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Die Chroniken von Llandy

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Re: Die Chroniken von Llandy

Beitrag von Jad am Do Mai 24 2018, 10:24

Die Trotzreaktion von Lucien ließ den Dunkelhaarigen Mann in Celebs Augen nur allzu menschlich erscheinen. Es bedarf keiner großartigen Kenntnis von Empathie und Wissen über das junge Volk um zu merken, dass er sich gekränkt fühlte. Doch anscheinend nicht nur durch die Worte des Waldelfen, sondern auch durch das Verhalten der Fee und des Kriegers. Was war das Problem zwischen den beiden? Aufmerksam lauschte der Druide wieder den Worten der Anwesenden. Nicht nur was die Wortwahl anging, sondern auch durch Gestik, Mimik und Ton schöpfte der Hüter seine Informationen. Er setzte dieses ganze Puzzle zusammen. So wie es bisher aussah gab es eine Abmachung zwischen Fee und Dämon. Letzterer hatte übrigens nicht direkt bestätigt, dass er dieser war, aber da er weder widersprach, noch Helena den Druiden korrigierte - immerhin hatte er deutlich ihre Worte verlauten lassen - ging Celeb davon aus, dass Lucien dieser Dämon war. Auch aus dem Kontext der Informationen war diese Schlussfolgerung zu ziehen.
Nun gab es also diese Abmachung, vielleicht sogar unter den Regeln eines Paktes - bei einem Dämon wäre das durchaus möglich, dass er sie nach Dunkelfluss bringen soll und dafür etwas bekam. Handelte es sich hier um etwas Materielles? Celeb wusste es nicht. Sein Wissen über die arkane Magie, besonders der Sagenkunde über mystische Wesen war sehr beschränkt. Er kannte sich mit natürlicher Magie aus und den Wesen, welche die Natur durchstreiften. Auch da gab es dämonenartige, aber es war nicht sein Fachgebiet. Ein Hüter von Orosash, des heiligen Zentrums seiner Berufung als Druide, wüsste vielleicht mehr. Celeblason nahm sich daher vor bei seinem nächsten Besuch dort nach diesem Wissen zu fragen. Vielleicht kam er auch zuvor an Bücher über das Thema. Doch im Moment musste er sich mit dem begnügen was er aus den Gesprächen mit den Anwesenden erfuhr.

Neben dieser Abmachung zwischen Fee und Dämon, schien Lucien auch so etwas wie der Anführer der Gruppe zu sein. Zudem war er nicht sehr geduldig, sondern recht impulsiv. Er schien einen großen Beschützerinstinkt zu haben und es regelrecht als Vorwurf an sein Wesen und seine Stellung zu sehen, wenn jemand seinen Anordnungen nicht gehorchte. Sehr interessant...
Dann gab es da Roderik der Krieger und Mensch. Er schien ein persönliches Interesse am Schutz der Fee und irgendetwas untergründig gegen Lucien zu haben. Der Mann erschien dem Waldelf wie ein Mensch aus einfachen Verhältnissen. Seine Ausrüstung war mehr als dürftig, aber er schien sich sehr darum zu kümmern. Besonders dem Pferd war er wohlgesonnen. Das alles sprach für jemanden der viel verloren und die schwarze Seite des Krieges hautnah erlebt hatte. Der einseitige Zwist zwischen ihm und dem Dämon wurde bisher nicht beleuchtet und wie es schien war allein die Existenz dieses unterschwelligen Zorns auch für die anderen neu, insbesondere Lucien. Aus Erfahrungen wusste der Waldelf, dass es hier zu ernsthaften Problemen innerhalb der Gruppe kommen könnte. Sie mochten nicht wie eine Sippe seines Volkes zusammenhalten, aber wie Helena schon erwähnte: Es war eine Zweckgemeinschaft und damit eine Art von Gemeinschaft. In einer Gemeinschaft zog am selben Strang und richtete im Kampf dem jeweils anderen den Rücken zu um sich darum keine Sorgen mehr machen zu müssen. Wenn sich die Situation beruhigt hatte, würde Celeb auf jeden Fall mehr darüber herausbekommen wollen. Aus früherem Umgang mit Roderiks Volk war im bewusst, dass er dabei sehr behutsam vorgehen musste. Menschen waren anders als Waldelfen von Vorurteilen und Meinungen durchsetzt und sehr empfindlich war Informationen über die eigene Person angingen. Er würde vielleicht versuchen es über die Schiene der Gemeinsamkeiten zu versuchen. Immerhin hatte Celebs Volk wie kaum ein anderes unter den Schwarzröcken gelitten und wenn er damit etwas Neues für Roderik berichten, oder zumindest was ihn aufhorchen ließ und in sich zu erkannte, dass ihn und Celeb das Leid unter der schwarzen Plage verbannte, dann könnte es gelingen und er würde vielleicht zu ihm durchdringen und zaghafte Bande des Vertrauens knüpfen können.

Schließlich gab es noch die Fee. Celeb hatte schon viel Kontakt zu dem zarten Volk gehabt. Waldelfen und Feen verbannt wohl ähnlich viel wie Waldelfen mit Hochhelfen. Sie hatten gemeinsame Ansichten, gemeinsame Sichtweisen auf verschiedene Dinge und auch wenn es gewiss Unterschiede gab, so waren doch viele Interessen dieselben. Hier war es ganz klar die Natur und die Magie welche dieser innewohnte. Im Grunde müsste Helena hier eine Expertin sein und gerade was lebensspende Magie anging Celeb bei weitem überflügeln können. Doch irgendwie schien sie nicht den Eindruck auf den Druiden zu machen, dass sie sich dessen bewusst war. Welche Vergangenheit gab es bei ihr? Warum verhielt sie sich in dieser Hinsicht mehr menschlich als feenhaft? Auch ein Mysterium welches es zu ergründen galt. Jedoch war es ihm hier wohl möglich einfacher an direkte Informationen zu kommen. Feen waren in dieser Hinsicht offenherziger. Blieb nur zu hoffen, dass die Beeinflussungen, welche ihr zu ihrer menschlichen Seite verhalfen nicht zu stark ausgeprägt waren, sonst könnte es ähnlich schwer werden wie bei Roderik.

Und zu guter Letzt gab es den Goblin, über den er bisher nur wusste, dass er der Armbrust mächtig war, Wurmzahn hieß und panische Angst vor Dunkelelfen besaß. Er schien bei dem Thema regelrecht verstört zu wirken und zudem war Celeb anscheinend der erste Waldelf dem er begegnete. Es gab wenig was der Druide über das listige Volk wusste, mehr Geschichten, als wirklichen Kontakt. Diesen gab es zwar vereinzelt, aber war er immer nur sehr sporadisch und nie auf einer Ebene um wirklich hilfreiche Informationen über den Umgang mit den Ihren zu erfahren. Doch allein aus Selbsterhaltung war für ihn klar, dass es besser wäre, wenn der Verängstigte die Waffe sinken ließ. Auch war es in Celebs Augen nötig allgemein die Stimmung noch weiter zu entschärfen.

Er schaute ins Feuer. Sein Blick wurde melancholisch Er wusste wie er zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen konnte, auch wenn es ihm das Herz erneut schwer werden lassen würde. Doch er hatte keine Wahl: "Die Schwarzröcke haben gewütet wie das personifizierte Böse...", begann er mit trauriger Stimme, "ihr werden sicherlich alle davon gehört haben so wie viele, die von den Gräueltaten der dunklen Pest gehört haben. Die freien Völker organisierten und wehrten sich daraufhin dagegen mit Schwert und Schild, oder sie versuchten es zumindest. Die schwarze Plage hatte trotzdem unsagbares Leid bei ihnen verursacht. Doch waren die Völker vorgewarnt und konnten sich zusammenschließen... zu Heeren... zu großen Armeen. Sie führten Krieg gegen die Schwarzröcke." Celeb erhob sich vom Feuer, seufzte schweren Herzens und drehte sich um. Er schaute in die Gruppe: "Mein Volk, die Waldelfen, unreine Elfe in den Augen unserer Brüder und Schwestern unter der Führung des Königspaars, aber ein heller Stern gegenüber unseren verdorbenen Verwandten den Dunkelelfen", er sah dabei Wurmzahn an, "leben in Familien, in Sippen frei in der Natur. Im Westen über viele tausend Kilometer erstreckt und meist mit wenig Kontakt zu anderen Sippen. Dort... wo der Keim des Untergangs geboren wurde. Wir waren die Ersten die den Schwarzröcken begegnet sind und wir waren die Ersten die von ihnen überrannt wurden." Er machte eine Pause damit die anderen begriffen was die Information bedeutete. Warnungen gab es nicht. Sie wurden einfach überrannt, ohne Vorankündigung ohne eine Chance für Widerstand. "Uns hat niemand gewarnt vor der damals noch unbekannten Krankheit der Landen. Wie das wahre Böse schlachteten die Schwarzröcke über viele Mondzyklen mein Volk. Da es weder so etwas wie ein stehendes Heer gab unter uns, noch eine übergeordnete Gemeinschaft die im Stande wäre Widerstand im großen Stil zu organisieren, waren die Verluste verheerend. Brüder, Schwestern, Eltern, Kinder, Vettern und Freunde…" Celeb hatte mit seiner Stimme zu kämpfen. Vor seinem geistigen Auge bildeten sich bei jeder Bezeichnung freudige Gesichter, die verblassten und in Schmerz ertranken. In seiner Mimik sah man die große Trauer die sich seiner bemächtig hatte. "…sie alle wurden zu dem gleichen Strom aus Blut... aus Leid..." Er schloss die Augen um seine Scham nicht sehen zu müssen und einzelne Tränen liefen ihm aus den Augenwinkeln über die Wangen. "... aus Tod..."

Der Waldelf blickte wieder Wurmzahn an, blickte direkt auf die Spitze des Bolzen der auf ihn gerichtet wurde. "Als ihr Blutwerk vollendet war, zogen sie weiter, weiter nach Osten... wo die Kunde über ihre Schreckensherrschaft schon vorgedrungen war. Niemand fragte woher diese schlechte Kunde kam. Es war für sie nur wichtig, dass sie da war und auf sie vorrückte." Er begann langsam auf den Goblin zuzugehen. "Zurück blieben die kläglichen Reste meines Volkes, meines Blutes. Inzwischen floss mehr Waldelfenblut durch die Bäume unter denen wir wandeln als durch die Adern der verschonten Seelen. Der Schmerz sitzt tief... das Leid ist überall zu hören in meiner Heimat. Von meiner Sippe... meiner Familie... lebt niemand mehr. Ihr Kreislauf ist in Todesqualen und Schmerz zu ewiger Stille aufgegangen. Mein Volk hat diese Zeit so sehr geprägt, dass wir sogar einen eigenen Namen für die Überlebenden haben, so wie mich... 'Conathfae'... Klageseelen." Er war nun beim Armbrustschützen angekommen. Die mächtige Waffe war nur noch wenige Zentimeter von seiner Brust entfernt. Würde Wurmzahn nun den Abzug betätigen, der Bolzen würde glatt durch seinen Leib gehen ganz ohne Mühe. "Jetzt sagt mir Herr Wurmzahn: Bin ich ein Dunkelelf? Bin ich einer derjenigen die durch Blutmagie und Versklavung ihr Reich aufrechterhalten? Bin ich blind im Angesicht der Sonne? Unfähig zu echter Liebe gegenüber meiner Familie und deren Verlust?" Der Goblin konnte die Tränenstreifen deutlich auf den Wangen erkennen. "Ich weiß Ihr habt Angst... die habe ich auch... Meine Angst wurde aus Tod und Schmerz geboren wie Ihr nun wisst.... weil ich eine Klageseele bin. Nehmt bitte die Armbrust herunter unter sagt mir ob Eure Angst mit meiner mithalten kann... mit meinem Hass auf die Schwarzröcke… mit meiner Aufgabe die Natur von dieser Krankheit zu heilen... indem sich zu dem Blut meines Volkes... und das Blut jedes gefallenen aller Völker... das Blut der Schwarzröcke mischen soll... bis - zum - letzten - Tropfen!" Celeb merkte bei den Worten gar nicht, dass er den Goblin gerade böse anstarrte und sich jeder Muskeln in ihm angespannt hatte. Natürlich galt sein aufkeimender Zorn den Schwarzröcken und nicht dem Goblin. Dennoch kam der kleine Kerl in den Geschmack des lodernden Feuers in Celebs Augen, welches die Erwartung das Leben der Schwarzröcke zu beenden entfachte. Er dauerte einen langen Augenblick bis sich der sonst so gefasste Druide bewusst wurde wie er auf Wurmzahn wirken musste. Seine magische Aura umzüngelte ihn dabei als wäre er in magisches Feuer gehüllt. Lucien würde es mit Sicherheit spüren können und aus der Entfernung Wurmzahn ebenfalls. "Verzeiht... ich... wollte euch keine Angst machen." Er atmete tief durch. Langsam entspannte sich seine Energie, sowohl körperlich als auch magisch.


Zuletzt von Jad am Fr Mai 25 2018, 10:35 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Die Chroniken von Llandy

Beitrag von Lleweyllyn am Do Mai 24 2018, 22:04

Noch bevor die Fee eine Chance hatte, die Fragen des Wachtmeisters zu beantworten, hatte der Waldelf das Wort ergriffen. Aufmerksam lautsche Thoralf den Ausführungen Celebs uns kam nicht umhin festzustellen, dass ihm das, was Celeb da erzählt, wie phantastische Geschichten aus einer fremden Welt erschien. Für Thoralf war es für den Moment unvorstellbar, wie das, was Celeb schilderte, in der Welt hatte vor sich gehen können, ohne dass er davon etwas mitbekommen hatte. Wenn diese sogenannten Schwarzröcke mordend, brandschatzend und Panik verbreitend durch die Lande zogen und scheinbar vor nichts und niemandem Halt machten, wieso hatten sie dann nicht auch das Lager überrannt? Für Thoralfs Verständnis war die Anlage viel zu groß gewesen, als dass sie einfach hätte unbemerkt bleiben können. Oder sie hatten in der Arbeitsstätte einfach unfassbares Glück gehabt? Auf der anderen Seite hatte Thoralf mitbekommen, dass die Arbeitsstätte regen Handel trieb, regelmäßig fuhren Wagen ein und aus, brachten Güter, Nahrung und neue Arbeitskraft – wie hätte das unbemerkt bleiben können? Die Treks mussten schließlich von irgendwo kommen und irgendwo hin gehen.

Thoralf starrte paralysiert in das Feuer und beobachtete beiläufig, wie die Flammen seicht den Topf umspielten, in dem das wasauchimmer langsam vor sich hin kochte. „Wie kann…“ murmelte er zu sich, da er vollends mit seinen eigenen Gedanken beschäftigt war. Diesmal hatte er sich nicht auf die Melodie von Celebs Erzählungen konzentrieren können, er war gebannt gewesen von der Geschichte, die der Waldelf erzählt hatte. Thoralf merkte, wie ein leichter Kopfschmerz hinter seiner Stirn in Stellung ging. Doch die Schmerzen waren ihm einerlei. Er fühlte sich, als habe jemand ein riesiges Puzzle über ihm ausgekippt und es war nun an ihm, die dutzenden und aber-dutzenden Teile in ein passendes Bild zusammenzufügen. Gleichwohl: so recht gelingen wollte es nicht. Streng genommen gelang es gar nicht. Bis urplötzlich eine eiskalte Hand seinen Magen zu greifen und mit aller Macht zuzudrücken schien. Es beschlich ihn ein fürchterlicher Verdacht, der seine Situation innerhalb der Gruppe wahrlich nicht verbessern würde. Ganz im Gegenteil. Sollte an seinen Gedanken und Schlussfolgerung auch nur ein Funke Wahrheit sein, stünden die Chancen gut, dass man ihn doch aufknöpfte und den Vögeln zum Fraß überlas.

Immer noch gebannt ins Feuer starrend ließ Thoralf zu, dass der Gedanke weiter Gestalt annehmen konnte. Auch wenn es ihm ganz und gar nicht gefiel. Was auch immer um ihn herum gerade passierte, er bekam nichts davon mit. Er hing in seinen Gedanken, die sich nur um eins drehten: was, wenn er ein Teil des Systems der Schwarzröcke war? Was, wenn die Menschen, die über das Lager herrschten, sich den Schwarzröcken gebeugt und kampflos ergeben hatten und voller Opportunismus ins das System aus Terror, Angst und Schrecken eingestiegen waren? War das möglich? Für den Moment erschien es Thoralf zumindest nicht unmöglich. Womit er wieder bei der Situation war, in der er sich befand. Kalter Schweiß brach ihm aus, die Farbe verließ sein Gesicht und die Eiseskälte breitete sich von seiner Magengrube in seinen ganzen Körper aus. In dem Topf, der auf dem Feuer langsam vor sich hin kochte, stieg eine Blase auf und platzte mit einem hörbaren Platschen an der Oberfläche. Schlussendlich riss das Thoralf aus seinen Gedanken und er sprang zurück in das hier und jetzt. Kalt war ihm dennoch. Hatte er vorher schon gewusst, dass er sehr bedacht mit seinen Worten sein musste, was seine Herkunft angeht, so musste er da nun noch einige Schüppen zulegen. Es bestand schließlich die Chance, dass er nicht nur ein Mörder auf der Flucht sondern ein Teil des Systems der Feinde der freien Völker ist. Von einem Moment auf den nächsten wünschte er sich, tatsächlich nur ein flüchtender Mörder zu sein. Es erschien ihm wahrlich weniger dramatisch wie lebensbedrohlich.

Thoralf fasste den Entschluss, irgendwie herausfinden zu müssen, wie die aktuelle Situation um die Schwarzröcke im Detail bestellt war. Er musste wissen, woran er war. Wovon er ein Teil gewesen war. Da er nicht gesehen hatte, dass der Waldelf sich vom Feuer weg Richtung Goblin bewegt hatte, fragte er in normaler Lautstärke den Blick immer noch in das Feuer gerichtet: „Celeblason, sagt… wisst… wisst Ihr, wohin die Schwarzröcke gezogen sind? Haben sie ein Zentrum, in das sie sich zurückziehen können? Und warum sollten sie hier durch die Lande streifen?“ Thoralf musste versuchen, zu verstehen. Und Thoralf musste versuchen, bei Versuch, zu versuchen, zu verstehen nicht zu sehr in den Fokus der Fragen zu geraten. Seiner altbewährten Taktik folgend schob er zügig eine belanglos, fasst etwas verwirrt wirkende Frage hinterher: „Ach – und habt Ihr noch ein Stück von dem guten Brot für mich? Das war ja gar köstlich! Backt Ihr selbst?“

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Re: Die Chroniken von Llandy

Beitrag von Morth am Di Mai 29 2018, 21:24

Erschrocken wanderten Wurmzahns Augen zu Roderik, nicht nur dass der, in Wurmzahns Augen, „dumme“ Mensch das Spitzohr nicht angriff, nein er ergriff sogar Partei für ihn und gegen Lucien!?
Ihm blieb der Mund offen stehen, irgendwas war ganz und gar nicht in Ordnung mit Roderik. Sowohl als Händler, als auch als Gauner und Feigling,
war Wurmzahn geübt Feinheiten aus der Körpersprache seiner gegenüber zu erkennen, auch wenn er selten Anstalten machte dies zu zeigenm teils aus ehrlicher Ignoranz teils,
um sich selbst nicht in die Karten sehen zu lassen. doch nun war er ehrlich geschockt, dass die Veränderung Roderiks ihm nicht schon vorher aufgefallen war, so sehr das er den Elfen vor sich beinahe vergaß.
Ehe beiläufig wieder auf seinen Eintopf aufmerksam gemacht wurde. Darauf blaffte Wurmzahn den Mann aus den Mundwinkeln an, den er als Sa'am kannte,
richtete seine zornigen Augen jedoch wieder auf den Elf.
„Katze! Und ihr könnt nichts abhaben!“
Einen kurzen Moment lang wanderte sein Blick ebenfalls zu dem Menschen und bedachte ihn mitleidig, da er ihn wohl für den Sklaven des Elfen hielt, doch da er ihn nicht kannte und nicht teil
der ihm Schutz bietenden Gruppe darstellte war ihm so ziemlich egal was sein Schicksal unter dem Elfen sein sollte, zumindest beinahe, den er zuckte bei dem Gedankengang kurz zusammen,
als hätte er schmerzen. Die Armbrust hatte er mittlerweile wenn auch nur ein wenig tiefer gesenkt als er von Roderik und Sa'am abgelenkt wurde,
doch als das Spitzohr auf ihn zukam und auf ihn einredete  erhob er wieder die Waffe und zitterte leicht. Dabei hörte er zuerst in seinem Wahn und der Angst die ihn im griff hatte,
kaum was dieser da sprach, bis das Wort Dunkelelf das erste mal fiel. Teils begreifend, teils noch mehr verwirrt als zuvor, lauschte er nun gebannt jedes Wort,
doch nahm die Waffe vorerst nicht herab selbst nachdem dieser geendet hatte. Nun könnte er dem Elfen einen Loch in den Wams stechen ohne die Waffe überhaupt ab zu feuern,
doch schluckte er bloß und schien angestrengt nach zu denken, auch wenn Lucien auf seiner Seite war schien er den Elfen nicht weiter ohne einen guten Grund an zu greifen, wie es schien.
Roderik und Helena waren offenbar beide auf der Seite des Spitzohrs, könnte es die tückische Elfenmagie sein die sie manipulierte?
Von anderen Elfen als seinen Peinigern hatte er nie gehört oder doch? Öfter kamen ihn Worte wie Waldelfen oder Hochelfen zu Ohren doch ging er immer davon aus,
dass dies alles ein und das selbe sein müsste, war es bloß eine List. Oder die Wahrheit? Tief einatmend hob er die Armbrust nun genau zwischen die Augen des Elfen Zielend...
Und nahm sie dann herunter. Selbst wenn dies eine List war könnte zu eiliges handeln ihn selbst gefährden.
Beleidigt schnaubend wie ein kleines Kind, wendete er dann den Blick vom Elfen ab. Wurmzahn mochte sich zwar gerne hin und wieder bei seinen eigenen Feinden einschmeicheln,
doch gute Miene zu einem Elfen zu spielen, war wieder seiner Natur. Doch bedrohte er ihn nicht weiter.. vorerst bis er mehr über ihn in Erfahrung bringen könnte.

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Re: Die Chroniken von Llandy

Beitrag von Hikari am Do Jul 05 2018, 20:57

Ein Laut, welchen man bei dem Dämon eher selten hörte, nämlich ein verächtliches Schnauben verließ seine Kehle, als er fast mittig zwischen allen Beteiligten stand. Sein Blick sprach mehr als nur ein Mal Bände als er beobachtete, wie Helena ihre Hand auf das Knie des menschlichen Kriegers legte und dieser seine Hand auf ihrer Schulter liegen hatte. Ein kleiner durchaus schmerzhafter Seitenhieb, welcher gepaart mit den Worten der beiden zu einem ziemlich heftigen Schlag in den Magen wurde. Jedenfalls fühlte es sich so genauso an, wie damals, als einer der Pfad-Wächter ihm den Knauf seiner Axt in den Magen gerammt hatte. Ein Übelkeit erregendes Gefühl. Misstrauen… Illoyalität waren ein Gift, welches sein Leben bereits ein Mal zerstört hatte. Man hatte seine Welt niedergerissen und die Trümmer verbrannt, bis alles was blieb Asche war. Jedes Wort von Fee und Krieger schien von Hass und Verachtung zerfressen und der Höllenhund konnte fast spüren, wie die Worte ihn zerfraßen. Durch das Gift erstarrt, welches seinen Körper in eiserner Umklammerung hielt, nahm er nur am Rande war, wie der Goblin trotz Angst verzerrten Gesichtszügen seiner Bitte nachkommt und die Armbrust auf den Waldelfen gerichtet lässt.

Hatte er nicht genug Opfer für die beiden Erbracht? War es nicht der Fee zu verschulden, dass sein Wams zerschnitten war und die Rüstung ihren Tribut zollte. War es nicht er gewesen, der über Wochen, Nacht für Nacht das Lager gehütet hatte und nur noch auf den Beinen stand, weil das Dämonenblut in ihm zu ließ, dass er selbst am Rand der Erschöpfung noch irgendwie funktioniert? Sprachlos starrt er das verräterische Duo an. Versucht zu erfassen, wo das Problem lag. Womit er dieses Misstrauen verdient hatte, aber Lucien fand keine Antwort auf diese Frage. Schließlich irgendwann zwischen Sa’ams Frage nach dem Grund ihres Aufenthalts an diesem verlassenen Ort und Roderiks klarer Äußerung, dass der Dämon nicht für alle hier sprach, erhob er kurz das Wort. „Ich entbinde dich von unserem Handel, Fee.“ Klang es im ersten Augenblick wie ein Scherz oder eine unüberlegte Äußerung, wurde schnell deutlich, dass der Dämon die Worte so ernst meinte, wie Fee und Krieger ihr illoyales Verhalten. Tatsächlich legte er das erste Mal seit Wochen den Waffengurt mitsamt Schwertern, sowie die gepanzerten Handschuhe ab. Sie landeten im Schatten eines Baumes an dessen Fuß sich der Wolf niederließ.

Ohne Handel gab es niemanden den er beschützen musste, niemanden für den er Nachtwache halten musste. Das kam so etwas wie Glück und Zufriedenheit in diesen Zeiten schon ziemlich nahe und tatsächlich wirkte der Höllenhund für einen Augenblick entspannt. Fast als sei es seine ganz persönliche Gute Nacht Geschichte von Blut und Tod, lauschte Lucien den Worten des Druiden, die Augenlider dabei geschlossen, verfolgte er eher über sein Gehör den Verlauf des Gespräches.

Das „Katze! Und ihr könnt nichts abhaben!“ entlockte dem Dämon ein Schmunzeln, ehe er nach einigen Minuten des Schweigens wieder die Augen öffnet und sowohl Waldelf als auch den Florettträger mit je einem langen eindringlichen Blick bedachte. „Ich verstehe eure Trauer. Es waren nicht die Schwarzröcke die mir meine Familie nahmen, aber auch ich habe niemanden meines Blutes mehr. Und auch möchte ich das Andenken an die Gefallenen eures Volkes nicht beschmutzen… doch eure Warnung kam zu spät.“ Sein Blick bleibt an Sa’am hängen. "Der König ist verschwunden. Wenn ihr mich fragt ist König Genmund eher tot als lebendig. Seine Überleben ist nur ein Gerücht, welches kursiert. Das Reich des goldenen Drachens ist seiner Führung beraubt. Schwarzröcke plündern, vergewaltigen, rauben und morden wo sie können und die einst so schillernde Hauptstadt, Königswald, ist in den Händen des Feindes. Ihr fragt nach dem Zentrum des Feindes? Seht hintern den Mauern des Palastes nach.“ Eine kurze Sprechpause folgte in welcher es sich der Dämon bequemer macht und anfängt die Schulterplatten zu lösen, um der schmerzenden, offengescheuerten Haut wengistens für einige Stunden Entlastung und Erholung zu schenken.

„Ihr fragt nach unseren Beweggründen an diesem verlassenen Ort zu sein? Nun werter Sa’am die Antwort ist einfach. Zwei von uns.“Dabei deutete Lucien unmissverständlich auf Roderik und sich. „Haben in diesem Krieg gekämpft. Zwar verfolgt man uns nicht, weil wir desertiert sind, aber man verfolgt uns, weil jeder Feind der Schwarzröcke sterben muss und ganz ehrlich? Wo sollen wir hin? Nach Westen zu den Waldelfen? Die Grenzen sind bewacht. Nach Ardarth? Das Reich hat die Grenzen geschlossen und wartet nur darauf, dass das Heer des Feindes auch sie überrennt. Nach Arendy? Niemand würde in dieser Eiswüste lange überleben.“ Erneut schwankt sein Blick zu einer anderen Person: Roderik. „Wir wollten also nach Dunkelfluss… irgendwie an Bord eines Schiffes gelangen und fliehen. Irgendwo anders neu anfangen oder sich dem Widerstand anschließen. Nur erst mal weg aus einem Land, dessen einziger sicherer Ort Aloriar ist.“ Die Art und Weise, wie der Dämon die Worte sicherer und Ort betonte ließ darauf schließen, dass sich der Dämon lieber ohne Rüstung und Schwerter in die Hauptstadt gewagt hätte, als einen Fuß nach Aloriar zu setzen und sollte sich der Mensch ein wenig mit Geographie auskennen, würde er merken, dass Lucien ihm gefährlich werden konnte, sollte dieser je beschließen Sa’am näher auszufragen. „Wurmzahn ist uns über den Weg gelaufen und seitdem nicht mehr gegangen. Ich kenne seine Beweggründe fürs bleiben nicht, aber er ist mir willkommen und die Dame…“ Sein Blick geht zu Helena und der Höllenhund wendet ihn dann ohne ein weiteres Wort ab. Ganz so als sei sie ihm nun, da der Handel hinfällig war, keine Sekunde seiner Aufmerksamkeit mehr wert.

Wieder schließt der Dämon die Augen scheinbar in dem Versuch zu schlafen. „In ein paar Stunden werde ich weiter nach Dunkelfluss ziehen. Wenn du möchtest Wurmzahn kannst du mich begleiten.“ Es war fast schon das Trotzverhalten eines Kindes. Aber ein Erbstück, selbst wenn es die letzte Erinnerung an seine Mutter war, war dieses Gift namens Verrat nicht wert.

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Re: Die Chroniken von Llandy

Beitrag von Jad am Sa Jul 07 2018, 13:02

Die Reaktion von Wurmzahn überraschte ihn inzwischen nicht mehr. Der kleine Kerl hatte unter Dunkelelfen leiden müssen, dessen war sich Celeb nun sicher. Doch nie von anderen Vertretern seiner Gattung gehört zu haben wo er schon einige Zeit so etwas wie Freiheit genoss, war schon merkwürdig. Hoch- und Waldelfen waren nun beileibe keine Rarität, auch wenn man nicht unbedingt jeden Tag einen traf. Letztlich war es jedoch die Anerkennung keine Gefahr für ihn zu sein, was den Druiden an dem Schützen interessierte. Er hatte somit Erfolg gehabt. "Ich danke Euch Wurmzahn", sprach er ihm noch seinen Dank aus, auch wenn er keine Höflichkeit seinerseits erwartete. Als Waldelf hatte er damit keine Probleme. Es war nur kein Grund für ihn seine höfliche Art gegenüber dem Goblin zu senken. Nicht zuletzt durch seine Vergangenheit, sondern auch durch sein Wissen über das Leben, die Natur und Gemeinschaften der vielfältigsten Art, schätze Celeblason jede Art von Leben und somit auch jedes Volk sehr. Die einzige Ausnahme machten da wahrliche die Schwarzröcke, die so viel Leid und Tod über die Lande brachten. Wäre man gut vertraut mit der Ansicht der Druiden und besonders der Lebensweise der Waldelfen würde man mir aufs Mark erschüttert was für ein großer Bruch der Haltungen wäre. Es wäre wohl vergleichbar mit der Schändung sämtlicher Gräber der großen Könige unter den Menschen, indem man die verrotteten Leichen aus ihren Ruhestätten hackte um dann in einem großen Fest das verweste Fleisch und die Knochen zu verspeisen, während man trunken auf den Gräbern tanzte.

In dieser Hinsicht hatten die Schwarzröcke eine weitreichende Veränderung der Weltordnung erreicht über die man nicht nur trefflich streiten könnte, sondern über die Historiker künftiger Zyklen auch Überlegungen anstellen würden, ob die Klagesselen noch vollends Waldelfen waren, oder durch ihre veränderten Ansichten was die Gruppierung der Schwarzröcke angeht, zu einer neuen Unterart der Waldelfen gehören würden. Diese Überlegung wären jedoch indes schwierig, als dass es keine Vergleiche zu anderen Waldelfen in der heutigen Zeit gäbe. Jeder Waldelf der die Massaker der Schwarzröcke überlebt hatte wurde allein dadurch zu einer Klageseele. Was bliebe also? Ein Umbruch des Volkes? Eine Änderung der Kultur? Diese und noch einige philosophischere Frage stellte sich Celeb manchmal, wenn er Zeit hatte über seine Vergangenheit und sein Volk nachzudenken. Meist war dazu Zeit, wenn er am Abend in den Wipfeln eines Baumes dem Sonnenuntergang zusehen konnte und bei einem direkten Blick nach oben durch die Krone schon die ersten Sterne erblickte. Die Zeit, welcher zwar jeden Tag aufs Neue kommt, aber immer nur wenige Minuten dauerte hatte eine besondere Bedeutung unter den Waldelfen, vielleicht sogar auch unter anderen Elfenvölkern, oder den Menschen. Dessen war sich der Druide nicht sicher, jedoch der Bedeutung für sein Volk: 'Die Zeit der Sonnentränen' hieß sie übersetzt, oder für Waldelfen einfach 'Lume i Anar nir'. Auch unter den Druiden gab es einige Besonderheiten wie spezielle Riten, oder Handlungen die nur zu dieser Zeit durchgeführt werden durften, oder möglich waren. Magische Momente die Celeb jedes Mal aufs Neue faszinierten und welche er immer wieder versuchte aktiv zu erleben so oft es möglich war. Es war eines der Dinge die kein Massaker und keine Qual jemals aus den Waldelfen pressen konnte, eines der Dinge die ihnen immer bleiben würden und sie daran erinnerte wer sie waren und immer sein würden.

Als Lucien das Wort an in richtete bekam er Celebs Aufmerksamkeit. Er hatte Respekt vor den Verlusten des Dämons. Er sah seine Worte nicht als Vorwurf, mehr als Fakt. Schließlich hatte er Recht. Die Waldelfen haben die Völker des Ostens zu spät vor den Schwarzröcken gewarnt. Doch was Lucien entfallen zu sein schien, oder vielleicht wusste er es schlichtweg auch nicht war, dass es niemanden gab der jemanden warnen konnte. Die Waldelfen wurden ausgeblutet und über Monate derart zerrieben, dass aus den Wächtern der Natur, Flüchtlinge der Hoffnungslosigkeit wurden. Es gab nie enge Kontakte zu anderen Völkern, nicht mal zu Hochhelfen obwohl diese eine Siedlung in der Heimat der Waldelfen unterhielten. Spitzohren blieben eben gern unter sich und Waldelfen nahmen sich davon nie aus. Es war fast wie ein unsichtbarer Klebstoff der alle Erben Nandarom unbewusst verband. Danach schwenkte der Krieger sogleich in ein anderes Thema und ließ Celeb keine Gelegenheit zu antworten. Auch das nahm Celeb Lucien nicht krumm, sondern lauschte viel mehr den Informationen, welche er hier wahrscheinlich direkt aus erster Hand erfuhr. Er und Roderik hatten in dem Krieg für die Menschen gegen Schwarzröcke gekämpft. Ihr Wissen würde den Jäger dieser Pestsoldaten in Druidengestalt sehr nützlich sein. Man merkte förmlich wie Celeb bei diesem Thema in freudige Erregung kam. Die Hauptstadt der Menschen war also das Zentrum der Schwarzröcke? Königswald hatte er vor einiger Zeit in großem Boden umgangen, jedoch nicht aus Sicherheitsgründen, sondern weil er nicht wusste, dass sich dort sein Feind aufhielt.  War er an seinem Ziel vorbeigelaufen?

Als der Wolfsdämon geendet hatte konnte er nicht anders als auf ihn zuzugehen. Dabei ließ er Thoralfs Frage nicht unbeantwortet und holte im Vorbeigehen den halben Laib Brot und das Säckchen mit den Beeren heraus. "Esst Euch satt mein Freund. Es ist alles was ich noch habe." Keinen Augenblick länger als nötig ging er sofort weiter zu dem dösenden Krieger. "Werter Lucien… Ihr… Ihr habt an Schlachten gegen die Schwarzröcke teilgenommen? Habt ihr vor kurzem gegen welche gekämpft, hier in der Gegend? Die Patrouille die ich verfolgte scheint wie vom Erdboden verschluckt zu sein." Celeb ballte die Fäuste, lies jedoch die Arme herabhängen. "Ich verstehe Eure Absichten und dass ihr nach Dunkelfluss zu gelangen sucht, aber…, wenn Ihr mir zuvor Euer Wissen über diese Brut anvertrauen würdet, würdet Ihr in mir stets einen Vertrauten finden." Der Waldelf stand merklich unter Anspannung und es war nicht schwer zu erraten, dass sich wieder die düsteren Bilder der Vergangenheit seiner bemächtigten. "Ich … Ich kann diese Taten nicht ungestraft lassen." Er sah Lucien nun direkt an, sah direkt in die braungoldenen Augen und ließ den Dämon durch sein grünes Paar in seine Seele blicken. "Meine Mission ist der Tod so vieler Schwarzröcke wie nur möglich. Ich werde sie vernichten wo ich kann. Ich spüre sie auf und erschlage sie, oder führe sie schrecklicherem Schicksal zu. Ich leugne nicht, dass meine Hintergedanken von Hass und Rache geprägt sind. Ich bitte auch nicht um Verständnis für meine Sache, noch will ich Euch zu etwas überreden, … aber wenn ich mit Euch nach Dunkelfluss ziehen dürfte und Ihr mir auf der Reise mitteilen würdet was Ihr über die Schwarzröcke, würde ich mich und meine Fähigkeiten als Waldelf und Druide ganz in die Unterstützung eurer Flucht stellen. Mir ist nicht entgangen, dass ihr euch eben erst betrogen fühlt und habe Verständnis dafür. Doch seid versichert, dass mein Volk noch nie ein Bündnis brach, egal welcher Art und mit wem." Celeb überlegte kurz ob er es wagen konnte so weit zu gehen den Wolfsdämon direkt bei seinem Volk anzusprechen, aber schließlich hatte er keine wirkliche Wahl. Er konnte sich diese vielleicht einmalige Gelegenheit nicht entgehen lassen. Der Hass auf die Schwarzröcke brannte zu sehr. Das Verlangen sie von der Welt zu tilgen war inzwischen zu tief verwurzelt. "Ihr kennt bestimmt die Legenden und die gemeinsamen Vergangenheiten zwischen Euren Sippen und den meinen. Unsere Völker haben schon immer einander unterstützt und gerade in solchen Zeiten wo es wenige Hoffnungen zu geben scheint, wäre es weise sich auf das zu berufen, was früher schon funktioniert hat." Der Blick des Druiden wurde hoffungsvoll und freundlicher. "Ich habe nicht vor das jetzt zu ändern."
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Re: Die Chroniken von Llandy

Beitrag von Drachenschmetterling am Mo Jul 09 2018, 15:17

Roderiks sanfte Berührungen spenden der Fee Kraft. Aber sein Zuspruch beunruhigt sie eher. Das er Lucien als Mörder Unschuldiger bezeichnete war so seltsam wie sein ganzes folgendes Verhalten. Er wirkt gar nicht mehr schwach. Aufrecht steht er über ihr und lächelt sie an. Als er sich so einfach erhebt huscht ihr Blick sofort zu Lucien... was wird er denken? Wird er bemerken, dass etwas mit dem Freund nicht stimmte? Doch der Dämon ist abgelenkt von dem Druiden
Während der Bauer sich ihr vorstellte beobachtete sie Roderik, wie er das Tier zum Futter führt. Seine Bewegungen waren nicht mehr so vorsichtig und schwach, wie die letzte Zeit, aber war es nur der Zauber von Celeb? Warum hatte ihre eigene Magie nicht geholfen? Sie hatte es doch versucht. Sie hatte ihm helfen wollen und war gescheitert.
In ihrer Sorge um Roderik bemerkte sie nicht, was sein Verhalten bei Lucien auslösten, so trafen sie seine Worte völlig überraschend. Mit offenem Mund beobachtete sie, wie er seine Schwerter niederlegte und sich unter einen der Bäume setzte.
Die junge Frau fragte sich, ob er wirklich nur wegen ihr, die letzten Wochen kaum geruht hatte... Das hatte sie nicht von ihm erwartet und war eigentlich froh, dass er sich endlich ausruhte, aber wenn er es wirklich ernst meinte konnte das ein ernsthaftes Problem für sie werden. Ohne seinen Schutz wäre sie beim Angriff der Schwarzröcke sicher gestorben. Es kam ihr wie ein Wunder vor, dass sie bisher zweimal überlebt hatte. "Das... das ist nicht dein ernst... So wenig ist dein Wort wert? Misstraut dir Roderik deswegen?" sprach sie leise an worüber sie alle nachdachten, aber sie erwartete keine Antwort von dem Wolf. Was war der Grund für dieses Misstrauen?
Der hagere Bauer trat auf sie zu und sprach, aber seine Worte drangen nicht wirklich zu ihr durch. Ihr Blick wanderte zwischen den beiden Männern mit denen sie reiste hin und her. Der eine, der ihr seinen Schutz angeboten hatte um etwas von ihr zu erhalten und sie mit Missgunst behandelte, der andere der ihr Anfangs kaum Aufmerksamkeit spendete und sich nun zu ihrem Ritter berufen fühlte.  Sa'am schien nicht zu ahnen, was Luciens Worte für die Fee bedeuten konnten. Bemerkte nicht wie tief in Sorge sie war.
Ehe sie realiesierte, dass er aufgehört hatte zu sprechen und sie vermutlich etwas gefragt hatte, begann Celeb zu sprechen und zog auch Sa’ams und Luciens Aufmerksamkeit auf sich.
Rasch murmelte sie "Entschuldigt mich..." und folgte Roderik zu seinem Pferd. Sie wollte sich nicht eingestehen, wie viel Angst es ihr bereitete, dass Lucien den Handel mit ihr aufkündigte. Auch wenn sie selbst sich charakterlos vorkam, dass sie nun, wo Lucien ihr den Schutz versagt sofort zu Roderik lief, aber die anderen waren in ihr Gespräch verwickelt und sie musste ihn fragen, warum er Lucien misstraute. Sie brauchte jemanden dem sie vertrauen konnte.
Das Tier hob seinen Kopf und streckte ihr neugierig die Nüstern entgegen, ehe es sich wieder dem Gras zuwandte. Kurz streichelte sie die weichen Nüstern und wanderte dann mit ihren Fingern in die Mähne. Einen Moment zögerte sie, überlegt welche Worte sie wählte „Danke, dass du mir zu Seite stehst Roderik…aber  Du und Lucien, ihr habt doch gemeinsam im Krieg gekämpft… Wieso meintest du eben Lucien sei ein Mörder Unschuldiger?“ Sie musterte ihn in seinen Bewegungen und seufzte leise. „Du bist gar nicht mehr Geschwächt von dem Angriff. Dir geht es schon länger wieder besser, hab ich recht? Warum misstraust du ihm auf einmal so sehr? Ihr wart doch Freunde.“ Ihre Stimme war leise, aber ruhig und frei von irgendwelchen Vorwürfen, sie war nur besorgt und unsicher. Sie schmiegt sich nah an den warmen Hals des Pferdes, fast als wollte sie an seiner Seite verstecken und suchte Roderiks Blick, während sie auf eine Antwort wartete.
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Re: Die Chroniken von Llandy

Beitrag von Morth am Mo Jul 09 2018, 21:29

„Hmph!“ Schnaubte Wurmzahn schmollend und drehte demonstrativ dem Elfen den rücken als dieser sich bedankte
„bilde dir nichts darauf ein Spitzohr! Ich behalte dich im Auge!“ zischte er Drohend während er sich kurz über die Schulter blickte, dabei wirkte seine Stimme viel gutturaler, tiefer und weniger schrill als sonst.
Wobei man den blanken Ernst dieser Worte raus hören konnte. Dies war weder der spaßige, kreischende und singende Halunke, noch der schurkische Halsabschneider,
als den ihn seine Gefährten kennen gelernt hatten und auch nicht der verängstigte wenn auch durchaus gefährliche Wicht von vorhin.
Aus ihm sprach der kalte Hass eines Mörders oder vielleicht eines Mannes, der schon genug leid erfahren hatte, um sich nicht mehr um das leid in der Welt zu scheren.
Doch im nächsten Moment blinzelte er mit einem falschen Grinsen und einem aufgesetzten Hundeblick zu Lucien herüber, ehe er sich vor seinen Topf setzte
und die Reste des eingebrannten Eintopfs herauskratze, um sie schmatzend zu verschlingen.

Als er auf dem ersten Blick, vom wörtlichen, fressen wie ein Schwein, abgelenkt zu sein schien, drehten sich seine langen Fledermausohren, in all mögliche Richtungen. Worauf er den blick hob,
als er an ihren Schritten dabei bemerkte, wie Helena sich von der Gruppe entfernte. Schielend warf er dabei gleichzeitig einen angewiderten Blick zum Waldelfen, der das Gespräch mit Lucien suchte,
doch entschied er sich so leise wie möglich der Fee zu folgen, als sie sich Roderik näherte. So dass er bereits längst nicht mehr am Feuer saß, als Lucien ihm das Angebot unterbreitete ihn zu begleiten,
als wäre er urplötzlich vom Erdboden verschluckt worden. Bloß die Armbrust lehnte neben dem Topf, der bei dem Feuer auf dem Boden lag.

Nur wenn man sich ganz genau umsah, konnte man Wurmzahns Umrisse vage zwischen zwei Bäumen erkennen, unweit von Roderik und Helena, doch mit genügend Abstand,
dass ein Mensch sie wohl kaum belauschen konnte.. doch ein Goblin? Die Ohren breit aufgefächert und nach frone gerichtet, tat Wurmzahn genau dies und sein Blick wurde immer neugieriger,
als Helena ihre bedenken was Roderiks verhalten anging, dem selbigen gegenüber aussprach. Gespannt auf dessen Antwort, oder eine verräterische Reaktion auf die Frage hin,
schlich er noch ein Stückchen näher und beugte sich weiter hinab, dass er schon beinahe kroch, um einen besseren blick auf Roderiks Gesicht zu erwischen, damit er nicht nur die Stimmlage
und Worte hören, sondern auch seine Mimik lesen konnte.

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Re: Die Chroniken von Llandy

Beitrag von Roderik am Mo Jul 09 2018, 23:15

...er hat nicht wirklich den Gesprächen zugehört...nur Fetzen aufgeschnappt...Lucien´s Aufheben der Abmachung mit Helena. Langsam streichelt er seinem Pferd über die Flanke und legt sein Gesicht an dessen Hals. Es scheint, als wäre das Tier sein einziger Halt. Doch dann blickt er zu Lucien...sieht, daß Dieser die Waffen abgelegt hat...wie er sich setzt und wirkt, als wolle er endlich den Schlaf nachholen, welchem er so lange entsagte. Ein Grinsen huscht über Roderik´s Gesicht...verschlagen und bösartig. Leise flüstert er dem Pferd in´s Ohr "Bald habe ich meine Rache...und dann reiten wir heim..."

Wenige Augenblicke später steht Helena da. Er schaut sie an und lächelt "Gemeinsam nicht...nur auf der vermeintlich gleichen Seite...zumindest hat er Dies behauptet, als wir uns auf dem Schlachtfeld trafen...und zusammen flohen...ja, der übermächtige Dämon ist ebenso vor den Schwarzröcken geflohen wie ich..." er lacht leise und wirkt verbittert, als er weiterredet "Freunde...das dachte ich ach...mein Leben hätte ich für ihn gegeben...wie für Dich immer noch..." er schaut sie kurz an und dann wieder weg "Ja, ich habe meine Schwäche schon länger überwunden...Celeb musste nicht viel machen, er hat nur meine Kopfschnerzen gelindert..." er macht zwei Schritte auf Helena zu und nimmt ihre Rechte in seine Hände "Ich musste ihn in Sicherheit wiegen, um meine Rache zu bekommen..nun ist es allerdings schwerer geworden...ich will dir sagen, warum...weil ich Dir vertraue..." er schaut ihr in die Augen...sanft und um Verständnis bittend, als er fortfährt "Lucien gehörte zu einer Einheit, welche mein Dorf überfallen hat...sie haben gemordet, geschändet und gebrandschatzt...nur Wenige haben überlebt...ich habe ihn zuerst nicht erkannt, doch als ich gefan...aaargh!" er bricht zusammen und fast sich an die Schläfen, shchaut hilfesuchend zu Helena und stöhnt vor Schmerzen. Seine Lippen formen leise bittende Worte "Bitte...hilf mir...bitte...nimm diese Schmerzen weg...bitte..." Tränen rinnen über seine "Wange und er wälzt sich im Gras zu Füssen des Pferdes, welches tänzelnd zurückweicht.


Zuletzt von Roderik am So Jul 15 2018, 21:19 bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet

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Re: Die Chroniken von Llandy

Beitrag von Hikari am Mi Jul 11 2018, 22:30

Als der Druide auf ihn zutritt fokussieren seine Augen den Waldelfen. Die Worte des Elfen nimmt er schweigend zur Kenntnis. Bemerkt dabei gar nicht, dass Wurmzahn ihm nicht antwortet. Nicht, dass es ihn gewundert hätte. Der Goblin war für ihn ein kleines Mysterium und mehr als nur einmal war er sicher, dass man den grünen Armbrustträger nicht unterschätzen sollte. Gleichzeitig war der Goblin für Lucien so etwas wie eine minimalistische Version eines Freigeistes. Tat was er wollte wann er wollte und überlebte es scheinbar immer. Hätte er die Abwesenheit Wurmzahns gemerkt, hätte es ihn wohl kaum verwundert. Viel mehr hätte es ein wissendes Lächeln auf seine Lippen gezaubert. Vielleicht sogar ein Schmunzeln. Man würde es nie erfahren.

Stattdessen galt seine Aufmerksam fast ausschließlich dem Waldelfen und dem Zorn, welcher im Inneren des Wesens zu lauern schien. All diese Wut und dieses Verlangen nach Rache, wie erinnerte es ihn nur an sein eigenes Volk und gleichzeitig auch nicht. Sein Blick wirkte beurteilend. Glitt ein oder zwei Mal am Körper des Elfen hinab als wollte er beurteilen für wie fähig sich der Druide auf dem Schlachtfeld erwies.

Nur kurz verlor sich sein Blick als die blonde Frau sich entschuldigte und Roderik folgte. Für ihn ein weiterer Beweis, eine weitere kleine Dosis Gift. Als Helena aus seinem Blickfeld verschwand, wanderten seine Augen zurück zu dem Druiden vor sich und der Dämon machte eine kleine Handbewegung, die andeutete, dass sich eben jener setzen sollte. Trotz Aufforderung wartete Lucien nicht bis der Waldelf sich setzte. „Es sind uns seit Wochen keine Schwarzröcke mehr begegnet. Die Patrouille die Ihr erwähnt habt zog nie an uns vorbei.“ Noch einmal mustert der Wolf den Elfen mit seinen Blicken, ehe er leise seufzt. „Ich kenne die Legenden. Jedes Kind meines Volkes kennt sie und ich kenne den Vertrag, welchen vor so vielen Jahren unserer Vorväter unterzeichnet haben. Mein Vater hielt es für eine gute Lektion mein Wissen und meinen Wortschatz… ja gar die Menge der von mir gesprochenen Sprachen zu erweitern. Es war eine langweilige, langwierige Aufgabe den Vertrag zu übersetzen nur um festzustellen, dass wir nicht daran gebunden sind.“ Ein Lächeln huschte über seine Lippen. Beinahe so als verriete der Dämon Celeb eines der bestgehüteten Geheimnisse seines Volkes. „Ich weiß nicht wie oft Kunde aus Doliene zu euch drang. Doch trägt der Vertrag nur die Siegel und Unterschriften von vier Sirione*: Cwmbrisca, Greyhound, Maenman und Uddlawr. Doch der fünfte Sirion meines Volkes entstand erst nach dem Schildkrieg. Wir haben uns nie dem Bund angeschlossen… also bitte werter Druide, versucht keine Verbundenheit durch alte Versprechen zu schaffen.“

Für einige Augenblicke hatte es den Anschein als wollte Lucien aufstehen und das Gespräch beenden, Celeb dort sitzen lassen und ihm seine Hilfe verwehren. Doch der Wolf rutschte nur etwas näher an den Baum heran. „Das heißt nicht, dass ich euch nicht helfen möchte. Ich war dort. Auf dem Schlachtfeld. In jener Nacht als der Wind drehte und uns den Regen ins Gesicht peitschte. In jener Nacht als wir blind gegen eine Übermacht kämpften. Ich weiß nicht was sie sind. Sie sehen aus wie Menschen, aber nicht alle von ihnen sind es noch. Als hätte man ihre Seele aus ihrem Körper geschält.“ Der Höllenhund schluckte und man sah nur zu deutlich, wie trocken seine Kehle sein musste oder wie zugeschnürt. „Ich war da als die Angst umgriff. Ich war da als Männer und Knaben fielen. Keiner hatte eine Chance. Jeder der dumm genug war zu bleiben oder gelähmt war vor Angst starb in dieser Nacht. Ich bekam einen Schlag vor den Kopf… man muss mich wohl für Tod gehalten haben… es muss Glück gewesen sein, dass ich überlebt habe. Vielleicht auch Pech.“

Wieder folgte eine Pause, weil Lucien es zu ließ, dass Bilder von seinen Gedanken besitz ergriffen, welche er zu verdrängen versucht hatte. Es dauerte bis er sie wieder in die hinterste Ecke seines Geistes gedrängt hatte. „Ich verstehe euren Zorn, aber ich denke nicht, dass ihr alleine gegen eine solche Übermacht vorgehen solltet. Statt euch nur mein Wissen zu schenken habe ich einen Vorschlag für euch, Druide: Ich möchte die Wurzel dieses Übels finden. Ich will wissen wer dafür verantwortlich ist. Ich werde ihn finden. Ich werde ihn jagen und ich werde ihn töten und sollte ich herausfinden, dass irgendein Gott seine Spiele mit uns spielt, werde dafür sorgen, dass man die Sterne vom Himmel holt und jenes Schwert neuschmiedet welches vor Jahrtausenden Nandarom tötete und niemand wird mich daran hindern können.“ Der Wolf merkte kaum wie seine Stimme lauter wurde. Laut genug, dass ihn sicherlich jeder seiner Begleiter hören konnte solange sie sich nicht zu weit entfernt hatten. „Und sollte ich nicht jenen finden, der für das alles verantwortlich ist, dann werde ich zumindest seinen Plan vereiteln und wenn es das letzte ist, dass ich tue solange ich auf Llandy wandle.“ Erst als ein Vogel aus einem der Bäume hochschreckte, senkte er die Stimme doch das Funkeln in seinen Augen, welches dem von Celeblason so nahekam, verriet seinen Zorn über das Unrecht, welches die Welt erschütterte. „Ich denke nicht, dass es was bringen wird in die Hauptstadt zu stürmen. Wir würden sinnlos sterben. Deshalb, Druide, werde ich meine Schwerter und mein Leben geben, um die Wurzeln dieses Leides zu zerstören. Es wäre mir eine Ehre, wenn unsere Völker ungezwungen von einem Pakt diese Schlacht gemeinsam schlügen.“ Den erneuten Zusammenbruch Roderiks bemerkte der Dämon in seinem Zorn gar nicht…

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Re: Die Chroniken von Llandy

Beitrag von Drachenschmetterling am Do Jul 12 2018, 01:52

Aufmerksam lauschte sie seinen Worten und musterte ihn mit sorgenvoll gerunzelter Stirn. Während er über die frühere Verbundenheit mit Lucien spricht wandert ihr Blick zu dem Dämon, der immer lauter sprach, auch wenn sie nicht verstand, was er sagte. Ihr viel auf, wie leicht er mit Celeb sprach, wo er mit ihr in all der Zeit kaum mehr als ein paar Worte gewechselt hatte.

Roderiks Worte verunsicherten sie. Leicht zuckt sie zusammen, als er ihre Hand nimmt, zieht sie aber nicht weg. Er hatte auch sie getäuscht. Hatte zugelassen, dass sie versucht ihn zu heilen und in der Sorge um ihn Leben lassen. Aber in seinen Augen erkannte sie die leise Reue und kann den Blick nicht abwenden.
Entsetzt schlug sie eine Hand vor den Mund, als nun endlich ans Licht kam, warum Roderik Lucien nicht traute. Ihr erster Gedanke war jedoch Männer lügen. Das war eine der ersten Lektionen, die ihre Ziehmutter ihr beigebracht hatte. Männer lügen um ihre Ziele zu erreichen. Aber welches Ziel? Sie wollte, dass Roderiks Worte eine Lüge wären, aber sie glaubte ihm jedes Wort. Sie hatte dem Monster in Lucien bereits in die Augen geschaut und traute ihm diese Gräultaten zu.
Sie hing an Roderiks Lippen, ehe er zu Boden ssak. Einige Sekunden lag steht sie wie erstarrt da und schaut ihn immer noch mit offenem Mund an, beobachtet seine Lippen ohne zu verstehen was er sagt. Dann übernimmt in ihr die Heilerin.
Die junge Frau ließ sich auf die Knie sinken und zog seinen schweren Kopf auf ihren Schoß. Leise sprach sie beruhigend auf ihn ein. „Sch… ich bin da… es wird sicher gleich besser…“ Sie glaubte ihren eigenen Worten nicht, hatte sie ihm doch auch die letzten Male nicht von diesem Leiden befreien können. Sie konnte sich nicht mal ausmalen, was es für ein leiden sein könnte und nicht mal ihre Magie hatte es beendet.
Sa’am! Bringt mir bitte Wasser! Schnell!“ rief sie in beinahe herrischen Ton, der so gar nicht zu dem stillen und freundlichen Mädchen passte.
Mit geübten Griff löste sie zwei kleine Ästchen seltener Piperita. Sie hatte sich über das Halskraut gefreut, so kurz vor dem Winter, aber sein kühler Geruch linderte bei manchen auch die Kopfschmerzen.
Mit den Fingernspitzen zerrieb sie die Blätter an seiner Schläfe. Erst jetzt, als ihre Finger zu kribbeln begannen, erst jetzt wo sie seine Haut berührte, dachte sie an ihre Magie. Einen kurzen Moment zögerte sie, als sie sich an ihre glühenden Handflächen erinnerte, aber dann sah sie die Tränen auf seinen Wangen und atmete tief durch. Sie konnte nicht anders.
Diesmal war es ganz einfach die Magie los zu lassen. Hatte es sich zuvor angefühlt, als würde zäher heißer Schlamm aus ihren Gliedern fließen, so sprudelte jetzt kaltes Wasser aus ihren Fingern Celebs Magie, schien eine Blockade in ihr gelöst zu haben. Er hatte den verwirbelten Strom der Magie beruhigt und nun floss sie wieder stark und gleichmäßig.
Die Funken Licht sprangen in seine Schläfen, aber Roderiks Gesicht blieb Schmerz verzerrt. Das Licht floss überall hin, nur nicht in seinen Kopf. Helena beobachtete die Funken unter seiner Haut und wollte sie lenken. Immer mehr konzentrierte sie sich auf das hypnotische Pulsieren.
Plötzlich kehrte sich das Licht um und schoss zurück in ihre Fingerspitzen. Sie stieß einen spitzen Schrei aus und zog ihre Hände zurück an ihre Brust.
Vor Schmerz und Verzweiflung stiegen ihr die Tränen in die Augen. „Ich will dir doch helfen, aber ich weiß nicht wie…“ flüstert sie leise und streicht Roderik sanft die Haare aus der Stirn.
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Re: Die Chroniken von Llandy

Beitrag von Jad am Do Jul 12 2018, 09:28

Der Druide folgte der Aufforderung Luciens und ließ sich neben ihm auf einer herausragenden Wurzel nieder. Er hörte zu und nickte hin und wieder. Dass der Clan des Dämons nicht Teil der alten Verträge war, überraschte Celeb im Grunde nicht. Es waren teilweise so alte Vereinbarungen, dass in der jüngeren Vergangenheit nicht mal mehr alle Waldelfen von diesen wussten. Besonders wenn man mit Wolfsdämonen nicht viel zu tun hatte, war es leicht über alte Niederschriften hinwegzusehen. Doch auch, wenn es keine vertragliche Übereinkunft zwischen ihren Völkern gab, so verband ihn etwas mit dem Krieger was mehr Gewicht hatte als Berge von Gold und Edelsteinen: das gleiche Leid erfahren zu haben, durch den gleichen Feind und daraufhin das selbe Verlangen zu spüren – ein Verlangen welches so heiß brannte, dass es Herzen und Seelen verschlingen vermochte, wenn man keine Gegenkraft aufbringen konnte. Bei Celeblason war dies seine Verbundenheit mit der Natur und seine Disziplin welche er sich in der entbehrungsreichen Ausbildung als Druide angeeignet hatte. So konnte er die für ihn vergleichsweise neue Emotion ganz gut in Schach halten. Ihn interessierte jedoch was es bei Lucien war, welches ihn nicht zu einer allesvernichtenden Bestie werden, sondern den Zorn gezielt steuern ließ. Bei Gelegenheit würde er es wohl erfragen, wenn ein geeigneter Zeitpunkt käme. Doch dieser Moment war nicht jetzt. Vielmehr sah Celeb ihm mit festem Blick tief in die Augen, ließ Rachegedanken seiner Seele auf die des Höllenhunds treffen und sich vereinen auf das sie den gemeinsamen Feind gnadenlos niederstrecken mochten. "Ich nehme Euren Vorschlag an. Wenn ich Euch mit meinem Leben oder Tod unterstützen kann diesen Plan aufzudecken, dann sei es so. Euer Feind sei mein Feind von jetzt bis in alle Zeit und mit mir trete die Allmacht der Natur hinzu euren Rücken zu decken, sei es vor Angriffen in der Schlacht, oder Gefahren abseits davon. Augen und Ohren der Tiere, Pflanzen und Pilze sei euer Begleiter wie die meinen und wie es Euch eine Ehre sei, dass ich an Euer Seite streite, so seid von jetzt an ein Freund meines Volkes. Jede Tat zum Schutz der Sippen und der Natur schließe euch mit ein. Wo immer ihr einen Waldelfen treffen mögt fühlt euch  wie unter Euresgleichen."

Der Druide legte seine Hände neben Lucien an den Stamm des Baumes, als wolle er sich daran stützen und senkte den Kopf. Er schloss die Augen und der Wolf konnte wieder die Aura von wirkender Magie spüren. Aus Celebs Mund kamen seltsame dumpfe, murmelnde Laute, die kaum die Bezeichnung ' Worte' verdienten. Doch mit jedem Murmellaut schien irgendwo in einer undefinierbaren Ferne ein dröhnender Laut von gleichem Klang als Echos widerzuhallen. Tatsächlich jedoch war fernab des Baumes an denen Wolf und Elf saßen nichts dergleichen zu hören. Als mythisches Wesen traute der Druide Lucien durchaus zu, zu erkennen, dass dieses seltsame Echo vom Baum selbst kam und nun mehr und mehr erstarkte bis es schließlich von jetzt auf gleich seinen donnernden Klimax erreichte und mit diesem eine leichte Druckwelle schnell wie ein Sturm vom Baum aus davonschoss und ebenso rasch vorüber war wie sie erschien. Der Druide nahm seine Handflächen vom Stamm und es waren in leuchtender Silhouette die Konturen seiner Hände zu erkennen. Doch mit dem freien Blick auf diese Abdrücke verblassten sie innerhalb weniger Sekunden und waren restlos verschwunden. Der Stamm präsentierte sich in gewohntem Antlitz als wäre nichts geschehen. Lediglich das Gefühl der Druckwelle blieb noch einen Augenblick länger an den feinen Härchen der Haut kleben und half der Wahrnehmung zu erkennen, dass dies wirklich passiert war. Celeb lehnte sich wieder zurück und schaute mit gewohnt freundlichem Blick Lucien an. "Ich weiß nicht ob ihr schon mal einem Baummurmler begegnet seid. Doch viele meines Ordens sind dessen mächtig. Es ist die schnellste Möglichkeit Nachrichten zu verbreiten die nur Eingeweihte vernehmen sollen, die ich kenne." Der Waldelf strahlte nun deutlicher und schaute dabei in die Wipfel des Baumes über dessen mächtigen Stamm er sanft mit einer Hand streichelte. "Die Bäume sind mir seit vielen Jahren Verbündete und treue Gefährten. Sie sprechen ohne Unterlass zueinander, auch wenn es nur wenige hören können. Ihre Rufe dringen in jede Winkel der Lande wo Pflanzen stehen und damit zu meinen Brüdern und Schwestern. Für diese und andere Gaben der Natur bin ich sehr dankbar. Meine Kraft in ihren Dienst zu stellen ist das Mindeste was ich für diese Treue geben kann." Er konzentrierte sich nun wieder auf Lucien. "Ihr werdet schnell feststellen, dass es besonders außerhalb von Städten viele Vorteile hat einen Druiden und Waldelfen auf seiner Seite zu wissen. Ich werde Euch nicht enttäuschen."
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Re: Die Chroniken von Llandy

Beitrag von Lleweyllyn am Mo Jul 16 2018, 09:39

„Danke, werter Celeb – eure Gutherzigkeit ist eine Wohltat in diesen dunklen Tagen…“ erwiderte Thoralf, als der Druide ihm im Vorbeigehen noch ein beachtliches Stück von dem guten Brot reichte. Die Chancen standen gut, dass er frisch gestärkt die besten Voraussetzungen haben werde, den Diskussionen rund um die aktuellen Geschehnisse in diesen Gefilden zu folgen. Er riss ein Stück von dem Brot ab, schob es sich in den Mund in lauschte gespannt der Diskussion, die sich um ihn herum entwickelte. Er stellte dabei mit einigem Erstaunen fest, dass der Trupp, den sie hier angetroffen hatten augenscheinlich keinesfalls eine verschworene, im gemeinsamen Schicksal vereinte  Gesellschaft war, sondern dass es tatsächlich bei den verschiedenen Charakteren durchaus – wie sollte er es nennen – Misstrauen und Groll gegen jeweils andere gab.

Die Szenerie war für Thoralf wahrlich undurchsichtig und er musste sich redlich mühen, den geschilderten Situationen folgen zu können. Allein, Rückschlüsse für sich und seine Situation vermochte er bis hier nicht zu ziehen. Bis auf eines, vielleicht: sollte er tatsächlich Teil des Systems der Schwarzröcke gewesen sein, wäre das wahrlich nicht gut. Dabei erschien es ihm ausgemacht unerheblich, ob er nun unwissentlich ein Teil war.

Die Irrungen und Wirrungen um die politisch-historische Situation strengten Thoralf wahrlich sehr an. Er saß regungslos etwas abseits der Gruppe und kaute auf dem Brot. Dabei versuchte er, so unbeteiligt wie nur eben möglich zu wirken, damit ja kein falscher Verdacht entstand. Doch auch wenn er etwas abseits saß, so war er immer noch nah genug, um jedes einzelne Wort gut hören zu können. An ein Verstehen würde er sich später begeben müssen, für den Moment galt  es, jede Information aufzusaugen, die er aufsaugen konnte. An der Reaktion der Fee auf seine Ansprache glaubte Thoralf zu erkennen, dass sie ebenso mit sich rang und das Gehörte versuchte für sich einzuordnen. War das nun gut oder schlecht? Er vermochte das nicht zu beurteilen.

Ab dem Moment, als der Dämon mit dem Druiden darüber diskutierte, wer wann warum mit wem in der Vergangenheit paktierte und wer dann warum welchen Pakt wieder aufgekündigt hatte, begann Thoralf den Faden zu verlieren. Das war dann doch des Guten zu viel. Insofern beschränkte er sich darauf, zu lauschen und die für seine Situation interessanten Punkte bestmöglich zu filtern und aufzuschnappen - bis er jäh aus seinen Bemühungen gerissen wurde, als Helena "Sa'am" rief. Es lief Thoralf urplötzlich heiß und kalt den Rücken runter, als er feststellte, dass tatsächlich er gemeint war, er aber schlichtweg nicht reagiert hatte. Stammelnd suchte er, das Gefühl der Ertapptheit beiseite zu schieben. "Ich, also - was? Ja, Wasser... ehm, wo denn nur?" Er suchte krampfhaft die Gegend ab und fand tatsächlich ein großes Blatt, in dem noch ein wenig Wasser stand. Vorsichtig versuchte er, den Stengel abzubrechen, um das Blatt als Gefäß zu nutzen, was ihm schlussendlich auch gelang. "Hier, also... bitte, das Wasser. Ich hoffe, das reicht?!" Unsicher beobachtete er, was die Fee mit dem Krieger anstellte. Da er wahrlich kein Heiler und schon gar kein Gelehrter war, war er sehr überzeugt, all die Hilfe walten gelassen zu haben, zu der er sich imstande sah und entfernte sich langsam wieder in Richtung Druide und Dämon zu dem Platz, wo er das Brot abgelegt hatte. Die Fee und der Krieger würden schon alleine zurecht kommen - müssen.

Als die beiden Diskutanten ihre Ausführungen beendet hatten, war Thoralf gleichwohl nicht schlauer, was die Arbeitsstätte anging, aus der er geflüchtet war. Er versuchte sich weiterhin daran, den leichtgläubig-unwissenden Bauern zu geben: „Köstlich, das Brot - wirklich! Ahm, Dunkelfluss? Ist das weit von hier?“

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Re: Die Chroniken von Llandy

Beitrag von Roderik am Mi Jul 25 2018, 16:26

Roderik liegt einfach da und starrt in die Luft...schmerzverzerrt das Gesicht...stöhnend...die Hände an die Schläfen gepresst...Tränen des Schmerzes rinnen seine Wangen hinab...er versucht, Helena anzublicken, doch selbst Dies bereitet ihm höllische Schmerzen, also schliesst er die Augen und versucht, an Nichts mehr zu denken...erst Helenas spitzer Aufschrei scheint den Mann halbwegs zur Besinnung zu bringen, doch anders als erwartet. Er öffnet die Augen...sie scheinen geradezu zu glühen...der Schmerz scheint vergessen, als er sich hochstemmt, vor Helena kniet und sie mit seinem Blick fixiert "Wo ist er? Was hat er Dir angetan, Marie?" seine Rechte sucht den Schwertknauf, umklammert ihn...er wirkt wie im Wahn, als er sich erhebt und den Blick schweifen lässt...er zieht die Waffe und starrt sie an, als würde er zum ersten Mal ein Schwert sehen...kurz wirkt er verwirrt, als er die Umgebung und die Anwesenden mustert...als wäre er hier an einem völlig unbekannten Ort ohne zu wissen, wie er hierhergekommen ist "Wo ist Vater?" er blickt zu Helena herab "In die Scheune...los!!!" und nun scheint er völlig woanders zu sein...kurz blickt er zu Thoralf "Beorn...los...hol die Anderen vom Feld!" und schon scheint er Thoralf/Beorn wieder vergessen zu haben...erblickt Wurmzahn und knurrt "Goblinabschaum...natürlich immer dabei, wenn es Etwas zu holen gibt..." und dann erstarrt er...sein Blick haftet auf Lucien...die Hand umfasst den Schwertknauf fester, bis die Knöchel weiß hervortreten...

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Re: Die Chroniken von Llandy

Beitrag von Morth am Sa Jul 28 2018, 00:42

Zuerst wehte eine Frische Brise über das Lager, das der Goblin aufgeschlagen hatte und ließ das Lagerfeuer an dem Lucien und Celeb saßen aufflackern.,
Doch folgte auf dieser hin ein eisiger Wind, der immer stärker anschwoll und die Flammen mehr seitwärts als aufrecht tanzen lies und drohte das Feuer aus zu wehen,
als Dunkelheit sich über die Lichtung ausbreitete, wo die Sonne eher so früh am morgen, eigendlich für mehr licht sorgen sollte.
Würde man gen Himmel blicken so sah man das sich schwere dunkle Wolken vor dem ohnehin stahlgrauen Himmel zogen,
als auch schon die ersten tropfen fielen wie ein warmer Sprühregen im Sommer so fein, doch frostig, kalt, fast brennend auf der nackten Haut,
dass die Kälte gleich mit in die Glieder und in das Gemüt zog.

Wurmzahn blickte verschreckt auf, als Roderik ihn entdeckte und machte einmal mehr den Eindruck eines besonders hässlichem Hasen.
dabei kaute er besorgt auf seiner Unterlippe herum, ehe er sich nach dem Gebären des Menschen einen Entschluss fasste.
Als er sah wie Roderik nach dem Schwertknauf griff, sprang der Goblin vor und packte Helena etwas grob mit beiden Händen am Handgelenk
„Weg von ihm! Er ist ein Wirrer! Wurmzahn hat es schon mal gesehen, Elfenfolter! Sieht Dinge die nicht sind.. Dinge die Waren, böse Dinge er ist gefährlich weg von ihm!“
Bellte Wurmzahn krächzend, so das es  durch den nun aufkommenden dichten Regenvorhang schallte.
Wiedermal bewies der Goblin das seine arte wesentlich stärker als menschliche Kinder von vergleichbarer Körpergröße waren,
so war sein Griff alles andere als angenehm und er schien mehr darum besorgt zu sein die Fee von Roderik weg zu zerren, als sie bei dem versuch nicht zu verletzen.
Sollte sie sich aus seinem griff winden wollen oder sich wehren würde er nur um so grober zupacken und sich regelrecht in ihrem Arm dabei krallen,
doch liegt keine Böswilligkeit in seinem blick doch ernste Furcht, nicht die Panik eines Irren wie er sie bei Celeb gezeigt hatte, sondern mehr der Blick von jemanden,
der einem unvorsichtigen Kind vom Rand einer Klippe zerrte.

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Re: Die Chroniken von Llandy

Beitrag von Hikari am Mo Aug 27 2018, 16:37

Wie ein Kind, das zum ersten Mal die schwebenden Inseln Calabriel’s erblickte oder die weißen Hirsche Valorin’s, sah der Dämon von seiner sitzenden Position aus zu dem Waldelfen hinauf. Mit den funkelnden Augen eines Unwissenden, welcher soeben ein Wunder gesehen hatte und tatsächlich fühlte sich der Dämon genauso. Fast 6 Jahre war es her seit der Höllenhund die Länder des Elfenvolkes besucht hatte, um am heiligen Baum, Orosash, zu beten und die Götter um Antworten zu bitten. Doch war er zu jener Zeit kein Zeuge der waldelfischen Magie geworden.

So blickte er den Druiden mit einer Mischung von kindlicher Naivität und übersprudelnder Faszination an, während dieser die seine Magie zu nutzen schien, um zu den Bäumen des Waldes zu sprechen, begleitet von einem dröhnenden Pochen, welches aus dem Innersten derselben zu entstammen schien. Gefesselt von dem Schauspiel, welches sich ihm bot schüttelte Lucien nur kurz den Kopf, als Celeb ihn fragte, ob er bereits von Baummurmlern gehört hatte. Sich mit einem Mal unwissend fühlend, wendet er den Blick beschämt ab. Vielleicht hatten Roderik und Helena recht seine Führung anzuzweifeln? Kurz lässt er die Zweifel sichtbar werden, seine Hände suchen nach den Schwertern, welche irgendwo in der Nähe sein müssten, als würde all seine Kraft, seine Entschlossenheit, sein Wille und sein Vertrauen, nur von irgendeinem Zauber herrühren, welcher durch hochelfische Magie auf die Waffen gelegt worden war. Doch findet er sie nicht, bevor Atos selbst für ihn die Welt still stehen lässt.

Zu viel passiert gleichzeitig. Hätte man ihn einige Jahre später gefragt, hätte er nicht gewusst was zu erst da war. Roderiks Stimme aus einiger Entfernung, als dieser vermutlich seine weitere Reise mit Helena besprach. Ein Gedanke, der das Gift ihn ihm zum wallen brachte. Der plötzliche Wetterumschwung, welcher das Feuer fast löschte und die Lichtung in Dunkelheit tauchte oder die Stimme Wurmzahns die zu ihm herüber wehte und ihn in alarmbereitschaft versetzte.

Zweifel und Waffen waren vergessen, als der Dämon aufsprang. Langsamer als gewohnt, zollte das alles endlich seinen Tribut. Der Stachel des Verats saß tief, die Erschöpfung und Verletzungen ließen es für einen Augenblick so erscheinen, als würde taumeln und die Kälte, welche stärker denn je mit dem Regen zurückgekehrt war, machte ihn langsam. So langsam wie ihn keiner seiner Gefährten je gesehen hatte und dennoch schob er sich ohne Fragen zu stellen zwischen Roderik und Helena. Eine Position, welche der Wolf einnahm ohne drüber nachzudenken und welche er auch in Zukunft wieder und wieder beanspruchen würde. Pakt hin oder her. Wenn es sein müsste und er schickte wahrhaftig ein Stoßgebet zu den Göttern, dass er dies nicht tun müsse, würde er dem Menschen vor sich das Genick mit bloßen Händen brechen, sollte dieser es auch nur in Erwägung ziehen mit dem Schwert auf die Dame loszugehen. Dass er selber mehr als nur deutlich im Nachteil war schien vergessen. Sein Zorn überwiegte wie so häufig.

„Was ist hier los, Roderik? Was soll das? Senk das Schwert und wir reden.“ Nur kurz warf Lucien einen Blick zurück über seine Schulter. Dann tat er das vermutlich dümmste, dass er seit langem getan hatte: Er hob die nackten Hände bis ungefähr auf Höhe seiner Schultern. Eine Bewegung, die ihm Schmerzen zu bereiten schien und den Krieger vor sich beschwichtigen sollte und trat dann auch noch einen Schritt vor. „Ich will nur reden. Eine Erklärung, Rod. Nichts weiter.“ Würde der Wolf noch einen Schritt näher kommen, könnte der Krieger ihm mit einem einzelnen Schlag beide Hände abtrennen, doch der Dämon blieb auf Abstand und zeigte zugleich sehr eindeutig, dass er unbewaffnet und im Nachteil war.

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Re: Die Chroniken von Llandy

Beitrag von Roderik am Do Aug 30 2018, 22:41

Er schaut den Goblin mit hasserfüllten Augen an, als dieser `Marie` wegzieht "Dreckiger Abschaum...Du bist der Nächste...nimm deine Finger weg..." doch noch ehe er auf Wurmzahn losgehen kann, steht plötzlich Lucien da, welchen er kurzfristig aus den Augen gelassen hat. Auch Roderik bewegt sich etwas unbeholfen und schüttelt immer wieder kurz seinen Kopf, als müste er seine Gedanken klarbekommen. Er erwidert den Blick des Wolfsdämonen und seine Knöchel treten weiß hervor, als sich die Rechte noch fester um den Schwertgriff schliesst. Er zeigt keinerlei Regung in seinem Gesicht, als Lucien redet. Keinerlei Zeichen, daß er selbst reden will. Doch in seinem Augen flackert trotz seines offensichtlichen Hasses leichte Verunsicherung, welche ihn einen Schritt zurückweichen lässt "Marie...wo bei den Göttern ist dein Messer...stich den Abschaum endlich ab...BEORN!" er schaut sich nach `Beorn`/Thoralf um "Beorn...hinter ihn...los..." Celeb scheint er nicht zu registrieren. Und nun antwortet er doch auf Luciens Worte. Knurrend und mit hasserfüllt verzogenem Gesicht "Nein, Dämon...Du wirst nicht noch einmal diese Menschen zerfleischen...das Dorf mit deinen verfluchten Genossen zerstören...diesmal stehe ich hier und habe keine Furcht...diesmal stirbst Du..." er blickt auf Luciens unbewaffnete Hände "Du willst mich in Sicherheit wiegen...pah...als würde ein Monster wie Du Waffen benötigen..." doch er zögert damit, Lucien anzugreifen. Seine Stirn legt sich kurz in Falten und er schwankt etwas, hebt die Linke und drückt sie an seine Schläfe. Ein schmerzerfülltes Stöhnen, ehe sein kurzzeitig verwirrter Blick wieder fest wird "Genug geredet..." er hebt das Schwert...

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Re: Die Chroniken von Llandy

Beitrag von Hikari am So Sep 23 2018, 09:55

Die Worte des Kriegers lassen ihm den Atem stocken. Wie gelähmt steht der Dämon da in den Augen Unsicherheit und gleichermaßen Schuld. Langsam, fast wie in Zeitlupe lässt Lucien die Arme sinken, während der Krieger das Schwert hebt... Doch wirkt es mehr als bewegten sie sich ohne den Willen ihres Besitzers.
Zu gerne hätte er all dies geleugnet, entkräftet. Oh wie gerne hätte er den Menschen vor sich bei den Schultern gepackt und ihm solange beteuert, dass er kein Monster war, dass er keine Unschuldigen ermordet hat, bis dieser es ihm glaubte. Aber das konnte er nicht.

Konfrontiert mit dem Teil seiner Vergangenheit vor dem er am meisten versucht hatte wegzurennen, steht der Höllenhund dort, unfähig seinen Körper willentlich zu steuern. Nicht einmal den Blick des Menschen kann er noch erwidern, starrt stattdessen auf die Hände, welche so viele Menschen ermordet hatten.

Einige Augenblicke lang fragt er sich, ob es besser wäre, wenn er hier an dieser Stelle sterben würde. Würde er der Welt damit nicht einen Gefallen tun? Aber konnte er das? Durfte er sterben ohne seine Versprechen Helena und Celeblason gegenüber zu brechen? Andererseits… war das nicht egal? Er war ein Dämon. Die Hölle war kein Ort vor dem er sich fürchten musste und plötzlich in all diesen Fragen kam Lucien ein Gedanke, der es ihm wie Schuppen von den Augen fallen ließ. Nur wage konnte er sich an ein Gespräch erinnern, welches er einst mit dem Krieger geführt hatte und in dem der Name dessen Heimat gefallen war: Erlenhain.
Und mit einem Mal verzogen sich die Lippen des Mannes zu einem Lächeln der Erleichterung und sein Blick wurde fest, ja geradezu entschlossen, als er die Hände wieder beschwichtigend hob und leise sprach. „Du hast recht. Es ist egal wie vielen Wesen ich meine Hilfe anbiete. Es ist egal wie viel Gutes ich in Zukunft tue. Meine Vergangenheit – so Atos weiß – wird sich nie ändern lassen. Ich bin in menschlicher Hülle geboren, zum Dämon geworden und zum Monster erzogen. Die Götter wissen, dass ich in meinem kurzen Leben mehr Grauen über diese Welt gebracht habe, als Hunderte weitere Leben jemals gut machen könnten…“ Eine kurze Pause folgte und das Lächeln der Erleichterung wich von seinen Lippen. „Aber Erlenhain war nie das Ziel unserer Taten. Es liegt außerhalb unseres Reiches. Doch… es ist egal was ich dir sage, nicht wahr? Die Worte eines Monsters sind Lügen oder Gift. Was hältst du also davon, wenn wir nach Erlenhain reisen?“ Lucien sprach es nicht mehr aus. Aber in seinem Blick lag etwas, das so viel zu bedeuten hatte wie ‚sieh es dir an und überzeug dich, dass ich die Wahrheit sage.‘

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