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Prolog: Vermisst in Boston

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Prolog: Vermisst in Boston

Beitrag von Elodriel am Mo März 06 2017, 15:10

Der fahrerlose Bus, der vom ALI (Autofahrer Leit- und Informationssystem) gesteuert wird hält an einer Haltestelle im obersten Sublevel der Ebene B von Wuppertal. Tiefer wird er nicht fahren und so steigen hier alle aus, die weiter hinab wollen. Unter ihnen ist auch eine Frau mit langen schwarzen Haaren, in denen blaue Strähnen für Highlights sorgen. Ihre schwarz-blaue Kleidung lässt den Schluss zu, dass sie zur Subkultur des Gothic gehört.
Die Frau hält sich nicht lange an der Haltestelle auf. Sie zieht nur den aktuellen Fahrplan des Tages aus einem ARO (Augmented Reality Object), dass wie eine klassische Bushaltestellensäule aussieht. Den Fahrplan öffnet sie durch eine Geste mit der rechten Hand, die dank ihrer Datenbuchse ausreicht, um ihrem Deck mitzuteilen, was sie gerade will. Andere tragen AR-Handschuhe, um dies zu machen, aber das wäre dieser Frau deutlich zu ‘unpersönlich’. Sie hat zwar seit dem Crash 2.0 im Jahre 64 eine Simsinndesorientierung, weshalb sie nicht mehr in die VR kann, aber dank der neuen Wifi-Matrix ist sie deswegen nicht von den Datenströmen getrennt.
Das wäre in diesem Fall auch sehr schlecht gewesen, denn eine reale Säule steht hier schon lange nicht mehr. Viel zu teuer, sie ständig zu reparieren oder ganz zu ersetzen, wenn eine Gang mal wieder Rabatz gemacht hat.
Die dunkel Gekleidete will zu einem Pub auf der zweiten Subebene, der kürzeste Weg führt sie dabei erstmal mit einem Aufzug hinab bis in die dritte Subebene und dann ein Laufband entlang bis sie zu einer Rolltreppe gelangt, die zur 2. Hoch führt.
Auf dem Weg sind überall AROs der verschiedensten Sorten zu sehen. Zum einen hat die Kommunalverwaltung von Wuppertal schon vor einiger Zeit entschieden, dass die Bevölkerung auch unter der Erde Bäume und andere Pflanzen zu sehen bekommen sollen, nur eben virtuelle. Daneben gibt es noch überall Straßenschilder und andere Hinweise, die bei der Orientierung helfen sollen. Immer mal wieder gibt es auch Infoboxen, die einen einen warnen, eine Atemschutzmaske aufzusetzen, weil mal wieder eine Belüftungsanlage defekt ist. Manche dieser Warnhinweise sind schon sehr lange dort und sie kennt sie inzwischen,so dass sie die Maske vor den Mund schiebt, ehe sie das entsprechende ARO sieht.
Und zu guter letzt sind da natürlich die WerbeAROs, die ihr alles mögliche andrehen wollen.
Natürlich ist die Rolltreppe, die sie wieder zur zweiten Subebene bringen soll kaputt und sie muss laufen. Auch nichts Neues.
Ein wenig Abwechslung zum normalen Ablauf gibt es dann aber doch. Ein Typ mit Synthlederklamotten, der gerade auf der Treppe, die normalerweise hinab fahren würde zur dritten Subebene hinab läuft zieht eine Knarre und fordert sie auf, ihm alle Wertsachen zu geben.
Da er keine Ahnung hat, was er tut, ist sie nicht so überrascht, wie sie nun tut, da sie das Icon der Waffe zuvor schon in der AR gesehen hat. Dennoch hebt sie die Hände und fleht ihn an, ihr nichts zu tun. Dabei fuchtelt sie scheinbar panisch mit den Händen. In Wirklichkeit gibt sie Befehle an ihr Cyberdeck, um das PAN (Personal Area Network) des Typen anzugreifen. Sein Kommlink, dass der Master des PANs ist, gehört nicht gerade zu den besten Geräten und das bedeutet vor allem, nicht zu den sichersten. Schnell hat sie seine Firewall überwunden, gerade als er über die Handbänder flankt, um auf ihre Seite zu gelangen und sie dabei anzuschnauzen, dass sie nicht flennen soll.
Da wirft seine Waffe auf ihren Befehl hin das Magazin aus und sie befiehlt seinem Link, ein Musikstück auf voller Lautstärke abzuspielen. Der Möchtegernräuber schaut gerade verdutzt auf seine Waffe, als infernalischer Krach aus seinen Ohrstöpseln ertönt. Geschockt lässt er nun auch nicht die eh Waffe fallen, als er instinktiv die Hände zu den Ohren hebt. Tränen schießen ihm in die Augen und dann spürt er noch zusätzlich einen Schmerz im Bein.
Sein Opfer hat inzwischen ihrerseits eine Waffe gezogen und ihm ins Bein geschossen. Seelenruhig steckt sie ihre Pistole wieder weg, sammelt die seine, sowie das dazugehörige Magazin auf und nimmt auch sein Link an sich. Elektronikteile sollte man nicht an Schwachköpfe vergeuden.
Sodann steigt sie über ihn hinweg und setzt ihren Weg fort.
Oben tauchen gerade zwei Männer in schlecht sitzenden Anzügen auf, der eine blond, der andere rothaarig und beide Gesichter wie Boxer. “Alles in Ordnung?” Die Angesprochene nickt und deutet nach unten. “Der wollte in eurem Gebiet wildern.” Noch ein Grund mehr, den Möchtegernräuber als Schwachkopf anzusehen. Hier im Gebiet der Iren einen Überfall zu begehen ist schon sehr gewagt. Dazu hatte er nun auch noch das Pech, an jemanden geraten zu sein, die einen guten Draht zu dieser Gruppe hat. Was da jetzt in Form von zwei Gorillas in Menschengestalt zu ihm hinab gestiefelt kommt, wird er so schnell nicht vergessen.
Die Dunkelhaarige hält sich nun nicht weiter damit auf, sondern geht weiter, um möglichst schnell zum Pub zu kommen.

Wenn man die AR nicht wahrnehmen kann, ist der Laden eine richtige Enttäuschung. kalte nackte Wände, eine nichtssagende Plastiktheke...simple Stühle. Mit AR-Wahrnehmung sieht es gleich ganz anders aus. Holzvertäfelungen, eine aufwändig geschmückte Theke und schicke Holztische und -stühle. In einer Ecke ist eine virtuelle Pfeifenband zu sehen und zu hören.
Die Frau mit den blauen Strähnen betritt den Schankraum und wird vom Barmann mit einem Nicken begrüßt. “Ein Guinnes, T-Box?” Die Angesprochene nickt und veranlasst die Zahlung per Kommlink, mit dem die SIN verknüpft ist, die sie hier stets nutzt. Das Cyberdeck hat sie neu gestartet, nachdem sie den Räuber hinter sich gelassen hat, um GOD (Grid Overwatch Devision) nicht zu sich zu locken. Die neuen Matrixprotokolle, die vor knapp zwei Jahren eingerichtet worden sind haben dafür gesorgt, dass die so genannten Skriptkiddies, die sich nur die richtigen Programme kaufen mussten, um dann Könige der Matrix zu sein, keine Sonne mehr sehen. Inzwischen muss man wieder selbst was auf dem Kasten haben...aber ein Grund dafür ist eben diese Spezialeinheit des Konzerngerichtshofs namens GOD, der niemand entgehen kann, wenn er erstmal etwas illegales getan hat und dann zu lang in der Matrix bleibt. Daher muss man seine Geräte häufiger mal neu starten. Doch das ist ein vertretbares Übel, wie sie findet, wenn dafür all diese Banausen nicht mehr als Hacker durchgehen. Und wenn sie erst einmal ein Heilmittel für ihre Simsinndesorientierung gefunden hat, dann kann sie ausprobieren, wie schlimm diese neue matrix nun wirklich ist. Dann kann sie vielleicht auch selbst mal wieder aktiv werden.
Doch bis dahin hat sie mit ihrem Job als Schieberin genug zu tun. Deswegen ist sie auch heute hier. Dies ist ein Treffpunkt, an dem Runner und Johnsons an sie herantreten können, die ein persönliches Treffen wollen.
Sie begibt sich in ihre übliche Nische und wartet, dass man ihr das Glas mit dem Bier bringt. Dann schaltet sie einen White-Noise-Generator an und beginnt zu arbeiten, während sie wartet, dass Leute zu ihr kommen.
Sie ist gerade dabei, ihre Nachrichten durchzugehen, als ein ARO vor ihr aufploppt und ein eingehender Videoanruf angezeigt wird. Ihr wird auch angezeigt, wer der Anrufer ist und daher ist sie bereit, auch selbst die Videofunktion zu nutzen. Sie lässt die kleine Flying Eye Drohne aufsteigen, die sie für solche Fälle immer bei sich hat. So ziemlich jeder Rigger, den sie kennt würde gewiss sagen, dass sie die fliegende Kugel nicht zu würdigen weiß, wenn sie sie nur für so etwas nutzt...doch was soll’s? Sie mag nicht gern nach unten zum Kommlink schauen während eines Gesprächs, da sie dadurch beim anderen immer so angezeigt wird, als würde sie den Kopf neigen und das Komlink die ganze Zeit auf Augenhöhe halten ist ihr zu anstrengend. Also nimmt die Kamera der Drohne sie auf und alles ist schick.
Sobald der Anrufer erscheint, grinst sie ihn breit an. “Na du alter Statistikakrobat? Was kann ich für dich tun?” Der Anrufer, ein Ork, der bei den meisten Leuten auf den Namen Odis hört, grinst sie seinerseits an. T-Box, schön, dass du gerade Zeit hast. Ich habe ein kleines Problem und denke, dass du mir da helfen könntest..” Die Schieberin nickt und seufzt. “War ja klar, dass du nicht einfach so anrufst.” Sie zwinkert dem Ork zu und wird sich mal wieder bewusst, wie alt dieser inzwischen geworden ist. Was das angeht, hat die Natur den Orks wirklich mächtig ans Bein gepinkelt. Von dem einst kräftigen Kämpfer ist nur noch eine vage Erinnerung geblieben. Nicht, dass sie ihm irgendwie Paroli bieten könnte, wenn es sein müsste, aber da ist sie ja kein Maßstab. Odis erzählt ihr, was los ist und sie hört ihm aufmerksam zu, macht sich immer mal wieder Notizen in einem der AROs um sie herum. Schließlich nickt sie. “Das sollten wir hinbekommen. Ich werde mich gleich mal daran machen, ein Team zusammen zu stellen. Der Ork lächelt ihr dankbar entgegen und verabschiedet sich von ihr.
Schon ruft sie verschiedene Verbindungsdaten auf, die sie gespeichert hat und beginnt eine Vorauswahl, ehe sie die entsprechenden Leute kontaktiert.
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Re: Prolog: Vermisst in Boston

Beitrag von Ceres am Di März 07 2017, 19:07

Nun gut, es sei dir überlassen!
Zieh diesen Geist von seinem Urquell ab,
Und führ ihn, kannst du ihn erfassen,
Auf deinem Wege mit hinab,
Und steh beschämt, wenn du bekennen mußt:
Ein guter Mensch in seinem dunklen Drange,
Ist sich des rechten Weges wohl bewußt...
Himmel nochmal John! Es ist 5:30 Uhr am frühen Morgen, dein Wecker klingelt in 30 Minuten und du zitierst in deinem Kopf Goethes Faust! Hätte ich diesen Exkurs zu Literaturklassikern im Europa des frühen 21. Jahrhunderts an der Uni damals doch nur nicht belegt!

Verärgert greift er das Kissen unter seinem Kopf und legt es sich mit Nachdruck auf sein Gesicht. Schlafen! Wenigstens noch für 30 Minuten vor sich hin dösen und schlummern!
Völlig zwecklos, dein Puls ist schon viel zu- DAS WEIß ICH SELBST!
Das Kissen fliegt gepfeffert durch den Raum, prallt an einen weißen Holzkleiderschrank und rutscht an diesem zum Boden hinab. Der Pitcher des Morgens sitzt inzwischen aufrecht in seinem Bett, hat das Gesicht in die Hände gelegt und seufzt tief und herzhaft. Das muss aufhören. Biologischer Rhythmus hin oder her. Wenn es wenigstens nur die Gewohnheit wäre, doch diese Nacht hatte ihn der übliche Traum gequält.
Das war nicht rechtens, aber du hast es wieder gut gemacht und es nie wieder getan.
Geisteruschi ist also auch schon wach, na großartig. Entnervt illert er durch seine Finger hindurch, kann aber nichts sehen. Na wenigstens was. Schwungvoll schlägt er seine Bettdecke zurück, erhebt sich und eilt wie jeden Morgen in den Master Bathroom. Naja, nur eben gut eine halbe Stunde zu früh. Er wäscht sich das Gesicht, betrachtet seine Visage im Spiegel. Ja, genau so fühlt er sich aktuell auch...
"Fuck!"
Flucht er und bindet sich 5 Minuten später die Laufschuhe sehr energisch zu. Erstmal Laufen...

Eigentlich ist es ein schöner Tag. Der Himmel ist kaum bewölkt, der Wind schenkt ihm eine angenehm frische Brise und die meisten Nachbarn sind inzwischen mit ihren Plagen und verzogenen Rotzgören zur nächsten High School (oder eine der anderen Irrenanstalten) aufgebrochen. Schweißüberströmt biegt er in seine Straße ein, gehend, das nasse, olivgrüne Shirt klebt an seinem Oberkörper. Zwei Stunden ist er unterwegs gewesen, wie meistens nach so einer Nacht. Etwas weiter weg von seinem Haus gibt es einen Spieplatz für die Jugend. Er ist sich ziemlich sicher, dass er der Einzige ist, der die Klimmzugstange als solche benutzt, aber hey, um diese Uhrzeiten tragen die Teens den Kampf mit ihrer Akne aus und alles Jüngere kommt eh nicht so hoch an die Stange.
Sein Haus sieht aus wie die meisten Häuser. Ein quadratisches Grundstück eingezäunt von einem weißen Holzzaun, Ober- und Unteretage, eine Doppelgarage links vom Haus. Der Rasen ist grün, gepflegt und interessiert ihn nicht. Als er die Tür aufschließt und wieder in seinem Flur steht, kann seine Nase bereits den SoyKaf riechen, welchen die Maschine automatisch um diese Uhrzeit kocht. Auch sein Rührei steht erwartungsgemäß fertig auf der Küchentheke. Soll es doch, das Zeug schmeckt nicht so gut wie es riecht. Erst einmal geht er duschen...

Deine Kinder haben immer noch die ordnungsgemäße Anzahl an Augen und Ohren.
Tippt er auf seinem Kommlink ein und schickt es an Jane. Seine Schwester übertreibt es einfach maßlos mit den ganzen Fotos und Bildern. Gewollt oder nicht, er bekommt fast täglich ein Update über den 'FamilienNewsFeed'. Sie weiß, wie er es meint. Er weiß, dass sie ihm aus Protest noch 5 Fotos mehr schicken wird. Frauen... Dann legt er das Fairlight Caliban mit dem pinken Glitzer-Ballerina-Sticker direkt über der Kameralinse zurück in seine Nachttisch-Schublade. Ein Geschenk von Mary, seiner ältesten Nichte, damit es nicht so langweilig schwarz aussieht. Eine clevere Idee, auch wenn John seiner Nichte keine Bewusstheit unterstellt. Seitdem hatten alle seine Kommlinks Kinder-Sticker auf den Kameras kleben. Das gibt ihm das illusionäre Gefühl weniger beobachtet zu werden, außerdem kann er die Dinger so besser unterscheiden, denn sie sind tatsächlich alle schwarz...

Etwa 10 Minuten später steigt John in seinen Ares Roadmaster. Er trägt einen schwarzen Pullover, darüber den gefütterten Mantel, eine schwarze Cargohose mit extra vielen Beintaschen und auf dem Beifahrersitz ist ein unauffälliger schwarzer Rucksack. Er fährt selbst bis zum Bahnhof von Boston. Sicher könnte er auch GridGuide benutzen, aber er fährt gerne, auch wenn dieser Panzer sicher nicht der klassische Fahrspaß ist. Seine Mirage ist lustiger. Allerdings fährt er jetzt 'auf Arbeit'. In einer der Hosentaschen hat er das Arbeitslink, auch ein Fairlight Caliban, auch schwarz, allerdings mit einem Teddybären-Sticker auf der Kameralinse. Das schien das kleinste Übel an Auswahl zu sein. Mary hatte damals fast nur Sticker mit Glitzer, der Teddybär hatte keinen. Ja, man darf diesen Kindchen-Effekt nicht unterschätzen. Auch er ist an dieser Stelle ein Opfer tellergroßer Kinderaugen geworden. Und was hätte er machen sollen? Wenn Jane sich schon die Mühen gemacht und ihn in seinem neuen Domizil besucht hatte, konnte er die Sticker-Großzügigkeit seiner ältesten Nichte nicht einfach abweisen... Wichtiger als der Sticker ist allerdings, dass dieses Kommlink seine alternative SIN ausstrahlt. John Smith, der Lover von Pocahontas... Kreative Namensgebung war noch nie deine Stärke... John Shepherd, John Smith, John Kennedy... Halt's Maul Ceres! Er nennt sie inzwischen so. Anfänglich wollte er sie komplett ignorieren. Allerdings kann man ignorierte Stimmen in seinem Kopf nicht anschnauzen. Also bekam die Geisteruschi einen Namen. Große Mutter oder Demeter erschienen ihm in diesem Moment als zu lang. Ceres, das war kürzer, das passte inhaltlich und es schmeichelte seinem Unterbewusstsein mehr als: paranoider Unterbewusstseinsanteil.

Der Bahnhof von Boston ist wie meistens zum Bersten voll. John steht an seinem üblichen Kaffee-Stand, nippt ab und zu an seinem SoyKaf und löst währenddessen auf seinem Kommlink ein 'schweres' Sudoku-Rätsel. Er kauft es immer, wenn er hier am Bahnhof als John Smith ist, die Online-Variante einer bürgerlichen Zeitung für das Kommlink, nur wegen der Sudokus. Der Rest interessiert ihn meistens nicht, aber wenn doch, stöbert er auch dort gerne mal rum. Was er hier macht, weiß er nicht so genau. Eigentlich beobachtet er Leute, einfach nur so. Er weiß nicht, ob er es faszinierend finden soll oder traurig. Die meisten scheinen ihre reale Umwelt kaum noch wahrzunehmen. Alle sind sie 'eingestöpselt'. Wenn die Leute nur wüssten, wie lächerlich sie aussehen. Sie wischen imaginäre Screens durch die Gegend, wirken nicht selten wie Leute, die eine Fliege zu verscheuchen versuchen. Sie sitzen wie Könige und Zaren auf den billigsten Stühlen und ahnen nicht, dass ihre Designer-Klamotten gerade den billigstens Tand berührt haben.
Möge eines Tages der Tag kommen, wo eure beschissene Matrix komplett zusammen bricht... Ihr werdet wahrscheinlich nicht einmal alleine auf euer Klo finden...
Er hält nichts von dieser Abhängigkeit. Er glaubt auch nicht, dass all die versprochenen Vorteile keinen Preis haben. Schon seine Ausbilder in der Armee vertraten die Meinung, dass man lernen müsse ohne den ganzen Schnickschnack zu schießen, sich zu verteidigen, zu überleben. Und so hatte er es auch gelernt. Gut, er ist eine Niete im Schießen. Das vermag dann auch der Schickimickkram nur bedingt zu kaschieren... Für die wirklich wichtigen Dinge hat er sein Notizbuch. Ja, ein kleines Büchlein aus Papier und einen Kuli. Kontakte speichert er nie in seinem Kommlink ein, wenn er sie für wichtig hält, kommen sie in dieses Büchlein. Die Kontaktdaten seiner Familie kennt er auswendig, deswegen stehen sie nicht in seinem Buch. Er ist ein Fan des regelmäßigen Verlauf-Löschens. Klar, wer sich richtig auskennt, der findet seine Verläufe auch so, aber für billige Taschendiebe und Amateure, die nur unmittelbar auf den Kommlink gucken können, wären seine Links erschreckend leer und langweilig. Und das auch nur gemäß dem Fall, dass sie seinen 10-stelligen Buchstaben-Zahlen-Code richtig erraten. Auch mit seinem Notizbuch würden die meisten nichts anfangen können. Einträge wie: UZRV oder IYQJEB  und darunter irgendeine Link-Nummer werden die meisten überfordern. Man muss es diesen hirnlosen Zombies nicht unntöig leicht machen...

1-2 Stunden später: John sitzt in seinem Ares, der gerade alleine fährt und die Sehenswürdigkeiten Bostons in einer Rundfahrt abklappert, und überlegt, was er mit dem angefangenem Tag noch so machen könnte. Seitdem er seinen Job los ist, langweilt er sich regelrecht. Und seine alternative Karriere entwickelt sich nur langsam. Das Geld widerum geht bedeutend schneller zur Neige. Wer hilft, dem wird geholfen werden. Ich brauche keine Hilfe, ich brauche einen Job, der mich nicht in den Wahnsinn treibt. Und wer hat dich gefragt?


Zuletzt von Ceres am Mi März 08 2017, 11:33 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Re: Prolog: Vermisst in Boston

Beitrag von Adrian Kane am Mi März 08 2017, 03:29

"Vielleicht sollten wir ueber letzte Nacht reden?" Die Stimme der Frau klingt gelassen als sie ihren Schritt beschleunigt um mit dem Zwerg mitzuhalten. Sie traegt eine leichte, schwarze Sporthose, die dazu passenden Schuhe und ein kurzaermliges weisses Shirt. Der Angesprochene stiefelt schweigend weiter durch das sonnendurchflutete Foyer des Hotels ohne sie eines Blickes zu wuerdigen. Ein kleiderschrankgrosser Troll in einem uebergrossen Hawaiihemd scheint die negativen Schwingungen zu spueren und macht einen grossen Schritt zur Seite als der Rothaarige zielstrebig an ihm vorbeischiesst. "Sowas kann schonmal passieren, gerade in deinem Alter," faehrt sie unbeirrt fort und duckt sich unter den Blaettern einer Palme vorbei, die den Eingang zum naechsten Raum markiert. Als waere er gegen eine unsichtbare Wand gelaufen kommt der Zwerg abrupt zum Stillstand, wirbelt herum und deutet mit dem Zeigefinger auf die Asiatin, die etwas groesser ist als her. Er starrt sie durch seine eng anliegende Sonnenbrille an und oeffnete den Mund. Nur um ihn dann sogleich kopfschuettelnd und abwinkend wieder zu schliessen bevor er erneut Fahrt aufnimmt.

Das Buffet, welches im naechsten Raum aufgebaut ist, haette durchaus eine Horde hungriger Mongolen durchfuettern koennen. Oder zumindest haetten die Mongolen das gedacht, wenn sie damals schon AROs haetten sehen koennen. Von ueberallher stroemen dem geneigten Gast exotische Gerueche entgegen, die unvergleichliche Gaumenfreuden versprechen. Ueber alledem liegt der frische, salzige Geruch des Pazifiks, der sich wie ein gigantischer blauer Teppich unter der grossflaechigen Veranda, die an den Fruehstuecksraum angrenzt, ausbreitet. "Du setzt dich auch zu sehr unter Druck," der Zwerg, weiterhin schweigend, schiebt sich an einem Ork vorbei und beginnt nachdruecklich auf digitalen Truthahnspeck, Ruehrei und Soywuerste zu deuten waehrend Sachiko sich einen Teller mit Fruechten, Cerealien und Meeresfruechten zusammenstellt und weiter auf ihn einredet. Nachdenklich blickte sie an die hohe Decke, die sehr weit entfernt scheint. "Vielleicht kann ich beim naechsten mal was anderes anziehen," sinniert sie weiter in Richtung ihres Begleiters, dessen Kiefer schweigend mahlen als er sich an anderen Gaesten vorbei auf die Veranda begibt.

Der Blick der Schwarzhaaerigen gleitet kurz ueber die Wogen des Ozeans, in einer Zeit, wo zuviele Sinneseindruecke und generell Dinge kuenstlich sind, weiss sie echtes immer mehr zu schaetzen. Ihr Essen kommt. Remo starrt sie ueber seine drei gehaeuften Teller an, oeffnet einmal mehr den Mund und dreht sich dann ueberrascht zur Seite, als sich die Hand eines aelteren Japaners auf seine Schulter legt. Der Kerl ist braungebrannt und athletisch gebaut, selbst die paar Falten und grauen Haare stehen ihm gut. "Ich kam nicht umhin ihr Gespraech zu ueberhoeren. Meine Frau und ich haben das auch durchgemacht." Er deutet auf eine gut gekleidete Orkin am groesseren Tisch nebenan. "Da gibt es diesen Paartherapeuten in Tokyo, der sich auf gemischte Rassenbeziehungen spezialisiert hat. Guter Mann, hat wieder 'Leben' in unsere Beziehung gebracht wenn sie verstehen was ich meine," er zwinkert ihm zu und unterstreicht die Geste mit einem Schulterklopfen. Dann nennt er die Adresse und verabschiedet sich.

Irgendwo im Hintergrund faengt eine Band an zu spielen. Leise, unaufdringliche Toene dringen an die Ohren des Zwerges, der dem Mann immer noch unglaeubig hinterherstarrt. Stirnrunzelnd schiebt sich die Japanerin ein Stueck Melone in den Mund. "Paartherapeut? Wie kommt er denn darauf?" Fragt sie unschuldig kauend und haelt sich dann in Erinnerung ihrer Tischmanieren die Hand vor den Mund. Remo kratzt sich langsam und ausfuehrlich mit der flachen Hand an der Stirn, ganz so als ob ein sehr grosses Gewicht auf seinen Zwergenschultern lasten wuerde. "Ja. Wie nur?" Grummelt er sarkastisch in ihre Richtung zurueck und blickt nochmal hinueber an den anderen Tisch. Zwei weitere Paare haben sich dazugesellt, der Mann redet und deutet gelegentlich auf ihn, ein anderer Kerl nickt ihm wissend zu. Wunderbar. Wortlos schiebt Remo sich Ruehrei in den Mund. "Viele Multiplayerspiele in der Matrix sind auf juengeres Publikum zugeschnitten, da kann man schonmal einen Charakter verlieren wenn man die halbe Nacht spielt," sie pickt mit den Essstaebchen ein weiteres Stueck Frucht auf. "Und vielleicht war meine Ausruestung wirklich schlecht gewaehlt," der dritte Mann am Tisch, ein Ork in weissem Anzug, lacht laut dann gibt er dem Zwerg einen Daumen nach oben. Mehr Ruehrei verschwindet in hoher Geschwindigkeit von seinem Teller waehrend die Knoechel seiner Finger, die die Gabel umschlossen halten, weiss unter der Haut hervortreten. Sachiko, voellig in das Thema vertieft, redet derweil munter weiter. Einmal mehr ruft er sich in Erinnerung, dass sie hier im Urlaub sind. Zur Entspannung. Keine Auftraege. Kein Anrufe. Von Niemandem. Erneut wird am Tisch nebenan gelacht. Still leidend schaufelt der Zwerg mehr Ei in sich hinein.

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Re: Prolog: Vermisst in Boston

Beitrag von Kitty am Do März 09 2017, 14:40

Kittys Suche nach den Mördern ihres Gefährten hat sie nach Boston geführt. Die Schieberin Zira hat ihr einen Kontakt zu einem ansässigen Hexenthing ermöglich und heute Abend hat sie eine Verabredung im aktuellsten Club von Bostons Innenstadt.

Ein Taxi bringt die Elfe vor den Eingang der Club-Meile. Seattels Club-Meile war ja schon beeindruckend, aber was Kitty hier dargeboten bekommt verschlug ihr die Sprache. Jede kahle Mauer ist mit AR-Werbung für jede erdenkliche Phantasie eines Menschen und Metas übersät. Der Gehweg ist überfüllt mit Nachtschwärmern. Die Musik aus den verschiedenen Clubs vermischt sich mit dem Stimmengewirr und hinterlässt ein Sausen in den Ohren. Die Stimmung ist hauptsächlich entspannt, hier und da versucht ein Betrunkener Ärger zu machen, aber die KnightArrent hat alles im Griff.

Der Club ist schnell gefunden und auch ihr Kontakt. Eine hochgewachsene Menschenfrau mit grellgrüner Kurzhaarfrisur, erwartet sie mit fröhlichem Lächeln und offenen Armen, die Kitty umarmen. „Ich freue mich dich kennen zu lernen, Schwester! Mein Name ist Maze.“ Begrüßt die, mit nicht mehr als einer Shorts aus sexy Spitze und einem Pailletten-BH bekleidete, Hexe. Kitty gefällt das ganze Spiel und spielt mit. Sie spürt schon jetzt eine magische Energie, die sich wie ein Bitzeln über die Haut legt.
Die beiden Damen werden vom Türsteher durch die Nebentür zum Haupteingang eingelassen und nach einem kurzen Drink an der Bar geht es auf die Tanzfläche. Schon bald kommen weitere Hexen hinzu und die ganze Atmosphäre im Club wurde nun durch sie bestimmt. So tanzen sie die ganze Nacht.

Ein dunkler Hinterhof in Boston. Neben überfüllten Müllcontainern und Unrat des üblichen Straßengetiers eine unscheinbare Tür. Es ist vier Uhr in der Früh. Schritte hoher Absätze sind zu hören, die durch den schmalen Zugang zum Hinterhof hallen. Die Person, zu der diese Schritte gehören ist in einem kurzen Hauch von glitzerndem Stoff gekleidet, die braunen kurzen Haare nach der neusten Mode gestylt. Sie wankt ein wenig, bevor sie dann zielsicher die Tür ansteuert und sie öffnet. Die Tür rastet wieder in ihr Schloss ein und flinke Hände verschließen die zusätzlich angebrachten Mag-Schlösser. Die Schuhe fliegen im hohen Bogen in irgendeine Ecke, der Hauch von Glitzer landet unachtsam auf dem Boden. Nach so einer durchgetanzten Nach war das Bett, das einzige was die Person noch auf ihrer Haut spüren wollte. Den sanften Satin, der sich um ihre nackten langen Beine schmiegt und das weiche saubere Kopfkissen, das sie in ihr Traumland schicken würde. Zu ihm!

Gefühlt hat sie gerade erst die Augen geschlossen und ist im Traum in die Arme ihres Gefährten gesunken, da summt penetrant und nervend das Telekom. Den Bildschirm lässt sie aus. Aus gewohnter Vorsicht und auch weil sie absolut nicht vorzeigbar ist.

„Ja bitte?“ Ihre Stimme klingt frisch und ausgeruht.

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Re: Prolog: Vermisst in Boston

Beitrag von Thorgrimm am Fr März 10 2017, 06:18

Mit festen Schritten nähert sich Laura der Holztür eines heruntergekommenen Gebäudes. Auf dem Weg dorthin tritt sie immer wieder in Unrat und Müll, der einfach so in der kleinen Gasse herumliegt. Die Orkin ist schon lange nicht mehr hier gewesen aber die Geschäfte sind in letzter Zeit nicht so gut gelaufen und sie wollte ungerne mit leeren Händen herkommen. Jetzt hält sie zumindest zwei Tüten in ihrer verchromten Hand und sie ist sicher, dass der Inhalt Freude machen wird. Sie tritt an die Tür heran und klopft feste. Kurz darauf ertönt die zögerliche, ja fast ängstliche Stimme eines Mannes. "Wer ist da?" Ein Lächeln breitet sich auf ihrem Gesicht auf, als sie antwortet. "Ich bins, Laura. Mach auf." Der Mann hinter der Tür wirkt etwas ungläubig. "Laura?" fragt er aber öffnet schließlich die Tür.
Vor Laura steht ein weiterer Ork. Sie kennt ihn gut, denn er ist ein Bruder von ihr. Einer von vielen. Doch er ist ihr Lieblingsbruder. Ein guter Ork, der trotz der schlechten Lebensumstände nicht abgerutscht ist und für seine Familie da ist. Ein guter Vater. Das Lächeln auf ihrem Gesicht gefriert, als sie ihn genauer betrachtet. Überall kann sie blaue Flecken, Blutergüsse und verkrustete Wunden sehen. Sie verzieht das Gesicht, spricht das Thema aber noch nicht an. "Dich hab ich ja schon lange nicht mehr gesehen. Wie lange ists her? Ein halbes Jahr?" Paul ist offensichtlich nervös aber geht schließlich aus der Tür, um Laura Platz zu machen. "8 Monate oder so." meint sie nur und geht in die billig eingerichtete Wohnung. Kaum hat sie ein paar Schritte hineingetan, kommen auch schon ihre Neffen und Nichten angerannt. Sie beugt sich zu ihnen herunter und umarmt sie. "Hab euch was mitgebracht." verrät sie und leert eine der Tüten, in denen sich Spielzeuge befinden. "Boah! Danke!" rufen die Kinder und stürzen sich daraufhin auf die neuen Sachen.
Kurze Zeit später sitzt Laura mit ihrem Bruder Paul am Tisch, während die Kinder mit den neuen Spielsachen spielen. "Hier, hab dir auch was mitgebracht." Mit diesen Worten öffnet sie die zweite Tüte, die zwei Soykaf und irgendeinen synthetischen Fraß enthält, den sie kurz vorher beim nächsten Imbiss gekauft hat. Schweigend essen und trinken sie aber Laura hält es nicht länger aus. "Wer wars?" fragt sie deshalb frei heraus. Paul zögert und antwortet nicht. "Gabe? Olaf?" Sie arbeitet eine Liste von Namen ab und wartet auf eine entsprechende Reaktion. Auch wenn ihr Bruder weiter schweigt, erschreckt er leicht, als sie den Namen Jacob nennt. "Wieso?" Paul zögert weiterhin aber er weiß, dass er nicht um eine Antwort herumkommt. "Konnte die Miete wieder nicht zahlen." Laura hat genug gehört und steht auf. "War schön dich wiederzusehen. Grüß alle mal von mir." Sie wirft im Vorbeigehen einen kleinen Umschlag auf den Tisch und geht auf den Ausgang zu. "Du musst das nicht tun." ruft ihr Paul hinterher. Ein letztes Mal dreht sie sich um. "Ich weiß."
Laura schwingt sich auf ihre Harley-Davidson-Scorpion und macht sich zu ihrem neuen Ziel auf. Kurze Zeit später erreicht sie eine dunkle Spelunke im gleichen Stadtteil. Sie kennt Jacob noch von früher und weiß wo er sich aufhält. Keine Sekunde zögert sie, als sie die Türen zu der Kneipe aufschlägt und sich im Raum umsieht. Der Mann sitzt auf einem Hocker an der Bar und ist in ein Gespräch mit einer Frau vertieft. Gehört hat er sie scheinbar nicht. Laura ist das egal und geht geradewegs auf ihn zu. Sie tritt hinter ihn und bevor dieser sich auch nur zum Neuankömmling umdrehen kann, greift sie nach seinem Kopf und schmettert diesen mit aller Kraft auf die Bar. Einmal. Dann ein weiteres Mal. Der Mann hat gar keine Chance sich zu wehren und ehe er sich versieht, wird er von der wütenden Orkin an den Schultern gepackt und auf den Boden geschleudert. Die weibliche Begleitung Jacobs hat sich längst verabschiedet. Mit einem heftigen Tritt befördert Laura ihr Opfer über den Boden, bis er auf einen weiteren Hocker trifft und schwer atmend und blutend liegen bleibt.
"Wenne meiner Familie noch einmal nen Haar krümmst, bisse tot." Sie hebt den Mann an, schlägt ihm in den Magen und wirft ihn daraufhin in Richtung der Eingangstür. Dann setzt sich Laura an die Bar und sieht den Wirt herausfordernd an. "Gib mir'n Bier."

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Re: Prolog: Vermisst in Boston

Beitrag von Elodriel am So März 12 2017, 19:51

Die Vorstellung, in diesem Urlaubsresort keine Anrufe zu bekommen, wird von dem kaltherzigen Fakt zerstört, dass das Kommlink von Remo ihm während des Frühstücks eben doch einen Anruf anzeigt. Aber allein, dass ihm der Anruf angezeigt wird, macht bereits deutlich, dass es sich hier um eine große Ausnahme handelt, immerhin aht er eingestellt, dass mit wenigen Ausnahmen Anrufe nicht durchgestellt werden sollen, sondern die Anrufer mit seiner charmanten AnrufbeantworterAssistentin Bekanntschaft machen sollen.
Doch laut ARO meldet sich da eine alte Bekannte, deren nummer er tatsächlich nicht geblockt hat. Wenn er den Anruf annimmt, taucht in dem ARO eine Videoübertragung von Tinkerbox selbst, keine Übertragung einer Persona, auf. Breit grinst sie ihm entgegen. "Nach schau an, der Herr Remo. Ist da ein gutes Programm am Laufen, dass deinen Standort verschleiert? Oder bist du tatsächlich in einem Ferienresort für gemischtrassige Paare? Der Werbetext klingt ja wunderbar...damit Gleichgesinnte aufeinander treffen. Könnte man auch als Swingerclub verstehen." Sie lacht auf und schüttelt dann den Kopf. Und nach allem, was ich so weiß, lese ich da den Subtext, dass diese Paare schön von den 'Normalen' getrennt sein sollen...aber egal...muss ich etwas wissen? Bin ich nicht zur Hochzeit eingeladen worden?" Sie sieht ihn mit tadelndem Blick an.
...
Nachdem sie seine Erklärung dafür erhalten hat, witzelt sie noch ein wenig mit ihm herum, ehe sie dann zum eigentlichen Grund ihres Anrufs kommt. "Es kann zwar vermutlich nicht mit der Bezahlung mithalten, die du da von deinem neuen Meister erhälst, aber könntest du dir vorstellen, einen Job anzunehmen zur Zeit? Der Auftraggeber wäre unser alter Kumpel Odis." Erwartungsvoll sieht sie ihn an.

Im ARO bei Kitty wird blauer Feenstaub versprüht, sobald sie den Anruf entgegen genommen hat und dann taucht die Persona von Tinkerbox auf. Eine Fee in knappen blauen Kleidchen mit neongrünen Haaren. "Hoi Kitty." Nachdem die Katzenhexe damals einfach so verschwunden sit, konnte die Deckerin es nicht auf sich beruhen lassen und hat eine Weile versucht, Kitty wieder zu finden. Irgendwann sit es gelungen, sie hat erfahren, was der Grund war und als sie selbst ins Schiebergeschäft eingestiegen ist, hat sie Kitty einfach in ihre Kontaktliste aufgenommen und ab und an Jobs vermittelt, wenn es was in den UCAS zu tun gab und ihrerseits manchmal Informationen an die Elfe verkauft. Auch diesmal meldet sie sich wegen eines Jobs.
Hier macht sie keine all zu großen Umschweife. "Eigentlich habe ich erwartet, dass du in Seattle bist, aber wenn mein Agentenprogramm recht hat, bist du in Boston? Das trifft sich ja bestens, ich wollte dich nämlich fragen, ob dir eine Reise dorthin passen würde. Erinnerst du dich an Odis? Der alte Hauer hätte einen kleinen Job zu vergeben. Kann nicht so viel zahlen, wie ein Konzern, aber es geht um Odis, da wärst du doch bestimmt zu einem Entgegenkommen bereit, oder?"

Während John sich im Bahnhof umschaut und seinen abfälligen Gedanken über die Matrixnutzer nachhängt, meldet sich sein Kommlink. Da er keinerlei Hilfsmittel hat, um anders damit zu interagieren, muss er sich ansehen, was auf dem Display erscheint. Die Nummer darauf sagt vermutlich erstmal nicht viel, dafür ist sie zu lang. Aber sollte er den Anruf nicht entgegen nehmen wollen, ehe er weiß, wer da ist, so bringt ein geübter Blick in sein Notizbuch ihm die Information, dass es sich um die Schieberin Tinkerbox handelt, die ihm von einem alten Kollegen vermittelt wurde, der inzwischen bei der MET 2000 in den ADL aktiv ist.
Wenn er abnimmt, taucht auf dem Display des Kommlinks erst blauer Feenstaub auf, ehe eine zierliche Fee mit knappen blauen Kleidchen und neongrünen Haaren erscheint er hat noch nie das wirkliche Gesicht dieser Frau gesehen, wenn es denn überhaupt eine Frau ist. "Hoi Doe, schön, dass du gerade Zeit zu haben scheinst. Du suchst doch nach einer Möglichkeit, dir einen Namen zu machen, richtig? Ich hätte einen kleinen Auftrag für dich. Nicht sonderlich kompliziert, angemessene Bezahlung und die Möglichkeit, etwas bei KE gut zu haben, wenn alles gut läuft." Sie wartet ab, wie er reagiert.

Lockdowns Kommlink meldet sich, während sie gerade ihr Bier erhält. Da sie momentan keine Sichthilfe mit Bildverbindung trägt, wird ihr nicht angezeigt, wer da anruft, aber die Audioverbindung ihrer Cyberohren übernimmt das, indem zum einen ein freundlicher Klingelton zu hören ist und die freundliche Stimme des Assistentensystems des Links ankündigt, dass es sich um einen Anruf von einem gespeicherten Kontakt namens Odis handelt.
Der Barkeeper hat sich recht shcnell wieder von ihr entfernt, nachdem er ihr das Bier hingestellt hat. Gerade hat er wohl keine Lust, auszuprobieren, ob sie immer noch geladen ist. Er ist begeisterter Urban-Brawl-Fan und er weiß, zu was sie in der Lage ist.
Daher ist um sie herum gerade genug Raum, dass man von einer großzügigen Privatsphäre sprechen kann. Um Mithören noch weiter zu erschweren, kann sie das subvokale Kehlkopfmikrofon ihres Microtransceivers nutzen, um das Telefonat zu führen.
Sobald sie abnimmt und sich meldet, kann sie die Stimme von Odis vernehmen. "Hoi Laura, ich bins Odis." Dass sie das bereits weiß, ist ihm natürlich bewusst, aber er will ihr auch gleich die Gewissheit geben, dass sich nicht irgendwer sonst sein Link geschnappt hat. "Nach ihrer Begrüßung spricht er sofort weiter. [b]"HAben sie deine Suspendierung noch nicht aufgehoben? Ich habe zumindest nichts davon gehört. So ein Scheiß. Zur Zeit haben dreiundsiebzig Prozent aller Sportler mit Bodytech Probleme, aber vor allem wegen dieses elenden KFS-Virus. Sei froh, dass du zumindest nicht den Mist abbekommen hast. Aber das ist natürlich nicht alles, weswegen ich anrufe. Du suchst doch nach einer Möglichkeit, an Geld zu kommen, richtig? Ich hätte da einen kleinen Job. Ich kann dir nicht so viel zahlen, wie der Club es konnte, aber es wäre ein Anfang. Mir wäre zwar lieber gewesen, wenn du auf diese Art von Jobs nicht umschwenkst, sondern beim Sport hättest bleiben können, aber man kann leder nicht alles haben, nicht wahr? Und der Job sollte auch nicht all zu riskant für dein offizielles Leben sein. Wenn alles gut klappt, hast du am Ende vielleicht sogar was bei KE gut. Es geht darum, eine verschwundene Person wieder zu finden. Eine gute Bekannte von mir stellt das restliche Team zusammen, aber ich würde dich auch gern dabei haben. Allein schon, weil du dich in Boston gut auskennst, vor allem in den eher unteren Ebenen der Gesellschaft. Wenn du zusagst, würde ich meiner Bekannten bescheid geben, damit sie dich mit einbezieht."
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Re: Prolog: Vermisst in Boston

Beitrag von Kitty am Do März 16 2017, 16:00

Als Kitty die Stimme von T-Box hört ist sie hellwach. Denn bis jetzt hat die Spur nach Boston, außer einigen tollen Partynächten, nicht viel preisgegeben. Vielleicht wird dieser Anruf das ja ändern. „Hoi, T-Box.“ Grüßt sie die Matrix-Fee. Kitty rollt sich aus dem Bett und landet geschmeidig auf allen Vieren neben dem Nachttisch auf dem ihr Kommlink liegt. Sie greift danach und bewundert kurz die perfekte Erscheinung der Fee. Dann huscht Kitty ins Badezimmer. „So ka, dein Agent hat Recht. Was für eine schlaue Fee.“ Kicherte die Katze, im Bad landet das Kommlink in einer dafür vorgesehenen Halterung und Kitty entfernt ihr Makeup und begibt sich dann unter die Dusche.

Auf die Frage von TBox antwortet Kitty erst einmal nicht, sie kann nicht denken, wenn sie dreckig ist. Tinkerbox wartet geduldig. Würde sie, die eigenwillige Katzenhexe nicht kennen, hätte sie dieses Verhalten wahrscheinlich als unverschämt empfunden, aber so lässt sie die Runnerin gewähren.

Der Wasserhahn wird aufgedreht und nach etwa drei Minuten wieder zugedreht. Ein Seufzer ist zu hören. „Für mehr ist keine Zeit meine Liebe.“ Murmelt Kitty zu sich selbst. Dann entsteigt sie der Dusche, schnappt sich Handtuch und Kommlink und geht zurück ins Schlafzimmer. Dort steht eine Kommode, die ihre wenigen, aber fein säuberlich zusammengelegte Kleidung beherbergt. Wer auf der Jagd ist, reist mit wenig Gepäck. Sie zieht ihre Panzerkleidung an und greift nach ihrem Rucksack, der neben der Kommode steht. „Natürlich erinnere ich mich an Odis, den alten Hauer.“ Sie denkt kurz an den Run zurück, bei dem sich die Elfe und der Ork kennengelernt hatten. Er hatte sie damals für eine Nacht aufgenommen. „Bin ihm noch was schuldig. Was hat er für ein Problem?“
Während Tinkerbox Kitty ins Bild setzt, packt diese schon alles nötige, was sie für einen solchen Run als nötig erachtet in den Rucksack.


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Re: Prolog: Vermisst in Boston

Beitrag von Adrian Kane am Do März 16 2017, 17:59

Etwas von dem Ruehrei verirrt sich in seine Luftroehre. Er hustet und raeuspert sich ein paar Mal. Dann laesst er seinen Blick durch die Gegend schweifen. Jetzt wo er so drueber nachdenkt sieht er tatsaechlich viele gemischtrassige Paare. Eigentlich fast nur. Nein, *nur* solche Paare. Remo erinnert sich dunkel an das Gespraech zurueck. Sachiko hatte ihm ein paar Prospekte zeigen wollen, nachdem sie ihn in einer Tour mit Urlaub genervt hatte. "Mir egal," oder sowas in der Art hatte er geantwortet. Und jetzt ist er hier. In einem verdammten Turteltaeubchen-Resort. Ein weiteres Opfer von 'Lass-die-Frau-mal-machen'. Er, ein Zwerg. Sein Blick faellt auf den halb ausgetrunkenen, echten Kaffee. Zu schade, dass er die Trinkerei schon vor einiger Zeit zurueckgeschraubt hat, denn jetzt kann er definitiv einen Schluck brauchen. "Wart mal grad", er schiebt die Deckerin in die Warteschleife wo sie prompt von einem interaktiven Anime-Girl angeflirtet wird, das wie eine griechische Goettin gekleidet ist.

Sicher, die Zeichen waren da gewesen, aber er hat sie nicht gesehen oder nicht sehen wollen. Und dann sind da noch diese "Extras" in und am Bett. "Wo hast du mich hier hingeschleppt?" Verlangt er von der Asiatin zu wissen. Ihre Augen verengen sich um circa einen halben Millimeter. "Wir haben gesagt keine Anrufe," antwortet sie kuehl auf Japanisch. Ihre Hand zittert leicht als sie nach dem Glas Saft greift. Sie nimmt einen Schluck, rueckt sich die Brille zurecht, welche sich um Licht der Sonne etwas dunkler verfaerbt hat. Ihre Augen schliessen sich mehrere Herzschlaege lang. Ein warme Brise weht vom Meer hinueber und spielt mit ihren Haaren. Der rothaarige Zwerg findet, dass das ausserordentlich gut aussieht. Er ruft sich innerlich zur Ordnung, nicht ablenken lassen. Dennoch halten seine Cyberaugen den Moment fest. Danke, Technik. Schliesslich raeuspert sie sich. Deine Worte waren: "Ich will ans Meer, gutes Essen und meine Ruhe von irgendwelchen Norm-Rassisten," der nachaeffende Unterton entgeht Remo nicht. Er denkt kurz nach. Die Worte klingen irgendwie vertraut. Ein resignierendes Murren entfleucht seiner Kehle. Er weiss es besser als mit ihr rumzudiskutieren. Zumindest was diese Dinge angeht.

Stattdessen holt er TBox wieder. Die Schieb-Deckerin hat sich ueber die Jahre ja ganz gut gehalten. "Das kommt davon wenn man(n) sich nicht aktiv genug an der Urlaubsplanung beteiligt." Er verzieht kurz das Gesicht. "Erinnert mich an diesen alten Witz wo alle Maenner und Frauen in den Himmel kommen...", nachdem er den zum Besten gegeben hat faehrt er fort. "Keine Sorge. Wenn es diesbezueglich mal irgendwas zu feiern gibt, stehst du oben auf der Gaesteliste," er verdraengt den Gedanken schnell wieder. Sich ewig zu binden kommt ihm immer ziemlich unzwergisch vor. "Wie dem auch sei, wie gehts dir? Was macht die Simsinn...Dingens, orientierung? Weisst schon." Quasi Dreisprachig zu sein stellt das Hirn oft vor Probleme, besonders wenn es um Fachausdruecke geht. Er ist nur froh, dass er an dem Tag nicht in der Matrix war. Die Beiden Palavern noch ein wenig rum, bis T auf den Punkt kommt.

"Odis?" Er greift nach der Tasse und leert die braune Bruehe. Milch, kein Zucker. Innerlich spuert er das Verlangen nach einer Kippe aufkommen. Verdammte Nichtraucherzonen ueberall. Er hat den alten Statisker schon lang nicht mehr gesehen. "Gut zu hoeren, dass er noch unter den Lebenden weilt," er untermauert die Aussage mit einem kurzen Nicken. "Fuer den alten Ork. Vielleicht. Kommt drauf an um was es geht. Du weisst ich kann nichts machen, was den Interessen einer bestimmten Partei zuwieder laeuft", entschuldigend zuckt er mit den Schultern. Ein Raeuspern klingt vom anderen Ende des Tisches an sein Ohr. "Und ah..., was auch immer es ist, meine bezaubernde...*Assistentin* wird mich begleiten muessen. Du weisst ja wies is, jemand muss die Drohnen polieren, die Klamotten waschen und so weiter," er grinst als er den kalten Blick seiner Begleiterin auf sich ruhen fuehlt.

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Re: Prolog: Vermisst in Boston

Beitrag von Ceres am Sa März 18 2017, 19:11

Gerade als er eine weitere Zahl auf seinem Sudoku eintippen will, wird die Anzeige für das Rätsel minimiert und ein Anruf poppt in den Vordergrund. Eine seiner Augenbrauen wandert verwundert nach oben, während er die Nummer genauer mustert. Hatte er diesen Mittelteil nicht schon einmal gesehen? Einer Ahnung folgend schlägt John in seinem Notizbuch nach und wird schließlich unter dem Eintrag UZRV fündig. Ah, T-Box... eine Schieberin, wenn ich mich recht entsinne... Er nimmt den Anruf an. Was ist das denn für eine augenkrebsverursachende Animation?... Wenig begeistert guckt er auf die Persona-Fee. Erwarten die Leute wirklich, dass man sie mit so etwas ernst nimmt? Während die Persona spricht, stützt John seinen Kopf mit einer Hand ab und hält sich dabei in Eigenzensur etwas den Mund zu. Da der Teddybärensticker immer noch auf der Kamera klebt, kann T-Box nichts weiter als einen schwarzen Bildschirm sehen. Eine Persona scheint Doe nicht eingerichtet zu haben. Von einem anfänglichen Kehllaut einmal abgesehen, der seine Anwesenheit und ein Hallo signalisieren soll, sagt Doe nichts. Als die Schieberin endet, erwidert eine raue, tiefe und männliche Stimme: "Plan mich ein. Details folgen noch?" Er antwortet in Englisch. Soweit er weiß, können diese Persona eh übersetzen, wenn es Not tut. Außerdem spricht ihn die Persona in fließendem Programmier-Englisch an. Er hätte beim besten Willen nicht sagen können, ob diese T-Box Russin, Deutsche, Hindi oder Amerikanerin ist. Oder eine Frau, wenn man schon mal in diese Richtung denkt. Er selbst geht von einer Frau aus. Das mutmaßt er, allerdings auch nur, weil es seiner Meinung nach primär eine Angewohnheit der Frauen ist, sich in wortreichen Beiträgen am Kommlink zu melden. Sicherlich, er ist weder ein großer Frauenkenner, noch ein Frauenversteher, aber das ist eine andere Geschichte... Er wartet auf die Reaktion der kleinen Glitzer-Fee.
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Re: Prolog: Vermisst in Boston

Beitrag von Thorgrimm am Mo März 20 2017, 03:33

Während Laura ihr Bier trinkt, beginnt sie sich langsam etwas abzuregen. Sobald es um ihre Familie geht, kann sie wirklich ungemütlich werden - mehr als sonst noch. Der Wirt hat Glück gehabt, dass sie nicht einen seiner Hocker zum Schlagen missbraucht hat. Wenn er ganz lieb fragt, bekommt er vielleicht ein Autogramm als Entschädigung für das ganze Chaos. Doch das muss noch warten, denn ihr Kommlink macht sich bemerkbar. Mit einiger Freude und Interesse vernimmt sie, dass es sich um Odis handelt. Für ihn hat sie eigentlich immer Zeit, weshalb sie ihr Kehlkopfmikrofon zur Sicherheit aktiviert und den Anruf annimmt.
"Hoi Odis." begrüßt sie den Ork. "Nein, die Wichser haben mich immer noch beurlaubt. Glaub nich, dass die mich nochma aufnehmen." Sie seufzt leicht. "Wir können uns keine Niederlage erlaubn, wenn wir unsere Sponsoren nicht verlieren wollen. Bin ein zu großes Risiko." Sie lässt das Thema aber schließlich fallen, als der Ork anfängt, über einen neuen Job zu sprechen. Sie kann das Geld gut gebrauchen. Nicht nur, weil sie momentan nicht mehr beim Urbanbrawl mitmachen kann, sondern auch für ihre Familie. Paul und die anderen brauchen das Geld mindestens genauso nötig wie sie selbst und Orks müssen zusammenhalten. Sie haben niemand anderen als ihre Familie. Außerdem scheint er Job recht einfach zu sein. Eine verschwundene Person zu finden war zwar nicht ihr Spezialgebiet aber was solls.
"Ich brauch das Geld und der Job hört sich nich schwer an. Sag deiner Bekannten ruhig ma Bescheid. Solang das Team nich aus Schwachsinnigen besteht, bin ich dabei." Sie trinkt ihr Bier aus, bezahlt und macht sich auf den Weg zu ihrer Harley-Davidson. Einiges muss noch erledigt werden, bevor sie sich auf einen Run einlässt.

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Re: Prolog: Vermisst in Boston

Beitrag von Elodriel am Fr März 24 2017, 23:17

Ein lang gedehntes Seufzen ist die Antwort der Schieberin auf die Ankündigung, dass Remo nicht allein kommen wird. "Naja, bevor mir der Kopf abgeschnitten wird, weil ich darauf bestehe. Dann bring die Damen eben mit. Und nach allem, was ich weiß, müsst ihr euch da auch keine Sorgen machen, euren Puppenspielern auf die Füße zu treten." Sie streckt ihm die Zunge raus, ehe sie weiter spricht. "Einer von Odis' Schützlinge hat einen Studienplatz an der altehrwürdigen Harvard University in den UCAS bekommen und studiert dort fleißig. Jedenfalls bis er vor kurzem verschwunden ist. Nun sollt ihr ihn wieder finden. Die genaueren Details würde ich darlegen, wenn das Team zusammen gekommen ist."
Er kann sehen, dass sie in der Luft hantiert, also vermutlich gerade AR-Befehle an ihre Hardware gibt. "Euer Resort liegt im Staatsgebiet des Königreichs Hawaii, also gehe ich mal davon aus, dass du deine Spielzeuge, die dort, wo du gerade bist einfach nicht mit konnten, irgendwo in Honolulu untergebracht hast? Die Japanokons und die Yakuza haben da ja immer noch einen sehr starken Einfluss. Wenn es so ist, würde ich euch einen Flug von dort aus nach Boston beschaffen, es sei denn, die feurige Eislady kann durch ihre...Kontakte noch besser dafür sorgen, dass du all dein Zeug mit bekommst und vor allem auch in Boston ohne große Probleme an der Sicherheit vorbei bekommst." Sie lehnt sich ein wenig zurück und Remo kann erkennen, dass sie wohl in irgendeiner Bar sitzt.
Auf die Frage bezüglich ihres Problems hatte sie erst nichts gesagt, aber nun ringt sie sich doch noch eine Antwort ab. "Die SimSinn-Desorientierung besteht immer noch. Ich suche noch nach einer Lösung. Mir fehlt die VR...und bei den neuen Matrixprotokollen juckt es mir richtig in den Fingern." Sie zuckt mit den Schultern. "Irgendwo werde ich schon die richtige Behandlung finden."

Sie kennt Kitty tatsächlich schon ein wenig und so wundert sie deren verhalten gar nicht. Sie nutzt die Zeit, um selbst noch ein wenig zu recherchieren. Und dabei findet sie dann auch tatsächlich etwas abseits des Runs, dass ihre Aufmerksamkeit auf sich zieht. Am MIT&T soll ein Professor einen kleinen Durchbruch bei der Behandlung von Leiden, wie dem ihren erreicht haben.
Ihre Nase zuckt und es dauert nicht lang, dass sie sich selbst ein Ticket nach Boston beschafft. So kann sie zum einen den Run besser im Auge behalten und dann noch diesen Professor Volt aufsuchen, wenn sie fertig sind.
Schließlich meldet sich die Katzenelfe wieder. "Das war ja schnell. Heute nur eine Katzenwäsche, ja?" Die Persona lacht glockenhell und versprüht dabei weiteren virtuellen blauen Feenstaub.
Dann begibt sie sich in einen schwebenden Schneidersitz, wobei ihre Flügel kräftig und schnell flattern. "Du weißt vielleicht, dass er sich häufig für jene eingesetzt hat, die soziale Ausgrenzung erlebt haben. Leuten in seinem jeweiligen Kiez geholfen, dass sie Bildung bekommen und so. Einer seiner Schützlinge hat ein Stipendium an der altehrwürdigen Harvard University in der NEMA bekommen und studiert dort auch. Jedenfalls bis vor kurzem. Er ist verschwunden und zwar unter recht kritischen Voraussetzungen. Und den sollt ihr wieder finden. Die genaueren Details würde ich erläutern, wenn das Team zusammen gekommen ist.

Auf dem Display von Doe's Kommlink beschreibt die Feenpersona einen Looping. "Wunderbar. Es gibt sogar jetzt schon ein paar mehr Details. Das Team, dass ich zusammenstelle soll eine vermisste Person finden und dem Johnson zurück bringen. Die Zielperson ist in Cambridge tätig gewesen, wird aber vermutlich in einen anderen Teil der NEMA gebracht worden sein. Weitere Details folgen, wenn das Team zusammen gestellt ist und alle zusammen kommen. Ich schicke die Informationen für das Treffen, sobald alles feststeht." Die Fee winkt ihm zu. "Ach und Doe...du musst deine rehbraunen Augen nicht hinter irgendwelchen Aufklebern oder was es auch ist verstecken." Wieder der Feenstaub, der immer mehr wird, bis er den gesamten bildschirm bedeckt und dann verschwindet. Der Anruf ist beendet und das Display zeigt wieder den normalen Hintergrund.

Der Barkeeper hat sich nicht getraut, anch einem Autogramm zu fragen. Er ist nur froh, dass die Orkin wieder geht. Wer auch immer der Anrufer ist, ihm gilt gerade der Dank des Wirts.
Odis freut sich, wie man an seiner Stimme erkennen kann, ebenso an den Worten. "Spitze. Dann sag ich meiner Bekannten mal Bescheid, damit sie dir den Treffpunkt mit dem Team mitteilen kann. Ich bin mir sicher, dass sie keine Schwachsinnigen aussuchen wird. 92 Prozent aller Runner sind zwar etwas eigen, 47,3 Prozent gar exzentrisch, aber die schwachsinnigen überleben selten lang genug. Also keine Sorgen." Er verabschiedet sich von ihr mit dem Versprechen, sie bald mal wieder anzurufen.
Bevor Lockdown ihre Maschine startet, braust eine Gruppe Ancients, der berühmten Elfen-Go-Gang, auf der Straße entlang, was die meisten anderen Nutzer der Straße dazu bringt, an den Rand zu fahren. Das verhindert nicht, dass sie hin und wieder einem dieser Autos einen Tritt oder einen Schlag mit einer Kette verpassen.
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Re: Prolog: Vermisst in Boston

Beitrag von Thorgrimm am Mo März 27 2017, 02:44

Mit einem "Das werden wir ja noch sehen." verabschiedet sich auch Laura schließlich von Odis und tritt aus der Kneipe, um erste Vorbereitungen zu treffen. Sie schwingt sich auf ihre Halrey aber bevor sie diese starten kann, wimmelt die Straße nur so von Elfen, die auf ihren gemoddeten Maschinen durch die Gegend rasen und keine Rücksicht auf die Bewohner oder Umgebung nehmen. Die Orkin spuckt auf den Boden und wendet sich ab. Ist nicht ihr Problem und außerdem kann und will sie sich jetzt nicht mit der ganzen Gang anlegen. Ihr ist dieses Gehabe zwar zuwider aber die Ancients darf man nicht unterschätzen. Sie sind eine der größten Gangs, haben hunderte Mitglieder und gute Ausrüstung. Sich in ihre Angelegenheiten einzumischen, wird selbst für Laura nicht gut ausgehen. Sie wartet, auf ihrer Harley sitzend, einen Moment ab, ob sich die Situation von alleine beruhigt und die Ancients weiterziehen.

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Re: Prolog: Vermisst in Boston

Beitrag von Kitty am Mo März 27 2017, 13:55

Kitty fällt in das Lachen der Glitzerfee mit ein. Sie hat heute ausgesprochen gute Laune und gerade nach einer Dusche, so kurz sie auch sein mag, fühlt sich Kitty wohl. „Wort wörtlich, meine Süße!“ kichert die Katzenhexe. „Ja, ich durfte seine weiche Seite kurz kennenlernen. Damals.“ Die Elfe stockt ein wenig. Sie denkt mit Trauer an die damalige Zeit und Tränen schießen ihr sofort in die Augen. Ihr Herz blutet immer noch. Sie ballt die Hände zu Fäusten um in der Realität zu bleiben und spricht auffällig hastig weiter. „Eine Entführung? Eigentlich nicht gerade mein Fachgebiet, aber für den alten Hauer. Wie gesagt, bin ihm was schuldig. Wo und wann findet das Treffen statt?“

Als der Rucksack für alle annehmbaren Eventualitäten eines Runs gepackt ist, steht die Elfe auf und geht in die kleine Küche. Sie verbindet ihr Link mit der dazugehörigen Brille und Tinkerbox erscheint die Persona eines schwarzen Panthers, der die Glitzerfee mit ruhigen und sanften Augen ansieht. In der Küche bereitet Kitty ein kleines Frühstück, das aus Cornflakes mit reichlich Milch und Soykaf besteht, zu und wartet auf weitere Instruktionen von Tinkerbox.

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Re: Prolog: Vermisst in Boston

Beitrag von Elodriel am Di März 28 2017, 22:12

Die Ancients lassen nur ein wenig Dampf ab, ehe sie Gas geben und davon fahren. Manch einer der Bürger werden mit einem Mal mutig, als die Elfengang verschwunden ist und wedeln mit den Fäusten. Aber man kann sich sicher sein, dass keiner von diesen Leuten das tun würden, wenn die Go-Ganger noch anwesend sind. Aber wer will es ihnen verübeln?
Sobald sich die Lage beruhigt hat, gehen die Leute wieder zu ihren allgemeinen Themen über und das ist vor allem das Red Sox Spiel am nächsten Abend im altehrwürdigen Fenway Park

Die Feenpersona gibt ein glockenhelles Lachen von sich. "Ach bitte, ich hätte dich sicher nicht gefragt, wenn ich nicht annehmen würde, dass deine Talente da etwas beitragen können." Ihr brennt noch ein Satz auf der Zunge, der das Vorzeitige Verlassen der Gruppe beinhaltet, aber sie lässt es, ebenso, wie sie es sein lässt, die Zauberin auf die Gestalt ihrer Persona anzusprechen. Sie weiß genug, um Kitty nicht mit solchen Sachen in eine schlechte Stimmung zu manövrieren.
Die Frage beantwortet sie aber dann recht geschwind. "Ich muss noch den genauen Zeitpunkt ermitteln, aber ich bin dafür, dass es am Flughafen ist. Dort werden noch Mitglieder ankommen und es wird vermutlich besser sein, wenn sie von Leuten abgeholt werden, die die Stadt kennen. Zwei der Teammitglieder sind in Boston heimisch, dazu du, die nun schon etwas länger dort ist. Und eben die, die mit dem Flugzeug kommen. Aber wie gesagt, ich nenne den genauen Zeitpunkt noch." Die Fee winkt ausgelassen, so dass der Feenstaub nur so umherwirbelt, dann verschwindet sie.
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Re: Prolog: Vermisst in Boston

Beitrag von Adrian Kane am Mi März 29 2017, 02:09

"Immer noch sauer wegen der alten Geschichte?" Remo kann sich ein kurzes Grinsen nicht verkneifen. Er legt die Gabel beiseite und kratzt sich am dunklen Dreitagebart. "Tut mir leid zu hoeren," kommentiert er Tinkerbox Antwort und meint es auch so. Zwar hat er mit seinen Drohnen ein etwas distanzierteres und praktischeres Verhaeltnis als die Schieberin mit der virtuellen Welt, doch wollte er die Spielerei nicht missen. "Ich muss dich nochmal zur Seite schieben," sagt er und mutet ihr einmal mehr die Warteschleife zu. Auf der gegenueberliegenden Seite des Tisches blickt ihn Sachiko ueber die Raender ihrer Brille schweigend an. Er raeuspert sich, was auch nichts gegen das aufkeimende Unbehagen hilft.

"So. Boston soll sehr schoen sein um diese Jahreszeit," beginnt er etwas zoegerlich. "Hm." Sie faltet ihre Serviette ordentlich zusammen und platziert diese neben dem Teller, scheinbar desinteresiert. "Und die Seeluft ist quasi dieselbe," er deutet mit dem Zeigefinger an sich vorbei in Richtung der Wogen des Pazifiks. Die Japanerin woelbt ansatzweise die Brauen, dann legt sie ihre Essstaebchen ebenso ordentlich auf die gerade gefaltete Unterlage. Remo spuert das Verlangen nach einer Kippe wieder aufkommen, waere nur dieser elende Raucherbereich nicht so weit weg. Schweigen. Er seufzt resignierend. "Ok. Sach, koennen wir *bitte* nach Boston fliegen und dort meinem alten Kumpel helfen?"

Sie studiert ihn eine Weile und rueckt sich dann die Brille zurecht. "Vielleicht. Auch wenn es mir nicht gefaellt irgendetwas zu machen wo diese...Frau ihre Finger im Spiel hat." Der Zwerg unterdrueckt ein weiteres Seufzen. Stattdessen versucht er sich an einem entwaffnenden Laecheln. "Komm schon. Immer noch sauer wegen der alte Ge..." sie unterbricht ihn kuehl: "Ja." Einer der Kellner kommt und raeumt ihre Sachen vom Tisch. Die Schwarzhaarige scheint einen Moment nachzudenken, sie blickt ihn an, dann werden ihre Gesichtszuege etwas weicher. "Ich nehme an, ich koennte das gegenueber unserer Arbeitgeber als berufliche Weiterbildung melden, dadurch sollten wir deine Sachen einfach dort rueber bekommen und ausserdem keine Probleme bei der Einreise haben. Heute Abend bleiben wir aber noch hier." Remo nickt. Gut genug fuer ihn. "Danke." Ihm liegt noch ein Kommentar, der irgendwo in die Richtung seines unwiderstehlichen zwergischen Charmes geht, auf der Lippe, laesst es aber bleiben.

Er holt die Schieberin wieder, wohl wissend, dass das Gespraech mit seiner Begleiterin noch nicht beendet ist. "Sorry. Wir werden dann morgen in die naechstbeste Maschine springen, alles hochoffiziell vom 'Puppenspieler' abgesegnet."

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Re: Prolog: Vermisst in Boston

Beitrag von Kitty am Mi März 29 2017, 15:00

Kitty sagt lächelnd, doch die Großkatze zeigt keine Regung. „Natürlich, muss mich immer noch dran gewöhnen, dass es ja jetzt dein Job ist das zu wissen.“ Als Tinkerbox von den anderen Personen spricht, zucken die Ohren des Panthers und sein Kopf neigt sich neugierig nach vorn. „Wer ist denn noch dabei?“ Fragt Kitty ganz unverhohlen. Leider wird ihre Neugierde nicht befriedigt, da die kleine Glitzerfee im Feenstaub verschwindet. Empört schnaubt der Panther die Nase. Dies tut er noch ein weiteres Mal, da der Staub in seiner Nase kitzelt. Kitty ist etwas pikiert, aber so sind sie nun mal diese Schieber. Dann kann sie ihren Spieltrieb einfach nicht mehr unterdrücken. Der große Panther hechtet wie eine kleine Babykatze dem funkelnden Staub hinterher. Wenn er ihn in seinen Tatzen hat, verschwindet er und ein enttäuschtes Schnauben ertönt wieder. Als der ganze Staub fort ist entledigt sich Kitty von KommLink und Brilel und fällt seufzend auf das Bett.

Es ist so schön weich und warm. Sie schließt die Augen. Ein verirrter Sonnenstrahl, der durch das Fenster kommt, lässt in Kitty ein wohliges Gefühl aufkommen. In Gedanken ist sie nicht mehr in diesem Unterschlupf ist, sondern auf einer Lichtung irgendwo in einem Park in ihrem geliebten Seattle. Dort liegt sie im weichen Gras unter einem großen Baum mit starken Wurzeln, die sich schützend um sie herum legen. Plötzlich verändern sie sich und formen sich zu einem übergroßen grauen Schneeleoparden. Erst liegen die Körper ganz ruhig und innig beieinander, dann öffnet der Schneeleopard die Augen und dreht den Kopf. Die Augen fangen an zu glühen wie Scheinwerfer und fixieren bösartig die schlafende Elfe. Dann geht die Großkatze in Angriffsposition und springt auf die hilflose Katharin zu. Im Sprung verändert sich der Körper wieder, nun ist er ein bösartiges Ungetüm halb Mensch halb Monster. Bewaffnet mit Gewehren, Äxten und Messern. Da öffnet Katharin erschrocken die Augen und mit eiskaltem Blick lässt sie den Angreifer erstarren. Dieser fällt zu Boden und zerspringt in tausende Spiegelscherben. Aus ihnen schauen die Augen ihres Gefährten Katharin traurig an. Die Elfe versucht verzweifelt die Scherben wieder zusammen zu setzen. Dabei schlitzt sie sich die Hände auf, bis das grüne Gras blutdurchtränkt ist.

Kitty öffnet die Augen und sieht an die graue Zimmerdecke. Tränen laufen ihr rechts und links aus den Augen. Wieder derselbe Traum. Wieder dieser Schmerz in der Brust. Die Runnerin richtet sich auf und wischt die Tränen fort. Sie sieht auf die Uhr, es ist nicht viel Zeit vergangen, aber Kitty fühlt sich wieder um Jahre gealtert. Sie weiß tief in sich drin, wenn sie nicht bald Erfolg bei ihrer Jagd haben wird, wird sie das Ende nicht mehr erleben.

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Re: Prolog: Vermisst in Boston

Beitrag von Elodriel am Mi März 29 2017, 22:42

Bevor sie los fahren kann, bekommt Lockdown eine Nachricht von Tinkerbox, in der diese erstmal erklärt, dass sie die Bekannte von Odis ist, feststellt, dass dieser ja erstmal alles wichtige mitgeteilt hat und sie der Orkin nun nur erstmal den Treffpunkt des Teams mitteilt. Der Logan Airport, beziehungsweise der Busbahnhof davor. Das Treffen soll am nächsten Abend, dem 4. Juni 2076 um nach 19:20 Uhr Ortszeit stattfinden. Jedes Mitglied soll kurz vor dem Treffpunkt ein ARO von Tinkerbox gesendet bekommen, dass sie dann mit der Umgebung teilen sollen, so werden sie sich erkennen.

Auch Kitty bekommt eine entsprechende Mitteilung, beziehungsweise sie hat sie schon, wenn sie wieder aufwacht. Bei ihr ist dann noch ein Zusatz. 'Lass dich überraschen, wer die anderen sind, was wäre das Leben ohne Überraschungen?'
Sie hat zudem noch eine Nachricht von Zira, der Schieberin, über die sie ihre meisten Informationen bezieht. Diese teilt ihr mit, dass sie kurz davor steht, einen Kontakt ausfindig zu machen, der Kitty bei ihrer Suche helfen können sollte.

Remos Frage bezüglich der alten Geschichte würdigt die Schieberin nur mit einem Augenrollen, sagt aber nichts dazu. Da sie dann auch erstmal zur Seite geschoben wird, ist das ja auch nicht schwer.
In der Zwischenzeit schaut sie sich die weiteren Ergebnisse ihrer Matrixsuche durch und ist sich recht sicher, dass sie ungefähr zur gleichen Zeit ankommen wird, wie Remo und seine Begleiterin.
Dann meldet sich der Rigger wieder und verkündet die gute Nachricht. "Wunderbar, dann wird sich das Team gleich beim Busbahnhof am Logan Airport treffen. Außerhalb der Sicherheit des Flughafens, aber so schnell wie möglich, damit ihr euch kennen lernen könnt und dann auch loslegen. Odis wird sich freuen, dass so gute Leute...und deine Begleiterin dabei sein werden." Sie grinst schief und und nickt. "Dann euch beiden mal noch viel Spaß an eurem letzten Abend im Resort der unbegrenzten Liebe." Sie zwinkert ihm zu und wartet kurz seine Reaktion ab, ehe sie die Verbindung unterbricht.
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Re: Prolog: Vermisst in Boston

Beitrag von Ceres am Do März 30 2017, 01:41

Eigentlich kann er diesem ganzen Details-folgen-später-! überhaupt nichts abgewinnen. Ob alle Schieber so sind? Obwohl John bei weitem nicht genug Solidarität oder Vaterlandsliebe in seiner Brust finden kann, um die Armed Forces und ihre Methoden zu verherrlichen, fällt ihm dieser Unterschied immer wieder eklatant auf. Kein Logistiker würde Streitkräfte in der Wüste versammeln, um ihnen dann zu erklären, weswegen sie sich eigentlich treffen, was sie vor Ort brauchen werden, mit WEM sie sich da eigentlich treffen. Noch dazu in Zeiten, in denen eine 'gesunde' Paranoia jedem Menschen oder Meta nur zu empfehlen war. Er ist sicherlich kein Experte. Hell no! Er würde diesen organisatorischen Mehraufwand um's Verrecken nicht betreiben wollen. Dennoch wagt er zu bezweifeln, dass dies die zeitlich effizienteste Methode ist, um bei Runs so vorzugehen.

Doch fürs Erste hört er zu, wie immer schweigend. Das Angebot des Tages umfasst also eine vermisste Person und einen Johnson, der engere zwischenmenschliche Beziehungen zu diesem vermissten Zielobjekt zu haben scheint, wenn er das ihrer verbalen Formulierung so entnehmen kann. Vielleicht würde man das für einen entsprechenden Bonus ausnutzen können, wenn die Gesuchte nicht nur lebend, sondern bestens medizinisch versorgt abgegeben werden kann. Seine Rolle scheint soweit eindeutig. Für den Rest werden Andere wichtiger sein. Das zynische Stimmchen in seinem Kopf vermeldet, dass es wahrscheinlich nur eine verwöhnte Tochter von irgendwem ist, die an der Uni mit härteren Drogen und den falschen Peer Groups zusammen gekommen ist. Oder irgendwie sowas. Solche Dinge waren selten komplexer. Vielleicht sollte ich darauf wetten... Nur mit wem?

Die >>Rehaugen<< entlocken dem Menschen tatsächlich einen kurzen, konternden Kommentar: "Sprach die Glitzerfee." Ob er nun eine tanzende Tomate mit Krönchen oder einen schwarzen Bildschirm präsentierte, machte rein logisch betrachtet keinen Unterschied. Die wahre Gestalt des Anrufers bleibt in beiden Fällen verborgen, die Anonymität gewahrt. Aber auch das wird diese Schieberin wissen. Andernfalls hätte sie diese offenkundig kitschige und kindliche Persona nicht ausgewählt. Danach verläuft sich das Gespräch schnell und John kann sich in aller Ruhe seinem unterbrochenem Sudoku widmen, ehe er sich auf den Heimweg macht und alles Nötige oder Unnötige für die Reise ins Fragezeichenland zu Niemand und Keiner vorbereitet.
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Re: Prolog: Vermisst in Boston

Beitrag von Elodriel am Mi Apr 05 2017, 21:20

Die Zeit bis zum Treffen bringt wenig bemerkenswertes in Boson. Die sportversessenen Bewohner, was die Mehrheit der Metamenschen, die hier leben, sind, fiebern dem Spiel im Fenwaypark entgegen, jeder, der eine Karte hat, wird von Familie, Freunden und Bekannten beneidet.
Der Partydrache Damon ist mal wieder im Gespräch. Seit einiger Zeit lebt dieser Weiswurm, der meist in Menschengestalt auftritt in Boston und hat mehrere Clubs gekauft, die seitdem zu den angesagtesten der NEMA zählen. In der letzten Nacht hat er mal wieder eine Tour durch verschiedene seiner Clubs gemacht und einer Band, die einen Livegig in einem dieser Örtlichkeiten hatte einen Plattenvertrag angeboten.
Dazu ein paar kleinere Verbrechen, vor allem in South Boston und im Umfeld der Rox und eine größere Aktion am 128er Tech-Ring, einem Industriegebiet an der Interstate 95, der von Bostonern immer 128er genannt wird. Hier sind vor allem Forschungseinrichtungen untergebracht und so ist es häufiger ein Zielgebiet für Shadowruns. Doch dieser Run die letzte Nacht ist scheinbar schief gelaufen und wurde erfolgreich abgewehrt, weshalb es auch keine all zu große Schlagzeile ist.

Deutlich mehr her macht da ein Ereignis, dass stattfindet, während Kitty, Doe und Lockdown jeweils gerade auf dem Weg zum Flughafen und Remo und Sachiko im Landeanflug sind.
Die beiden Runner im Flugzeug können es gar mit eigenen Augen sehen.
Ein Drache greift eine Gebäudegruppe an. Es sind fünf fünfeckige Türme, die um einen größeren Fünfeckigen Turm herum positioniert und mit Brücken verbunden sind. Das Logo über dem mittleren Turm legt den Schluss nahe, dass es sich um ein Gebäude des Megakonzerns NeoNet handelt. Dies wird auch von anderen Passagieren bestätigt, die sich in Boston auskennen. Es ist nicht nur irgendein NeoNet-Gebäude, es ist das Konzernhauptquartier.
Der Drache greift einen der äußeren Türme immer wieder heftig an, bis er mit einem Mal davongeschleudert wird, als hätte ihn ein unsichtbares Geschoss getroffen.
Dann ist das Flugzeug zu tief, als dass man noch etwas von dem Geschehen sehen könnte.

Die drei Runner auf dem Weg zum Flughafen können erste Meldungen dieses Ereignisses bereits kurz vor ihrer Ankunft via Matrix erhalten. John also vermutlich eher nicht. Doch so oder so ist es zu spät, jetzt noch einmal nach Downtown von Boston zu fahren, dann würde man zu spät zu dem Treffpunkt kommen. Am Busbahnhof, der direkt gegenüber vom Haupteingang des Flughafens liegt sind die anwesenden Leute damit beschäftigt, über dieses Ereignis zu sprechen. Auf einer großen Videoleinwand ist das Bild einer Nachrichtensendung zu sehen, wenn auch nicht zu hören. Aber die durchlaufenden Liveticker geben genug Informationen.
Ein unbekannter Drache hat das Hauptquartier NeoNets, eines der großen zehn Megakonzerne angegriffen und ist dann abgewehrt worden. Unbestätigte Gerüchte sprechen davon, dass Celedyr, ein großer Drache und einer der drei Hauptaktionäre von NeoNet höchstselbst den Angreifer zurück geschlagen hat.
Dieser ist bis zum Fenwaypark geschleudert worden, wo er mitten in das gerade laufende Baseballmatch gestürzt ist. Eine Weile lag er dort, ehe er wieder zu sich gekommen ist, um dann nach Nordosten zu fliegen in Richtung Salem.
Dabei versprühte er eine Art schillernden Regen und viele Schaulustige sind auf die Straßen gegangen, um zu sehen, was das ist.
Spekulationen, was das zu bedeuten hat gibt es viele. Auch, wer der angreifende Drache ist. Aufgrund seines Rückzugs, wie es genannt wird, nach Salem sind viele der Meinung, dass es sich um Damon handelt, da dieser zu jedem Fest der dort herrschenden Hexen anwesend war und dort einiges an Einfluss haben soll. Am Fenway wird beobachtet, wie Knight Errant aufzieht und eine Absperung errichtet.

Kurz vor dem vereinbarten Treffen bekommt jeder der Runner eine Nachricht gesandt, in der ein blaues Werbe-ARO von einem Geschäft für Meerschweinchenkleidung enthalten ist mit dem Hinweis, dass sie das jetzt mit ihren Links präsentieren und gleichzeitig nach anderen Ausschau halten sollen, die ein identisches 'Plakat' mit sich herumtragen. Alle mit Sichtgeräten können sich einfach umschauen, wer nur sein Kommlink zur Verfügung hat, muss dieses herumschwenken, damit auf dem Bildschirm das ARO zu finden wird. Wenn man dann auch noch erkennen will, wer dieses sendet, müsste man auch die Kamera des Kommlinks einsetzen.

Schließlich sollten sich die fünf Runner dann endlich alle zusammen gefunden haben, wobei manche sich ja bereits kennen, andere dagegen nicht.
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Re: Prolog: Vermisst in Boston

Beitrag von Kitty am Do Apr 06 2017, 16:55

Während der Fahrt zum Busbahnhof tauscht Kitty sich fleißig mit den anderen Hexen aus Boston über die Geschehnisse aus. Jedes Video das im Netz auftaucht wird analysiert und weiter verbreitet. Kitty hatte nie gedacht einen Drachen mal wirklich zu Gesicht zu bekommen, dass hier war absolut einmalig für sie. Am liebsten würde sie jetzt nach Salem fahren und mit den anderen Hexen nach dem Drachen suchen. Doch eine Schuld begleichen ist wichtiger, als eine aufgedrehte Hetzjagd nach einem Drachen. So beteiligt sie sich hauptsächlich virtuell an der ganzen Aktion.

Als sie die Nachricht bekommt, schiebt sie jegliche Ablenkung beiseite. Als sie aus dem Bus steigt hält sie nach den anderen Runnern Ausschau.
Plötzlich bleibt sie wie vom Donner gerührt stehen. Nicht weit von ihr entfernt sieht sie ein bekanntes Profil, dass das blaue Werbe-ARO mit sich rum trägt. Das Sprichwort, Runner sterben schnell, schien wirklich nicht auf jeden zu zutreffen. Kitty grinst erfreut.
In Remos Blickfeld erscheint eine Elfen mit braunen kurzen Haaren, sie ist ganz in schwarz gekleidet und hat einen schwarzen Rucksack auf dem Rücken. An ihrem Gürtel blitzen immer wieder polierte Kronkorken auf und wenn man genau hinsieht, erkennt man, dass es eigentlich Katzenköpfe sind. In ihrem Gesicht sind auf den Wangenknochen tätowierte Katzenschnurrhaare, wie aus einem Manga, zu sehen und auf ihrem Kopf sitzen Katzenohren, die wahrscheinlich durch ein Gummiband gehalten werden. Die Katzenfrau kommt auf den Zwerg und seine Begleiterin zu.

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Re: Prolog: Vermisst in Boston

Beitrag von Thorgrimm am So Apr 09 2017, 03:49

Die Zeit vor dem Treffen verbringt Lockdown bei ihrer Familie und mit Vorbereitungen. Jeder Run, auf den sie sich einlässt, kann der Letzte sein und so will sie ihre Zeit möglichst bei den Personen verbringen, die ihr am meisten bedeuten. Natürlich arbeitet sie vor allem für sich selbst aber auch, um Geld für ihre vielen Brüder, Schwestern, Neffen, Tanten und andere Familienmitglieder zu verdienen. Als Ork hat man es schließlich nicht leicht und da muss man zusammenhalten. Vor allem dann, wenn man im Ghetto lebt und aufwächst. Familie zählt mehr als alles andere.
Am nächsten Tag schwingt sich die Orkin auf ihre Harley und erreicht fast pünktlich den Parkplatz vor dem Logan Airport. Sie stellt ihre Maschine ab und setzt ihre Sonnenbrille auf, um die AR sehen zu können. Sie schlendert in Richtung des Busbahnhofes, während sie die ersten Nachrichten und den Liveticker zum kürzlichen Angriff mitverfolgt. Ein Drache hat also das Hauptquartier von NeoNet angegriffen und wurde - Gerüchten zufolge - von Cledyr, einem weiteren Drachen, abgewehrt. Drachen... diesen Wesen durfte man weder trauen, noch irgendwie mit ihnen verkehren. Nicht das Lockdown jemals dazu kommen würde aber wenn doch, würde sie sich soweit von ihnen fern halten, wie nur irgend möglich. Es kam nie etwas Gutes in einem Geschäft mit einem Drachen zustande. So ignoriert Laura auch alle weiteren Informationen zu dieser Angelegenheit. Was sie nicht weiß, macht sie nicht heiß. Ohnehin gibt es jetzt wichtigere Angelegenheiten. Ihre Teammitglieder sind vielleicht schon am Busbahnhof und warten nur auf sie.
Schließlich erreicht die Orkin den Bahnhof und sieht sich nach der auffälligen Meerschweinchenkleidungs-Werbung um. Die hätte sie allerdings gar nicht gebraucht, denn zumindest eine der Personen, ist deutlich als Runnerin zu erkennen. Sie ist ganz in schwarz gekleidet - was noch vertretbar ist - macht aber ansonsten ziemlich auf Katze. Egal wohin man sieht, erkennt man Katzenmotive. Sogar die vermeintlichen Kronkorken sind Katzenköpfe. Lockdown rollt genervt mit den Augen. Einen guten ersten Eindruck vermittelt das in ihren Augen nicht aber da Odis ihr versichert hat, dass die Runner keine Schwachsinnigen sind, gibt sie der Frau noch eine Chance.
Sie läuft geradewegs auf Kitty zu. Diese - und auch alle anderen Runner in der Nähe - können Lockdown dank ihrer Hauer, ihrer Größe von 1,86m und ihres recht kräftigen Körperbaus schnell als Orkin identifizieren. Sie hat harte Gesichtszüge und einige Narben im Gesicht. Ein Tattoo zugreifender Vogelklauen zieht sich von ihrer linken Schulter über ihren Hals. Ihre Haare sind auf der linken Kopfhälfte rasiert, während sie rechts zu langen Dreadlocks geflochten und mit bunten Bändern verziert sind. Lockdown trägt feste, schwarzrote Lederkleidung und eine Sonnenbrille.
"Nettes Outfit." begrüßt sie Kitty. Die Aussprache ist recht neutral, sodass es schwer zu deuten ist, ob die Worte als Kompliment gedacht waren oder nicht. "Lass mich raten: Du mags Katzen. Auch wenn man durch die Werbung eher meinen kann, dasse auf Meerschweinchen stehst. Vielleicht zum Frühstück?" Die Orkin streckt ihrem Gegenüber ihre Hand zum Gruß entgegen und grinst. Dadurch kann man die Hauer noch genauer sehen. Einer ist mit einem Ring verziert. Die Hand, die Lockdown zur Begrüßung ausstreckt - besser gesagt der ganze Arm - ist mechanisch und offensichtlich eine Maßanfertigung. "Lockdown." stellt sie sich schließlich vor.

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Re: Prolog: Vermisst in Boston

Beitrag von Adrian Kane am Mo Apr 10 2017, 20:14

Ihr Daumen schwebt noch mehrere Herzschlaege lang ueber der Nachricht bevor sie auf das "Senden" Symbol drueckt. Weniger lange dauert es, dann hat der Inhalt bereits den nordmarikanischen Kontinent und den Pazifik ueberquert und die Addressatin in Kyoto erreicht, wo das Ausmass an Hektik in diesem Moment mit Sicherheit jeden Bienenschwarm vor Neid erblassen lassen wuerde. Ein Angriff auf eine AAA Konzernzentrale ist zwar nicht unbedingt etwas aussergewoehnliches. Die Meisten waehlen jedoch ein subtileres Vorgehen. Infiltration. Bestechung. Datenspionage. Das hier ist anders und verhaelt sich im Vergleich in etwa wie ein Laserskalpell zu einem Breitschwert. Einem schlecht geschwungenen Breitschwert noch dazu. Der Kommlink verschwindet in der Innentasche ihrer schwarzen Jacke. Nicht, dass ihr NeoNETs Wohlergehen besonders am Herzen liegen wuerde. Allerdings kann sie auch nicht ignorieren, dass der Konzern zum Einen eine transasiatische Niederlassung in Neu-Tokyo hat und zum Anderen weltweit eine besondere Position in Sachen Wifi-Matrixinfrastruktur einnimmt. Von der generell zur Schau gestellten Dreistigkeit ganz zu schweigen. Ein Drache muesste es eigentlich besser wissen, sollte man meinen.

Einmal mehr woelbt sie abfaellig die Augenbrauen waehrend sie sich die duennen, schwarzen Handschuhe zurecht zupft und den groessten Teil ihres Gepaecks an einen Dienstleister uebergibt, der von der Firmenzentrale als 'vertrauenswuerdig' eingestuft wurde. Eine laengliche, weisse Sporttasche haengt laessig ueber ihrer Schulter. Dazu traegt sie eine dunkelblaue Sporthose und die dazu passenden Schuhe. Alles so beweglich wie moeglich. Die Haare hat sie zu einem kleinen Pferdeschwanz zusammengebunden. Man koennte fast meinen, sie sei auf dem Weg zu einem Fitnessstudio und nicht um sich mit irgendwelchen Runnern zu treffen. Sachiko unterdrueckt ein Seufzen, tatsaechlich wuerde sie lieber ins Studio gehen. Aber ihr kleiner Zwerg hatte sich in den Kopf gesetzt diesem Odis um der alten Zeiten willen zu helfen und schlussendlich faellt es ihr immer schwer ihm etwas auszuschlagen. Natuerlich wird sie ihm das niemals sagen. Und vielleicht hat der vorzeitige Urlaubsabbruch doch etwas Gutes. Einen Drachenangriff sieht man schliesslich nicht jeden Tag.

Und auch etwas anderes sieht man nicht jeden Tag. Eine Elfe, die herumlaeuft wie die Vorsitzende des oertlichen Katzencosplayclubs. Die wage Hoffnung der Japanerin, dass es sich nur um eine rein zufaellig vorbeistreunende Irre handelt, wird im Keim erstickt als die spitzohrige Frau auf Remo zugeht. Einmal mehr unterdrueckt sie ein Seufzen. Dafuer hat sie ihren Urlaub abgebrochen? Gluecklicherweise wird die Katze von einer Orkin abgefangen. Ihr Blick wandert zu ihrem Begleiter, der einen eleganten Mantel, graue Hose und, wie immer, dunkle Sonnenbrille traegt. Sie rueckt sich ihre eigene Brille zurecht. Remo starrt die Frau an und kratzt sich nachdenklich am Kinn. "Eine alte Flamme von dir?" Fragt sie ihn auf japanisch und kann dabei den Sarkasmus nur schwer aus der Stimme raushalten.

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Re: Prolog: Vermisst in Boston

Beitrag von Kitty am Di Apr 11 2017, 20:11

Kitty schaut die entgegen gestreckte Hand und den Arm mit schräg geneigtem Kopf an. Dann wandert ihr Blick weiter nach oben und bleibt an dem Hauer hängen, an dem der Ring ist. Die Elfin nimmt provokant ihre Sonnenbrille ab und mit großen diamantblauen Augen, die umrahmt werden von perfekt geschwungenen schwarz getuschten Wimpern, sieht die Katzenhexe Lockdown direkt an
Katzenaugen ;):
.
Wenn die Orkin sich auf den Blickkontakt einlässt, so ist es ein hypnotisches und faszinierendes Gefühl. Eben ähnlich wie der Blick in Katzenaugen. Lockdown erkennt auch die Cyberware in Kittys linkem Auge.

Ihre vollen roséfarbenen Lippen formten sich leicht schmollend nach vorn. "Das muss doch weh getan haben?" Beantwortet sie die freche Frage der Orkin mit einer Gegenfrage und grinst dann breit zurück. Es bringt nichts einem Normalsterblichen zu erklären, was es mit ihrem Outfit auf sich hat. Schon gar nicht einer die sich einen ganzen Arm ersetzen lässt. Sie überlässt es Lockdown zu entscheiden was Kitty genau meinte und greift nach der grüßenden Hand. "Kannst mich Kitty nennen." Stellt sie sich ebenfalls vor. Es dreht ihr fast den Magen um, als sie den kalten Stahl durch ihre schwarzen Lederhandschuhe spürt. Sie selbst ist zwar auch nicht mehr ganz so "körperlich rein" wie sie es gerne geblieben wäre, aber in ihr Auge Technik einbauen zu lassen, ist auch nicht ganz ihre Entscheidung gewesen.

Kitty lässt die Hand wieder los und will sich dem Zwerg zu wenden, der sie scheinbar nicht wirklich wieder erkennt. Er ist auch nicht allein, neben ihm steht eine Frau. Eine Japanerin, die aussieht wie ein Model aus einer dieser Sportwerbesendungen, in der erst die fette traurige Version gezeigt werden und dann eines dieser reizenden Püppchen, pseudo-Training vor der Kamera zeigt um dann für den absoluten Hammer-Muskelaufbau-Drink wirbt. Kitty schnaubt hörbar durch die Nase. Selbst Remo sah aus als wäre er gerade aus einem Herrenmagazin für die topaktuellen Trends der Zwergen-Mode entsprungen.

"Komm." Sagt Kitty zu Lockdown. "Da sind noch zwei, die Meerschweinchen gern haben." Sie geht schmunzelnd auf den Zwerg zu. "Na? Versuchst du die grauen Zellen auf Trab zu bringen?" Die Elfe greift bedächtig an ihren Gürtel. "Hier." Etwas fliegt durch die Luft, direkt in Remos Hände. "Vielleicht hilft dir das auf die Sprünge. Unsere Trennung damals war ziemlich ... nun ja sagen wir, sie kam überraschend schnell, aber sie war leider unvermeidbar." Sie seufzt theatralisch um im nächsten Moment wieder fröhlich zu grinsen. "Um so schöner ist es doch sich wieder zusehen, zwanzig Jahre sind ne lange Zeit." Ihre Augen werden plötzlich traurig und wässrig, schnell setzte die Runnerin wieder die Brille auf und schluckte die Trauer hinunter in dem sie den Kopf schräg neigte und weiter lächelt.

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Re: Prolog: Vermisst in Boston

Beitrag von Ceres am Di Apr 11 2017, 22:45

Eine gute Stunde zu früh. Die analoge Armbanduhr mit dem leicht zerkratzen Glas und dem braunen Lederband verschwindet wieder unter dem Ärmel des schwarzen, eng anliegenden Cashmere-Pullovers. Seine Jacke hatte er im Ares Roadmaster gelassen, eigentlich trägt er sie mehr aus Gewohnheit. In diesem Fall hat es allerdings auch etwas mit der Optik zu tun. Die schwarze Lederjacke mit den vielen Taschen, so hatte es ihm Hannah einmal erzählt, versprühe eine Art Militär-Aura. Der genaue Wortlaut war irgendetwas mit 'Pilot' gewesen. Der Gedanke an dieses Gespräch lässt ihn das Gesicht verziehen. Klar, als wollte er mit diesem Piloten-Pack in eine Schublade geschmissen werden. Luftwaffe, tse...  Um genau diesen Eindruck zu vermeiden, hatte er sich bei der Auswahl seiner Garderobe besondere Mühen gemacht. Eigentlich hieß das nur, dass er seine 'zivilieren' Sachen angezogen hatte. Die schwarzen Kampfstiefel waren Leder-Halbschuhen in schwarz gewichen, statt der Cargo mit den vielen Taschen trug er eine etwas enger anliegende, schwarze Jeans mit passendem Ledergürtel zu den Schuhen. Und halt dieser körperbetonte Cashmere-Pullover in schwarz mit einem leichten V-Ausschnitt. Insgesamt wirkt Doe optisch wie ein Liebhaber, der seine langjährige Freundin vom Busbahnhof abholen will: ordentlich, körperbetont aber nicht zu sexy, um als suchend eingestuft zu werden. Als Foto-Model würde er nicht durchgehen, zu klein, zu muskulös. Aber wenigstens schreit seine optische Erscheinung nicht: Kleinkrimineller Runner.

Kurz vor der vereinbarten Zeit, Doe sitzt auf einer der Bänke im Wartebereich, von der aus er den Bahnhof gut im Blick hat, taucht eine Person in seinem Sichtfeld auf, die förmlich Runnerin schreit, zumindest aber KATZE! Die Elfe, die aus dem Bus steigt, scheint etwas zu suchen, wenn er nach ihrem Blick geht. Ungläubig beobachtet er diesen wahr gewordenen Katzen-Traum. Nein, das wäre so auffällig, sicherlich hätte ihn T-Box nicht mit solchen Amateuren zusammen geschmissen, oder? Ein gewisses Maß an Unbehagen macht sich in seiner Magengegend breit. Es wäre nicht das erste Mal, dass er mit Leuten zusammenarbeiten muss, die er als Personaler nicht einmal eingestellt hätte.
Einer Vorahnung folgend erhebt sich Doe von seiner Bank und schlendert mit den Überbleibseln eines leeren Coffee-To-Go's in Richtung des Papierkorbs, in dessen Nähe die Elfin steht. Wie praktisch, dass es einer der wenigen Papierkörbe ist, die er ansteuern kann, lobt er seine Vorüberlegungen.

Doch noch bevor Doe in aller Ruhe zur Katzenelfe geschlendert ist, wird diese von einer Orkin angesprochen und ein Zwerg und eine Norm gesellen sich scheinbar auch dazu. Aufmerksam lauscht Doe dem Gesagten, während er die letzten Meter zum Papierkorb tätigt und dann aus der Arschtasche seiner Jeans sein Kommlink nimmt, um etwas darauf zu überprüfen. Für den neutralen Betrachter könnte es genauso gut aussehen, wie als würde er nur fix die Uhrzeit checken oder seine Nachrichten. Tatsächlich reicht Doe dieser kurze zeitliche Aufschub, um etwas aufzufangen, was seine Vermutung bestätigt. Er ist sich ziemlich sicher, dass die Elfe gerade >>Meerschweinchen<< gesagt hat. Das kann kein Zufall sein... Manchmal würde er sich wünschen, dass es nicht so leicht wäre die Mehrheit der Dinge stumpf mittels Beobachtung heraus zu finden. In diesem Fall will er sich allerdings nicht beschweren, nicht wenn er um das Ausstrahlen oder Herumwinken mit Meerschweinchenwerbung drumherum kommt. Was für die Elfe kein Image-Bruch sein mag, fände Doe hochgradig entwürdigend. Er hätte nicht im Traum daran gedacht diesen Blödsinn auszustrahlen...

Da es noch nie seine Art war, sich urplötzlich in Gespräche einzuklinken und die Vorstellungsrunde zu geben, tut Doe, was er öfter in solchen Situationen macht. Er lehnt sich zurück, sprichwörtlich: gegen die Laterne beim Papierkorb, und spielt auf seinem Kommlink Sudoku, während er dem Gesprächsverlauf der kleinen Truppe lauscht. Scheinbar kam der Zwerg gerade in Erklärungsnöte mit seiner Ollen. Er hatte zwar kein Wort von dem Verstanden, was die Japanerin gesagt hatte, aber wie alle Vertreterinnen ihres Geschlechts beherrschte sie schnippigen Sarkasmus so tropfend, dass man sich seinen Teil denken konnte. Er wagt einen Blick zu der Japanerin und grinst kurz vor sich hin, ehe er wieder auf sein Sudoku schaut. Jepp, die Kleine kochte. Umgeben von 3 Frauen, eine sauer, eine crazy, eine, die ihn zu Brei verarbeiten könnte. Na mal schauen, wie das ausgeht... Könnte einem fast leid tun der Zwerg... Wobei er ahnt, dass diese östrogene Mehrheit auch für ihn etwas Neues sein dürfte. Aber erstmal schauen, wie sich das noch entwickelt. Kein Grund das Spektakel zu unterbrechen... Man kann viel aus dem Zwischenmenschlichen ziehen, um Leute besser einschätzen zu können...
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Re: Prolog: Vermisst in Boston

Beitrag von Adrian Kane am Mi Apr 12 2017, 19:59

Immer noch nachdenklich betrachtet der Zwerg den kleinen Katzenkopf in seiner Hand. Dann faellt sein Blick auf die schwarz gekleidete Elfe mit dem Rucksack. Schliesslich schnippt er ihr das Teil wieder zurueck. "Kitty. 17 Jahre eher, oder?" Einem alten Sprichwort nach trifft man sich immer zweimal im Leben und es passiert tatsaechlich oefter als man denkt. Natuerlich erinnert er sich. Und aus Prinzip kann der Zwerg Leute nicht ab, die mittendrin und dann noch ohne Erklaerung abhauen. Unzuverlaessigkeit ist fuer ihn eine der grossen Todsuenden. Seelenruhig wandert seine Hand in die Innentasche und holt eine Kippe hervor. Er nimmt einen Zug. Wie immer schmeckt der neumodische Tabak so, als haette sich jemand den Dreck von der Schuhsohle gekratzt und dann fein saeuberlich zusammengerollt. Einen Moment lang erwaegt er, die Katze vor versammelter Mannschaft bloss zu stellen.

"War unvermeidbar, eh?" Wiederholt er ihre Worte, auf Deutsch diesmal im besten Plex-Dialekt, und ascht auf den Boden. "Die Milch auf dem Herd gelassen? Kenne das, wenn der scheiss einmal festbrennt kann man den Topf vergessen. Und den Geruch bekommt man auch nur schwer aus der Bude," seine Miene ist zunaechst ernst, dann grinst er ihr jedoch zu. Haette er noch zwei normale Augen, haette er wohl auch gezwinkert. Die UCASler sagen: 'Let bygones be bygones' oder so. Ausserdem hat er gerade einen verdammten Drachen eine Konzernzentrale angreifen sehen. Wenn nicht heute ein Tag ist, um Dinge etwas lockerer zu nehmen, wann dann? Innerlich ist er immer noch amuesiert darueber, dass der dumme Schuppenwurm mit dem Maul voran im Stadium gelandet ist. Sicher das Beste, was einem Baseballspiel passieren kann. Er hat schon Gras beim wachsen betrachtet und das spannender gefunden als diese seltsame Sportart.

Einmal mehr zieht er an seiner Kippe. Sach's Kommentar hat er zunaechst gekonnt ignoriert. Sein erster Instinkt ist, einen Scherz darueber zu machen, aber das ist bereits etwas verdaechtig. Die Frage sofort zu verneinen und sich zu verteidigen ist in etwa so schlau, wie vor einem Raubtier wegzulaufen, welches gerade darueber nachdenkt dich zu fressen oder was anderes zu tun. Nein. Nicht umsonst hat man bereits in der Antike den Wert des Schweigens gelobt. Er wuerde ihr spaeter sagen was Sache ist und sie derweil etwas schmoren lassen. Allerdings nicht zu lange, das ist auch nicht gut. Aus dem Augenwinkel kann er sehen, dass die Japanerin ihre Brille abgenommen hat. Wahrscheinlich hat sie genug von der Meerschweinchenklamottenwerbung. Er tritt seine Kippe aus. "Sachiko. Kitty. Und andersrum," stellt er auf English vor und kann erkennen, dass die Frau mit der Sporttasche ihren Kopf um etwa 0,5 Millimeter verneigt, was definitv besser ist als gar nicht. "Und wer ist deine kleine Freundin?" Er blickt zu der Orkin hinueber.

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