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Beitrag von Hikari am So Feb 17 2019, 10:24

Blut tropfte von dem schmuddeligen unrasierten Kinn des Mannes, hinab auf das einst Mal himmelblaue Hemd, welches von einer Reihe Holzknöpfen geschlossen wurde. Der Kragen, war im Gegensatz zu der eleganten Herrenmode dieser Zeit hochgeschlagen und wurde von zwei weiteren Holzknöpfen  zusammengehalten. Gewiss war es keine Absicht, aber je weiter sich das baumwollene Kleidungsstück vom Gesicht des Mannes entfernte, desto sauberer wurde das Hemd. Die weiten Ärmel in leichte Falten gelegt und an den Handgelenken von Messingknöpfen gehalten, wirkten zerknautschter als gewohnt, waren die Arme des Trägers doch auf seinem Rücken und hinter der Lehne eines Stuhles gefesselt. Das Blut verlor sich auf halben Wege zwischen Hemd und der von Hosenträgern gehaltenen schwarzen Hose und wurde dabei akribisch von dem Mann Ende 20 verfolgt. Spannender als die vonstatten gehende Befragung war es alle Mals.
Ein leichtes Stöhnen verließ seine Lippen als man ihn erneut schlug und die rotbraunen Locken rutschten ihm dabei ins von Schweiß, Schmiere und Ruß verdreckte Gesicht. Ein weiterer Tropfen, den er schweigend verfolgte.
Der Komik dieser Situation konnte er sich nicht gänzlich entziehen und dennoch erzürnte sie ihn mehr als sie ihn belustigte.
Für einen Augenblick schloss er die Augen und lauschte dem leisen, vertrauten Summen, der HMS Victory unter seinen Fußen und überall um sich herum. Wie das zarte Flattern eines Kolibris, sanft und unbeschwert. Wie der Atemzug, der diese Bestie an einem Schiff am schweben erhielt. Die meisten anderen Mitglieder der Crew nahmen es wohl kaum war. Wie sollten sie auch unter dem sonst so mächtigen Tosen des Hauptantriebs. Aber das Herz des Schiffs hatte versagt und die kleinen – für andere unsichtbaren – Pausen des Schwebeapparats beunruhigten den Chefmechaniker der HMS Victory mehr als alles andere. Irgendetwas und da war er sich sicher stimmte mit der Energiezufuhr des Schiffes nicht, hatte der Belastung des Antriebs nicht stand gehalten und würde, wenn man nichts unternahm den Schwebeapparat zum Stillstand zwingen.
„Mister Walker...“ die Worte erreichten ihn gar nicht. Zu sehr war er mit einer Ferndiagnose des Problems beschäftigt. Für keinen der Beteiligten war die Situation als nett zu deklarieren, aber man konnte auch keinen von ihn als kooperativ bezeichnen. Vielleicht waren diese Ansammlung an Soldaten einfach zu dumm, um zu verstehen, dass sie alle in die Tiefe stürzen würden, wenn man nicht bald was unternahm, merkten die Aussetzer nicht und bezichtigten einen Unschuldigen des Hochverrats. Zugegeben war der Mechaniker der wahrscheinlichste Übeltäter und die nervöse Unruhe ließ ihn schuldig erscheinen, obwohl so doch ihrem drohenden Untergang verschuldet war.
Nathan Walker hatte aufgegeben sich zu erklären. Als er auch nur ein Wort der Verteidigung erhoben hatte, hatte der Gorilla von einem Soldat ihm ins Gesicht geschlagen.
Als sich wenige Minuten und ein Duzend dumme Fragen später die Tür zu seinem Verhörraum öffnete, erblickte er eine ihm unbekannte Person, vermutlich die Ablöse für den grobschlächtigen Kerl, der ihn bisher mit seiner Anwesenheit beglückt hatte. Dumpfes Licht im Rücken der Gestalt, ließ den Chefmechaniker nicht viel erkennen, aber es kümmerte den Brünetten nicht, sonderlich wem er einen wütenden Blick zu warf, wen er beleidigte oder welche Grenzen des Anstandes er überschritt. Fast zwei Stunden und so langsam hatte er genug von dem Ganzen. Die ungewohnt tiefe Stimme, wurde begleitet von einem mechanischen Klicken, als der Gefesselte die metallische Prothese seiner Hand zu einer Faust ballte und seinem neuen Kerkermeister einen Blick zuwarf, der einen Stier n die Flucht getrieben hätte.
„Ihr verdammten Idioten! Wollt ihr uns alle umbringen?!“, als hätte das Schiff auf den Zorn des Mechanikers gewartet, setzte der Schwebeapparat erneut für einige Sekunden aus und ließ, den Zorn Nathans nur noch intensiver auf den oder diejenige niederfahren, der es wagte ihn jetzt auch noch weiter zu verhören. Doch der Schwall an Worten der folgte war ein unverständliches, hastiges Gemurmel. Wer genau hinhörte konnte in der Rage des Mechaniker Worte wie „Reflektor“, „Knotenpunkte“ oder „Levitation“ ausmachen. Doch hatte Mister Walker darauf gehofft, dass man der Lage bewusst wurde und ihn zu mindestens unter Aufsicht seiner Arbeit nachgehen ließ, stieß er nur auf breites Unverständnis und einen weiteren unangenehmen Schlag von dem Gorilla.

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Beitrag von Adrian Kane am So Feb 17 2019, 20:10


"Once you have tasted flight, you will forever walk the earth with your eyes turned skyward.
For there you have been, and there you will always long to return."


Lieutenant Laurence Raiths Blick war starr aus dem runden Fenster gerichtet. Eine dichte Wolkenbank hatte die Victory eingehuellt wie eine waermende Wolldecke und wenn man es nicht besser wuesste, koennte man meinen an einem nebligen Samstagmorgen irgendwo in London aus einem beliebigen Haus zu schauen. Weit entfernt erinnerte ein heller Punkt an die Bemuehungen der Sonne, das allumfassende Weiss zu durchdringen, doch schlussendlich war der Stern nur ein schwaches Echo seiner selbst. Etwas in ihm fand es beruhigend. Der Teil, der selbst nach all den Jahren, die er nun in der Luft verbracht hatte, immer noch an den Mythos des Ikarus denken musste. Es war natuerlich laecherlich. Und dennoch, waren sie nicht hier gestranded? Unbewusst verzog er das Gesicht. Der naechste Strand war soweit unter ihnen, dass jedem normaldenkenden Matrosen angesichts ihrer jetzigen Situation Angst und Bange werden konnte. Sollte. "...dachte ich auch, aber die Franzosen haben die...", ein Unterhaltungsfetzen riss ihn aus seiner Tagtraeumerei. Er kramte seine silberne Taschenuhr raus, kurz nach vier. Nun, er wuerde es nicht ewig vor sich herschieben koennen. Widerwillig wandte sich der Mann von seinem Aussichtspunkt ab und setzte seinen Weg durch das Schiff fort.

"Das waere dann alles, Mr. Smith", sprach der Lt. kurz nach seinem Eintreten und verlieh seiner Stimme die noetige Brise Autoritaet, welche dem anwesenden Soldaten nicht nur mitteilte, dass seine Anwesenheit nicht mehr laenger erwuenscht war, sondern dass dessen Methoden nicht auf Gefallen stiessen. Ein Griff in die Innentasche seiner dunkelblauen Offiziersuniform produzierte ein ledergebundenes Notizbuch; es war abgegriffen, fuehlte sich aber vertraut in seiner Hand an. Er rueckte sich einen Stuehl zurecht und nahm gegenueber des Gefangenen Platz, ausserhalb seiner Reichweite. Laurence hatte sich die schwarzen Haare wie immer zu einem kleinen Pferdeschwanz zusammengebunden, er war rasiert und machte generell einen gepflegten Eindruck. Ein paar feine, laengliche Narben zierten die Wange unterhalb der mattblauen Augen, Erinnerungsstuecke einer franzoesischen Schrapnellgranate. Seine Haut war leicht gebraeunt, wie immer wenn er auf einem Schiff unterwegs war. Die Farbe kam fast sofort und verschwand genausoschnell wieder, sobald er heimatlichen Boden betrat. Ein gekruemmter Offizierssaebel hing an seiner rechten Seite. Eine halbverdeckte Schusswaffe an seiner Linken.

"Mr. Walker", begann er als sich die schwere Tuer wieder schloss und der Soldat fort war. Er musterte den Gefangenen einmal mehr ohne dass sein Gesicht irgendeine Regung zeigte. Jung fuer einen Chefingenieur. Tempramentvoll, koennte man sagen. Raith hatte den kleinen Wutausbruch nicht vergessen, obschon er ihn nach Aussen hin ignorierte. Viele Ingenieure, Erfinder oder Wissenschaftler waren zwar Koryphaeen auf ihrem Gebiet, liessen aber in anderen Bereichen eher zu wuenschen uebrig. Oft und ganz besonders in zwischenmenschlichen Dingen. "Der Mann ist nervoes", erklaerte er mit einem fast entschuldigenden Blick auf das Blut an der Kleidung des Mechanikers. Dann krempelte er seinen linken Aermel hoch und entbloesste ein kleines Geraet mit Monitor, welches durch ein Lederband an seinem Arm gehalten wurde. Lautlos dreht er an einem Knopf und die Handschellen des Mannes oeffneten sich. "Ich gehe davon aus, dass Sie mir keinen Aerger machen werden", erklaerte er, offensichtlich unbeeindruckt von der Mimik seines Gegenueber, und begann abwesend im Notizbuch zu stoebern. "Mr. Walker", sagte er schliesslich erneut, "Meine Name ist Lieutenant Raith. Eine unglueckliche Situation, in der sie - wir alle - uns befinden. Unter anderen Umstaenden haette ich gesagt, der Gedanke an einen Chefingenieur, der sein eigenes Schiff sabotiert? Laecherlich", er hielt einen Moment inne. "Aber wir leben in seltsamen Zeiten und die Anschuldigung wurde gemacht. Der erste Lieutenant draengt auf schnelle Aufklaerung und vor allem Reparatur", er faltete den Aermel wieder glatt. "Unter uns gesagt, die Royal Navy Intelligence beharrt darauf, dass eine franzoesische Frigatte diesen Sektor patroulliert, von daher waere es uns allen sehr recht, wenn der Hauptantrieb alsbald wieder funktionstuechtig waere." Er machte eine Notiz und seufzte dann fast unhoerbar. "Also. Wo waren sie vor sechs Stunden? Was haben Sie gemacht? Hat sie jemand gesehen? Je besser Sie kooperieren, desto eher kommen sie wieder in ihren Maschinenraum."

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Beitrag von Hikari am Mo Feb 18 2019, 10:15

Noch immer zornig verfolgte der Brünette, die beiden Männer. Der Gorilla, offenbar Mr. Smith wenn man den Worten des Neuankömmlings glauben durfte, verließ den Raum nur kurz darauf. Vielleicht sollte er sich den Namen merken. Man konnte nie wissen wozu es zu gebrauchen war. Der Blick wurde weicher, verständnisvoller als er sich auf den Lieutenant legte. Man musste nur eins und eins zusammenzählen, um zu wissen, dass dieser Kerl hier etwas mehr zu sagen hatte als der Bauerntrottel dem man ihm zuerst vorgesetzt hatte, aber gänzlich seinen Zorn zu unterdrücken? Das vermochte der Ingenieur nicht.

Aufmerksam lauschte Nathan den Worten des Lieutenant, welcher vor ihm Platz nahm und schließlich seine Handschellen löste. Eine Geste, die mit einem Kopfnicken quittiert wurde, bevor der Mechaniker vorsichtig die Arme nach vorne brachte und das Gewicht der Prothese auf seinen Beinen ablegte. Er hatte sie selber gebaut nachdem Unfall. Sie war der Grund warum man ihn für ein Genie hielt und manchmal glaubte er auch, dass er das war. Doch die Wahrheit war, dass er mangels des Geldes auf herkömmliche Metalle hatte zurückgreifen müssen. Zu schwer und zu Weilen zu unbeweglich für die Feinheiten seiner Arbeit.

Man hatte ihn mit dem Versprechen an Bord gelockt ihm die nötigen Metalle zur Verfügung zu stellen, sollte die Mission erfolgreich sein. Niemand hatte ihm gesagt, was sie suchten. Aber die zahlreichen Sicherheitsüberprüfungen, Gesundheitschecks und die ewige Leier an Fragen, hatten ihm einen sehr guten Hinweis darauf gegeben, dass das hier größer war, als er sich vorstellen konnte.

Zunächst reagierte der Mann nicht auf Worte und Fragen seines schwarzhaarigen Gegenübers, musterte ihn nur immer wieder, während er sich die Schulter des Prothesenarms rieb, zu mindestens das was noch davon übrig war.
Dann öffnete er schließlich den Mund, die Lippen umspielte so etwas wie ein Lächeln und als er Mr. Raith ansah war der Zorn aus den Augen des Mechanikers verschwunden. Für den Augenblick jedenfalls. „Mr. Walker nennt mich nur meine Großmutter... und ohne Ihnen nahetreten zu wollen, Sir, Sie sehen ihr nicht gerade ähnlich.“ Das Lächeln auf seinen Lippen wurde etwas breiter als Nathan sich zurücklehnte, die Arme immer noch locker auf Beinen liegend. Wirklichen Respekt vor Autoritäten hatte er wohl noch nie besessen. So schien es jedenfalls. Doch war es, wenn man ihn fragte nicht der Respekt der fehlte. Er konnte nur mit dem förmlichen Getue nichts anfangen. Vielleicht war er ein Mann der Tat, wie man so schön sagte. Dieses steife um den Brei herumgeredet, mochte er einfach nicht.

So war es fast kein Wunder, dass sein erster Kommentar zur Aufklärung der Situation ebenfalls nur so triefte vor Ironie. „Vor 6 Stunden war ich bei Queen Victoria zum Tee geladen. Das Gebäck war vorzüglich.“ Die linke Hand, welche noch immer aus eigenem Fleisch und Blut war, begann sich kurz darauf nachdenklich über die Stoppeln zu streichen, der Blick wurde wieder ernster.
„Wissen Sie, Lieutenant, vermutlich wurde ich öfter überprüft als die meisten anderen hier. Der Chefingenieur ist immer eine Gefahrenquelle. Nur - vielleicht steht das ja in ihrem schlauen Büchlein – bin ich der Letzte der Interesse an einer Katastrophe hat.“ Wie auf Geheiß setzte der Schwebeapparat erneut für einen Takt aus. Das leise kaum hörbare Summen verstummte für den Bruchteil einer Sekunde. Die Abstände wurden kürzer, die Dauer länger und der Blick des Mechanikers wieder zorniger.

Die metallene Hand erhob sich und deutete mit im Licht schimmernden Zeigefinger auf sein eigenes Herz. „Kennen Sie sich mit der menschlichen Anatomie aus Lieutenant?“ Sein Blick wurde fragend, doch Nathan wartete nicht auf eine Antwort des Lieutenant. „Das Schiff ist uns recht ähnlich. Der Hauptantrieb – das Herz – hat versagt und ich verstehe, dass es zu Unruhen führt. Aber... was ich seit Stunden zu sagen versuche:“, dabei rutschte der Zeigefinger aus Metall etwas hinab auf Höhe der Lunge. „Der Schwebeapparat spielt verrückt... die Lunge sozusagen.“ Und schließlich tippte er sich kurz an den Kopf. „Und ich vermute, dass das Problem bei unserer Energiequelle liegt.“

Als wollte das Schiff ihm zustimmen, setzte das allgegenwärtige Summen – wenn man wusste wonach man suchen musste – aus und die Victory machte einen Satz nach unten, den man nur zu deutlich spürte. „Vor 6 Stunden Lt. Raith war ich nach 36 Stunden im Maschinenraum auf dem Weg in mein Bett. Ich bin auf dem Weg ein paar Leuten begegnet unter anderem unserem Küchenchef Mr. Bowland. Der Gute wirkte aufgeregt, der Herd war defekt und er musste beginnen das Abendessen vorzubereiten.“ Der schwere Metallarm ruhte wieder auf seinen Beinen. „Ich hab den Herd repariert und einige andere Kleinigkeiten, wo ich schon mal dort war. Ich hoffe sie mögen Kartoffeln? Es gibt wohl Kartoffelsuppe. Hat mich einige Zeit gekostet, hatte die Küche kaum verlassen, da hat mich dieser Gorilla... äh Mr. Smith hierher gezerrt.“

Wieder ein kurzer Aussetzer und wieder schien sich die Victory für einen furchtbar kurzen Augenblick im freien Fall zu befinden. Amüsement und Zorn, hatten einer nervösen Anspannung Platz gemacht, welche gepaart wurde mit einer Entschlossenheit, die fast schon bewundernswert war. „Wenn Sie nicht wollen, dass wir in die Tiefe stürzen, schlag ich vor Sie stellen ihre Fragen, während ich in meinem Maschinenraum bin...“
Vor Jahren hatte es an Bord seines Schiffs eine Explosion gegeben. Die Energiequelle war überhitzt. Die Explosion hatte das Schiff zerlegt, einem Teil der Crew das Leben gekostet und ihm den Arm genommen. Seine Frau hatte ihn verlassen, das Kind mitgenommen. Einen arbeitslosen Krüppel wie ihn wolle sie nicht zum Mann. Selbst als er wieder einen Arm und einen Job hatte. Sie war nie zurückgekehrt. Doch war es nicht ihr Gesicht, dass seine Träume heimsuchte, sondern die verbrannten Gesichter der toten Crewmitglieder. Hätte er das Problem eher gesehen, hätte er sie vielleicht retten können. „...ich lass keine weitere Crew sterben. Verhören Sie mich. Foltern sie mich. Klagen Sie mich wegen Hochverrats an, aber lassen Sie mich eine Katastrophe verhindern...“ Seine Stimme war am Ende nur noch ein flehendes Wispern.

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Beitrag von Adrian Kane am Di Feb 19 2019, 17:21

Sein Blick hielt den des Ingenieurs mehrere Herzschlaege lang, als wuerde er etwas in den Augen seines Gegenueber suchen. Dann wandte sich der Lt. wieder seinem Buch zu und machte ein paar Notizen. Rein aeusserlich erweckte er nicht den Eindruck, als ob das imminente Schwebemotorversagen ihn in irgendeiner Weise belastete. "Schokoladenkuchen und Pralinen?" fragte er dann, ohne seine Schreiberei zu unterbrechen. "Sie sprachen von 'Gebaeck", aber ihre Hoheit scheint dieser Tage ein besonderes Interesse an Schokolade zu haben, wie man hoert", seine Stimme klang in etwa so, als wuerde jemand das Wetter beschreiben. Schliesslich legte er den Stift beiseite.

"Ihrem Rang entsprechend werde ich Sie also Chief Walker nennen oder nur 'Chief'", begann er und packte dabei das Buch in eine seiner Innentaschen. "Sie scheinen wenig Vertrauen in die Faehigkeiten ihrer Mechaniker zu haben. Second Chief Higgs soll ein kompetenter Mann sein, wie mir gesagt wurde, sehen sie das nicht so?" Ohne auf eine Antwort zu warten fuhr er fort: "Wie dem auch sei, basierenden auf ihrer Aussage sind sie nun seit mindestens 42 Stunden auf den Beinen, wenn nicht gar mehr", der Lt. hielt inne um die Worte einwirken zu lassen, "Waeren wir nicht de facto im Kriegszustand hier draussen, muesste ich sie entweder in ihr Quartier stecken oder von Doktor Perkins fuer acht Stunden oder mehr ruhig stellen lassen", er liess den Stift durch die Finger seiner Hand wandern, offensichtlich nachdenklich.

Ohne eine Vorwarnung stand er schliesslich auf und nickte Walker zu. "Mr. Bowland's Kartoffelsuppe hat wohl schon die ein oder andere Meuterei verhindert und wenn er ihre Geschichte bestaetigt, waere das zumindest gut genug fuer mich", ein kurzes, metallenes Quietschen zog sich durch den Schiffskoerper. "Nun gut, Chief, ich kann sie nicht unbeaufsichtigt lassen, aber offensichtlich sind ihre Talente in dieser Verhoerzelle mehr als verschwendet", er blickte vielsagend in Richtung des Ausgangs, stiess die Tuer auf und legte dann ein strammes Schritttempo vor. Das kleine Geraet am Arm kam einmal mehr zum Vorschein, Raith fuehrte es nahe an seinen Mund und sprach scheinbar er ein paar Worte.

Der relativ kurze Weg verlief ohne Zwischenfaelle. Hier und da huschten ein paar besorgte Gesichter vorbei, hauptsaechlich Zivilisten, die natuerlich von der angeblichen Sabotage und der Gefangennahme des Chefingenieurs gehoert hatten. Und selbst diejenigen, welche nicht davon gehoert hatten, wussten zumindest um die schlechte Verfassung des Antriebs. Man musste dafuer kein Experte auf dem Gebiet sein, sondern einfach nur gut genug hinhoeren oder die Mikroaussetzer spueren. Die beiden Marines, die an der massiven Tuer zum Maschinenraum Wache hielten, salutierten knapp und traten dann beiseite. Ein gefuehlte Sekunde spaeter war der 2nd Chief an Walker herangetreten und bombardierte ihn mit einem Schwall technischer Fragen, untermauert von einer Reihe wilder Gesten, die auf alle moeglichen und unmoeglichen Geraete, Rohre und Schlaeuche gerichtet waren. Raith lehnte an die massive Innenwand des Schiffes und hatte erneut sein Buch aufgeschlagen. Obschon er desinteressiert wirkte, folgten seine Augen nicht nur den Buchstaben vor ihm.

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Beitrag von Hikari am Fr März 01 2019, 13:08

Ein leiser Seufzer verließ die Lippen des Ingenieurs, als Raith seinen kleinen Scherz mit einer Ernsthaftigkeit beantwortete, die den Drang ihn ihm erweckte sich die flache Hand ins Gesicht zu schlagen. //Jemand sollte dem Mann den Stock aus dem Hintern ziehen.//. Ein flüchtiger Gedanke, der so schnell ging wie er gekommen war, aber dennoch... Betrachtete man Gestik und Mimik des Lt. war er der ‚perfekte Soldat‘.

Nathan war sicher, gäbe man diesem Mann seinen künstlichen Arm... nein... nähme man ihm alles außer Herz und Hirn, er wäre das perfekte, emotionslose Mordinstrument. Nicht, dass er letzteres nicht eh schon wäre. Eine der vielen Schachfiguren ihrer Majestät. Abwesend strich er sich über die Bartstoppeln während er Laurence musterte als sei dieser eine seiner Apparaturen. Nur vage drangen die Worte zu ihm durch und die grünen Augen des Brünetten huschten kurz von Raith zur Tür und wieder zurück.

„Lieutenant, Sie waren nie im Maschinenraum, oder?“ Der Blick fragend, das Haupt leicht zur Seite geneigt, fast wie ein Hund der auf sein Herrchen wartete, fuhr er fort. „Alistair? Ehrlich gesagt frage ich mich schon länger warum nicht er Chief geworden ist und ich an seiner statt Second Chief. Dieser Mann ist ein Genie! Ich vertraue ihm, aber er allein kann unmöglich den halben Maschinenraum reparieren. Nicht, wenn SIE darauf bestehen, dass wir unsere Pausenzeiten einhalten.“ Dabei zeigte der metallische Zeigefinger unvermittelt auf den Schwarzhaarigen gegenüber. „Vielleicht sollten Sie, Lt. den Verantwortlichen bei einer nächsten Mission dieser Art vorschlagen weniger Zivilisten und mehr Ingenieure anzuheuern...“ Miene und Tonfall des Ingenieurs hatten sich verändert. Während Nathan über Mr. Higgs mit größter Bewunderung sprach, war die Stimme zum Ende hin ein emotionsloser Brei geworden, der dem Lieutenant vor ihm in nichts nachstand.

Zorn und Frustration. Sogar eine gewisse Spur an Humor. Nichts von alledem hätte eine Wirkung auf diese Marionette vor ihm. Bemüht gleichgültig beobachtete der Ingenieur wie der Uniformierte aufstand, die Tür mehr oder weniger auftrat und dann in raschen Schritten davon eilte. Er bemühte sich mitzuhalten, aber war während des kurzen Wegs trotzdem immer einige Meter hinter dem Lt.. So bekam er auch nicht mit was der Schwarzhaarige in das kleine Gerät an seinem Arm sprach. Tatsächlich nicht einmal, dass er das überhaupt tat.

Wenn es stimmte und die Energiequelle das Problem war, ja wenn sie sogar überhitzte, er wusste nicht wo er die Ersatzteile herbekommen sollte. Wusste nicht, woher alle nötigen Materialien nehmen sollte um eine neue nicht magische Quelle zu erschaffen. Vielleicht... konnte er wenigstens etwas tun, damit die Victory irgendwo Notlanden konnte. Das Unglück lang genug hinauszögern vielleicht?

Das Geschäftige Tun im Maschinenraum beruhigte den jungen Chefingenieur für einige Augenblicke und er atmete den vertrauten Geruch von Ölen, Schweiß und Alkohol ein. Sie waren keine geschätzte Gesellschaft: Zu schmuddelig. Mahlzeiten und abendliches Vergnügen wurde unter ihnen im Schutz ihres Arbeitsplatzes zelebriert. Sicherlich war das etwas was bei Mister Stock im Hintern zu weiteren Missfallen führte, aber das war eine Sache um die er sich kümmern würde, wenn die Victory wieder schnurrte wie eine Katze.

Higgs hastiges Gefasel beendete der Braunhaarige, indem er die schwere Hand aus Metall auf die Schulter des Second Chief fallen ließ. Die grünen Augen schienen eine Ruhe auszustrahlen, die Alistair zu fehlen schien. Die Worte die folgten waren klare Anweisungen für all die nervösen Gestalten, welche sich noch im Raum befanden und nicht ihrer Zwangspause unterlagen. Zwei Gruppen sollten sich je um Hauptantrieb und Schwebeapparat kümmern. Doppelt und dreifach nach Fehlern suchen. Während Higgs und er selbst sich die Energiequelle ansahen.
Nur eine Person im ganzen Maschinenraum, schien nach dieser knappen Aufgabeneinteilung arbeitslos zu sein: Der Lieutenant.

Walker selbst verharrte noch einen Moment an der Stelle, an welcher er durch Alistair abgefangen worden war und machte dann so abrupt kehrt, dass er es tatsächlich schaffte Laurence das Buch aus den Händen zu nehmen. Er hielt dem Blick des Bestohlenen für einige Sekunden stand, bevor er das Buch unnötig laut zuschlagen ließ, eher er es sich unter den menschlichen Arm klemmte. „Sie sind eine Gefahrenquelle wie jede andere Sir. Ich bin mir sicher, dass sie Verständnis dafür haben, dass Informationen über den Maschinenraum nützlich für Sabotageakte des Feindes sind.“ Es war deutlich, dass er auf die Mitschriften, anspielte, welche Raith während des Verhörs in selbigen Buch niedergeschrieben hatte. Es war deutlich, dass er nicht zulassen würde, konnte, ja sogar durfte, dass der Lt. irgendwelche brisanten Details in diesem Buch niederschrieb. „Sie bekommen es natürlich zurück.“

Ohne eine Antwort abzuwarten, drehte sich der Mechaniker um und folgte Higgs. Das Buch immer in sicherer Nähe, machten sich die zwei daran nach der Ursache des Problems zu suchen. Immer wieder unterbrochen von den Aussetzern des Schwebeapparats.


Minuten wurden zu Stunden während die Müdigkeit immer wieder wie Blei über Nathans Körper legte und der Arm schien schwerer und schwerer zu werden, während er unermüdlich nach einer Lösung zu suchen schien. Er wusste nicht wie viele Stunden er schon versuchte dieses Rätsel zu lösen.
Er beugte sich gerade müde über Blaupausen, flüsterte rasche Worte zu Higgs, als das Schiff zum Hundersten Mal an diesem Tag für wenige Sekunden in den freien Fall ging. Die grünen Augen huschten zum Lieutenant und mit der menschlichen Hand gab er dem Soldaten ein Zeichnen näher zu treten. Als sie ungestört am Tisch waren, war seine Stimme nur ein Wispern. Zu sehr fürchtete er sich vor Unruhe der Crew. „Sir? Besteht die Möglichkeit zur Evakuierung? Hauptantrieb und Schwebeapparat sind intakt. Nicht mal eine Schraube locker. Ich hab es mehrfach überprüfen lassen, mehrfach selbst überprüft. Das Problem ist die Energiequelle und wir haben nicht die Ressourcen und Zeit um etwas zu bauen, dass das ganze Schiff am Laufen hält.“
Seine Schulter zuckte und für einen Moment wirkte es wie ein Akt der Gleichgültigkeit, doch war es nur der Versuch den künstlichen Arm wieder in Bewegung zu setzten – ohne Erfolg. „Wir könnten genug Energie aufbringen um Antrieb und Schwebeapparat lang genug für eine Notlandung am Laufen zu halten.“ //Mehr können wir im Moment nicht tun//, fügte er in Gedanken hinzu und blickte kurz in die blauen Augen des Lt., bevor er ihm das Buch auf den Tisch mit den Blaupausen legte. Nathan wusste nicht, was genau das Problem war. Die Apparaturen waren intakt. Nur die Magie, welche alles antrieb schien zu flackern, ja geradezu zu verlöschen. Als würde irgendetwas sie aufsaugen wie ein Schwamm Wasser.

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Beitrag von Adrian Kane am Fr März 01 2019, 19:17

Raiths sonst so neutrale Mimik verfinsterte sich fuer den Bruchteil einer Sekunde unheilversprechend. Der linke Arm, eben noch das kleine Schriftstueck haltend, spannte sich ueberraschend schnell an, wie eine Schlange, die spontan zum Angriff uebergehen wollte. Dann war es auch schon wieder vorbei und der Lt lehnte sich erneut an das kalte Metall der verstaerkten Innenwand, wo er regungslos verharrte wie ein steinerner Gargoyle auf der Spitze irgendeiner gotischen Kapelle, welcher seine jahrhundertlange Wacht hielt. Einzig die blauen Augen folgten den Geschehnissen und ruhten verdaechtig oft auf dem kleinen, abgegriffenen Lederbuch.

Die Zeit verstrich fuer ihn relativ ereignislos. Hin und wieder sah man ihn in das Geraet am Arm sprechen, was manche Leute aufgrund der Vielzahl der verfuegaberen Funktionen und Anwendungsmoeglichkeiten Uni nannten und in der Regel nur Offizieren zur Verfuegung stand. So auch gerade, als Walker ihn zum Tisch winkte. Raith verlor keine Zeit und machte sich auf den Weg, wo er direkt sein Eigentum wieder in Beschlag nahm. Es verschwand in einer kleinen Innentasche seiner Uniform. Dann bedachte er Walker mit einem langen Blick, der den Mann zum ersten Mal seit ihrer kurzen Zeit zusammen wirklich wahrzunehmen schien. Als waere der Chief bis dato nur irgendeine schemenhafte Gestalt unter vielen gewesen. Nur eine weitere verlorene Seele auf einem scheinbar verlorenen Schiff. Der Lt antwortet nicht. Stattdessen glitt sein Blick ueber die Schulter, auf den kuenstlichen Arm des Chiefs, welcher im Moment regungslos war. Dann runzelte er die Stirn.

"Evakuierung?", das Wort gefiel ihm offensichtlich nicht besonders, fast koennte man meinen, er haette es noch nie gehoert. Sein Kopf dreht sich ansatzweise nach Links und Rechts, den grossen Raum absuchend, als ob er erwartete, dass ein paar der Maenner spontan anfangen wuerden zu Lachen und sich Walkers Anfrage als Scherz entpuppte. Nachdem nichts passierte legten sich die kalten Augen wieder schwer auf den uebermuedeten Ingenieur. "Sie sind sich sicher", es klang zunaechst wie eine Frage, haette aber auch eine Feststellung sein koennen und wahrscheinlich war es eine, denn Raith wartete nicht auf eine Antwort sondern hob das Uni wieder in richting seines Mundes.

"Raith!", eine weibliche Stimme ertoente wenige Schritte hinter den beiden Maennern, untermauert von Stiefelabsaetzen, die hart auf den metallenen Gitterboden des Schiffes aufschlugen wie Haemmer auf einem Amboss. Sie gehoerten zu einer blonden, hochgewachsenen Frau, mit stahlgrauen Augen. Ihre Zuege waren markant, symmetrisch und alles an ihr schien darauf hinzudeuten, dass sie einer langen Linie alten, englischen Adels entsprang. Mary Catherine Duchess of Cornwall war Second Lieutenant an Bord der Victory und man munkelte, dass sie ihr eigenes Kommando auf einem kleineren Schiff ausgeschlagen hatte um auf dem neuesten Schiff der Royal Navy zu dienen. Vor weniger als einem Jahr hatte sie in einer beispiellosen Zurschaustellung von taktischem Genie und kalter Brutalitaet einen franzoesischen Angriff auf die britischen Schiffswerften in Halifax abgewehrt, was ihr, unueberraschenderweise, den Spitznamen Bloody Mary II eingehandelt hatte.

"Verdammt, Raith", sagte sie und starrte ihren Untergebenen an. Laurence war der vierte Lt von insgesamt vier und damit de facto zwar Teil der Kommando- aber nicht der Brueckencrew. "Bartholomew pfeift aus dem letzten Loch, die Avignon treibt sich hier herum, Davenport ist ein voellig inkompetenter Buerokrat, der sich besser mit Akten und schottischem Whiskey auskennt als mit Schiffen, geschweige denn mit dem Kommandieren von einem und wir sind immer noch...", sie hielt inne als sie Walkers Anwesenheit bemerkte. "Geben Sie uns etwas Privatsphaere, Chief", befahl sie, nicht unhoeflich, aber bestimmt. "Der Captain liegt im Sterben, Laurence", war das Letzte, was der junge Ingenieur noch von der Konversation mitbekam, bevor sich die allgegenwaertige Geraeuschkulisse von arbeitenden Maschinen darueberlegte. Man konnte sehen, dass der 2nd Lt nahe an Raith herangetreten war und die beiden weitere Worte austauschten. Hin und wieder nickte der Mann in Walkers Richtung und das Gesicht der Aristokratin verdunkelte sich. Kurz darauf winkte sie ihn mit einer knappen Handbewegung zum Tisch zurueck.

"Sagen Sie mir, Walker. Basierenden auf ihrer Erfahrung, wurde der Antrieb wirklich sabotiert?", kam sie direkt zum Punkt. Ohne abzuwarten drehte sie sich kurz zur Seite. "Es ist jetzt auch egal. Ich werde Davenport darueber informieren, was getan werden muss. Der liebe Gott allein weiss, ob das bis zu seinem Buerokratenhirn durchdringen wird oder nicht." Die Frau schwieg einen Moment und wandte sich dann wieder an den Ingenieur. "Geben Sie mir genug Energie um diesen verdammten Schrotthaufen vor Bermuda notzuwassern. Es ist mir egal wie Sie das anstellen und was sie dafuer tun muessen, hoeren Sie?" Der Stahl in ihren Augen schien kurz davor Feuer zu fangen. "Vielleicht bricht sich Davenport bei der Wasserung das Genick, das waere fuer uns alle am besten", kommentierte sie trocken. Raith raeusperte sich hoerbar und blickte dann bestimmt auf Walker. "Was?" entgegnete die Frau. "Ich dachte man kann ihm vertrauen? Der Chief will sicher auch keinen uebergewichtigen Papiertiger als Captain haben" sie wartete nicht auf eine Reaktion. "Gentlemen, Bermuda und ganz besonders der Hafen von Hamilton ist ein verfilztes, weitgehend unkartographiertes Piratenloch und schon lange nicht mehr unter der Kontrolle der Krone, nur damit sie Bescheid wissen...", ein melodioeses Piepen erklang aus ihrem Uni. "Lieutenant, wir brauchen sie auf der Bruecke", sprach eine angespannte Stimme. Die Blonde hob frustriert die Haende und schuettelte den Kopf. Sie nickte Walker zu und wandte sich zum Gehen. Ihr Blick hing noch einen Moment an Raith, dann stuermte sie aus dem Raum.

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Beitrag von Hikari am Sa März 02 2019, 13:05

Auch wenn Nathan zugeben musst, dass ihm die Adelige sympathisch war, schwieg für den größten Teil ihrer Anwesenheit. Seine wirkliche Einschätzung schien sie ohnehin nicht zu interessieren. Jedes Mal, wenn er zu einer Antwort ansetzte war die Dame bereits drei Sätze weiter und für einen Augenblick fragte er sich was er hier überhaupt tat.

Er unterdrückte ein Gähnen und starrte stumm auf die Blaupausen während sich die Schritte der Duchess of Cornwall entfernten. Nur kurz blickte er zu Raith und murmelte etwas das verdächtig nach „Sie sollten die Frau heiraten. Ihre Wesenszüge täten Ihnen gut, Sir.“ Klang, wurde jedoch überschattet von der Stimme des Chiefs als er einige seiner Leute zu sich rief.

Im Gegensatz zur Meinung des 2. Lt. war die HMS Victory alles andere als ein Schrotthaufen. Sie war voll funktionstüchtig. Ja sogar die Energiequelle war unbeschädigt. Alles was Schwierigkeiten bereitete war der Magiekern. Das spürte der Ingenieur an seinem eigenen Arm. Die Erschöpfung hatte es ihm schwer gemacht den Arm zu heben, aber was ihm während des Auftritts der Duchess bewusst geworden war, war sehr viel weitreichender: Die Weiterleitung der Nervenimpulse hatte versagt und verdammte den Arm zu vollkommener Immobilität.

Wie die Energiequelle besaß auch der Arm des Chiefs einen Magiekern, der die Funktion der Prothese garantierte und sie hatten beide versagt. Doch das waren Details die niemanden kümmerten. //Reparieren sie ein intaktes Schiff. Egal wie.//, huschte es durch seinen Kopf, als er mit der menschlichen Hand auf die Pläne unter sich deutete und der Gruppe um sich herum genauste Instruktionen gab, wie und wann der Magiekern zu entfernen war und wie sie alternative Energie erzeugen konnten.

Schnell war der Raum erfüllt von weiterem Lärm und während sich die Crew an die Arbeit machte, die Energiequelle umzubauen und Eimer voll Wasser herbei zu schleppen, verharrte der Chief an Ort und Stelle und rollte die Blaupausen zusammen, welche wieder unter dem Tisch verschwanden. So wie er jetzt war, war er von keiner großen Hilfe. „Koste es was es wolle, huh?“, murmelte er mehr zu sich selbst als zu irgendjemand anderen. Dann rief er Higgs zu sich. Ließ sich einen Satz Werkzeuge, darunter ein Skalpell in einen kleinen Raum am Ende des Maschinenraums bringen. Offensichtlich so etwas wie sein Büro, welches er aber, wenn man die Staubschicht bedachte, seit Beginn der Reise nicht genutzt hatte.

Nachdem sich Walker aus dem Hemd hatte helfen lassen kam nicht nur der Metallarm, welcher bereits mit der Schulter begann sondern auch ein zur Hälfte von Brandnarben verzerrter Oberkörper zum Vorschein. Mögliche Blicke störten den Ingenieur schon lange nicht mehr und ohnehin waren die Narben, das geringste Opfer, dass er damals gezahlt hatte. Zu gefesselt von seiner Arbeit war sich der Mechaniker nicht ein Mal sicher ob der Lieutenant ihm gefolgt war. Falls ja musste es für Außenstehende wie Laurence zunächst absurd erscheinen, dass der Chief sich den eigenen Arm wieder abnahm – eine Teils blutige Aktion, welche er mit dem eigenen Hemd ‚sauber‘ hielt. Der wahre Grund dieser Tortur wurde erst ersichtlich als er sich mit dem Skalpell die kleine Kugel aus geschliffenen Quarz aus dem Stumpf holte. Sie war nicht größer als ein Augapfel und der entscheidende Faktor, dafür, dass seine Prothese seinem echten Arm, was die Reaktionszeit anging um nichts nachstand.

Eingebettet in seinen Schulteransatz, mit Magie beladen, leitete das kleine Objekt die feinsten elektrischen Impulse in die Prothese weiter, welche sein Gehirn über die Nervenbahnen dorthin entsandte.
Das Objekt vor ihm, welches er wie die Lösung des Problems anstarrte, während es auf dem Staubbedeckten Tisch lag und der Ingenieur das Hemd gegen den Stumpf presste, war eine kleinere Kopie des Magiekerns, welcher das ganze Schiff mit der nötigen Energie versorgte.
Und beide von Ihnen hatten Probleme bereitet mit dem kleinen Unterschied, dass das Exemplar im Arm des Ingenieurs kein ganzes Luftschiff versenkte.

Aber er war sich sicher, dass dieses Objekt mit genug Zeit und nach einer hoffentlich sicheren Notwasserung, die Antwort enthielt. Wäre er nur nicht so verdammt müde.

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Beitrag von Adrian Kane am So März 03 2019, 21:34

Seine Augen folgten der Duchess aus dem Maschinenraum bis die Sicherheitstuer wieder zugeschlagen war. Wenn man die Energie dieser Frau nur irgendwie anzapfen koennte, die Victory wuerde zum Fruehstueck wahrscheinlich im Lufthafen von Singapur einlaufen. Oder wo auch immer ihr eigentlicher Bestimmungsort lag. Raith wusste es nicht. Seine Hand fuhr ueber den Offiziersmantel wo sie die kleine Woelbung fand, in welcher das Buch steckte. Eigentlich war es ihm auch egal. Der Captain oder Davenport sollten sich mit den Feinheiten ihrer Mission befassen. Schliesslich war er nur Infantrie und die Fliegerei hatte sich zu schnell als zu kompliziert herausgestellt. Zuviele Parteien wollten ein Stueck vom Kuchen, alle hatten ihre Finger im Teig und jeder wusste es besser. Am schlimmsten war, dass sie ihn noch in ihr politisches Kaspertheater miteinbezogen. Walker murmelte etwas, doch die allgegenwaertige Geraeuschkulisse des Raums verschluckte Teile davon.

Stoisch unterdrueckte Laurence ein Schmunzeln. Im Tierreich gab es Spezies, wo das Weibchen das Maennchen nach dem Paarungsakt verspeiste. Daran hatte er unweigerlich denken muessen, als die Duchess an ihn herantrat. Sie war nicht nur ein faehiger und ambitionierter Offizier, sondern obendrein noch Aristokratin. Und nicht nur irgendeine, sondern altes Blut, wenn er es richtig im Kopf hatte. Jeder Schritt, jeder Fingerzeig, jedes Augenklimpern hatten bei dieser Frau Kalkuel. Vielleicht waere sie ja wirklich ein besserer Captain als Davenport. Letzter entstammte einer einflussreichen Kaufmannsfamilie, welche, so sagte man, das Ohr der Koenigin selbst habe - sehr zum Leidwesen des Adels, natuerlich. Immer oefter hatte man dort feststellen muessen, dass das englische Pfund im Kriegsfall mehr wiegt als eine Abstammungsurkunde. Vertreter beider Seiten buhlten derzeit um seine Gunst, auf ihre eigene Weise, denn ein Kommandowechsel war immer eine turbulente Sache, er hatte es selbst oft genug auf dem Schlachtfeld gesehen. Dinge passierten. Leute verschwanden. Viele der Marines an Bord hatten entweder mit oder sogar unter ihm gedient und auch wenn sie offiziell einem Navy-Lieutenant und dem Captain unterstellt waren, wuerden sie doch zu ihm schauen. Alle wussten es. Er massierte sich die Schlaefe. Das bereitete ihm mehr Kopfschmerzen als die vor ihnen stehende Notwasserung. Es war absurd.

Seine Aufmerksamkeit kehrte in das Hier und Jetzt zurueck. Walker war verschwunden. Entfernt erinnerte sich Raith daran, dass der Mann ein paar Befehle gegeben hatte. Die allgemeine Hektik, die um ihn herum aufgezogen war wie ein herbstlicher Regenschauer ueber London, bestaetigte das. Einer der Mechaniker verwies ihn in Richtung eines Raums irgendwo versteckt hinter allerlei Apparaturen, Roehren und Schlaeuchen, deren Funktion sich Raith verschloss. Der Lt begab sich dorthin, darum bemueht so wenig wie moeglich den Leuten bei ihrer Arbeit in die Quere zu kommen, was sich als komplizierter herausstellte, als man meinen koennte, da er nebenbei noch einen besorgten Davenport am Uni hatte. Dort angekommen beobachtete er, an den Tuerrahmen gelehnt, den juengeren Mann eine Weile lang bei seinem Tun. Falls ihn der blutige Anblick in irgendeiner Form bewegte, so zeigte er es nicht. "Chief", sagte er schliesslich mit ruhiger Stimme als der Angesprochene auf ein ruendliches Teil auf dem Tisch starrte, das vielleicht ein Magiekern, aber auch ein Kugellager oder irgendetwas anderes sein koennte. "Die Bruecke ist bereit das Schiff auf ihr Geheiss hin zu Wassern", erklaerte Raith und schuettelte innerlich den Kopf. Er hatte zu viele voellig erschoepfte Soldaten gesehen und der jetzt einarmige Mann vor ihm musste wohl kurz davor sein zu Halluzinieren. Am liebsten wuerde er ihn sofort in seine Kabine zerren und erst nach einigen Stunden Schlaf wieder rauslassen. "Zwei Dinge noch", er hob den linken Zeigefinger, "Mich wuerde ihre Antwort auf die Frage des 2nd Lt interessieren." Der Mittelfinger gesellte sich dazu: "Nachdem das Schiff sicher gewassert ist, ruhen sie sich fuer mindestens 12 Stunden aus", die ploetzliche Festigkeit seiner in seiner Stimme machte deutlich, dass es keine Bitte war.

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Beitrag von Hikari am Do Apr 25 2019, 11:45

Merklich zuckte der Ingenieur zusammen als Raith ihn ansprach. Scheinbar zu sehr in seinen eigenen Gedanken versunken, hatte er das Eintreten des Lieutenant gar nicht bemerkt. Nun starrten ihn die grünen Augen an wie ein Reh, welches von Scheinwerfern geblendet wurde und für einen entsetzlich langen Augenblick wirkte Nathan zerbrechlich wie eine Puppe.
Dann kehrte so etwas wie Leben zurück in die Gestalt und die der Blick des Brünetten verfing sich in diesem seltsamen Mattblau, welches die Augen des Lieutenant erfüllte. War da so etwas wie Sorge in den Worten des Soldaten? Eine Gefühlsregung? Sein Blick löst sich von diesem Meer aus blau. Nein... dieser Mann vor ihm war unmöglich zu so etwas fähig. Es waren Vorschriften an welche Raith ihn erinnerte mehr nicht.
Mit einem tonlosen Seufzen ließ sich der Mechaniker auf den Stuhl an seinem Schreibtisch fallen. „Zu der Frage des 2nd Lt.. Ich schließe Sabotage aus.“ Seine menschliche Hand hielt den Magiekern aus seiner Schulter hoch so, dass Raith einen besseren Blick auf das Stück Quarz werfen konnte. „Dieser kleine Kern ist wie eine Miniatur-Replik des Energie-Kerns der Victory. In der Theorie jedenfalls. Quarz in seiner reinsten Form, wie jener des Victory-Kerns ist teuer.“, anhand des ausweichenden Blickes und der leichten Schamesröte im Gesicht des Mannes war deutlich, dass ihm dieses indirekte Eingeständnis seiner eher schlechten, finanziellen Lage peinlich berührte, ehe er fortfuhr. „Nichts desto trotz. Ihre Funktionsweise ist dieselbe. Sie speichern Magie und geben diese in geringen Mengen wieder ab. Wir haben die Geräte überprüft. Mehrfach und keines von ihnen ist defekt. Nur der Kern... die Kerne“, korrigierte der junge Mann mit einem Blick auf das Objekt in seiner Hand. „Sind leer. So als wäre die Magie einfach verpufft oder entzogen worden. Ich bin nicht gerade ein Experte auf dem Gebiet der Magiegewinnung und Speicherung, aber davon das Magie einfach so verschwindet, habe ich noch nie gehört.“ Seine Hand legte die Kugel vorsichtig auf den Tisch ab und er hob den erschöpften Blick wieder zu Raith. „Eine Gerätschaft, welche einen Kern wie den der Victory entleeren soll, ist kein kleines handliches Uni und hätte am Schiff angebracht werden müssen. Es wäre nicht zu übersehen gewesen.“
So deutlich er die Sabotage ausschloss so unsicher war er sich ob seiner Fähigkeiten dieses Schiff wieder zu reparieren. Wenn er nicht wusste wie oder durch was die Energie sich verflüchtigte, konnte er auch keine Strategie entwickeln um es zu verhindern. Er war eben nicht das Genie für das ihn alle hielten, wieder dieses Seufzen, begleitet von einem leichten Schwanken als er vom Stuhl aufstand. Die Zweifel an sich selbst waren ihm ins Gesicht geschrieben. „Haben Sie sich je gefragt, ob Sie nicht den falschen Chief gewählt haben?“

Er ließ die Frage offen im Raum hängen, während er sich das nun noch verschmutztere Hemd überwarf und daran machte sich an Raith vorbei aus der Tür zu quetschen. „Ich hab Higgs bereits angewiesen Sie über den besten Zeitpunkt für die Notwasserung zu informieren. Ich komme dann mal ihrer Bitte nach.“ Falls er auf dem Weg dahin nicht stolperte so wie er nun schlurfte. Ein ruhiger Schlaf würde es nicht werden. Vermutlich würden ihn wieder Alpträume plagen.

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Beitrag von Adrian Kane am Sa Jul 20 2019, 14:03

Raith trat beiseite und liess den Chief an ihm verbeischlurfen. Sein Mund oeffnete sich halb. Vielleicht ein paar aufbauende Worte, etwas, dass dem Mann versicherte, er war der richtige fuer den Job. Der Moment kam und ging. Einzig mechanisches Klicken und Klackern, sowie das Zischen eines Hochdruckventils begleiteten den jungen Mann nach draussen. An seinen besten Tagen war der Lt. kein besonders aufbauender Redner und hier war er ueberdies so gar nicht in seinem Element, von daher wuerde der Mechaniker seine Selbstzweifel zunaechst alleine bewaeltigen muessen. Raiths Mund schloss sich wieder. Sicher, er hatte etwas sagen wollen, aber wenn alle Optionen dumm klangen, war Schweigen fuer ihn die bessere Wahl. Vielleicht wuerde es auch bald keine Rolle mehr spielen denn zunaechst einmal musste das Schiff die Notwasserung einigermassen intakt ueberstehen.

Sein Aermel wischte sich ein paar Schweissperlen von der Stirn, als er Higgs bei seinem Treiben beobachtete. Der Chief hatte Sabotage ausgeschlossen und dennoch beschlich Raith ein seltsames Gefuehl wenn er ueber die Ausfuehrungen des Mannes nachdachte. Einiges davon erinnerte ihn an die Diskussionen, welche ob der Inbetriebnahme dieser Art von Schiff entbrannt waren. Zu unsicher sei die Technologie. Zuviele unbekannte Variablen. Zuviel 'Hokus Pokus' und natuerlich: 'Die Navy gehoert auf die See und nicht in die Luft'. Es war, wie sooft, pure Notwendigkeit gewesen, welche die Briten schliesslich ueber die Wolken gedraengt hatte. Militaerischer Zugzwang. Aus Angst, von den Franzosen und Spaniern abgehaengt zu werden, wurden die meisten Zweifel bereitwillig ueber Bord geworfen und, zugegebenermassen, hatten alle Schiffe bislang wenig bis gar keine Anzeichen von Unzuverlaessigkeit gezeigt. Bis heute.

Sein Magen fuehlte sich ploetzlich einmal mehr so an, als wuerde er sich durch die Speiseroehre nach oben schieben, nur am dann mit Macht wieder nach unten gedrueckt zu werden als die Schwebemotoren ihre Arbeit widerspenstig wieder aufnahmen. Ein weiterer Vorgeschmack auf die Dinge, die da kommen moegen, dachte er als der 2nd Chief auf ihn zurannte. Die Miene des Mannes erinnerte  an jemanden, der innerlich mit seinem Leben abgeschlossen hatte oder zu erschoepft war, sich noch weiter um Fragen der Existenz zu scheren. Ein schwarzer, oeliger Film lief an seiner rechten Wange hinunter und anscheinend hatte er sich den Unterarm verbrannt. "Jetzt oder nie Lt. !" rief er ihm zu. Laurence sprach in sein Uni. "Maschinenraum bereit bereit zum Notwassern", der ruhige Klang seiner eigenen Stimme ueberraschte ihn. Zur Bestaetigung ertoente ueber die Schiffslautsprecher der allgemeine Alarm, drei langgezogene Hornsignale, gefolgt von der Durchsage, dass Besatzung und Passagiere sich auf eine Notwasserung bereit machen sollte. Raith verliess rennend den Maschinenraum als die Nase des Schiffes sich auf den Atlantischen Ozean ausrichtete.

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