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Beitrag von Umbra am Mi Sep 27 2017, 18:51

„Ich glaube, die größte Barmherzigkeit dieser Welt ist die Unfähigkeit des menschlichen Verstandes,
alles sinnvoll zueinander in Beziehung zu setzen. Wir leben auf einer friedlichen Insel der Ahnungslosigkeit
inmitten schwarzer Meere der Unendlichkeit, und es war nicht vorgesehen, dass wir diese Gewässer weit befahren sollen.“

H. P. Lovecraft, Der Ruf des Cthulhu




Der Cthulhu-Mythos – Eine Einleitung:
Die Werke von Howard Phillips Lovecraft sind Kult – und sie handeln von Kulten, von kosmischen Schrecken, vom Aufdecken von Dingen, die unentdeckt bleiben sollen, von Leid und von Wahnsinn. Auch wenn Lovecraft Zeit seines Lebens vergleichsweise geringen Erfolg hatte, ist sein Vermächtnis aus der heutigen Horrorliteratur nicht mehr wegzudenken. Vielen ist der Name Lovecraft kein Begriff, aber seine Fangemeinde ist größer denn je, und auch ich war sofort von seiner bizarren Welt fasziniert, als ich sie entdeckte. Das, was wir heute unter dem Cthulhu-Mythos verstehen, basiert auf den Werken Lovecraft und wurde von anderen Autoren über die Jahre erweitert. Alles steht unter der Prämisse, dass der gewöhnliche menschliche Alltag und auch alles, was Menschen denken, fühlen und im Allgemeinen kennen, im Vergleich zum Kosmos völlig bedeutungslos sind. Die Menschheit ist ahnungslos, ihr Horizont ist beschränkt... und das ist auch gut so. In Der Ruf des Cthulhu heißt es, zusammenfassend: „Ich glaube, die größte Barmherzigkeit dieser Welt ist die Unfähigkeit des menschlichen Verstandes, alles sinnvoll zueinander in Beziehung zu setzen. Wir leben auf einer friedlichen Insel der Ahnungslosigkeit inmitten schwarzer Meere der Unendlichkeit, und es war nicht vorgesehen, dass wir diese Gewässer weit befahren sollen.“ Denn die Wahrheit hinter den Zusammenhängen des Kosmos ist so fremdartig, bizarr und schrecklich, dass die Konfrontation mit ihr unausweichlich zum Wahnsinn führen muss. Je mehr man in diese Wahrheit eintaucht, desto mehr schwindet das Selbst, desto mehr verlieren die Dinge, die einem eigentlich wichtig sind, an Bedeutung.

Die Äußeren Götter
Die Äußeren Götter beherrschen das Universum, manche von ihnen mögen sogar von jenseits des Universums stammen. Sie sind allesamt extrem mächtige, fremdartige Wesen und zumeist blind. Nur wenige sind namentlich bekannt. Abgesehen von Nyarlathotep, haben sie kaum etwas mit der Menschheit zu tun, denn nur wenige für ihnen interessieren sich für die Belange der Menschen oder nehmen die Existenz der Menschheit überhaupt zur Kenntnis. Alle Rassen und viele niedere Gottheiten des Mythos erkennen die Äußeren Götter an, viele von ihnen beten sie an. Viele Gottheiten besitzen Avatare – spezifische Erscheinungsformen, die oft nur spezifische Eigenschaften der Gottheit repräsentieren. Kulte beten oft den Avatar einer Gottheit an, anstatt die Gottheit selbst.

Die Großen Alten
Die Großen Alten sind immens mächtige, außerirdische Wesen mit übermächtigen Fähigkeiten und gottartigen Eigenschaften, obwohl sie keine echten Gottheiten sind. Sie sind nicht ganz so übernatürlich wie die mächtigeren Äußeren Götter, aber in menschlichen Begriffen trotzdem schrecklich. Jeder Große Alte ist unabhängig von den anderen und viele von ihnen scheinen auf irgendeiner Weise eingekerkert zu sein. Man sagt, die Großen Alten können von einer Welt zur anderen springen, sobald die Sterne richtig stehen – wenn die Sterne nicht richtig stehen, können sie nicht leben. Dies bedeutet aber nicht den Tod, sondern eher eine Art Ruhephase. Menschen beten mit größerer Wahrscheinlichkeit Große Alte als Äußere Götter an, weil die Großen Alten relativ nah sind und sich auch häufiger mit menschlichen Angelegenheiten beschäftigen. Einer der Großen Alten ist Cthulhu. Zusammen mit dem Rest seiner Rasse schläft er im einer gigantischen Gruft am Grunde des Pazifiks. Alle auf der Erde bekannten Großen Alten werden von Menschen herbeigerufen oder angebetet, aber in Bezug auf Lovecrafts Geschichten ist Cthulhu der populärste unter ihnen. Die Einmischung in menschliche Angelegenheiten durch Große Alte erfolgt nur selten. Wahrscheinlich halten sie Menschen für nebensächlich oder unwichtig.

Dienerrassen
Bestimmte Rassen werden oft mit bestimmten Großen Alten oder Äußeren Rassen in Verbindung gebracht. Diese Dienerrassen fungieren als Attentäter, Sendboten, Spione oder Lieferjungen.

Unabhängige Rassen
Andere außerirdische Rassen spielen im Mythos ebenfalls eine Rolle, manchmal ist es ihnen auch gelungen, sich gegen die Großen Alten zu behaupten. Einige dieser Rassen stehen in keinerlei Beziehung zu bestimmten Göttern und andere interessieren sich nicht für Magie. Die unabhängigen Rassen spielen im Mythos für die Erdgeschichte eine enorme Rolle. Zu Beginn des Kambriums besiedelten Wesen, die man als Ältere Wesen kennt, einen Großteil der irdischen Landfläche und führten mit anderen Rassen Krieg und wurden schlussendlich in die Antarktis zurückgetrieben. Die Älteren Wesen züchteten Organismen, aus denen sich schließlich Dinosaurier, Säugetiere und Menschen entwickelten. Sie züchteten auch die Schoggothen, deren letzten Aufstand quasi zur Ausrottung der Älteren Wesen führte. Über die Äonen folgten weitere Konflikte zwischen außerirdischen Rassen auf irdischem Boden, auf die ich hier nicht näher eingehen werde. In der Gegenwart teilten sich die Menschen die Erde jedoch mit Tiefen Wesen (eine amphibische Rasse, die in erster Linie Cthulhu dient), den Ghoulen (die irgendwie mit den Menschen verwandt zu sein scheinen) und wenigen Mi-Go (eine interstellare Rasse, die eher einer Form von Pilzen ähnelt als Tieren). Andere Spezies besuchen gelegentlich die Erde oder schlafen oder sind inaktiv.


Zuletzt von Umbra am So Okt 22 2017, 21:48 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Geschichtlicher Kontext

Beitrag von Umbra am So Okt 22 2017, 17:40

Gangster – ein Mythos für sich. Man denkt dabei sofort an die Cosa Nostra und Al Capone, wenn die Worte „Gangster“ oder „Mafia“ fallen. In den 1920ern und 1930ern ist organisiertes Verbrechen weit verbreitet, aber auch unabhängigen Kriminellen wie dem berühmten Paar Bonnie und Clyde gehört die Bühne. Sie werden, trotz ihrer grausamen Taten, gefeiert wie Helden, weil sie die verhassten Banken um Geld erleichtern. In Zeiten der Weltwirtschaftskrise muss fast jeder den Gürtel enger schnallen und unehrliche Geschäfte sind da nicht nur verlockend, sondern auch ein Zeichen von Rebellion gegen das System. Städte wie Chicago oder New York sind zu dieser Zeit Heimat von mächtigen Verbrechersyndikaten, die die Straßen inoffiziell regieren. Organisiertes Verbrechen hat es in den USA schon immer gegeben, aber mit Einführung der Prohibition erlebte es einen enormen Boom. Statt mit Drogen, Glücksspiel und Prostitution, konnte ab 1920 mit Alkohol sehr viel schneller und einfacher Geld verdienen... denn Alkohol wollte fast jeder haben. In Zeiten der Großen Depression steigt die Verbrechensrate aufgrund von Armut in großen Teilen der Bevölkerung noch weiter ein. Das zunehmende Abdriften in die Illegalität ist auch für einst ehrliche Bürger kein seltenes Phänomen.

WIE KAM ES ZUR GROSSEN DEPRESSION?

Die Goldenen Zwanziger:
Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs befindet sich die USA in der Rezession. Über Jahre hinweg lag der Fokus auf der Rüstungsindustrie, und genau das wird der Wirtschaft nun zum Verhängnis. Der Export von Gütern ins zerstörte Europa kann das Wegbrechen der Rüstungsindustrie nicht ausgleichen und die Erhöhung der Leitzinsen durch die amerikanische Zentralbank macht es Privatinvestoren schwer, den Umbau der Wirtschaft in die Wege zu leiten. Das Bruttoinlandsprodukt fällt und die Arbeitslosenzahl schnellt in die Höhe. Doch schon kurze Zeit später, Mitte 1921, stabilisiert sich die Wirtschaft wieder und der Boom beginnt, dem die 1920ern den ihren goldenen Beinamen verdanken. Die Elektrifizierung der USA schafft mit einem Mal einen enormen Absatzmarkt für Elektroartikel und damit auch einen rapide wachsenden Arbeitsmarkt. Dies resultiert in einer gewaltigen Konsumwelle. Ehemaliger Luxus wie Automobile und Radios werden für jedermann erschwinglich, und jeder Haushalt stattet sich mit Kühlschränken, Staubsaugern, Waschmaschinen etc. aus. Dieser Boom schafft auch bei den Banken wieder Vertrauen in die Wirtschaft und es gibt günstige Kredite, die wiederum gern für den Konsum verwendet werden. Vieles wird auf Pump finanziert. Während in Städten und Vorstädten Fortschritt, Wohlstand und der American Way of Life gefeiert wird, sieht es auf dem Land ein wenig anders aus. In Kriegszeiten wurde die Landwirtschaft gefördert und der Absatzmarkt war gut – immerhin musste auch die europäische Bevölkerung durchgebracht werden. Nach dem Ende des Kriegs bricht diese Branche zusammen. Es gibt keine staatliche Förderung mehr und die plötzliche Überproduktion an Waren lässt die Preise für Getreide und andere Produkte in den Keller fallen. Resultat sind verschuldete Farmer, die oft ihr Land nicht mehr halten konnten, deshalb ihre Unabhängigkeit verlieren und in die Armut abrutschen.

So golden die Zwanziger für manche also wirken mochten, war das Fundament der Wirtschaft auf sandigem Boden erbaut – kein Wunder, dass dieses Kartenhaus eines Tages einstürzte.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt:
Der 24. Oktober 1929 ging als Schwarzer Donnerstag in die Geschichte ein. Nicht nur die Wirtschaft Amerikas, sondern die der ganzen Welt brach an diesem Tag zusammen. Ein Steinchen brachte die Sache zum Rollen und riss alles mit sich in den Abgrund. Natürlich gab es mehrere Faktoren, die schlussendlich zu diesem Ereignis führten.

Ein großer Faktor war der Weltkrieg und dessen Folgen. Amerika profitierte wirtschaftlich vom Krieg und hatte die negativen Auswirkungen des Kriegsendes schnell überwunden, in Europa sah das jedoch anders aus. Dort waren nicht nur Arbeitskräfte, sondern auch viele Produktions- und Transportmittel vernichtet worden, sodass sich die Wirtschaft nur sehr langsam erholte. Das Deutsche Kaiserreich lag in Trümmern, in Russland gab es Bürgerkrieg und auf dem Balkan gab es neue Grenzen und damit einhergehendes Verwaltungschaos. Den siegreichen, aber ausgebluteten Briten und Franzosen erschwerte der zu hoch angesetzte Währungspreis des Pfunds, wieder auf die Beine zu kommen. Alle am Krieg beteiligten Staaten hatten sich hoch verschuldet und über Steuern ließ sich das nicht mehr ausgleichen. Bürger wurden ermutigt, Staatsanleihen zu erwerben, die später durch Reparationszahlungen der Besiegten wieder ausgezahlt werden sollten. Die Geldforderungen an das Deutsche Kaiserreich waren jedoch so utopisch hoch, dass dieser Plan ein Luftschloss war. Die Inflation in Deutschland zwischen 1922 und 1923 machte die Rückzahlung zur Unmöglichkeit. Als die deutsche Wirtschaft mit einem Zuschuss gefördert wurde und die Reparationszahlungen auf ein zahlbares Maß zurückgeschraubt wurden, ging es dort jedoch wieder bergauf. Die wachsende Wirtschaft lockte amerikanische Investoren an, was die Regierung der Weimarer Republik auch noch förderte – mit der Hoffnung im Hinterkopf, diese neuen ausstehenden Schulden eines Tages gegen die Reparationsforderungen ausspielen zu können. So entstand ein verheerendes System, in dem sich das Geld nur im Kreis drehte. Deutschland erhielt Kredite aus den USA. Damit wurden über Umwege Reparationszahlungen an England und Frankreich finanziert – und die beglichen damit ihre Schulden in den USA. Im Grunde zahlten die USA die Rückzahlung der Kriegsschulden also mit ihrem eigenen Geld. Und Deutschland finanzierte mit den Krediten nicht Produktion, Transport und Handel, sondern Konsum und Annehmlichkeiten wie Stadien und Schwimmbäder, sodass es Deutschland nie gelang, zu ausreichender Wirtschaftskraft zu kommen, um die Schulden zurückzuzahlen. Das Ganze ging nur solange gut, wie aus den USA weiter Geld floss. Das hatte Ende der 1920er ein Ende, als die Amerikaner lieber Geld ins eigene Land investierten als in Europa. Der Geldstrom versiegte und gleichzeitig wurden die Reparationszahlungen fällig. Der europäischen Wirtschaft drohte der Kollaps.

Wie oben schon angedeutet, war die internationalen Wirtschaftsbeziehungen nicht der einzige Faktor, der zum großen Crash führte. Das amerikanische Wirtschaftssystem war vielerorts bereits kurz vor dem Zusammenbruch – unter anderem auch der Banken- und Börsensektor, den man wohl (dank des Schwarzen Donnerstags) am stärksten mit der Großen Depression verbindet. Zu den Gewinnern der Goldenen Zwanziger gehören auf den ersten Blick vor allem die Reichen. Nicht nur das Einkommen der Angestellten stieg, sondern auch die Firmengewinne. Während sich viele Angestellte verschuldeten, um an der boomenden Konsumgesellschaft teilzunehmen, suchten Unternehmer nach neuen Anlegemöglichkeiten für ihre Gewinne. Immobilien in Florida versprachen dank PR-Aktionen und gefährlicher Schneeballsysteme große Gewinne – zwei Hurrikane im Herbst 1926 verwüsteten jedoch Florida, die Grundstückspreise fielen ins Bodenlose und viele Spekulanten waren ruiniert. 1927 senkte die amerikanische Notenbank den Leitzins, um der europäischen Wirtschaft zu helfen, an günstige Kredite zu kommen. Von günstigen Krediten profitierten auch die Amerikaner, aber dank der niedrigen Zinsen wurde es unrentabel, Geld anzulegen. Börsenspekulationen wurden in allen Schichten beliebt. Die strukturellen Schwächen des Aktienmarkts, z.B. das Nicht-Verbot von Insiderhandel und keine Informationspflicht der Börsenunternehmen über Unternehmensfinanzen, brachen der Börse allerdings schlussendlich das Genick. Investoren hatten keine Chance, den Wert von Aktien einzuschätzen, diese waren deswegen oft viel zu teuer – und Manipulationen des Marktes durch Insiderinformationen brachten die Kurse zum Zusammenbrechen. Dass viele der Aktien im Umlauf durch Kredite finanziert waren und Börsenlaien ihr gepumptes Geld oft durch Investment Trusts anlegen ließen, die zwar versprachen, dies durch Insiderwissen gewinnbringend zu tun, aber am Ende hauptsächlich selbst davon profitierten, trieb das Börsensystem an den Rand des Abgrunds. Ab 1929 wurde klar, dass die Blase kurz vor dem Zerplatzen stand. Man wusste allerdings nicht so recht, wie man dem entgegenwirken sollte, ohne sie damit zum Zerplatzen zu bringen. Präsident Coolidge scheute in den letzten Monaten seiner Amtszeit, in die Wirtschaft einzugreifen, und auch sein Nachfolger Hoover schritt nicht ein. Bereits Wochen vor dem Crash wankten die Kurse und am 24. Oktober kam es zu einer Kettenreaktion. Plötzlich wollten alle ihre Aktien loswerden. Der Abwärtstrend setzte sich am Folgetag fort und als auch die europäischen Börsen in Panik gerieten, war der Untergang des Börsenmarkts besiegelt. Als es zum Crash kam, waren erst einmal nur die 10% der Amerikaner betroffen, die überhaupt im Besitz von Aktien waren. Jedoch galt die Börse als Sinnbild der Zukunft, wodurch nicht nur sie selbst, sondern auch die Konsumträume, die Wirtschaft antrieben, schlagartig den Bach runtergingen. Der Börsencrash war hierfür vielleicht nur der entscheidende Auslöser. Die Wirtschaft kränkelte schon länger, denn Ende der 1920er besaßen bereits fast alle Amerikaner Autos und Elektrogeräte – und diese Gegenstände waren (im Gegensatz zu heute) dafür gedacht, lange zu halten. Einmal angeschafft, bestand kein Bedarf für Neues. Gleichzeitig waren Zinszahlungen für Kredite eine Belastung für die Haushalte und der Konsum wurde gedrückt. Das Wirtschaftswachstum hatte bereits eine natürliche Grenze erreicht – der Börsencrash war nur ein finaler Todesstoß.

Das Leben während der Krise:
Das Leben während der Großen Depression ist alles andere als leicht. Lohnreduktionen und Massenentlassungen sind Folgen des Zusammenbrechens der Wirtschaft. Zwischen 1929 und 1932 verlieren 13 Millionen Menschen ihre Arbeit, in manchen Städten beträgt die Arbeitslosigkeit 80%. Insgesamt ist ein Viertel der Bevölkerung ohne geregeltes Einkommen. Etwa die Hälfte der Arbeitnehmer hat nur Halbtagsstellen und verdienen dementsprechend nur die Hälfte. Die meisten Kinder von Arbeitern verlassen mit 13 oder 14 die Schule, um Geld zu verdienen. Sie finden schnell Arbeit, weil sie weniger bezahlt werden müssen, als ältere – was aber auch zur Folge hat, dass sie durch jüngere Arbeiter ersetzt werden, wenn sobald sie 16 bis 18 Jahre alt sind. Noch billiger als jugendliche Amerikaner sind Immigranten aus Südeuropa. Es kommt vielerorts zu Spannungen zwischen alteingesessenen Amerikanern und Neuankömmlingen, die sich in Ghettos zurückziehen. Viele Arbeiterfamilien, die sich zuvor ein Eigenheim hatten leisten können, werden während der Krise obdachlos. Da viele Menschen auf billigen Wohnraum angewiesen sind, haben Vermieter ein leichtes Spiel: sie können die Miete selbst für die schäbigsten Löcher beliebig erhöhen... irgendwer wird es schon zahlen. Selbst die kleinsten Wohnungen sind überbelegt, weil sich gleich mehrere Familien Wohnungen und Zimmer teilen müssen. Viele Menschen haben dennoch kein Geld für Wohnungen und leben in selbstgebauten Wellblech- und Papphütten oder schlafen in Autos, in Müllcontainern, in Kellereingängen oder auf nacktem Asphalt. Die leerbleibenden Wohnungen in der Stadt, die einst von Arbeitern bewohnt wurden, werden von Wanderarbeitern, die Landflucht betreiben, und Obdachlosen beschlagnahmt und verwahrlosen. Die Landflüchtigen drücken die Preise auf dem Arbeitsmarkt – dies sorgt für zusätzliche Spannungen. Die Arbeitslosigkeit schlägt sich entsprechend auf die Psyche nieder. Gewaltexzesse und Selbstmorde sind an der Tagesordnung.

Aber nicht nur die Arbeiterklasse hat unter der Großen Depression zu leiden. Etwa die Hälfte aller Arbeitnehmer aus der Mittelschicht verlieren ihre Jobs und steigen durch die Schuldenlast, mit der sie ihren Lebensstil finanziert haben, sozial ab. Am ehesten finden noch Banker, Verwaltungsangestellte, Agrarwirte und Verkäufer einen Job, für Natur- und Geisteswissenschaftler ist an den Universitäten jedoch kein Geld für Forschung vorhanden. Mehr als 70% der Universitätsabsolventen sind arbeitslos. Da sie nach geltenden Moralvorstellungen ohne ein Einkommen, das eine Familie finanzieren könnte, nicht heiraten dürfen, explodiert die Zahl unehelicher Kinder. Selbst für Ärzte sind die Zeiten schwer. Auch, wenn viele Menschen krank sind, haben sie oftmals kein Geld, um Arztbesuche zu finanzieren. Ärzte und Krankenschwestern sind unterbezahlt, überarbeitet, gefrustet und oft ohne ausreichende Materialien. Mangelnde hygienische Bedingungen und durch Mangelernährung geschwächte Abwehrkräfte führen zu Erkältungswellen und anderen Epidemien, die tausende Tote fordern. Bei Ausbruch von Seuchen werden ganze Stadtteile abgeschottet oder zwangsgeräumt. Besonders hart trifft es dabei die Kinder. Etwa 25% aller Schulkinder (örtlich sogar bis zu 90%) gelten als unterernährt und leiden an Mangelerscheinungen, da wichtige Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Fleisch oder Milch nicht zu bezahlen sind. Die Säuglingssterblichkeit liegt in ländlichen Gebieten und Gebieten mit Kohleabbau bei 80%. Reiche Wohltäter sponsern Suppenküchen und sorgen für billige Lebensmittelpreise, indem sie die Waren subventionieren. Skurrilerweise ist eine große Sorge der Erziehungswissenschaftler der Depressionszeit, dass Kinder durch das kostenlose Angebot von Suppenküchen und Kleiderkammern den Wert von Kleidern und Essen nicht zu schätzen lernen. In der Tat wird das Thema Lernen aber eher anders von Depression beeinflusst. Wie erwähnt, verlassen viele Kinder schon früh die Schule, um zu arbeiten. Zusätzlich müssen viele Schulen schließen, weil die Kommunen die Gehälter der Lehrer nicht mehr zahlen können. Kinderarbeit und Kinderbettler sind keine Seltenheit. 40% aller 16- bis 24-jährigen gehen weder zur Schule noch arbeiten. Sie lungern herum und machen nach landläufiger Meinung Ärger. Tatsächlich überleben viele von ihnen nur, indem sie sich zu Banden zusammenfinden und gemeinsam auf Diebestouren gehen.



EIN LEBEN JENSEITS DER LEGALITÄT

Motivation:
Es gibt drei Möglichkeiten, warum sich Menschen für ein Leben jenseits der Legalität entscheiden: man wird als Verbrecher geboren, man sieht es als Chance an oder man wird es gegen seinen Willen.

Ein geborener Gangster will ein solches Leben aus freien Stücken, weil er keine Alternative kennt, ein Leben voller Möglichkeiten darin sieht und die Konsequenzen nicht fürchtet. Es kann verschiedene Gründe geben, warum jemand von klein auf im Gangstermilieu lebt und agiert. Vielleicht blickt man auf eine lange Ahnenreihe mit noch viel längerem Strafregister zurück. Vielleicht ist man in die Sache hineingestolpert. Zu Zeiten der Großen Depression ist dies keine Unwahrscheinlichkeit. Sie vernichtet Perspektiven und jede Planbarkeit des Lebens. Statt durch den Gedanken an Ausbildung, Heirat und Familie sind die Jahre ab 1929 für viele Menschen von der Frage geprägt, ob man heute noch etwas in den Magen bekommt. Wer ein solches Leben führt, hat viel Zeit und Möglichkeiten, um mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen. Ein gestohlener Apfel und ein harter Richter reichen aus, um in einer Besserungsanstalt zu landen. Mit solch einer Station im Lebenslauf wird man kaum mehr einen Job oder eine Ausbildungsstelle finden – es sei denn an Orten und in Geschäften, die genau solche Menschen suchen. Manchmal reichen auch die falschen Freunde, um Zutritt zu illegalen Bars und damit in Kontakt mit den falschen Menschen zu kommen. Es kann auch passieren, dass man von Gangs angeworben wird, wenn man im Ruf steht, nicht ganz sauber zu sein.

Opportunisten nehmen gern das Beste aus beiden Welten mit – sie genießen ihr bürgerliches Leben als angesehene Mitglieder der Gesellschaft und zugleich Geld und Vergnügen in der Unterwelt. Manchmal haben sie Lust am Verbotenen, manchmal suchen sie Gefahr oder sie sind einfach nur gierig nach Geld und Einfluss. Viele Menschen, die in die Illegalität abrutschen, ödet ihr Leben an. Vielleicht hat ihr Leben in der Illegalität mit dem Besuch verbotener Speakeasys oder Spielhallen oder dem privaten Erwerb von Alkohol begonnen. Irgendwie sind sie dann näher mit dem Milieu in Kontakt gekommen, vielleicht haben sie sich mit den falschen Menschen angefreundet und stehen plötzlich auf der anderen Seite des Gesetzes. Andere Opportunisten rutschen in die Illegalität ab, indem sie sich bestechen lassen. Bekanntermaßen ist jeder Mensch ist käuflich, es kommt nur auf den Preis an. Vielleicht ist aber auch nur die wirtschaftliche Lage so schlecht, dass man sich auf dubiose Geschäftspartner und illegale Vertriebswege einlässt, um die Kasse aufzubessern.

In den harten Zeiten der Depression sind viele Gangster gegen ihren Willen zu solchen geworden – viele sind es dann aus Begeisterung geblieben, andere weil sie dann keinen Ausweg mehr sahen. Meist sind es äußere Umstände wie Schulden, Perspektivlosigkeit oder Wut, die ehrbare Menschen zu Verbrechern werden lassen. Und steckt man erst einmal mit einem Fuß in diesem Sumpf, dann wird nach und nach der ganze Mensch hineingezogen. Wer einmal in Kontakt mit einem Syndikat steht, ob dies unbewusst oder bewusst geschieht, wird das Pack meist nicht mehr los.

Struktureller Aufbau von Syndikaten:
Gruppen im organisierten Verbrechen sind alle ähnlich aufgebaut. Ganz oben steht der Boss. Er plant die Geschäfte, sorgt für Frieden unter seinen Männern, verteilt Aufträge, Reviere und Beute an seine Offiziere (Leutnants), kümmert sich um Probleme mit anderen Syndikaten und pflegt Kontakte zur besseren Gesellschaft. Bei großen Syndikaten, in denen der Boss nicht alles im Blick haben kann, hat er einen Stellvertreter, den Unterboss. Die meisten Bosse umgeben sich mit Beratern, die ihm mit Rat und Tat zur Seite stehen. Manchmal erlangt ein Berater so großen Einfluss, dass er insgeheim selbst die Geschicke des Syndikats leitet. Manchmal bleibt ein in den Ruhestand getretener Boss Berater seines Nachfolgers. Um die Arbeit auf der Straße kümmern sich Leutnants. Sie führen jeweils eine Crew und kontrollieren einen Straßenzug, ein Viertel oder ein Geschäftsfeld. Nur sie haben direkten Zugang zum Boss und sind diesem Rechenschaft für ihre Männer schuldig. Leutnants erhalten Prozente an Gewinnen ihrer Crews. Sie verteilen Jobs, es liegt also in ihrer Hand, wer welche Aufgaben erfüllt. Hier gibt es natürlich lukrative und weniger lukrative Aufgaben. Eine Crew besteht aus bis zu zehn Leuten. Sie sind die Soldaten eines Syndikats. Sie kümmern sich um die Tagesgeschäfte, treiben Schutzgeld ein, leiten Bordelle, sorgen für Alkoholnachschub etc. Ein Soldat hat, wie erwähnt, normalerweise keinen Zugang zum Boss. Für alltägliche Probleme ist der entsprechende Leutnant Ansprechpartner. Es ist aber Recht und Pflicht eines Soldaten, dem Boss zu melden, wenn der Eindruck entsteht, dass die Arbeit seines Leutnants nicht gut für die Geschicke des Syndikats ist.

In den USA ist der Begriff Mob für ein Syndikat gebräuchlich. Als Mobster werden alle Personen bezeichnet, die am organisierten Verbrechen beteiligt sind – also auch Personen, die nicht Mitglied, sondern nur assoziiert sind, also für ihre Mitarbeit bezahlt werden, korrupt sind oder Geschäftsbeziehungen mit dem Syndikat unterhalten. Sprechen Mobster von sich, kommt es darauf an, ob jemand Vollmitglied oder nur „ein Freund der Familie“ ist. Für Vollmitglieder gibt es verschiedene Bezeichnungen. Geläufig sind Vollmitglied (Full member), Gemachter Mann (Made man/guy) oder Ehrenmann (Man of honor). Gelegentlich finden sich auch Umschreibungen wie Einer von uns (One of us), Ein Freund von uns (A friend of us) oder Vertrauensperson (Goodfella). Menschen mit Bezug zum Syndikat, die aber keine Vollmitglieder sind, werden als Assozierter (Associate) oder Schlauer Bursche (Wiseguy) bezeichnet. Es ist üblich, dass Arbeit, wenn von ihr gesprochen wird, umschrieben wird, damit nicht Eingeweihte nicht unbedingt verstehen, worum es geht. Die italienische La Cosa Nostra („Unsere Sache“) verdankt diesem Umstand ihren Namen. Zudem lieben Gangster Spitznamen – oft, weil es in Gangs viele Tommys und Bills gibt und niemand es mag, mit Nachnamen angesprochen zu werden, aber auch, weil nicht jeder wissen soll, über wen man redet. Spitznamen erzählen von besonderen Fähigkeiten, Eigenschaften oder Taten. Sie werden von Kollegen vergeben oder man legt sie sich selber zu – Image ist schließlich wichtig. Aber wenn man sich selbst Spitznamen gibt, garantiert das nicht, dass sie auch benutzt werden. Al Capone, z.B., wollte „Snorky“ (elegant) genannt werden, weil er „Scarface“ hasste, nur hielt sich niemand daran.

Tätigkeitsfelder des organisierten Verbrechens:


Schutzgelderpressung:
Sehr lukrativ; sehr hohe Verfügbarkeit (jeder Geschäftsmann im kontrollierten Gebiet ist betroffen); geringes Risiko (sofern es nicht zu Revierkämpfen kommt.

Schutzgelderpressung ist nicht nur lukrativ, sondern auch eine Machtdemonstration. Ein Vertrag sieht vor, dass regelmäßig abkassiert wird, der Geschäftsmann hat aber auch tatsächlich Anspruch auf Schutz vor Einbrechern, Ladendieben, Geschäftsschädigern und Cops. Die Schutzgeldhöhe hängt davon ab, wie groß das Geschäft ist und ob der Ladenbesitzer ein Freund des Erpressers ist. Abkassiert wird meist wöchentlich oder nach Vereinbarung. Menschlichkeit zahlt sich eher aus als Brutalität. Aufschub und Ratenzahlung sind möglich – zu Weihnachten oder Ostern müssen aber alle Schulden beglichen sein. Wer sich weigert, zu zahlen, lehnt sich gegen die Macht des Syndikats auf. Erst einmal wird darüber geredet, der Familie gedroht und ein Finger gebrochen. Brandstiftung und Mord sind die letzte Stufe einer Eskalationsleiter. Normalerweise treiben junge Männer Schutzgeld ein, die sich dem Syndikat beweisen wollen. Manchmal gehen aber auch Leutnants oder sogar Bosse auf Eintreibtour, um sich sehen zu lassen.

Kreditwucher:
Lukrativ; bei aktueller Wirtschaftslage sehr hohe Verfügbarkeit; Risiko durch Zahlungsausfall und Betrugsversuche.

Die Notwendigkeit, schnell an Geld zu kommen, ist während der Großen Depression sehr ausgeprägt. Kredite bei Banken müssen bedient, Aktien vorfinanziert, andere Kredithaie beruhigt, Ärzte bezahlt oder alltägliche Anschaffungen getätigt werden. Zinsen von 25% und Laufzeiten von einem Monat sind keine Seltenheit. Jedoch ist Kreditvergabe ein Geschäft und man verliert Kunden an Konkurrenz, wenn man zu hohe Zinsen verlangt. Ein nicht zurückgezahlter Kredit ist eine gute Möglichkeit, etwas als Tilgung zu bekommen, was man begehrt: Fähigkeiten, Beteiligung an einem Geschäft, Einfluss oder einen Wertgegenstand. Wenn man sich großzügig Menschen gegenüber verhält, die in Not geraten sind und nur Kleinstbeträge wollen, spricht sich das herum und nutzt dem Ruf des Syndikats in der Bevölkerung. Sollte jedoch Zweifel am Rückzahlungswillen eines Schuldners kommen, schadet es nicht, ein Exempel zu statuieren.

Alkoholschmuggel:
Sehr lukrativ; hohe Verfügbarkeit durch Kontrolle von Herstellungsbetrieben und Schmuggel; geringes Risiko von Seiten des Gesetzes bei entsprechenden Schmiergeldern, jedoch hohes Risiko durch andere Syndikate (heiß umkämpfter Markt).

Mit der Einführung der Prohibition hofften Alkoholgegner darauf, die USA zu einem besseren Ort zu machen... doch das Gesetz, das die Herstellung, die Verbreitung und den Konsum von Alkohol strafbar machte, hatte genau den gegenteiligen Effekt: es kurbelte den Konsum an und schuf eine Schattenwelt voller Geld, Macht und Mord. Die Behörden, die die Prohibition umsetzen müssen, sind unterbesetzt und unterfinanziert – nur rund 30 Beamte pro Bundesstaat sorgen für die Einhaltung der Alkoholgesetze. Schwierig ist das Geschäft mit dem Alkohol nur durch die Konkurrenz. Die Prohibition hat schlimme Folgen für die Wirtschaft. Theater und Restaurants müssen schließen, Brauer, Destillierer, Fassmacher, Kellner und Köche verlieren ihre Jobs und arbeiten freiwillig in illegalen Clubs und Bars. Um den privaten Bedarf an Alkohol zu decken, beginnen viele Haushalte, selbst zu brennen. Jedoch ist das nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Hier kommen die Syndikate ins Spiel. Sie lassen Alkohol produzieren, vertreiben und an Endkunden liefern. Sie schmuggeln Ware aus anderen Bundesstaates, Kanada und Europa herbei und schmieren die Behörden. Schmuggler müssen beim Transport der Ware erfindungsreich sein. Auch wenn es nur wenige Prohibitionsagenten gibt, darf man sich auch von nicht geschmierten Cops nicht mit dem Zeug erwischen lassen.

Speakeasys und Clubs:
Sehr lukrativ; sehr hohe Verfügbarkeit; kaum Risiko, wenn die Polizei gut geschmiert ist.

Flüsterkneipen, Speakeasys genannt, werden von Frauen und Männern gleichermaßen besucht, sofern sie dort bekannt sind und Zutritt erhalten. Speakeasys befinden sich oft in fensterlosen Hinterzimmern, deren einziger Schmuck die Flaschen im Regal sind. So mies Ambiente, Service und Qualität des Alkohols (bei ungeheuerlich hohen Preisen) auch sind, Speakeasys sind geheimer Mittelpunkt des Soziallebens in allen Schichten. Es geht selten um Genuss, sondern um Vollrausch in kürzester Zeit. In Unterschicht-Speakeasys findet man eher keine Qualitätsprodukte, sondern Faksimile-Alkoholika. Als Ersatz für Bier hält mit Äther und wilden Hefekulturen versetztes Wasser her, das in Kesseln und Fässern reift und durch Auszüge von Getreide, Farbstoffe oder Schwefel eine gelbliche Färbung erhält. Die Alternative für Whiskey ist ein Brand namens Moonshine, der von gewissenlosen Moonshinern oft mit verkohlten Holzscheiten und giftigem Fuselöl gepanscht wird. Die Folgen sind Erblindung, Lähmung, schwere Hirnschäden oder sogar der Tod. Anstatt Champagner verwendet man mit Luft und Rohalkohol versetzten Traubensaft. Wein wird gern selbst aus gärendem Traubensaft hergestellt, das Ergebnis ist oft nicht sehr schmackhaft. Auffällig ist wohl, dass der Verbrauch von Messwein in Kirchen auf den zwölffachen Wert wie vor der Prohibition steigt. Auch werden Medikamente, die oft in Alkohol gelöst sind, gern zum Berauschen verwendet. An medizinische Alkoholika zu kommen, ist nicht schwer, hat aber massive Folgen für die Gesundheit. In den 1930ern können Ärzte bei Methanolvergiftungen noch nur ratlos zusehen und, abgesehen von Erbrechenlassen und Wasser- und Kaffeezufuhr, nicht viel tun. Wer echtes Zeug will, muss in die Speakeasys der Oberschicht gehen und durchaus das Vierzigfache des früheren Preises hinblättern. Neben Speakeasys gibt es auch geheime Restaurants, wo erlesenes Essen mit Wein genossen werden kann, und auch geheime Clubs mit Unterhaltungsprogramm, Band und Tanzfläche. Losungsworte für solche Orte oder sogar der Ort selbst werden regelmäßig geändert und nur der Stammkundschaft verraten. So verhindert man ungewollte Besuche der Konkurrenz oder von Cops.

Drogenhandel:
Lukrativ; Verfügbarkeit durch Import, Eigenanbau und Ankäufe als medizinische Ressource; hohes Risiko, da durch Regierung stark bekämpft.

Das Bureau of Narcotics (BoN) führt einen Feldzug gegen Kokain- und Opiatschmuggel und ab 1930 auch gegen Marihuana. Alle Versuche, Drogen zu verbieten und zu kontrollieren, haben, wie auch beim Alkohol, den Effekt, dass Beschaffung, Verkauf und Konsum in die Hände des Verbrechens geraten. Auf Schiffen werden Opiate aus China und Asien importiert, Kokain bezieht man oft über Ägypten und Afrika. Für medizinische und industrielle Zwecke dürfen Rohstoffe importiert werden, die teils auf dem Schwarzmarkt landen, und Hanf ist als Rohstoff im Land so weit verbreitet, dass eine Kontrolle fast unmöglich ist. Das Drogengeschäft ist nicht so lukrativ wie das Geschäft mit dem Alkohol. Die Vertriebswege sind zwar verfügbar und die Nachfrage groß, aber die Gewinnspanne bleibt durch den hohen Aufwand und die kleinere Abnahmemenge weitaus geringer. Wer das große Geld sucht, wird leicht unvorsichtig und zieht Aufmerksamkeit auf sich, und ihm Drogenhandel ist das sehr riskant. Zudem gelten in einigen Syndikaten klare Regeln, die Finger vom Drogenhandel zu lassen.

Bordelle und käufliche Liebe:
Sehr lukrativ; sehr hohe Verfügbarkeit (Freier gibt es überall); Risiko durch Probleme mit Freiern und Mädchen.

Viele bekannte Verbrecher begannen ihre Karriere als Türsteher eines solchen Etablissements. Zuhälter vor Ort sind oft Frauen, die das Bordell führen und horrende Schutzgelder zahlen. Dafür werden Aufpasser aufgestellt, die Betrunkene rauswerfen, Freier im Zaum halten und ein Auge auf die Mädchen haben. Für jede Schicht und jeden Geldbeutel gibt es entsprechende Etablissements. Aufgrund der Wirtschaftslage arbeiten viele Frauen freiwillig dort, weil sie keinen anderen Ausweg aus ihrer Not sehen.

Glücksspiel:
Sehr lukrativ; sehr hohe Verfügbarkeit (jeder hofft auf den schnellen Dollar durch Fortunas Hand); Risiko durch Falschspieler und Rivalen.

Glückspiel ist schon seit vielen Jahren verboten. In der Bevölkerung liebt man allerdings das Spiel mit Karten, Würfeln und dem Glück an sich über alles. Als viele Menschen ihr regelmäßiges Einkommen verlieren, gewinnt das Glückspiel darüber hinaus noch an existenzieller Bedeutung. So mancher Familienvater bringt sein mühsam verdientes Geld an den Spieltisch, um nach dem Prinzip „alles oder nichts“ das Glück herauszufordern. In der Oberschicht wird gespielt wie eh und je, doch die Statistik zeigt, dass Glückspiel eher Pech als Glück für den Spieler bereithält. Ein enormes Geschäft für die Spielemacher. Oft stehen in Speakeasys Spieltische bereit, denn Alkohol und Glücksspiel passen gut zusammen. Illegale Casinos sind für Mittel- und Oberschicht gedacht. Erwischte Falschspieler benötigen eine Lektion. Wenn alle am Tisch mitbekommen haben, das falsch gespielt wurde, dann bestraft man den Trickser hart. Wenn es niemand mitbekommen hat, befragt man ihn „freundlich“ und schickt ihn zur Konkurrenz (nicht ohne etwas von seinem Gewinn abzuschöpfen). Reiche Männer, die nur verlieren, kommen nicht wieder. Denen gewährt man hin und wieder eine Portion Zusatzglück oder schickt eine Dame zum Trösten vorbei. Arme Männer, die verlieren, sind kein Verlust, wenn sie nicht wiederkommen. Es gibt genug andere.

Wettmanipulation:
Lukrativ, aber vorbereitungsintensiv und nur mit Bedacht einsetzbar; hohe Verfügbarkeit; mittleres Risiko, immerhin sind nicht wenige eingeweiht.

Die lukrative Seite des Glückspielgeschäfts ist, das Wort Glück aus Glücksspiel zu entfernen. Vieles, was den Amerikaner vor der Krise mit Stolz erfüllt hat (Wohlstand, Wirtschaftswachstum, Konsum), ist weggebrochen – diese Lücke hat Sport ausgefüllt. Regionale Athleten werden auf Schritt und Tritt von den Medien verfolgt. Spiele der Sportmannschaften locken jeden Sonntag Millionen von Zuhörern vor das Radio. Und viele dieser Zuhörer träumen davon, mit einer gut platzierten Wette der Armut zu entgehen. Die Oberschicht hat Spaß am Nervenkitzel. Krisenbedingt müssen viele Mannschaften Bankrott anmelden und Profisportler verdienen nur noch 75% dessen, was sie vor der Krise verdient haben. Großes Interesse, Wettbereitschaft und unterbezahlte Spieler öffnen das Feld für Wettmanipulationen. Profiboxer werden bestochen, sodass sie in der richtigen Runde k.o. gehen, Baseballteams vermasseln gemeinsam ein Spiel nach dem anderen, bekannte Rennpferde und Windhunde werden unter Drogen gesetzt und so verlangsamt, dass ein Außenseiter gewinnt. Wenn man jedoch ein Spiel manipuliert, sollte man aufpassen, dass niemand dadurch zu Schaden kommt, der mächtig (und dann mächtig verärgert) ist.

Labor Racketeering:
Sehr lukrativ; sehr hohe Verfügbarkeit; geringes Risiko.

Unter Labor Racketeering versteht man das Unterwandern von Gewerkschaften. Es gibt keine Arbeiterbewegung, die nicht irgendwie durch Hintermänner von der Mafia beeinflusst wird. Dabei haben Syndikatsbosse niemals selbst Männer in den Gewerkschaften. Gewerkschaftsvertreter werden bei ihren Wahlkämpfen mit Geld, Einfluss und Schlägern unterstützt und zahlen mit ihren Diensten zurück, was sie schuldig sind. Die Mafia zieht so indirekt ihre Fäden, um mit Nötigung, Erpressung, Bestechung und (Anti-)Streikbrechertum viel Geld zu machen: die Arbeitgeber zahlen gut, um Streiks zu verhindern. Kunden bezahlen, damit Waren rechtzeitig und unfallfrei die Läden erreichen. Bahngesellschaften zahlen, damit Fahrgäste rechtzeitig ankommen und nicht mehrere Stunden auf einem Abstellgleis vergessen werden. Jeder Großunternehmer wird sofort zahlen, wenn der Führer der Gewerkschaft das Wort „Streik“ in den Mund nimmt, um nicht für Wochen keine Arbeiter zu haben. Eine Gewerkschaft zu kontrollieren, ist jedoch kein einfaches Geschäft. Packer, Stahlarbeiter etc. sind harte Burschen – man muss sich da die miesesten unter ihnen aussuchen, um sie zum Werkzeug zu machen.

Kooperation zwischen Syndikaten und Freiberuflern:
Ohne Schutz eines Syndikats, das mit Schmiergeldern die Polizei in Schach hält und zur Not juristischen Beistand spendiert, ist das Leben als freiberuflicher Verbrecher schwierig und endet oft im Gefängnis oder Leichenschauhaus. Außerdem sehen es Syndikate nicht gern, wenn man auf ihrem Gebiet wildert und für Chaos sorgt. Es kommt also vor, dass Freiberufler, um Missverständnisse vorzubeugen, das entsprechende Syndikat um Erlaubnis fragen. Im Gegenzug zum Anteil an der Beute eines Bruchs oder Raubs, stellt ein Leutnant Informationen und Ausrüstung zur Verfügung und gewährt bis zu einem gewissen Maße Schutz. Wenn die Bitte um Erlaubnis abgelehnt wird, bleibt nur Rückzug oder man geht das Risiko ein, es trotzdem zu wagen. Andererseits kann es auch vorkommen, dass Syndikate sich an Freiberufler wenden, um sich ihre Fähigkeiten zu Nutzen zu machen. Freiberufler können den Vorteil haben, dass sie Fähigkeiten besitzen, die niemand innerhalb des Syndikats vorweisen kann. Zudem sind sie entbehrlich und auch für Jobs geeignet, bei denen es nicht gut wäre, wenn man sie mit dem Syndikat in Verbindung bringen könnte. Dies könnten z.B. Aktionen gegen andere Syndikate, gegen Politiker oder die Presse sein.


Zuletzt von Umbra am Mi Jan 17 2018, 14:22 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Arkham und Umgebung

Beitrag von Umbra am Di Dez 26 2017, 19:59

„Das alte, sagenumwobene Arkham, unter dessen
eng beieinanderliegenden, abgesackten Mansardendächern
sich damals in der dunklen alten Zeit Hexen auf Dachböden
vor den Gefolgsleuten des Königs verbargen.“

H. P. Lovecraft




Willkommen in Arkham:
Nahe der Atlantikküste im Bundesstaat Massachussetts, etwa 30 km nordöstlich von Boston und 20 km südlich von Newburyport, liegt die Stadt Arkham. Hier, am Ufer des Flusses Miskatonic, der auch als Namenspatron für die örtliche Universität diente, fühlt man sich mit rund 23.000 Bewohnern den bienenstockartigen großen Städten gegenüber ebenso überlegen wie den hinterwäldlerischen, schmutzigen Kaffs auf dem Land. Hier gelten noch zivilisierte Tugenden wie Religion, Pietät, Tatkraft, Sparsamkeit und Wohlerzogenheit. Seltsame und unerklärliche Ereignisse sind in Arkham nichts Neues, doch man hat sich damit arrangiert und gelernt, solche Dinge als gegeben hinzunehmen und lieber nicht zu hinterfragen. Reisende können den Ort per Auto, Bus, Zug oder mit einem Küstendampfer erreichen.

Arkham blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück, obwohl sie eine vergleichsweise junge Stadt ist. Die Anfänge machten Gelehrte und Freidenker im späten 17. Jahrhundert, die sich in der Gegend ansiedelten, die heute als French Hill bekannt ist. Zu diesen ersten Siedlern gehörten aber auch unerwünschte Personen, die der Hexerei verdächtigt wurden und einen dunklen Kult aus Salem mit nach Arkham brachten. Auch wenn die Hexenhysterie nach einigen Jahren nachließ, überdauerte der dunkle Kult diese Zeit und trieb weiter sein Unwesen. Offenbar beschwor oder erschuf er etwas Unnennbares auf dem Dachboden eines alten Hauses in der North Boundary Street, das später in einem nahliegenden Pfarrhaus fünfzehn Menschen umbrachte. Arkham, jedoch, wuchs, wenn auch stets im Schatten des florierenden Kingsport, bis zwei Kapitäne ihre Schiffe mit nach Arkham brachten, um von hier aus Handel mit den Westindischen Inseln zu treiben. Dieses (erfolgreiche) Unterfangen brachte Geld in die Stadt. Nördlich des Flusses entstand ein Wohnviertel mit gepflasterten Straßen und Herrenhäusern – East-Town. Während des Unabhängigkeitskriegs profitierte Arkham von Freibeuterei, mit der der Bau des Miskatonic College und eines neuen Rathausplatzes, des Independence Square, finanziert wurde. Das Ende des Unabhängigkeitskriegs bedeutete dann allerdings auch den Niedergang des Seehandels. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erlebte Arkham dennoch einen wirtschaftlichen Aufschwung. Arkham wurde zu einer der ersten Industriestädte der Gegend, angefangen mit einer ersten Textilfabrik, die am südlichen Flussufer des Miskatonic Arkhams, am Anfang der East Street gegründet wurde. Die Industriellen ließen südlich des Campus, um den South Hill herum, neue Straßen und prachtvolle Villen im Georgianischen oder Foderäl-Stil erbauen. Um 1820 waren am Südufer östlich der Peabody Street zahlreiche Textilfabriken und Zulieferbetriebe zu finden und Arkham wurde zunehmend städtischer. Um 1850 siedelten sich im Bereich der Oststadt Ziegeleien, lederverarbeitende Industrie und Uhrmacher an. Später kamen Modeschmuckhersteller dazu. Im Zuge dessen wurden am Südufer eine große Zahl von Lagerhäusern errichtet, die schließlich bis zur West Street reichten. Um 1870 wurden fast alle Straßen der Stadt mit Gaslaternen ausgestattet. 1873 wurde die städtische Polizei gegründet, nachdem sich Mitglieder einer damals verbotenen studentischen Verbindung betrunken und danach viele Läden in der Church Street verwüstet hatten. 1882 stürzte ein seltsamer Meteorit auf das Gelände einer Farm im Westen von Arkham, in folge dessen die gesamte Familie des Farmers an einer unheimlichen Krankheit zugrunde ging und das Farmgelände unfruchtbar blieb. Während eines enormen Frühlingsregens im Jahre 1888 mit einhergehendem Sturm, trat der Miskatonic so sehr über die Ufer, dass große Teile Arkhams überschwemmt wurden. In den folgenden Jahren baute man Dämme und ein neues Kanalsystem, um zukünftige Katastrophen abzuwenden, erste Straßenbahnlinien wurden angelegt und erste Haushalte wurden mit elektrischem Strom ausgestattet. Telefonleitungen wurden errichtet und noch vor Ende des 19. Jahrhunderts gab es in Arkham ein öffentliches Wasserleitungssystem. Trotz all dieser Fortschritte, kam es 1905 zu einer verheerenden Typhusepidemie, die viele Opfer forderte. Auch Arkhams Textilindustrie erholte sich nie von den Schäden der Überschwemmung. Der Weltkrieg forderte zusätzlich seinen Tribut. Der wirtschaftliche Aufschwung der 1920er ging an Neuengland überwiegend vorbei, dessen Industrie sich im raschen Niedergang befand – Arkham war durch seine Universität davon ausgenommen und profitierte vom Aufschwung. Arkham und die Miskatonic-Universität sind auch noch heute untrennbar miteinander verbunden, denn viele Arkhamer Läden sind geschäftlich zum großen Teil oder sogar ausschließlich auf die Bedürfnisse der universitären Gemeinschaft zugeschnitten. In den 1920ern gab es in Arkham einen Bauboom, der inzwischen nachgelassen hat. Arkham war von der Krise selbst nicht so schlimm betroffen wie andere Städte in der Umgebung, aber dennoch ist sie heute wirtschaftlich angeschlagen. Viele Fabrikarbeiter aus den ärmeren Schichten wurden entlassen und manche Fabriken schlossen für immer ihre Tore.

Gesetzeshüter Arkhams:

Arkhams Polizei ist an studentische Possen gewöhnt und drückt deshalb auch mal ein Auge zu, zumal man sich davor fürchtet, unter Umständen einflussreiche Familien zu brüskieren. Auch kommt es nicht selten vor, dass sie Professoren aufgreift, die um alte Häuser und auf Friedhöfen herumschleichen und dort „Feldforschung“ oder „geschichtliche Studien“ betreiben. Deswegen ist das Auge des Gesetzes im universitären Bereich oft blind und ein hohes Ansehen hält die Polizei fast automatisch von Verhaftungen ab. Anders ist dies im Umgang mit Einwanderern oder Durchreisenden. Es ist in Arkham verboten, ohne triftigen Grund eine Schusswaffe abzufeuern. Der Besitz von Sprengstoff oder Sprengkapseln ist illegal. Man darf Waffen zwar verdeckt mit sich führen, jedoch wirkt dies sicher verdächtig. Grundsätzlich sind die Arkhamer Polizisten korrekt. Sie erhalten einen zufriedenstellenden Lohn, so dass sie Bestechungsversuchen meist ablehnend gegenüberstehen. Motorisierte Streifenpolizisten neigen jedoch am ehesten dazu, bei Geschwindigkeitsübertretungen für ein paar Dollar beide Augen zuzudrücken. Ein jeder weiß, dass trotz Prohibition Bier und Spirituosen in der Stadt verkauft werden. Die Polizei sieht aber darüber hinweg (das ist in ihren Augen Aufgabe der Bundesbehörden), begleitet auch mal Betrunkene (besonders die mit hohem Status) hilfsbereit nach Hause. Wer allerdings betrunken Krawall macht, muss damit rechnen, in Gewahrsam genommen und vor einen Richter geführt zu werden. Flüsterkneipen werden weitgehend toleriert und geflissentlich ignoriert. Es ist davon auszugehen, dass mehrere Beamte auf der Gehaltsliste des organisierten Verbrechens stehen.

Verbrechen in Arkham:

Trunkenheit, Handgreiflichkeiten, schamloses Verhalten, Mord, Entführung, Einbruch, Vermisstenfälle... Arkham mag keine Großstadt sein, aber solche Dinge gehören zu den täglichen Ereignissen. Die meisten Bewohner der Stadt kümmern sich wenig darum, solange sie nicht selbst darin verwickelt werden oder aber es jemand aus gutem Hause in die Schlagzeilen schafft. Seit der Einführung der Prohibition, hat sich allerdings einiges im vormals beschaulichen Arkham verändert. In der ersten Zeit nach dem Inkrafttreten des 18. Zusatzartikels ging der meiste nach Arkham geschmuggelte Alkohol durch die Hände von Joe (Giuseppe) Potrello, der noch immer in der Lower Southside lebt. Er verdiente viel mit dem Alkohol – so viel, dass eine in Boston ansässige irische Gangsterbande sich entschloss, Arkham für sich zu beanspruchen. Ausgestattet mit Geld vom Syndikat, wurde Danny O’Bannion in die Stadt geschickt, um Potrello auf „friedliche“ Weise aus dem Weg zu kaufen und Kopf des lokalen Alkoholschmuggels zu werden. Als sein Kaufangebot ausgeschlagen wurde, lockte er einen Gefolgsmann Potrellos nach Boston, wo er diesen umbringen ließ. Potrello ging danach schnell auf das Angebot ein, gab das Alkoholgeschäft auf und beschränkt sich seither nur noch auf kleinere Geschäfte mit Glücksspiel und Prostitution. O’Bannion gründete die Lucky Clover Transport Co. und dehnte den illegalen Alkoholverkauf nicht nur auf ganz Arkham, sondern auch auf das ganze Miskatonic Valley aus. Da aber O‘Bannion auch damit schon bald nicht mehr zufrieden war, begann er, Schutzgelder unter Einwanderern und Fabrikarbeitern zu erpressen. Neben großen Fischen wie O’Bannion, die Geld im großen Stil verdienen, machen eher syndikatsferne Gelegenheitsverbrecher und Banden von Jugendlichen die Straßen unsicher. Diese Banden bestehen aus Jungen im Teenageralter, die kaum Aussicht auf eine gute Zukunft haben und zudem über zu viel Zeit verfügen. In Arkham gibt es zwei nennenswerte dieser Straßenbanden. Die Rocks sind italienischer, die Finns irischer Herkunft. Beide Banden stehlen, betrügen und lügen gleichermaßen, doch meistens treffen sie sich, um anzugeben, zu fluchen und sich Anerkennung zu verschaffen. Sie machen niemals in reicheren Gegenden Schwierigkeiten, da sie wissen, dass die Polizei dort kein Auge zudrücken würde. Manchmal steigt in einer der Banden ein neuer, ambitionierter Anführer auf, der jedoch schnell von O‘Bannions Schlägern entweder eingekauft oder derart verprügelt wird, dass er aus der Stadt verschwindet.

ORTE
(wird nach und nach ergänzt)

Stadtkarte:

für vergrößerte Ansicht: Rechtsklick und Grafik anzeigen oder den Link der Grafik in einem neuen Tab öffnen

Northside
Downtown
East-Town
Merchant District
1: Lucky Clover Transport Co., 200 W Main Street
2: leere Lagerhäuser, einige dienen als Zwischenlager der Lucky Clover Transport Co., W Main Street, zwischen West und Peabody
3: Esso Service Station (Tankstelle), NW Ecke Main / Garrison
4: Christchurch, 150 S Parsonage Street
River-Town
Campus
French-Hill
Uptown
Lower Southside

Lucky Clover Transport Co.:
Lucky Clover transportiert Fracht oder vermietet Lastwagen für 5$ pro Tag und ist die Fassade für Arkhams Alkoholschmuggler-Organisation, die Danny O’Bannion Joe Potrello abgeluchst hat (s.o. unter „Verbrechen in Arkham“). Das Geschäft bzw. das Lagerhaus befindet sich an der 200 W Main Street, wobei sich im vorderen Teil Büros befinden, und der hintere Teil für das Lager, den Fuhrpark und die Werkstatt gebraucht wird. Geschmuggelter Alkohol wird hier gelagert. Während Potrello den Schnaps aus Boston hergekarrt hat, hat O’Bannion einen anderen, erfolgreicheren Ansatz eingeführt: Whiskey und Scotch werden per Schiff importiert, das jenseits der Zwölf-Meilen-Grenze vor Kingsport ankert. Von dort aus wird der Stoff in kleine Motorboote verladen und des Nachts nach Arkham gebracht. Unterstützt durch Schmiergeld an einige Polizeibeamte funktioniert das wunderbar. Arkham ist zum Umschlagplatz für nahegelegene Gemeinden im ganzen Miskatonic Valley geworden.

PERSONEN
(wird nach und nach ergänzt)

Lucky Clover:
MITGLIEDER

Danny O’Bannion
Rang: Boss
Spitzname:
Beschreibung: Der Boss ist am Ende seiner Dreißiger, 1,83 m groß und kräftig gebaut. Er hat ein gutes Gedächtnis, erzählt gerne Witze und kann über was auch immer stundenlang reden. O’Bannion ist gut gebildet, in Boston geboren und aufgewachsen. Er trägt stets Maßanzüge, besitzt ein eigenes Automobil (den traditionellen schwarzen Gangster-Packard) und bewohnt eine Suite über dem Timbleton Arms (111 W Pickman Street), einem noblen Restaurant. O’Bannions charmante Fassade verbirgt eine kalte, brutale Persönlichkeit, die es genießt, andere zu erniedrigen und alle zu vernichten, die ihm in die Quere kommen. Er ist öfters unterwegs, normalerweise in Boston, wo er mit jenen Mafiabossen verhandelt und abrechnet, die seinen Zugang ins Miskatonic-Tal finanziert haben. O’Bannion hält seine Hände sauber. Er leitet direkt nur die Geschäfte des Transportunternehmens. Sich selbst bringt er nur ins Spiel, wenn für heikle Verbrechen oder das Bestechen eines wichtigen Beamten sein Geschick gefragt ist. Als normaler Gefolgsmann bekommt man ihn eigentlich selten zu Gesicht, wenn man nicht gerade in den Büroräumen der Lucky Clover Transport Co. oder im Timbleton Arms ein und ausgeht, wo er die meisten seiner Mahlzeiten einnimmt und sich in einem Hinterraum mit seinen Offizieren trifft. Dennoch weiß er über alle Abläufe Bescheid und kennt jeden seiner Leute beim Namen.
Bobby Sills
Rang: Berater/Vollstrecker
Spitzname: Dandy
Beschreibung: O’Bannions rechte Hand überwacht alle illegalen Lieferungen. Der gutaussehende, gerissene Sills ist, was seinen Kleidungsstil und seine Gewohnheiten betrifft, etwas auffälliger als O’Bannion und fährt eine teure Lincoln-V-8-Limousine. Er scheint besonders Wert auf seine Haare zu legen, denn er geht an keinem Spiegel vorbei, ohne ihren Sitz zu prüfen und mit dem Kamm nachzuhelfen, selbst wenn sie perfekt liegen. Er kümmert sich auch um die alltäglichen Probleme in Sachen Alkohol, Glücksspiel und Geldeintreiberei. Sills scheut sich nicht davor, Präsenz zu zeigen, und begleitet gern Schläger zu säumigen Schuldnern, um ihnen „Vernunft“ beizubringen. Ein paar Ohrfeigen verbessern den Lernprozess. Sills erledigt auch die subtileren Säuberungsaktionen. Er hat vor einigen Jahren einen von Potrellos Handlangern ermordet. Vermutlich ist es keine gute Idee, ihn mit „Dandy“ anzusprechen. Meist wird er „der Dandy“ genannt, wenn über ihn getratscht wird – wobei allerdings auch Vorsicht angebracht ist. Angeblich hat er seine Augen und Ohren überall.
Dan Taylor
Rang: Leutnant
Spitzname: Legs
Beschreibung: Legs ist euer direkter Vorgesetzter. Er ist ein schmaler, unauffälliger Kerl, den man wohl leicht unterschätzen könnte, vor allem, weil er beim Gehen stets leicht humpelt. Er wurde während des Weltkriegs in einem Gefecht in Frankreich am rechten Unterschenkel verletzt, was nicht richtig verheilte und eine Gehbehinderung zurückließ. Dennoch ist diese für ihn kaum ein Hindernis. Auch wenn er sich im Alltag eher gemächlich bewegt und manchmal sogar gebrechlich wirkt, ist er zäh – und schnell, wenn er will. Er beherrscht die Inhalte seiner Ausbildung bei den Marines tadellos. Aufgrund seiner taktischen und militärischen Erfahrung, wurde er damit betraut, die nächtlichen Alkoholtransporte zwischen Kingsport und Arkham zu überwachen. Er scheut nicht davor zurück, durchzugreifen, wenn er muss, und kann es auch nicht leiden, wenn man sich dem Boss, ihm oder anderen Veteranen respektlos gegenüber verhält, allerdings ist er eigentlich ein sehr umgänglicher Mensch und nur brutal, wenn er sich dazu gezwungen sieht. Familie und Loyalität sind ihm das Wichtigste. Er wohnt, zusammen mit seiner Frau und zwei Kindern, in einem geräumigen Apartment in einem Gebäude auf der North Sentinal Street, dessen schäbige Fassade einen weitaus schlechteren Eindruck macht als der Innenraum.
Eddie Leery
Rang: Mitglied
Spitzname: Cooper
Beschreibung: Dieser hünenhafte, gewalttätige Mitarbeiter von Lucky Clover Transport Co. hält die Fahrer und Handlanger auf Schiene und bricht Finger, Arme und Beine. Man sagt ihm nach, er habe einmal jemanden, der ihn beim Glückspiel übers Ohr gehauen hat, zusammen mit ein paar Ziegelsteinen in ein Ölfass gestopft, dieses zugeschweißt und im Miskatonic versenkt. Deswegen nennt man ihn „Cooper“ (Böttcher), einen Spitznamen, den er mit Stolz trägt – auch wenn nicht unbedingt klar ist, ob diese Geschichte wirklich der Wahrheit entspricht. So oder so ist es aber vermutlich nicht ratsam, ihn zu verärgern. Er koordiniert und überwacht die nächtlichen Lieferungen von den Docks zum Lagerhaus.
Brian O‘Bannion
Rang: Mitglied
Spitzname: Greenhorn
Beschreibung: Danny O’Bannions jüngerer Bruder Brian ist erst vor knapp einem Jahr aus Boston nach Arkham gekommen, um in Arkham Maschinenbau zu studieren. Das Studium finanziert er sich, indem er für Danny arbeitet – man sagt sich, dass die Familie ihn gerade an die Miskatonic Universität geschickt hat, damit er sich unter Danny ins Familiengeschäft einleben kann, dem er recht widerwillig entgegensteht. Der Boss bevorzugt Brian aufgrund der Blutsverwandtschaft allerdings keineswegs und hat seine Offiziere angewiesen, das gleichermaßen zu handhaben (was die Offiziere dann nach unten weitergereicht haben). Brian arbeitete zunächst als Packer und Fahrer für Lucky Clover und wurde in letzter Zeit häufiger gezwungen, beim Geldeintreiben dabeizusein. Ihm scheint das nicht sonderlich Freude zu bereiten, aber der Boss will, dass Brian alle Aspekte des Geschäfts kennenlernt.


ASSOCIATES

Meyer Golditz
Rolle: Buchhalter
Spitzname: Books
Beschreibung: Ein Buchhalter, der sowohl das Rechnungswesen für die Gebiete Alkohol, Kredite und die anderen Gaunereien O’Bannions betreut, als auch jenes des legalen Unternehmens Lucky Clover Transport Co. Ein nervöser Mann, pingelig bis ins Detail. Er hat ein Büro beim Transportunternehmen und mag es nicht, „Books“ genannt zu werden. Es nennt ihn trotzdem jeder so, weil der Boss es macht.
Detective Ray Stuckey
Rolle: korrupter Cop
Spitzname: /
Beschreibung: Stuckey ist Mitte Dreißig und ein kompetenter Polizist, wenn man von Mafia-Angelegenheiten einmal absieht. Stuckey hat eine Schwäche für Poker. Er ist durch Spielschulden in O’Bannions Visier gerückt und sorgt derzeit dafür, dass Beweise gegen das Syndikat ungesehen verschwinden.

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