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Die Umarmung des Vaters

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Beitrag von Adrian Kane am Fr Jun 23 2017, 22:35

Als Kind war Myra oft durch die Ruinen eines aufgegebenen Fabrikkomplexes auf Armageddon gekrochen. Damals war es ein Abenteuer gewesen. Verlassene Raeume. Fast geistig anmutende, riesige Maschinen, Rohre, Ketten, Kabel und sonstige metallene Konstruktionen. Kolosse aus laengst vergangenen Tagen, staubbedeckt und schlafend, von ihren Meistern verlassen, ihre Funktionen entweder nicht mehr benoetigt oder ueber die Millenia vergessen, wie sovieles im Imperium. Schlaf- und Mannschaftsquartiere, frueher zum Bersten mit Leben und Aktivitaet gefuellt, bestachen durch dessen fast schmerzliche Abwesenheit. So war es auch hier, auf Carmis Magna. Leider blieb die Abenteuerlust ganz und gar auf der Strecke. An ihrer statt legte sich ein dumpfes Gefuehl der Bedrohung ueber jeden, der es wagte durch die verlassene Mine zu kriechen. Wie ein unsichtbarer Nebel, dessen lange, unischtbare Finger jedem Eindringling langsam und genuesslich die Kehle abzuschnueren drohte. Und ueber alledem der alles verschlingende Sand, der jeden Ritz, jedes Loch, jeden Eingang kannte und den Komplex nach und nach an sich riss.

"Mir gefaellt das nicht," sagte Myra zum gefuehlt hundersten Mal, den Blick immer noch auf das monstroese Foerderband vor ihnen gerichtet. Wenn man sich ein gigantisches, quadratisches schwarzes Maul vorstellte, aus dem eine ebenso gigantische, metallene Zunge hinausfuehrte, hatte man in etwa eine akkurate Vorstellung von Foerderrampe A 38, die ihrerseits mineralische Abfallprodukte aus den Tiefen an die Oberflaeche transportierte, bzw. transportiert hatte. Heute sass das Band voellig still da, immer noch ein paar Reste auf seiner schwarzen Oberflaeche ruhend, ein weiterer Hinweis darauf, dass der Betrieb hier voellig ueberraschend und hektisch eingestellt wurde. Ihre Augen suchten einmal mehr die Schwaerze hinter der riesigen Oeffnung, aus dem heraus sich das Band windete, ab, kritisch, skeptisch. Hier ging es definitiv nach unten. Und nicht nur das, scheinbar hatte man in regelmaessigen Abstaenden Wartungslampen in den Fels gehauen, sodass Mechanikercrews sich nicht im Dunkeln hatten nach Unten schleppen muessen. Matte, rote Lichter illuminierten den Weg in die Tiefe, zumindest solange, bis der Tunnel irgendwo nach Rechts abbog und den Rest der Hoehle vor neugierigen Blicken verbarg.

Skella trat neben sie. In ihrem Gesicht spiegelte sich dieselbe Skepsis. Nach fast einem vollen Tag der Suche- und Herumstolperei war dies hier der einzige Weg nach unten, den sie hatten finden koennen. Natuerlich gab es andere. Notluken, Servicezugaenge, Frachtaufzuege. Jemand hatte sich allerdings die Arbeit gemacht, all diese sekundaeren Zugaenge professionell zuzuschweissen und dann auch noch zu verstaerken. Die Schuetzin haette sich mit einer Meltakanone auf Dauerfeuer oder einer verstaerkten Plasmafackel vielleicht innerhalb von ein paar Stunden Zugriff verschaffen koennen. Vielleicht. Leider hatten sie keine Fackel, geschweige denn eine Meltawaffe zur Hand. Alles was sie hatten, war dieses gigantische Oeffnung und die unausgesprochene Frage, warum man die nicht auch verschlossen hatte. Moeglicherweise dachte man, dass keiner so dumm sein wuerde, da runterzuklettern.

Ein kaum wahrnehmbarer Windhauch wehte ihnen aus der Tiefe entgegen. Die Psionikerin war etwas naeher herangetreten und starrte gedankenverloren in die Schwaerze. Es war seltsam, normalerweise sollte man meinen, dass so ein bevorstehender Abstieg, oder nur der Gedanke daran, einem gesunden Menschen zumindest etwas Unbehagen bereiten wuerde. Nicht so bei Skella. Der Wind war warm, nicht zu warm, wie die unbarmherzige Sonne draussen, sondern angenehm. Wie ein gemachtes Bett oder die Umarmung eines Geliebten, strahlte die Waerme Geborgenheit aus und das Versprechen, dass sie dort unten noch mehr davon finden wuerde. Das Gefuehl breitete sich sehr subtil durch ihren Koerper aus und dann war es ploetzlich wieder genausoschnell weg, wie es gekommen war. Ein wunderschoener Traum, der sich nach dem Aufwachen verfluechtigt wie Wasserdampf, egal wie sehr man an der Erinnerung festhalten moechte. Sie fuehlte sich leer. Leer und unvollstaendig. Und kalt.

"Skella?" Myra ruettelte an ihrer Schulter. "Kannst es wohl kaum erwarten da runter zu klettern, mh?"
Die Schuetzin betrachtete die juengere Frau und folgte dann ihrem Blick. "Ich sehe keinen anderen Weg, was denkst du?"

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Beitrag von Elodriel am Do Jul 06 2017, 20:12

Der Tag war anstrengend. Der Tag war zermürbend. Und der Tag war frustrierend.
So lange suchte man und fand fast nur verrammelte Zugänge. Und dann zwar auch einen Zugang, aber eben nur genau einen. Das hatte etwas von einer Treibjagd, auch wenn sie nicht getrieben werden, jedenfalls nicht von den Leuten, die das gemacht hatten. Aber das Prinzip kommt hin. Sorg dafür, dass das Wild nur einen sinnvollen Weg hat und warte dann an dieser Stelle, dass deine Gefährten es bis vor deine Flinte treiben.
Dieser Eingang schrie regelrecht hinaus ‘FALLE’. Doch was blieb ihnen?
Und dann passierte etwas anderes. Die Psionikerin war etwas näher an die Öffnung heran getreten, um zu sehen, ob man mehr erkennen konnte. Dieses Gefühl...es war wunderschön. Geborgenheit, Zuflucht...wann hatte sie das zuletzt gespürt? Irgendwie wollte ihr das nicht so recht einfallen. Fast wäre sie so weit gewesen, einfach dort hinein zu marschieren. Aber etwas in ihr, eine kleine Stimme der Vernunft hatte sie davon abgehalten. Und dann kam ja auch Myra dazu.
Die Psionikerin sieht die Schützin grinsend an. “Raus aus dieser Sonne, die Gift für meine Haut ist? Rein in das unbekannte Dunkel, durch das Nadelöhr, dass uns unbekannte, aber gewiss auch unfreundliche Gesellen gelassen haben? Aber natürlich doch.” Sie grinst schief und sah sich dann nach den anderen um. War das jetzt zu dick aufgetragen? Zu viel ‘Humor’? Hoffentlich nicht.
Aber allein dieser Gedanke darüber und die Erkenntnis, dass sie hier mit Humor ein eigenartiges Verhalten überspielen wollte, zeigte ihr, dass das Verhalten wirklich fragwürdig war. Woher kam dieses Gefühl? Innerlich fing sie an, ein Gebet an den Imperator zu rezitieren, um ihren eigenen Geist zu stärken. Immerhin war es sehr wahrscheinlich, dass die Kräfte des Chaos hier tätig waren, da musste sie vorsichtig sein, nicht in die falsche Richtung abzudriften. Aber der Imperator würde ihr beistehen, da war sie sich sicher.

Sobald alle Ausrüstung bereit war und alle sich noch einmal gegenseitig Mut zugesprochen hatten, ging es los. Arthur ging voran, um den Weg auszukundschaften. Nicht weit dahinter, um ihm notfalls schnell zu Hilfe kommen zu können kam Myra, direkt hinter ihr Skella mit der Laspistole in der einen Hand und dem Stab in der anderen. Die anderen beiden blieben erstmal am Eingang stehen und sollten abwarten, was nun geschah.
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Beitrag von Adrian Kane am Mo Aug 21 2017, 20:04

Es dauerte nicht lange bis die bunt zusammengewuerfelte Truppe das vorlaeufige Ende des Foerderbandes erreichte. Ein massiver Steinschlag hatte dafuer gesorgt, dass zwischen ihnen und dem weiteren Weg in die Tiefe nun etwa hunderte Tonnen von Fels lagen. Myra kratzte sich am Kopf. Natuerlich hatte jemand dafuer gesorgt, dass auch dieser Zugang abgeriegelt war. Arthur deutete auf einen kleinen Spalt an der rechten Ecke und zuckte mit den Schultern, eine Geste, die sich him kuenstlich- roetlichen Daemmerlicht des Schachts beinahe verlor. Die Schuetzin trat naeher heran. Wer auch immer hierfuer verantwortlich war, war scheinbar wenig besorgt um einen kleinen Zugang, gerade gross genug fuer einen erwachsenen Mann. Oder man war in Eile gewesen. Warum auch immer. Selbst das beste hypthetische Szenario war immer noch eine ausgewachsene Horrorvorstellung. Ihr Blick fiel auf Klarissa. “Ihr Beide,” sie deute auf das Maedchen und Carlton, “Bleibt hier. Geht zurueck zur Barracke. Stellt sicher, dass unser Fahrzeug noch da ist und da bleibt.” Eine Hand zog sich die dunkle Muetze zurecht. Myra Sokulev hatte in ihrem Leben viele Dinge getan, auf die sie nicht sonderlich stolz war, aber sie wuerde kein kleines Kind in die Tiefen irgendeiner Mine schleppen. Wenn der Inquisitior ein Problem damit hatte, sollte er sie ihretwegen spaeter hinrichten lassen. Ohne weitere Worte zu verlieren oder das Thema zur Diskussion freizugeben nickte sie Carlton und der Kleinen zu. Dann schob sie sich und ihre Waffe durch die dunkle Oeffnung bevor irgendwer ihren besorgten Gesichtsausdruck sehen konnte.

Auf der anderen Seite sah es nicht viel anders aus. Roetlich beleuchteter Fels, das Foerderband, welches weiter in die Tiefe fuehrte, Geroell, und offensichtliche Spuren von Strahlenwaffen an den Waenden. Nachdem sie sicher waren, dass wer auch immer nicht mehr hier oder zumindest nicht mehr in der naeheren Umgebung war, begutachteten sie sie Einschussloecher. “Keine Laswaffe macht sowas,” murmelte Myra und der Kundschafter zu ihrer Rechten nickte langsam. “Fischkoepfe?”
“Wuesste nicht wer sonst,” fluesterte er. “Aber warum sich selbst hier einsperren?” Arthur zuckte einmal mehr mit den Schultern. Ihr Blick fiel auf Skella, in den dunklen Zuegen ihres Gesichts spiegelte sich ebenso Unwissenheit. Ein nicht geringer Teil von ihr wollte sich wieder durch das Loch zwaengen und von hier verschwinden. Der wieder aufkeimende Kopfschmerz tat sein uebriges dazu. Dann war da noch die abgestandende Luft im Tunnel. Natuerlich war die Rueckkehr noch keine Option. Frueher oder spaeter wurden sie einem Vorgesetzten Rechenschaft ablegen muessen. Und ihr Kopf war bereits in der Schlinge, von daher wollte sie nicht Feigheit vor dem Feind zu ihrer bereits umfangreichen Akte hinzufuegen. Da war aber noch etwas anderes. Hunderttausende nannten Carmis Magna ihr zu Hause. Auch wenn es ein Loch war, so war es doch ihre Pflicht herauszufinden war hier unten vor sich ging, ganz besonders wenn es auch nur entfernt mit der Beinahe-Vernichtung der Stadt in Zusammenhang stand. Myra leckte sich ueber ihre trockene Unterlippe. Ein Teil von ihr wollte weiter in Tiefe, vielleicht der selbstzerstoererische Teil, oder die Neugier oder…sonstwas. Sie schuettelte den Kopf und wuenschte sie haette es nicht getan. Heisse Nadeln stachen mit einer Intensitaet in ihr Hirn, die ihr fast den Atem nahm. Sie schluckte. Es war natuerlich nichts neues, sie hatte schon vorher Schmerzen gehabt. Wenn ueberhaupt, dann half ihr das bei der Sache zu bleiben. Sie deutete voran in die Dunkelheit und marschierte los.

Stunden vergingen. Wieviele, das konnte niemand so genau erfassen. Das grosse Foerderband fuehrte in eine Art zentrale Verteilungsstelle, von der aus sich mehr Baender in verschiedene Richtungen abzweigten. Eine gigantische Anlage. Eine gigantische, tote, Anlage, schwach beleuchtet von den noch spaerlich funltionierenden Notaggregaten. Mehr Spuren eines Kampfes. Strahlenwaffen, Laswaffen, Projektilwaffen. Doch sosehr man sich auch bemuehte, es fanden sich keine Leichen. Keine Ueberreste von Ausruestung, nichts. Einzig der fast suessliche Hauch von Verwesung, der sich zunehmend in der stickigen Luft befand. Hier und da drehten sich noch muede die CO2 Austauscher, aber machten auch zunehmend den Eindruck, dass sie aus dem letzten Loch pfiffen. Eine Wartungsluke fuehrte die Drei eine schmale Treppe hinunter, welche den Arbeitern wohl frueher mal Zugang zum mechanischen Innenleben der verschiedenen Baender oder sonstwas gewaehrt hatte. Myra hatte wenig Ahnung von alledem, doch ihr Bauchgefuehl sagte, dass sie weiter nach unten mussten. Immer weiter nach unten. Die Temperatur stieg leicht an und so nahm auch der Geruch zu. Sie fanden sich in einer spaerliche beleuchteten Unterkunft wieder, nicht unaehnlich der Barracke, in welcher sie an der Oberflaeche uebernachtet hatten. Die Schuetzin konnte nicht sagen, wie und wann sie hierhergefunden hatten. Die Kopfschmerzen waren mittlerweile so heftig, dass es ihr zunehmend schwerer fiel einen klaren Gedanken zufassen. Sie brauchte eine Pause. Der Boden fuehlte sich kuehl und angenehm an. Genauso das Wasser, das ihre Kehle hinunterrann wie fluessiger Balsam. Jemand sprach zu ihr. Arthur. Seine Worte klangen fern und mussten mehrere Lagen von Schmerz durchdringen. Sie winkte ab. “Es geht schon,” murrte sie und blinzelte mehrmals, ihr Blick abwesend auf den Eingang des kleinen unterirdischen Gebaeudes gerichtet.

Skella spuerte die Gestalt bevor sie sie im Tuerrahmen sah. Eine scheinbar weibliche Form, nicht viel grosser als sie selbst, kam, scheinbar aus dem Nichts, einen weiteren Schritt nach vorne geschlurft und blieb in etwa 15m Entfernung stehen. Ihr Kopf war halb in Richtung Boden gesenkt und der Geruch, der mit ihr in den Raum gekommen war, haette die Psionikerin normalerweise wohl unter anderen Umstaenden zum Uebergeben veranlasst. Und doch fuehlte sie sich nicht schlecht, ganz im Gegenteil. Dieses Gefuehl der Waerme und Geborgenheit war mit voller Wucht zurueckgekehrt und wenn es nach einem Teil ihres Verstandes ging, kam da eine lange verloren geglaubte Freundin durch den Eingang auf sie zu. Die Frau trug halb zerissene Kleidung, die darauf hindeutete, dass sie zu irgendeinem Zeitpunkt mal hier unten gearbeitet hatte. Ihre Haare waren wohl dunkelblond, zumindest liess das Licht hier unten diese Annahme zu. Sie schob sich mehre Straehnen aus dem Gesicht. “Hallo. Willkommen,” die Stimme klang klar und freundlich. Einmal mehr ueberkam sie dieses vertraute Gefuehl. Zu sagen, dass die Visage der Frau entstellt war, war eine Untertreibung. An mehreren Stellen fehlte die Haut und offenbarte hellen Knochen. An anderen Stellen hatte sich eine Art dunkelgruenes Geschwuer ueber das Gesicht gelegt von dem eine eitrige Fluessigkeit auf den Boden tropfte. Anstelle des linken Auges befand sich ein dunkles Loch, das andere war offen und viel zu dunkel, dennoch schien die Figur keinerlei Probleme damit zu haben, die drei Anwesenden im Raum auszumachen. Trotz ihres abstossenden Auesseren spuerte die Psionikerin keinerlei Ekel, nichts was irgendwie darauf schliessen liesse, dass hier etwas nicht stimmte.

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Beitrag von Elodriel am Mi Aug 30 2017, 11:20

Die Wanderung hinab war eintönig und anstrengend. So viele Stunden zu laufen, ohne auch nur das Gefühl zu haben, dass man voran kam, weil alles gleich aus sah, war einfach ermüdend.
Da war diese unterirdische Verteilerhalle wahrlich eine Erleichterung, auch wenn es im Grunde ja nur ein weiterer Abschnitt des schier endlosen Weges in die Tiefe war.

'Hinab, hinab in den Schlund der Erde.' Woher diese Gedanken kamen, war ihr nicht bewusst, vermutlich einfach ein Konstrukt ihres angestrengten Hirns.

In der Baracke, in der sie eine Pause einlegten sah sie anfangs besorgt zur Schützin, doch dann lenkte sie irgendetwas ab. Sie sah sich um, konnte aber nichts sehen.
Jedenfalls anfangs nicht. Mit einem Mal tritt da eine Gestalt in ihr Sichtfeld. Eine freudige Überraschung, diese Frau hier zu treffen. Endlich würde man sich ausruhen können und mit einer guten Gastgeberin schwatzen.
Sie lächelte der Neuankömmlingin entgegen.

Gleichzeitig meldete sich aber auch ein anderer Teil ihres Hirns. Der praktischere, analytische. Er erinnert sie daran, dass es nicht normal ist, dass den Leuten das Fleisch vom Gesicht gepellt wird, bis man die Knochen sieht und Schimmel auf ihrem Antlitz wuchert. Überhaupt, was soll das bitte schön, dass hier jemand so einfach herumläuft, nachdem es auf dem Weg eher danach aussah, als hätten sich die Leute hier gegenseitig bekriegt.

Ihre rechte Hand will sich zum Gruß heben, ihre Beine sie zu dieser freundlichen Person tragen. Die linke Hand ballt sich zur Faust und etwas in ihr hindert die Beine am Laufen. Etwas, was sie in jahrelanger Ausbildung eingebläut bekommen hat. Etwas, dass jetzt ausgelöst wird und sich gegen die Verlockungen stemmt, die da auf sie einwirken.
Mühsam versucht sie ihre Lippen zu bewegen. Wie waren die Worte? Sie musste sie aufsagen können, wenn man sie nachts um 4 aus dem Bett geholt hat. Warum ging es jetzt so schwer?
Weil doch alles in Ordnung ist. Sie macht sich viel zu viele Sorgen. Wenn man zu Hause angekommen ist, muss man sich nun wirklich nicht um all das Böse sorgen, dass da draußen auf einen lauert. Hier ist man sicher.

Aber nein...'NEIN!' „Nein!“ Was in ihrem verstand ein Schrei war, kommt nur als flüstern hervor, aber es hilft. Es hilft dem linken Arm, sich zu heben und den Stab zu berühren, den sie an einer Kette um den Hals trägt. Es hilft, die Lippen daran zu erinnern, wie man sich bewegt, um Laute darüber kommen zu lassen. „Geheiligter Imperator, stehe mir bei. Schütze mich im Angesicht des Bösen und leite mich auf deinem Weg.“ Am Anfang dieses Gebets ging ihr Atem hastig, Schweiß perlte über ihre Schläfen. Doch am Ende fühlte sie sich ruhiger, stärker. Doch wie viel Zeit war da gerade vergangen?
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Beitrag von Adrian Kane am Di Sep 19 2017, 04:19

Wie aus grosser Entfernung spuert Skella eine warme Beruehrung, ein matter Sonnenstrahl an einem ansonsten bewoelkten, eiskaltem Morgen. Es ist weniger ein Gefuehl, sondern mehr der Funke einer Gewissheit, dass ihr Gebet erhoert wurde. Oder vielleicht ist es auch nur Ausdruck eines letzten Wunsches hier, tief unter der Erde, fernab der Zivilisation. Der menschliche Verstand krallt sich, der Verzweiflung ausgesetzt, gerne jeden noch so fernen Strohhalm, egal wie abwegig er scheint. Fuer einen Moment nimmt sie den Geruch wahr, der da in Form der Frau auf sie zugeschlurft kommt und ihr Magen rebelliert umgehend. Mit aller Kraft versucht die Psionikerin die neu gefunden Staerke und Ruhe weiter zu fokussieren, einen mentalen Schild gegen diesen Angriff aus dem Immaterium aufzubauen. Und tatsaechlich, die Gestalt haelt inne und obwohl man es sich eigentlich nur schwer vorstellen kann, verzieht sich das grausam verstellte Gesicht zu einer Grimasse, der Kopf legt sich schief, allerdings mehr aus Neugier und Interesse.

Eine Woge dunkler, chaotischer Energie branded gegen Skellas inneres Schild als die Frau den halb verwesenden Arm austreckt und der Rothaarigen unbeholfen ueber das Gesicht streichelt. Die Konzentration und ihr Wille schmelzen innerhalb eines Atemzuges dahin. So sehr sich ein Teil von ihr dagegen wehren will, etwas anderes empfindet die Beruehrung als trostvoll. Sie verspricht Stille und Geborgenheit, wo vorher nur Gehorsam, Strenge, Training und ganz allgemein das Ueberleben im Vordergrund standen. "Pssssst," beginnt die Stimme wieder, ein sanftes Fluestern, wie zu einem Kind, "Du weisst doch, dass auf eurem goldenen Thron nur eine Leiche sitzt. Er hoert schon lange keine Gebete mehr." Sie laechelt. Eine Gestalt stuermt ins Gesichtsfeld der jungen Psionikerin, Arthur. Er ruft etwas. Schreit. Die Worte dringen nicht wirklich an ihre Ohren. Als wuerde er versuchen durch einen Sandsturm hindurch mit ihr zu kommunizieren. Der Koerper der Bessessenen zuckt einmal, scheinbar von einem Schuss getroffen, dann streckt sie den Arm aus und der Kundschafter knallt hart gegen die naechstbeste Wand wo er zusammensackt. Sie streckt die Hand aus. Erwartungsvoll. Wie in Trance greifen Skellas Finger nach ihre Laspistole und positionieren die Waffe in der entstellten Hand. Es war richtig so, wie konnte er es wagen? Oder nicht?

Die Entstellte schaut sich die Waffe eine Weile lang neugierig an, als haette sie so etwas noch nie gesehen. Ein knochiger Finger loest den Sicherheitshebel. Sie macht einige Anstalten die Pistole anzulegen, was in makaberer Weise unbeholfen wirkt. Ein kehliges Lachen entfleucht ihrem Mund. "So? Nein, zeig du es mir," die Rothaarige macht einen Schritt nach vorne, korrigiert die Position der Frau, fuehrt die linke Hand unter die Rechte, wo sie die Waffe zusaetzlich abstuetzt. Etwas in ihrem Hinterkopf schreit auf, wie ein wildes Tier in einem Kaefig. Doch der Kaefig haelt. "Ahh," wieder das morbide Laecheln. Der Finger kruemmt sich um den Abzug. Einmal, zweimal, fuenfmal. Ozoniger Geruch dringt an die Nase der Psionikerin, dazu das suessliche Aroma verbrannten Fleisches. Ihr Blick wandert hinueber zu Arthur. Sein Gesicht ist voellig verbrannt und entstellt. Hier und da fallen schmorende Hautfetzen auf den Boden und der Kopf sackt leicht nach links, da die Haelfte des Halses von einem Schuss vaporisiert wurde. Der Gestalt der Frau entfaehrt ein gutturales Kichern. "Er haette ja einfach still da sitzen koennen wie deine Freundin," sie zeigt auf Myra, die scheinbar bewusstlos zusammengesackt ist. Bevor Skella irgendeinen Gedanken fassen kann, zucken ihr aus Richtung des Eingangs zwei blaue Lichtlanzen entgegen. Eine davon trennt sauber den Kopf der entstellten Frau ab, welcher mit einem dumpfen Schlag auf den Boden faellt und vor ihren Stiefeln zum Stillstand kommt. Die Lippen bewegen sich noch. "Wir sehen uns...spaeter, Skella," ein letztes Laecheln, dann erstirbt die dunkle Energie des Immateriums genausoschnell wie sie gekommen war.

Mit einem Schlag ist die junge Frau wieder Herrin ihrer Sinne, als haette jemand in einem stockdunklen Raum das Licht angeknipst oder irgendwo die Schleusentore weit geoeffnet. Leider hat sie keine Zeit fuer Selbstmitleid, den der schwere Klang von Raumstiefeln kuendigt die naechsten Besucher an. Ein paar Meter vor ihr materialisieren sich aus dem Nichts zwei Gestalten. Dunkelblaues Lichtflackern kuendigt das Deaktivieren eines Tarnfeldes an. Die Linke Figur ist etwa 2,10m und haelt ein Starhlengewehr auf sie gerichtet. Das Gesicht verdeckt von einer Maske, die den dunklen Ganzkoereranzug abrundet. Flankiert wird die Person von einer kleineren zu seiner Rechten, die genauso ein Gewehr auf sie gerichtet haelt. Das Visier seines Helmes faehrt nach oben und offenbart die Zuege eines vernarbten menschlichen Mannes. "Du. Zu wem gehoert ihr? Imperiale Armee?"

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Beitrag von Elodriel am Sa Sep 23 2017, 22:32

Die Psionikerin bekommt mit einem Vorschlaghammer die Erkenntnis rein geprügelt, was sie da gerade getan hat. Das Entsetzen krallt sich in ihren Eingeweiden fest und lässt diese Achterbahn fahren. Das war quasi so, als hätte sie selbst den Abzug gedrückt. Sie ist dem Tod geweiht. Und auch der Imperator wird ihr da nicht mehr beistehen können. Egal, ob er nun eine Leiche ist oder nicht...sie hat alles Wohlwollen, dass er vielleicht gehabt haben könnte verspielt. Sie war schwach. Irgendwie muss sie das wieder gut machen.

Doch vorerst lebt sie noch und ihr Wille, das so zu belassen, lässt sie auf die Neuankömmlinge reagieren. Es fällt ihr nicht schwer, einen Schock vorzugaukeln, denn im Grunde hat sie so etwas ja sogar wirklich...irgendwie. “Wir sind Imperiale, ja.” Absichtlich antwortet sie so. Sie will das mit der Inquisition nicht sofort an die große Glocke hängen, aber auch nicht lügen und behaupten, dass sie vom Militär wären.
Sie weicht etwas zurück und bringt so Abstand zwischen sich und diese beiden Gestalten. “Wer seid ihr?” Kurz sieht sie sich nach Myra um, um sich zu vergewissern, dass diese tatsächlich ohnmächtig ist.
Als nächstes will sie sehen, wie viel diese Leute gesehen haben. “Was war das?” Auf diese Antwort ist sie besonders gespannt. nicht, weil sie nicht wüsste, was es gewesen ist, sondern weil sie sich erhofft, dass die beide andeuten, ob sie das Verhalten Skellas beobachtet haben.
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Beitrag von Adrian Kane am Di Okt 03 2017, 03:08

Die immer noch behelmte Gestalt sagte etwas in einer gutturalen und dennoch melodioes klingenden Sprache. Was immer es war, er senkte sein Gewehr keinen Millimeter. Der Vernarbte neben ihm zoegerte einen Moment, blickte von der frischen Leiche hinueber zu Myra, dann zurueck zu Skella. Schliesslich entspannte er sich etwas. "Ich? Gue'vesa natuerlich," eine deutliche Spur Stolz untermalte den Ausdruck, der der Psionikerin irgendwie vertraut vorkam. "Imperiale Tau-Ueberlaeufer," die Stimme der Scharfschuetzin klang schwach, aber die Rothaarige konnte erkennen, dass sich ihre Kameradin lautlos aufgerappelt hatte und die beiden Neuankoemmlinge mit blutunterlaufenen Augen betrachtete. Ihr Gewehr war gesenkt und wenn sie von Arthurs Tod emotional betroffen war, so zeigte sie es nicht. "Der andere da ist ein Kundschafter der Feuerkaste," sie nickte in Richtung des Xenos, der immer noch so da stand, als waere er versteinert. "Und das sind wohl diejenigen, die diese elende Mine abgeriegelt haben," sie hustete ein paar mal, was ein schwaches Echo durch die Gaenge jagte. "Nicht gut genug scheinbar," grunzte der menschliche Ueberlaeufer und blickte einmal mehr auf den ehemaligen Kundschafter.

Der Xenos wiederholte seine Worte von vorher, weniger melodioes diesmal und von einem energischen Zucken seines Gewehres begleitet. Myra starrte erst ihn, dann den Ueberlaeufer an. "Die da ist eine Psionikerin," sagte dieser schliesslich, die Feststellung klar in seinen Worten als waere es Vorwurf und Urteil gleichermassen. Muede schuettelte die Schuetzin den Kopf. "Jaja und sie hat damit," ihr Hand gestikuliert matt in Richtung der toten Bessessenen, "Nichts zu tun oder? Ihr habt uns bis jetzt noch nicht erschossen, also nehme ich an, dass der Feind meines Feindes auch hier unten mein Freund ist?" Myra wollte sich die Schlaefen massieren und mindestens zwei Jahre am Stueck schlafen. Stattdessen musste sie hier unten mit Aliens und Ueberlaeufern verhandeln, Skella im Auge behalten und ganz generell herausfinden was in den letzten zehn Minuten passiert war. Natuerlich war das Gefuehl seltsam vertraut, dieser Blackout, Dunkelheit, sie hatte es schonmal erlebt, damals, als das Chaos auf diesem elenden Planeten....nein, sie konnte, durfte jetzt nicht daran denken. Die Psionikerin hatte Arthur nicht getoete, das war die andere Frau gewesen, dessen war sie sich sicher. Oder nicht? Und selbst wenn, der Kundschafter war ein militanter Xenos-Hasser gewesen, wahrscheinlich besser aufgehoben im Ordo Xenos und nicht bei ihnen. Dunkel erinnerte sie sich an das ueberraschte Gesicht der Eldar Frau auf der St. Marina, dann das des kleine Maedchens und des Assassinen. Vielleicht war es besser so. Diese Tau waren eine Chance hier raus. Eine Chance, die der militante Arthur niemals ergriffen haette. Und die Inquisition bekaempfte das Chaos, nicht die Xenos.

Myra blickte auf als das Alien erneut sprach. Der Ueberlauefer nickte nur und senkte seine Waffe. "Gut, wir stecken alle gemeinsam hier unten fest. Kommt," er senkte seine Waffe, das Alien tat es ihm gleich, dann stiefelten beide voran in die Dunkelheit. Die Schuetzin musterte Skella skeptisch. Sie sah mitgenommen aus, gestresst, verschwitzt, unsicher, das volle Programm. Langsam lehnte sie sich nach vorn, bis ihr Kopf nur wenige cm von dem der jungen Frau entfernt war. "Du hast es gespuert, nicht wahr?" Ihr Zeigefinger strich langsam ueber die Schlaefe der Rothaarigen, "Da drinn," sie verzog das Gesicht, "Und von hier an wird alles nur noch schlimmer." Ihre Stimme war nicht vielmehr als ein Fluestern. Nach mehreren Herzschlaegen, die sich wie eine Ewgikeit anfuehlten, wendete Myra sich ab. "Die Tau sind wahrscheinlich unsere einzige Chance hier raus. Und was auch immer *das* war," sie nickte in Richtung des losgeloesten Kopfes, "Wenn ich raten muesste, der Einfluss eines Daemons, sowas hatten wir schonmal auf der Marina." Ein metallisches Klicken untermalte ihre Worte, dicht gefolgt von einem kaum wahrnehmbaren Summen. Das Scharfschuetzengewehr war zum Leben erwacht und wartete geduldig auf Ziele.

Einmal mehr ging es durch Dunkelheit und spaerlich beleuchtete Kammern. Notlichter, halb zerissenen Elektroleitungen, deren Funkenflug den Weg erhellte und unbekannte Erzadern, die sich wie Venen durch den bearbeiteten Fels zogen leuchteten der kleinen Gruppe den Weg. Der Geruch war derselbe. Abgestandene Luft, Faeulnis und etwas anderes, widerwaertiges, was jeder Beschreibung spottete. Myra wusste, dass sie weiter nach unten gingen, immer weiter nach unten, aber sie hatte jegliche Orientierung verloren. Sie folgte einfach stumm den beiden Tau, warf hin und wider einen Blick auf die Psionikerin, und versuchte so wenig wie moeglich nachzudenken. Die einzigen Geraeusche waren die sterbenden CO2 Austauscher und ihre eigenen Stiefel. Manchmal unterbrochen von einem bestialischen Schrei, irgendwo aus der Ferne. Myra wusste nicht wer es war, oder was mit der Person geschah, aber sie stellte sich vor, dass so ein Mensch schrie, dessen Seele bei lebendigem Leib aus dem Koerper gerissen wurde.

Ohne jegliche Vorwarnung standen sie schliessliche in einem behaelfsmaessigen Lager. Da waren noch mehr menschliche Tau Ueberlaufer, mindestens 20, und echte Tau der Feuerkaste, Myra zaehlte ein Dutzend, und natuerlich der enorme Xenos in der Mitte des kleinen Lagers. Die Figur trug einen dunklen, goldgelben Ganzkoerperanzug, der sein Gesicht verdeckte. Bei ihrer Ankunft bewegte er sich mit der Geschmeidigkeit und Finnesse eines Raubtieres zu den beiden Frauen hinueber. Seine Koerperhaltung war nicht bedrohlich, doch beide wussten sofort, dass es sich hier um den Anfuehrer der Gruppe handlen musste und dass dieser ihre eigenen Fertigkeit weit in den Schatten stellte. "Und hier sind die Neuankoemmlinge....Gut," seine Stimme, obwohl sie durch den mechanischen Filter seines Helmes drang, klang einladend, fast freundlich und ruhig. "Und diese hier," seine behandschuhte Hand deutete auf Skella, "Der dunkle Jaeger in der Tiefe hat zu dir gesprochen?"

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Beitrag von Elodriel am Sa Okt 14 2017, 14:24

Die Vorstellungsrunde ließ sie über sich ergehen und überließ Myra vorerst das Reden. Dass diese wieder wach war, machte sie einerseits nervös, aber andererseits war sie ganz froh, dass die Scharfschützin nun die Kommunikation übernahm.
Die Nachfrage bezüglich der Schuld nimmt sie hin, schüttelt leicht den Kopf, aber sagt dazu nichts weiter. Sie war es ja wirklich nicht persönlich. Nicht so wirklich. Das ist das Mantra, dass sie sich gerade selbst immer wieder vorbetet. Die Nachfrage ließ aber auch immerhin vermuten, dass Myra tatsächlich nicht mitbekommen hat, was vorgefallen war.
Sie erwiderte die Blicke des Überläufers und des Xenos, wartete ab, wie diese nun entschieden und bereitete sich innerlich darauf vor, sich und Myra eine Flucht zu ermöglichen, sollten die beiden Fremden zu dem Schluss kommen, dass es besser war, jeden möglichen Wirt für diesen Dämon auszuschalten, ehe es zur Besessenheit kam. Wobei die Frage blieb, ob das reine töten ausgereicht hätte, um diesen Effekt zu verhindern. Der Körper der Frau, die am Boden lag, ließ anderes vermuten.
Aber sie wurden eingeladen, um zusammen zu arbeiten. Jedenfalls wirkte es so und das machte ja auch mehr Sinn.

Auf dem Weg durch die Dunkelheit, hinab in die Tiefe sprach sie dann doch wieder zu Myra. “Ich habe es gespürt. Tief in meinem Verstand. Wie ein stumpfes Messer, dass sich gewaltsam durch meinen Verstand drückt. Ich konnte mich nicht rühren. Kurzfristig hatte ich es geschafft, mich davon zu befreien, aber dann hat es nur umso stärker zugepackt. Ich muss mich stählen. Wenn wir noch einmal auf diese Kraft stoßen, will ich nicht wieder so hilflos sein. Ich hatte es kurz geschafft, also geht es. Hoffentlich bin ich jetzt vorbereitet genug.” So ganz sicher war sie sich selbst nicht, aber sie musste es versuchen, aufgeben war keine Option.

In der Halle sah sie sich erstmal um. Die Auren der Überläufer waren deutlich spürbar, aber die der anderen Anwesenden nicht. Das war eine neue Erfahrung. Noch eine. Langsam hat sie davon genug heute. Nur irgendwie befürchtete sie, dass das noch lange Zeit so weiter gehen wird hier unten.
Der Großgewachsene sorgte dafür, dass sie sich unwohl fühlte. Er schien sehr fähig und gefährlich. Aber es schien bisher nicht zu reichen. Wenn so jemand schon nicht erreichen konnte, wofür sie hier waren, wie sollten Myra und sie das schaffen?
Sie sah zu Boden, hob den Kopf dann aber doch, als er sie so direkt auf das ansprach, was passiert war. Sie sah dorthin, wo sie die Augen vermutete. “Gesprochen...so könnte man es ausdrücken. Ich würde es eher geistig vergewaltigt nennen.” Sie klang wütend und schüttelte den Kopf. “Ich will das nicht wieder spüren.” Sie atmet tief durch. “Und ihr? Habt Ihr schon viel damit zu tun gehabt?”
Sie versuchte sich darüber klar zu werden, was sie da vor sich hatte. War es einfach ein groß gewachsener Tau? Oder noch etwas anderes? Aber sie ging davon aus, dass es sich wirklich 'nur' um einen Tau handelte. Und ähnlich wie Myra dachte auch sie, dass das hier ihre einzige Chance war, überhaupt etwas zu erreichen. Daher hatte sie auch wenig Bedenken, dem Fremden gegenüber so deutlich zu sagen, wie die Begegnung mit dem Dämon für sie war.
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Beitrag von Adrian Kane am Di Okt 31 2017, 04:43

Der Anfuehrer der Tau starrte die Psionikerin einen Weile lang an. Es war kein wirklicher Blickkontakt, denn sein Kopf wurde von einem massiven Helm geschutzt, an dessen vorderem Ende eine runde, blau leuchtende Linse angebracht war. Direkt daneben fanden sich drei weitere, kleinere, Bilduebertragungsmechanismen, bei denen Skella nur mutmassen konnte, welchem Zweck sie dienten oder welche Daten sie dem Alien hinter der Maske uebermittelten. Die Schulterblatter waren ebenso massiv und die Psionikerin konnte erkennen, das kleine Waffenvorrichtungen daran angebracht waren. "Commander Ironhide, das hier ist mein Jagdgeschwader", er machte eine umfassende, ueberraschend geschmeidige Bewegung mit dem linken Arm, dann griff er nach einer massiven Waffe, die etwas entfernt zu seinen Fuessen lag. Sie erinnerte an eine grosse Gatlinkanone, beinahe so lang wie Skella und schmiegte sich ueberraschend nahtlos in seine Unterarmhalterung. Er nahm eine Justierung vor, die Waffe summte leise, schliesslich legte er sie ebenso muehelos wieder weg. "Was davon uebrig ist," es war schwer zu sagen, aber die Psionikerin meinte, so etwas wie Reue in seiner Stimme zu hoeren. "Und ja, Skella Merin vom Ordo Malleus, wir haben leider mehr damit zu tun gehabt als uns allen lieb ist. Diese...Kreatur bedroht jedes Lebewesen auf Carmis Magna, sei es nun Imperial oder Tau."

Myra machte einen Schritt nach vorn der sie in Armeslaenge zu Skella brachte. Ihr Blick musste Ueberraschung ausgedrueckt haben, denn Ironhide wendet sich nun an sie. "Auch du bist uns bekannt, Myra Helena Sokulev," der Huene machte eine Geste, die als Schulterzucken durchgehen konnte. "Wir behalten gerne ein Auge oder zwei auf die Aktivitaeten eures Ordo, umsomehr wenn diese einen unserer Planeten umfassen," den beiden Frauen entgeht nicht die Betonung auf 'unserer'. Die Schuetzin entspannte sich dennoch ein wenig. Wenn man sie haette toeten wollen, waere es schon laengst passiert. Auch ihre Waffen hat man ihnen nicht abgenommen, ein weiteres - deutliches - Zeichen, das auf eine gewuenschte Zusammenarbeit hindeutete. Sie atmete tief durch. Die Luft in diesem Segment der Mine schien geringfuegig besser zu sein. Immer noch abgestanden aber weniger...beschmutzt. An mehreren Ecken finden sich behelfsmaessige Unterkuenfte die entfernt an Zelte erinnern. Blaue Lichter markierten Vorratskisten, Zelte und eine relativ zentral gelegenes Gebaeude, was noch aus den aktiveren Zeiten der Mine stammen musste. Nicht viel mehr als ein verbesserter Container, umfunktioniert zu einem Buero oder dergleichen. Der ehemalige Sitz eines hoeheren Angestellten. Alles in allem schien es eine gut zu verteidigende Position zu sein. Zwei schmale Eingaenge, kuenstlich verengt mit Geroell, Selbstschussanlagen, nicht schlecht.

Ironhide deutete auf ein paar Kisten, dann liess er sich selbst gegenueber auf einem groesseren Gesteinsbrocken nieder. Nach kurzem Zoegern nimmt Myra Platz. "Der dunkle Jaeger bedroht uns alle. Tausende von Tau sind seinen Machenschaften zum Opfer gefallen," einer der menschlichen Ueberlaeufer bot den beiden Frauen Wasser aus behelfmaessigen Bechern an. Die Schuetzin nahm einen gierigen Schluck. Es schmeckte genauso abgestanden wie die Luft roch, aber es war kalt und in der Tat Wasser, kein Grund sich zu beschweren. Sie murmelte ein "Danke." Ironhide nickte. "Es ist gut, dass der Ordo Malleus dieser Situation Beachtung schenkt. Obschon ich nicht sicher bin, wie drei...," er zoegerte einen Moment, "Zwei Kriegerinnen allein mit dem Jaeger fertig werden sollen." Myra hustete leiste. "Wie dem auch sei. Ihr seid hier. Und seit Aeonen gilt: 'Der Feind meines Feindes ist mein Freund', so wie ich es sehe, koennt ihr euch euren menschlichen 'Xenos' - Hass nicht leisten, von daher...," einer der Ueberlaeufer entschuldigte sich, lehnte sich vor und schien etwas ins Ohr, oder eher Audiouebertragungsgereat, des Tau zu fluestern. Der Anfuehrer schuettelte in einer mueden Geste den Kopf. "Entschuldigt mich bitte einen Moment." Mit einer Grazie, die man ihm nicht zugetraut haette, erhob er sich und stapfte in den behelfsmaessigen Container.

Myra studierte die Zuege der Psionikerin. Ihr junges Gesicht sah im blauen Schein des kuenstlichen Lichtes irgendwie unheimlich aus, und aelter. "Was du auf dem Weg hierher gesagt hast," faengt sie mit leiser Stimme zu sprechen an. "Ich verstehe davon weniger als du, habe weniger Verbindung zu dem...Uebernatuerlichen," es fiel ihr offensichtlich schwer darueber zu sprechen. "Keine Ahnung ob ihr sowas auf eurer 'Psioniker-Schule' lernt," sie laechelt schwach und etwas gezwungen, "Aber selbst wir 'Normalen' koennen Opfer von dieser...Kontrolle werden." Skella hatte das Gefuehl, das die Schuetzin noch mehr zu diesem Thema sagen wollte, es kommt aber zunaechst nicht mehr. Myra blickte auf den Boden, lebeloses Gestein, ein paar Kruemel irgendeines Brotes. "Ironhide wird definitiv nach unserer Kooperation fragen hier. Und ich denke, ich werde sie ihm geben," sie blickte die Rothaarige an. Zum ersten Mal sieht Skella die verkrusteten Ueberresste wo Myra scheinbar ziemlich heftiges Nasenbluten gehabt hatte. Ein Detail, das sich in der allgemeinen Dunkelheit gerne verliert. "Was denkst du? Besser mit den 'Xenos' als tot, oder? Wer weiss wann der Rest des Ordo oder gar die Armee hier aufkreuzt...."  

Es war so eine Sache mit der Imperialen Flotte. Nie war sie da, wenn man sie wirklich brauchte, so scheinte es zumindest. Doch war dieser Eindruck vor allem dadurch geschuldet, dass sich das Imperium ueber einen gewaltigen Raum erstreckte und das Militaer nicht ueberall sein konnte. Sicher war es wahr, dass die Truppen des Gottimperators jetzt, im 40. Jahrtausend, weit vom Glanz von vor 10.000 Jahren entfernt waren. Auf der anderen Seite war es toericht, gar wahnsinnig die Macht der Imperialen Flotte zu unterschaetzen. Ja, die Reaktion war oft langsam, durch die Buerokratie des Administratus und interne Politik behindert. Aber wenn dann dochmal die geballte Macht einer Befreiungsflotte zu einem belagertem System geschickt wurde, hatte sie in der Regel die Angewohnheit alles und jeden unter dem Stiefel der Menschheit zu zermahlen. Myra hatte es schon selbst gesehen. Und gehoert. Das schrille, unheilverkuendende Kreischen von Droppods, die durch die Atmossphaere fallen. Durch die Luft jagende Thunderhawks. Und natuerlich der alles verschluckende Klang von abertausende von Kettenfahrzeugen und Walkern, die den Boden und die Herzen von Feinden gleichermassen zum Erschuettern bringen.

Aber sie war hier. Auf Carmis Magna. Nicht unbedingt ein Ziel, welches hohe Prioritaet in den Augen des Imperiums genoss. Sie hoerte Ironhides Stimme aus dem Container schallen, konnte aber nicht ausmachen, um was es ging. "Immer nur die Pflicht hier und der Imperator da und jetzt muessen wir wieder in die Bresche springen, irgendwie ist es unfair." Der Ueberlauefer, der die beiden ins Camp begleitet hat, ging an den Frauen vorbei. "Ironhide wird in ein paar Minuten wieder bei euch sein." Myra nickte abwesend.

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Beitrag von Elodriel am Fr Dez 01 2017, 18:02

Die Psionikerin begegnete dem Blick des Xenos ohne Scheu, was aber vermutlich vor allem daran lag, dass sie ja im Grunde nur einen Helm ansah, der zwar imposant und hochtechnisch wirkte, aber im Endeffekt dann doch nur ein Gebrauchsgegenstand war. Wie es ausgesehen hätte, wenn ihr der Tau direkt in die Augen geblickt hätte, konnte sie nicht sagen.
Deutlich mehr Eindruck machte es auf sie, dass er sie beim vollen Namen nennen konnte. Soweit sie wusste, hatten die Tau gar keine Psioniker in ihren Reihen, wenn nicht gerade einer der menschlichen Überläufer einer sein sollte. Daher war die Wahrscheinlichkeit, dass hier irgendwer ihre Gedanken gelesen hatte, um das herauszufinden eher klein. Da konnte man wohl eher von Spionage ausgehen, was er dann ja auch im Grunde auch bestätigte mit seinen weiteren Ausführungen.
Sie hörte sich an, was er zu sagen hatte und nickte immer mal. Bei seiner Frage, was zwei Kriegerinnen ausrichten sollten, musste sie sich anstrengen, nicht schief zu grinsen.. Im Grunde war hier schließlich nur eine Kriegerin und das war Myra. Bisher hatte Skella das Gefühl, wirklich unnütz zu sein. Kein schönes Gefühl, wie sie feststellen musste.
Er bot ihnen also eine Kooperation an? Mit den Tau verbünden? War das schon Kollaboration mit dem Feind? Immerhin ging es hier darum, einen wesentlich schlimmeren Feind zu überwinden, da konnten sie in der Wahl ihrer Verbündeten wenig wählerisch sein, oder? Natürlich, aus Prinzip müsste man das ausschlagen. Aber was würde ihnen nun ein harsches pochen auf Prinzipien bringen? Misserfolg bei der Mission und vermutlich sogar den Tod.
Ehe sie Ironhide antworten konnte, entfernte dieser sich wegen irgendeiner wichtigen Angelegenheit. So blieb sie mit Myra zurück. Sollte ihr Recht sein, denn so konnte sie sich mit dieser nun beratschlagen.
Ähnlich dachte die Schützin offenbar auch, denn sie fing an zu sprechen, sobald sie das Gefühl hatte, halbwegs allein zu sein. Auch die Psionikerin versucht etwas von dem Wasser, während die Schützin sprach und merkte sofort wieder, wie noch etwas mehr Lebensgeister in ihr erwachten. Das war wohl das beste abgestandene Wasser, welches sie jemals probiert hatte. Was so ein Wüstenaufenthalt und geistige Vergewaltigung doch aus einem macht.
Sie nickte zu den Worten der Schützin bezüglich dessen, dass es auch normale Menschen treffen konnte. Das half nur wenig, aber immerhin.
Interessanter war da schon die Überlegung Myras bezüglich des Angebots von Ironhide. “Da ich nicht sehen kann, wie wir zwei das allein schaffen sollten und ich mir nicht vorstellen kann, dass es gut ankommt, wenn wir unverrichteter Dinge zurückkehren, ist dieses Angebot der Tau wohl unsere beste Chance. Wir müssen nur hoffen, dass uns das später nicht vorgeworfen wird. Aber wenn wir Erfolg haben sollten, dann wird man vermutlich nicht zu genau fragen, wie wir das geschafft haben...und wenn wir versagen, dann ist ein Erschießungskommando wohl unsere geringste Sorge.” Sie seufzte leicht und sah sich um. In solchen Momenten konnte man solche Verräter wie die hiesigen Überläufer fast verstehen. Aber eben auch nur fast.

Myras Anmerkung bezüglich der Ungewissheit über die Ankunft von Verstärkung konnte sie nur teilen. Dass ein entsprechend großes Kontingent der Armee hier auftauschen würde, war wohlkaum zu erwarten. Außerdem würde das vermutlich eher zu einem Konflikt mit den Tau, als mit der Gefahr hier unten führen.
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Beitrag von Adrian Kane am Fr Jan 19 2018, 02:13

Sie schob einen kleinen Stein mit der Stiefelspitze zur Seite und nickte dann der Psionikerin zu. "Dem Ordo Malleus ist eigentlich oft jedes Mittel Recht um gegen den wahren Feind zu kaempfen. Zumindest habe ich das so verstanden", ein Schulterzucken unterstrich die vermissende Festigkeit in ihrer Stimme. Natuerlich hatte sie keinerlei Zeifel, dass irgendwer irgendwo mit dem Finger auf sie zeigen wuerde - sofern dann noch genug von ihnen uebrig war. Allein die Tatsache, dass sie hier mit Xenos und Ueberlauefern palaverten konnte sie in unzaehligen Planetensystemen den Kopf kosten. Wie aus dem Nichts wurde das kleine Lager von einem blauen Leuchten erhellt, welches sich wieder und wieder wiederholte, so schnell, dass die beiden Frauen ihre eigenen Bewegungen nur noch abgehackt wahrnehmen konnten. Begleitet wurde das Farbenspiel von einem unscheinbaren, gedaempften Geraeusch, dass entfernt an die Entladung einer Laspistole erinnerte, aber in Wirklichkeite eine der Perimeterverteidigungsgeschuetze der Tau war. Aus einiger Entfernung hoerte man lautes Roecheln und dann mehrere Stumpfe Schlaege. Schliesslich Stille.

"Wiedergaenger," ertoente Ironhides Stimme hinter den beiden Frauen. Irgendwie hatte der Koloss es geschafft, trozt seiner massigen Ruestung sich voellig lautlos zu bewegen. Die Schuetzin kratzte sich an der Nase, darum bemueht unbeeindruckt zu wirken. "Der Jaeger weiss wo wir sind, hat aber nicht genug Menschensklaven uebrig um uns zu ueberrennen", erdeutete mit dem gepanzerten Arm in Richtung des Ganges, von welchem eine Brise Ozon und verbrannten Fleisches hinueberwaberte. Skella spuerte ein seltsames Ziehen irgendwo im Hinterkopf. Und dann ein leichtes Schwindelgefuehl, als haette jemand an der kuenstlichen Schwerkraft eines Schiffes herumgespielt. "Wir wissen nicht viel darueber, aber allem anschein nach wird der Grossteil der noch lebenden Sklaven dafuer verwendet hier unten ein Portal irgendeiner Art zu oeffnen und von dort Verstaerkung herbeizurufen." Er machte ein paar Schritte zur Seite und nahm ein kleines, goldenes Geraet von einem herbeieilenden Soldaten in Empfang. Das Ding sah aus wie eine Art vorsintflutliche Tellermine. Der Tau Commander stellte es behutsam auf den Boden.

"Das wuerde ein paar der anderen Phaenomene in der Wuste erklaeren", Myra hatte sich zur Psionikerin gewandt. "Die Grenze zum Immaterium ist hier verdammt duenn. Ein bischen mehr und das Tor ist offen" ihre Stimme klang leise und vergleichsweise schwach. Ironhide nickte. "Ja. So wie wir es verstehen. Und was passiert wenn ein Imperialer Planet von Daemonen ueberrant wird?" Die Schuetzin wurde bleich. "Das kommt darauf an. Wenn das System wichtig genug ist oder in der Naehe eines wichtigen Systems ist kann ein Exterminatus angeordnet werden um den Planeten...zu saeubern." Der Ende des Satzes fiel ihr schwerer als der Anfang. "Unvorstellbare Leiden fuer die Bevoelkerung durch eine daemonische Invasion und schliesslich der Tod. Eine barbarische Methode. Aber effektiv." Der grosse Tau schuettelte langsam den Kopf waehrend er die beiden Frauen aus seiner blauen Linse anstarrte. "Aber denken wir das Szenario weiter. Die Daemonen fangen damit an Carmis Magna zu ueberennen, unbeeindruckt von Rasse oder sonstiger Zugehoerigkeit. Genauso wird ein Exterminatus *alles* Leben vernichten...", die Schuetzin blickte Ironhide eine Weile lang an. Dann beendete sie den Satz fuer ihn.

"...das waere die Vernichtung von zivilen Tau in einer noch nie dagewesenen Groessenordnung durch das Imperium. Ich nehme nicht an, dass eure Fuehrung das ignorieren kann." Ironhide schuettelte einmal mehr den Kopf. "Unmoeglich. Der Ruf nach Vergeltung waere zu gross alsdass irgendwer dies ignorieren koennte. Der Krieg zwischen unseren Reichen wuerde noch weiter eskalieren." Es war offensichtlich, dass dem Huenen diese Vorstellung nicht behagte. "Das traegt definitiv die Handschrift der Maechte des Chaos, intrigieren und hinterruecks Maechte gegeneinander ausspielen," Myras Gesicht verzog sich. Wie aus dem nichts projezierte das kleine Tau-Geraet ploetzlich eine blaueliche-durchsichtige Karte des Carmis Magna Systems etwa zwei Meter in der Luft schwebend. Die Schuetzin starrrte darauf. Da waren alle Planeten des Systems und natuerlich der Stern. In einiger Entfernung war ein roetlicher kleiner Kontakt markiert, ein duener Faden verband diesen mit dem Planeten. Die fremdartigen Symbole, welche darunter angeordnet waren, ergaben fuer sie wenig Sinn. Allerdings erinnerte sie das Design des kleinen Holograms auffaellig an das Flagschiff des Inquisitors. Wenn sie die Entfernungen richtig mass, war dieses allerdings noch mindestens 9 Tage oder mehr entfernt.

Viel naeher war ein hellblaues Cluster von Schiffen, vielleicht ein paar Stunden entfernt. Der Commander deutete darauf. "Das ist die", er zoegert einen Moment, offensichtlich nach den richtigen Worten suchend, "Stern von Vashy'ya. Ein schwerer Angriffskreuzer begleitet von einem kleinen Kampfverband." Myra zog sich die Muetze zurecht. "Ein orbitales Bombardment ist normalerweise eine wueste Angelegenheit. Eine grobe, plumpe Waffe. Ganz besonders bei euch Menschen", den beiden Frauen entging nicht die Spur von Abfaelligkeit, die in seiner Stimme mitschwang. "Die Stern ist im Vergleich ein chirugisches Instrument, dafuer gemacht ein Ziel aus grosser Entfernung mit grosser Praezision zu vernichten oder zu befrieden. Minimaler Kollateralschaden." Minimaler Kollateralschaden. Nicht gerade eine Wortkonstellation, welche man oft beim Imperium hoerte oder gar vermutete. Die Schuetzin war beeindruckt. Ironhide holte ein weiteres, kleines zylindrisches Geraet hervor. Es war bronzefarben und passte leicht in ihre Hand. "Ein Signaltransponder mit hoher Reichweite. Sobald er aktiviert wurde gibt es kein zurueck mehr. Die Stern wird wird einen Angriffsflug durch den hohen Orbit von Carmis Magna fliegen und auf diese Koordianten feuern", zur Untermalung seiner Worte setzte sich der kleine Cluster von Schiffen in Bewegung, naeherte sich dem Planeten, gab eine Art Energiesalve ab, und verschwand dann wieder. "Dabei wird dieses...Geschwuer an der Wurzel gepackt und herausgeschnitten." Myra verlagerte ihr Gewicht ein wenig. "Alles schoen und gut. Aber wie kommen wir dann hier raus?"
Ironhide machte eine Handbewegung und die Karte wechselte zu einer Uebersicht der Mine. Ein Labyrinth aus Gaengen, Abzweigungen und Kammern. "Hier," er deutete auf eine zentrale Stelle von welcher eine Art Schacht abging. "Wenn wir den Transponder dort aktivieren und dann durch diesen Versorgungsschacht extrahieren sollten wir schnell genug ausser Reichweite sein."

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Beitrag von Elodriel am So Apr 08 2018, 21:21

Die Psionikerin kam nicht dazu, der Schützin zu antworten, als diese anmerkte, dass der Ordo Malleus alle Mittel nutzen würde. Sie hätte auch nur zugestimmt. Zumindest oberflächlich und um sich besser zu fühlen, denn wirklich sicher war sie sich dabei gerade nicht.
So war es vermutlich sogar ganz gut, dass diese Verteidigungsanlage in dem Moment ausgelöst wurde. Skella zuckte zwar erschrocken zusammen, aber das hatte sich schnell wieder gelegt und so war das unschöne Thema erst einmal vorbei...eines der unschönen Themen.

Sogleich zuckte sie aber wieder zusammen, da der Tau mit einem Mal hinter ihnen stand. Sie war es nciht gewohnt, dass ein Lebewesen sich ihr unbemerkt nähert, ganz egal, ob dieses sich gut leise bewegen konnte oder nicht. Das machte es für sie gerade umso überraschender, dass der Hüne zu direkt hinter ihr zu sprechen begann.

Sie wandte sich dem Mann zu und hörte sich seine Äußerungen an und besah sich die visuellen Darstellungen.
Ihr gefiel dieses herablassende Gehabe nicht. Mochte ja sein, dass so ein Exterminatus ein sehr drastisches Mittel war, aber wenn die Bevölkerung eh komplett von den Wesen des Chaos korrumpiert war, dann war da sowieso nichts mehr zu machen. Dafür, dass es gar nicht erst soweit kam, dafür gab es ja den Ordo Malleus.
Gut, der Orden war offensichtlich nicht gut genug mit Ressourcen versorgt, wenn für so einen Einsatz wie diesen hier nur sie und ihre Gefährten zur Verfügung standen. Aber man konnte ja zum einen nicht ahnen, wie schlimm es wirklich war, immerhin war der Inquisitor selbst ja bereits unterwegs, wie der Tau selbst dargestellt hatte. Zum anderen war es ja wohl auch nicht die Schuld des Imperiums, dass so viele Ressourcen in das Militär gepunpt werden musste, um all die aggresiven anderen Völker da draußen daran zu hindern, dass Imperium zu zerstören. Wären all die Orks und anderen nicht, dann könnte man sich auch besser auf den Feind aus dem Chaos kümmern.

Sie schluckte all diese Worte hinunter. Es hatte keinen Sinn, diesem Kerl hier nun zu widersprechen. Sollte er sich doch für ach so toll halten. Anderes war nun wichtiger.
Sie räusperte sich. "Das heißt also, dass Ihr das Werkzeug zur Beendigung dieser Krise hier habt. Ihr müsst den Sender hier irgendwo verstecken und dann kann Euer tolles Schiff die Sache beenden? Wieso habt Ihr den Zugang, den wir genutzt haben dann nicht versiegelt? Stellt es keine Gefahr dar, wenn jetzt noch immer neue Opfer dieses 'Jägers' hier hinein gelangen können?" Dass sie und ihre Kollegen hier in Gefahr waren, weil sie zwei Tage zu früh dran waren, wollte sie gar nicht erst anfangen, denn das würde nur zu unschönen Gedanken führen. Sie waren nun hier und mussten zusehen, dass sie die Sache so gut wie möglich zu einem Ende brachten.

Skelle fuhr sich mit einer Hand durch das Haar. "Was genau tut ihr hier nun eigentlich? Nur warten? Oder den 'Jäger' ausbremsen?" Das konnte sie sich eher vorstellen, als das erste. Immerhin bestand ja die Gefahr, dass dieses Portal fertig wurde, ehe die ach so tolle Stern von irgendwas hier eintraf. "Wenn es das Ausbremsen ist, was kann man dann tun, um zu helfen?"
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Beitrag von Adrian Kane am Fr Jul 06 2018, 19:17

"Skella Merin. Ich habe den Befehl noch nicht gegeben weil zum Einen die 'Stern' noch ausser Reichweite fuer unsere kleine Operation hier war. Und zum Anderen", sein gepanzerter Arm machte eine umfassende Geste, die die kleine Hoehle umfasste, "haben wir bereits viele gute Krieger dabei verloren um ueberhaupt bis zu diesem Punkt vorzustossen. Unseres Wissen nach haben wir zwei moegliche Ausgaenge offen gelassen. Beide sind in ihrer Erreichbarkeit als 'Waghalsig' einzustufen, nur effektiv begehbar von Wesen mit einer gewissen Intelligenz und Erfahrung, zudem von der Wueste selbst abgeschnitten, ich mache mir diesbezueglich nur wenig Sorgen, dass der Jaeger auf diesem Wege Verstaerkung bekommt. Sein Ruf mag hier unten stark sein, aber dort draussen?" Er schuettelte den massiv behelmten Kopf. "Eher schwach."

"Zu deiner anderen Frage. Wir sind hier, weil wir den Jaeger zunaechst mal aufspueren mussten. Seine Existenz an diesem Ort war nur eine unbelegte Theorie. Viele Kampfgruppen sind auf dem ganzen Planeten verteilt, mit aehnlichen Direktiven wie der unseren." Mit Nachhaltigkeit deutete er einmal mehr auf den Signaltransponder, das kleine, unscheinbare Geraet welches soviel Zerstoerung herbeirufen konnte. "Direkte Kommunikation mit unseren Kampfverbaenden wird durch die Interferenzen des Immateriums gestoert, ganz zu schweigen von diesem massiven Felsbrocken ueber unserer aller Koepfe. Daher haben fast alle Jagdgruppen einen Subraumtransponder wie diesen. Eine faszinierende Technologie, laengst vergessen in eurem Imperium. Aber auch beschraenkt auf die Uebermittlung von Koordinaten." Am hinteren Teil seines Kampfanzuges fuhr eine kleine, unscheinbare Klappe auf, von der man nicht wusste, dass sie da war selbst wenn man genauer hingeschaut haette. Dort verschwindet das Geraet und die Tuer schliesst sich wieder. Einmal mehr eilt ein Soldat vorbei und spricht zu Ironhide, die Konversation gerade laut genug fuer die Beiden. Der Huene nickt mehrmals und gibt dann eine Antwort, woraufhin der Mann wieder davoneilt, in der Ferne klingen wieder einmal Energieentladungen an ihre Ohren.

"Ich kann dir nicht sagen, ob unsere Bemuehungen den Jaeger nur ausbremsen, wie du sagtest. Euer Orden kennt sich besser mit diesen Dingen aus als wir." Er starrt die beiden Frauen eine Weile lang an, seine Gedanken so verborgen wie das Gesicht unter dem Helm. "Von dem Wissen ausgehend, das wir haben, gibt es eine 67%ige Wahrscheinlichkeit, dass eine Treffer der 'Stern' dieses Wesen auf unbestimmte Zeit verbannen und seine Bemuehungen, ein Tor zu oeffnen, vereiteln wird." Mit einer geschmeidigen Geste greift er nach seiner massiven Waffe. "Leider ist unsere Zeit knapp bemessen, der Feind rueckt in hoher Zahl auf diese Stellung vor. Wenn ihr uns helfen wollt, in fuenf eurer Minuten ruecken wir aus." Er nickt den beiden Frauen zu und marschiert dann ohne weitere Worte in die Richtung, aus der die Schuesse kommen.

Myra blickt die junge Frau an ihrer Seite an. Das schwache Licht der Hoehle wirft ein paar seltsame Schatten auf ihr Gesicht und laesst es beinahe unheimlich aussehen. War es das? Das letzte Gefecht? Sie streckte ihren Ruecken durch, der dies mit einem Knacken belohnte. Sie wurde zu alt fuer diesen Kram. "Ironhide hat mit mehr Infos rausgerueckt als unbedingt notwendig war. Meiner Meinung nach." Sie schaute dem Krieger einen Moment nach, doch die massive gepanzerte Kreatur war bereits verschwunden. "Ist ja nicht so, dass die wirklich unsere Hilfe brauchen. Oder sie sind wirklich so verzweifelt, dass sie denken, zwei kleine Menschlein wuerden schlussendlich einen Unterschied machen." Vielleicht wuerden sie das ja. Die Scharfschuetzin war skeptisch. Auf der anderen Seite, ein kluger Taktiker nimmt soviele zusaetzliche Krieger, wie er eben bekommen kann, ganz besonders, wenn es ihn nur ein paar Minuten und Worte kostet. In der Ferne erschuetterte eine Explosion die unterirdische Einrichtung. Kleine Broeckchen und Staub fielen von der Decke wie ueberreifes Obst, die Beleuchtung flackerte mehrere Herzschlaege lang bevor sie sich wieder stabilisiert. Bevor Myra etwas sagen kann wird sie vom Knirschen heraneilender Stiefel unterbrochen. In der Ruestung des Kriegers erkennt sie den Gue'vesa, der sie hier runter ins Lager begleitet hat. Seine Stimme klang durch das Kommlink des Helms verzerrt, doch die Schuetzin weiss, dass dahinter ein echter Mensch steckt. "Sorry Ladies, keine Zeit mehr, ihr kommt entweder sofort mit uns oder verzieht euch in die Richtung, aus der wir euch abgeholt haben. Der Feind ist wieder in Bewegung und wir muessen das gleiche tun." Mit seinem Gewehr gestikuliert er in eine Richtung und joggt dann davon. Die beiden Frauen merkten jetzt erst, dass sich das kleine Camp leise still und heimlich geleert hatte. Mit einer routinierten Geste ueberpruefte die Schwarzhaarige ihr Gewehr, blickte einmal mehr zur Psionikerin. Es war eigentlich alles gesagt. Bessere Leute haetten vielleicht ein paar epische, herzerwaermende Worte fuer so eine Situation auf der Zunge liegen gehabt, doch nicht sie. Obschon sie hellwach war und das Adrenalin durch ihren Koerper wusch, spuerte sie eine tief sitzende Muedigkeit in ihrem Koerper. Ein Teil von ihr wollte schlafen, nicht nur ausschlafen sondern wirklich schlafen, vielleicht zwei komplette Tage durch. Oder fuer immer. Zumindest haette sie dann keine Kopfschmerzen mehr. Das Gespenst eines Laechelns stahl sich ueber ihr Gesicht. Dann joggte sie dem Gue'vesa hinterher.

Zeit wurde seltsam relativ unter Tage. Sekunden, Minuten, Stunden verstrichen, schienen sich zu verzerren, seltsam kurz oder lange zu dauern, je nachdem was gerade passierte. Fuer den groessten Teil ging es durch ausrangierte Minenschaechte weiter nach unten, immer tiefer nach unten. Es war fuer den Normalsterblichen schwer zu fassen wie tief diese Mine war. Rein nach Bauchgefuehl konnte man meinen, jeden Moment in den Planetenkern vorzustossen oder in irgendeine mythologische Unterwelt, aber auch hier spielte der Verstand gerne Streiche und die eigentlich Tiefe war wahrscheinlich weit weniger atemberaubend, als man annahm. Und natuerlich gab es Kaempfe. Unzaehlige. Die beiden Frauen waren einer kleinen Kampftruppe Gue'vesa zugeoerdnet worden und mussten mehr als ihren Anteil ehemaliger Minenarbeiter von ihrem unheiligen Dasein erloesen. Das wurde nach einiger Zeit zu einer recht routinierten Angelegenheit. Entweder waren sie so gut, die Chaoszombies so dumm, oder Ironhides Hauptgruppe kuemmerte sich um den schlimmsten Teil. Dennoch verloren sie drei Gue'vesa. Zwei an Zombies und einer wanderte hysterisch lachend ueber eine Art Klippe, sprang herunter und brach sich unzaehliche Meter weiter unten das Genick. Das war die andere Sache hier unten. Weit gefaehrlicher als die leblosen Huellen, die durch die Gaenge schlurften. Je naeher sie ihrem Ziel kamen, desto duenner wurde die Grenze zum Immaterium. Fuer jeden der Menschen bedeutete das etwas anderes. Fluesternde Stimmen, Halluzinationen, extreme Emotionen, veraendertes Kaelte oder Waermeempfinden, Paranoia. Myra beobachtete, wie einer der Gue'vesa ploetzlich nach links schwenkte und schreiend ein halbes Magazin in die naechstbeste Wand entlud. Deswegen hatte Ironhide die Gue'vesa wahrscheinlich vom Rest der Tau Feuerkastekrieger getrennt. Letztere waren weniger wenn nicht sogar ueberhaupt nicht anfaellig fuer die Einfluesterungen des Chaos. Ihr eigener Kopf war ein Hexenkessel aus Schmerz und unterdrueckten Emotionen. Auch wenn ihre Erfarhung auf der St. Marina sie gestaehlt hatte, dass hier unten war nochmal eine Ebene schlimmer. Sie sprach zu Skella, stellte dann aber fest, dass die Psionikerin viel weiter vorne war. Dann sprach sie zu ihrer Mutter. Auch wenn die wahrscheinlich schon tot war. Jemand anderes sprach zu ihr, aber sie konnte die Stimme nicht zuordnen. Einen Fuss vor den naechsten setzten. Schritt. Schritt. Schritt. Schmerz. Sie war gestorben, und das hier war die wohlverdiente Hoelle in die sie gehoerte. Sie hatte den Imperator enttaeuscht, mit Xenos sympathisiert und generell als Soldatin versagt. Und es gab keine Erloesung fuer solche wie sie. Jemand streifte an ihrer Schulter vorbei. Worte. Geschrieene Worte. Angeblich war das Ziel vor ihnen. Irgendeine zentrale Lagervorrichtung fuer Erze. Ihre Augen starrten auf das Schild zu ihrer Rechten als die Stimme verschwand. Um es herum war Fels. Im Fels pulsierten aergerliche rote Adern. Der ganze Berg war eine vorsintfutliche Bestie und sie hier gefangen. Eine Erschuetterung. Etwas schlug gegen ihren Kopf. Myra hatte genug Geistesgegenwart um auf das Wesen, dass auf sechs Beinen kroch und vielleicht einmal irgendwann ein Mensch war, zu schiessen. Weit entfernt zu ihrer Rechten sah sie die massive Gestalt Ironhides, um ihn herum Krieger die auf mehr Wesen feuerten. Er hielt etwas in der Hand, einen Transponder.

Wie trat ein Normalsterblicher dem Undenkbaren entgegen? Dem Unaussprechlichen Horror, welcher jeden bei klarem Verstand zur naechstbesten Waffe greifen liess um sich selbst zu richten. Wie sich herausstellte, mit einem Schritt vor dem anderen. Es war seltsam still geworden. So schien es der Schuetzin zumindest. Alles bewegte sich widernatuerlich langsam. Sie fuehle sich in Watte gepackt, ihre Bewegungen schwer und unkoordiniert wie unter Wasser. Der Kopfschmerz war verschwunden. An seiner Stelle war...nichts. Ruhe. Etwas rannte an ihr vorbei, blaue Lichtblitze zuckten durch die grosse Halle. Da waren Kreaturen, gepanzerte, bewaffnete, mit blauen Augen. Nein, keine Augen, sondern Technologie. Das Wort lag ihr auf der Zunge und entzog sich ihr wieder wie Sand, der ueber die Haende ronn. Es schien alles mit einem Mal so unwichtig zu sein. Schlafen. Sie wollte schlafen. Der Boden sah einladend aus. Ein festes Himmelbett mit dunkelroten Blutenblaettern. Etwas schuettelte sie. Myra hatte diese Unterbrechungen satt. Hatte sie nicht genug gekaempft? Hier wuerde sie sich hinlegen koennen. Schatten und unscheinbare Schemen huschten an ihr vorbei, bewarfen sich mit Blitzen und sonstigen Dingen. In der Mitte der riesigen Raumes stand ein Mann. War er schon vorher dagewesen? Sie konnte sich nicht erinnern. Er hatte graue Straehnen in den Haaren und klare, hellblaue Augen. Seine Haut zeugte von Lachfalten und Arbeit im Freien. Als sich ihre Blicke trafen, explodierte etwas in ihrem Inneren. Sie war...zu Hause? Der Mann bewegte seine Lippen, dann laechelte er. Myra spuerte etwas heisses ihre dreckverkrusteten Wangen hinunterrinnen. Es schmeckte salzig. Da waren immer noch die schemenhaften Gestalten um ihn und um sie herum. Es war schwer, diese ueberhaupt noch wahrzunehmen. Irgendetwas Blaues? Nein, da war nur noch der Mann. Vertraut. Er wirkte vertraut. Und friedlich. Seine Hand gestikulierte zu ihr. Komm. Sie begann zu laufen. Er breitete die Arme aus. Frieden. Endlich wuerde sie Frieden haben. Und vielleicht sogar eine Familie. Familie. So wie..., so wie... .Ein anderes Bild drang mit Macht an die Oberflaeche ihres Verstandes. Sie wollte es nicht, straeubte sich dagegen und doch gab es nichts, was sie dagegen tun koennte. Sie stand auf einem Schiff. Nein, nicht irgendein Schiff, die St. Marina. Vor ihr stand die Eldar. Sie starrte sie an mit diesen Hexenaugen. Starrte durch sie hindurch, direkt in ihren Verstand. Neben ihr stand das Maedchen und der Assassine, wie festgefroren. Zu Myras Rechten war Arthur, dabei, seine Granate zu werfen. Diese Augen. Sie konnte nicht wegschauen. Myra Sokulev. Danke fuer die Gnade, die du uns heute hast zuteil werden lassen. Die Schuetzin blinzelte. Hatte sie dieses Gespraech gehabt? Hatte die kleine Familie ueberlebt? Die Seher der Eldar waren trickreich und voller Ueberraschungen, insofern wuerde es sie nicht wundern. Sie konnte sich nicht helfen. Ein Laecheln umspielte ihre Lippen als sie sich vorstellte dass diese Trickserin, ihr Gefaehrte und das Maedchen ueberlebt hatten. Eine echte Familie. Eine echte... Das Bild verschwand. Vor ihr stand der Mann, doch er war anders. Alles an ihm verfiel, verfaulte und verdarb innerhalb weniger Sekunden. Etwas zog ihr den Boden unter den Fuessen weg und stuelpte ihre Innereien herum. Das Schwindelgefuehl war ueberwaeltigend. Als sie blinzelte, starrte ihr ein abegtrennter Arm entgegen. Dieser lag in einer Lache immer nach warmen Blutes, welches sich gemaechlich seinen Weg durch die Risse im Stein suchte. Entladungen von Energiewaffen waren immer noch deutlich zu hoeren. Schreie, Schlachtrufe und gutturale Laute kaempften um die Vorherrschaft. Und der Schmerz. Ihr Gehirn fuehlte sich mindestens drei Nummern zu klein fuer ihren Schaedel an. Hustend richtete sie sich auf. Mehrere groteske Gestalten hackten mit noch groteskeren Gliedmassen auf dem massiven Koerper Ironhides herum. Seine grosse Hand war ausgestreckt, in ihre Richtung. Wenige Meter zu Myras Linken war der Transponder, eine sechsbeinige Gestalt griff danach. Von irgendwoher fiel ein Schuss und das Wesen ging zu Boden. Myra blinzelte hart. Da war immer noch ein salziger Traenenrest, der sich nun seinen Weg ueber ihre Wangen nach unten arbeitete. Ihr Vater mochte schon lange tot sein, aber sie wuerde dafuer sorgen, dass keine weiteren Vaeter auf diesem Planeten dasselbe Schicksal erleideten.

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Beitrag von Adrian Kane am Mi Okt 24 2018, 18:17

Epilog

Acht Tage Spaeter

*** Hoher Orbit um Carmis Magna ***

Strike Cruiser Purity

Die Miene der Inquisitors zeigte keinerlei Regung, als er seinen penetrierenden Blick einmal mehr auf die Oberflaeche des Minenplaneten richtete. Die Kaelte seiner Augen schien sich wie eine Eislanze durch das Sichtfenster hindurch bis in den Kern des sandigen Planeten zu bohren, der von hier oben so klein und unscheinbar wirkte. Und unwichtig. Entfernt klang ein Raeuspern an sein Ohr und es dauerte einen Moment, bis sich der grosse Mann daran erinnerte, dass einer seiner Assistenten im Raum stand, ein noch huenenhafterer Koloss mit dem schwarzen Kampfanzug der Deathwatch. "Und das ist sicher?" fragte Patroskov einmal mehr, Zweifel fuehlbar in seiner Stimme. Wenn der Space Marine sich beleidigt fuehlte, so zeigte er es nicht. "Lord, es gibt keinen Zweifel daran. Mehrere Quellen bestaetigen, dass der Einfluss fast gaenzlich, wenn nicht gar komplett zurueckgegangen ist. Viele der Regionen sind wieder begehbar und es hat keine weiteren Meldungen von Seuchen oder anderem seltsamen Verhalten gegeben," er blickte einmal mehr auf das Geraet in seiner Hand. "Was auch immer in diesem verlassenen Stollen war, die Tau haben kurzen Prozess damit gemacht, Lord," der Krieger suchte die Augen seines Vorgesetzten, fand den Mann jedoch wieder in die Ferne starrend. "Lord, die Imperialen Truppen haben einmal mehr eine Anfrage nach Verstaerkung geschickt," erinnerte er.

"Was ist mit unseren Agenten vor Ort, den Neuen?" ignorierte der Inquisitor die Frage. "Carlton scheint der einzige Ueberlebende zu sein. Der Rest starb entweder im Beschuss oder wird zumindest vermisst," antwortete der Krieger. "Mhm," ein leises Brummen entfuhr dem Lord des Schiffes, als er diese Information verarbeitete. Er hatte wenig Hoffnung auf dieses Grueppchen gesetzt und jetzt stellte sich heraus, dass sie in der Lage waren den Kern des Uebels aufzuspueren und dort aller Wahrscheinlichkeit nach den Tod gefunden hatten. Die Mission war natuerlich dennoch als voller Erfolg einzustufen. Der grosse Feind war vernichtet, was die erhoehte Xenos-Praesenz anging, das war ein Problem des Militaers. "Folgende Nachricht an alle Imperialen Kommandanten in der Region: Der Ordo Malleus hat seinen Auftrag erfuellt," er nickte, das war ausreichend. "Wir lassen alle verbleibenden Agenten auf dem Planeten fuer ein weiteres Jahr oder zwei, nur um sicherzugehen, sorgen Sie dafuer, dass diese davon in Kenntnis gesetzt werden," der Space Marine nickte und machte eine Notiz. "Lord...," der Huene zoegerte, seine Worte offensichtlich mit Bedacht waehlend. "Was ist mit den Xenos?"
Der Inquisitor drehte den Kopf leicht und der Kampfverband der Tau, welcher sich um einen schwerzen Traeger geformt hatte erschient wieder in in seinem Sichtfeld, nicht viel mehr als weit entfernte Puenktchen im Orbit, aber nur etwa 4 Lichtminuten entfernt. "Nicht unser Problem. Wir sind nicht hier um die Kaempfe fuer das Militaer zu fuehren. Der Imperator hilft denen, die sich selbst helfen, nehmen Sie unseren urspruenglichen Kurs wieder auf," raunte er ihn an. "Sofort, Lord."

Or'es El'leath Carrier Star of Vashy'yr

"Myra Sokulev, deine Prognose was das Verhalten des Ordo Malleus betrifft, scheint sich zu Bewahrheiten," stellte Commander Ironhide fest, sein Blick fest auf das Sichtfenster gerichtet. In der Ferne zeugte das charakteristische Aufblitzen eines Warpsprungs vom Verlassen der Purity. Myra nickte schwach. Der Ordo scherte sich wenig um die Sorgen des Militaers, ohne die Maechte des Chaos war der Planet fuer den Inquisitor ohne Belang. Sie fuhr sich durch die schwarzen Haare, eine Geste, die Schmerz an mehreren Stellen in ihrem Koerper hervorrief. Eigentlich schmerzte alles. Ein gutes Zeichen jedoch, denn es zeigte, dass sie nach wie vor am Leben war. Auch wenn es an ein Wunder grenzte. Die Erinnerung war bestenfalles schwammig, ein dunkler, nebliger Sumpf voller Schmerz, Verwirrung und Verzweiflung an dessen Ende sie in einem Krankenbett der Stern aufgewacht war. Es verlangte sie nicht nach Einzelheiten. Im Gegenteil, je weniger sie von diesen letzten Momenten auf dem Planeten wusste, desto besser. Der grosse Feind war besiegt, zumindest voruebergehend, das war alles was zaehlte. "Gemaess deinem Wunsch werden wir das Maedchen auf eine unserer Kolonien bringen und in eine menschliche Familie eingliedern," unterbrach der Tau ihre Gedanken. Myra laechelte schwach. "Danke, Commander. Der Krieg holt uns alle frueh genug ein, aber vielleicht hat Klarissa so die Moeglichkeit auf eine paar mehr friedliche Jahre," Ironhide nickte. "Wohl wahr. Was die andere Sache betrifft," er wandte den Blick vom Sichtfenster ab. "Du kaempfst bereits fuer das Hoehere Wohl, Myra. Vielleicht nicht wissentlich, aber deine Taten kuenden sowohl davon, als auch von deiner Ablehnung Imperialer Doktrin. Oder in anderen Worten, in deiner Heimat wuerde man dich als Verraeterin exekutieren."

Die Schuetzin verzog das Gesicht. Natuerlich hatte er recht. Unabhaengig des Ergebnisses ihres Auftrages wuerde man sie als Xenos-Sympathiesantin brandmarken und wohl hinrichten. Oder sie auf eine weitere Selbstmordmission schicken. Was im Endeffekt dasselbe war. Sie rieb sich die Schlaefen. Eine gewohnte Geste. Dann hielt sie inne, etwas perplex. Keine Kopfschmerzen. Zum ersten Mal seit..., sie konnt es nicht sagen. Ewig? Vielleicht ein Zeichen. Ironhide warf die Projektion eines Planeten an die Wand, mehre blaue und rote Punkte, Dreiecke und Kreise erschienen. "Eine unserer Kolonien wird in diesem Moment von Orks belagert und unsere Jagdgruppe ist die Einzige in Reichweite," Myra blickte auf die vielen roten Punkte, die wie ein traeger Schwarm fliegen in der Luft hingen. "Ich habe mir die Freiheit genommen, einen unserer Tarnanzuege an deine Masse anzupassen," sagte er fast im Plauderton. Die Schuetzin lachte leise. Es hatte nie eine Frage gegeben. Keine 'Schliesse dich uns an' oder aehnlich lange, blumige Reden, lediglich eine simple Feststellung und das Akzeptieren der Realitaet. Wenn das der grosse, fuerchterliche Verrat war, so fuehlte er sich erstaunlich normal an. Sie zuckte mit den Schultern. "Man hoert ja immer, dass es in der Finsternis unserer Zeit keinen Frieden gibt...," Ironhide schuettelte seinen Kopf. "Es *gibt* Frieden Myra, aber wir alle muessen unseren Teil dafuer leisten. Opfer sind noetig, ja, und bedauerlich, aber Frieden ist kein Hirngespinst," er starrte sie ein, blaues Feuer leuchtete in seinen Augen, "Wir Krieger muessen unseren Teil dafuer leisten. Warum? Weil wir es koennen und andere nicht. Es obliegt unserer Verantwortung. Wir koennen Handeln, also *muessen* wir."
Die Schuetzin schwieg fuer eine Weile, atmete tief durch. Die recyclete Luft der Stern roch weniger muffig als auf den Imperialen Schiffen, beinahe koennte man sie als frisch bezeichnen. Ihr Blick fiel einmal mehr auf die Projektion des Planeten. "Ich werde wohl eine neue Waffe brauchen...", Ironhide legte ihr die Hand auf die Schulter. "Bereits erledigt."
Er nickte. Die Frau machte dieselbe Geste. Ein wortloser Austausch zweier Individuen, der mehr sagte als tausend Worte. Als ihr Commander den Observationsraum verliess, folgte sie ihm. Hinter ihnen verschwand das sandige Carmis Magna, Myra Helena Sokulev blickte nicht zurueck.

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