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Kapitel 1: Kaperbrief

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Kapitel 1: Kaperbrief

Beitrag von Fade am Do Aug 03 2017, 19:16

In den Morgenstunden des 12. April 1228 nach dem Jahr der Einheit (JdE) war kein Wölkchen am Himmel über der weitläufigen Stadt Serlenis im Nordwesten des Inselkönigreiches Verlensien. Das Treiben in den Straßen hatte bereits seinen gewohnten Gang aufgenommen und über dem großen Hafengelände war das Geschrei der Möwen zu vernehmen. Die Sea Scorpion lag am westlichen Ende des Hafens am Pier und stach aus der Vielzahl von anderen Schiffen kaum hervor. Die Mannschaft hatte sich an Deck versammelt und wartete auf den Kapitän, da der Landgang mit dem heutigen Sonnenaufgang beendet war und bis jetzt noch offen stand, wohin der neue Kurs führen sollte.
Auf dem Achterdeck waren die Offiziere versammelt und warteten noch ungeduldiger als die Mannschaft auf die Rückkehr von Kapitän Blackwater. Er war die ganze Nacht beim Gouverneur geblieben, zu dem er gute Geschäftsbeziehungen unterhielt.

Endlich konnte man die bullige Gestalt des Kapitäns auf der steil abfälligen Straße ausmachen, die vom Haus des Regenten hinab zu den Docks führte. Black Jack war gut zu erkennen, da der schwere, schwarze, offene Mantel seiner Figur weit mehr Fülle verlieh, als dem gewöhnlichen Volk auf der Straße. An seiner Seite schlenderte scheinbar guter Dinge die Blutfüchsin, was dem ein oder anderen unter Black Jacks Mannschaft einen missmutigen Gesichtsausdruck bescherte. Es gab einzelne Meinungen, dass die Frau Unglück für das Schiff bedeutete, doch niemand verspürte das Verlangen sich mit Black Jack Auge in Auge deswegen zu streiten.
Undeutliches Gemurmel war unter den Männern und Frauen der Sea Scorpion zu vernehmen, bis Black Jack endlich das Pier erreichte. Die Offiziere nahmen Haltung an, was auf einem Piratenschiff weit weniger förmlich wirkte, als unter militärischen Maßstäben. Dennoch war ein gewisses Maß an Kontrolle auch hier erforderlich und strenge Strafen taten ihr übriges, um die sehr unterschiedliche und teils raue Crew gefügig zu halten.

Das Schiff, welches ebenso gut als gewöhnlicher Händler hätte durchgehen können, da die zusätzlichen Geschütze sicher unter Deck verstaut waren und unscheinbar die Flagge von Othar, einem verbündeten Königreich am Großmast wehte, wirkte liebevoll gepflegt und sauber. Dies war allerdings allein dem Umstand geschuldet, dass sie sich inzwischen schon 10 Tage im Hafen befanden und mehr als genug Zeit übrig geblieben war, alles auf Vordermann zu bringen.
„Kapitän an Deck!“ Schallte es schließlich über das Deck, als Tallman mit tiefer, lauter Stimme für Ruhe sorgte.
Die Stille, welche unter der Mannschaft einkehrte, war tatsächlich das sicherste Anzeichen dafür, wie viel Respekt sie dem Kapitän entgegen brachte. Wortlos und erhobenen Hauptes schritt Jackson, gefolgt von Cecilia Thornton, die Holzstreppe zum Achterdeck empor und nahm zwischen seinen vertrauten Offizieren Stellung. Sein Blick wirkte finster, wie man es von ihm gewohnt war, und mit tiefer, leicht bedrohlich wirkender Stimme ergriff er das Wort. „Ich hoffe es hat euch nicht zu gut gefallen, so lange euer Gold in den Tavernen zu verprassen. Landratten kann ich nicht gebrauchen, wo uns die nächste Fahrt hinführt.“ Jack streckte langsam seinen Arm zur Seite, um den Moment auszukosten, ehe er die hochwertig wirkende Schriftrolle in seiner Hand öffnete, womit das mit schwarzen Lettern beschriebene Pergament zum Vorschein kam. Tuscheln und vereinzeltes Raunen ging durch die Mannchaft, während der Blick von Black Jack teuflisch funkelte und sein Mund ein breites Lächeln zeichnete, welches unter dem schweren, ledrigen Dreispitz auf dem Haupt und dem zerfurchten, vom wilden schwarzen Bart umrahmten Gesicht wie eine Dämonenfratze wirkte.
Natürlich konnte man den Text nicht lesen, doch das Königliche Siegel von Verlenzien verriet den meisten Piraten bereits den Inhalt. Die Neulinge unter der Crew, denen die Erfahrungen der Seeräuber noch fehlte, konnten nur immer wieder unter dem Gemurmel das Wort Kaperbrief entnehmen.

„Ja, meine treuen Höllenhunde.“ Beendete Black Jack sein Schweigen. „Gold! steht auf dem Pergament. Der Krieg ist noch nicht einmal ausgebrochen und wir sind bereits bevollmächtigt, jedes Schiff der Vereinigten Händler aufzubringen und zu kapern. In jedem Hafen Verlenziens und derer Verbündeter werden wir Einhundert Goldstücke für jeden Dreimaster, plus den Wert des Schiffes bekommen, den wir dort abliefern. Es heißt jetzt keine Zeit zu verlieren. Kriege können flüchtig sein und mit dem Frieden verliert auch der Kaperbrief seine Bedeutung.“
Black Jack beugte sich weit übers Geländer vor und wedelte mit dem Kaperbrief wie mit einem saftigen Steak vor einer Meute Hyänen. „Wenn ihr reich sein wollt, dann löst die Taue, hisst die Segel und gebt volle Fahrt auf das offene Meer!“

Das folgende Stimmenwirrwarr aus Rufen und Gegröle spiegelte nicht nur die Ambition wieder, die seltene Gelegenheit auf königlich geförderte Reichtümer wahrzunehmen, sondern auch die vorfreude, nach den langen Tagen an Land auch endlich der Gefahr und dem Abenteuer wieder ins Gesicht zu lachen. Während die Mannschaft nun motiviert zur Umsetzung des Befehls schritt, winkte der Kapitän Donnerstimme und dem Hund zu, ihm in die Kajüte zu folgen. Nach der Show kam immer die Arbeit.
Auf dem großen Tisch in der Mitte der Kapitänskajüte befand sich neben einem kleinen Berg von Schriftstücken und einer Flasche Rum eine ausgebreitete Seekarte des Ostmeeres. Der Kapitän schritt direkt darauf zu, ohne sich mit weiteren Höflichkeiten zu befassen. „Der Kaperbrief war ein richtiges Schnäppchen diesmal, aber auch nur, weil der Krieg mit den Vereinigten Händlern nicht sicher ist. Dementsprechend müssen wir schnell sein, ehe die Politik uns einen Strich durch die Rechnung macht.“
Jack fuhr mit seinem Finger eine Linie westlich an Darabor vorbei in Richtung der Königsinsel. "Dort sollten wir am Ehesten auf die Schiffe der Händler treffen, allerdings werden wir nicht der einzige Hai in diesen Gewässern sein.“ Der Kapitän wandte sich Grimm zu. „Sieh zu, dass du die Neuen schnell eingearbeitet bekommst, Donnerstimme. Wir haben keine drei Tage ehe es zu Kämpfen kommen kann.“

Aus einem hohen Turm beobachtete ein hagerer, älterer Mann mit einem dünnen weißen Bart den Hafen. Mit einem zufriedenen lächeln erhob er sich schließlich, und wandte sich zu einem, komplett in schwarz gekleideten bewaffneten zu, der nahe der Tür des Raumes stand. „Sie stechen in See. Informiere Crow.“ Schweigsam, nur mit einem kurzen Nicken, verließ der Mann in schwarz den Raum.

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Re: Kapitel 1: Kaperbrief

Beitrag von Jad am Mo Aug 07 2017, 08:19

Grimm Morcant war nur kurz auf Landgang gewesen. Er hatte einerseits die zweite Deckwache ab Mitternacht und andererseits mochte er den festen Boden nicht so sehr. Als Seefahrer hat er sein ganzes Leben auf dem Meer gelebt seit er als kleiner Junge mit 6 Jahren zum ersten Mal hinausgefahren war. Das gleichmäßige Wanken der Sea Scorpion am Kai und das monotone Knarzen von Tauen und Holz war die Umgebung, die ihm am meisten beruhigten. So hatte er nur abends einen Schmied aufgesucht um seine Waffen auf Vordermann zu bringen, besonders die beiden kleinen Äxte hatten es nötig. Schleifsteine und Öle waren zur Neige gegangen und neben Lebensmittel wurden auch Pflegestoffe für Ausrüstung an Bord gebracht. In dieser Zeit hatte es Grimm sich nicht nehmen lassen eine professionelle Wartung seiner 'Werkzeuge' zu nutzen solange sie an Land waren. Ein Schluck Met in der Taverne, welcher mehr als grausam schmeckte und in seinen Augen kaum die Bezeichnung 'Met' verdient hatte, trieb ihn überpünktlich wieder an Deck und ließ mit Argusaugen die letzten Verladungen überwachen und schließlich seinen Posten einnehmen. Black Jack war vor ihm von Bord gegangen und blieb bis lange nach dem Ende seiner Wache an Land. Nicht gerade ein Zustand bei dem sich Grimm entspannen konnte. Er verstand gar nicht was der Käpt'n so lange beim Gouverneur wollte. Als sein schwarzer Umriss erschien und sich Richtung Deck durch das muntere Treiben des Morgens schob, kam langsam Genugtuung in dem Barbaren auf. Er hatte sich nur eine kurze Zeit durch einen Sonnenaufgang auf andere Gedanken bringen können, für den ihn wohl viele beneiden würden. auch wenn Grimm schon tausende von diesen Sonnenaufgängen gesehen hatte und wohl inzwischen jedes Detail kannte wenn der grelle Feuerball aus der offenen See geboren wurde, konnte er sich nach wie vor nicht daran satt sehen. Nach dem Ende des Naturschauspiels nahm er sich schließlich einen der frischen Wetzsteine und schärfte seine Äxte mit langsamen Zügen diagonal zur Klinge. Diese hatten ein Nachschleifen nicht nötig, denn der Schmied hatte gute Arbeit geleistet. Jedoch konnte er sich die Zeit vertreiben bis sein Skipper an Deck war und seine flammende Rede hielt. Der alte Seewolf hatte es wirklich geschafft - wie immer eigentlich. Grimm konnte sich nicht entsinnen dass Black Jack mal mit leeren Händen zurück an Deck kam, wenn er wieder aufbrach Beute auf die Spur zu kommen. Der Hüne blickte der Blutfüchsin finster zu, als er mit dem Hund in die Kajüte von Jack gerufen wurde. Natürlich wusste sie es vor allen anderen. Das Vertrauen in diese 'Göre' war Grimm noch immer zuwider. Elendes Weib. Blackwater war ein guter Kapitän und Grimm würde ihm durch die Hölle folgen, aber das Vertrauen zu ihr hinterließ immer einen fahlen Nachgeschmack - ähnlich wie der scheußliche Met letzten Abend. Doch schnell konnte er sich wieder auf die Gegenwart konzentrieren als es daran ging die Hintergründe und nähere Informationen zu dem Plan des Käpt'n zu besprechen.
Grimm folgte mit seinen matt blaugrünen Augen dem Zeigefinger auf der Landkarte. Eine vielversprechende Route auch wenn das Ziel bedrohlich nahe an der Insel der Toten lag. Es gab mehr Geschichten zu diesem Ort als ein Lagerfeuer Brennholz hatte. Doch Grimm schwieg und hoffte mehr von der Küste On-Schuns zu sehen als von diesem verfluchten Flecken Erde. Schließlich trat Black Jack mit einem Befehl direkt an ihn heran. "Aye Skipper, sie werden spuren! Wenn die Flagge des ersten Beuteschiffs erscheint, werden Sie begierig darauf sein Bäuche auszuweiden und Münzen zu rauben. Er ließ sich für den Rest der Besprechung freistellen um die Frischlinge gleich ins Gebet zu nehmen. Kaum hatte er das Deck erreicht machte er seinem Namen alle Ehre: "GUSGAN, SCHAKAL, REED UND BONNY ZU MIR! JETZT! DER LETZTE BEI MIR SCHRUBBT FREIWILLIG DIE KOMBÜSE!" Donnerstimme wusste was das bedeuten würde. Die heiligen Hallen von Happen waren nicht nur wegen dem Tick des Smutje schwer zu ertragen, sondern auch weil 'putzen' dort schon fast einer Folter gleichkam. Grimm vermied es so gut es ging diesen Ort aufzusuchen und als Strafe war es Gang und Gebe auf der Sea Scorpion die Kombüse wieder auf Vordermann bringen zu müssen.
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Re: Kapitel 1: Kaperbrief

Beitrag von Darnamur am Mo Aug 07 2017, 11:14

Gusgan hielt in einem Moment der Verwunderung inne. Das war sein Name! Oder, er täuschte sich doch nicht etwa?
Er bekam etwas zu tun. Seine erste Aufgabe. Der Blick aus seinem einzelnen, meerblauen Auge wandte sich von dem Käfer ab, der da vor ihm träge über die Planken kroch. Gusgan hatte zwar die Sorge, dass er ihn nicht mehr wiederfinden würde oder er von einem achtlosen Seemann schlichtweg zertreten werden könnte, aber er wollte natürlich auch seinen Aufgaben nachkommen. Schließlich hatte er sich ja freiwillig für den Posten als Matrose entschieden und war zu seiner eigenen Überraschung sogar noch genommen worden.
Gusgans Welt war immer zur Hälfte in Dunkelheit getaucht, seit dem er sein linkes Auge verloren hatte. Wie das genau passiert war, wusste er gar nicht mehr so genau. Er erinnerte sich nur noch an ein lautes, tosendes, grelles Feuer. Und Schmerzen. Wenn er nun in den Spiegel blickte, konnte er an dieser Stelle, wo sein anderes Auge mal gewesen war nur noch eine weiße, teigige Masse sehen. Hin und wieder ließ sich Gusgan dazu hinreißen fasziniert darauf herumzutippen. Es fühlte sich seltsam an. Irgendwie weich.
Nun, nur noch mit einem Auge, war die Welt sehr viel kleiner geworden. Er musste sich immer viel drehen, bis er etwas sehen konnte. Der entstellte Mann wandte sich in Richtung der Quelle des Rufes um.
Dort vorne stand ein Hüne von einem Mann, er wirkte sehr düster gelaunt und blaue Tätowierungen zogen sich über den Körper, die Schulter und das Gesicht. Gusgan fragte sich, was diese Symbole und Zeichnungen wohl zu bedeuten hatten und beschloss sie irgendwann einmal näher zu untersuchen und den Mann zu fragen. Er begann in die Richtung loszutappen, als er schließlich innehielt.
Moment. Was hatte der Mann noch gleich gesagt? Der Letzte schrubbt freiwillig die Kombüse? Gusgan hatte die Kombüse noch nie gesehen und fand das klang nach einer vielversprechenden Aufgabe. Der Hüne hatte noch drei andere Namen gesagt. Also musste Gusgan nur als Vierter eintreffen und er würde die Arbeit bekommen!
Das klang nach einem Plan.
Er machte nochmal kehrt zu seinem Käfer und beugte sich zu ihm herab: "Lass dich nicht zertreten, mein Freund. Ich glaube an dich."
Dann ging er in die Hocke und spähte wieder zu dem Hünen hinüber. Er würde warten, bis die anderen drei eingetroffen waren und sich dann einfach die Stelle schnappen!
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Re: Kapitel 1: Kaperbrief

Beitrag von Wittko am Di Aug 08 2017, 00:03

Baron verstaute gerade seine letzten Habseeligkeiten in seiner Kiste unter Deck und befestigte das Scharnier mit einem Schloss. Auf der Kiste stand zwar sein Name, aber dass hier jeder lesen konnte,
wagte er zu bezweifeln. Zumal er es vermeiden wollte, dass sein Hab und Gut als Neuling unter den anderen verteilt wurde. Er mag zwar im Grunde genommen naiv sein, aber wenn es um seine wertvollsten
Besitztümer ging, war er dann doch eher paranoid.
Hund, so hatte er sich Baron vorgestellt, der 1. Maat der Sea Scorpion hatte ihm, während der Kapitän noch auf Landgang war, seine Hängematte gezeigt. Sie war schlicht, aber doch auf eine fremde neuartige
Art und Weise bequem. Bei Weitem nicht so bequem wie das Bett vor zwei Tagen, aber sicherlich bequemer als der Hafenboden zwischen zwei Kisten. Für einen Moment lies er sich in der Hängematte nieder und
sah sich um. Der Raum war dunkel und vollgepackt mit Schlafmöglichkeiten, nur wenige Laternen beleuchteten die Gänge zwischen den Schlafplätzen, Kisten mit den Habseeligkeiten der Crew.
Etwas woran ich mich erst gewöhnen muss, auch wenn ich bezweifle, dass ich oft hier sein werde...

Wieder zurück an Deck bekam er gerade mit, wie der Kapitän zu seinem Schiff und seiner Crew zurückkehrte. Bei den Worten "Kapitän an Deck", verstummte das Gespräch zwischen ihm und einem
ebenfalls neuen Matrosen. Baron nahm augenblicklich Haltung an, drehte sich nach Achtern und salutierte kurz, bis er merkte, das diese alte, eingeprügelte Angewohnheit hier vermutlich Fehl am Platz war.

„Wenn ihr reich sein wollt, dann löst die Taue, hisst die Segel und gebt volle Fahrt auf das offene Meer!“n nach diesen Worten von Black Jack wirkte es, als wäre die Hölle auf der Sea Scorpion
ausgebrochen, überall rannten plötzlich die Mitglieder der Crew umher und gingen ihren Aufgaben nach. Baron wirkte wie ein kleines Kind, welches in einer Menschenmasse seine Eltern verloren hat. Er stand
einfach da und versuchte nicht umgerannt zu werden.
Eine Stimme donnerte nach einiger Zeit über das Deck und erregte Barons Aufmerksamkeit, nachdem Grimm nach ihm und drei weiteren verlangte. Geschickt schlängelte er sich durch das heftige Treiben auf
Deck zum Ursprung des Rufes. Der Anblick, welcher sich ihm darbot war ebenso eindrucksvoll, wie die Stimme der Person. Baron schluckte kurz und ging  mit zügigen Schritten auf Grimm zu. "Reed meldet sich
zum Dienst"
, da war es schon wieder, verdammt. Er musste sich diese Militärmarotten abgewöhnen, am Ende würde er noch am Mast aufgeknüpft, weil man Ihn für einen extrem dummen Spitzel hielt. Er sah
kurz nach links und rechts, scheinbar war er der erste der Vier genannten. "Ihr seid bestimmt der, den Hund Donnerstimme genannt hat oder? Bei der Lautstärke Eurer Stimme wundert's mich nicht, wenn das so wäre.", platzte es nach einer kurzen Pause des Schweigens aus ihm heraus.


Zuletzt von Wittko am Do Aug 10 2017, 14:33 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Kapitel 1: Kaperbrief

Beitrag von Jad am Do Aug 10 2017, 08:17

Kaum hatte Grimm gerufen stand schon der erste Leichtmatrose vor ihm. Diesen Elan wünschte sich der 2. Maat. Noch wichtiger war ihm aber vor allem, dass der Elan nicht nach den ersten Arbeiten an Deck wieder abebbte, was leider viel zu häufig geschah. Er verschenkte die Arme und schaute sich den jungen Mann genau an. Er war schlank, aber kein Hungerhaken, sein Gesicht war geradezu prädestiniert für einen Firlefanz bei Hofe oder edlem Gelage, aber weniger für ein Piratenschiff. Ähnliches blieb über seine Kleidung zu sagen. Sie schien tadellos zu passen und der Nordmann überlegte, ob sie nicht sogar maßgeschneidert für ihn war. Abgenutzte Stellen und hier und da ein Flicken ließen den Glanz jedoch verblassen. Reed trägt sie nicht zum ersten Mal und anscheinend hat er keine andere Kleidung. Der Rapier schien gut gearbeitet zu sein, soweit er das bei einer Waffe in der Scheide sagen konnte. "Lass das mit dem Militärgehabe. Du bist nicht auf einem Schiff unter der Flagge eines Herren, sondern hier um diese Schiffe zu entern! Jetzt steh still!" Er wanderte langsam um ihn herum und beschaute sich den Burschen von allen Seiten. Grimm hatte noch Zeit, da die anderen drei noch nicht angekommen waren. So konnte er sich etwas mehr mit ihm beschäftigen. "Wie der Hund richtig gesagt habe bin ich Donnerstimme. 2. Maat auf der bester Karacke zwischen hier und Kagresh." Er wanderte weiter um den Burschen herum und kam wieder an seinem Ausgangspunkt an. "Du bist also 'Baron' Reed. Hast du dir diesen lächerlichen Namen selbst gegeben? Wo kommst du her? Es gibt wenige Informationen über dich. Der Käpt'n mag das nicht so wichtig nehmen und dich angeheuert haben, aber lass dir gewiss sein, dass der Hund und vor allem ich dafür Sorgen werden, dass es keine böse Überraschungen für Käpt'n Blackwater geben wird." Grimm ertappte sich dabei, dass er schon mit seinem Vortrag anfing, den er eigentlich vor allen Neuen halten wollte. Er stoppte sich mit einem Knurren, weil er nicht alles zwei mal erzählen wollte. Wo bleiben diese Landratten nur! Ich hab noch mehr zu tun. Er sah sich mit grimmigen Blick an Deck um.
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Re: Kapitel 1: Kaperbrief

Beitrag von Thorgrimm am Do Aug 10 2017, 18:18

Grunzend drehte sich Barnabas auf seinem Bett umher und schlug die Augen auf. Die trostlose Decke seines kleinen Zimmers, welches sich direkt neben der Kombüse befand, füllte sein Blickfeld. Ein lauter Rülpser entrang sich seiner Kehle und er spürte, dass sein Mund ausgetrocknet war und irgendwie pelzig schmeckte. Er hatte sich wohl mal wieder bis zur Besinnungslosigkeit besoffen. Ein Tag wie jeder andere. Ohne sich umzudrehen, griff er neben sich in die Luft. Nach einigen Versuchen bekam er schließlich den Hals einer Flasche zu spüren, die auf einem kleinen Nachttisch neben dem Bett stand. Hoffnungsvoll schüttelte er diese, nur um enttäuscht zu werden, als nichts in der Flasche herumschwappte.
Halbherzig richtete er sich schließlich auf und setzte sich auf sein Bett. Gähnend kratzte er sich mithilfe seiner Gabelhand am Hintern und versuchte wach zu werden. Dann dämmerte es ihm plötzlich. Er sollte an Deck, bei der Mannschaft sein. Sofort machte er sich auf den Weg. Lediglich den Gürtel mit all seinen Küchenutensilien und -werkzeugen legte er noch an. Er schnappte sich eine halbvolle Flasche Rum und schwankte schließlich an Deck. Noch auf dem Weg hörte er Tallmans bekannte Stimme. Er würde es wohl gerade so rechtzeitig schaffen.

Während er sich einen ordentlichen Schluck Rum gönnte, um die Kehle wieder etwas zu befeuchten, watschelte er hinter die versammelte Gruppe und hörte, noch vom Schlaf etwas betäubt, dem Kapitän bei seiner Rede zu. So so. Sie würden also endlich wieder in See stechen und die fetten Pfeffersäcke ausnehmen. Plündern, kämpfen, saufen - was er ja sowieso schon tat - und Beute machen. Eigentlich interessierte ihn mindestens die Hälfte dieser Dinge nicht wirklich. Nicht dass es ihm keinen Spaß machte oder er mit Gold nichts anfangen konnte aber es gab gewisse Dinge, die wichtiger waren als der schnöde Mammon, Ruhm oder Spaß.
Barnabas betrachtete seinen Kapitän - und auch den Rest der Mannschaft - ganz genau. Man konnte schließlich nie wissen, wer sich alles unter die Crew gemischt hatte. Er hatte schon damals nicht mit den Fischmenschen gerechnet und diese Unachtsamkeit mit einem Auge und einer Hand bezahlt. Noch einmal würde ihm das nicht passieren. Vor allem den Neulingen warf er einen verschlafenen aber dennoch kritischen Blick zu. Er durfte nicht zulassen, dass dieses Schiff von den schuppigen Viechern übernommen wurde.

Donnerstimme machte seinem Namen wieder mal alle Ehre, als er die Neuen zu sich rief. Die würden schon früh genug merken, dass so ein Leben nicht nur Friede-Freude-Eierkuchen war. Wer sich freiwillig für so etwas meldete, musste entweder verrückt sein, oder nichts mehr zu verlieren haben. Oder ein Fischmensch sein. Die waren immer noch hinter ihm her. Mal schauen, was bei den Neuen zutraf. Zu seiner Freude nahm Barnabas auch wahr, dass der Letzte wieder dazu verdonnert wurde, die Kombüse zu schrubben. Das war wohl das Beste, dass sich hier auf der Sea Scorpion je etabliert hatte. So musste er sich gar nicht mit dem Saubermachen beschäftigen. Bestrafungen gab es immer mal wieder, sodass es immer genügend Freiwillige für diese Arbeit gab. Er trank noch einen großen Schluck Rum und betrachtete das Geschehen auf dem Schiff weiter. Früher oder später würde sich der Mann schon finden lassen, der sich um die Kombüse kümmerte. Bis dahin blieb Barnabas wohl an Deck, auch wenn er sich lieber zurückgezogen und einen ordentlichen Pegel angetrunken hätte. Außerdem musste er bald damit anfangen, dass Essen vorzubereiten. Heute würde gefeiert werden und da brauchte man was Gutes im Magen.

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Re: Kapitel 1: Kaperbrief

Beitrag von Morth am Do Aug 10 2017, 20:56

Als Amit aus der Dunkelheit unter Deck hervortrat, taumelte er im ersten Moment gleich wieder ein paar Schritte zurück, hielt sich die Hand Stöhnend vor die Augen und massierte sich etwas den Nasenrücken,
in der Hoffnung es würde die dröhnenden Kopfschmerzen vertreiben. Als sich dies offenbar als nutzlos herausstellte Stampfte er missmutig über das Deck, mit halb zusammengekniffenen Augen.
Wobei er Gusgan nur zufällig um eine Haaresbreite verfehlte und wohl über den am Boden kauernden gestolpert wäre, scheinbar hat er ihn nicht einmal bemerkt,
dabei ließ er sich mehr von seinem Gehör zu 'Donnerstimme' führen, da dies einerseits recht einfach war,
bei dessen Lautstärke, und andererseits musste er so den Blick nicht ins grelle Sonnenlicht heben. auf halben Weg blieb er kurz stehen und fragte sich dann woher die Schmerzen kamen,
wage Erinnerungen blitzten vor seinem inneren Auge auf ehe er sich in einem Augenblick der Erkenntnis die flache Hand auf die Stirn Klatschte. "Bonny!" Brummte er übel gelaunt und sah sich dabei mit stierendem Blick nach ihr um,
bevor er sich weiter von Grimms stimme weiter über das Deck führen ließ, den dröhnenden Kater so gut es ging zu ignorieren versuchte und dabei beinahe Gegen Reed gerempelt wäre.
Grade noch rechtzeitig hob er den Kopf, als seine sonnen-verdunkelnde Gestalt hinter dem 'Baron' auftauchte. Doch als sein Blick dann auf den Nordmann viel, stellte er selbstgefällig grinsend fest,
dass er wohl gut drei fingerbreit größer als Grimm war. Worauf er sich wortlos mit verschenkten Armen neben Reed hinstellte und Grimm bloß zunickte, wobei sein Blutroter Turban ein wenig verrutschte,
der neben seiner sich in der Sonne spiegelnden Glatze auch gleich ein Großteil seiner Rechten Gesichtshälfte verbarg. Dadurch konnte ein intensiver Blick eines geübten Auges, wie das von Barnabas zum Beispiel, wohl so was wie einen zweiten schiefen Mund auf der sonst verborgenen Seite erkennen, zumindest etwas das so aussah auf dem ersten Blick.

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Re: Kapitel 1: Kaperbrief

Beitrag von Hikari am Do Aug 10 2017, 22:25

Freund und Feind. So konnte man Scarlets Beziehung zum Alkohol wohl am besten beschreiben. Am Abend zuvor, als klar war, dass sie fortan unter dem Namen Bonny auf einem Piratenschiff die Welt erkunden würde, packte die Edeldame die Angst. Es war Panik die sie ergriff und ihre eisigen Hände um den Hals der Dame schloss. Ihr den Atem zu schnürte. Panik, dass sie auffliegen würde und dieselbe Panik brachte sie wie immer dazu zu trinken.
Alkohol hatte ihr schon immer geholfen, wenn ihr Mut versagt hatte und die Panik Besitz von ihr ergriff.
Also trank sie und irgendwann… sie wusste nicht mehr so recht wann und warum trank sie mit Amit, um die Wette.

Nun Stunden später, hielt sie schon wieder ein Flasche Rum in der Hand – wer ließ, das Ding auch einfach so dort liegen? – als der Kapitän seine Mannschaft rief. Widerwillig ließ sie das gute Stück sinken und gliederte sich in eine der hinteren Reihen ein. Geld und Ruhm waren es nicht, die sie lockten und so erschien ihr die aufgetane Beutemöglichkeit eher reizlos. Vielleicht… nur vielleicht wäre es aber eine gute Möglichkeit um sich einen Ruf zu etablieren.
Als das geschäftige treiben der Mannschaft einsetzte, blieb Bonny für einige Augenblicke stehen und wandte sich dann um, um sich wieder der Flasche Rum zu widmen, welche sie für ihren Kapitän verlassen hatte. Sie kam nicht weit, als sie einen Mann ihren Namen rufen hörte. Sein Ruf eilte ihm voraus und so kannte sie den Rufnamen, des Mannes ohne ihn je gesehen zu haben. Erneut widerwillig ließ sie die Flasche alleine und bewegte sich in die Richtung des Mannes deren Stimme sie zu ihm zitierte.
Die Lederstiefel klackten dumpf auf den Holzplanken, während sich die blasse Frau ihren Weg durch das Stimmengewirr und Treiben bahnte und versuchte nicht als letzte anzukommen. Sie hatte sich ihren Lebtag lang bedienen lassen. Beim kochen würde sie vermutlich das ganze Schiff in Brand stecken und selbst beim Putzen der Kombüse wäre niemand sicher. Das war nicht die Art Ruf nach welchem sie strebte.
Kurz vor ihr traf Amit bei Donnerstimme ein und die schwarzhaarige Frau ahm sich kurz die Zeit die drei Anwesenden zu mustern. Amit wirkte so, wie sie es erwartet hatte: Vom gestrigen Abend noch ziemlich dahingerafft.
Danach glitt ihr Blick zu ‚Baron‘ Reed und sie musterte den Mann mit einem Hauch von Neugier, welcher schnell in Wachsamkeit umschlug. Eine Spur Besorgnis lässt Bonny ihre Brauen zusammenziehen und die Lippen schürzen. Dieser Mann, diese Kleidung… er war wie ein wandelndes Stück Unglück und wenn sie nicht aufpasste, war er der Grund dafür, dass man sie Kiel holte oder sie an Daddy verkaufte. Noch einmal scannte sie die Kleidung, welche zwar maßgeschneidert aber abgenutzt wirkte und wandte sich dann mit dem Gedanken, daran dass dieser Mann ihr Tod sein könnte von ihm ab. Sie musste ihn eindeutig in den Augen behalten.
Grimm musterte sie ebenfalls kurz, folgte für einen Augenblick den blauen Tätowierungen und blickte ihm dann mit einer Unnachgiebigkeit in die Augen, welche man mutig nennen konnte. Oder respektlos… letzteres war zwar nicht ihre Intention, aber man konnte sich nie sicher sein, wie dieser Mann, welcher ihr auf einer ihr noch unbekannten weise als respektable erschien, damit umgehen würde. Sie war ja schließlich ‚nur‘ eine Frau.

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Re: Kapitel 1: Kaperbrief

Beitrag von Wittko am Fr Aug 11 2017, 11:45

Baron ruderte innerlich kurz mit den Armen, als Grimm mit seinen Fragen los legte und wollte auf die erste Frage antworten, als bereits die nächste auf ihn einprasselte. Grimm würde sich tatsächlich nicht so leicht
abwimmeln lassen, was seinen Hintergrund anging. Er folgte Donnerstimme mit seinem Blick, als jener um ihn herum lief und ihn musterte.
"Korrekt, mein Name ist Baron Reed, und um eines direkt klar zu stellen: Ich habe mir keinen Titel gegeben, dass ist ein gängiger Vorname auf der Königsinsel, welchen meine Eltern mir bei
meiner Geburt gaben, womit auch die Frage meiner Herkunft geklärt wäre. "
, er bemerkte das Schakal sich zu Ihnen gesellte und beendete seine Erklärung fürs erste mit den Worten: "Lasst uns doch alles
andere nach getaner Arbeit bei einem Umtrunk besprechen, der Rest trifft wohl langsam ein."
Er warf einen Blick zur Seite und nickte mit einem "Morgen." der turbantragenden, riesigen Gestalt zu.
Baron legte seine Stirn in Falten, die beiden, Grimm und Amit, mussten enorme Probleme haben unter Deck, falls sie überhaupt unter Deck arbeiten mussten. Sie warteten nur kurz bis auch Nummer Drei
auftauchte. Er musterte sie ebenfalls kurz und zog unbewusst eine Augenbraue in die Höhe, sein Blick wurde direkt auf ihren Hals gelenkt. Eine junge Dame mit einem so großen Stein um den Hals? Was auch
immer sie vor der Sea Scorpion tat, sie war erfolgreich, warum also auf einem Schiff anheuern? Sie hatte genauso wie er etwas zu verbergen. Sein Blick wanderte zu ihrem Gesicht und dann über den Rest des
Körpers. Ein hübsches Gesicht hatte sie ja und schlanke, lange Beine. Baron riss sich zusammen, genug davon, er sollte sich auf andere Dinge konzentrieren. Drei von vier, damit ist klar, wer die Kombüse
schrubbt.
Sein Blick fiel wieder nach vorne zu Grimm und er wartete auf Nummer 4 und weitere Anweisungen.
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Re: Kapitel 1: Kaperbrief

Beitrag von Darnamur am Sa Aug 12 2017, 16:23

Schließlich setzte sich Gusgan doch mal in Bewegung. Er bemerkte nämlich das seine anderen Kameraden wohl bereits bei dem düster und grimmig dreinblickenden Maat angelangt waren. Die Gestalten sahen sehr faszinierend und unterschiedlich aus. Besonders den Turbanträger fand er reichlich mysteriös.
Er tappte um die Leute herum und versuchte einen Zugang zu dem Stehkreis zu finden, den sie gebildet hatten.  Sein meerblaues Auge wanderte über die einzelnen Gesichter, blieb kurz irritiert an dem Edelstein der Frau hängen, die eigentlich gar nicht so wirkte, als würde sie auf ein Piratenschiff gehören und verharrte letzten Endes bei einem weitaus unansehnlicheren Anblick: Grimm Morcants mürrischem Antlitz.
Der große Augenblick seiner Vorstellung! Gusgan überlegte sich, was er sagen wollte. Am Besten irgendetwas Intelligentes. Aber ihm fiel nicht wirklich etwas ein.
"Hallo, ich bin Gusgan", verkündete er also, nicht ganz zufrieden mit sich selbst, mit sehr klarer Stimme.
Den anderen Neulingen und dem zweiten Maat der Sea Scorpion "Donnerstimme" Grimm Morcant präsentierte sich derweil ein recht erschreckender Anblick. Der abgemagerte Mann in einfacher, schlichter Kleidung hätte wohl recht durchschnittlich und normal gewirkt, hätte er ein anderes Gesicht gehabt. So jedoch  offenbarte sich allen ein zutiefst entstelltes Antlitz eines Menschen, dessen gesamte linke Gesichtshälfte wohl irgendwann einem Feuer zum Opfer gefallen worden war. Grässlich, wie ein rotschwarzer Pilz zogen sich die Narben über die Haut, verwandelten alles in eine verformte, unnatürlich wirkende Masse. Dort wo einst das linke Auge gesessen hatte, bildete sich eine matschig weiße Iris, aus der jeder Funke Leben entwichen war.
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Re: Kapitel 1: Kaperbrief

Beitrag von Jad am Do Aug 17 2017, 15:41

"WAS GIBT'S DA ZU GRINSEN!?", fauchte Morcant Amit grimmig an und durchstach mit einem passenden Blick dessen Augen. Der Maat hätte nicht gedacht, dass es jemanden auf der Welt gibt der noch dunkler war als die Piraten der 'Schwarzen Brut'. Doch hier stand jemand dessen Haut sämtliches Licht zu schlucken schien. Die roten Gewänder einschließlich des Turban ließen ihn nicht weniger bedrohlich wirken. Ob er etwas darunter verbarg? Grimm hatte weder die Zeit noch die Muse dem jetzt auf den Grund zu gehen. Zumindest, dass stellte er zufrieden fest, konnte man mit dem Schwarzen was anfangen. Er hatte ein starkes Kreuz, war groß und nach Grimms Informationen vom Hund geübt mit Schwarzpulver und den Werkzeugen die damit gefüttert werden: Kanonen, Gewehren, Pistolen und dergleichen.
Dazu gesellte sich eine junge Frau mit prächtigen schwarzen Locken, einem spärlichen Vorbau und geradezu überladenen Schmuck und Kleidungsstücken an ihrem Körper. Besonders die Goldkette mit Rubin fiel auf. Offensichtlich hatte die Gute noch nicht begriffen, dass sie hier an Bord eines Piratenschiffs war und es viele Momente gab wo sie nicht nur ihre Zurschaustellungen an Tand verlöre, sondern auch einiges an Lebensqualität wenn sie lang so aufgetakelt herumstolzieren würde. Soll aber eine brauchbare Navigatorin sein soweit Grimm gehört hatte. Allerdings würde es sich erst noch zeigen ob sie Hand in Hand mit Tallman arbeiten konnte.
Doch beide drückten die Stimmung des ungeduldigen Mannes weniger als der Bummler in der Grunde. "Gusgan..." Bei seinem Anblick fiel es Donnerstimme schwer den Neuling nicht als Kanonenfutter abzustempeln, der beim ersten kleinen Scharmützel auf der Strecke bleiben würde. Wie soll ich aus dem.. er betrachtete das Männlein mit Matschauge eingehend, einen tauglichen Seemann machen. Sicher, Grimm hatte mehrmals schon bewiesen, dass er aus Landratten Seewölfe machen konnte, aber selbst er brauchte eine gewisse Grundbasis als Materie mit der er arbeiten konnte. Da hatte Blackwater ihm eine ordentliche Aufgabe gegeben. Aus Amit und Bonny, würde schon was werden, besonders bei Ersterem machte er sich da wenig Sorgen und auch Reed könnte was werden, wenn er lernt sein Mundwerk zu zügeln, zu spuren und den Ort vergaß wo er seine schicke Kleidung herhatte. ..aber dieser hier... Grimm räusperte sich laut.

"Da wir nun endlich vollzählig sind", er warf Gusgan einen flüchtigen, grimmigen Blick zu. "Kann ich euch näherbringen warum ihr hier seid!" Er ließ einen Moment des Schweigens verstreichen indem er schon regelrecht merkte wie Reed einen flotten Spruch loswerden wollte, diesen aber mit einem Knurren unterband. "Ihr seid hier weil wahnsinnig oder arrogant sein müsst! Auf einem Piratenschiff anzuheuern ist was anders als bei der Marine und welcher Klabautermann euch auch vor sich hergepeitscht hat, ich verspreche euch dass jeder diese Entscheidung bereuen wird. Dafür werde ich sorgen!" Er begann wie schon bei Baron um die Vier herumzulaufen. "Kapitän Blackwater hat euch alle in seine Mannschaft aufgenommen. Damit gibt es drei Regeln die für jeden von euch von nun an Gesetz und Lebensinhalt sein werden! Erstens: Das Wort von Black Jack ist Gesetz. Jedes Murren dagegen, jeder Versuch einen Befehl zu umgehen, oder gar die Sea Scorpion zu verraten wird euch Qualen bescheren von den ihr nicht mal träumen könnt. Hund und ich werden das ohne zu zögern hart durchsetzten und betet, dass Käpt'n Blackwater nicht auf den Gedanken kommen sich selbst eine Strafe auszudenken. Dagegen wird eure Behandlung von uns wie das Streicheln über einen Babypopo wirken! Regel Nummer zwei betrifft die Hierarchie hier an Bord. Diese ist unumstößlich und klar. Unter dem Käpt'n kommt der Hund und darunter ich." Er drehte sich ruckartig um und stierte sie an. "DAS bedeutet, dass ihr mit euren Wehwehchen auf keinen Fall zum Käpt'n rennt! Wie der eine oder andere von euch Landratten mitbekommen hat besteht die Crew aus weit mehr als euch vier armseligen Gestalten. Wir haben hier viele Seeleute an Deck und fast jeder ist sein Salz wert! Diese zu koordinieren und in die richtigen Bahnen zu lenken ist genug Beschäftigung für Black Jack. Da muss er sich nicht mit den Frischlingen rumärgern. Wenn ihr ein Problem habt kommt zu mir. Wenn ich gerade nicht greifbar bin, weil ich z.B. einem von den anderen Taugenichtsen den Arsch aufreiße oder meine Axt in seinem Schädel versenke wendet euch an den Hund. Wir sind hier aber weder eure Amme noch eure Leibwächter! Wenn Ihr also Möwenmist verzapft, seid ihr selbst dafür verantwortlich." Grimm kam wieder an seiner Ausgangsposition an. "Und zum Dritten: Disziplin! Man mag meinen, Piraten haben nicht viel übrig für Disziplin und damit hätte man auch Recht, wenn ich nicht Maat auf dem Schiff wäre. Wir haben hier viele Spezialisten und alle können nur mit Disziplin zusammenarbeiten. Im Klartext heißt das. Wenn ich einen Befehl gebe ist diesem unverzüglich Folge zu leisten!" Er baute sich vor Gusgan zu seiner ganzen Größe auf. "Ich denke doch, dass ich laut genug war, dass mich jeder an Deck hören konnte. Was war also an 'Zu mir' schlecht zu verstehen Matschauge!?" Er knurrte und blickte auf den Leichtmatrosen herab. "Da du also noch Probleme hast zu begreifen, was es heißt einen Befehl auszuführen haben wir wieder mal jemanden der beim guten Barnabas die Kombüse schrubben darf." Er schaute in die Runde. "Ihr drei könnt wegtreten, aber macht es euch nicht zu gemütlich. Das Auslaufen steht an und egal ob erst einen Tag oder schon 10 Jahre an Bord: Auf der Sea Scorpian lege alle sofort mit Hand an. Bonny kann als Navigatorin Tallman aufsuchen. Wenn du das nicht schon gemacht hast wird es Zeit dass ihr euch bekannt macht. Reed und Amit werden beim Segel setzen helfen. Achtet auf den Befehl!" Dann wandte sich Grimm wieder Gusgan zu. "Matschauge hingegen wird mir schön hinterher dackeln. Ich werde dir zeigen wo dein Arbeitsplatz ist und Happen vorstellen." Bei dem Gedanken wie Barnabas mit dem Frischling umspringen würde entquoll seiner Kehle ein raues Lachen. Dann setzte er sich in Bewegung. "Matschauge mir nach!"
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Re: Kapitel 1: Kaperbrief

Beitrag von Fade am So Aug 20 2017, 17:11

Ein kaum merklicher Ruck lief durch den Rumpf als die Haltetaue gelöst wurden und die Sea Scorpion langsam an Fahrt in Richtung offenes Meer aufnahm. Für viele Seeleute war dies ein entscheidender Moment der zwischen den Regeln des Festlands und der Zivilisation und der gewissen Freiheit unter den strengen Gesetzen der See unterschied. Nun waren sie unter sich und jagten ihr eigenes Glück. Ein Kaperbrief war im Ostmeer ein seltenes Privileg, wobei Kriege einzelner Nationen nicht selten waren. Piraten wurden von fast allen Seiten bekämpft. Gerade die Küstennähe war daher selbst in Gewässern vertrauter Nationen ein gefährliches Terrain.
Die Handelsgilden hatten in allen Häfen ihre Spitzel sitzen, welche ihren eigenen Häschern Auskunft über Sichtungen von Piratenschiffen gaben. Der Name, unter dem die Sea Scorpion in den Häfen anlegte, war daher auch meist ein völlig neuer. Die wachsende Distanz zum Festland tauschte somit ein Schicksal gegen ein anderes ein.

Black Jack stand immer noch über den Kartentisch gebeugt, wobei er sich mit beiden Händen schwer auf das massive Holz stützte. Sein düsterer Blick folgte den gezeichneten Linien auf dem Pergament, als wolle er darin die Zukunft lesen. Weiche, zierliche Hände schoben sich auf seine Schultern, als die Blutfüchsin hinter ihn trat und ihn leicht massierte, während sie mit weicher Stimme in sein Ohr hauchte. „Denkst du, dass wir sie diesmal finden?“ Der Blick des Kapitäns bewegte sich lange Momente kein Stück von dem Imaginären Punkt auf dem Stückchen offener See, was die Karte dort verzeichnete. „Wenn deine Informationen richtig sind und unsere neue Navigatorin ihr Handwerk beherrscht, haben wir diesmal eine gute Chance.“ entgegnete er schließlich mit tiefer, ernster Stimmlage. Er richtete sich auf, wobei Blutfüchsin einen Schritt zurück tat und platz an seiner Seite suchte. Sie schmiegte sich an seinen Arm und beobachtete, wie Black Jack ein kleines schwarzes Kästchen aus seiner Jacke zog. Er öffnete es und ein Kompass mit einer grünen Nadel kam zum Vorschein. Die Nadel rührte sich kein Stück und so wirkte der Kompass defekt, doch der Blick der beiden warf Zweifel über die vermeintliche Wertlosigkeit des Werkzeugs auf.
Der Kapitän trug große Hoffnung in die Navigatorin, denn das Steuern auf hoher See war eine nicht zu unterschätzende Kunst und nicht zuletzt die unkartografierten Strömungen machten selbst ohne Fehler von Crew und Steuermann leicht einen Unterschied von Hundert Seemeilen aus, um die man sein Ziel verfehlte. Es war der Crew nicht bekannt, dass schon einige male in der Vergangenheit eine falsche Insel am Horizont erschienen war, als sie der Kapitän tatsächlich anzusteuern beabsichtigt hatte.

Der Wind frischte auf, wie bestellt und die Segel füllten sich. Die Sea Scorpion wirkte fast wie frisch vom Stapel gelaufen, was man dem Schiff nur selten so ansah und was einige Tage und Wochen auf See, spätestens aber der nächste Sturm den sie durchfuhren jäh ändern würde. Möwen begleiteten das Schiff und das Treiben auf deck fing allmählich an, etwas geordneter zu wirken, während die Neulinge vom zweiten Maat noch ihre Einweisung durchliefen. Der Wellengang hatte hier in Küstennähe nach dem Ablegen leicht zugenommen, was man dem Schiff am intensiver gewordenen Schwanken und einem unachtsam abgestellten Fässchen, was nun über das Deck rollte und lautstark gegen die Reling prallte, gut mitbekam. Ein lauter Ruf deswegen wurde von einem mürrischen Winken quittiert, als ein junger Matrose dem Fässchen hinterher lief, um es unter Deck zu bringen. Der Hund, welcher inzwischen auch wieder auf Deck erschienen war, marschierte zum Bug des Schiffes um von dort die Mannschaft bei ihrem Treiben eine Weile zu beobachten. Die eingeschifften Matrosen bereiteten dabei inzwischen kaum mehr Probleme und arbeiteten zu großen Teilen zuverlässig, um das Schiff in gang zu halten.

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Re: Kapitel 1: Kaperbrief

Beitrag von Darnamur am Mo Aug 21 2017, 11:09

Gusgan war von der Rede des Maats erst ein wenig verwirrt. Warum wollte er dafür sorgen, dass sie das Anheuern bereuten? Das ergab in seinen Augen keinen Sinn. Dennoch versuchte er aufmerksam zuzuhören und den Hagel an Beleidigungen und Flüchen hinzunehmen, der auf ihn und den Rest der Neuen einprasselte. Die Regeln versuchte er sich auch zu merken, wobei er sich bereits nach ein paar Sekunden nicht mehr sicher war, ob er sich nun wirklich alles richtig eingeprägt hatte oder etwas durcheinanderbrachte. Dafür wurde er gerade einfach mit zu viel Worten auf einmal konfrontiert.
Und warum nannte ihn der Maat Matschauge? Auf dem Weg zur Schiffskombüse konnte Grimm Morcant beobachten, wie Gusgan auf dem besagten Auge ein wenig herumzudrücken begann. Es war wirklich etwas matschig. Aber musste man ihn deswegen so nennen? Das war eigentlich nicht nett. Allerdings wirkte Grimm nicht wie ein Wesen, das Wert darauf legte nur nette Sachen zu sagen.
"Ihr könnt mich gerne Gusgan nennen", verkündete er aber dennoch, während sie so nebeneinander über das Deck eilten. Die Worte des Mannes mit dem verbrannten Gesicht klangen dabei nicht einmal sarkastisch, er erweckte den Eindruck als würde er das Gesagte tatsächlich ernst meinen. Das noch heile Auge, mit der Farbe von klarem Meerwasser musterte den Hünen neugierig. "Darf ich euch eine persönliche Frage stellen?"
Interessiert an der Reaktion des grimmigen Maats wartete er eine Antwort ab, während sie sich den Weg zur Kammer des Kochs bahnten.


Zuletzt von Darnamur am Di Aug 22 2017, 12:11 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Kapitel 1: Kaperbrief

Beitrag von Jad am Mo Aug 21 2017, 12:21

Grimm murrte kurz als er aus dem Augenwinkel erspähte wie Gusgan an seinem kaputten Auge herumdrückte. Was für ein komischer Kauz. Er hat nicht mal protestiert als ich ihn zur Strafe verdonnert wurde. Es scheint fast so als wollte er die Kombüse schrubben, aber welcher Volltrottel würde das freiwillig tun wollen? Grimm konnte sich auf die Reaktion des Frischling keinen Reim machen. Er stiefelte mit ihm im Schlepptau die enge Treppe zum Mannschaftsdeck hinunter und kam bei den Kojen an. Ein Ort bei dem sich Donnerstimme immer etwas beengt fühlte. Matschauge bot seinen korrekten Namen als Identifikation an. Grimm knurrte nur kurz als Reaktion bemühte sich aber so gut es geht den Neuen wie Luft zu behandeln. Immerhin schien er einen gewissen Selbststolz zu besitzen. Dann war zumindest nicht alles hoffnungslos bei diesem da. Als sich Gusgan schließlich mit der Bitte an ihn wandte mehr über den Maat zu erfahren konnte Grimm ihn nicht länger ignorieren. "Sprich... Gusgan. Falls du fragen willst warum ich Donnerstimme genannt wirst spar es dir. Es kommt dir noch früh genug zu Ohren, wenn das vorhin nicht klar und deutlich war." Die kleine Belehrung kam nicht von ungefähr. Morcant kam es so vor als hätte ihn jeder aus der Crew diese Frage mindestens zweimal gestellt und er war es Leid seinen Rufamen zu erklären... noch dazu wenn er offensichtlich war.
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Re: Kapitel 1: Kaperbrief

Beitrag von Morth am Mo Aug 21 2017, 19:50

Als Bonny in Amits Blickwinkel auftauchte traten seine Augen Zorn erfüllt aus den Augen hervor und er begann schon Luft zu hohlen um sie wohl mit nicht besonders freundlichen Worten zu begrüßen, ehe er schmerzerfüllt zusammen zuckte und sich deutlich mühe gab den Drang zu unterdrücken, sich die Ohren zu zu halten,  als Grimm wieder zu brüllen begann.
Als 'Donnersimme' dan mit seiner Rede begann, die drei anderen und Amit umkreiste nutze er die Gelegenheit um sich die Schläfen zu massieren als Er grade an seiner ihm abgewandten seite entlang lief und flüsterte grade laut genug das das die beiden links und rechts von ihm Amit hören konnte wenn Gimms 'liebliches Stimmchen'  ihn nicht sogar völlig übertönte „Ich bereue es jetzt schon.“
Als die Ansprache schließlich ein Ende fand, salutierte Amit instinktiv, aber wie jemand der offenbar nie Soldat war, und hob dabei die vernarbte Hand an die Stirn und wirkte dabei mehr als wollte er nur die Sonne von seinen Augen abschirmen. Vielleicht war genau das auch die Intention. Ehe er sich ruckhaft umdrehte, sofort die Takelage erklomm und sich bereit machte, falls der Befehl kam um sich um die Segel zu kümmern. Den Anblick den er dabei bot wirkte durchaus beeindruckend, nicht weil er dies Schneller und akrobatischer vollzog als ein durchschnittlicher Seemann sondern das er es trotz seiner gewaltigen und massigen Gestalt überhaupt schaffte. In der tat wirkten seine geschickten Handgriffe um so beeindruckender, gerade weil man jemanden von seiner Gestalt so was niemals zugetraut hätte.

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Re: Kapitel 1: Kaperbrief

Beitrag von Darnamur am Di Aug 22 2017, 13:10

Gusgan hatte nicht vorgehabt nach Grimms Rufnamen zu fragen. Tatsächlich meinte er es mittlerweile herausgefunden zu haben. Es musste bestimmt daran liegen, dass er so laut herum brüllte!
Aber sein Frage war im Grunde ähnlicher, wenn gleich doch anderer Natur: "Nein, ich glaube das habe ich verstanden...ihr seid sehr laut."
Er überlegte sich, wie er die Frage formulieren sollte, während er dem Maat folgsam hinterher tappte.
"Ich frage mich nur, warum ihr das macht. Also warum ihr uns anbrüllt und sagt das ihr uns den Schädel spaltet oder das wir das Anheuern bereuen werden."
Währenddessen wanderte Gusgans Auge interessiert über die Umgebung. Das hier alles würde wohl sein Lebensraum für die nächsten Wochen und vermutlich Monate darstellen. Er war schon sehr gespannt darauf die Mannschaft kennenzulernen und auf die Abenteuer, die man hier erleben konnte. Als Erstes würde er wohl diese Kombüse und den Koch kennenlernen, von dem Grimm erzählt hatte.
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Re: Kapitel 1: Kaperbrief

Beitrag von Hikari am Mi Aug 30 2017, 18:29

Scarlett bemerkte, wie sich auch der Blick des 2. Maats auf den Schmuck um ihren Hals legte und für einen Augenblick war sich die junge Frau nicht mehr sicher, ob es wirklich eine so gute Idee gewesen war ihrer Familie dieses auffällige Stück Schmuck zu stellen. Vielleicht hätte ich den Siegelring nehmen sollen, aber dann könnte ich gleich herausposaunen wer ich bin, überlegte sie für einen Moment stillschweigend, nur unterbrochen von der nicht gerade dezenten Stimme des zweiten Maats. Der Mann machte seinem Namen alle Ehre.
Nicht mehr abgelenkt von der quälenden Frage ihrer Modewahl lauschte die Frau aufmerksam den Worten von Donnerstimme und nickte hier und da pflichtbewusst, wenn sie es für angemessen hielt. Disziplin und hierarchische Strukturen waren für die Tochter einer Adelsfamilie nichts Neues. Einzig und allein die Frage nach angemessenen Verhaltsweisen ließ ihre Brauen für einige Augenblicke zusammenrücken so, dass eine tiefe Falte an ihrer Nasenwurzel entstand. ‚Höfische‘ Etikette ist das Eine, doch das hier! Selbst wenn sie wusste wem sie unterstellt war, wusste sie nicht wie sie demjenigen gegenüber verhalten sollte. Vielleicht sollte ich mir etwas Zeit nehmen und das Verhalten der Anderen studieren. Bis dahin muss ich mich nur bedeckt halten.
Lediglich die erste Regel schien ihr Unbehagen zu bereiten. Nicht, dass sie ihrem Käpitain gegenüber nicht loyal sein würde, doch erinnerte sie es stark an ihren Vater. Aber ihr Kapitän war jemand anderes, mit einer anderen Persönlichkeit. Nein, das hier würde nicht wie daheim werden.
Als Grimm Morcant endete und ihr den deutlichen Befehl gab Tallman zu suchen, nickte sie erneut und verbeugte sich, wie die Gauklerin in ihre es so oft getan hat. Unschlüssig, ob dies das richtige war wandte sie sich raschen Schrittes um und machte sich auf die Suche nach Tallman. Irgendwo am Heck des Schiffes musste das Steuerrad sein und Bonny konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass der Steuermann sich so kurz vor dem Auslaufen woanders befand.

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Re: Kapitel 1: Kaperbrief

Beitrag von MaRideSa am Sa Sep 09 2017, 19:34

Alex

Das Schaukeln trug heimelige Erinnerungen in seine Träume und brachte ein langsames Erwachen. Träge streckte er sich und stieß mit dem Ellenbogen an.
Alex blinzelte, aber es blieb dunkel.
Vorsichtig tastete er um sich. „Wo zum Henker…“, wisperte er in die Dunkelheit, während seine Hände über hölzerne Rundungen strichen.
Fässer?
In seinem Kopf überschlugen sich die Gedanken.
Er hatte Will´s Dolch gefunden und war an Bord der „Lady Mermaid“ nach Valizi gekommen. Doch dann verlor sich seine Spur.. Stück für Stück hatte er die Schiffe abgeklappert. Erfolglos. Verschlossenes Pack! Was war denn nur so schwer daran in eine Besatzungsliste zu schauen? Die letzten Nächte hatte er damit zugebracht, sich selbst diesen Einblick zu verschaffen! Bisher ohne Erfolg.
Blieb noch das otharische Handelsschiff.
Im Schutze der Dunkelheit hatte er sich an Bord geschlichen. Die Wache hätte ihn fast entdeckt, doch er war unter Deck gehuscht.
Mehrfach hatte er sich verstecken müssen. Mitten in der Nacht kehrten die Seeleute von ihrem Landgang zurück und er war tiefer und tiefer in den Bauch des Schiffes geflohen.
Letztendlich hatte er sich zwischen den Fässern im Laderaum verborgen um dort abzuwarten bis Ruhe einkehrt – und war eingeschlafen!
Jetzt schaukelte es und Wasser rauschte am Rumpf vorbei.
Das Schiff war ausgelaufen!
„Das ist jetzt nicht wahr! So eine Scheiße!“ fluchte er und schlug gegen eines der Fässer zwischen denen er sich verborgen hatte.
Dumpf hallte das Geräusch durch die Dunkelheit.
Alex duckte sich und hielt den Atem an als Schritte auf der Treppe erklangen.


Zuletzt von MaRideSa am Mo Sep 11 2017, 12:26 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Kapitel 1: Kaperbrief

Beitrag von Jad am So Sep 10 2017, 12:51

Gusgan schien Grimm etwas... schwer von Begriff zu sein. "Jeder der freiwillig auf einem Piratenschiff anheuert ist nicht ganz dicht. Was glaubst du was wir hier machen? Mit Gold klimpern und an exotischen Stränden in der Hängematte liegen?" Er wollte darauf keine Antwort haben und stapfte weiter. Plötzlich kam ein dumpfer Schlag durch die Eingeweide des Schiffs. Grimm war sich nicht sicher, tat es aber eher als Arbeiten ab, die beim Auslaufen immer gemacht worden. Bestimmt hat einer der neuen ein Fass umgeworfen. Landratten... Er entdeckte, das Gusgan noch immer auf eine Antwort zu warten schien. "Das Einzige was diesen Haufen zusammenhält ist die Furcht vor den Konsequenzen. Niemand würde einen eigenen Vorteil auch nur eine Sekunde nicht nutzen. Piraten haben kein Gesetz, dem sie sich verpflichtet fühlen und sogar in den eigenen Reihen tun sie alles um sich zu bereichern", Augenblicke über Skorde und seine feige Flucht aus dem Kampf tauchten auf, "oder ihre Haut zu retten und alle im Stich zu lassen." Er knurrte und schlug unerwartet auf eine wehrlose Planke ein, welche bedrohliche knackte. "Jeder der Loyalität lernt, weil ihm die Furcht und der Respekt vor den Offizieren zur See im Nacken sitzt, ist für uns zu gebrauchen. Eine Sprache die alle an Bord verstehen. Jeder der aus der Reihe tanzt muss mit den Konsequenzen leben... so wie du Matschauge!" Damit waren sie in der Kombüse angekommen. Selbst wenn man es nicht gewusst hätte, man hätte den Ort durch die Tür gerochen. Donnerstimme stieß sie auf. "Happen! Ich hab wieder einen Frischling für dich. Sieht nicht besonders aus, aber damit passt er ja zu diesem Ort." Er drehte sich kurz zu Gusgan. "Dieser Dreckstall hier soll blinken! Wo die Hilfsmittel dazu stehen zeigt dir der Smutje. Du hörst auf sein Wort und wenn mir keine Klagen kommen, bist du auch erlöst von dieser Arbeit... falls doch..." Grimm sah sich in der Kombüse um und konnte wiedermal nicht fassen, dass hier das Essen für die Mannschaft zubereitet wurde. "Du solltest besser dafür sorgen, dass mir keine Klagen kommen." Damit ließ er den Matrosen einfach stehen. Beim Hinausgehen rief er noch. "Und lass den Jungen mit deinen Fischmenschenunfug zufrieden. Das ist Seemannsgarn, sieh's endlich ein!" Grimm war somit wieder allein und auf dem Weg zurück an Deck.
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Re: Kapitel 1: Kaperbrief

Beitrag von MaRideSa am So Sep 10 2017, 16:12

Alex

Das Herz schlug Alex bis zum Hals. Er wagte kaum zu atmen. Doch dann entfernten sich die schweren Stiefeltritte.
Er stieß die Luft aus. Das war noch einmal gutgegangen.
Seine Augen hatten sich mittlerweile an die Lichtverhältnisse gewöhnt.
In dem schwachen Schein, der durch die Grätings und den Niedergang hinunterfiel konnte er Kisten, Fässer und prall gefüllte Jutesäcke erkennen. Er kletterte aus seinem Versteck hervor und sah sich um.
Backbord machte er große Taurollen und einen Stapel Holzplanken aus, weiter hinten entdeckte er einen vergitterten Verschlag.
Beim Näherkommen entpuppte sich dieser als Verlies für Gefangene. Doch lag es verweist da.
Mit zwei Fingern bewegte er die Tür. Leicht und ohne zu quietschen schwang sie ein Stück auf. Alex hob eine Augenbraue. Die wird wohl regelmäßig benutzt. Ein Sklavenhändler?
Er verwarf den Gedanken. Nichts von dem, was er gesehen hatte deutete darauf hin. Auch war die Zelle dafür zu klein.
Eine nähere Untersuchung des Verschlags brachte ihn nicht weiter, dafür reichte das Licht nicht aus.
Die Säcke waren beschriftet, ebenso wie die Kisten und Fässer, aber auch hier war es zu dunkel um etwas zu entziffern.
Er ließ sich auf einer Taurolle nieder und dachte nach.
Ok, steng deinen Kopf an. Wir sind ausgelaufen. Keine Ahnung, wie weit draussen wir schon sind. Keine Ahnung welches Ziel. Also auch keine Ahnung, wie lange ich mich verstecken muss. Essen hätte ich – vorerst. Wasser auch. Er stand auf und ging wieder zu dem Verschlag hinüber. Seine Finger umschlossen die eisenbeschlagenen Gitter.  Wer noch braucht eine gut gewartete Gefängniszelle ausser einem Sklavenhändler? Ein Kriegsschiff? Aber die Seeleute hatten keinerlei Uniform an. Dann bleibt nur eins... Er ließ die Hände sinken. „Piraten!“
Mit schnellen Schritten durchmaß er den Laderaum und kehrte wieder um. Mit den Fingern trommelte er auf die Holzplanken und rutschte an der Bordwand zu Boden.
„Blinder Passagier auf einem Piratenschiff! Toll hingekriegt. Die Neunschwänzige ist mir sicher!" wisperte er.
Alex lehnte den Kopf zurück und schloß die Augen. Verstecken wird nichts. Früher oder später werde ich entdeckt, soviel ist sicher. Dann wird´s noch schlimmer, dann bin ich auch noch ein Dieb weil ich von den Vorräten genommen hab. Seine Finger krallten sich in den Stoff seiner Hose. Mit zusammengekniffenen Augen schüttelte er den Kopf hin und her. Egal wie - es bleibt nur ein Weg.
Er öffnete die Augen und atmete einmal tief durch, dann stand er auf und ging die Treppe hinauf bevor ihn der Mut wieder verlassen konnte.
Weit musste Alex auf dem Mannschaftsdeck nicht gehen bis er entdeckt wurde.
„Hey! Wer bist du?“ ertönte die Stimme in seinem Rücken.
Sein Herz setzte einen Schlag aus als er sich langsam umdrehte.
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Re: Kapitel 1: Kaperbrief

Beitrag von Thorgrimm am Mi Sep 13 2017, 01:23

Mehr oder weniger interessiert, sah sich Barnabas die Vorgänge an Deck an. Vieles hatte er schon ein Dutzend Mal oder sogar noch öfter gesehen, sodass sich sein Augenmerkt eher auf die neuen Crewmitglieder legte. Allerdings musste er sich bald um die Vorbereitungen für das Essen kümmern und das bedeutete, dass er die Untersuchung der Neulinge wohl oder übel auf einen späteren Zeitpunkt verschieben musste. Wenn er da noch nicht besoffen war. Mal sehen, was der Tag noch mit sich brachte.
Donnerstimme schien bereits die Person gefunden zu haben, die sich um die Kombüse kümmern würde. Statt mit dieser zu ihm zu kommen und ihn kurz vorzustellen, machte sich der grimmige Mann zusammen mit seinem Opfer allerdings in die Tiefen des Schiffes auf. Vermutlich zur Kombüse, dessen letzte, grundlegende Reinigung schon viel zu lange her war. Happen zuckte mit den Schultern und genehmigte sich noch einen ordentlichen Schluck Rum. Sie würden schon früh genug merken, dass der Meisterkoch nicht zuhause war. Vielleicht hatte Donnerstimme ihn übersehen. Schließlich hatte er sich recht weit abseits der Menge gestellt.
Da noch etwas zu tun war und Happen seine neue Putzkraft nicht warten lassen wollte, schwankte er nach einiger Zeit langsam wieder unter Deck. Auf dem Weg kam er an Grimm vorbei, welchen er nur kurz mit einem Erheben seiner gut geleerten Flasche grüßte. Sollte er sich ruhig wundern, wo er herkam. Schnurstracks lief Happen zu seinem Reich und drängte sich sogleich mit einem "Darf ich ma?" an dem jungen Mann vorbei, der noch im Eingang stand. Dass der dabei mit der ganzen Pracht - und auch dem Geruch - vom Meisterkoch in Berührung kam, kümmerte diesen nicht wirklich.
Sogleich setzte sich Barnabas auf einen Stuhl in einer Ecke der Kombüse - welcher dabei leidvoll knarzte - und musterte seinen Diener. Zumindest schien er auf den ersten Blick kein Fischmensch zu sein. Doch eine genauere Untersuchung würde schon bald folgen müssen, um Sicherheit zu gewährleisten. Einen letzten Schluck aus seiner Flasche nehmend, winkte er den jungen Mann an sich heran.
So wie Barnabas da saß, hatte Gusgan einen guten Blick auf ihn. Ein kleiner fetter Mann, der in ein dreckiges Tanktop - welches sich gefährlich über seinen Bauch spannte - und eine Schürze gekleidet war. In der einen Hand hielt Happen eine fast leere Rumflasche, die andere Hand war nicht vorhanden und an ihrer statt befand sich eine große Gabel auf dem Stumpf. Der kahl geschorene Kopf schien fast ohne Hals mit dem Rumpf des Mannes verbunden zu sein. Happen fehlte ein Auge. Auf seinem kahlen Kopf befand sich momentan keine Kochmütze aber zumindest der lange Schnurrbart war vorhanden - weil Happen diesen nicht vergessen konnte. Ein Gurt voller Küchenwerkzeuge spannte sich um seinen fetten Leib.
"Gusgan war dein Name, oder?" Er wartete die Antwort nicht ab. "Na dann mach dich mal an die Arbeit. Siehst ja, gibt genug zu tun." Mit einer langsamen Handbewegung präsentierte er die Kombüse des Schiffes. Vollgestellte Schränke teilten sich den Raum mit zwei Feuerstellen, auf denen dicke Töpfe standen. An den Wänden hingen weitere Schränke, Regale und einige Küchenutensilien wie Messer. Die Ecken waren mit Vorräten zugestellt. Fässer und Säcke voller haltbarem Gemüse. Selbst an dem Kronleuchter, der den Raum erhellte, hing Obst, welches sich in Netzen befand. Alles was irgendwie nach Arbeitsfläche aussah, war von Fett und getrockneten Resten klebrig. Um die Kochstellen herum befanden sich schwarze Flecken von längst verbrannten, übergeschwappten Essensresten. Der Boden war übersäht mit allerlei Unrat, wie Obstschalen oder gammligen Gemüsewürfeln.
"Dahinten gibts Wischzeug." Er zeigte auf einen hohen aber nicht sehr breiten Schrank am Ende der Kombüse. Barnabas machte keine Anstalten sich am Saubermachen zu beteiligen. Stattdessen sah er sich nach einer weiteren Rumflasche um - konnte aber keine finden. Er war sich aber sicher, dass hier mindestens ein halbes Dutzend irgendwo rumstanden mussten. Vielleicht in oder unter den Schränken. "Du kriegst nen Extrapunkt, wenn du mir ne Rumflasche bringst. Hab Brand und muss erstmal auf Touren kommen." Er rülpste, wie um den Worten mehr Nachdruck zu verleihen.

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Re: Kapitel 1: Kaperbrief

Beitrag von Fade am So Sep 17 2017, 16:54

Amit hatte sich mit eindrucksvoller Bewegung rasch in die starken Taue der Takelage des Hauptmastes empor begeben. Auch wenn er die Arbeiten hoch über dem Deck gewohnt war, so fühlte er doch mit jeder Faser, auf einem neuen Schiff zu sein, dessen spezifische Eigenschaften ihm noch fremd waren. Über sich konnte er Eule und Schmitti ausmachen, welche ihm in Sachen Kletterkunst scheinbar um keinen Zoll nachstanden. Gerade von Schmitti erhaschte Amit dabei einen Blick, der Furcht oder Misstrauen widerspiegeln mochte, während der Nordländer den Dunkelhäutigen Riesen scheinbar nur am Rande zur Kenntnis nahm. Die Segel wahren während Donnerstimmes Ansprache bereits gefallen und mit der unteren Rah (Querstange der Segel) vertäut.

Schmitti deutete von der oberen Rah aus mit gestrecktem Arm auf das äußerste Ende der der unteren Rah und ließ ein weiteres Tau hinab, welches der Schakal wohl befestigen sollte.
Von seiner augenblicklichen Position aus, konnte Amit dabei gerade nur einen schmalen Teil des Decks überblicken, auf dem man die verschiedenen Kopftücher und Hüte der Piraten in wirr erscheinender Betriebsamkeit umher wandern sehen konnte. Von hier oben erschien einem das Schiff zumindest nicht besonders groß und das Schwanken des Masts rief auch rasch ins Gedächtnis zurück, dass jeder Fehlgriff hier fatal sein konnte.

Scarlett, welche sich zum Steuermann aufgemacht hatte, musste einem Matrosen ausweichen, der recht rücksichtslos mit ein paar Brettern vor der Brust ihren Weg kreuzte. Als einzigen Kommentar des Mannes schnappte sie eine Art Grunzen auf, ehe sie sich in der raschen Drehung vor der Holztreppe zum Achterdeck wiederfand. Das Seitengeländer, neben dem es Metertief ins endlose Meer hinab ging, erschien ihr beim aufstieg bedenklich niedrig und das Schwanken des in Fahrt befindlichen Schiffes war auch etwas, an das man sich erst einmal gewöhnen musste. Oben stand, wie ein unbewegbarer Turm am Steuerrad, Tallman. Der hünenhafte dunkelhäutige Muskelberg hätte kaum ehrfurchtsgebietender aussehen können, wie er ungerührt vom schwanken des Schiffes und mit der schwarzen Kapuze über seinen Kopf gezogen Starr nach vorne Blickte und das Ruder mit beiden Händen fest im Griff hielt. Zweifellos benötigte dieser Pirat weder Rang noch Namen, um sich Respekt an Bord sicher zu sein und unter der Crew wäre sein Wort womöglich von ähnlichem Gewicht, wie das des Kapitäns, sollten die Meinungen dabei je auseinander geraten.
Nur für einen Moment geriet der Blick des Steuermanns dabei auf die schöne, junge Scarlett, als sie sich ihm näherte. "Der Kapitän wird dich sicher bald sehen wollen." Erschallte die tiefe Stimme des Hünen, welche dem Meeresrauschen und anderen Umgebungsgeräuschen scheinbar Stille befahl, so dass er deutlich zu vernehmen war. "Wir bekommen heute eine Sternenklare Nacht. Du wirst Gelegenheit haben, unseren Kurs genau zu bestimmen." Da Tallman Scarlett bereits garnicht mehr ansah, war es nicht ganz leicht zu interpretieren, ob er nicht vielleicht in fremden Zungen sprach. Sie hatte zumindest schon gehört, dass der seltsame Mann wohl nur selten zu reden pflegte und irgendetwas in seiner Nähe verlieh auch ein recht gespenstisches Gefühl. Eine Vorstellung, wie der Steuermann nachts auf Deck anmuten mochte, wollte man sich in dieser Situation garnicht erst machen.
Bonnys Blick folgte dem großen Mann noch über Deck, wo sie eine kaum weniger skurril anmutende Erscheinung ausmachen konnte. K12 stand am Bug der Sea Scorpion und schien das ganze Treiben an Deck still zu beobachten. Aufgrund des kupferfarbenen Metallhelmes war es unmöglich klar zu sagen, doch Scarlett gewann den Eindruck, dass der Ingenieur des Schiffes sie direkt anstarrte.

Reed hatte noch einige Momente herumgestanden, da ihm nicht direkt bewusst war, welche Tätigkeit man von ihm erwartete, da fühlte er auch schon von hinten eine schwere Hand auf seine Schulter gelegt. "Na du Landratte? Hat Donnerstimme euch Ladys mit der Sea Scorpion vermählt?" Erklang es mit rauchiger Stimme an Reeds Ohr und ein übler Geruch von Alkohol und Tabak zog an seiner Nase vorbei, wie er direkt aus der Tür der schlimmsten Havenspelunke entfahren sein könnte.
Bloodbeard schob sich am angehenden Schiffsjungen vorbei und stapfte auf die Treppe zum Unterdeck zu. "Komm mit, junge. Anpacken! Wir schaffen die Pulverfässer vom Laderraum aufs Kanonendeck, damit sie dort unten keinen Staub ansetzen. Soll ja schließlich keine Vergnügungsfahrt für den nächsten Fetten Händler werden, der unseren Kanonen vor die Mündung kommt." Bloodbeard der Kanonier, schoss es Reed unvermittelt durch den Kopf, als er den gefährlich anmutenden Piraten momente von hinten betrachten konnte und das Augenmerk dabei vielleicht auf den schwerbeladenen Waffengurt und die Hakenhand Protese fiel, welche offenbar im Zeichen der Ingenieurskunst noch ein paar mehr Funktionen verbergen mochte, als es augenscheinlich wurde.


"Du wirkst nicht gerade kräftig, aber wenn du dich anstrengst, wird noch ein richtiger Pirat aus dir, Junge." Sprach Bloodbeard einfach weiter, während er die schmalen Treppen zum Lagerraum voran stieg. "Wir haben mehr als hundert Pulverfässer im Lager, aber keine Sorge die sind weder groß noch schwer. Wird nur etwas Laufarbeit für dich aber daran wirst du dich schon noch..." Die Stimme Bloodbeards riss plötzlich am und Reed hatte keine Möglichkeit zu erkennen, was genau den Pirat vor sich dazu bewogen hatte, de die breiten Schultern den Blick versperrten.
Bloodbeard machte ein paar schritte ins Mannschaftsdeck hinein und zog seine Pistole. "Hey! Wer bist du?" Erklang es in drohend tiefer Tonlage, als der Kanonier dem schlanken Mann vor sich auch schon den Lauf seiner Waffe ins Kreuz drückte.
Ein paar Momente verstrichen, als sich Bloodbeard sicher schien und mit einem Kehligen lachen verkündete. "Da hat sich wohl eine Ratte aufs Schiff geschlichen?! Los! Vorwärts! Mal sehen was der Kapitän mit dir machen wird."
Der Pirat schien Reed für den Moment zu ignorieren und zwang nun Alex unter angelegter Waffe im engen Treppengang hinauf. "RATTE AN BORD!" Rief Bloodbeard nun schallend durch das Innengerippe des Schiffes und die Matrosen hielten in ihren Tätigkeiten inne. Getuschel machte sich breit und auch Amit auf dem Mast konnte wahrnehmen, dass sich etwas auf Deck tat. Die Leute begannen sich zu sammeln.

Donnerstimme vermied aus gemachter Erfahrung, selbst die Kombüse zu betreten und schob Gusgan lediglich unsanft in den kleinen Raum. Es handelte sich vielleicht um eines der ungeklärten Rätsel an Bord der Sea Scorpion, vielleicht war es aber auch Happens ganz spezielles Geheimnis, wie sich so viele verschiedenartige Gerüche von zuckersüß, bis beißend sauer auf so engen Raum zu einer Symphonie vermengen konnten, die einer unvorbereiteten Person unwillkürlich die Tränen in die Augen trieben. Zum Heck hin waren dabei geöffnete Luken, von denen man sich zumindest vorstellen musste, dass sie stetig grünen Dampf hinter das Schiff verteilen mussten. Der Segen, oder das eigentliche Rätsel dabei schien jedoch, dass der sagenhafte Geruchscocktail dabei auf die engen Wände der Kombüse beschränkt blieb und sich nicht wie tödlicher Nebel durch das Schiff fraß.
Auch hier war plötzlich Bloodbeards Ruf zu vernehmen, dass man einen blinden Passagier ergriffen hatte. Grimm war bekannt, dass es nur zwei Möglichkeiten für diese Unglücksraben gab. Integration in die Mannschaft oder Fischfutter.

Auch der Kapitän hatte den unvermittelten Ruf vernommen und trat aus seiner Kajüte, als bereits sein Kanonier mit dem blinden Passagier auftauchte. Black Jacks Blick war düster und grimm, wie man sich einen Teufel im Alptraum vorgestellt hätte und die Dunkelheit unter Deck half nicht dabei, diesen Anblick abzumildern. "Ist heute nicht dein Glückstag du Wurm. Du wirst mehr, als Glück brauchen um den nächsten zu erleben."
Hinter Black Jack schälte sich auch die verführerisch anmutende Blutfüchsin aus der Kapitänskajüte und musterte den jugendlich erscheinenden Alex mit einem lasziven Blick, welcher im glatten Gegensatz zu Black Jacks Erscheinung stand.
Ohne viel Federlesens ging es weiter auf Deck wo Jack sich auf die Brüstung des Achterdecks begab, während Alex, im Halbkreis umringt von einer Meute säbelrasselnder Piraten auf dem Hauptdeck stand und keinen Ausweg sah, als dem Schicksal seinen Lauf zu lassen.

Der Kapitän bedeutete der Mannschaft mit dem Heben eines Armes Ruhe und die Piraten folgten dieser Geste fast augenblicklich. "Nach dem Gesetz der See gehörst du den Haien. Wir sind hier aber alle zivilisierte Leute." Black Jack wartete ab, während ein belustigtes Raunen durch die Mannschaft ging. "Du hast nun Gelegenheit für dich zu sprechen, ehe ich das Urteil fälle und vielleicht bekommst du die Chance, dich dieser Mannschaft als würdig zu erweisen."

Totenstille kehrte ein, während so gut wie alle Blicke an Deck auf Alex gerichtet waren.

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Re: Kapitel 1: Kaperbrief

Beitrag von MaRideSa am So Sep 17 2017, 20:53

Blutdurst glänzte in den Augen des rotbärtigen Mannes, auf dessen Antlitz Alex nur einen kurzen Blick erhaschte, ehe der Kerl ihn mit dem Lauf seiner Pistole die nächste Treppe hinauf stieß.
Ruhig bleiben, mit dem ist nicht zu spaßen. Der knallt mich ab, ohne mit der Wimper zu  zucken.
Während Alex den Niedergang raufkletterte erscholl der Ausruf  „Ratte an Bord“ hinter ihm.
Der freut sich schon auf Unterhaltung. Ich hab schon ne Idee, welcher Irre da oben der Captain ist.
Er blinzelte ins Sonnenlicht, als er durch die Luke an Deck trat. Sein Bewacher packte ihn am Oberarm und schob ihn weiter in Richtung Heck.
Alex blickte sich um, während die Besatzung aus allen Richtungen herbeigeströmt kam. Weder Backbord noch Steuerbord war Land in Sicht.
Schlechte Voraussetzungen um über Bord zu gehen. Etwa 10 Knoten Windgeschwindigkeit bei fast achterlichem Wind. Die derzeitige Wetterlage bringt Südwind, also werden On-Schun und Darabor vor uns liegen, sonst könnte ich zumindest an Backbord Land sehen.
Eine dunkle Stimme riss ihn aus seinen Überlegungen. Aus dem Schatten vor dem Achterkastell schälte sich die unverkennbare Gestalt von Jackson Blackwater.
Dacht ich´s mir doch. Black Jack! Bei dem bekomme ich viele Prisen zu sehen, wenn ich es in die Crew schaffe.
Sein Augenmerk glitt vom Kapitän weiter auf die Frau, die ihm aus der Kajüte gefolgt war. Ihr rotes Haar loderte in der Sonne und umrahmte ihr Gesicht. Ihre Blicke trafen sich. Unter langen Wimpern taxierte sie ihn.
Alex hob das Kinn.
Er war gewarnt.
Der Kaptiän erklomm das Achterdeck und wandte sich an die Mannschaft. Sofort kehrte Ruhe ein. Der schwarze Humor seiner Worte traf den Nerv der Männer. Auch Alex` Mundwinkel zuckten, doch er hatte sich sofort wieder unter Kontrolle. Immerhin war es sein Schicksal, welches hier zur allgemeinen Belustigung diente.
Stille senkte sich über das Deck als Jackson Blackwater geendet hatte. Der Junge ließ den Blick schweifen, wand sich aus dem Griff seines Bewachers und trat vor.
„Black Jack!“ Er sah dem Kapitän direkt in die Augen und straffte sich. „Es ist mir eine Ehre bei euch an Bord gelandet zu sein. Wie ich hörte, seid ihr immer auf der Suche nach einer zuverlässigen Deckshand. Die biete ich euch an. Die Haie im Kielwasser könnt ihr immer noch mit mir füttern, falls ihr zu der Meinung gelangt, ich tauge nichts.“

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Re: Kapitel 1: Kaperbrief

Beitrag von Morth am Di Sep 19 2017, 20:12

Amit ist noch damit beschäftigt gewesen auf die Takelage zu klettern wie ein zu groß geratener breiter Affe als er unter sich eine fremde Gestalt bemerkt.
Neugierig beugte er sich vor während er beiläufig an den Tauen hantierte ehe er den Stoff von seiner Vernarbten Gesichtshälfte zog um besser sehen zu können wer da unten herumschleicht.
Mit einer Hand rieb er sich den Nasenrücken und versuchte so gut sein Kater es zuließ sich daran zu erinnern ob er den Burschen da unten bei der Heuer gesehen hatte. Doch trotz seines Scharfen Blicks verlor er ihn schnell wieder aus den Augen als er im Gewirr der anderen unterging.
Aus den Augenwinkeln nahm er Schmittis Fingerzeig wahr und wandte sich ihm zu um bestätigend und wortlos zu nicken wobei er ihm auch seine Grausige Fratze zeigte, kurz schaute er die beiden fast neidisch an die sich noch wesentlich gewandter in den Tauen bewegen konnten doch forderte Amits massige Gestalt und sein Wohlstandsbäuchlein seinen Tribut, er konnte wohl stolz genug sein es überhaupt so gut hin bekommen zu haben.
Ohne groß weitere zeit zu vergeuden begab er sich hinab wobei Schmitti und eule Amits Gesicht deutlich durch die Bewegungen in den Tauen spühren konnten, wohl war er für eine Arbeit hier oben nicht unbrauchbar aber auch sicher nicht dafür geboren, zumindest bewies er sich als einigermaßen Geschickt darin das  Tau zu befestigen. Worauf er Schmitti nochmals Bestätigend zunickte, dabei Wirkte Schakals blick wohl nicht weniger misstrauisch als Schmittis eigener, oder spiegelte sich nur dessen Misstrauen darin, vielleicht vermutete der Dunkle Riese, dass der Matrose ihn so ansah weil er ihn für seine hässliche Gestalt verurteilte.

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Re: Kapitel 1: Kaperbrief

Beitrag von Fade am So Sep 24 2017, 19:04

Amit konnte klar erkennen dass Schmitti seinem Blick rasch wieder auswich. Ob der Kerl ihn mochte oder nicht, schien er es nicht auf streit mit ihm anzulegen. Die Lage in den Segeln änderte sich, als es laut unter ihnen wurde und sich die Mannschaft um die eine Person vor ihnen versammelte und man den Kapitän Sprechen hören konnte, ohne dass Amit dank der Segel jedoch Sichtkontakt zu Black Jack hatte. Die Matrosen in den Segeln starrten gespannt auf das Schauspiel unter ihnen und verhielten sich ruhig während der Worte des Kapitäns und auch als der blinde Passagier sprach herrschte fast völlige Stille unter den Leuten.
Kapitän Jack ließ sich dabei scheinbar von Alex Worten nicht beeindrucken, oder verriet zumindest seine Mine nichts darüber, was in ihm vorging. Mit strengem Blick starrte er dem Mann scheinbar direkt in die Seele, wie es zumindest für einige den Eindruck machen mochte.
Einige Momente verstrichen nachdem Alex geendet hatte und alle warteten gebannt auf das Urteil. Die Blutfüchsin war dem Kapitän nicht auf das Achterdeck gefolgt und wer aufgepasst hatte, konnte sie überhaupt nicht auf dem Deck der Sea Scorpion ausmachen.

Als gerade leises Getuschel und Geflüster unter den Piraten anfing, hob Jack die Hand, wodurch wieder Ruhe einkehrte. Sein Blick war nach wie vor auf Alex gerichtet und wirkte nicht besonders wohlgesonnen. "Ob du nichts taugst, lässt sich ja leicht feststellen, Kerl." Beendete der Kapitän sein Schweigen und deutete auf den Großmast und auf einen der Piraten aus der Menge, welcher hervortrat. Es gab eine reihe, von Spielen, die zum klären von Streitigkeiten in Frage kamen, doch durch die beiden Gesten schienen die meisten der Piraten schon zu wissen, welches Jack für den Neuling gewählt hatte und ein leises Raunen ging über das Deck. Der Pirat, den Jack ausgesucht hatte, blickte zu Alex, fing an breit zu grinsen und steckte sich ein Messer quer zwischen die Zähne.
"Du hast fünf Sekunden Vorsprung. Wenn du den Ausguck erreichst gehörst du zur Crew. Wenn nicht gehörst du den Haien." Die Finger von Jacks erhobener Hand spreizten sich im schwarzen Handschuh und die Crew wurde wieder lauter und offenbar auch schon vorfreudig auf das kleine Schauspiel. "Fünf!" Hallte es im Chor über das Deck, während der kleine Finger von Black Jacks Hand sich bereits zu senken begann. Der Pirat mit dem Messer wirkte bullig und war sicher größer, kräftiger, aber auch schwerer als Alex. Er schien mit dem Spiel schon vertraut und starrte Alex mit großen Augen an und hob leicht die Brauen, während die breite schimmernde Klinge in seinen weit weniger hellen Zähnen glänzte.1

1:
Alex muss bitte einen Wurf auf sein Klettertalent ablegen. Kurze erläuterungen dazu schreibe ich im Würfelthread

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Re: Kapitel 1: Kaperbrief

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