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Die Chroniken von Llandy

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Die Chroniken von Llandy

Beitrag von Hikari am Sa Sep 16 2017, 21:41

Zehn Tage lang folgte der Dämon dem Fluss Than und dem nördlichen Ufer des gleichnamigen Sees nahe der Grenze zu Ardarth. Eine Grenze die für Flüchtlinge geschlossen bleiben würde. Ein Gedanke, der den Verzweifelten Kummer und Hass entlockt, bei dem Dämon jedoch nur auf eine Form des milden Verständnisses stieß. Kein Land würde seine Grenzen offenlassen, wenn der Krieg vor seiner Tür stünde. Niemand würde Flüchtlinge aufnehmen, die von einem Heer verfolgt wurden, dass bereits zwei Länder verwüstet und einen König getötet hatte.
Sich diesem bewusst ging der Blick des Mannes nur ein einziges Mal in die Richtung in welcher er die Grenze vermutete, während er die schweren Stiefel Schritt für Schritt über den Waldboden zog. Mal durch den schlammigen von Regen durchnässten Boden, mal über die Blätter, welche unter dem ersten Frost des nahenden Winters, unter seinen Stiefeln knackten.
Je näher der Winter zu kommen schien, desto unwohler schien sich der Brünette zu fühlen, dennoch löste er in dieser Zeit mehr als nur ein Mal den Pelz von seiner rechten Schulterplatte und reichte ihn der einzigen Frau in der Runde. Eine Frau welche durch einen Handel an ihn gebunden war und ihn dazu zwang bei diesem Sauwetter durch einen Wald zu stapfen, nur damit sie heile in Dunkelfluss ankam.
Noch immer war er nicht überzeugt von der Idee der Fee, doch spätestens, wenn sie in Dunkelfluss ankamen und in Ketten gelegt in irgendeinen Kerker geworfen wurden, würde die Naivität des blonden Prinzeschens vielleicht verblassen. Dennoch… wenn er die Kette seiner Mutter wiederhaben wollte, hatte er keine andere Wahl als sie in die Hafenstadt zu führen. Stehlen, so sehr er es sich an diesen kälter werdenden Tagen und in den eisigen Nächten wünschte, war keine Option. In seiner Kindheit und Jugend hatte er nie erfahren, ob die Kette mit Schutzzaubern belegt wurde und so sehr ihn die Naivität der Fee zur Weißglut brachte, er wollte nicht derjenige sein, der ihr Vertrauen missbrauchte. Wie unmenschlich ihn das doch machen würde. So sorgten die Angst vor möglichen Schutzzaubern und der stumme Wunsch der Welt zu beweisen, dass er kein wortbrechendes Monster war dafür, dass sich der Wolfsdämon missmutig seinem Schicksal ergab.
Zehn Tage lang führte der 27 Sommer alte Mann Helena und Roderik an den Windungen des Than vorbei immer weiter in den Westen des Waldes. Immer weiter weg von der falschen Versprechung der Rettung – der nahen Grenze – und zurück zu den offenen Ebenen des Landes, auf welchen sie ein leichte Ziel für ihren Feind sein würden.
Es war eine Strecke für die sie unter normalen Umständen zwölf Tagesmärsche gebraucht hätten, doch trieb der Dämon sie unerbittlich voran. Die Gefahr schien über ihnen zu schweben, seit er an jenem Morgen vor 10 Tagen erfahren hatte, dass man sie nicht einfach nur zu töten gesuchte. Wie ein Hammerschlag war die Erkenntnis auf ihn niedergefahren, als der sonst so treue, liebenswerte Krieger der einst ein Bauer gewesen war, die Waffe gegen Lucien richtete. Ein Verrat der schwerer gewogen hätte, wenn sich der Mensch nicht mehr als einmal bei ihm entschuldigt hätte. Dass es die Gefangenschaft in den Fängen der Schwarzröcke gewesen war, die ihn zu einer solch irrtümlichen Handlung gebracht hatte. Stillschweigend hatte der Braunhaarige diese Erklärung akzeptiert, doch hatte er das Tempo seiner Handlungen und Gedankengänge beschleunigt. Hatte sie selten Rasten lassen und sie angetrieben bis sie statt 10 Stunden am Tag, eine Strecke von 12 Stunden zurücklegten. Die Gefahr, welche wie ein Omen über ihnen schwebten und die Wahrscheinlichkeit, dass der Feind noch immer in ihrem Nacken war, ließen den Dämon das eine oder andere Mal die Zerbrechlichkeit seiner Gefährten und seine eigenen Schwächen vergessen.
So wiegte die Rüstung schwerer als sonst auf den Schultern, des Mannes welcher sich nur mit Roderik die Nachtwachen geteilt und seine Füße hinterließen ungewöhnlich laute und tiefe Spuren auf dem Waldboden, während er mehr schlurfte als ging und sich immer dann, wenn die Fee abgelenkt zu sein schien an die Seite fasste, welche noch immer von einem nicht verheilten Dolchschlag schmerzte. Tatsächlich machte der nahende Winter es dem Dämon schwerer seine Verletzungen zu heilen und die Last der Rüstung auf seinen Schultern zu tragen, doch erwähnte er das nicht. Mit einem entkräfteten Roderik an seiner Seite und einer Frau die sich weigerte eine Waffe zu führen, war er letztendlich derjenige der für ihr Überleben sorgen musste. Auch wenn er nicht gänzlich wusste wie er das anstellen sollte.
Wenn er sich in seinen Berechnungen nicht irrte, waren sie am westlichen Ende des Waldes angelangt und einige Tagesmärsche im Südwesten von ihnen lag an den Biegungen des Than’s und dort wo er auf den Porthca traf die Hauptstadt Doliene’s, Königswald. Der einstige Sitz des Königs und heute die Basis des Feindes. Der eine Ort, denn sie unter allen Umständen meiden sollten.
Es war der Morgen des zehnten Tages, als etwas die Stille zerriss, dass wie ein Katze in Todesqualen klang und dennoch seltsam vertraut war. Ohne ein Wort zu seinen Gefährten, klaubte der Wolf das Gepäck auf und warf jedem sein Bündel zu, ehe er beseelt von neuer Energie in die Richtung davon stolperte aus der das Katzengejammer zu ihnen drang. Ehe er sich versah stolperte durch das dichte Unterholz auf eine Lichtung zu auf der gerade jemand oder etwas sein Frühstück bereitete. Eine Gestalt die ihm mit seinen gelben Lampen-Augen und den riesigen Ohren ähnlich einer Fledermaus so vertraut war, dass es dem Krieger ein Lächeln entlockte, unmittelbar gefolgt von dem Ausruf eines Namens „Wurmzahn!“ Die Freude auf das Wiedersehen mit dem seit Wochen von ihnen getrennten Goblin ließen alle Fragen zunächst in den Hintergrund rücken.

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Re: Die Chroniken von Llandy

Beitrag von Lleweyllyn am Sa Sep 16 2017, 22:00

Das war alles nicht nach Plan gelaufen, das war einfach alles ganz und gar nicht nach Plan gelaufen.

Er könnte jetzt in der Wachstube sitzen. Zugestanden, er müsste zwar die Zoten und zutiefst langweiligen Geschichten des Leutnants ertragen, aber wenn er nur zielsicher an den passenden Stellen ausreichend laut und doch zurückhaltend genug lachen würde, wäre auch für den folgenden Abend eine warme Suppe, ein Kanten Brot und ein Schlafplatz unter einem festen Dach sicher.

Und jetzt? Es war einfach nicht nach Plan gelaufen! Sein Missgeschick war nicht das erste Mal vorgekommen, also zumindest so ähnlich. Na gut, so direkt jetzt wirklich nicht, aber zumindest so ähnlich, insofern könnte man meinen, dass es nicht so tragisch sei. Thoralf erinnerte sich aber nur zu gut daran, wie es seinen Vorgängern ergangen war. Wachtmeister Lehnhart hatte es dabei noch am besten getroffen. Als – zugestanden verstoßener Bastard – Sohn des Hauptmanns schien man doch noch einen anderen Stellenwert zu haben. Einen Stellenwert, der es ermöglichte, noch im Licht zu wandeln, nicht im Schatten. Er hatte seinen Schaden bezahlen dürfen in absurder Münze, aber er lebte weiter. Irgendwo gewiss, gewiss auch nur irgendwie – aber er lebte.

Thoralf schauderte, als er an Brolas denken musste. Und an Brolas‘ Wimmern und Gurgeln. Und an all das Blut. Bei allen Geistern, das Blut. Der Alchemist, der ab und an ebenfalls in der Stube war, um Bericht zu erstatten, hatte mal erwähnt, dass es bis zu sechs Liter bei einem Menschen sein können. Verflucht, bei Brolas müssen es 100 gewesen sein. Was eine Sauerei. Wäre Brolas nicht eingeschlafen und wäre der Leutnant den Abend nicht so unfassbar betrunken gewesen, das Messer wäre an Brolas‘ Kehle vielleicht vorbei geflogen. So aber hatte Brolas versucht, sein Nickerchen zu verteidigen – was nicht sonderlich zur Befriedung der Situation beitrug. Dann wollte der Leutnant Messerwerfen spielen, wie er es hier und da mal tat. Je besoffener, desto lieber. Eigentlich ging das immer mit dem Schrecken aus. Schließlich mussten die Sklaven ihre Aufgaben erledigen.

Eines musste man dem neuen Hauptmann zu Gute halten: seit er das Kommando hatte, war die Zahl der Sklaven, die auf eher ungeklärte Weise umkamen, rapide gesunken. Es war ganz einfach: starb ein Sklave außerhalb der Arbeit oder der Baracken, füllte eine Soldat den Platz auf. Das Los entschied. Warst du heute noch der Schinder, warst du morgen der Geschundene. Was schlussendlich bedeutete, dass die Schatten sehr schnell über einen kamen. Gleichwohl: der Weg in die Schatten war so düster, dass die Schatten einem wieder wie Licht erscheinen mussten. Wer glaubte, dass man als ehemaliger Soldat vielleicht weniger hart geschunden wurde, der irrte. Das Gegenteil war der Fall. Man musste kein Genie sein, um zu erkennen, dass die ehemaligen Soldaten einfach noch besser bei Kräften waren, als ein Sklave, der seit x Monaten getriezt wurde. So gab es dann regelmäßig Sondereinheiten, die die Soldaten sehr schnell auf das Niveau der Sklaven brachten. Oder darunter. Und das war gut so. Denn auch wenn man bei den Soldaten schlecht stand, bei den Sklaven stand man schlechter. Der arme Gustav…

Thoralf schob die Bilder weit weg, die sich anschickten, seinen Verstand zu verstören. Gustav und Thoralf hatten ein Auskommen miteinander gefunden, sie hielten sich Gegenseitig schadlos und halfen dem anderen, wenn es notwendig war. Bis der Sklave weggelaufen war. Es hätte _jedem_ passieren können! Jedem! Nur weil Gustav da stand, wo der Sklave hinrannte? Er hatte ihn gar niedergestreckt, ohne den Sklaven zu töten. Natürlich war er verletzt, eine Bardike war schließlich kein Zahnstocher. Im Suff las der Leutnant die Geschichte aber so, dass Gustav den Sklaven „ausserhalb des üblichen Betriebs“ verletzt hatte. Gustav? Ausgerechnet? Der arme Tropf! Ein Opfer der Umstände, mehr nicht! Der etwas zu große und ungelenke Sohn eines Bauern, welcher sein Land nicht hatte hergeben wollen. Im Handel schickte der Bauer seinen Sohn Gustav in die Wache, der Bauer hielt sein Land. Und somit wohl das Leben von Gustavs gesamter Familie.
Gustav und Thoralf hatten gesehen, was mit den Soldaten geschah, wenn sie in die Baracken gingen. Und meistens nicht wieder kamen. So auch Gustav nicht. Weil Gustav jedoch wusste, was im blühte, hatte er durchgeschuftet. Vier Tage und fünf Nächte – ohne Pause, bei einem mickrigen Stück Brot und einem halben Krug Wasser am Tag. Irgendwann war seine Sollbruchstelle erreicht, er brach zusammen und kam in die Baracken für die Nacht. Und von dort in die Schatten. Bis dahin waren es nur Gerüchte, dass es Kannibalismus unter den Sklaven gab.

Das Absurde daran war: man fand Gustav - oder eher seine Reste – und übte Vergeltung. Als Abschreckung, wie sie sagten. Was ein Witz! Ab einem Punkt war es den Sklaven einerlei, wann es zu Ende ging. Und dachte man die Logik in aller Perversion zu Ende, dann fehlten nun dreizehn Kräfte in den Arbeitsbataillonen. Aber auf die Rechnung kam keiner, zumindest nicht laut. Schlussendlich hoffte Thoralf, dass Gustav ein schnelles Ende hatte und seine Seele Ruhe finden würde.

Vielleicht war es ja auch Gustavs rastlose Seele, die es Thoralf ermöglicht hatte, in diese missliche Lage zu schliddern. Oder es war das Knacken der Flammen gewesen, die lichterloh aus der Baracke schlugen. Genau der Baracke, die Thoralf verschlossen hatte. Und die er so gewissenhaft es eben nötig war untersucht hatte. Alle Schlösser waren zu, alle Sklaven in Ketten. Kein Sklave kam in Ketten bis an die Tür, so wollte man Hinterhalte vermeiden. Warum brannte die verfluchte Baracke? Thoralf sah die Wachen im Schein des Feuers um die Baracke stehen. Die Nacht war stockfinster, der Himmel war bedeckt, weder Mond- noch Sternenlicht. Im flackernden Licht erkannte er den Leutnant, wie er – höchstwahrscheinlich rotweinschwer - wild fuchtelnd auf drei Wachtmeister einredete.

Die Geschichte machte schon länger die Runde: die Ausfälle in den Arbeitsbataillonen hatten zuletzt stark zugenommen. Natürlich spielte das Wetter in diesem harten, kalten und ungewöhnlich frostreichen Winter eine Rolle, aber man munkelte, dass der Stab des Hauptmanns seit längerem die Verluste dem Leutnant ankreidete. Auch wenn es Sklaven waren, so war man doch auf Ihre Arbeitskraft angewiesen. Schindete man sie zu stark, dezimierte sich das Bataillon zu schnell. Die Arbeit dauerte länger, der Fortschritt verlangsamte sich. Gerüchte gingen um, dass eine Arbeitsstatt gar stillgestanden hatte, weil keine Sklaven mehr da waren. Und Gerüchte, dass man die gesamte Stätte „umgruppiert hatte.“ Vom Schinder zum Geschundenen…

Insofern war Thoralf schnell klar, was ihm blühte, als die drei Wachtmeiser noch in den Tiraden des Leutnants abdrehten und mit dem Rückenwind des wilden Gefuchtels in Richtung von Thoralfs Baracke marschierten. Nicht so tragisch? Er sollte sich sicherheitshalber nicht darauf verlassen - stattdessen musste er jetzt handeln. Schnell und im Idealfall wohlüberlegt. Er langte nach dem nächstbesten Mantel, ergriff sein schangeliges Florett und stürmte hinaus in die klammkalte Nacht. Weg von den Flammen. Weiter hinein in die Dunkelheit. Geduckt, aber hastig und bisweilen kriechend und krauchend zwischen Hütten und Kisten weg von der Stätte. Schnell realisierte er, dass Schuhe hilfreich gewesen wären, aber umzukehren war jetzt keine Option.

Er drehte sich um, um zu sehen, ob man ihn verfolgte. Bisher sah es ganz gut aus, es war niemand in Sicht. Das könnte klappen. Wäre da nicht der Mehlsack gewesen, der sich mit einem brummigen „He“ umdrehte, als Thoralf in geducktem Schritte mit seinem Kopf an des Mehlsacks Hinterteil gerauscht war. Alles was dann kam, ist für Thoralf im Nachhinein nur schwer greifbar. Das Florett, der Adamsapfel des Mehslacks und das leise Gurgeln, als Thoralf die Waffe wieder und wieder in das Blut fahren ließ, während seine Hände zäh-warm bedeckt wurden. Der Mehlsack kippte zusammen und blieb schlussendlich regungslos liegen. Thoralf klaute die Schuhe, zog sie an und huschte weiter. Wohlwissend, dass seine Zeit in der Arbeitsstätte auf Seiten der Schinder wohl beendet war. Es war jetzt einzig an ihm, nicht auf die Seite der Geschundenen geworfen zu werden.

Thoralf, der Meuchelmörder.

Irgendwie war es  einfach nicht nach Plan gelaufen.

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Re: Die Chroniken von Llandy

Beitrag von Steinreis am So Sep 17 2017, 12:54

War alles schlecht und muß gelöscht werden.


Zuletzt von Steinreis am Mo Sep 18 2017, 11:40 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Re: Die Chroniken von Llandy

Beitrag von Roderik am So Sep 17 2017, 16:56

Roderik hat sich nach seinem Angriff auf Lucien etwas zurückgezogen. Er ist sich nicht sicher, wie der Wolfsdämon...sein `Freund`...darüber denkt, doch zumindest kann der Mann weiterhin ein Auge auf den Dämonen werfen. Während der ersten zwei drei Tage ritt er sein Pferd, das Einzige der Gruppe, doch als er sich kräftiger fühlte, überlies er es Helena. Helena, die Frau, deretwegen er Lucien viel zu früh angegriffen hatte. Nun, die Sache ist vorbei doch nicht vergessen. Roderik hat ausführlich und glaubhaft versichert, die Gefangenschaft hätte ihn nicht nur körperlich schwer mitgenommen. Doch was wirklich dort in der Burg geschehen ist, behält er für sich.
Während der nächtlichen Wachen hat er oft zu dem `Freund` geschaut, doch dessen Schlaf war und ist einfach zu leicht. Selbst Helena schläft nicht immer so tief, wie er hofft. Nun, seine Zeit...seine Chance..wird kommen. Dessen ist sich Roderik sicher.
Und nun ziehen sie westwärts. Der Dämon führt die Gruppe, während Roderik zeitweise neben Helena und sonst am Ende geht, immer mit etwas Abstand zu Lucien. Oft blickt er zurück, wenn er das Ende bildet. Immer wieder hört er eine Stimme im Kopf und dann hört der Schmerz auf, welchen er oftmals verspürt, wenn er Lucien zu lange ansieht. Helena gegenüber ist er inzwischen völlig zurückhaltend, nur wenn es darum geht, das Pferd...sein Pferd...zu versorgen, geht er ihr zur Hand beziehungsweise übernimmt die Aufgaben alleine. Diesem Tier, so ist sich der Mann sicher, verdankt er seine Flucht und daher ist es auch das einzige Lebewesen, welchem er in der Gruppe bedingungslos vertraut. Ja, er würde auf Manche wie ein Verrückter wirken...ein Traumatisierter...doch das Alleine ist es nicht. auch seine Schwäche ist inzwischen eher nur noch gespielt, um Lucien im Glauben zu lassen, der Mann wäre immer noch keine Gefahr. Doch sobald Lucien während der Rastpausen auf der Jagd ist, zieht sich Roderik in den Wald zurück. Dort....ausserhalb Helenas Sicht..übt er sich im Schwertkampf. Auf dem Rückweg pflückt er stets einige Beeren, Kräuter oder Pilze, um ihr zu erzählen, er wolle das Mahl etwas verfeinern.
Nun, am zehnten Tag, hört auch er das Geräusch. Als ihm Lucien das Bündel zuwirft, reagiert er instinktiv und fängt es problemlos, doch nur einen Sekundenbruchteil später fällt ihm ein, daß Dies ein Fehler gewesen sein könnte. Er lässt es fallen, flucht schmerzerfüllt und reibt sich die Arme und Schultern, ehe er es unter Stöhnen schultert. Er lässt Helena aufsteigen und dann folgt er den Beiden...wie stets mit Abstand.
Er hört Lucien, ehe er den Goblin sieht und stockt. Also lebt dieser Abschaum auch noch. Das könnte seine Rache erschweren, denn Wurmzahn wird im Zweifel zu Lucien stehen. Roderik tritt heran und mustert den Goblin, dessen Geruch ihn die Nase rümpfen lässt, doch er selbst riecht auch nicht gerade nach einer Blumenwiese. Er lässt mit gequältem Stöhnen das Bündel fallen und zwingt sich zu einem schiefen Lächeln.

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Re: Die Chroniken von Llandy

Beitrag von Drachenschmetterling am So Sep 17 2017, 22:10

10 Tage war es her... überlegte die junge Frau müde. Vor 10 Tagen war Roderik zurückgekehrt. Verändert, aber am Leben. Es fiel ihr schwer sich vorzustellen, welche Qualen er erlitten hatte und wie bedrohlich alles auf ihn wirken musste. Der Angriff auf Lucien hatte auch sie überrascht, aber Roderik wirkte gehetzt wie ein Tier und er hatte versucht sie zu beschützen, wie könnte sie ihm da misstrauen.
Lucien ging immer vor ihr, sah nicht zurück, sondern folgte stur seinem Weg. Dennoch waren beide Männer scheinbar besorgt um sie. Lucien legte ihr oft seinen warmen Pelz über die Schultern und jedes Mal, wenn er ihr so nahekam, hielt sie unbewusst die Luft an und bekam kein Wort der Widerrede raus. Es war ein seltsames Gefühl für sie Pelz zu tragen, denn bisher hatte ihr Körper dort geschmerzt wo der Pelz sie berührte, aber nicht so bei diesem. Von einem Lebendem Tier. Von dem Wolf der Lucien sein konnte.
Beim ersten Mal hatte es sie überrascht. Würde sie auf dem Weg erfrieren, könnte er sich die Kette einfach nehmen. Aber überhaupt, dass er auf ihren Handel einging war ihr wie ein Geschenk Gottes erschienen.
Mit den Fingerspitzen berührte sie den fliederfarbenen Edelstein, der an einer feinen Kette um ihren Hals hing. Das Verlangen in Luciens Blick, als der Stein das Sonnenlicht reflektiert hatte und seine Aufmerksamkeit auf sich zog, brachte Helena in ihrer Verzweiflung dazu ihm einen Handel vorzuschlagen. Er würde die Kette bekommen, wenn er sie zum nächsten Hafen führte, von dem aus sie aus dem Land fliehen konnte. Sie wusste nicht, was ihn dazu bewegte sein Versprechen zu halten, aber sie betete, dass er nicht irgendwann seine Meinung änderte, denn das würde ihren sicheren Tod bedeuten.
Die ersten Tage war Roderik noch so schwach, dass er selbst sein Pferd ritt. Am dritten oder vierten Tag überließ er ihr das Tier und half ihr in den Sattel. Sie war ihnen wirklich dankbar, denn beide verzichteten für sie auf diese Dinge. Wenn sie rasteten half sie Holz für ein Feuer zusammen zu tragen und kochte für sie Suppen aus Eicheln und Pilzen und wilden Kräutern. Es war nicht viel, aber sie versuchte zu helfen wo sie konnte. Immer dann, wenn sie rasteten gab Helena den Mantel zurück, doch wenn sie morgens aufwachte lag er wieder über ihrer Schulter. Es brachte sie jedes Mal zum lächeln und sie schloss noch einmal die Augen und genoss diesen kurzen ruhigen und friedlichen Moment.
Sie hatte Lucien gerade den Mantel erneut zurück geben wollen, als sie den schiefen Ton hörte. Er drückte ihr, das Bündel Gepäck in die Hände und Roderik kam um ihr auf das Pferd zu helfen. Sie lächelte ihn sanft an. „Guten Morgen, ich hoffe ihr habt etwas schlaf gefunden die Nacht.“ Kurz mustert sie ihn besorgt. Dann stieg sie auf.
Das Pferd schob sich mit gesenktem Hals langsam durch das Unterholz auf der dünnen Schneise die Lucien hinterließ. Roderik geht hinter ihr her. Sie hört Lucien erfreuten Ausruf. Der Goblin hatte es dank seines schiefen Gesangs geschafft sie wieder zusammen zu führen. Sie war gespannt, wie er auf sie reagieren würde, denn schließlich war er schon vorgereist, als sie zu der Gruppe kam.
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Re: Die Chroniken von Llandy

Beitrag von Jad am Di Sep 19 2017, 10:57

Es war einige Tage her wo Celeblason den Spähtrupp der Schwarzröcke ausgemacht hatte. Sie lagerten unweit des Thanlaufs. Von Königswald aus war ein kräftiger Fußmarsch und auch wenn eine Dohle wohl kein auffälliger Wegbegleiter wäre, so machte der Druide einen großen Bogen um die Stadt. Zu gefährlich wäre eine Entdeckung des Zaubers. Derlei Möglichkeiten waren vielfältig und trotz intensiver Auseinandersetzungen mit dem neuen, bisher unbekannten, Feind konnte Celeb nicht sagen, dass er ihm nun bekannt wäre.
Wer weiß schon welche Magier und Ausgeburten mit einer Begabung für das Aufspüren von Magie hinter den hohen Festungsmauern verborgen waren? Da hielt er sich lieber an einfachere Ziele wie diesen Spähtrupp. Doch das Wetter machte ihm eine Verfolgung nicht einfach. Kälte und Nässe forderten ihren Tribut und so waren die Regenerationspausen deutlich länger als ihm lieb war. Mit Gewalt jedoch etwas zu erzwingen war nie von Erfolg gekrönt, so zumindest die Erfahrungen des fast 200 Jahre alten Waldelfs.

Nun folgte der Mann den Spuren die er ausmachen konnte. Ein Waldläufer wäre hier wahrlich besser aufgestellt, aber das eine oder andere hatte er sich in 198 Jahren abschauen können. Sicherlich bescheiden im Vergleich zu einem ausgebildeten Spurenleser, aber es genügte um die Fährte nicht vollkommen zu verlieren. Viel häufiger nutze er daher nun die Form des Dachs als die der Dohle, war doch dieses Tier wesentlich besser für Fährteesuche geeignet als ein Vogel. An diesem Morgen dachte sich Celeb mit etwas Glück beseelt. Gerade hatte er sein Nachtlager aufgelöst und wollte wieder nach Hinweisen zur verlorenen Fährte suchen, als ganz in der Nähe Bewegungen unnatürlich derer in der Wildnis seine Aufmerksamkeit erhaschten. War es wirklich der Spähtrupp Schwarzröcke, welchen er wiedergefunden hatte? Der Formwandler entschied sich Vorsicht walten zu lassen. Er schloss die Augen und umgriff seinen Stecken fester. Ein bläulicher Schimmer drang aus den kleinen Öffnungen der Rankenkrone und ehe man sich versah verschwanden Waldelf und Stab. An ihre Stelle trat wieder die große Dohle, welche sich krächzend in die Lüfte erhob. Inzwischen waren Bäume häufiger anzutreffen als noch die Tage zuvor. So flog er von Ast zu Ast und Baum zu Baum, immer den Geräuschen nach, bis er schließlich auf die Quelle stieß. Doch zu seinem Verdruss  war es kein Trupp von schwarz gekleideten Spähern. Stattdessen offenbarte sich ein in Lumpen gehüllter Mann mittleren Alters, mit lichter werdendem Haar und unzufriedener Miene. Weit und breit war nichts auszumachen was diesen dort in die Wildnis treiben würde.  So wunderte es Celeb schon was dieser Lump hier zu suchen hatte. Der Dohle war das suspekt. Sie blieb auf einem Ast sitzen wo  eine gute Übersicht garantiert war und beobachtete was geschehen würde.
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Re: Die Chroniken von Llandy

Beitrag von Morth am Di Sep 19 2017, 19:54

Vergnügt summend und Gelegentlich schief pfeifend schlug sich ein kleines, verdrecktes grünes Wesen mit leuchtend gelben Glubschaugen und fledermausartigen Ohren, Durch das Buschwerk des Waldes, mit Hilfe eines großen gekrümmten Dolches, das für ihn wohl fast als Machete durchging.
Es war gehüllt in Lumpen die wohl teilweise nur durch den Dreck zusammengehalten wurden der an ihnen haftete.
Ehe es Breit Grinsend an einer licht und ankam an der es sonst weiter nicht viel zu sehen gab ausser ein Stein gerade in der Perfekten Größe für ihn um darauf zu sitzen.
Scheppernd Legte der dreckige wicht einen prall gefüllten Sack neben den Stein ehe er den Boden nach Ästen und Zweigen absuchte, die er unweit seines Lagerplatzes aufschichtete. Nach kurzem Kramen in seinem Beutesack überschüttete er den Haufen mit einer Flasche Schnaps und entzündete alles mit einem Feuerstein den er auf einen Topf einschlug um ein Paar funken zu erzeugen, ehe er den Rußgeschwärzten Topf direkt auf die Flamme setze und dann scheinbar wahllos irgendwelche dinge aus seinem Sack hinein warf.
„La la la! Tra la la la la ha ha! Wurmzahn brat sich eine Wurst! Danach kriegt er Durst!
Dazu gibt es Speck! Weil ihm so was schmeck... eh.. schmeckt!
Das Ra-ha-heimt sich leider nich .. is aber ganz egal, dazu räuchert man nen Aal!“
Ein ..Gesang.. oder eher unmelodisches, gesangsähnliches Gekreische und Gekrächze drang durch den Wald während
Das Wesen, das sich selbst Wurmzahn nannte völlig neben den Takt mit einem Holzlöffel auf  den verbeulten Topf einschlug. Dabei nahm er schließlich auf dem Stein platz und bald schmorte eine undefinierbare Masse die nach verkohltem Gemüse und gebratenem Fleisch und Fisch roch.
„Na na na na na! Und Tra la la la la ha! Auch Katze ist im Topf es war ein armer Tropf!“
Unterbrach er dann plötzlich den Gesang um einen Schluck aus einer Feldflasche zu nehmen.
Im kurzen Augenblick wo der Krach verstummte, zuckten die übergroßen Ohren kaum merklich auf wobei er die sich nähernden schritte deutlich wahrnahm.
Als er die Flasche wieder absetzte begann er wieder zu trällern und zog seinen Stiefel aus,
scheinbar um zu sehen was dort drin war. Dabei legten sich seine überraschend langen krallenartigen Zehen an den Abzug seiner Armbrust,
die an seinem linken Bein lehnte, wobei nur einem geschulten Auge diese Bewegung auffallen sollte.
Tatsächlich fischte der Goblin einen Käfer aus seinem Stiefel den er einfach in den Topf warf, ehe er eine ihm Wohlbekannte stimme Hörte.
„Die Großen!“ Ruft Wurmzahn Freudig und Lässt den Kochlöffel fallen ehe er langsam heimlich die Zehen wieder vom Abzug der Armbrust nahm. „Wie schön euch wieder zu sehen Herr Zauberkö... ehh.. Lucien!“
Kreischte er schon beinahe und stellte sich auf den Stein um eher auf Augenhöhe mit den anderen zu sein, was ihm trotz allem nicht gelang.

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Re: Die Chroniken von Llandy

Beitrag von Lleweyllyn am Mi Sep 20 2017, 07:56

Müde. Nass. Kalt. Nasskalt. Frühwinternasskalt. Dazu der Hunger. Seitdem Thoralf aus der Arbeitsstätte hatte fliehen müssen, hatte er sich lediglich mit ein paar Beeren, Nüssen und Kräutern über Wasser gehalten. Schlussendlich war er sogar soweit, dass er alles, was irgendwie essbar aussah und nicht zu verdorben roch zu sich nahm – stets beseelt von der Hoffnung, dass man das, was er gerade aß öfter als genau einmal essen konnte. Gleichwohl: es stillte weder den Hunger, noch schien es besonders energiereich zu sein. Wenn er des Nachts durch die Landschaft schlich merkte er, dass er sehr schnell an seine eh schon nicht sonderlich weitläufigen körperlichen Grenzen kam.

Dazu diese verfluchte aufziehende Winterkälte und der einhergehende erste Frost. Wenn der Wachtmeister aD durch die Landschaft schlich, tunlichst darauf bedacht, nicht aufzufallen, kam es ihm vor, als zöge er mit einem umfangreichen Trommlerkorps durchs Land. Der der angefrorene Boden knirschte unfassbar laut unter seinen ausgelatschten Stiefeln und als wäre das noch nicht genug, klapperten seine Zähne ob der Kälte so laut, dass er einfach gehört werden musste. Er war geliefert, so oder so oder so. Oder so. Zusehends formte sich der Wunsch aus, dass es im Zweifelsfall schnell ginge, wenn er vom Licht in den Schatten treten würde.

Langsam wechselte der Horizont seine Farbe von tiefem schwarzblau in ein leichteres blauviolett. Es versprach, ein schöner Tag zu werden. Die Nacht war klar, keine Wolke am Himmel – dafür aber um so kälter. Thoralf hoffte, einen Platz für die Ruhe finden zu können, der gleichermaßen geschützt wie exponiert zur Sonne war. So könnte er sich vielleicht ein wenig wärmen und seine Kleider würden ein wenig von der klammen Kälte abgeben, die sich jede Nacht aufs Neue in die Fasern sog. In der Morgendämmerung spähte Thoralf in der Landschaft umher und sah nicht allzu weit von ihm entfernt eine kleine, unscheinbar wirkende Felsformation.

Hektisch schaute Thoralf sich in seiner Umgebung um. Er kauerte gehockt gegen einen Baum gelehnt und kämpfte gegen die Kälte, die bis auf seine Knochen und wieder zurück gekrochen war. Wobei das wahrlich kein allzu großes Kunststück war. Er war schon zu seiner Zeit in der Arbeitsstätte eher hager gewesen, aber die letzten Tage hatten ihm zusätzlich zugesetzt. Seine Hände sahen mittlerweile aus, als seien sie die eines abgenagten Skeletts. Abgenagtes Skelett? Er musste an Gustav denken, ein Schauer schoss durch seinen Körper und sorgte dafür, dass neben der körperlichen auch die mentale Kälte zunahm. Thoralf schüttelte den Kopf in der Absicht, die Gedanken hinausschleudern zu können, zog sich am Baum hoch und spähte in Richtung der kleinen Felsformation. Die Luft schien rein. Er atmete tief ein und huschte gebückt über die freie Fläche. Der Rauhreif explodierte mit jedem Schritt in einem ohrenbetäubenden Knall unter seinen Schuhen.

Schlussendlich hatte er es geschafft, auf den Feldvorsprung zu gelangen, den er von unten erspäht hatte. Es gab sogar etwas wie eine Kuhle hier oben, in der kaum Nässe war und die ihn vor Blicken schützen sollte – hoffentlich. Als die Sonne langsam über den Horizont stieg uns sein Gesicht erfasst, schmiegte er sich gegen den Fels und seufzte. Ein Lichtblick – irgendwie im wahrsten Sinne des Wortes. Nur er, die aufgehende Sonne und einige Tiere des Waldes. Er versuchte, das Gefühl der Erleichterung voll in sich aufzunehmen und auszukosten. Ein Gefühl, dass er lange nicht mehr empfunden hatte. Schneller als es Thoralf lieb sein konnte, döste er ein.
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Re: Die Chroniken von Llandy

Beitrag von Jad am Do Sep 21 2017, 13:17

Dieser da, er bewegte sich seltsam fand Celeb in der Form der Dohle. Irgendwie trügerisch und verräterisch und doch auch irgendwo verloren. Schließlich jedoch war ein Fakt für Celeblason wichtiger als alle anderen: Er war allein. Seine Absichten waren dem Druiden zwar kein Begriff, aber dennoch wirkte der Reisende hilfebedürftig mit so viel Wildnis um sich herum. Die Sonne strahlte auf die Felsen als er sich niederließ und es passierte... nichts. Gar nichts. Ob er eingeschlafen ist? Celeblason war sich nicht sicher. Es gab jedoch nur einen Weg dies herauszufinden. Er drückte sich von der Astgabel ab in der er saß und glitt im Sinkflug hinüber zu der Felsformation. Kaum dort angekommen ging die Dohle wieder in bläulichem Rauch auf, aus dem ein Waldelf mit Druidenstecken entstieg.

Der Dunkelhaarige atmete einmal tief durch, so als wäre er aus einem modrigen Loch entstiegen und erstmals seit Stunden an die frische Luft gekommen. Ein seichtes Lächeln zog sich über seine Lippen und er setzte seinen Weg zu Fuß fort. Immer weiter auf die Felsformation schritt er bedächtigen Schrittes durch die Gräser. Es wirkte als würde er mit jedem Schritt das neu betretende Stück Natur willkommen heißen wollen. Seine Mine war hell und freundlich. Hier in der Wildnis fühlte sich Celeb wohl, hier war er zu hause. Es dauerte nicht lange bis er den dösenden Mann in Lumpen erreichte. Sein Stab diente ihm dabei als wohlwollender Wanderstab auf dem er sich hin und wieder stützte.

So stellte er sich einfach vor ihm auf und sprach mit ruhiger Stimme: "Guten Tag...", erst etwas leiser, dann erneut in normaler Lautstärke: "Ich sagte guten Tag!" Seinen Stab hielt er dabei normal in der Hand neben sich auf dem Boden aufgesetzt. Sein Erscheinungsbild war offensichtlich gepflegter als sein Gegenüber und es schrie förmig mit jedem Zentimeter "Druide", sofern diese dem Fremden bekannt waren, verstand sich.
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Re: Die Chroniken von Llandy

Beitrag von Steinreis am Do Sep 21 2017, 19:50

"Redest du mit mir, Baumficker ?" ertönte da eine ungehaltene Stimme hinter ihm. Als Druide und Gesamtkunstwerk mochte Celeb mit unterschiedlichen Wesen reden, aber diese Stimme war trotzdem anders. Sie hörte sich irgendwie schlecht gelaunt an und so, als ob man einen Eimer Schotter schütteln würde.
Außerdem war da nichts gewesen abgesehen von Felsen, Steinen und natürlich dem schlafenden Mann.

Das dort auch ein ganz spezielles Bröckchen herumlag, konnte man nur wissen, wenn man wußte, wonach man suchte. Das erste Wesen ignorierte der Steinling, da der sich bloß mal kurz auf ihn stützte und sich dann seinen eigenen Platz zum hinlegen suchte. Das fiel Bröckchen recht leicht, da diese Kreatur wie eine ungute Mischung aussah. Als ob sich ein hässlicher Zwerg mit einem fetten Elfen, in einem besonders versoffenen Nacht, auf ein extrem abstoßendes Kind geeinigt hätten.

Aber, als ob das nicht gereicht hätte, es kam auch noch ein richtiger Elf vorbei.
Und der redete.
"Guten Tag..."
Tatsache. Das Spitzohr redete. MIT IHM ! Oder ?
"Ich sagte guten Tag!"
Naja, da mußte Bröckchen doch einfach sichergehen und fragte zurück.

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Re: Die Chroniken von Llandy

Beitrag von Lleweyllyn am Fr Sep 22 2017, 14:53

Die Ruhe, die Thoralf fand, war eher eine Unruhe. Er hatte das schon häufiger erlebt in den vergangenen Nächten, aber auch in zahlreichen Nächten zuvor. Zwar wärmte ihn tatsächlich die Sonne und seine Kleidung sog gierig die Wärme auf, um damit die Feuchtigkeit zu verdrängen -  die Gedanken, die den Mörder auf der Flucht heimsuchten, jagten ihm jedoch ein ums andere Mal einen kalten Schauer über den Rücken. Alle Versuche , die Geschehnisse in der Arbeitsstätte nicht zu nah an sich heran zu lassen, blieben genau das: Versuche! Ziemlich jämmerliche sogar. Wieder und wieder suchten ihn seine ehemaligen Weggefährten in seinen Träumen auf, um ihm Vorhaltungen zu machen, warum es sie und nicht ihn getroffen habe. Diese mal allerdings war es besonders merkwürdig: Thoralf steht vor der brennenden Baracke, die er - da war er nach wie vor felsenfest überzeugt -  ordnungsgemäß verschlossen und gesichert hatte. Die Flammen schlagen massiv aus dem Dach, es knistert, es knarzt. Die Luft flirrt ob den massiven Hitzeentwicklung. In der Tür erscheint eine knochige Hand, an der teilweise noch Haut und Muskeln hängen. Dann folgt der Unterarm, der Oberam und schließlich stehen die Überreste des lieben Gustav in der Tür. Er öffnet seinen verzerrten Mund und es erklingt ein nahezu gesungenes “Guten Tag…”

Thoralf zuckte zusammen und riss schlagartig die Augen auf. Sehr zu seiner Erleichterung erblickte er keine brennende Hütte, sondern lediglich blanken, schroffen Fels. Erleichterung erfasste ihn und er blinzelte mehrmals, um seinem Kopf die nötige Klarheit zu verschaffen. Da er sich schon seit einiger Zeit nicht mehr so richtig gut gefühlt hatte, konnte er wahrlich nicht sagen, ob er ausreichend Schlaf hatte finden können. Vermutlich nicht. Die kommende Nacht würde wieder hart und lang werden. Das sollte aber seine geringste Sorge sein, wie er schnell realisierte, als hinter ihm ein erneutes “Ich sagte guten Tag” erklang.

Ruckartig drehte Thoralf sich um, langte nach seinem Florett und schob sich auf dem Hosenboden rückwärts, bis der Fels ihn nicht mehr weiter ließ. Er stand auf und musterte seinen gegenüber. “Wer...was…?” stammelte er eher, als das er sprach. Das Florett hielt er hoch dem Fremdling auf das Gesicht gerichtet. Die Erscheinung war ihm sehr fremd, hätte er raten müssen, so hatte Thoralf auf einen Herzog oder Landvogt oder einen Droste getippt. Dafür war die Kleidung aber zu normal. Nein, das traf es nicht. Die ganze Erscheinung war … zu wenig pompös. Genau! Irgendwie fehlten Prunk und Protz, um näher an die hohen Herren zu kommen, die hier und da in der Arbeitsstätte gewesen waren, um sich neue “Bedienstete” auszusuchen.

Thoralf hatte die Besuche der Oberen stets genau verfolgt und beobachtet, um Mimik, Gestik und Duktus der feinen Herren zu verstehen. Instinktiv straffte er die Schultern und hob leicht das Kinn, wodurch er noch deutlicher auf seinen ihm augenscheinlich körperlich unterlegenen Gegenüber herabblicken musste. Er hatte die Füße gerade so unauffällig wie möglich breiter auseinander gestellt, als eine weitere Stimme erklang. Thoralf erschrak, seine Maskerade wackelte einen kurzen Moment, dann fing er sich wieder. Er versuchte einen Blick hinter seinen gegenüber zu werfen, aber er sah… niemanden. Nirgendwo. Außer ihm und dem Gewandmann war niemand zu sehen. Er drehte also durch. Endlich schien sein Körper derart in Mitleidenschaft, dass sich der Verstand ebenfalls nicht mehr erwehren konnte.

Abermals spannte er sich innerlich an und versuchte, mit klarer und fester Stimme zu sprechen, als er aus seinem Fundus der aufgeschnappten Floskeln  möglichst hochgestochen anhob: “Wer seid ihr, dass… Ihr es wagt, mich in meiner Ruhe zu stören? Ich bin Tho… also: wer seid Ihr und… was wollt Ihr? Wo ist Euer Geleit? Sprecht rasch, denn… meine Zeit ist... kostbar und… sehr begrenzt!”


Zuletzt von Lleweyllyn am Sa Sep 23 2017, 22:02 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Re: Die Chroniken von Llandy

Beitrag von Jad am Sa Sep 23 2017, 18:58

Erst wunderte sich der Druide über den kratzenden Ton der in unmittelbarer Nähe des Lumpenhans zum Vorschein kam. Rasch war jedoch klar, dass der Kerl kein Bauchredner war, sondern ein gar seltsames Wesen sich hier ebenfalls aufhielt. Gerade wollte er drauf eingehen, als Lumpenhans erwachte, verdutzt wirkte und versuchte in einem seltsamen Ton zu sprechen. Celeb hatte dieses Verhalten schon bei den jungen Völkern beobachten können. Allerdings handelte es sich da um ganz andere Situationen und vor allem pompöser Vertreter ihrer Zunft. Dieser hier... Der Druide überlegte wie man ihn am besten beschreiben könnte. Schließlich viel ihm ein beschreibendes Wort ein: 'unpassend'. Ganz seiner Manier behielt der Druide diesen Gedanken jedoch für sich und versuchte es wie immer mit vorurteilsfreier Offenheit: "Ich bin Celeblason, Druide und Waldelf auf der Suche nach einem Spähtrupp Schwarzröcke. Ich verfolgte sie schon einige Tage. Doch Wetter und Jahreszeit erschweren mir die Suche. So hoffte ich hier ihre Spur wiederzufinden und fand... Euch." Er musterte den Fremden kurz und lächelte warmherzig. "So lasst mich Euch in der Natur willkommen heißen Tho." Daraufhin nickte der Waldelf neben dem Mann hinab. "Wie es scheint habt Ihr da ein besonders Wunder der Natur aufgefunden, oder reist ihr beide gar zusammen?" Er kniete sich zu dem Steinklumpen hinab und strahlte ihn ebenfalls an. Dieses Wesen war sonderbar und doch ein weiterer Beweis für sein Interesse an der Natur. Man weiß nie was sie noch alles wundervolles hervorgebracht hat. "Wie mir scheint hast du schon länger nicht mehr gesprochen mein steiniger, kleiner Freund. Sag, hast du einen Namen? Wie kommst du hier her?"
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Re: Die Chroniken von Llandy

Beitrag von Steinreis am Sa Sep 23 2017, 22:33

Also hatte der verdammte Elf tatsächlich mit ihm gesprochen. Wie kam der dazu ? Und wie hatte er ihn überhaupt erkannt ? Das war nicht gut. Vielleicht hatte er die hohe Konzentration von Orichalkum gespürt, das zur Erschaffung eines Steinlings nötig war und was die Herstellung so verflucht teuer gemacht hatte.
Es war ein magisch sehr potentes Metall, das sich hervorragend zur Herstellung von magischen Waffen eignete, da es sich so gut verzaubern ließ. Und in Legierungen konnte es die besten Eigenschaften der anderen Komponenten verstärken. Darum war Bröckchen auch viel, viel härter als gewöhnlicher Stein und der Steinling war immerhin ein Granit aus der Familie der Plutonide, also von Hause aus schon ein harter Brocken.

Doch darum gings jetzt nicht. Der verfluchte Elf hatte ihn erspäht. Wahrscheinlich mit Hilfe von dunkler Elfenmagie.
"Sag mal hast du Durchfall, oder was ist dir da grad aus der Kimme gerutscht, du Arschgesicht ? ICH HABE KEINE SPITZOHRIGEN FREUNDE ! Ist ja wohl das Letzte !" ließ Bröckchen empört von sich hören. Natürlich wieder mit der Schotterstimme, diesmal bildete er aber ein seeeehr unzufriedenes Gesicht aus, weshalb man ihn besser verstehen konnte. Dieses Gesicht funkelte den Druide finster an.
"Und selbstverständlich hab ich einen Namen. Ich bin Bröckchen, autonomer Repetiersteinling der Belagerungsklasse, zweite Kompanie Feuerfresser, Clan Eisenkneter !"

Der Stolz war unüberhörbar als der Kleine das sagte.
"Und ich bin selbstverständlich gerollt, wie sich das gehört." fügte er noch hinzu, doch diesmal stemmte er seine Ärmchen, die ebenfalls erschienen waren, um heftig zu gestikulieren, in seine ..., naja Hüften konnte man nicht sagen, also in seine Seiten. Außerdem schwebte er hoch, bis sein Gesicht genau vor dem Gesicht des Elfen war.
Als ob sich DAS nun für einen Stein gehört hätte.
"Sei ehrlich, Waldfurz, wir sind wieder im Krieg, stimmts ?!"
Und der Steinling sah aus, als würde er sofort damit loslegen, wenn die Antwort ja lautete. Logisch, das war ja auch sein Existenzzweck.

Das er mit dem hässlichen, dicken Zwelfen, oder vielleicht auch Elgen, reisen könnte, hatte er großzügig überhört. Im Moment nutzte er seinen Zieleinstellungsmodus, der es ihm erlaubt, die optimale Abschussposition einzunehmen.
Und was dieser Tho von der ganzen Sache hielt, nun das interessierte Bröckchen einfach nicht. Genaugenommen hatten selbst die peniblen Zwergen noch nie ein Messinstrument entwickelt, das fein genug war, um zu messen, wie wenig es den Steinling kümmerte.
Ob Bröckchen das komische Ding in der Hand des Ex-Wachtmeisters, als Waffe wahrnahm, wird man wohl nie erfahren, aber wahrscheinlich hätte es ihn auch dann einen feuchten Kehricht geschert.
Eins war aber sonnenklar. Dieser Stein dort war offenbar ein Krieger und zwar einer, der kein Blatt vor den Mund nahm. Das voll ausgebildete Gesicht ließ sich recht unschwer als zwergisch erkennen. Jemand hatte sich da eine große Mühe gegeben, das der Steinling ein detaliert gemeißeltes Gesicht mit einem prächtigen Zwergenbart erhielt.

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Re: Die Chroniken von Llandy

Beitrag von Jad am So Sep 24 2017, 14:49

Celeb schien die verbalen Entgleisungen völlig zu überhören. Für ihn war das Wesen an sich viel zu faszinierend, ja regelrecht einzigartig. "Ich bin erfreut dich kennen zu lernen kleiner Freund." Er verbeugte sich leicht. "Du hast ein hitziges Gemüt. Ich bin gespannt was du noch zu erzählen hast. Von einem Krieg zwischen Steinen und Elfen weiß ich nichts. Bisher hatte ich wenige Euer Vertreter gesehen. Der Clan Eisenkneter sagt mir jedoch etwas. Ein Zwergenvölkchen, sehr auf sich bezogen und Gold, Edelsteine und derlei Dingen aus. Sie sind deine Meister? Es ist lange her, dass ich Zwerge begegnet bin. Sie sind..", Celeb musste schmunzeln, "... sie sind eben Zwerge." Die Neugier des Druiden wurde nun gänzlich entfacht. Für den Moment war sogar die Spur der Schwarzröcke vergessen. Es bot sich ihm hier eine einmalige Gelegenheit. Wer wusste schon wann er wieder auf so einen Repetiersteinling treffen würde. "Doch wie kommt Ihr zu einem menschlichen Begleiter? Ein Geschenk? Vielleicht gar ein Anteil der Beute?" Er musterte den nervösen Mann und zog die Brauen hoch, gespannt auf eine Antwort.
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Re: Die Chroniken von Llandy

Beitrag von Steinreis am So Sep 24 2017, 16:37

"Zwerge, genau !" platzte es aus dem Steinling heraus. "Aber nicht irgendwelche. Grimmbart Bergroller ist mein Meister, kein anderer. Höchstens noch Hauptmann Torm Steinschläger und Feldwebel Grumbir Stahlschleifer, sonst keiner. HA ! Da könnt ja jeder kommen."
Nein, nein, nein. Meistern war nicht. Bröckchen gehorchte nicht jedem Dahergelaufenen, schon garkeinem Elfen. Aber der Steinling war auch ein eifaches Gemüt, so das er völlig ehrlich Auskunft gab. So ehrlich, wie er den Elfen zu Matsch gemacht hätte, wenn die Antwort auf die Kriegsfrage mit ja beantwortet worden wäre.

Bröckchen beruhigte sich wieder ein wenig und sank zurück zu Boden.
"Lange her ist gut. Naja, nicht für mich, glaub ich. Aber allgemein. Und nein, dieser Tho da, der gehört mir nicht. Will ich auch nicht. Was soll das überhaupt sein ? Menschlich ? Ist das halb Elf halb Zwerg ? Oder Ork ? Ich finds hässlich, aber harmlos, denk ich, mit seinem Zeigestock da."
Der Steinling äugte rüber zum Wachtmeister und seinem Florett.

Und dann rollte er auch zu Thoralf hinüber und blieb vor ihm liegen. Außerdem guckte er irgendwie gierig auf die Waffe.
"Sag mal, du Tho du, brauchst du das noch oder kann ich das essen ?"
Nichts an Bröckchens Gesicht sah aus, als ob es einen Spaß machte. Woher sollte ein Stein auch wissen, was Spaß ist ? Oder wissen sie es doch und sagen nur keinem was ? Anderesseits waren sie doch so ziemlich überall und bekamen eine Menge mit. Besonders auf lange Sicht.
Aber im Augenblick bat dieser Steinling erstmal darum, das Florett des Ex-Wachtmeisters aufessen zu dürfen.

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Re: Die Chroniken von Llandy

Beitrag von Lleweyllyn am Mo Sep 25 2017, 17:01

Thoralf schlief offensichtlich noch. Zumindest hoffte er das aus tiefstem Grunde seines Herzens. Ganz offensichtlich war er noch nicht wach, denn er träumte noch. Und er träumte wirr – mal wieder. Nicht gruselig-wirr, eher merkwürdig-wirr. Der Gewandmann, der sich als Celeblason vorgestellt hatte, bückte sich unvermittelt zu einem Stein herab und sprach mit diesem. Merkwürdigkeiten gab es ja zu Hauf und dass Leute mit Tieren oder Gegenständen sprachen, war Thoralf nicht neu – sein Verstand wackelte jedoch massiv, als eine wahrlich unangenehme Stimme  antwortete. War das der Stein? Der Druide zumindest war einem Stein zugewandt und lächelte diesem gar zu? Was passierte hier? War der Druide bei schwachem Verstand? Oder war der Druide ein Komödiant, der Puppen sprechen ließ, ohne den Mund zu bewegen? Aber er sah hier keinen reisenden Zirkus?! Nur bei einem war der Flüchtende sehr sicher: es war die gleiche Stimme, die er schon kurz vorher zu hören geglaubt hatte. Er beherrschte zwar wahrlich nicht viel, sei Gedächtnis für Stimmen, Sprache und Formulierungen hatte ihn jedoch selten in die Irre geleitet.

Thoralf war ein Mann einfachen Standes. Aktuell wohl eher Männlein. Viel gesehen von der Welt hatte er bisher nicht. Das, was er von der Welt wusste, hatte er in den paar Jahren Schule gelernt oder irgendwie irgendwo aufgeschnappt. Dass das mit dem aufgeschnappten Wissen nicht immer ganz einfach war, hatte Thoralf allerdings bereits festgestellt. Zu jeder Geschichte fand sich immer auch jemand, der die Geschichte nur so ähnlich oder gar ganz anders erzählte. Was stimmte? Was war Fiktion? Wo wurde etwas hinzu gedichtet? Wirklich sicher sein konnte man schlussendlich nie. Insofern war es nicht verwunderlich, dass die gesamte Situation den Wachtmeister aD vollkommen durchschüttelte. Seine Maskerade fiel ab, mit offenem Mund starrte er auf die Situation, die sich dort entspann. In seiner Verwirrung antwortete er auch gar nicht auf die Frage, die Celeblason gestellt hatte. Wollte der Druide den Menschen mit seinem Schauspiel verwirren und überrumpeln – der Plan war geglückt. Vollends.

Damit war des Schauspiels aber noch nicht genug. Während der Druide mit dem Stein sprach, erhob sich dieser ohne irgendein Zutun in die Luft und schwebte ungefähr auf Gesichtshöhe. In der Luft. Ein Stein. Ohne Apparatur, die das unterstützte. Die beiden Diskutanten schienen so sehr in ihr Gespräch über Namen, Freundschaften und Herkünfte vertieft, dass Thoralf es wagte, sich herzhaft und mit aller Kraft in den Handrücken zu zwicken. Es schmerzte. Also war er wach. Um sicher zu sein, packte der die Haut und drehte. Drehte, bis die Haut riss und ein feiner Blutstropfen erschien. Verflucht, er war wach! Das war kein Traum. Und das war irgendwie nicht gut. Schlussendlich wurde dem Schauspiel die Krone aufgesetzt: der Stein rollte auf auf Thoralf zu und bat darum, das Florett essen zu dürfen. Das Florett, das er immer noch hoch ausgerichtet hielt. Mittlerweile jedoch ins Nichts zielend.

Schlussendlich muss es dann die Gesamtwürdigung der Umstände gewesen sein, die Thoralf zu seiner Kurschlussreaktion veranlasste. Er erinnerte sich an die Begebenheiten in seinem Rücken, drehte sich instinktiv so schnell wie möglich um und hastete mit dem Florett in seiner Hand in halsbrecherischen Sprüngen den Hang hinab auf den kleinen Hain zu, durch den er die Nacht zuvor geschlichen war.

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Re: Die Chroniken von Llandy

Beitrag von Steinreis am Di Sep 26 2017, 11:42

"Dann halt nicht" sagte Bröckchen, dem fliehenden Tho nachschauend.
Was sollte man auch dazu sagen. Diesem Menschlichen lag ebend viel an seinem Stöckchen, dachte Bröckchen.
So rollte er zum Elfen zurück, nur um zu sagen,
"Gut. Wenn wir nicht im Krieg sind, haben wir auch nix miteinander zutun ! Und ich geh mir eine Ecke suchen, die nicht so überlaufen ist, wie hier. Das blöde Himmelsfeuer hat höchstens ein paar hundert mal geflackert und schon trifft sich hier die Welt. Das ist Elfenkacke ! Tschüß !"
Und sobald der Steinling das gesagt hatte, fing er an zu zittern, als wolle er gleich kacken, nur um einen Augenblick später mit einem Affenzahn loszuschießen. In genau die entgegengesetzte Richtung von Tho, schließlich wollte Bröckchen weitere Begegnungen mit diesen verdächtigen Fleischlingen vermeiden.
Also schoß er sich solange weg, bis er keine Lust mehr hatte.

Und wenn die Magie nicht erloschen ist, dann liegt Bröckchen vielleicht noch in ferner Zukunft friedlich träumend an einem unbekannten Ort.

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Re: Die Chroniken von Llandy

Beitrag von Jad am Di Sep 26 2017, 15:27

Die Folge von Ereignissen hätte absurder nicht sein können. Celeb nahm dies jedoch mit Gelassenheit und fasziniert auf wie ein Kind vor einer Zuckerbäckerei. Angesichts der verschiedenen Richtungen beider Probanden musste er sich entscheiden. Der Stein war viel zu schnell entschwunden. Zudem in eine Richtung, welche sich nur schwer erahnen ließ. Der Mensch hingegen war nicht nur in Richtung des kleinen Hain geeilt, aus welchem er kam, sondern war auch dermaßen ungeschickt dabei, dass der Druide befürchtete, dem hier nach wie vor herumstreunenden Spähtrupp Schwarzröcke in die Arme zu laufen. Nun hätte man argumentieren können, dass Celeb das Schicksal des Lumpenhans nicht anginge, aber der Waldelf hatte so viel Tot und Zerstörung durch die Schwarzröcke erlebt, dass es wenig ertragen könnte eine Seele durch sie dem Tod zu überantworten. Klageseelen dachten in diesem Punkt wohl anders als vor ihrem bezeichnenden Erlebnis. So umfasst er den Druidenstab wieder fester und begann den Abstieg. Er hätte wohl auch als Dohle fliegen können, wenn seine Kraft dazu gereicht hätte. Doch leider überschlugen sich die Dinge derart rasch, dass die Regeneration noch etwas Zeit brauchte und ein kleiner Fußmarsch in gewohntem Gelände war nie verkehrt. So nährte sich unaufhörlich dem panischen Menschen.
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Re: Die Chroniken von Llandy

Beitrag von Lleweyllyn am Fr Sep 29 2017, 22:03

Noch während er den kleinen Hang hinunter hastete realisierte Thoralf, dass er mit seinem Verhalten exakt das Gegenteil davon bewirkte, was eigentlich sein ursprünglicher Plan gewesen war: unerkannt und unentdeckt bleiben. Wobei es damit streng genommen ja auch schon beim Teufel war, seitdem ihn der Gewandmann – wie war sein Name noch? – aufgespürt hatte. Thoralf machte noch zwei wackelige Schritte und schlug sich die Hände schützend vor das Gesicht haltend zwischen die Bäume des Hains. Kleine Äste brachen, der Boden knirschte. Von einem Moment auf den nächsten übermannte Thoralf eine massive Übelkeit, die ihn unweigerlich dazu brachte, stehenzubleiben. Sein Magen krampfte, sein Herz pumpte rasend und in seinem Kopf explodierte eine Stange Dynamit. Die Mangelversorgung der letzten Tage und Wochen forderte unweigerlich ihren Tribut. Er lehnte sich gegen einen Baum und erbrach das, was er Tags zuvor als Essen zu sich genommen hatte. Also nicht allzu viel. In was für einer erbärmlichen Verfassung er doch war.

Nachdem sein Körper sich im Rahmen des Möglichen wieder gefangen hatte, schaute Thoralf sich um, um sich zu vergewissern, dass er tatsächlich alleine war. Bis jetzt schien das der Fall. Der Blick auf die kleine Anhöhe war ihm leider verstellt, sodass er nicht erkennen konnte, was dort oben vor sich ging. Bei Lichte betrachtet wollte er das auch gar nicht! Da war dunkles im Spiel, soviel stand fest. Mehr noch: der Gewandmann war gewiss kein Herzog oder Landvogt oder Droste! Thoralf war sich sicher, dass eine Schwäche des Geistes, die einen mit Steinen sprechen ließ, bei Hofe nicht lange würde geduldet werden. Und auch bei Gauklern konnte er sich das nicht denken. Außerdem war hier kein verfluchter Zirkus! Also was… verflucht! Die Explosionen in seinem Kopf waren in der Zwischenzeit zu einem eher dumpfen Brummen abgeschwächt, aber je angestrengter er überlegte, desto intensiver wurden die Schmerzen wieder. Unweigerlich kam ihm der Leutnant in den Sinn. „Überlasst das Denken den berufenen Leuten“ hat er immer gesagt. „Euch bringt das nur Kopfschmerzen!“ Für den Moment hatte er schmerzlich recht.

Der Gedanke an den Leutnant riss Thoralf wieder zurück ins hier und jetzt. Was nun? Er kauerte in der Hocke an einem Baum und spähte in das Zwielicht des neuen Tages. Für den Moment erschien es ihm, als sei auch diese Flucht geglückt. Außer einem leichten Rauschen der Bäume waren keine Geräusche zu hören – sehr zu Thoralfs Erleichterung. Er schloss die Augen und atmete tief durch.

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Re: Die Chroniken von Llandy

Beitrag von Hikari am Mi Okt 04 2017, 12:15

Wäre es Roderik gewesen, denn er nach 3 ja fast 4 Wochen wiedergetroffen hätte, hätte der Wolf den Menschen vermutlich vor Freude in seine Arme gezogen, bei dem Goblin jedoch blieb er auf gewissen Abstand und lächelte ob des abgebrochenen Zauberköters nur sanft. So sehr er diesen Spitznamen hasste, so froh war er nun ihn noch einmal hören zu dürfen. Denn wenn er ehrlich war hatte er nicht damit gerechnet, den vorgereisten Goblin lebend widerzusehen. Schweigend trat er etwas weiter auf die Lichtung, um Roderik und dem Pferd mit Helena Platz zu machen und wirkte einen Moment lang tadelnd, als er das Frühstück des Goblin’s betrachtete. „Ein Wunder, dass du noch lebst so auffällig, wie du bist, Wurmzahn.“ Doch klang seine Stimme nur halb so ernst, wie der Goblin es gewohnt war, was ein klares Anzeichen für Erleichterung sein konnte.
Kurz sah er sich auf der Lichtung, um bevor der Mann sich an einen der Bäume anlehnte. Auch, wenn er es nicht zugeben würde, war er von den letzten Wochen erschöpft. Man hätte meinen können, dass ein dunkler Schatte über seine Züge huschte und man, die Schatten unter seinen Augen für einige Atemzüge lang, deutlicher sah, als es dem Dämon lieb war. Dennoch würde er sich diese schwäche nicht eingestehen. So lehnte er dort für einige Augenblicke und zog sich die Handschuhe seiner Rüstung von den Fingern. Gerne hätte er das Metall abgelegt und noch lieber, hätte er den dunkelgrauen Wams, welchen Helena zerschnitten hatte, um seine Wunden zu verpfelgen und welcher nun ständig verrutschte, wieder an seinen angestammten Platz gerückt. Er würde sich was einfallen lassen müssem, wenn er nicht wollte, dass die Rüstung ihm die Haut wundscheuerte. Automatisch zuckt seine rechte Hand dabei zu seiner linken Schulterplatte und dem grauen Stoff. Kurz zupft sie an demselbigen, in der Hoffnung den Wams in eine bessere Position zu bringen. Lucien selbst, scheint diese Bewegung gar nicht wahrzunehmen, während er dort an diesem Baum verharrt lehnt und Wurmzahn mit einer gewissen Neugier im Blick anstarrt. „Wie du siehst haben wir eine neue Gefährtin. Sie ist durch einen Handel an mich gebunden…“ Sein Blick geht dabei von Wurmzahn zu der blonden Fee und dann zu Roderik. „Wir bringen sie nach Dunkelfluss.“ Mehr war Zeit war ihm das Thema wohl nicht wert. Vielleicht wollte er auch einfach nicht ihren Namen aussprechen. Jedenfalls beließ der Braunhaarige es bei dieser doch eher rauen Vorstellung und fixierte dann wieder Wurmzahn. „Wie ist es dir ergangen? Irgendwelche Neuigkeiten, was die Schwarzröcke angeht? Hast du was gehört? Ziele? Motivation? Warum dieser Krieg? Es muss doch Gerüchte geben…“

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Re: Die Chroniken von Llandy

Beitrag von Jad am So Okt 08 2017, 19:00

"Ihr könnt gern hinter dem Baum hervorkommen, wenn es Euch angemessen erscheint.", schallte es irgendwo auf der anderen Seite des Baumes. Celebalson hatte seinen Weg per pedis zu diesem Punkt fortgesetzt und stand nun ganz in der Nähe an einen Nachbarbaum zu dem Vertreter des Wäldchens gelehnt, welcher dem panischen Lumpenhans als sicheres Versteck diente. "Ich werde Euch nichts tun was ihr nicht wollt. Sagt was treibt Euch die Angst so sehr ins Gesicht? Habt Ihr noch nie einen Waldelfen gesehen?" Der Druide war unschlüssig wie das verhalten des Menschen zu deuten ist. Er kannte sich nicht so sehr mit Menschen aus. Da fühlte er sich auf dem Gebiet der Natur deutlich sicherer. "Es bringt übrigens nicht zu tun als wäret Ihr nicht da. Ich vermag den Wald zu verstehen und die Bäume berichtet mir von Eurem... Weg. Die Fuspuren Eures panischen Aufbruchs wäre ebenso Hinweis genug. Mögt Ihr nicht herauskommen und meine Hilfe annehmen? Ihr erscheint mir wie jemand der Hilfe bitter nötig hätte werter Tho." Damit war seine kleine Ansprache beendet. Es lag nun an dem Menschen, ob er sich Celeb öffnen wollte oder nicht. Es wäre sicherlich aus vielerlei Gesichtspunkten spannend ihn sich selbst zu überlassen, aber im Moment appelierte sein Mitgefühl noch an den Druiden. Überschwänglich hoch, oder besonders lange würde es jedoch nicht mehr anhalten. Wer auch beim zweiten Versuch nicht mit ihm reden wollte, hätte es offensichtlich nicht nötig.
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Re: Die Chroniken von Llandy

Beitrag von Roderik am Di Okt 10 2017, 18:22

Roderik bleibt bei Helena stehen und schaut zu Wurmzahn und Lucien. Ein leichtes grüssendes Nicken zu dem Goblin und dann hebt er die Arme, umfasst Helenas Taille und hebt sie vom Pferd. Er schaut sie kurz an, nähert sich ihrem Gesicht und murmelt fast lautlos "Goblinabschaum...achte auf deine Finger, wenn Du ihn begrüsst...zähl hinterher lieber nach, ob noch alle zehn da sind..." er lächelt nicht, um seinen Worten die Schärfe zu nehmen, in seinen Augen funkelt kein Schalk. Er lässt sie los und nimmt die Zügel des Pferdes, welches er zu einem Flecken Gras etwas abseits führt. Nun erst wendet er sich an Wurmzahn "Du lebst ja immer noch...schön, Dich wiederzusehen..."  doch in seiner Stimme schwingt keine Freude mit. Und plötzlich wird ihm sein Fehler bewusst. Ein schneller Blick zu Helena und dann beginnt er das Pferd abzusatteln, wobei er sich etwas schwächer gibt als er ist. Er hofft, Helena hat nicht auf ihn geachtet, als er sie vom Pferd hob. Als das Pferd versorgt ist, holt er sein Bündel und lässt sich am Feuer nieder, ohne auf die Anderen zu achten.

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Re: Die Chroniken von Llandy

Beitrag von Morth am Di Okt 10 2017, 20:13

Wurmzahn beobachtete Lucien aus den Augenwinkeln während er sich gerade zu albern unterwürfig verbeugte, das einzige was sich zu diesem Augenblick an ihm bewegte waren die großen Ledrigen Ohren die bei jeder Bewegung zusammen zuckten als würde er damit die Umgebung ausspähen, erst als Lucien ihn auf die neue Weggefährtin ansprach erwachte der Goblin aus der Erstarrung, wobei seine Augen als erstes Roderik suchten und ihn giftig anstarrten als hätte er ihn gehört wobei er sich auch ihm gegenüber tief wenn auch nur kurz verbeugte.
„Natürlich lebt Wurmzahn noch und die Freude ist ganz und gar und überhaupt seinerseits!“
„ohh ja ja ja! Wurmzahn erinnert sich!“ Kreischte er schon fast und Hüpfte leichtfüßig vom Stein und auf die Fee zu „wir kennen uns bereits oder?“ aus dem Schloss des großen Tölpels der den armen Wurmzahn fast niedergetrampelt hatte.“ Jammerte Wurmzahn theatralisch. „ihr seid die Gauklerin ja? Oder spielt Wurmzahns Erinnerung ihm einen Streich? Aber.. wie meint ihr das mit einem Handel gebunden?“ Blickte er nun wieder Lucien mit fragend großen Augen an.
„Ist sie Eure Sklavin edler Herr? Unmöglich.. könnte sie euch erworben haben?“ Blinzelte er skeptisch und schüttelte den Kopf wie als wolle er nochmal unterstreichen wie absurd diese Vorstellung wäre.
„Ohhh aber Wurmzahn hat eine Ganze menge gehört ja ja ja“ Nickte er übertrieben mit schlackernden Ohren und kletterte wieder auf den Stein während er den Topf vom Feuer nahm und kräftig pustete um die undefinierbare Masse ab zu kühlen.
„Wurmzahn hat gehört das die Milch sauer wird und Kinder verschwunden sind seit die schwarzen Männer da sind. Andere haben gesagt das sie jetzt endlich mal aufräumen und froh sind das der König weg ist. Dann soll der König angeblich sogar noch leben!“ Ruft er mit großen Augen als würde er es selbst kaum glauben.
„Er versteckt sich wohl unter der Erde und baut eine Armee auf um zurück zu schlagen!“ Nun begann er mit bloßen Händen den Inhalt aus dem Topf zu fischen wobei er sich die Finger immer wieder hastig zurück zog weil die Masse wohl noch heiß ist. „und.. in der Hauptstadt soll wohl irgendwas gebaut werden .. oder ausgegraben oder so“ winkte er desinteressiert ab während er sich den Eintopf von den Fingern Leckte. „ohh.. aber hier in den Wäldern ..“ Er sah sich kurz um als würde er befürchten belauscht zu werden ehe er weiter flüsterte jedoch gelang es ihm dabei keineswegs leiser zu werden. „Hier soll ein Monster wohnen fünf Meter groß  mit zwei köpfen und einem Geweih.. es frisst unvorsichtige Wanderer.“ daraufhin klopfte er sich auf die Brust. Aber Wurmzahn kann es nicht übertölpeln nein nein denn Wurmzahn ist leise wie eine Spinne, flink wie ne Ratte und.. ehh.“ nachdenklich bohrte er in seiner Nase und verdrehte dabei etwas die Augen. „Gewieft wie ein Wiesel!“ fügte er dann fast kreischend und giggelnd hinzu. „Ja ja.. aber da ihr nicht so geschickt seid wie der Gute Wurmzahn solltet ihr aufpassen! Immer Wachsam!“ Zischte er und deutete Bedrohlich mit einem finger in die runde. „mhh und.. Wurmzahn hat auch noch gehört das Spitzohren ins Land gekommen sind.. sind vielleicht nur Gerüchte denn sie sollen nur nachts zu sehen sein und sind ganz vermummt.. aber man weiß ja nie.. Wurmzahn traut jedenfalls nichts was Spitze Ohren hat.. die sind alle.. schurkisch und listig.. wie Katzen! Gemeine, fiese listige leckere Katzen!“ daraufhin Blinzelte er nachdenklich als wäre ihm etwas wichtiges entgangen. „ohh ohh Zauberköter und Goblins sind da natürlich eine Ausnahme mein Edler Herr und Meister!“ Zeterte er schleimerisch und verbeugte sich nochmals übertrieben.

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Re: Die Chroniken von Llandy

Beitrag von Lleweyllyn am Mi Okt 11 2017, 16:55

Das Dämmerlicht des anbrechenden Tages wurde langsam aber sicher von den Sonnenstrahlen vertrieben, die den Landstrich an diesem Tag offenbar in aller Pracht ausleuchten wollten. Was grundsätzlich ein wunderbar anzuschauendes Naturschauspiel war, erschien Thoralf in seiner aktuellen Situation eher wie der blanke Hohn. Welche Macht auch immer man sich aussuchen mochte, die die Geschicke dieser Welt zu leiten mochte: sie schien dem Flüchtenden nicht wohlgesonnen. Man musste wahrlich nicht Major der Königsgarde sein, um zu wissen, dass es sich im Dämmerlicht umschmeichelt von suppigen Nebelschwaden einfach besser unbemerkt umherwandeln ließ. Insofern bot der neue Tag Thoralf die besten Chancen, im dem Wäldchen verharren zu müssen, wollte er nicht ein weiteres Mal aufgespürt werden. Wer wusste schon, welche Sonderlichkeiten sich noch anschickten, sich über das Land auszubreiten?

Gleichwohl brachte die Situation aber auch Vorteile mit sich. Weniger körperliche Aktivität bedeutete weniger Hunger und Durst und hoffentlich auch weniger Kopfschmerzen. Diese verfluchten Kopfschmerzen! Thoralf erinnerte sich wahrlich nicht mehr daran, wann er das erste Mal von diesem Schmerz heimgesucht wurde. Ein Schmerz, als triebe ihm jemand eine glühende Nähnadel quer hinter den Augen durch den Kopf. Ein ums andere Mal waren sie aber so massiv gewesen, dass er sich auf dem Boden liegend wiederfand, kurz nachdem er der Ansicht war, es nicht länger aushalten zu können. Eine Ohnmacht galt es in diesem Moment gerade in seiner Situation jedoch tunlichst zu vermeiden.

Körper und Geist hatten bei Thoralf gerade wieder ein wenig zur Ruhe gefunden, da wurde sein Herzschlag aus dem nichts wieder in die Höhe katapultiert. Die Stimme war wieder da! Eine der Stimmen, die ihn schon an seinem Nachtlager heimgesucht hatten. Nicht das rumpelnd-knarzige Geräusch, dafür aber der leichte Singsang des Gewandmanns. Klangfarbe und Wortwahl ließen Thoralf wenig Zweifel, wen er erblickte wenn er sich denn zeigte. Er wog seine Optionen ab, welche Alternativen ihm offen standen und kam zu dem Schluss, dass eine Flucht ins freie Feld die weniger schlaue Lösung zu sein schien. Ließe er den Gewandmann hinter sich, liefe aber direkt einer Garde in die Arme, so hatte er wahrlich nichts gewonnen. Im Gegenteil. Während er sich sammelte, erinnerte sich Thoralf daran, dass der Druide etwas von Schwarzröcken erzählt hatte. Hielt er ihn womöglich für einen der Schergen der Truppe? Wenn ja, warum war er so leichtsinnig, sich ihm gegenüber zu stellen? War sThoralfs Zustand so erbärmlich, dass von ihm einfach keinerlei Gefahr ausging? Die Worte des Druiden ließen an der Antwort keine Zweifel…

Schlussendlich kam der Wachtmeister zu dem Schluss, dass in der aktuellen Situation der Gewandmann das kleinere Übel zu sein schien. So holte er tief Luft, stand auf und gab sich aller größte Mühe, dem Druiden so resolut es seine körperliche Verfassung ermöglichte gegenüber zu treten. Sein lächerliches Florett hielt er dabei fest umschlossen, jedoch gegen den Boden gerichtet. „Was ist euer Begehr, Druide? Warum folgt ihr mir?“

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Re: Die Chroniken von Llandy

Beitrag von Jad am Do Okt 12 2017, 07:47

Celeb war offenkundig froh, dass sich der Mensch für ein momentanes Verbleiben entschieden hatte. Er lächelte ihn seicht an. "Mein Begehr... ist in erster Linie der Schutz der Natur und seit jüngster Zeit das Ausmerzen der Plage die man als Schwarzröcke kennt." Er stieß sich von seiner lebenden, hölzernen Lehne ab und ging leichten Fußes durch das knöchelhohe Pflanzenmeer auf den Wachmann zu, als bestünde es aus Luft und nicht aus Gestrüpp. "Wenn Ihr erlaubt 'Tho', bin ich hier um Euch Hilfe anzubieten. Jemand in Eurem...", Celeblason überlegte ernsthaft nach einem diplomatischen Begriff, aber er fand keinen, daher ließ er die Beschreibung weg, "Zustand hat sicherlich Unterstützung nötig und so sehr wie Euch die Knie schlottern und die Augen tanzen scheint Ihr etwas gänzlich zu fürchten. Ich bin es nicht, also was ist es? Wie ist eure Geschichte?" Der Druide überlegte ob 'Tho' sein Name wieder entfallen war. Zur Sicherheit wiederholte er ihn kurz. "Ich bin Celeblason. Ihr könnt mich gern Celeb nennen, wenn es Eure Zunge mehr erfreut."
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