Ardeal: Teil 1 - Der Außenseiter

Beitrag von Adrian Kane am So März 04 2018, 02:06

Ein kurzes Schmunzeln umwehte ihre Gesichtszuege als Biff dem jungen Mann eine Decke in die Hand drueckte. Sie nahm einen letzten Zug und schnippte den Rest der Zigarette dann achtlos ueber die Reling, wo das noch glimmende Objekt irgendwo im Wasser verschwand. Der Anblick erinnerte Claire an Gluehwuermchen. Sie hatte schon seit Jahren keine mehr gesehen. Das letzte Mal irgendwann Nachts in Galway, und selbst da war sie noch ein junges Maedchen gewesen. Das war natuerlich bevor der vielzitierte Ernst des Lebens sie eingeholt hatte. Sie seuzte lautlos. Bevor man sich versah, waren die relativ unbeschwerten Jugendjahre vergangen und hier war sie nun, kurz davor tausende von Meilen entfernt von Daheim ein Verbrechen zu begehen. Nicht ihr erstes, wohlgemerkt. Was wohl ihre alte Mutter dazu sagen wuerde?

Brians Worte rissen sie aus ihren Gedanken. Trotz der zusammengekniffenen Augen konnte sie den Milchgesichtigen kaum mehr erkennen, so dunkel war es mittlerweile geworden. Eigentlich mochte sie Schwaerze der Nacht, doch das hier war irgendwie anders. Unheimlicher. Vielleicht lag es am Seegang oder an der Tasache, dass sie mit einem Haufen Maenner, die sie nicht wirklich kannte, auf einem Boot ueber den Atlantik schipperte, ohne einen guten Fluchtweg. Im naechsten Moment zog ihr jemand den Boden unter den Fuessen weg. So zumindest fuehlte es sich an, als der Kahn irgendetwas im Wasser streifte. Mangels Bodenhaftung griff sie sich das Erste, was sie finden konnte, in diesem Fall die Schulter des naechstbesten Kerls neben ihr. Nicht laenger als ein paar Herzschlaege, dann hatte sie sich wieder von dem etwas kraeftiger gebauten Mann geloest. Mit einer schnellen Geste zupfte sie sich den Mantel zurecht und machte eine paar Schritte zur Seite, begleitet von einem knappen "Verzeihung."

Legs Stimme drang aus der Kabine. Claire wartete ein paar Minuten um zu sehen, ob sich sonst jemand angesprochen fuehlte. Biff starrte ins Wasser, vielleicht auf der Suche nach was auch immer sie da eben gerammt hatten. Da sich sonst niemand angesprochen fuehlte, griff sie sich das Fernglas aus der Kabine und begab sich vorsichtigen Schrittes zum Heck des Bootes. Oder zum Bug? Sie konnte sich diese nautischen Begriff nie merken, an die Vorderseite halt. Das Teil lag recht schwer in ihrer Hand, sie hatte noch nie eines benutzt, aber wusste zumindest theoretisch wie es funktionierte. Kuehl drueckte sich das Metall an ihr Gesicht als sie versuchte irgendetwas zu erspaehen.

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Re: Verdammtes Ardeal: Teil 1 - Der Außenseiter

Beitrag von Elli am Di März 13 2018, 11:04

Patrick wurde durch den Ruck ebenso überrascht wie die anderen, befand sich aber glücklicherweise in der Lage, sich bereits gesetzt zu haben. So hatte der Aufprall für ihn nur zu Folge, dass seine Kippe ihm in den Schritt fiel. Obwohl er rasch danach schlug hatte sich bereits ein kleines Brandloch gebildet, Patrick war es egal. Könnte seine Frau später flicken, er hoffte der Auftrag würde nicht allzu lange dauern. Es juckte ihn in der unteren Region. Er warf einen Blick ins Wasser, während er sich sich eine neue Zigarette anzündete, sah jedoch nichts als eine unruhige, schwarze Oberfläche. Treibgut? Hier?
Er wollte sich zum Fernglas machen, als das bereits Claire getan hatte, also drehte er sich stattdessen einfach etwas zur Wasserseite. Vielleicht gab es noch mehr Treibgut? Mit ein wenig Glück würde er doch etwas erkennen können.

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Re: Verdammtes Ardeal: Teil 1 - Der Außenseiter

Beitrag von Umbra am So März 18 2018, 23:47

Auf der Motoryacht wurde der Wellengang nun, da Legs das Tempo noch weiter gedrosselt hatte, etwas deutlicher bemerkbar. Es wehte nur eine leichte Brise, aber das reichte schon aus, um das Wasser zu kräuseln und den Rumpf in sanftes Schaukeln zu versetzen – was durchaus ausreichen mochte, um es einer Landratte auf Dauer mulmig in der Magengegend werden zu lassen. Während Biff und Patrick einen Blick auf die nähere Umgebung richteten und Claire zum Fernglas griff, um nach möglichen Gefahren Ausschau zu halten, bevorzugte Brian es lieber, sich keinen Millimeter vom Fleck zu rühren. Tief in der Wärme der Decke vergraben, sodass von ihm nur noch sein Kopf zu sehen war, war er damit beschäftigt, den Weg zum Frachter über sich ergehen zu lassen. Auch wenn sein Problem mit den Temperaturen dieser Nacht vorerst gelöst war, schien er immer noch nicht begeistert davon zu sein, diese Unternehmung überhaupt zu begleiten. Vermutlich achtete in diesem Moment niemand auf ihn – und vermutlich war er recht froh darüber.

Claire, jedoch, wurde beachtet, als sie sich in die Steuerkabine zu Legs gesellte. Er wirkte etwas angespannt, schenkte ihr jedoch ein Grinsen, bevor er seinen Blick wieder voran aufs Wasser richtete. Das Einschalten der Scheinwerfer würde ihnen das Vorankommen momentan sicherlich leichter machen, aber damit würde die Yacht in einem Umkreis von mehreren Kilometern sichtbar werden. Es blieb in diesem Moment unausgesprochen, aber es war naheliegend, dass, bei einer Aktion wie der ihren, Aufmerksamkeit zu vermeiden obere Priorität hatte – egal, wie sehr ihnen die Zeit im Nacken sitzen mochte. Claire fand das erwähnte Fernglas auf einer Ablage nahe dem Steuerrad. Auch wenn sie wenig Erfahrung mit solcherlei Hilfsmitteln hatte und sie dessen Details in der Dunkelheit eher ertasten musste als zweifelsfrei erkennen konnte, schien die Bedienung intuitiv zu sein. Mit einem kleinen, mittig angebrachten Drehrädchen, dessen geriffelte Oberfläche sich rau von der Glätte der restlichen Konstruktion abhob, ließ sich die Schärfe des Bilds einstellen. So war möglich, Objekte in unterschiedlichen Entfernungen zu fokussieren. Während sich die bloßen Augen vor Ort mit Dunkelheit herumschlagen mussten, erkannte Claire, dass die Lichtverhältnisse in der Ferne teils günstiger waren. Dort wo der Schatten der Wolke, der sie gerade mit Beinahe-Blindheit schlug, nicht hinfiel (möglicherweise sehr weit entfernt, das war hier auf See ohne Erfahrung schwer einzuschätzen), hoben sich Umrisse der Inseln ab, die sich hier in der Küstengegend vor Salem Wind und Wellen brachen. Die meisten von ihnen waren relativ klein und nicht viel mehr als schroffe Felsformationen. Claire war sich recht sicher, dass ihr Boot momentan nicht Gefahr lief, aufzulaufen – dafür waren die Umrisse der Inseln, die sie erspähen konnte, nicht nahe genug. Als sie jedoch ihren verbesserten Blick über die fernen Felsen schweifen ließ, erlangte eine Kontur ihre Aufmerksamkeit, die höher aufragte und nicht zu der Form von einer natürlichen Klippe passte.

Wenige Meter hinter Claire versuchte Patrick unterdessen zu erkennen, ob im näheren Wasser weitere Hindernisse lauerten. Größeres Treibgut könnte die Bordwand beschädigen, und das wäre wohl wenig wünschenswert – allerdings ging auch von kleinen Gegenständen Gefahr aus, denn Treibgut, egal in welchen Dimensionen, könnte in den Antrieb gesogen werden und dort großen Schaden anrichten. So sehr Patrick jedoch versuchte, in der Dunkelheit etwas zu erspähen, musste er feststellen, dass er selbst Probleme damit hatte, die Position der Wasseroberfläche genau auszumachen. Würde er die Gischt nicht in seinem Gesicht spüren, die ihm verriet, dass das Meer noch unter ihm war, hätte er auch genausogut in einen bodenlosen, finsteren Abgrund starren können.[*] Schwärze umgab das Boot, aber ein Blick gen Himmel ließ erahnen, dass das Mondlicht schon bald wieder zu ihnen hindurchdringen würde.

Unterdessen konzentrierte sich Biff lieber darauf, in dem aufgewirbelten Wasser, das die Yacht hinter sich ließ, nach dem Gegenstand Ausschau zu halten, mit dem sie bereits Bekanntschaft geschlossen hatte. Anders als Patrick fühlte sich Biff vermutlich weniger nachtblind, aber es war anstrengend, selbst die in der Dunkelheit farblos erscheinenden Umrisse der Schaumkronen vom restlichen Meer zu unterscheiden. Biffs Augen schweiften über dieses schwach kontrastierte Wasserspiel, in dem Bewusstsein, dass wohl Zufall wäre, wenn das fragliche schwimmende Objekt nun überhaupt zum passenden Augenblick auftreiben würde, und selbst dann machte sich wohl noch weniger Hoffnungen, bei diesen Lichtverhältnissen darauf zu schließen zu können, um was es sich handelte. Wider aller Erwartung hatte Biff jedoch tatsächlich das Glück, dass ihm etwas ins Auge sprang, das sich von den Wellen abhob: etwas Weißes oder zumindest Helles, das sich anders als der fließend dahinsprudelnde Schaum verhielt. Es tauchte in der Spur hinter der Yacht mal ab, mal tauchte es wieder an der Oberfläche auf, während die Distanz durch die voranschreitende Fahrt gemächlich wuchs. Einmal entdeckt, gelang es Biff, das Objekt im Blick zu behalten und zu rätseln, um was es sich handeln könnte. Zunächst war er sich unsicher. Dann, für einen kurzen Moment, schien er in dem Umriss jedoch eine Form zu erkennen, begründet auch dadurch, dass nah dem hellen Fleck ein kleinerer heller Fleck auftauchte, der so bestimmt konturiert war, dass sein Verstand ihm das Seitenprofil eines Kopfs suggerierte. Und da traf es Biff wie ein Schlag: Er hatte einen im Meer treibenden Körper entdeckt. [*]

Während sich diese schreckliche Erkenntnis in ihm formte und ihm klar wurde, dass der andere, größere helle Fleck, den er zuerst erspäht hatte, ein helles Oberteil sein musste, das die auf dem Bauch treibende Person trug, traf auch Claire eine Feststellung. Nach einiger Herumspielerei am Drehrädchen des Fernglases, war es ihr nun gelungen, den Blick auf ihre aufragende Entdeckung zwischen den Felsen zu schärfen. Das Mondlicht, das in der Ferne auf das riesige Objekt in ihrem Fokus fiel, erlaubte einen recht gute Sicht, sodass sogar Details offenbar wurden.[*] Es handelte sich tatsächlich um keine Felsformation, sondern um ein von Menschenhand geschaffenes Konstrukt: ein riesiges Frachtschiff, das inmitten von spitzen Felsen vor Anker lag. Oder war es aufgelaufen? Sicher war sie sich da nicht, denn irgendetwas (offenbar eine Nebelbank, wenn sie das richtig beurteilte) behinderte den Blick auf den unteren Teil des Rumpfes. An Deck war keine Bewegung auszumachen, aber die Vergrößerung der Fernglases reichte auch vermutlich nicht aus, um dies genau zu bestimmen. Jedoch konnte Claire erkennen, dass Frachter selbst, wie auch die Motoryacht, in absolute Dunkelheit gehüllt war. Kein Licht drang aus den Fenstern der „DEMETER“ – dieser Name prangte in riesigen Lettern an der Bugseite des Rumpfes. Aber auch kein Rauch stieg aus dem gewaltigen Schornstein, der aus der Mitte der zweistöckigen Aufbauten herausragte. Das gesamte Schiff wirkte wie verlassen.



[*]Verborgenes erkennen – Claire & Biff: jeweils schwieriger Erfolg; Patrick: Fehlschlag

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Re: Verdammtes Ardeal: Teil 1 - Der Außenseiter

Beitrag von Adrian Kane am Di März 20 2018, 17:33

Sie senkte das Fernglas fuer einen Moment. Das Metall schien kaelter und schwerer geworden zu sein, seit sie es zum ersten mal aufgehoben hatte. Mit dem Aermel wischte sie sich etwas Salzwasser aus dem Gesicht und blinzelte mehrmals. Sie wuerde spaeter ein warmes - nein ein heisses Bad nehmen, obschon sie nicht genau sagen koennte ob die Kaelte, die sich gerade wie eine Kolonie tiefgefrorerener Ameisen ihren Ruecken hinunterarbeitete, ueberhaupt etwas mit der eigentlichen Temperatur zu tun hatte. Dann blickte sie einmal mehr mithilfe des Geraetes in die Ferne. Und der Frachter war tatsaechlich immer noch anderselben Stelle. Ein Teil von ihr hatte auf eine optische Illusion gehofft, ein Streich, gespielt von ihrer ausschweifenden Phantasie und der Dunkelheit. Aber da war tatsaechlich ein Schiff zwischen den Felsen. Vor Anker? Aufgelaufen? Es schien einfach nur dazusitzen, leblos und massiv, trotz ihres intensiven Starrens war sie nicht in der Lage irgendsowas wie ein Lebenszeichen zu entdecken. Natuerlich, sie war keine Expertin fuer Seefahrt und wusste auch nicht was dieser Tage als "Normal" fuer riesige Frachter galt, aber etwas an dem leblosen Anblick dieses Kolosses beunruhigte sie zutiefst.

Sie wandte sich ab. Der staerkere Seegang tat sein uebriges zu ihrem allgemeinen Unwohlsein beizutragen und sie war froh, den ganzen Tag ueber nur relativ wenig gegessen zu haben. Es war immer ein wenig besser wenn sie draussen an der frischen Luft war. Unter Deck waere eine andere Geschichte gewesen. Ihr Kopf kam einfach nicht damit klar wenn ein Raum sich bewegte. Ihr Magen erst recht nicht. Vorsichtigen Schrittes arbeitete sie sich wieder in Richtung der Steuerkabine hervor. Der junge Brian sass nach wie vor wie versteinert auf seinem kleinen Thron, in die Decke eingewickelt, und schien recht zufrieden damit von Nichts und Niemandem bemerkt zu werden, waehrend die anderen Maenner sich beschaeftigt hielten.

Es gab einen dumpfen Schlag als sie einmal mehr fast gestolpert waere, ihre Hand jedoch im letzten Moment Halt am Tuerrahmen fand und sie die letzte Stufe der Treppe nach oben gestolpert kam. Claire fragte sich insgeheim wieviele Seeleute sich ueber die Jahre das Genick beim Hoch- und Runtersteigen feuchter Treppenstufen gebrochen hatten. Dann berichtete sie Legs von ihrem Fund und deutete zur Untermalung auf die Position der Demeter, welche von hier mit dem blossen Auge noch nicht zu Erkennen war. "Schien mir beinahe Verlassen fuer so ein grosses Schiff", fuegte sie noch mit gedankenverlorener Stimme hinzu. Sie riss sich zusammen. Die Besatzung wollte natuerlich keine Aufmerksamkeit erregen, genauso wie sie selbst, deswegen sass der Frachter so da.

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Re: Verdammtes Ardeal: Teil 1 - Der Außenseiter

Beitrag von Fade am Mo Apr 02 2018, 15:35

"Shit!" Entfuhr es Biff etwas lauter, als er beabsichtigt hatte. Mit mehr Elan, als er ihn üblicherweise in nüchternem Zustand an den Tag legte, schwang er sich auf und lief Richtung Kabine. "Wir haben eine verdammte Wasserleiche gerammt." Quittierte er gegenüber der Anderen, sein plötzliches Verhalten.
Heute schien wirklich alles zusammen zu kommen. Zufall war es jedenfalls kaum, hier und heute Nacht auf den Toten zu stoßen. Sorgenvolle Bilder malten sich in Biffs Kopf aus. Vielleicht fuhren sie schnurstracks in eine Falle. Der Tote war schon zu weit weg, um ihn noch an Bord ziehen zu können und selbst wenn man das Schiff jetzt sofort stoppte, würden sie ihn ohne Lampen zu benutzen kaum wieder finden.

"Legs!" Meldete sich Biff in aufgeregten Tonfall bei seinem Leutnant. "Wir haben eine beschissene Wasserleiche gerammt. Die treibt uns gerade davon?!" Biff musste sich selbst erst etwas zur Ruhe rufen um sich nicht im Ton zu vergreifen und fuhr dann fort. "Sah nicht aus, wie ein Fischer. Vielleicht einer von unseren Leuten. Wir müssen vorsichtig sein. Wenn du zurücksetzt, können wir ihn vielleicht aufs Schiff ziehen." Die Unruhe war ihm sichtlich anzusehen. Biff hasste es wenn ein Job so aus den Fugen geriet und gerade bei diesem schien nun wirklich alles Schief zu gehen. Sie kamen gefährlich aus dem Zeitplan und der Tote konnte vieles bedeuten, nur nichts gutes. Er verließt sich darauf, dass Legs die Situation schon klären würde. Der Kerl hatte Routine und war dafür da sie aus der Scheiße zu führen. Erst im zweiten Moment wurde ihm bewusst, dass Claire anwesend war und er verkrampfte etwas. Immerhin war es zu dunkel, als dass sie bemerken konnte, wenn er rot würde.
Immerhin war es eine gute Idee gewesen, das Gewehr mitzunehmen. So standen sie wenigstens nicht Nackt da, wenn sich die Zahl der Toten heute Nacht noch häufen sollte.

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Re: Verdammtes Ardeal: Teil 1 - Der Außenseiter

Beitrag von Elli am Fr Apr 06 2018, 09:25

Eine Leiche. Kacke. Das würde mit Sicherheit bedeuten, dass dieser nächtliche Ausflug sich hinziehen würde. Patrick sah schnell nach, ob er genug zu rauchen dabei hatte. Es wäre unschön, wenn er mitten in der Nacht keinen Tabak mehr hätte. Er versuchte im schwarzen Wasser weiterhin etwas zu erkennen, ohne jeglichen Erfolg.
Er blickte zu Funny herüber. Normalerweise konnte er jede noch so beschissene Situation mit einem seiner schlechten Witze auflockern. Aktuell war die Lage zwar noch entspannt, Patrick ging einfach davon aus, dass die Leiche die dort dümpelte niemand war, der ihm Nahe gestanden hätte, aber wer wusste schon was der Tag oder die Nacht noch bringen würde.

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Re: Verdammtes Ardeal: Teil 1 - Der Außenseiter

Beitrag von Umbra am Fr Apr 13 2018, 17:07

Legs lauschte Claire, die ihre Entdeckung beschrieb, mit sichtbarem Unbehagen. Seine Stimmung war deutlich umgeschlagen, wenn sie mit seinem Verhalten zu Beginn ihres Ausflugs verglich.
„Die Demeter, sagen Sie?“, entgegnete stirnrunzelnd und hielt die Yacht an. Vorhin hatte er lockere Routine ausgestrahlt – nun wirkte er angespannt, als er Claire das Fernglas abnahm, um selbst zwischen den Felsen Ausschau nach ihrem Fund zu halten.

Biff unterbrach ihn allerdings in diesem Moment, indem er sich zu ihm und Claire gesellte, um ebenfalls Meldung zu machen. Das Stirnrunzeln wich nicht, als Legs das Fernglas wieder sinken ließ und nun Biff seine Aufmerksamkeit zuwandte.
„Verflixt, bist du dir da sicher?“, erkundigte er sich überrascht und musterte Biff kurz mit der gewissen Skepsis eines Mannes, der auch nicht viel von Biffs Rattengeschichte hielt, und nun überlegte, ob er die (angeblich) gesichtete Leiche nun als Hysterie abtun konnte oder nicht.
„Wir haben noch ein ganz anderes Problem“, meinte er dann allerdings und seufzte missgelaunt. „Wenn etwas schiefgeht, dann wohl richtig. Die Kanadier sind dort vorn zwischen den Felsen“, meinte er und wies nickend die entsprechende Richtung.
„Diese verdammten Holzköpfe sollten auf hoher See auf uns warten und stattdessen dümpeln sie direkt vor der Küste herum! Hier“, er drückte Biff das Fernglas in die Hände, „ich setze zurück.“
Er legte sogleich wieder den Vorwärtsgang ein und begann die Yacht zu wenden.
„Wir sind ohnehin schon in Teufels Küche, wenn das eine Falle ist“, erklärte er resignierend. „Ich will dann wenigstens wissen, auf was wir uns einlassen. Versuch, die Leiche wiederzufinden und fisch sie mit den anderen Jungs aus dem Wasser. Ich bezweifle irgendwie, dass das ein Zufall ist.“

Es war beinahe ein Wink des Schicksals, dass sich die Wolke, die den Mond abschirmte, verzog, während Legs die Yacht zurücksteuerte. In den Schaumkronen war es zwar immer noch nicht leicht, etwas zu erkennen, aber es dauerte tatsächlich nicht allzu lange, bis der im Wasser treibende Körper, der immer mal wieder von den Wellen verschluckt wurde, auftauchte. Legs hielt sich an die Anweisungen, die man ihm gab, und steuerte das Boot gekonnt an die Leiche heran. Es war tatsächlich keine Einbildung gewesen.

Der Tote trieb auf dem Bauch, die Gliedmaßen schlaff von sich gestreckt. Sein kurzes, dunkles Haar kräuselte sich in den Wellen. Er trug ein weißes Hemd, so wie Biff schon vermutet hatte – allerdings offenbarte sich nun bei näherer Betrachtung, dass es auf Kragen und Schultern fleckig war. Es war zu dunkel, um die Farbe dieser Spuren erkennen zu können, aber die Vermutung legte nahe, dass es sich um Blut handelte. Es war auf den ersten Blick schwer einzuschätzen, wie lang der Mann schon im Wasser lag, aber die See hatte nicht allen Schmutz beseitigen können.
„Heilige Scheiße“, hörte man Brian wispern. Er stand, immer noch in die Decke eingewickelt, bei den anderen Anwesenden an der Reling und starrte mit käsebleichem Gesicht und geweiteten Augen auf den Leichnam im Wasser.

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Re: Verdammtes Ardeal: Teil 1 - Der Außenseiter

Beitrag von Adrian Kane am So Apr 15 2018, 16:40

Claires Blick schweifte langsam zwischen den Maennern umher und dann zurueck in die Ferne, wo der Frachter vor Anker lag. Wo er nicht liegen sollte. Dunkel und leblos wie ein gestrandeter Wal. Oder eher leblos wie der Koerper im Wasser, den Legs jetzt aus dem Atlantik fischen wollte. Unbewusst nickte sie Brian zu, der die ganze Angelegenheit mit seiner Aussage ziemlich genau auf den Punkt gebracht hatte. Ueber die Wogen des Meeres hoerte man ein dumpfes Klong als der Kopf der Leiche gegen die Aussenwand des Bootes schlug. Sie machte einen Schritt zurueck, offensicht wenig daran interessiert aus der ersten Reihe an der Bergungsaktion mitzuwirken. Stattdessen wuerde sie hier den Herren den Vortritt lassen. Es machte ihr wenig aus, sich die Haende schmutzig zu machen. Aber das hier war eine andere Sache. Eine ekelhaftere Sache. Vor allem aber eine gewichtigere Sache. Wahrscheinlich waere sie hier mehr im Weg und weniger von Nutzen.

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Re: Verdammtes Ardeal: Teil 1 - Der Außenseiter

Beitrag von Elli am Fr Apr 20 2018, 13:43

Patrick betrachte sich noch einen Augenblick die Szenerie, mit seinem wie immer aufgesetzten Grinsen und starrte auf die Leiche hinab. Er warf leichte Blicke aus den Augenwinkeln zur Seite, doch die anderen schienen sich nicht so schnell zu entscheiden wie er und bückte sich beherzt herab und griff nach der Leiche. Sicherlich war diese nicht besonders leicht, aber Grinface auch nicht der Schwächste unter der Sonne, also begann er sie ersteinmal näher ans Boot zu ziehen. Das klappt ohne jedwege Probleme und er fasste beherzt den Oberarm der Leiche und zerrte daran. Immerhin riss der Arm nicht ab. Die Leiche schien also noch nicht allzu lange im Wasser zu treiben, da hatte er schon verwestes Zeug gesehen! Mit einem kräftigen Ruck aus den Beinen heraus, zog und zerrte er weiter. Nach und nach hob er den toten Körper aus dem Wasser und wuchtete ihn ins Boot. Auf der wackeligen Unterstand wie das Boot einer war, musste Patrick einiges ausbalancieren, bis es im Gelang die Leiche auf Selbiges zu ziehen. Mit einem dumpfen Schlag landete der tote Körper auf dem Boden.
Patrick streckte sich kurz. "Na, dann wollen wir doch mal schauen."

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