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Unterland

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Beitrag von Adrian Kane am Di Sep 16 2014, 18:38

Der Tempel erinnerte mich in seinem geschaeftigem Zustand an einen Bienenschwarm. Waehrend mein Blick kurz ueber die Lehrlinge schweifte, die Talidas Anordnung befolgten, fragte ich mich ob die Akolythen unseres Tempels dieser Tage auch so schnell auf die Beine kommen und zur Tat schreiten wuerden. Ich verzog unwillig das Gesicht und zwang mich dazu mich auf das hier und jetzt zu konzentrieren. Der Plan der Priesterin schien vernuenftig zu sein, diese Menge geweihten Wassers wuerde es einem Wandler sehr schwer machen, seine Form beizubehalten. Natuerlich gab es wieder ein Problem.

Die Begleitung des Zwerges schien der Idee mehr als abgeneigt. Immer noch das Schwert in der Hand, trat ich naeher an sie heran. Solange ich nicht sicher war, dass die junge Frau nicht im Dienste Furas stand wuerde meine Waffe auch dort bleiben wo sie war. Der Schwarzhaarige verfolgte aufmerksam meine Bewegungen. Ich hoffte, dass er keinen Beschuetzerinstinkt fuer die Dame entwickelt hatte, so etwas konnte oft boese enden. Mein Blick richtete sich auf die Frau, die nicht viel groesser war als ich. „Es gibt noch eine andere Moeglichkeit“, sagte ich an sie gewandt. Sie schaute mich fragend an. „Ihr gebt mir eure linke Hand, dann werden wir sehen.“

Um uns herum herrschte nach wie vor allgemeine Betriebsamkeit, doch konnte ich es mir nicht leisten meine Aufmerksamkeit auch nur fuer eine Sekunde abzuwenden. Kontrolle war in diesem Fall definitiv besser als Vertrauen. Die Leichtbekleidete fluesterte etwas zu ihrem Begleiter. Der Griff um meine Waffe wurde fester. Ruhig bleiben, ermahnte ich mich selbst. Schliesslich nickte sie zoegerlich und streckte langsam ihre linke Hand aus. „Ihr stellt euch bitte da hinten hin“, hoerte ich mich selbst, an den Zwerg gewandt, sagen. Mein Finger deutete auf eine Stelle, von wo aus sich die Frau zwischen ihm und mir befinden wuerde. Es sah nunmal so aus als haetter er eine Armbrust und ich konnte mir hier keine Fehler erlauben. Seine blauen Augen starrten mich an und ich starrte zurueck. Es lag eine Kaelte darin, die nichts mit der Farbe zu tun hatte.

Eine gefuhelte Ewigkeit spaeter zog sich der Zwerg zurueck. Ich griff nach der eher zierlichen Hand der jungen Frau. Kaum hoerbar murmelte ich die Worte veritas credo oculos waherend sich mein Geist oeffnete und ich Prudentia um ihren Beistand bat. Es war wie immer ein unbeschreibliches Gefuehl. Stand ich zuvor noch mitten in der hektischen Betriebsamkeit des Lebens mit all seinen Wirrungen und Problemen, so befand ich mich nun im Auge des Sturms, wo Stille und Harmonie herrschten. Es war noch etwas - jemand – dort, eine Praesenz die so ungreifbar und unverstehbar und gleichermassen doch so vertraut und beruhigend war. Mein Herzschlag beruhigte sich merklich. Meine Sicht verschwamm fuer einen Moment, dann wurde sie fast schmerzhaft klar.
Prudentias Blick war fuer jeden Anwender unterschiedlich. Mit zunehmender Erfahrung konnten Priester nicht nur die Auren von Lebewesen erkennen, sondern ihr wahres Selbst. Das war nicht immer angenehm, besonders bei fragwuerdigen Charakteren. Tatsaechlich war es oft sehr abstossend und brannte sich ins Gedaechtnis ein, weswegen einige Diener der Goettin ihn nur ungern anwendeten. Was ich nun sah, war sowohl erleichternd, als auch sehr verstoerend. Die Frau war keine Wandlerin, dass stand fest. Waehrend ich noch versuchte ihre Aura einzuordnen, verschwamm die Kontur ihres unschuldigen Gesichtes fuer eine Sekunde und zeigte mir etwas anderes, dunkleres, dann unterbrach ich die Verbindung und trat einen Schritt zurueck. Die wiederkehrenden Gerauesche der Welt stuerzten auf mich ein wie ein in sich kollabierender Minenschacht. Zoegerlich steckte ich mein Schwert in seine Scheide und trat langsam zurueck. Ich hatte mich vielleicht geirrt. Ich sollte eher ein Auge auf sie, als auf den Zwerg haben.


Zuletzt von Adrian Kane am Di Sep 16 2014, 20:56 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet

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Beitrag von Tribuna am Di Sep 23 2014, 12:21

Während der Prudentia-Priester sich um die beiden Besucher kümmerte, schafft ich die Leiche des Dämons zusammen mit Yunoda nach unten ins Krematorium, dass für ihn bereit stand. Ich hatte wenig Zeit und Geduld, die Verbrennung des Leichnams zu beobachten, deswegen überließ ich diese undankbare Aufgabe Ebin, der nicht unerfreut war. Schließlich entging er so der mühsamen Reinigung des Tempelbodens. Ich bat ihn, mich informieren, wenn etwas ungewöhnliches vorfallen sollte und ging mit Yunoda wieder nach oben. Es gab nach wie vor massenweise Arbeit, die auf mich wartete. Zuerst ging ich nach draußen, um die neuen Waisenkinder zu begrüßen und willkommen zu heißen. Jeder von ihnen bekam von mir ein Glas Weihwasser, das er trinken sollte. Ich wollte sie nicht beunruhigen, aber gleichzeitig musste ich natürlich auch dafür sorgen, dass der Tempel sicher war - und blieb. So hatte ich keine andere Möglichkeit, als zu prüfen, ob unter ihnen nicht auch ein Gestaltenwandler war, aber meine Sorgen verflüchtigten sich, als sie ausgetrunken hatten und nichts weiter geschehen war. Zur Belohnung erhielt jeder eine Frucht, die er sich aussuchen durfte. Dann zeigte ich den Kindern ihre Quartiere, um sie anschließend zu bitten, beim fertigen der Blumenketten zu helfen. Sie freuten sich und begannen sogleich, die bunten Blüten an Fäden aufzuschnüren, Baldin half und beaufsichtigte sie dabei.

In der Zwischenzeit ging ich zurück ins Tempelinnere, um zu prüfen, ob das Becken für das Reinigungsritual der Besucher bereitstand.

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Beitrag von Skorm am So Sep 28 2014, 20:18

Die Priester kamen schließlich zu der Ansicht man müsste alle momentanen Besucher des Tempels reinigen, man musste zur Reinigung in ein Becken mit Weihwasser steigen, behaupteten die Geistlichen. Für mich klang das alles nach einem fadenscheinigem Grund um zu testen ob wir Gestaltwandler waren. Ich konnte es den Priestern nicht verdenken, dass sie sicher gehen wollten und mir sollte dieses Ritual keine Probleme bereiten, deswegen widersprach ich nicht. Ashera dagegen schon. Die Kleine schien sich große Sorgen wegen dem Ritual zu machen und wollte unter keinen Umständen das Becken betreten. In wir regten sich Zweifel, vielleicht war sie eine Gestaltwandlerin? Aber warum hatte sie dann dem anderem Dämon nicht geholfen? Eventuell wollte sie nicht weitere Aufmerksamkeit auf sich ziehen... Es gab viele potentielle Erklärungen für Asheras Verhalten, aber ich musste vom Schlimmsten ausgehen, bis ich mir sicher war und Ashera durfte meinen Verdacht auf keinen Fall bemerken!

Ich bemühte mich also meinen Gesichtsausdruck beizubehalten und zögerte lange, als der Priester mich wegschickte, obwohl ich keinesfalls vorhatte ihn aufzuhalten. Ich positionierte mich so, dass ich den Gesichtsausdruck des Zwerges gut erkennen konnte und beobachtete ihn während der Prüfung sehr genau. Sein Reaktion wirkte nicht viel versprechend: Er  wirkte erst stark überrascht und anschließend verstört. Das war nicht gut, der Zwerg hatte auf mich nicht den Eindruck gemacht als würde er sich schnell aus der Fassung bringen laßen...Außerdem brach er seine Überprüfung sehr schnell ab und hielt Abstand zu meiner Begleitung. Da er nicht sofort seine Waffe zog, schien etwas anders zu sein als erwartet... Vielleicht war Ashera auch keine Dämonin, aber auch nicht so unschuldig wie sie auf mich wirkte... Ich musste wieder an die Lichtung denken, auf der ich sie gefunden hatte.... all dieses Blut... es könnte sein, das sie jemanden angegriffen hatte und nicht anders herum... Ich musste vorsichtig in ihrer Nähe sein.

Kurz darauf näherte ich mich Ashera und dem Priester und blieb einen halben Schritt hinter der Frau stehen. Ich befand mich etwas weiter rechts, sodass ich die Kleine schnell von hinter attackieren konnte, sollte es soweit kommen. Meine Hand lag auf dem Griff eines meiner Dolche als ich zu sprechen anfing: „Nun? Ist die Überprüfung beendet und sie gereinigt?!“ Ich gab mir keine Mühe den Spott zu verbergen. Diese Reinigung der Tempelbesucher war meiner Meinung nach nur ein Vorwand. Ich bemühte mich empört darüber zu wirken, dass man meine Begleitung im Verdacht hatte eine Dämonin zu sein, war mir aber nicht sicher wie gut es mir gelang. Jede Faser meines Körpers war angespannt und ich wartete darauf das der Priester wir eine Entwarnung gab, anderenfalls war ich bereit Ashera meinen Dolch an die Kehle zu halten. Ich rechnete nicht mit großer Gegenwehr, vor allem da ich das Überraschungsmoment auf meiner Seite hatte. Plötzlich erinnerte ich mich wieder an Asheras Aussehen auf der Lichtung und griff meinen Dolch fester.

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Beitrag von Adrian Kane am So Sep 28 2014, 21:24

Ich zoegerte. Unter anderen Umstaenden, zu anderen Zeiten, haette ich die junge Dame moeglicherweise in den Tempel der Prudentia eingeladen um ihr in Ruhe ein paar Fragen zu stellen. Etwas schien definitiv nicht zu stimmen und das gefiel mir nicht. Mein Blick wanderte zu dem Zwerg, der nun leicht versetzt neben ihr stand. Furas Diener hatten aus uns allen einen Haufen paranoider Leute gemacht, die sich bei jeder Gelegenheit misstrauten. Das Traurige daran war, dass das Misstrauen nicht ganz von der Hand gewiesen werden konnte. Zu wenig Vorsicht kostete Leben, zuviel Vorsicht und wir liefen Gefahr Unschuldige zu verdammen und uns schliesslich selbst zu zerfleischen. Man konnte nur verlieren. Verflucht sollten Furas und seine Gestaltwandler sein. Meine Miene verfinsterte sich kurz bevor ich meine Beherrschung wieder fand.

Die Frage stand immer noch offen im Raum. „Ja“, antwortete ich schliesslich, an Beide gewandt. Der Zwerg hatte spoettisch geklungen, doch sein Koerper schien eine andere Sprache zu sprechen. Ich atmete tief durch. Vielleicht bildete ich mir das aber auch nur ein, dieser Tag begann an meiner Substanz zu nagen und nichts haette ich in diesem Moment lieber getan, als mich aufs Ohr zu hauen. „Obwohl ich an eurer Stelle beide Augen offen halten wuerde“, fuegte ich in einem beilaeufigen Ton auf Zwergisch hinzu. Meine Laune verschlechterte sich dabei erneut. Misstrauen zu saeen verachtete ich aufs Tiefste, doch konnte ich das Gesehene auch nicht voellig ignorieren.

Jemand rief, dass das Becken bereit sei, was mich kurz aus meinen duesteren Gedanken riss. Ich blickte kurz auf den Zwerg und hoffte, er wuerde ohne viel Murren die Sache hinter sich bringen. Persoenlich glaubte ich zwar nicht daran, dass er ein Wandler war, doch erneut musste auch hier die Vorsicht vor dem Vertrauen stehen. Es war zu schade, dass der Wandler bereits tot war. In diesem Moment haette ich einiges darum gegeben, ihm persoenlich den fauligen Kopf von der Schulter zu trennen.

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Beitrag von Vierna am Mo Sep 29 2014, 17:15

Ich fluchte leise in Gedanken. Wenn dieser verdammte Wandler hier nicht aufgetaucht wäre, hätte ich niemals in dieses Becken steigen sollen. Aber ich musste ablehnen. Mir war klar, wie die anderen auf mein Verhalten reagieren würden. Damit katapultierte ich mich direkt in den Verdacht, ebenfalls ein Wandler zu sein. Aber was sollte ich denn anderen tun? Wenn ich mit zu viel Wasser in Kontakt kam, würden sie sehen, was ich war - eine Sirene. Die meisten hatten keine besonders gute Meinung von uns. Kein Wunder bei dem, was Furas aus uns gemacht hatte. Ich konnte nicht ins Wasser, nicht hier mit so vielen Leuten um mich. Würden sie erfahren was ich war, wäre das nicht sogar vielleicht noch viel schlimmer?
Ich war mir nicht sicher, ob der Zwerg es mit seiner "Prüfung" herausgefunden hatte. Er wirkte schockiert, ja, aber stellte mir trotzdem keine weiteren Fragen. Ich wusste nicht genau, was er von mir gesehen hatte, doch offenbar hielt er mich nicht für eine so große Gefahr, dass er mich hier behalten wollte.
Ich seufzte kaum merklich. Ich hätte kein Problem damit gehabt, friedlich irgendwo vor mich hin zu leben.
Doch ich war verdammt. Im Grunde meines Herzens lauerte eine dunkle Macht.
Ich konnte nicht ignorieren, was ich war. Aber ich konnte versuchen, es mit all meiner Kraft zu unterdrücken. Und das würde ich auch weiterhin tun. Was hatte ich denn auch für eine Wahl, wenn ich in Frieden leben wollte?
Offenbar war ich nun fertig. Aber Vonin würden sie ja sicher auch noch überprüfen. Auch wenn ich mir bei ihm sicher war, dass er kein Wandler oder Dämon war. Das hätte ich gespürt.
"Ich warte derweil hier, bis du fertig bist", teilte ich ihm mit. Wo hätte ich denn auch sonst hingehen sollen, alleine in der Stadt?

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Beitrag von Skorm am Mo Sep 29 2014, 21:50

Ich entspannte mich merklich, als der Priester die Entwarnung gab. Wenigstens keine Dämonin. Ich sollte eigentlich nicht wählerisch sein, schoss es mir durch den Kopf. Schließlich war ich der aussätzige Zwerg, dem vermutlich eine Schandrasur bevorstand, wenn man mich jemals zufassen kriegte... Die Warnung des Priesters quittierte ich mit einem knappen Nicken. Ich hatte ihn verstanden und würde vorsichtig sein.

„Gut. Wird nicht lange dauern.“ brummte ich und sah Ashera kurz an. Meine Mundwinkel bewegten sich ein winziges Bisschen nach oben – meine Version eines Lächelns – dann ging ich weiter. Egal ob ich ihr trauen konnte oder nicht, SIE musste glauben, dass ich ihr traute. Ich entledigte mich meiner Ausrüstung – also Armbrust, Streitkolben und Stiefel – und betrat das Becken. Ich war mir nicht sicher wie das Ritual ablaufen sollte, hatte aber auch nicht vor Schwäche zu zeigen und nachzufragen.
Das Weihwasser stand mir bis zu den Knöcheln, ich musste ein Schaudern unterdrücken. Wasser war mir nicht geheuer, obwohl dies hier Weihwasser war und nicht annähernd tief genug um irgendwelche Probleme zu kriegen. Zwerge und Wasser, das vertrug sich einfach nicht. Lag wohl auch daran, dass wir von Faberon aus Stein und Stahl gemacht wurden – wir sanken auch genauso schnell. Schon allein aus diesem Umstand fühlte ich mich in der Nähe von Wasser nicht wohl und Gewässer die tiefer waren als ich hoch betrat ich einfach nicht. Während ich kurze Zeit im Becken verharrte geschah etwas Merkwürdiges: eine kleine, rotgepunktete Spinne kletterte an mir hoch und verharrte auf meinem linkem Handrücken. Ich sah sie verwundert an, als sie mich schon durch den Handschuh biss! Noch nie in meinem Leben hatte mich eine Spinne bedroht und ich hätte nie gedacht, dass so etwas einmal passieren würde! Ich keuchte vor Schreck und blinzelte: die Spinne war weg! Allerdings juckte mein Handrücken wie verrückt...

Von den Umstehenden hatte niemand die Spinne bemerkt, der ganze Vorgang hatte vermutlich auch nur wenige Sekunden gedauert. Ich wusste nicht so recht was ich davon halten sollte und verließ das Becken erst, als mich einer der Geistlichen dazu aufforderte. Ich sammelte meine Sachen wieder ein und stellte mich vor den rothaarigen Diener der Göttin der Justiz.
„Da Ihr nun wisst, dass ich kein Wandler bin, werde ich mich vorstellen: Atrast vala. Mein Name ist Vonin Farkaduul.“ Während ich sprach ballte ich meine linke Hand zur Faust und legte sie auf meine rechte Brust, dann verneigte ich mich. Eine der üblichen Begrüßungen unter Zwergen.

Es war streng genommen ziemlich dumm von mir, mich mit meinem echtem Namen vorzustellen oder mich überhaupt vorzustellen, aber ich wollte herausfinden was der Rotschopf über Ashera wusste. Zugegeben dazu brauchte ich nicht meinen richtigen Namen zu nennen, aber ich war immer noch ein Zwerg und ein Zwerg verfälscht seinen Namen nicht! Eher hätte ich geschwiegen als mir einen anderen Namen auszudenken.

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Beitrag von Adrian Kane am Di Sep 30 2014, 02:22

Ich beobachtete den Schwarzhaarigen bei seinem Bad im Weihwasser. Stoisch, wie es sich fuer einen unseres Volkes gehoerte, liess er es ueber sich ergehen. Einzig die Tatsache, dass er dafuer seine Handschuhe anliess verwunderte mich ein wenig. Ein Detail, was jedoch angesichts der anderen Ereignisse des Tages zunaechst schnell wieder irgendwo in meinem Hinterkopf verschwand. Tatsaechlich gruebelte ich bereits ueber die naechsten Schritte nach. Nach allem was ich hoerte, hatte unser kleiner Plan funktioniert und niemand wusste von dem Vorfall im Tempel. Dennoch mussten Leute informiert werden, Leute, die es bevorzugten Dinge auf ihrem fetten Hintern auszusitzen. Ich brummelte etwas in meinen Bart als mir unser Hohepriester in den Sinn kam.

Meine Hand langte nach meiner Pfeife. Ein junger Lehrling blickte mich staunend an, als ich mir das hoelzerne Ding zwischen die Lippen schob. Ein missguenstiger Blick einer vorbeieilenden Priesterin liess mich die Pfeife dann auch wieder wegstecken. Ich quittierte dies mit meinem leisen „Mmmpf.“
Menschen hatten wenig Sinn fuer die wirklich guten Dinge des Lebens. Mit einem weiteren Stirnrunzeln quittierte ich das Auftauchen diverser Blumen und aehnlichem Firlefanz, mit dem der Tempel scheinbar geschmueckt werden sollte. Richtig, die Feierlichkeiten, ich hatte das ganz verdraengt. Zwar verstand ich die Notwendigkeit fuer solche Feste, hatte aber dennoch nicht viel fuer sie uebrig. Nun, der Wiedereroeffnung des Tempels stand gluecklicherweise nichts mehr im Wege, dachte ich noch, als der Schwarzhaarige ploetzlich seinerseits vor mir stand und sich vorstellte.

„Atrast vala“, erwiderte ich seinen Gruss mit derselben Geste, „Balruk Valthuin.“
Tatsaechlich war ich fuer einen Moment positiv ueberrascht, ich hatte ihn nicht fuer den Typ gehalten, der sich um die Traditionen schert. Aber auch ich irrte mich gelegentlich und war dankenswerterweise noch nicht zu senil und dickkoepfig, dies nicht auch einzugestehn. Aus dem Augenwinkel sah ich Talida, die sich um die Entsorgung des Kadavers gekuemmert hatte, ein paar Lehrlingen Anweisungen geben. Mit einem Kopfnicken an Vonin gewandt deutete ich in eine etwas abseits gelegenere Ecke des Raumes, der nun mehr und mehr Betriebsamkeit ausstrahlte. „Ich entschuldige mich fuer...das“, ich zeigte mit dem Daumen auf das Becken, „Zeiten wie diese bringen nicht gerade das Beste in uns allen zum Vorschein“, fuegte ich nachdenklich an. „Besser vorsichtig als tot“, antwortete er knapp. Ich nickte.

Der Blick des Zwerges fiel auf die junge Frau, die scheinbar beim Ausgang auf ihn wartete. Er machte eine kurze Geste. Sie sah so unschuldig aus. Ich blinzelte und versuchte die Erinnerung an Prudentias Blick zu unterdruecken. Meine Hand fuhr dabei kurz zu meiner Pfeife bevor sie sich eines besseren besinnte. Blaue Augen blickten mich unterdessen fragend an. Ich wusste genau, was er wissen wollte, es war nicht noetig es auszusprechen. Vielleicht haette ich meine Klappe halten sollen.
Ich fiel zurueck ins Zwergische, weil es mir leichter fiel: „Alles, was wir tun, hinterlaesst Echos in unserem Charakter. Es gibt solche, die haben gestohlen um zu Ueberleben. Und es gibt solche, die haben gestohlen aus reiner Gier. Dann gibt es Leute, die haben getoetet, vielleicht aus Notwehr“, meine Miene verfinsterte sich, “Und dann gibt es die, die haben getoetet und ein Teil von ihnen hat es genossen“, ich seufzte dabei kaum hoerbar, „Prudentia bleibt dies alles nicht verborgen und ihren Dienern oft auch nicht“, leider, dachte ich. „Was ich mit Sicherheit sagen kann ist, dass sie keine Wandlerin ist.“
Vonin schien nicht begeistert von meiner eher philosophischen Antwort. Ich wollte – konnte – keine konkreten Anschuldigungen in den Raum setzen, aber wenn er mit ihr reiste, hatte er nicht das Recht auf diese Information? Auf der anderen Seite, hatte sie nicht das Recht Dinge fuer sich zu behalten? Vielleicht hatte sie gute Gruende? Alles was ich mit Sicherheit wusste, war dass ich dringend ein Pfeifchen rauchten musste bevor mein Kopf anfing zu qualmen.

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Beitrag von Shoggoth am Di Okt 07 2014, 21:27

Die Überreste des Wesen, welches ich erlegt hatte, wurden verbrannt. Normalerweise hätte ein Leichnam natürlich wieder in die Natur gegeben werden müssen, aber dieser hier war anders. Kein Tier hätte sich über diesen Aas gefreut, kein Baum hätte diesen Dünger brauchen können. Soll diese Asche doch in alle Winde verstreut werden, es ist das Beste für Alle.
Ohne mir weitere Gedanken zu machen schlenderte ich wieder nach oben in die große Halle. Einige Kinder schmückten den Raum mit Blumen und Blüten, was mir ein Lächeln aufs Gesicht zauberte. Obwohl etwas grausiges geschehen war gab es einige die sofort wieder an die schönen Dinge dachten.
Außerdem hatte man eine Art Pfütze aufgebaut, der Grund dafür war mir allerdings ein Rätsel. Man sprach von „Weihwasser“, aber das konnte nicht sein. Ich kannte das Wasser in einem Weiher, so klar würde es niemals sein.
Es schien aber eine Art Bad zu sein. Jedenfalls irgendwie. Aber mit waschen hatte es nichts zu tun, denn das Wasser reichte kaum einige Zentimeter hoch. Ich sah ein kleineres Männchen hineinsteigen, aber sonderlich begeistert schien dieser nicht zu sein. Ich schüttelte unverständlich meinen Kopf.
Nachdem der Mann aus dem Becken wieder heraustrat stellte ich mich an den Rand des selbigen. Kurz schaute ich auf das Wasser um das Besondere daran zu erkennen. Aber mir wollte nichts ins Auge stechen was anders war. Gut, es war recht klar, aber das alleine machte es nicht zu etwas Außergewöhnlichem.
Vorsichtig stieg ich hinein. Ich fühlte die kühlen Steine unter meinen Füßen und das beruhigende Spiel der Wellen um meine Knöchel. Aber trotzdem war es nur Wasser.
Ich wusste nicht so recht was ich tun sollte, also wartete ich. Meine Augen schlossen sich und ich fühlte mich in das Wasser ein. In die feinen Bewegungen, ausgelöst durch die Erschütterung vieler geschäftiger Füße in der Nähe. In das erfrischende Gefühl von Kälte und Nässe. Wie ein Baum nach einem langen Regentag, der nun wieder die Sonne sieht. Das kühle Nass noch in Reichweite, aber gleichzeitig die wärmenden Strahlen der Sonne genießend.
Ich hätte ewig so dastehen können. Aber etwas störte mich in meinem Gedankenfluss. Wobei, es war kein wirkliches stören. Eher eine Art Richtungswechsel. Ein sanfter Schubs zu... nun, wohin konnte ich nicht beschreiben. Es war eine Art Berührung, aber nur eine sehr entfernte. Es erreichte mich so, wie ich die Wesen des Waldes immer erreicht hatte. Mein Geist schien etwas zu vernehmen, während mein Körper immer unwichtiger wurde.
Es wollte kein klares Bild entstehen, aber ich kannte diese Art der Begegnung. Modulameas Lied war mir ähnlich erklungen. Nur war das hier anders. Dieses Wesen fühlte anders. Es war voller Liebe, aber es kannte auch die Trauer nur allzu gut. Mir war nie bewusst gewesen wie schmerzhaft ein Verlust sein kann, denn die Natur kümmert sich nicht um die Toten. Sie bieten nur Fraß und den Grundstein neuen Lebens. Aber wessen Leiche es war, die dort von Maden zernagt wird, das kümmerte niemandem.
Aber dieses Wesen empfand anders. Es kümmerte sich um die Essenz, nicht um den verbliebenen Körper. Lieber wollte es dass etwas blüht, als dass es vergeht. Das Leben sollte bewahrt werden.
Langsam begann ich zu verstehen. Es wollte das ich verstand. Ich sollte den Menschen eine Hilfe sein, ich hatte eine Verantwortung zu tragen. Ein bloßer Avatar der Natur zu sein reichte nicht aus. Denn alleine war ich hilflos, ich brauchte Unterstützung. Und die zu finden würde mir schwer fallen. Bisher schaffte ich es ja kaum Kontakt aufzunehmen. Nur musste ich dafür lernen, viel lernen.
Der Grundstein, die Saat, wurde in mir gelegt, auch wenn ich es nicht gleich in seiner Gänze fassen konnte. Es brauchte keine göttliche Fähigkeit, sondern nur einen Hauch der Gunst dieses Wesens. Zusammenhänge erschlossen sich mir, neue Worte prasselten auf mich ein. Aber am wichtigsten, die Seelen der Menschen wurden mir klarer. All diese Emotionen für die in der grausamen Natur kein Platz war, diese Denkweisen und Überlegungen die kein Tier jemals angestellt hätte, all dies begann ich zu verstehen. Ich war blind gewesen, denn ich hatte nur die Augen des Waldes. Aber nun sah ich viel mehr, denn es gab jemanden der die Nöte und Freuden der Menschen sah. Und seine Augen würden mir den Weg zeigen, der mir vorher verborgen war.
Die Berührung verschwand zögerlich, bis ich sie nur noch erahnen konnte. Und sie hinterließ mich fragend.

Ich schlug meine Augen auf. Ich hatte mich nicht von der Stelle gerührt, immer noch umspielte Wasser meine Füße. Doch etwas war anders. Ich blickte meinen Körper entlang. Dann schaute ich meine Arme an. Hmm... Gut, es war nicht meine Absicht gewesen. Schließlich war ich nicht ganz da gewesen. Nur änderte das nichts. Ich war ein wenig...aufgeblüht, könnte man sagen.
Die Veränderung war kaum zu übersehen.Ich war bedeckt von Blätterwerk und Blüten verschiedenster Farben und Formen. Die Massen an Pflanzen hinderten mich schon ein gutes Stück, also musste ich sie wieder verschwinden lassen.
Langsam krochen die dünnen Äste wieder in meine Brust und Gliedmaßen zurück, dabei fiel hin und wieder ein Blatt oder eine Blüte ins Wasser. Sie schwammen wie kleine Farbkleckse auf der nahezu reglosen Oberfläche.
Als ich mich wieder in meiner gewohnten Gestalt befand, erregte etwas meine Aufmerksamkeit. Mein Arm fühlte sich anders an. Als ich ihn genau begutachtete, meinte ich Schrift zu erkennen. (Seit wann konnte ich überhaupt lesen?) „ sine cura animarum“ konnte ich entziffern. Es sagte mir nichts, aber ich änderte meinen Arm nicht weiter. Es wird schon alles seine Richtigkeit haben.
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Beitrag von Tribuna am Mi Okt 08 2014, 16:34

Das Becken war offenbar schon vorbereitet. Der Zwerg, der die merkwürdige Frau begleitete, war anscheinend auch schon hineingestiegen, zumindest verließ er es in dem Augenblick, in dem ich den Tempel betrat und murmelte etwas vor sich hin. Erfreut sah er jedenfalls nicht aus, aber Sicherheit ging nun einmal vor. Auch Yunoda nährte sich zögerlich mit einem fragenden Gesichtsausdruck dem Wasser. Ich hielt einen Moment lang inne, um seine Reaktion zu beobachten. Eigentlich hätte ich ihn nichteinmal darum gebeten, dass er das Ritual vollzieht, aber wieso sollte ich ihn davon abbringen? Es täte ihm sicher nicht schlecht.. Er ging nicht weiter hinein, als er es für nötig hielt und verharrte in seiner Position. Anfangs schien er lediglich das Wasser zu beobachten, das aufgeregt gegen seine Knöchel schlug, bis es sich wieder beruhigt hatte und nur noch winzige, kaum sichtbare Wellen, die durch den Zugwind verursacht wurden, schlug.

Dann geschah etwas, dass ich mir nicht erklären konnte. Sein Blick wanderte nicht mehr, er schloss die Augen und rührte sich keinen Millimeter mehr. Ich befürchtete einen Augenblick lang, dass er Wurzeln schlagen könnte. Nach einigen wenigen Minuten, in denen mir der Atem stockte, sah ich etwas merkwürdiges. Etwas, das mich verwirrte, aber gleichzeitig erfreute und rührte. An einem seiner Arme konnte ich ein goldenes Strahlen erkennen, wie ein zartes, kaltes Feuer, dass ihn umschmeichelte. Es bewegte sich von links nach rechts, dann verschwand es in seinem Arm. Ich erkannte den Schriftzug, der sich auch auf meiner Robe befand. "Morituri te salutant..", flüsterte ich. Die Geweihten und Lehrlinge drehten sich alle zu Yunoda um, um seine Blütenpracht anzusehen. Erst jetzt war sie mir aufgefallen, ich war zu sehr auf seinen Arm fixiert gewesen. "Morituri te salutant.", sagten die anderen Geweihten im Chor. Sie richteten ihr Wort erstmals an Yunoda. Offenbar waren sie ebenso fasziniert wie ich, denn sie legten ihre Arbeit nieder, um ihm die Hand zu reichen. Währenddessen sammelte ich einige Blüten auf, die ins Wasser gefallen waren. Ich würde sie später den Kindern geben, damit sie weitere Blumenketten fertigen konnten. Der Tag hatte wieder seinen guten Fortgang gefunden, jetzt konnte ich mich auch wieder auf das Fest freuen. "Schnappt euch die Zelte, meine Lieben! Wir sollten uns aufmachen. Zumindest ein Teil von uns!", trällerte ich mit sichtbar besserer Laune. Den Gestaltenwandler hatte ich fast schon verdrängt, ich freute mich einfach, dass Yunoda seinen Weg zu Pectorion gefunden und seine Gunst erfahren hatte.

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Beitrag von Skorm am Fr Okt 10 2014, 09:56

Ich wollte Balruk gerade antworten, als ich ein Raunen in meinem Rücken hörte. Ich drehte mich um und erspähte den Baummann, wie er im Weihwasser Becken stand und aufblühte. „Was, beim dunklem Netz...“ brummte ich leise in meinen Bart und ich hätte mir am liebsten direkt auf die Zunge gebissen. Gut gemacht, Vonin. Vor dem Prudentia-Priester zugeben, dass du ein Diener Noctras bist... Dümmer ging es nun wirklich nicht! Prudentia und Noctra waren nicht direkt Feindinnen aber auf gutem Fuß standen sie nicht miteinander. Die Beiden verkörperten schließlich auch gegensätzliche Philosophien und das Verhältnis ihrer Kirchen war angespannt, die Erinnerungen an den Krieg waren noch frisch.
Ich konnte zwar immer noch hoffen, dass der Rotschopf mich nicht gehört hatte, aber ein guter Start war das nun nicht gerade... Während ich mich noch über meine eigene Ungeschicklichkeit aufregte, verschwanden die Blüten und Blätter wieder und der Baummann sah fast wieder so aus wie vorher. Die Priester grüßten ihn mit einem gemeinsamem „Morituri te salutant.“ er schien dadurch in ihrer Achtung zu steigen, warum auch immer.

Die Antwort Balruk´s war nicht gerade zufriedenstellend ausgefallen, aber damit hatte ich gerechnet. Dann musste ich eben selbst herausfinden, was mit Ashera nicht stimmte... Ich nickte ihm noch einmal zu und murmelte „Wir sehen uns vermutlich auf dem Fest wieder... Atrast tunsha.“
Schließlich gesellte ich mich zu Ashera. „Wollen wir?“ fragte ich sie und schritt auf den Ausgang zu. Im Vorbeigehen hob ich ich grüßend die Hand in Richtung der obersten Priesterin, die den Dämon verbrannt hatte. Ich ging absichtlich ein bisschen langsamer, falls sie noch irgendwelche Einwände dagegen hatte, das wir den Tempel verlassen würden. Ich wollte schließlich nicht noch festgenommen werden, weil ich den Tempel zu früh verließ, obwohl ich alle Prüfungen bestanden hatte...

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Beitrag von Tribuna am Fr Okt 10 2014, 11:24

"Wartet einen Moment.", sagte ich in Richtung der beiden Fremden, die offenbar gehen wollten. "Wollt ihr uns nicht begleiten? Wir wollten uns gleich auf dem Weg machen, um die Zelte aufzubauen.", fuhr ich lächelnd fort. Ich verdächtigte die Beiden in keinster Weise, bösartig zu sein und da sie Pectorions Temple aufgesucht hatten, würden sie ihm sicher auch huldigen wollen. Dafür gab es keine bessere Gelegenheit, als das jährliche Fest zu Ehren der Götter. Sibia, die Älteste unter den Geweihten dieses Tempels, unterbrach mein Gespräch. Es musste eine wichtige Angelegenheit sein, denn sonst war sie darauf bedacht, anderen höflich und respektvoll entgegenzutreten. Ich entschuldigte mich für einen Moment, um ihr zu folgen. Sie rief auch die restlichen Geweihten zu sich, um etwas Wichtiges zu klären.

Die Vermutung lag nahe, dass es um das Fest gehen sollte, aber da täuschte ich mich. Der ernste Gesichtsausdruck in Sibias Gesicht verriet mir, dass es keine Angenehme Unterhaltung werden würde. Auch die Mienen von Griles und Sabira verfinsterten sich. "Tonkuma wurde überrannt, meine Lieben.", begann sie zu sprechen. Es war laut genug, sodass es wohl jeder im Raum hören konnte. Ich fragte mich, warum sie dann nicht gleich zu allen gesprochen hatte, aber ich wollte ihre Entscheidung auch nicht in Frage stellen. Sie würde schon wissen, was sie tat. "Unsere Brüder und Schwestern mussten sterben, weil sie ihr Heiligtum, den Tempel ihres Gottes, verteidigen mussten. Gegen Monster, die Kuras gesandt hat, um unser aller zu vernichten. Wir müssen der Sache auf den Grund gehen, aber ich bin ehrlich zu euch: Ich bin viel zu alt für die Reise und für den Kampf alle mal. Ich erwarte nicht von euch, dass ihr loszieht. Alle würde ich ohnehin nicht gehen lassen, aber vielleicht sollten wir das Fest nutzen, um uns mit den anderen Tempeln zu beraten und eine Lösung zu finden. Oder wir suchen kampffähige Leute, die freiwillig losziehen, aber ich möchte das Volk nicht in Panik versetzen. Das ist das letzte, das wir gebrauchen könnten. Auch glaube ich, dass eine kleinere Gruppe unauffälliger wäre, als ein riesiges Heer. Ich bitte euch nicht, die Dämonen zu vernichten, sondern lediglich herauszufinden, wie es um Tonkuma steht und wie nahe sie bereits unserer Stadt sind.", in ihrer Stimme konnte ich Angst heraushören. Es war nicht die Angst vor dem Tod, die sie zu dieser Entscheidung gebracht hatte, sondern die Angst um die Stadt, den Tempel und vor allem die Waisen, die ohnehin schon zu viel mitmachen mussten. Ich überlegte eine Zeit lang. Wollte ich den Tempel wirklich verlassen, um nach Tonkuma zu gehen? Ich hatte geschworen, den Tempel und die Seelen aller mit meinem Leben zu verteidigen - und das war wohl meine Prüfung. Eine Prüfung, die Kuras den Göttern auferlegte, eine Prüfung, die die Götter an unser aller weitergegeben hatten, weil sie selbst nichts ausrichten konnten - zumindest nicht allein. "Ich werde gehen. Es wird sicher den einen oder anderen geben, der mich begleiten würde, aber ich werde auf jeden Fall losziehen um den Tempel zu erkunden. Sicher gibt es da auch genug Seelen, die auf den Übergang warten.", sagte ich schließlich entschlossen. Auf Sibias, Griles und Sabiras Gesichtern machte sich die Sorge breit, doch sie nickten stumm. Es sah so aus, als würde keine von ihnen mich begleiten wollen, doch das machte nichts. Schließlich musste sich jemand um die Angelegenheiten im Tempel kümmern, natürlich mussten auch die Lehrlinge gelehrt und die Waisen versorgt werden. Schweigend nahmen sie mich nacheinander in den Arm, ich nickte erneut und ging zurück zu dem Zwerg und der zierlichen Frau, um mein Gespräch fortzusetzen.



Tonkuma

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Beitrag von Adrian Kane am Fr Okt 10 2014, 17:52

Das allgemeine Raunen zog auch meine Aufmerksamkeit in seinen Bann. Die Wandlung des Baumwesens war seltsam anzuschauen. Auch die offensichtliche Begeisterung darueber fand ich seltsam, aber Diener eines Tempels hatten generell so ihre eigenen Macken, worueber ich wahrlich ein Lied singen koennte. „Morituri te salutant“, gruessten ihn Priesterschaft und Lehrlinge gleichermassen, waherend das Bluetenwerk sich wieder in seinen komischen Koerper zurueckzog. „Mmmpf“, kommentierte ich das Gesehene leise.

Zwar hatte ich keinen Zweifel, dass hier gerade etwas Bedeutendes geschehen war, doch war mein Kopf zu voll mit anderen Dingen, um es wirklich zu realisieren. Ich nickte Vonin zu, der bereits zu der jungen Frau hinueber ging. Mein skeptischer Blick begleitete ihn dabei auf seinem Weg, denn sein leiser Ausrutscher war nicht an mir vorueber gegangen. Ein Diener Noctras also. Hatten die Beiden schon vorher ein seltsames Paar abgegeben, so wurde die ganze Sache nun noch mysterioeser. In der Vergangenheit war ich ein paar mal mit Noctras Dienerschaft aneinandergeraten und nicht selten war der Einsatz von „harter Diplomatie“, wie ich sie gerne nannte, noetig gewesen. In Erinnerungen schwelgend rieb ich mir den behaarten Unterkiefer, einer dieser Kerle hatte einen ziemlich wuchtigen Schlag gehabt. Gleichwohl genossen die beiden Kirchen einen bruechigen Frieden, wenn man denn dieses Wort benutzen wollte. Man liess sich in Ruhe, solange keine Partei zu sehr in den Affaeren der anderen herummengte.

Was wohl Vonins Absichten hier waren? Waere ich mir nicht relativ sicher, dass er nichts genaues von der anderen Seite seiner Begleiterin wusste, so haette ich die Beiden nun im Verdacht der dunklen Machenschaften gegen die Interessen dieser Stadt. So aber – die Worte Sibias rissen mich aus meinen eigenen Gedanken. Ich blickte hinueber zu der aelteren Frau, mit der ich auch schon ein paar Floskeln in der Vergangenheit ausgetauscht hatte. Ihre Mitteilung war wenig erfreulich und verschlechterten meine Laune, die nun auf einem neuem Tiefpunkt angekommen war, noch weiter. Die allgemeine Betroffenheit im Raum war selbst fuer mich, der ich nicht der Empathischste war, foermlich spuerbar. Tonkuma. Ich schuettelte den Kopf und griff nach meiner Pfeife. Raus, ich musste hier raus. Mit der Pfeife im Mund stapfte ich vorbei an ein paar Lehrlingen und vorbei an Talida, die soeben noch erklaert hatte, dass sie dorthin aufbrechen wuerde.

Wenige Momente spaeter fand ich mich etwas Abseits auf der obersten Stufe des Tempels, die Aussicht und den Tabak in mich aufsaugend. Man hatte in der Tat einen grossartigen Blick auf die Stadt und das um sie herum liegende Land. Von hier aus betrachtet sah alles so friedlich aus. Friedlich. Ich runzelte die Stirn. Wie so oft truegte der Schein. Vielleicht wuerde dies hier bald alles in Schutt und Asche liegen, eine Feier fuer die Geier und Aasfresser der Region. Eines war klar: Furas Schergen ruhten nicht. Nachdenklich nahm ich einen weiteren Zug. Der Priesterin meine Hilfe anzubieten war in dieser Situation das einzig Vernuenftige. Abesehen davon, dass eine gewisse Solidaritaet zwischen ihrem und meinem Tempel herrschte, wuerde es mir eine Moeglichkeit geben dem internen Machtgerangel zu entfliehen.


Zuletzt von Adrian Kane am Fr Okt 17 2014, 05:15 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Beitrag von Vierna am So Okt 12 2014, 17:14

Auch mir entging nicht, was mit dem seltsamen Baummann geschah. Das prächtige Farbenspiel seiner Blüten war wirklich schön mit anzusehen. Außerdem freute es mich, dass eine weitere Seele die Gunst meines Gottes erhalten hatte. Doch Vonins Ausruf fesselte meine Aufmerksamkeit in diesem Moment mehr, als der Baummann. Er diente also Noctra. Mit waren die anderen Götter neben Pectorion nicht unbekannt. Gerade mit Dienern Noctras hatte ich schon des öfteren zu tun gehabt. Das bestätigte das Gefühl, dass ich vorhin auf dem Markt gegenüber Vonin schon gespürt hatte.
Ich war blind gewesen. Blind vor der Furcht vor mir selbst. Doch jetzt konnte ich es genau erkennen. Ein Dieb also... Ich schloss die Augen, und wartete darauf, dass genau das passierte, was ich seit jeher zu unterdrücken versuchte. Dieses Verlangen... die Lust am Töten. Doch das Gefühl blieb aus. Erstaunt schlug ich die Augen wieder auf und starrte Vonin an. So etwas war mir noch nie passiert. Mein innerer Drang hätte mir befehlen müssen, ihn zu töten. Doch er tat es nicht. Schütze Noctra ihn? Nein, sie war nicht meine Göttin, sie hatte keine Macht, meine Natur zu unterdrücken. Irgendetwas anderes musste an Vonin sein.
Die Stimme einer der Pectorion-Priesterinnen riss mich aus meinen Gedanken. Tonkuma... Das war eine der wenigen Städte, in denen ich jemals gewesen war. Und sie sollte überrannt worden sein?
Von einer Sekunde auf die andere stand meine Entscheidung fest. Es wurden ja sowieso Freiwillige gesucht, die nach Tonkuma gehen sollten. Ich war allein unterwegs, niemand würde mich vermissen. Und wusste ohnehin nicht, was ich als nächstes tun sollte. Außerdem hatte ich so die Gelegenheit, den anderen zu zeigen, dass ich auf ihrer Seite stand, nachdem ich vorher kein allzu gutes Bild abgegeben hatte. Es musste einfach ein Zeichen Pectorions sein, dass das nun alles geschehen war. Er wollte, dass ich nach Tonkuma ging, da war ich mir auf einmal sicher.
Ich wandte mich an Vonin. Zu schade, ich würde wohl nicht die Gelegenheit bekommen, mehr über ihn herauszufinden. "Hier endet unsere kleine gemeinsame Reise wohl", teilte ich ihm mit. "Ich danke dir für alles." Während ich das sagte, nahm ich seine Hand und schüttelte sie. Diese kleine Geste nutzte ich, um mich näher zu ihm zu beugen. "Ich weiß, du hast schreckliche Dinge getan", flüsterte ich ihm zu, sodass nur er es hören konnte. "Aber dein Herz ist rein. Ich wünsche dir alles Glück auf der Welt. Leb wohl." Ich beugte mich wieder zurück, gerade als eine der Priesterinnen auf uns zu kam.
"Meine Herrin", wandte ich mich nun mit einer leichten Verbeugung an sie. "Ich würde Euch gerne nach Tonkuma begleiten."

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Beitrag von Skorm am So Okt 12 2014, 21:47

Tokuma überrannt? Aber die Front lag doch im Norden und Tokuma im Südwesten... Verdammt, es sah so aus als ob die Wandler Kanura einkreisten..das war nicht gut, überhaupt nicht gut.
Eine ältere Priesterin schlug vor, man sollte eine Gruppe losschicken um genaueres aus Tokuma zu erfahren, vermutlich würden Freiwillige gesucht werden. Keine schlechte Idee. Die junge Priesterin, die den Tempel zu leiten schien, meldete sich zuerst freiwillig. Wohl keine Lust darauf Hohepriesterin zu spielen? Keiner der anderen Priester schien wild darauf sie zu begleiten, die meisten waren meiner Einschätzung nach sowieso entweder zu jung oder zu alt um sie auf so eine Mission zu schicken. Die Frau, die bisher die Einzige war, welche nach Tokuma aufbrechen wollte, machte sich wieder auf den Weg zu Ashera und mir. Bestimmt wollte sie uns fragen, ob wir sie nicht begleiten wollten. Wie sollte ich mich entscheiden? Ich war unsicher, auf der einen Seite konnte man meine Fähigkeiten bei so einem Auftrag bestimmt gut gebrauchen, auf der anderen Seite war ich niemand, der sich normalerweise für so etwas freiwillig melden würde... Zu riskant.

Ich war noch dabei, dass für und wieder abzuwägen, als mich Ashera mit ihrer Ansage komplett überrumpelte. Sie wollte nicht mehr mit mir reisen, warum der plötzliche Sinneswandel? Als sie dann meinte ich hätte „schreckliche Dinge getan“ traf mich die Erkenntnis wie der Hammer den Amboss. Sie kannte meine Geheimnisse! Meinen Beruf, vielleicht auch welche Göttin ich verehrte, warum ich soweit von den Gebirgen der Zwerge entfernt war. Aber woher? Und wie? Aber was genau meinte sie mit „schreckliche Dinge“ Wie viel wusste sie? Langsam wandelte sich meine Verwirrung in Wut und ich ballte unwillkürlich die Fäuste.
Wie konnte sie es wagen? Sie hatte doch keine Ahnung warum ich so gehandelt hatte. Was ich tun musste um zu Überleben. Und außerdem, hatte der Rotschopf nicht gesagt, sie wäre auch nicht gerade eine Heilige?! Und mir dann etwas von „dein Herz ist rein“ vor schwafeln!? Ja, ich bin ein Dieb. Ja, ich habe viele Taten begangen auf die ich nicht Stolz bin. Schlimme Dinge, Dinge die mich immer noch nachts wach halten, auch nach über 10 Jahren noch. Aber ich werde mich weder für diese noch für andere Taten vor ihr rechtfertigen!
Ich bebte vor Zorn, aber irgendwie gelang es mir doch mich zu zügeln. Tief durchatmen, Vonin. Immer mit der Ruhe. Bewahre einen klaren Kopf, der hat dir auch sonst immer geholfen. Ich musste unbedingt herausfinden, was die Kleine meinte. Wie viel sie wusste. Warum sie so einen merkwürdigen Dreck erzählte. Ich lauschte schweigend ihrer Bitte mit nach Tokuma reisen zu dürfen. Ich wartete noch einige Herzschläge, bevor ich mich wieder so unter Kontrolle hatte, das man meiner Stimme nicht mehr viel anhören konnte von dem was in mir vorging.
„Moment, so schnell wirst du mich nicht los. Ich möchte auch mit nach Tokuma, ich denke meine Fähigkeiten würden Euch dort von Vorteil sein...Ich bräuchte allerdings noch etwas Zeit um ein paar Angelegenheiten hier zu regeln...“ wandte ich mich erst an Ashera und danach an die Priesterin.
So konnte ich in der Nähe von Ashera bleiben und herausfinden, was sie über mich wusste und gleichzeitig Kanura vor einem Überraschungsangriff dieser widerlichen Horde warnen, sofern es einen geben würde.Zusätzlich hatte ich gute Gründe gegen die Dämonen vorzugehen: Abgesehen davon dass ich sie nicht leiden konnte ( wie jeder der bei Verstand war und keine Dämon ), schienen sie in ihrem Feldzug gegen das Unterland sehr erfolgreich und sie würden nicht stoppen bis sie besiegt waren oder jede einzelne unserer Städte vernichtet und dem Erdboden gleichgemacht hatten. Da ich nicht den Plan hatte von Dämonen verspeist zu werden - oder was auch immer diese mit toten Zwergen so tun - musste irgendjemand etwas gegen die Monster unternehmen. Vielleicht würde mein Beitrag ausreichen, vielleicht nicht, aber es war auf jeden Fall besser als nur darauf zu warten, dass diese seelenlosen Ungeheuer vor Kanuras Toren standen.
„Auch schwache Fäden halten das Netz zusammen, JEDER – sei er noch so schwach und angeblich unbedeutend – spielt eine Rolle.“ erinnerte ich mich an Girons Worte. Jetzt glaubte ich diese Worte zu verstehen.
„Ach ja, ich würde davon abraten Freiwillige in diese Gruppe aufzunehmen, welche momentan nicht hier im Tempel sind – es könnten Dämonen sein. Außerdem müssen wir genau überlegen wem wir von dieser Unternehmung erzählen, schließlich wollten wir nicht das die Wandler von diesem Plan wissen.“ gab ich zu bedenken.

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Beitrag von Tribuna am Do Okt 16 2014, 14:01

"Nenn mich Talida.", antwortete ich der jungen Frau, die mich bat, mich begleiten zu dürfen. Ich überlegte nicht lange, ehe ich es ihr gestattete. Schließlich konnte ich jede Unterstützung gebrauchen und sie machte auf mich den Eindruck, als würde auch ihr etwas daran liegen. Als auch die Zwerge sich freiwillig meldeten, konnte man mir meine Zuversicht in Gesicht ablesen. Mein Gegenüber sprach einen Punkt an, der mir ebenfalls durch den Kopf gegangen war. "Ihr habt Recht. Wer weiß, ob - und wenn ja, wie viele - Gestaltenwandler bereits in unserer Stadt sind. Ich denke, wir folgen Sibias Ratschlag und halten die Anzahl der Gruppenmitglieder möglichst gering, um keine Aufmerksamkeit zu erregen. Alleine schon beim Verlassen der Stadt. Aber zurück zu meiner Frage: Wollt ihr vorerst im Tempel bleiben und dem Fest beiwohnen? Das kann ich auf keinen Fall verpassen.", sagte ich schließlich. Einige der Waisen kamen in die große Halle, um allen ihre hübschen Blumenketten zu zeigen. Ich lächelte sie an und fragte, ob sie Lust hätten, noch mehr zu machen. Als sie eifrig nickten, reichte ich ihnen einen Stoffbeutel, in dem ich die Blüten, die von Yunodas Körper abgefallen waren, verstaut hatte. Vorher fischte ich die raus, die ich am schönsten fand und steckte sie ein.

Ebin hatte bereits die Zelte bereitgelegt, sodass sie nur noch zum Markt mussten, um dort aufgebaut zu werden. Er schnappte sich einige andere Lehrlinge, um vorauszugehen und alles vorzubereiten. Auch die Waisen folgten ihnen. Sie konnten es kaum erwarten, die Stadt zu erkunden. Ich nutzte die Zeit, um den Besuchern den Schlafplatz zu zeigen, für den Fall, dass sie hier übernachten sollten. Zwar hatte ich keine konkrete Zusage bekommen, aber es lag durchaus im Rahmen des Möglichen. Außerdem hatten wir viele freie Zimmer, da ein Großteil von unseren Brüdern und Schwestern abwesend waren und so bald wohl auch nicht mehr wiederkommen würden.

.. nicht mehr wiederkommen..., die Worte versetzten mir einen Stich in die Brust. Ich wollte alles erdenkliche tun, um den Tempel und die Seelen zu schützen, doch ertrug ich den Gedanken, nicht mehr zurückzukehren, nicht. Ich würde den Tod in kauf nehmen, denn dann könnte ich bei Pectorion sein. Er würde mich beschützen und ich müsste mich um nichts mehr sorgen, doch was wäre, wenn ich in Gefangenschaft geraten würde? Wären meine Peiniger dann so gnädig, mich zu töten?

Ich schüttelte den Gedanken ab und versuchte mich darauf zu konzentrieren, den anderen die Zimmer zu zeigen. Sie alle waren einfach eingerichtet, aber dafür liebevoll dekoriert. Auch waren sie nicht weit von meinem entfernt, sodass sie mich jederzeit ansprechen konnten, wenn ihnen etwas fehlte.

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Beitrag von Adrian Kane am Mi Okt 22 2014, 03:00

Nachdem ich der Priesterin meine Dienste angeboten hatte, entschuldigte ich mich von der Gruppe. Es gab Vorbereitungen zu treffen, Dinge zu packen und vor allem zu schlafen. Nachdenklich stieg ich die Treppen des Tempels hinab, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen um meine Augen vor dem Sonnenlicht zu schuetzen. Wir hatten uns darauf geeinigt im Morgengrauen vom Haupttor aus loszuziehen und tatsaechlich war ich ueberrascht gewesen, dass Vonin und seine Begleiterin sich ebenfalls freiwillig gemeldet hatten. Es wahr wahrscheinlich besser so. Was immer ihre Motivation war, so konnte ich zumindest ein Auge auf die junge Frau haben.

Ich zuendete mir eine weitere Pfeife an waehrend meine Beine mich rasch ueber den Marktplatz trugen. Links und rechts rauschte die Welt an mir vorbei, Maenner, Frauen, Kinder. Jemand schrie. Ein Paar umarmte sich. Viele exisiterten einfach so vor sich hin, wollten nichts wissen von den Gefahren, die Furas gegen uns sandte, anderen sah man die Furcht an. Wie auch immer, es ging meistens irgendwie weiter und das beste, was man meiner Ansicht nach tun konnte, war trotz Wandlern und anderem Daemonengesocks einfach weiterzuleben. Zumindest hatten die Tavernen Hochkonjunktur. Beim Gedanken daran musste ich unweigerlich grinsen. Egal wie duester es war, es blieb meistens noch Zeit fuer einen Humpen.

In meinem Bescheidenen zu Hause angekommen warf ich sogleich den Mantel ueber einen Stuehl und entledigte mich meiner Ruestung. In der Kueche stand ein kleines Faesschen Bier, von welchem ich mich bediente bevor ich mich am Schreibtisch niederliess. Brummelnd griff ich nach einem Stueck Papier und starrte danach eine ganze Zeit lang aus dem Fenster.

Kassandra,
ich hoffe, diese Zeilen erreichen dich in guter Gesundheit. Es hat sich etwas ergeben, was meine unverzuegliche Aufmerksamkeit verlangt. Im Temple Pectorions kam es zu einem Zwischenfall, ein Wandler offenbarte sich und obschon er getoetet wurde hat es mir doch gezeigt wie verwundbar wir hier alle sind. Ich bin mir sicher, dass du mittlerweile die Kunde von Tonkuma vernommen hast, Pectorions Diener senden eine Priesterin und Freiwillige zur Untersuchung und ich habe mich stellvertretend fuer unseren Tempel gemeldet. Ich muss hier einfach raus, muss aktiver werden, vielleicht wird das einen Unterschied machen, vielleicht auch nicht.
Du weisst, ich bin nicht sonderlich gut mit solchen Sachen, aber du warst immer wie eine Tochter fuer mich gewesen und ich bin stolz auf die Frau, die du geworden bist. Die Ereignisse des heutigen Tages haben mich erkennen lassen, dass unser Hohepriester unfaehig ist die Kirche der Prudentia in diesen schweren Zeiten durch den Sturm zu manoevrieren. Furas Schergen interessieren sich nicht fuer schoene Worte und Philosophie. Bevor ich also gehe, wollte ich dich noch wissen lassen, dass ich bezueglich deiner Plaene meine Meinung geandert habe. Du hast meinen Segen Maedchen, ich weiss, du wirst mich stolz machen. Diese Stadt braucht einen starken Arm, der sie schuetzt und das ist mit Sicherheit nicht Tementius mit seinen Speichelleckern. Ich werde dir von unserem Fortschritt berichten so sich ein faehiger Kurier auf der Reise findet. Bis dahin, pass auf dich auf.

Balruk

Ich leerte mein Bier und versiegelte den Brief in einem Umschlag. Morgen frueh wuerde ich ihn mit einem Boten zum Tempel senden.

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Unterland - Seite 3 Empty Vonin Farkaduul

Beitrag von Skorm am Di Okt 28 2014, 22:17

„Vonin Farkaduul.“ stellte ich mich Talida vor. „Ich habe vor unserer Abreise noch einige Dinge zu erledigen, falls danach noch Zeit ist, werde ich eventuell dem Fest beiwohnen. Falls das nicht der Fall sein sollte, werden wir uns im Morgengrauen am vereinbarten Ort treffen. Lebt wohl.“
Meine Beine trugen mich schnell aus dem Tempel und in Richtung meines Heims. Ich nahm die üblichen Umwege und achtete darauf ob mir jemand folgen würde. Wenn dem so war, konnte ich niemanden entdecken. Auch die Sicherheitsvorkehrungen an meinem Heim waren intakt, es war wohl sicher. Zumindest momentan...

Ich machte mich ans Packen. Nahrung, Wasser, Geld. Einen neuen Mantel, da ich den alten Mantel bei Ashera gelassen hatte. Beim Gedanken an sie knirschte ich mit den Zähnen, ganz beruhigt hatte ich mich immer noch nicht. Auch wenn ich eigentlich nicht wusste, was sie mir mit diesem komischen Firlefanz sagen wollte....
Ich packte auch die Sachen, die ich normalerweise nur für „Hausbesuche“ verwendete: Dietriche, Nachschlüssel, Zangen, Drähte und viele mehr was man zum Fallen entschärfen oder Fallen stellen gebrauchen konnte. Den Wurfanker, die Brechstange. Man wusste ja nie, wenn so etwas einmal nützlich war... Einen zusätzlichen Köcher mit Bolzen und weitere Ausrüstung, die hilfreich sein konnte.
Nach kurzem Zögern holte ich auch eine kleine Holzschatulle, die in dunkeln Stoff eingeschlagen war, aus ihrem Versteck. Ich starrte das blanke Holz für eine Weile an, bevor ich auch diesen Gegenstand in meinem Rucksack verschwinden ließ. Ich seufzte. Ich hätte das verdammte Ding schon vor einer Ewigkeit wegwerfen sollen. Nein, es könnte ja noch einmal nützlich sein. Außerdem wäre es eine Verschwendung, so teuer wie das Zeug ist... schien eine innere Stimme zu flüstern. Ich fluchte einmal laut, ließ die Schatulle allerdings in meinem Rucksack.

Die nächsten paar Stunden verbrachte ich damit meine Wohnstätte für meine baldige Abwesenheit herzurichten, während ich nebenbei auch etwas aß. Schließlich war ich zufrieden, den restlichen Kleinkram würde ich kurz bevor ich Kanura verließ erledigen müssen. Jetzt waren nur noch zwei Unterschlüpfe zu sichern... Ich schritt zügig durch die Gassen Kanuras während sich der Abend unaufhaltsam näherte. Zum Fest würde ich es wohl nicht mehr schaffen, ich hatte noch viel zu tun. Mein erstes Notfallversteck lag im Schmiedeviertel, es war eine – inzwischen einsturzgefährdete - ehemalige Wachstation. Die Wache hatte sie vor einigen Dekaden aufgegeben, man konnte sich die Reparatur des Gebäudes nicht leisten. Ich kletterte durch ein Fenster in das Gebäude und bahnte mir dann einen Weg durch das verfallene Gemäuer. Es gab einen recht sichern Weg bis zu meinem Versteck, man musste ihn nur kennen und meinen Fallen entgehe könnten... Das eigentliche Versteck lag im Keller, es war ein ehemaliger Anbau des Gebäudes, der durch den Einsturz eines Teils des Erdgeschosses nur noch mit großer Mühe zu erreichen war. Auch hier war alles ruhig, keine Zeichen eines Besuchers. Ich überprüfte die Notfallvorräte – hauptsächlich Dörrfleisch. Alles da, gut. Auch ein Teil meiner Sammlungen war hier versteckt. Ich sammelte Diebesgut, welches so selten war – oder ich so schön fand – das ich es nicht verkaufen konnte oder wollte. Diese Ansammlung war sozusagen mein Hort, voller seltener und wertvoller Gegenstände. Zwei dieser Gegenstände steckte ich ein, ich wusste nicht so recht warum. Ein Silberring mit eingefasstem Bernstein und eine dünne Platinscheibe mit einem Radius von 10 Zentimetern und der zwergischen Rune für Glück eingeprägt.
Auch hier brauchte ich einige Zeit um den Unterschlupf zu präparieren. Ich verstärkte die Fallen und versuchte dafür zu sorgen dass dieser Zufluchtsort noch schwieriger zu finden sein würde.
Auch mein letztes Versteck – eine kleine Höhle in der Kanalisation der Stadt – war sicher und nicht ein Gegenstand wurde entwendet, seit dem ich das letzte Mal diesen Ort aufgesucht hatte. Als ich auch hier alle Sicherheitsmaßnahmen abgeschlossen hatte, eilte ich nach Hause, inzwischen war es mitten in der Nacht und ich wollte noch ein bisschen Schlaf bekommen bevor wir morgen nach Tokuma aufbrachen.
Mein Schlaf war traumlos und tief. Mein Haus verließ ich leise und früh. Dementsprechend früh erreichte ich das Haupttor, wo ich in einer dunklen Seitengasse wartete. Ich war anscheinend der erste unserer kleinen Gruppe, den es war – außer den Nachtwachen - niemand zu sehen.

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Beitrag von Tribuna am Do Okt 30 2014, 21:59

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Zuletzt von Tribuna am Mo Nov 03 2014, 20:27 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Beitrag von Shoggoth am Do Okt 30 2014, 22:03

Verwundert nahm ich die vielen Gesichter um mich herum zur Kenntnis, zwar wurde noch ein respektvoller Abstand gewahrt, aber dieser war ein gutes Stück geringer als ich es gewohnt war. Es war richtiggehend bedrängend. Dabei waren es nicht einmal viele Menschen. Man stelle sich nur den Redner auf dem Marktplatz vor, er musste doch nahezu zerdrückt werden. So viele Leben auf so kleinem Raum... Städte waren schon etwas wunderliches. Wobei das hohe Aggressionspotenzial wohl einen triftigen Grund hat. Wenn man schon nicht mehr weiß wo man ist vor lauter Menschen.
Aber auch die Begeisterung für mich ließ irgendwann nach, schließlich mussten wichtige und viele Dinge erledigt werden. So stoben die Anwesenden auseinander und ich blieb wieder alleine zurück.
Das kam mir ganz gelegen, denn ich musste sowieso mit Talida sprechen. Ich hatte nicht alles verstanden, vor allem hatte ich noch nie etwas von „Tonkuma“ gehört, aber es schien wichtig. Und ich hatte das Gefühl es lag an mir zu helfen. Schließlich musste ich eine Aufgabe haben, sonst wäre ich nicht hier.
Aber diese Aufgabe würde ich glücklicherweise nicht alleine tragen müssen, einige Anwesende meldeten sich freiwillig Talida zu unterstützen. Es war eine merkwürdige Gemeinschaft, aber das zeigte nur das Ausmaß der Bedrohung. Es finden sich Seelen zusammen, die vorher nicht einmal voneinander Notiz genommen haben. Egal wie strittig die Menschen unter sich waren, es gab diesmal einen größeren Feind. Das konnte niemand bestreiten oder schön reden.
Eine anderes Weibchen....Frau, befand sich noch neben Talida, sie hatte ihr Hilfe angeboten. Es wunderte mich etwas, schließlich sah die Frau nicht unbedingt kräftig aus. Zugegeben, auch ich war kein Muskelpaket. Vermutlich war sie recht geschickt, ihr Körper wirkte auch eher grazil tänzerisch. Wahrscheinlich konnte sie recht schnell und flink sein, das sollte beim Auskundschaften ein großer Vorteil sein.
Talida war so freundlich uns Zimmer zur Verfügung zu stellen, wobei ich nicht ganz der Meinung war das ich so etwas benötigte. Aber probieren konnte ich es ja mal. Lagerstätten von Menschen hatte ich schließlich nie benutzen können.
„Danke, Talida“ begann ich „Deine Hilfsbereitschaft und deine Nächstenliebe sind Zeuge einer großen Seele“ Ich lächelte ein breites Lächeln. Ich sproß quasi auf... Gut, Wortwitze verstand ich immer noch nicht so gut. Aber das würde sicher noch werden. Kurz wandte ich mein Wort auch an die, mir unbekannte, Frau neben Talida „Auch euch möchte ich meinen Dank aussprechen. Ihr tut dieser Welt den größten Gefallen, selbst in Anbetracht des Einsatzes den wir bringen müssen...“ Ich blickte ihr tief in die Augen um zu sehen ob sie sich wirklich sicher in dem war was sie tat. Ich vermutete schon, aber wirklich aus ihr herauslesen konnte ich nicht.
Dann schlug ich mir die Hand vor die Stirn. „Entschuldigt mich. Ihr kennt mich überhaupt nicht, das war wohl unhöflich von mir.“ Diese ganzen menschlichen Riten konnten aber auch wirklich viel werden. Ich streckte meine Hand aus „Mein Name ist Yunoda. Ich bin Wandelnder auf dem Pfad des Schicksals und werde euch wohl begleiten nach Tonkuma.“
Als die Frau so vor mir stand wirkte sie auch recht klein. Aber ansonsten kerngesund. Wäre es nicht ihre Aufgabe nun ein paar gesunde Würfe zur Welt zu bringen? Obwohl, wahrscheinlich waren die Menschen so überbevölkert das nicht alle gesunden Wei...Frauen Nachwuchs zeugen konnten, sonst würde alles aus den Nähten platzen.
Aber da war nicht mein einziger Gedanke. Irgendetwas an dieser Frau wunderte mich, nur konnte ich den Finger nicht darauf legen. Früher wäre mir so etwas sicher einfacher gefallen... Nur hätte es mich dann nicht interessiert, schätzte ich.
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Beitrag von Vierna am Mo Nov 03 2014, 20:23

Ein wenig verwirrt nahm ich zur Kenntnis, dass sowohl Vonin, als auch der seltsame Baummensch Talida ihre Hilfe anboten. Sie hatten beide auf mich nicht so gewirkt, als wären sie sonderlich hilfsbereit. Aber andererseits, ich kannte ja weder den einen noch den anderen. Außerdem hatte Vonin mir schon einmal geholfen. Ich hätte mich selbst ohrfeigen können. Was auch immer er getan hatte, es spielte keine Rolle. Er hatte mir geholfen und ich warf ihm nun so etwas um die Ohren. Das würde ich ihm auf jeden Fall noch erklären müssen, falls er nicht sogar von sich aus eine Erklärung fordern würde - was ja wohl auch sein Recht war. Ja, ich würde einiges erklären müssen. Aber da wir nun noch eine Weile gemeinsam unterwegs sein würden, konnte das noch warten.
Ich verbeugte mich reflexartig leicht, als sich der Baummensch an mich wandte. "Mein Name ist Ashera", stellte ich mich Yunoda, wie er sich nannte, auch Talida vor, die ja meinen Namen auch noch nicht kannte, und reichte Yunoda meine Hand. Ich überließ es Vonin, sich selbst vorzustellen, ich wollte ihn nicht noch mehr verärgern. Außerdem war ich in dem Moment damit beschäftigt, Yunodas Blick stand zu halten, da er mich sehr eindringlich musterte. Vielleicht ahnte er etwas, vielleicht auch nicht, ich wusste es nicht. Falls er etwas wusste, so sprach er es jedenfalls nicht an. Ich beschloss, es dabei zu belassen und folgte nach einer weiteren Verbeugung in Yunodas Richtung Talida zu den Zimmern, die sie uns zeigte.  Dankbar nahm ich dieses Angebot an, ich wusste ja nicht wo ich sonst hin sollte, da Vonin gegangen war, um seine eigenen Vorbereitungen zu treffen. Nachdem mir mein Zimmer gezeigt worden war, ging auch ich noch einmal auf den Markt, wo ich mir von meinem wenigen Geld noch eine Weste kaufte, die ich über mein Hemd zog. Da ich nun eine Zeit lang in Gesellschaft reisen würde, wollte ich wenigstens halbwegs ordentliche Kleidung tragen.
Als das erledigt war, ging ich sofort zu meinem Zimmer zurück und legte mich schlafen. Schließlich wollte ich einigermaßen fit sein, wenn wir morgen aufbrachen. Da ich so früh ins Bett ging, wachte ich auch am nächsten Tag recht früh auf. Die anderen schliefen noch, daher beschloss ich auf eigene Faust zum Stadttor zu gehen, den Weg hatte ich mir merken können. Ich dachte eigentlich, dass ich die erste sein würde, doch erstaunt stellte ich fest, dass Vonin auch schon auf den Beinen war und dort wartete. Schweigend gesellte ich mich zu ihm.

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Beitrag von Adrian Kane am Di Nov 04 2014, 17:40

Nach meinem morgendlichen Gebet sass ich eine ganze Weile auf der Bettkante und starrte meine gepackte Ausruestung an als sei mir das leblose Buendel eine Antwort auf eine nicht gestellte Frage schuldig. Zwar fuehlte es sich gut an, endlich wieder aktiver zu werden. Gleichzeitig hatte ich ein seltsames Gefuehl in der Magengegend. Der jugendliche Optimismus fruehrer Reisen war definitiv vergangen, das hier war anders. Vielleicht war es die Erkentnis, oder das Eingestaendnis, dass Furas Schwergen eine Bedrohung darstellten, der das Unterland moeglicherweise nicht Herr werden konnte. Es war aber nicht Angst ob eines nahenden Kampfes, vielmehr das ungute Gefuehl einer sich nahenden grossen Veraenderung.

„Bah, genug davon“, sagte ich schliesslich laut zu mir selbst und katapultierte mich foermlich von der Bettkante. Es wuerde schon alles irgendwie ins Lot kommen. Und wenn nicht wuerde ich mit dem Schwert nachhelfen. Selbiges griff ich dann auch gleich, nachdem ich mir den dunkelblauen Kapuzenmantel ueber die Ruestung geworfen hatte. Die Waffe fand ihren normalen Platz diagonal an meinem Ruecken befestigt, darueber trug ich den Reiserucksack, der allerlei Dinge enthielt, die man so brauchte. Zu guter Letzt nahm ich mein Schild, welches mir ueber die Jahre treue Dienste geleistet hatte. Es war verkratzt und auch stellenweise verbeult, erfuellte aber seinen Zweck hervorragend. Es erinnerte mich an mich selbst, man wurde ja auch nicht juenger.

Ohne zurueckzublicken verliess ich mein bescheidenes Heim und stapfte ohne Umwege zur Poststelle. Ich kannte den Inhaber schon seit Jahren und wusste, dass auf ihn und seine Boten Verlass war. „Morgen“, begruesste ich ihn und legte den versiegelten Brief und ein paar Muenzen auf den Tisch. Er nickte mir zu „Balruk.“ Dann sah er die Ausruestung und wurde etwas neugieriger: „Wo gehts denn hin?“ „Ah nichts besonderes“, antwortete ich im Plapperton, „Voegel beobachten unten im Sueden.“
Er machte eine recht obszoene Geste mit dem Finger woraufhin ich lachen musste. Dann legte ich zwei weitere Muenzen auf den Tisch. „Halt ein Auge auf mein Haus ja? Keine Ahnung wie lange ich weg bin.“
Der Mann nickte, „Viel Glueck,“ seine Stimme klang ernst. Ich machte einen angedeutenden Salut und verliess sein Geschaeft. Die Morgenluft war angenehm frisch und nicht allzuviele Einwohner waren um diese Uhrzeit schon auf den Beinen. So mochte ich es auch am liebsten. Die rege Geschaeftigkeit eines Mittags war nichts fuer mich. Zuviel Krach, zuviel Unruhe. Meine Hand griff nach der gestopften Pfeife als das Tor in Sichtweite kam. Zwei mittlerweile bekannte Gesichter waren bereits dort. Beide in ihre eigenen Gedanken vertieft. Ich nickte ihnen zu, dann waren wir ja fast vollzaehlig.

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Beitrag von Tribuna am Di Dez 02 2014, 18:01

Ich ließ meine Gäste nachdem ich ihnen die Zimmer gezeigt hatte mit ihren Eindrücken zurück. Eigentlich hätte ich mich bemühen müssen, eine gute Gastgeberin zu sein, aber in der Situation war es mir allein schon aufgrund der Verantwortung, die einzig und allein auf mir zu lasten schien, nicht möglich.

Eiligen Schrittes begab ich mich in die Vorratskammer, um den Stand der Dinge zu überprüfen. Anscheinend mangelte es uns an einigen Köstlichkeiten, aber solange ausreichend Brot da war, würden wir schon nicht verhungern. Eifrig nach etwas suchend, was man als Abendmahl zubereiten könnte, hörte ich leise Schritte hinter mir. Statt mich umzudrehen, verharrte ich in meiner hockenden Position und lauschte aufmerksam. Es klang so, als würde eine leichtfüßige, vermutlich schlanke und recht kleine Gestalt im Tempel herumschnüffeln. Die Schritte bewegten sich an der Kammer vorbei in Richtung des Hinterausgangs, der in den Garten führte. Gerade als ich aufspringen wollte, um den Eindringling zu überwältigen, prallte etwas auf dem Boden auf. Es ging zu Bruch und ich konnte einen schuldbewussten Aufschrei vernehmen. Die Stimme klang hell und klar, sie war so hoch, dass sie zu einem Kind gehören könnte. Als darauf dann auch noch ein schniefen folgte, welches von wimmern und weinen abgelöst wurde, war ich mir sicher, dass es kein Einbrecher gewesen ist. Ich verließ die Kammer, bewegte mich auf die Stimme zu und erkannte sogleich einen der Waisen, der weinend die Scherben einer ehemals kunstvoll gestalteten Urne aufsammelte. Er zuckte zusammen, als er meine Anwesenheit bemerkte.

"Es... Es tut mir schrecklich leid! Ich klebe die Vase wieder zusammen!", stammelte er sogleich. Ich lächelte gerührt und belustigt zugleich. "Wie willst du die Urne denn wieder zusammensetzen? Mach dir keine Gedanken, sie war nie von hohem Wert. Hast du dich verletzt?", fragte ich sanft. Er schüttelte eifrig den Kopf und ließ endlich von den Scherben ab.

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