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Verdammtes Ardeal: Teil 1 - Der Außenseiter

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Re: Verdammtes Ardeal: Teil 1 - Der Außenseiter

Beitrag von Umbra am Mi Apr 25 2018, 15:57

Der kräftige Patrick schaffte es allein, den Körper aus dem Wasser zu fischen und an Bord zu ziehen.[1] Während die Beine der Leiche über die Reling schrammten, löste sich der Schuh vom rechten Fuß des Toten und plumpste dumpf ins aufgewühlte Wasser zurück, in deren dunklen Tiefe er auf Nimmerwiedersehen verschwand. Der Körper allerdings fügte sich willenlos und triefend Patricks Bemühungen, bevor er aufs Deck klatschte und so liegenblieb, wie er aufgekommen war: die Beine gestreckt, die Arme leicht angewinkelt... Was jedoch die Blicke auf sich zog, war die Brust des Toten. In der rückwärtigen Ansicht war allein anhand der Flecken auf dem Hemd zu erahnen gewesen, dass der Mann vermutlich keines natürlichen Todes gestorben war, doch die ganze Wahrheit war weitaus erschreckender als jeder der Anwesenden wohl erwartet hätte.

Das Licht des Mondes, das nun wieder auf die Szenerie fiel, offenbarte Schreckliches inmitten der sich ausbreitenden Lache von Meerwasser: Dort, wo vielleicht noch vor Kurzem alles intakt gewesen sein musste, prangte ein gewaltiges, sich über den gesamten Oberkörper des Mannes ziehendes Loch. An den Rändern dieser gewaltigen Wunde lag nicht nur der Stoff des Hemds, sondern auch Haut und Fleisch in Fetzen. Die Rippen im offenliegenden Brustkorb waren rissig, ragten weiß und spitz abgebrochen aus zerfleischter Zellmasse hervor oder fehlten, wie die inneren Organe (sofern sie noch als solche zu erkennen waren), teils sogar komplett.[2]

Noch während sich alle Umstehenden dieser Sache gewahr wurden und selbst Funny in diesem Moment seine üblichen Witze im Halse stecken blieben, kündigte das dumpfe, leicht unregelmäßige Pochen von Schritten Legs an, der den Motor inzwischen abgestellt hatte, um sich nun zu seiner Truppe zu gesellen. Als sein Blick auf den verstümmelten Leichnam fiel, legte sich seine ohnehin schon gerunzelte Stirn noch mehr in Falten – doch auch ihn schien diese Szenerie genug zu überraschen, dass er wie angewurzelt innehielt. Der ohnehin schon käsige Brian, hingegen, reagierte äußerlich weitaus weniger gelassen. Er ließ einen Würgelaut vernehmen und stolperte an die Reling, doch sein Mageninhalt war schneller als seine Füße. Das Schlimmste konnte er noch verhindern, indem er die Decke fallen ließ und sich die Hand an den Mund presste, doch etwas Erbrochenes quoll bereits während seines Fluchtmanövers zwischen seinen Fingern hervor und tropfte auf die Deckdielen, bevor er der Sache freien Lauf ließ und sich hustend in die Wellen ergab.

Fußnoten:
[1] Stärke: schwieriger Erfolg

[2] 1/1W4+1 Stabilitätsschaden. Das bedeutet: 1 Schaden, wenn ihr die Stabilitätsprobe schafft; 1W4+1, wenn nicht. In diesem Fall würde ich euch gestatten, nur 1 Schaden zu nehmen und nicht zu würfeln, wenn ihr der Meinung seid, dass euer Charakter durch seine Erfahrung im organisierten Verbrechen schon genug schlimme Dinge gesehen hat und so abgebrüht ist, dass ihn der beschriebene Anblick nicht sehr aus dem Konzept bringt. Geringe Stabilitätsverluste (1-2) äußern sich immer in Unbehagen oder Beklemmung. Das ist kaum zu bemerken, aber dennoch zu spüren. Bei einem Verlust von 3-4 Punkten ist es dann schon eher Abscheu und ein klares Gefühl, dass etwas absolut nicht stimmt. Solche Stabilitätsverluste rufen Übelkeit, Benommenheit, schauderndes Frösteln oder Ähnliches hervor. Ab 5 Punkten Schaden befällt euch Angst und Panik – genug, um einen Anfall des Wahnsinns, also einer Panikattacke, hervorrufen zu können. 5 Punkte und mehr entsprechen einem schweren Schock, der zu unkontrollierbaren körperlichen Reaktionen führen kann (heftiges Gliederzucken, schwerer Brechreiz etc.) sowie/oder einem Gefühl der Fremdheit und Unvertrautheit von Umgebung und Personen.

Stabilitätswürfe funktionieren folgendermaßen: Ihr werft, wie immer, 1W100 und vergleicht eurer Stabilität mit eurem Würfelwurf. Ist der Wurf gleich oder niedriger eurem Wert, so habt ihr es geschafft. Den Schaden, den ihr nehmt, zieht ihr von eurer aktuellen Stabilität in eurem Status ab. Erleidet ihr 5 Punkte Schaden, so müsst ihr prüfen, ob ihr einen Anfall des Wahnsinns bekommt oder nicht. Dazu wirft man eine Intelligenzprobe. Wieder ist das 1W100, den man mit seinem Intelligenzwert vergleicht. Dieses Mal ist es gut, seinen Wert mit dem Wurf zu übertreffen, denn dann verdrängt man das Gesehene. Wenn man den Wurf allerdings schafft, kapiert man in vollem Ausmaß, was einem gerade passiert ist, verfällt 1W10 Kampfrunden dem Wahnsinn und verbringt die folgenden 1W10 Stunden in einem Zustand der geistigen Umnachtung (unterschwelliger Irrsinn): man ist noch traumatisiert und kann leicht wieder dem Wahnsinn verfallen. Verliert man 1/5 seiner maximalen Stabilität an einem Tag, entwickelt man zusätzlich eine Geistesstörung, die man nicht so einfach wieder loswird.

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Re: Verdammtes Ardeal: Teil 1 - Der Außenseiter

Beitrag von Fade am So Apr 29 2018, 17:36

Biff war unter Deck gestiefelt als Legs erklärte, den Toten bergen zu wollen. Das Fernglas hatte er sich dabei einfach um den Hals gehängt und fühlte sich gleich etwas mehr, wie ein vollwertiger Seebär. Es war wohl auf jeden Fall die richtige Entscheidung, zumindest zu Prüfen, ob der Tote ein Polizist oder einer von ihren Leuten sein konnte. Musste ja einen Grund geben, warum Legs hier das Sagen hatte. Biff bekam den Schiffshaken nicht gleich los und benötigte daher länger, als beabsichtigt und als er schließlich mit dem Werkzeug wieder auf Deck kam, konnte er nur sehen, wie Patrick die Leiche in Handarbeit aufs Boot zerrte und sich dabei mit Meerwasser und Leichenspaß besudelte.
Mit einem Lächeln schüttelte Biff den Kopf während er sich auf den Schiffshaken lehnte, mit dem die ganze Sache sauber und einfach über die Bühne gegangen wäre. Das lächeln erstarb jedoch schnell, als er den Zustand des Toten in voller Pracht sehen konnte. Wie zur Hölle hatte man den armen Tropf so zugerichtet? Es wirkte zumindest nicht so, als hätte man ihn mit normalen Waffen ins Jenseits befördert. Vielleicht gepfählt? Biff konnte nicht umhin sich vorzustellen, wie umständlich es gewesen sein musste einen Pfahl auf dem Schiff aufzustellen und den Kerl dagegen zu werfen. "Was für kranke Pisser haben das getan?" Biff kratzte sich am Kopf während er etwas näher kam um sich die Wunden etwas genauer anzusehen. Es erinnerte ihn ans Schlachthaus und damit an Szenen, an die er nicht so gerne zurück dachte. Dennoch siegte die Neugier und nicht zuletzt die Frage, wie es nun weiter gehen sollte. Sein Blick ging zu Legs. "Schätze die Ladung können wir abschreiben, oder? Wer das gemacht hat, wird uns die Kisten sicher nicht freundlich in die Hand drücken..." Biffs blick ging mit einer Spur von Mitleid auf die Leiche. Eigentlich war es mehr die wachsende Unlust, selbst so zu enden. Wie ein Unfall sah der Kerl nun nicht direkt aus und die Sache stank doch zum Himmel. Nicht nur wegen dem Blut und der Innereien.

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Re: Verdammtes Ardeal: Teil 1 - Der Außenseiter

Beitrag von Elli am Mo Mai 07 2018, 10:12

Biff brachte es auf den Punkt. Kranke Pisser. Patrick starrte auf die zerfledderte Leiche, während der Bursche sich geräuschvoll ins Meer übergab. Gerne hätte er es ihm gleich getan, doch nicht einmal dazu sah er sich gerade in der Lage.
"Was für Arschlöcher haben sich das ausgedacht? Reicht es nicht jemandem die verfickte Kehle aufzuschneiden. Das ist abartig." Er überlegte wen er dahinter vermuten könnte, doch eine solche Handschrift hatte niemandem dem er bisher begegnet wäre.
"Wir sind ein paar Mann. Wir sollten die Ladung nicht einfach aufgeben. Ich meine, ich würde schon gerne sehen, welcher Wichser auf so was kommt. Mir fällt niemand ein, der so etwas abscheuliches tun würde." Patrick spuckte ins Wasser.
Das Grinsen das eben tatsächlich von seinem Gesicht verschwunden war, kehrte zurück. "Ja, ich finde wir sollten unbedingt schauen, wer das war."

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Re: Verdammtes Ardeal: Teil 1 - Der Außenseiter

Beitrag von Adrian Kane am Do Mai 10 2018, 15:08

Das Erste, was Claire wirklich bewusst wieder wahrnehmen konnte nachdem ihr Verstand sich ein paar Sekunden Pause gegoennt hatte um die vor ihr liegende Szene zu verarbeiten, war der bittere Geruch von Erbrochenem, welcher sich sogar noch ueber die allgegenwaertige salzige Brise legte. Ihre Hand hatte vorsorglich und unbewusst den Mund verdeckt, in Erwartung der Dinge, die da kommen moegen. Anstelle des mageren Abendessens fand sie jedoch nichts weiter als Salzwasser an ihren Fingern. Wuergegeraeusche zu ihrer Rechten liessen allerdings keinen Zweifel daran, dass zumindest jemand anderes sich gerade seines Mageninhaltes entledigte, und angesichts der vor ihr liegende Leiche konnte sie dem Milchgesichten schwer einen Vorwurf machen. Tatsaechlich war ein Teil von ihr ueberrascht, dass sie dem jungen Mann keine Gesellschaft leistete. Wahrscheinlich hatte ihr ohnehin seit antritt der Seefahrt gerzeizter Magen bereits vor einiger Zeit den Geist aufgegeben und lag nun einfach wie ein schwerer, toter Stein in der Mitte ihres Bauches, wo er sie im allgemeinen in Ruhe lassen wuerde, sofern sie nicht auf die toerichte Idee kam in naechster Zeit etwas zu Essen. Was unwahrscheinlich war. Eher war ihr nach einer weiteren Zigarette zumute. Und einem Drink oder drei. Sie blinzelte einmal mehr. Der Tote lag immer noch genauso da wie in dem Moment als einer der Maenner ihn aufs Deck gezerrt hatte.

Die Szene erinnerte sie makabererweise an eine bluehende Pflanze, welche beim ersten Licht der Sonne die Blueten oeffnet und der Waerme entgegenstreckt. Sie hatte bereits Tote gesehen und ebenso hatte sie das zweifelhafte Vergnuegen gehabt beim Schlachten von Schweinen und Rindern zugegen zu sein. Aber das hier war etwas anderes. Der Mann war nicht einfach erschossen oder gar erstochen worden. Allein die Tatsache, dass sie dem Erstechen in diesem Zusammenhang ein gewisses Mass Normalitaet zusprach sagte bereits einiges ueber den Anblick vor ihr aus. Es war...ihr fehlten die Worte. Abnormal. Vor allem war es nichts, was sie hier draussen erwartet hatte. Was sie erwartet hatte, nachdem Legs ihr endlich sagte, was Sache ist, war ein mehr oder weniger simpler Fall von Dokumentenfaelschung. Darauf hatte sie sich seelisch und moralisch vorbereitet. Ausgeweidete Leichen waren dementsprechend nicht in ihrem mentalen Programm gewesen. Und doch fuehlte sich ein Teil von ihr in seiner dunklen Vorahnung, die bereits mit der Fahrt zum Boot begonnen hatte, darin bestaetigt, dass diese Nacht Unheil versprach. Aber wie wuerde es jetzt weiteregehen. Als sie sich das Fragte wurde Claire zum ersten mal bewusst, dass die Maenner um sie herum etwas sagten. Auch Legs war mittlerweile hier, sein Kommen hatte sie voellig ausgeblendet. Genauso wie die Tatsache, dass ihre Haende leicht zitterten. Sie schob beide in ihre Manteltasche und machte zwei vorsichte Schritte zurueck. Da sie nichts Sinnvolles zur Konversation beizutragen hatte und schlecht darauf bestehen konnte umzukehren, hielt sie den Mund und konzentrierte sich darauf tief ein- und auszuatmen. Es war beruhigend zu sehen, dass so ein Vorfall selbst fuer die wesentlich abgehaerteteren Maenner jenseits der Normalitaet war.

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Re: Verdammtes Ardeal: Teil 1 - Der Außenseiter

Beitrag von Umbra am Mi Mai 16 2018, 19:07

Während Patrick und Biff ihr Entsetzen äußerten und zu diskutieren begannen, trat Legs vor und ging beim Toten in die Hocke, um sich die Sache aus der Nähe anzusehen. Funny wich einen Schritt zurück, um seinem Leutnant Platz zu machen und betrachtete die Szenerie mit einem recht zweifelnden Stirnrunzeln, das immer wieder mit einem beklommenen Lächeln auf seinen Lippen abwechselte. Er begutachtete, wie Legs die Taschen des Leichnams abtastete und setzte kurz zum Sprechen an – überlegte es sich dann scheinbar aber anders und blieb still.

„Bitte, meine Herren“, kommentierte Legs vielleicht vornehmlich Biffs und Patricks Gefluche nachdenklich, unterdessen er mit spitzen Fingern eine vollkommen durchweichte Zigarettenschachtel aus der Hosentasche des Toten fischte, „– nicht, dass Miss Callaghan noch für unkultiviert hält.“
Er schmunzelte über seine Aussage, bevor er sein Fundstück achtlos, am noch immer würgenden Brian vorbei, über Bord warf. Legs stemmte die Arme auf die Knie, um sich etwas schwerfällig wieder aufzurichten.
„Ich muss allerdings zustimmen: das sieht in der Tat unschön aus“, pflichtete er seinen Männern bei, wobei er allerdings weiterhin recht gefasst wirkte, „... aber auch fast so als hätte ihn ein Hai angenagt. Ich denke nicht“, urteilte er, und machte einen Schritt über den Körper hinweg, „dass er lang im Wasser war. Allzu aufgequollen ist er noch nicht.“
Einen neuen Blickwinkel einnehmend, indem er sich hinabbeugte und den Kopf schieflegte, betrachtete er nun das Gesicht des unverhofften Treibguts – und seine Augen weiteten sich vor Überraschung, ehe er grübelnd die Stirn runzelte.
„Hm... verflixt, der kommt mir bekannt vor“, brummte Legs dann. „Ich glaube, ich habe ihn schonmal zusammen mit Potrello gesehen. Nun bezweifle ich erst recht, dass das ein Zufall ist.“
Er seufzte.
„Das wird dem Boss nicht gefallen. “
Joe (eigentlich Guiseppe) Potrello war vor Jahren derjenige gewesen, der in Arkham ordentlichen Reibach mit Alkoholschmuggel gemacht hatte – so ordentlich, dass das Bostoner Syndikat entschlossen hatte, sich das Geschäft unter den Nagel zu reißen, und Danny O’Bannion entsandt hatte. Heute allerdings war Potrello eine erbärmliche Witzfigur, dem nicht einmal mehr die Mitglieder der „Rocks“, eine Bande von jugendlichen Herumtreibern mit italienischen Wurzeln, Respekt zollten, obwohl sie einst unter seinem Schutz gestanden hatten. Es war bekannt, dass Potrello den Schwanz eingezogen hatte, nachdem O’Bannion seinen Standpunkt klargemacht hatte... man munkelte, dass einer von Potrellos Vertrauten einen unschönen Unfall gehabt hatte – Mitglieder des „Lucky Clover“ waren sich jedoch bewusst, dass O’Bannion diesen armen Tropf nach Boston gelockt hatte, wo Bobby Sills ihm dann den Rest gegeben hatte. Seitdem war es still um Potrello geworden. Kleine Gaunereien trieben ihn sicherlich noch um, aber er hatte es vermieden, der neuen irischen Obermacht ans Bein zu pinkeln.
„Einfach abzuhauen, ist keine Option“, sagte Legs und blickte nun in die Runde. „Wenn wir ohne den Stoff und auch ohne Antworten nach Arkham zurückkehren, wird uns die Hölle heißgemacht.“
Er überlegte einen Augenblick.
„Behaltet die Augen offen. Wenn die Cops kommen, müssen wir die Biege machen – und falls das eine Falle ist, dürfen wir uns nicht überrumpeln lassen. Los, werft ihn“, er nickte in Richtung des Toten, „wieder über Bord und macht euch bereit.“
Dann wandte er seiner Truppe den Rücken zu und stapfte wieder in Richtung Bug.
„Zieht besser die Köpfe ein“, riet er noch, bevor er wieder in der Steuerkabine verschwand und kurz darauf den Motor anließ.

Nun, da die Wolke am Mond vorbeigezogen war, war der Frachter schon sehr bald auch mit bloßem Auge erkennbar. Kalte, salzige Gischt sprühte an Deck, während Legs mit der weitaus kleineren Yacht direkt darauf zuhielt. Die Demeter war ein stählerner Koloss, der zwischen den Felsen wie ein bedrohlicher, schlafender Riese hervorragte. Noch immer war kein Lebenszeichen an Bord erkennbar, noch nicht einmal, als Legs die Fahrt drosselte, um sich vorsichtig zu nähern. Die Yacht tauchte in die Nebelbank ein, die den Frachter und auch die Felsen, zwischen denen er lag, weitläufig umhüllte. Die Sicht verringerte sich sofort auf wenige Meter und Legs fuhr nur noch im Schritttempo, um ein Auflaufen auf den Felsen zu vermeiden, die sich tückisch und überraschend aus den wabernden Nebelschwaden schälten, wenn es fast schon zu spät war, auszuweichen. Legs meisterte die Situation jedoch gekonnt und ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen – beunruhigend war es allerdings, als die Bordwand des kanadischen Frachters vor ihnen aufragte und sich einige Meter über ihnen immer noch nichts regte – selbst nicht, nachdem Legs einen lauten Pfiff durch die Finger geschickt hatte. So erfreulich es auch war, keinen Kugelregen auf die Yacht herabgehen zu sehen, war überhaupt keine Reaktion von Seiten der Frachtermannschaft ebenfalls kein Zeichen, das einen in Sicherheit wiegte.

Legs wagte sich mit der Yacht noch näher an die Bordwand und steuerte die Stelle an, an der leiterartige Vertiefungen in diese eingelassen waren. Was hier, in nächster Nähe, klar wurde, war, dass der Frachter tatsächlich aufgelaufen sein musste, so sehr, wie er von den Felsen eingeengt war – die großen Anker im Blickfeld (es waren zwei) hingen noch eingeholt in der Nähe der Reling an schweren Ketten. Wellen brandeten klatschend an den Rumpf des Schiffes. Ein offensichtliches Leck war nicht auszumachen.
„So weit, so gut“, ließ Legs, immer noch am Steuerrad, verlauten. „Was meint ihr? Sollen wir es wagen?“

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Re: Verdammtes Ardeal: Teil 1 - Der Außenseiter

Beitrag von Fade am Mo Jun 04 2018, 09:03

Biff gefiel die Sache ganz und gar nicht. Wenn der Typ ein bekanntes Gesicht war konnte man Zufall getrost ausschließen und damit befanden sie sich gerade auf einem verdammten Schlachtfeld. Schön und gut, wenn Legs ihm den Fehdehandschuh hinwarf, um Miss Callaghans Gunst zu werben, aber wollte er sie und den Bruder vom Boss ins Kreuzfeuer bringen?

Es hatte wohl wenig Sinn, Legs direkt zu widersprechen und so half Biff zunächst mit, dem armen Hund eine zweite Seebestattung zukommen zu lassen und schlich sich dann, sichtlich verhalten, in Richtung seines Vorgesetzten zum Steuerrad. Schweigend sah er zu, wie Legs sie in die Gefahrenzone steuerte. Der Frachter sah dabei etwa so einladend aus, wie Arkhams Kanalisation bei Nacht und Biff erschauderte etwas bei der Vorstellung, was sich hier vor kurzem abgespielt haben musste.

Als Legs sich wieder an sie richtete, blickte Biff ihn mit möglichst überzeugend sorgenvoller Mine entgegen. „Naja, Legs. Mit Glück sind wir zu spät und es gibt nichts mehr zu holen. Wenn wir pech haben, hat man uns ein Andenken dagelassen. In jedem fall sollten wir unsere very important Begleiter wohl nicht gleich mit hoch nehmen. Wenn dort auf Deck die Hölle losbricht, will ich nicht derjenige sein, der dem Boss erklärt, dass er nun n Einzelkind ist. Wenns Ok ist, sondiere ich mit Patrick und Funny erstmal die Lage. Wahrscheinlich ist der Kahn ja so tot, wie ein Friedhof in Grave Canyon.“

Biff zog den Mundwinkel über sein schlechtes Wortspiel in die Höhe, was einzig dem Zweck diente, sein schlechtes Gefühl zu vertreiben, dass ihm sehr deutlich zurief, genau jetzt zurück ans Festland zu fahren so schnell es ging. Sogar um den Laster machte er sich gerade sorgen. Man hatte ihnen hier ordentlich in die Suppe gespuckt, daran bestand kein Zweifel. Schwer abzuschätzen wie weit ihre Feinde mit ihrem Plan noch gingen.

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Re: Verdammtes Ardeal: Teil 1 - Der Außenseiter

Beitrag von Adrian Kane am So Jun 10 2018, 01:30

Claire haette bei Legs Aussage beinahe lachen muessen waere die Situation nicht so ernst gewesen. Ein Haufen unkultivierter Gangster war angesichts der Leiche definitiv ihre kleinste Sorge, soviel war klar. Zugegebenermassen war ein Teil von ihr erleichtert als der Leblose wieder seinem feuchten Grab uebergeben wurde. Keine besonders schoene Art zu gehen. Niemand der ein paar Worte sprach, kein Begraebnis. Nur die kalte See, die ihn fuer immer umarmen wuerde. Sofern die Stroemung den Kerl nicht an Land spuelte natuerlich. Dann wuerde ihn frueher oder spaeter die Polizei in die Finger bekommen und es winkte eines dieser anonymen Graeber. Ob sie auchmal so enden wuerde? Zum gefuehlt hundersten Mal in dieser Nacht lief ihr ein kalter Schauer den Ruecken hinunter. Wer auch immer den Unbekannten auf dem Gewissen hatte war vielleicht noch auf dem bedrohlich wirkenden Koloss eines Schiffes, der sich weiter und weiter vor ihnen aufbaute. Und sie machten sich daran mitten hineinzumarschieren, denn Geschaeft war schliesslich Geschaeft und Legs hatte klar gestellt, dass sie nicht mit leeren Haenden zurueckkommen konnten. Claire zwang sich langsamer zu atmen. Niemand hatte gesagt, dass es einfach werden wuerde. Risiken gehoerten nunmal oft dazu wenn man im Leben voran kommen wollte.

Voran ging es definitiv, wenn auch nicht unbedingt in die Richtung, in die sie persoenlich wollte. Der Frachter schien ebenso leblos wie der Handlanger, den sie wieder ins Wasser geworfen hatten. Dabei musste sie mittlerweile den Kopf in den Nacken legen und nach oben schauen, so nahe waren sie mittlerweile gekommen. Auch wenn der Nebel wenig dazu beitrug ihre gereizten Nerven zu beruhigen, so schien dessen Gegenwart dort zu erklaeren, warum die Demeter hier aufgelaufen war, was inmitten des Netzes offener Fragen und unerklaerten Ereignisse einen kleinen Lichtpunkt darstellte. Sie stand am Fuss der Treppe, welcher zur Fahrerkabine fuehrte, nahe genug um der Konversation im Inneren lauschen zu koennen.

Ein mettallisches Klicken war zu vernehmen als sie die erste Kugel in die Kammer ihrer Colt Pocket Hammerless lud, welche sich in ihrer Hand materialisiert hatte. Der Lauf der kleinen Waffe war leicht zur Seite gerichtet, weg von allen Anwesen und allem, was eine Kugel potentiel abprallen und querschlagen lassen koennte. Sie hatte Waffen immer sehr ernst genommen und mochte es nicht die Ihre auf irgendwas - oder irgendwen - zu richten, den sie nicht auch bereit waere zu toeten. Der Colt verschwand wieder in der Tasche, aus der sie ihn hervorgeholt hatte, nicht ohne einmal mehr die Sicherung zu ueberpruefen. Claire blickte zu Biff und Legs, aus dieser Perspektive musste sie wohl noch kleiner wirken als sie ohnehin schon war. "Wenn Zeit hier eine Rolle spielt sollten soviele wie moeglich an Bord gehen", sagte sie mit aller Festigkeit, die ihre Stimme bereit war herzugeben. Sie war bereits soweit gekommen, jetzt wollte sie es nur noch hinter sich bringen und nicht auf dem Boot herumsitzen waehrend sich ob ihrer Untaetigkeit noch mehr duestere Gedanken im Kopf breit machten. "Ich lasse den Herren allerdings gerne gerne den Vortritt", fuegte sie mit einem schwachen Laecheln hinzu.

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Re: Verdammtes Ardeal: Teil 1 - Der Außenseiter

Beitrag von Elli am Di Jun 12 2018, 11:05

Patrick nickte bei dem Vorschlag von Biff. Er konnte sich nicht vorstellen, dass ein Hai diese Verletzung hervorgerufen hatte, aber es war sicher besser sich genau das einzubilden.
"Jau" sagte er, während er sich erneut eine Zigarette ansteckte. Mit einem beherzten Griff war er an der Leiter angekommen und zog sich zu dem Schiff herüber. "Dann wollen wir doch mal."
Langsam und stetig machte er sich an den Aufstieg, bis er schließlich einen Blick auf das Deck werfen konnte.
Es sah alles sehr verlassen aus. Nichts ungewöhnliches zu erkennen. Er schwang sein Bein über die Reling und prüfte kurz ob er sicheren Stand hatte. Seine Zigarette glühte in der Dunkelheit.
Er blickte die Leiter herunter. "Los Jungs, schwingt mal eure Hufe."

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Re: Verdammtes Ardeal: Teil 1 - Der Außenseiter

Beitrag von Umbra am Mo Jun 18 2018, 21:30

Während Patrick sich schon tatenlustig auf den Weg machte, musterte Legs die übrigen Anwesenden mit Sorgenfalten auf der Stirn.
„Leider hat Miss Callaghan Recht: die Zeit drängt und wir brauchen Antworten... und nicht zuletzt unsere Lieferung, wenn es sich einrichten lässt.“
Er wirkte diesbezüglich nicht sonderlich zuversichtlich.
„Auch wenn es mir nicht behagt, uns aufzuteilen, muss zumindest einer beim Boot bleiben. Wäre unschön, wenn das plötzlich verschwände.“
Sein Blick wandte sich in Biffs und Funnys Richtung. Dann seufzte er. „Ich gehe mit nach oben. Halte die Stellung, Gilbert. Ihr anderen, kommt mit mir. Sie können sich gern im Hintergrund halten, Missy, aber Brian ist hier, um unser Handwerk zu lernen – ‚alles, was dazu gehört‘ hat der Boss gesagt.“
Er fixierte Brian prüfend. „Hast du eine Waffe, Junge?“
Brian wich Legs‘ Blick auf und schüttelte dann den Kopf. Er zitterte schon wieder unter der kühlen, feuchten Meeresluft. Dennoch hätte es wohl unangenehmer sein können. Um den Frachter herum war es absolut windstill – vielleicht hatte deswegen auch der Nebel hier niedergelassen.
Legs griff hinter sich und zog aus seinem Hosenbund eine Waffe hervor. Es handelte sich um einen Revolver, den er Brian auch sogleich in die Hände drückte.
„Hier, nimm das hier“, kommentierte er diese Handlung und zog dann auch eine leise raschelnde Pappbox aus einer der Taschen seines Mantels, die er ebenfalls überreichte – eine offenbar noch unangebrochene Patronenschachtel. „Und das hier – nur für alle Fälle. Das schützt dich aber nicht davor, dir selbst Kugeln einzufangen, also sei vorsichtig. Wichtig ist, dass wir dort oben aufeinander aufpassen.“
Brian betrachtete den Revolver und die Patronenschachtel in seinen Händen unschlüssig, bevor er die Schachtel in seiner Hosentasche verschwinden ließ und die Waffe vorn in seinen Hosenbund steckte. Er warf Biff einen missmutigen Blick zu und zuckte mit den Schultern, bevor sein Blick am Frachter hinaufschweifte. „Ich glaube nicht mal, dass Danny mich vermissen würde.“
Legs lachte freudlos auf, während er den ersten Fuß auf die Leiter setzte und dann mit dem Aufstieg begann. „Das schätze ich anders ein“, fügte er darauf noch an und konzentrierte sich anschließend auf das Klettern. Trotz seines lahmen Beins stellte er sich dabei nicht ungeschickt an, im Gegenteil. Er war kaum langsamer als seine Begleiter.

Die Bordwand des Frachters war steil und teils nass und das traf dementsprechend auch auf die eingelassene Leiter zu. Funnys Gestalt, die in diesem Moment einen sehr unglücklichen Eindruck machte, blieb an Bord der Motoryacht zurück, so wie Legs es entschieden hatte – während Patrick seine Begleiter oben in Empfang nahm. Das Deck wirkte verlassen. Nahezu gespenstisch. Legs schien sich einen Überblick beschaffen zu wollen, indem er sich kurz in alle Richtungen umsah. Das Sichtfeld wurde von dem mehrstöckigen Aufbau des Frachters eingeschränkt, sodass eigentlich nur der Blick Richtung Bug und Heck einigermaßen frei war – aber auch nicht komplett bis an die beiden Enden reichte. Sie standen in einer Art Durchgang, der an der Reling entlangführte. Über ihnen lag der Boden der nächsten Etage, die wohl am einfachsten über die Treppe zu erreichen war, die sich nur wenige Meter von ihnen entfernt an die Außenwand des Aufbaus quetschte.
„Wo sind alle?“, brummte Legs, als sich hinter ihm Brian ächzend an Deck zog. Der Ex-Marine griff unter seinen Mantel, wo sich wohl ein Holster befinden musste, da er von dort einen weiteren Revolver zutage förderte. Tatsächlich wurde der Eindruck, den der Frachter aus der Ferne gemacht hatte, bestätigt: er wirkte vollkommen verlassen.
Legs wartete, bis sich alle an Deck gesellt hatten.
„Wir sollten uns beeilen. Mir gefällt das hier nicht. Seht euch ein wenig um, aber bleibt auf der Hut. Die Crew kann doch nicht vom Erdboden verschluckt worden sein. So oder so werden wir wohl in der Kommandobrücke vorbeisehen müssen. Ohne Hilfe oder Frachtliste werden wir unsere Ladung wahrscheinlich nicht finden. Und da bleibt immer noch die Sache mit den Frachtpapieren...“

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Re: Verdammtes Ardeal: Teil 1 - Der Außenseiter

Beitrag von Adrian Kane am Sa Jun 23 2018, 01:56

Claire schob sich als Letzte ueber die Reling auf den Frachter, wo sie dann wie angekuendigt das Schlusslicht  der kleinen Gruppe bildete. Das hatte den zusaetzlichen Charme, dass sie auf den Gruenschnabel ein Auge werfen konnte. Als Legs dem jungen Kerl den Revolver in die Hand drueckte, haette sie fast schwoeren koennen, dass es seine erste Begegnung mit einer Waffe gewesen war. Er hatte nichtmal ueberprueft ob sie geladen war, sondern das Schiesseisen einfach eingesteckt. Keine besonders vertrauenserweckende Geste. Brian machte auch nicht den Eindruck, dass er 'das Handwerk' lernen wollte, aber der Befehl kam direkt von ganz oben, also mussten sie wohl oder uebel mitspielen. Sie hob den linken Fuss etwas hoeher, als sie ueber einen umgekippten Wischmob stieg. Scheinbar hatte wer auch immer mitten in seinem Tun innegehalten, alles stehen und liegengelassen um was auch immer in dem Moment wichtiger war zu tun. Zu Kaempfen, vielleicht. Oder zu Fliehen? Aber wohin? Eigentlich gab es nur drei interessante Orte auf einem Schiff wie diesem. Die Bruecke, aus naheliegenden Gruenden. Der Maschinenraum, denn ohne den konnte man auf der Bruecke soviele Befehle erteilen wie der Tag lang war und das Schiff wuerde sich dennoch nicht bewegen. Dann der Frachtraum, der eigentliche Sinn und Zweck dieses riesigen Kolosses. Wahrscheinlich hatte sie was vergessen, aber von der Seefahrt hatte sie generell nur wenig Ahnung und dieses kleine Abenteuer war hoffentlich fuer lange, lange Zeit das Letzte ohne festen Boden unter den Fuessen.

Der metallene Klang ihrer Schuhe auf einer der Treppen, die zu einem hoeheren Deck fuehrten schien Claire inmitten der Stille unertraeglich laut. Unbewusst wischte sie sich die Hand, mit der sie sich festgehalten hatte um sicherzugehen auf den Stufen nicht auszurutschen am Hosenbein ab. Jeglicher direkter Kontakt zu diesem staehlernen Grab war ihr zuwider. Und dabei wusste sie nichtmal mit Gewissheit, dass sich die Demeter vom Frachtschiff zum Friedhof gemausert hatte, obschon irgendetwas in ihrem Hinterkopf nachgiebig auf dieser Einschaetzung beharrte. In einiger Entfernung prangte ihnen die Bruecke entgegen. Zumindest ging sie davon aus, denn das entfernt hausaehnliche Konstrukt mit den nach vorne und zur Seite gerichteten Fenstern ueberschaute vom hinteren Teil des Frachters den Rest des Schiffes. Von dort musste man den besten Ausblick haben. Und Legs hielt direkt darauf zu. Es machte Sinn, aber gefallen wollte es ihr dennoch nicht.

Sie wusste nicht wann sie ihren Colt gezogen hatte. Irgendwann nach der zweiten, aber definitiv vor der dritten Treppe, welche die Gruppe emporklimmen musste. Der kuehle Griff fuehlte sich vertraut in ihrer linken Hand an, auch wenn die Waffe nur wenig dazu beitrug ihre bis zum Zerreissen gespannten Nerven zu beruhigen. Entfernt bemerkte sie, dass ihre Fingerknoechel weiss unter der Haut hervorrstachen und sie zwang sich den Klammergriff zu entspannen. Niemand sprach im Moment. Die ganze Gruppe schien mehr oder weniger gezielt durch die Demeter Schlafzuwandeln in der stillen Hoffnung, dass Niemand ihre Anwesenheit bemerkte. Weder Mensch noch das Schiff selbst oder sonstwer. Claire schalt sich innerlich eine Naerrin. Der Frachter war nicht viel mehr als ein Stueck Metall, welches Kisten und sonstigen Mist von A nach B transportierte. Sonst nichts. Aber warum schien dann jedes Bullauge, das sie passierte sie anzustarren? Jedes Aechzen und Quietschen von Schrauben und Scharnieren ihren baldigen Untergang zu verkuenden? Hinter jeder der metallenen Tueren ein unaussprechlicher Horror nur darauf zu warten, dass sie einen falschen Schritt machte? So wie der Kerl, den sie aus dem Wasser gefischt hatten. Sie brauchte einen Drink. Oder Drei.

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Re: Verdammtes Ardeal: Teil 1 - Der Außenseiter

Beitrag von Fade am Mo Jul 23 2018, 11:21

Biff brummte unleidlich über Legs Entscheidung, dass sie gleich alle an Bord sollten. Für ihn schien die Situation klar. Jemand hatte hier mit der Crew abgerechnet. Im günstigsten Fall waren die Angreifer inzwischen längst fort. Wenn aber nicht wären sie jedoch sicher auf ihr eintreffen vorbereitet und dann liefen sie nun geradewegs ins offene Messer.

Brians unsicheren Blick quittierte er lediglich mit einem schiefen lächeln. „Der Boss will wohl nur, dass dir Haare auf der Brust wachsen, da ist eine Aktion wie diese genau das richtige. Halte dich einfach hinter mit, aber schieße mir bloß nicht in den Rücken.“ Biff war sich natürlich längst nicht so selbstsicher, wie er tat, doch half es nun nicht, die Nerven zu verlieren. Mit hoher Wahrscheinlichkeit hatten die Angreifer das Schiff wieder verlassen und der Entfernung des Toten zum Schiff war der Angriff wohl auch schon ein gutes Stückchen her.

Nichts desto trotz kletterte Biff mit gezogener Schrotflinte die Leiter hinauf. Wenn es um Leben und Tod ging, war es recht egal, ob man die Lage überblicken konnte. Im Zweifel musste man einfach nur schneller sein, als der andere.
Der Ausblick auf Deck zeigte wenig aufschlussreiches über die Geschehnisse dieser Nacht, aber was hatte er auch erwartet? In Gedanken lagen ohnehin irgendwo noch weit mehr arme Opfer, wie die brutal ermordete Wasserleiche herum. Vielleicht hatte man ja die gesamte Crew ins Wasser geworfen und es war nur eben der eine von vielen, den sie mit ihrem Boot erwischt hatten.

„Die Crew könnte von Bord sein, freiwillig oder unter zwang.“ Biff sprach aus was er dachte, während seine Worte ihn darauf brauchten in Richtung Heck zu sehen, wo die Rettungsboote vertäut sein müssten. Es wäre ja immerhin ein Ansatz gewesen, wenn diese fort wären. Er schritt ein Stück weit in Richtung Heck, wobei durch den Nebel und die Dunkelheit aber auch verlucht wenig zu sehen war. Der teils Nasse Boden störte ihn dabei eher wenig. Mit Schiffen hatte er genug zu tun gehabt, um mit ihren Tücken und Eigenheiten zurecht zu kommen.

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Re: Verdammtes Ardeal: Teil 1 - Der Außenseiter

Beitrag von Elli am Di Jul 24 2018, 08:39

"Hmmnjaaaa...könnte sie wohl." entgegnete Patrick Biff, während er sich noch keinen Deut bewegt hatte, seit er das Deck betreten hatte. "Hier stinkt was gewaltig und ich bin es nicht."
Sein Blick wanderte über das Schiff, während er Biff folgte. Eine Gänsehaut überkam ihn, während er auch in Himmel blickte. "Eine Crew verlässt ein Schiff. Aber Ratten und Möwen bleiben. Zumindet eine Woche, es gibt immer noch was zu holen...und hier ist nichts." er grinste in die kalte Seeluft. "Nichts."
"Wer weiß was wir hier holen sollen. Vielleicht was giftiges?" er musste an die Leiche denken, die sie aus dem Wasser gefischt hatten. Nein, Gift hatte keine Zähne.
Patrick stoppte als er eine Luke im Boden entdeckte. Er klopfte mit der Ferse auf Selbige und wartete ab, doch kein Gegengeräuch erfolgte. Er schnaufte durch und zog die Luke mit einem Ruck auf und starrte - in Dunkelheit. Schon wieder.
"Schöne Scheiße."
Er wägte ab ob es sinnvoll wäre herunter zu steigen oder die Luke zu schließen und so zu tun, als hätte er nichts gesehen. Andererseits irgendwo muss die Kohle ja herkommen.
"Hey. Biffy-Boy, kommst du mit da rein?"

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Re: Verdammtes Ardeal: Teil 1 - Der Außenseiter

Beitrag von Umbra am Mo Aug 13 2018, 01:27

Patrick und Biffs Weg führte die beiden an der Reling entlang, an der der Nebel dicke Tautropfen gebildet hatte. Dieser Dunst trug zur eher beklemmenden Atmosphäre dieses Ortes auf eine unglückliche Art und Weise bei, sorgte er nicht nur für feuchte Kühle, sondern auch für ungünstige Sicherverhältnisse und einen nassen Boden. Letzterer bestand zwar aus genoppten Metallplatten, die für etwas Grip unter den Sohlen sorgten, doch rutschig war es teils trotzdem – falls eine schnelle Flucht erforderlich sein sollte (um diesen Gedanken kamen sie beide wohl nicht umhin), war dieser Umstand nicht ideal. Allerdings war von einer potenziellen Gefahr nichts erkennbar. Was hier auch passiert war: Vielleicht hatte es die Crew tatsächlich überrascht. Wenn die Italiener ihre Finger mit im Spiel hatten, so wie die Identität der gefundenen Wasserleiche vermuten ließ, hatten sie vielleicht saubere Arbeit geleistet als man ihnen zugetraut hätte. Das erklärte nicht die Bissspuren an der Leiche, aber welche andere logische Erklärung als Haie sollte es für so etwas schon geben?
Biff erspähte gerade das erste der Rettungsboote im Nebel (oder vielmehr das leere Gestänge, an dem das Fehlen eines Rettungsboots auffiel), als er direkt mit Namen angesprochen wurde. Unter der Luke, die Patrick gefunden hatte, führte eine rostige Leiter, die nur noch zum Teil mit abbröckelndem, weißen Lack bezogen war, in den Schlund des Schiffes. Brian, der bisher Biff gefolgt war wie ein treuer Hund, gesellte sich nun zu Patrick, um auch einen Blick in die Tiefe zu werfen. Der Fuß der Leiter befand sich, wie man in der Dunkelheit gerade noch so erahnen konnte, etwa drei Meter unter ihnen. Brian wirkte immer noch nicht gerade glücklich, hier zu sein. Der Decke beraubt, die er nicht hatte mitnehmen können, zitterte er schon wieder wie Espenlaub.
„H-hat wer eine T-taschenlampe?“, erkundigte sich der junge Bursche zähneklappernd bei seinen beiden Begleitern.



Währenddessen näherten sich Legs und Claire der Brücke. Angespanntes Schweigen begleiteten die beiden die Stufen hinauf, bis sie erste Schritte auf dem richtigen Oberdeck taten. Legs setzte vorsichtig einen Fuß vor den anderen, offenbar mit der Absicht, möglichst leise zu sein. Wie auch in Claires Fall, war seine Waffe wie selbstverständlich in seiner Hand gelandet, wo sie nun ruhte – neben seinen Kopf erhoben, mit dem Daumen am Hahn. Bereit zum Entsichern, für den sofortigen Einsatz. Es war keine schlanke, elegante Pistole so wie Claires Pocket Hammerless, sondern ein wuchtiges Kaliber .45-Modell, das sicherlich verheerenden Schaden anrichten würde, sollte es zum Einsatz kommen.
„Wenn wir die Frachtpapiere finden, finden wir unsere Lieferung“, raunte Legs Claire zu, bevor er innehielt, ohne die Aufmerksamkeit von der Umgebung abzuwenden. Prüfend sah er sich um, damit sich auch ja niemand an sie heranschlich. „Ich denke nicht, dass wir uns die Mühe machen müssen, sie zu fälschen. Priorität hat, zu verschleiern, dass hier überhaupt was geschmuggelt wurde. Früher oder später werden die Cops Wind hiervon bekommen und alles auf den Kopf stellen... und ich will nicht schuld daran sein, wenn Bundesagenten hier oder in Boston herumschnüffeln, weil ihnen Unstimmigkeiten und dann ein paar Kisten mit verbotenem Inhalt aufgefallen sind. Das Beste wird sein, die Papiere verschwinden zu lassen, den Whiskey einzupacken und dann auch schnell die Biege zu machen.“
Er setzte seinen Weg fort und duckte sich behände unter den Fenstern des Aufbaus entlang, nicht aber, ohne jeweils einen verstohlenen Blick hineinzuwerfen. Dreck, Rost und Dunkelheit starrten zurück. So fanden Claire und Legs noch immer keinen Hinweis auf den Verbleib der Crew – zumindest bis sie die Brücke erreichten, wo sich das Bild wandelte. Als Erstes fielen den beiden wohl zahlreiche einschlägige Löcher in den Fensterscheiben der Brückenkabine auf, zwischen denen sich Risse im Glas ausgebreitet hatten, das so an die gesprungene Oberfläche eines zugefrorenen Sees erinnerte. Scharfkantige Scherben blitzten im Mondlicht auf, allerdings blieb dies nicht dies nicht die einzige Entdeckung. Beinahe noch beunruhigender war die Menge an dunklen Spritzern, die zwischen den weißen Bruchkanten an der Innenseite der Fenster auszumachen war. Einige waren vereinzelt, andere bildeten lange, verlaufene Schlieren am Glas oder bedeckten es stellenweise komplett, fast schon als hätte man sich dort mit eimerweise Farbe ausgetobt. Rötlicher Farbe. Die Sichtverhältnisse waren nicht die besten, doch das war unverkennbar.
„Heilige Scheiße“, murmelte Legs nach einem ersten Moment der Sprachlosigkeit, dabei selbst noch vergessend, dass er eben seine Männer für das Fluchen in Anwesenheit einer Dame neckisch getadelt hatte. Sichtlich angespannt schlich er die letzten Schritte auf die Tür zum Steuerraum zu. Unterdessen spannte er den Hahn seines großkalibrigen Colts. Bereit, auf alles zu schießen, was sich auf der anderen Seite der Tür befinden mochte, griff er beherzt zu und riss sie mit einem Ruck auf. Doch kein Feind sprang ihm entgegen – vielmehr der penetrante Geruch von Verwesung und das Summen eines aufgescheuchten Schwarms von Fliegen. Inmitten von Unmengen von Blut war der Ursprung des Gestanks offensichtlich: der Körper eines maritim uniformierten Mannes mittleren Alters hing, ans Steuerrad gefesselt, noch halbwegs aufrechtstehend über diesem. Verkrustetes Blut klebte überall an und unter ihm, wo es eine Lache gebildet hatte. Es war unschwer zu erraten, dass er hier an Ort und Stelle verblutet sein musste – und das bereits vor einiger Zeit bereits. Zumindest ein Crew-Mitglied ward schon einmal gefunden.

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Re: Verdammtes Ardeal: Teil 1 - Der Außenseiter

Beitrag von Fade am Fr Aug 17 2018, 15:38

Biff quittierte Patricks Aufforderung mit einem Murren, folgte aber. Er war gerade nicht unbedingt zu scherzen aufgelegt und zu viel zu reden machte es nur gefährlicher für sie. Man konnte ja etwas überhören oder selbst gehört werden.

Die Atmosphäre auf dem Schiff genügte völlig um seine Gedanken zu fesseln und jedes Dunkel, jedes Funkeln im spärlichen Licht von beunruhigenden Fantasien zu begleiten. Jemand hatte hier kurzen Prozess gemacht und Biff bereitete sich innerlich darauf vor, dass der Tote im Wasser nur ein Vorgeschmack auf das war, was man mit den armen Tröpfen an Bord hier abgezogen hatte. Unwillkürlich klammerte sich sein Griff um die Shotgun, welche er zwar nicht häufig zum Einsatz brachte, die er aber ähnlich liebevoll wie sein Auto pflegte und die ihm gerade das Einzig gute Gefühl in Seemeilen Entfernung verlieh. Der Gedanke, für die attraktive Claire den Helden zu spielen, war jedenfalls angesichts der kalten Realität in weite Ferne gerückt. Das Fehlen der Beiboote immerhin war ein gutes Zeichen. Vielleicht beruhte alles hier ja nur auf einem wirklich dummen Unfall und die Crew hatte zähneknirschend die Flucht ergriffen, als mit dem Schiff nichts mehr zu retten war.

Biff dachte an die fünf Flintenlaufgeschosse in seiner Shotgun. Die 'Slugs' drangen durch Türen wie Papier. Wenn ihnen jemand auflauerte, dann würde es ein hübsches Feuerwerk geben. Ein Mundwinkel zog sich leicht in die Höhe, als er von Brians Worten aus der Vorstellung gerissen wurde. Er griff in seinen Mantel und reichte dem Jungen seine Zweitlampe. Er hatte inzwischen ja genug dieser Touren mitgemacht um auf beinahe alles vorbereitet zu sein. Er selbst klickte die Lampe an, die um den Lauf seiner Shotgun gewickelt war. Oben an Deck hätte der Dunst das Licht der Lampe sie nur in einen kaum durchsehbaren Schein verwandelt und sie anderen gegenüber auf den Präsentierteller serviert. Im Schiffsinneren wo es trockener und dunkler war, würden Sie darauf wohl nicht verzichten können.
Biff war ziemlich klar, dass seine Lampenkonstruktion auf der Repetierflinte nach ein paar Schuss leicht verrutschten konnte, aber wenigstens im Moment fühlte er sich den Dingen gewappnet, die da kommen mochten. Mit neugierigen Blick ließ er den Lichtkegel durch das Dunkel des Gangs wandern.

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Re: Verdammtes Ardeal: Teil 1 - Der Außenseiter

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