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Alex Dunkelstahl aka "Remo"

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Alex Dunkelstahl aka "Remo" Empty Alex Dunkelstahl aka "Remo"

Beitrag von Adrian Kane am Mo Jul 13 2015, 20:52

Name: Alexander "Remo" Dunkelstahl
Geschlecht: M
Rasse: Zwerg
Alter: "Alt genug"

Aussehen: Die roten Haare sind an den Seiten kurz geschoren und hinten zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden. Seine Haut ist blass und die ein oder andere Narbe erzaehlt von zurueckliegenden Feuergefechten oder misslungen Drohnenexperimenten. Der etwa 1,55m grosse Koerper ist kraeftig, meist traegt er dunkle Kleidung sowie eine Sonnenbrille, welche die Cyberaugen verdeckt. Im Gesicht befindet sich ueblicherweise ein Dreitagebart und selten ein Laecheln.

Hintergrund: Fragt man Remo (kurz fuer "Remote") bei einer Flasche billigem Fusel nach seiner Geschichte, so erhaelt man, wenn man Glueck hat, zumindest die Auskunft, dass er den groessten Teil seines Lebens in Bochum verbracht hat. Dies sei der einzige Ort im ADL wo man mal "richtig Dampf ablassen" koenne. Im weiteren Verlauf der Konversation lernt der geneigte Zuhoerer, dass der Zwerg als Runner "Probleme" mit einigen menschlichen Runnern hatte. "Du willst wissen was fuer Probleme? Rassistische Probleme, die ich mit Blei loesen musste." Davon abgesehen antwortet er ausweichend, wechselt das Thema oder man bekommt ein "Geht dich nix an" zu hoeren.

Unbestaetigte Geruechte aus dem Leben eines Zwerges:

Kapitel I:
Kapitel I
Ein Fruehling wie soviele im Megaplex
14 Monate zuvor.

Als der Zwerg mit dem Gesicht voran gegen die solide Wand knallte wurde ihm klar, dass diese Situation womoeglich etwas mehr Taktgefuehl verlangte als er bislang an den Tag gelegt hatte. Sicher, die Zeichen war bereits vorher dagewesen. Da war zum einen die Tatsache, dass der etwa 350 kg schwere Troll bekanntermassen Aggressions- und Eifersuchtsmanagementprobleme hatte. Besonders hartnaeckig hielt sich eine Geschichte, die sich angeblich vor Jahren rund um ein verstopftes Baustellenklo abgespielt haben soll und deren verstoerende Details heutzutage hoechstens hinter vorgehaltenen Haenden gefluestert wurden. Ein Fakt war jedoch, dass die Rettungskraefte etwa sechs Stunden benoetigt hatten, um den ungluecklichen Elfen aus dem mobilen Abort herauszuschneiden. Weiter erzaehlte man sich, dass Zax den Fahrer eines Kleinwagens, nachdem dieser seiner damaligen Freundin angeblich einen Luftkuss zugeworfen haben soll, mehrere Wohnungsbloecke lang zu Fuss verfolgt habe. Sicherheitskraefte hatten den verletzten Mann und sein demoliertes Auto spaeter in einem oeffentlichen Schwimmbad vorgefunden. Und das war nur die Spitze des Eisberges. Natuerlich wusste der Zwerg das alles und noch viel mehr, dennoch hatte er seine Klappe nicht halten koennen als er Zax von Trondheim seine Meinung zu seiner neuesten Beziehung mitteilte.

Remo rappelte sich wieder auf, klopfte etwas Staub und anderes Zeug von seiner Jacke, zuendete sich eine an und schlurfte zurueck zu seinem Sessel, ganz so als waere nichts gewesen. Ruhig bleiben. Empathie war eben nicht seine Staerke, kein Grund sich jetzt schlecht zu fuehlen, ganz besonders, da nichts gebrochen war. Aber eben auch, da er gegen die Naturgewalt, die ihm da gegenueber sass, eh nicht viel ausrichten konnte. Sicher koennte er ihm eine Kugel verpassen, oder vielleicht doch besser ein ganzes Magazin, aber was dem Kerl an Zurueckhaltung fehlte machte er in Sachen Kohle leicht wieder wett. Und der Zwerg war knapp bei Kasse. Wie immer eigentlich. Er nahm einen tiefen Zug und liess sich in den alten Sessel fallen. Nicht nur monetaere Aspekte spielten eine Rolle. Immerhin kannte er Zax, der gerade fieberhaft an seinem Taschensekretaer herumspielte und den kleinen Vorfall von eben bereits wieder vergessen hatte, noch von frueher und tagesformabhaengig wuerde er ihn sogar als einen Freund und gelegentlichen Geschaeftspartner bezeichnen. Letzteres beinhaltete meist Drohnenschnuffeleien, die der Zwerg fuer den Troll durchfuehrte. Und diese drehten sich ausschliesslich um irgendwelche Weibergeschichten. "Ich hab der Schlampe alles gegeben, *alles* und das ist der Dank dafuer?", die tiefe Stimme des Mannes untermalte noch das energische Tippen seines dicken Zeigefingers auf den Bildschirm des Sekretaers, der bereits mehrere Haarrisse aufwies und kurz davor war den Geist aufzugeben. "Mhm", grunzte Remo und biss sich dabei auf die Zunge, der letzte Kommentar war schon nicht sonderlich gut angekommen und da er keinerlei Interesse daran hatte als erster Zwerg ohne Sauerstoff auf dem Mond zu landen beliess er es vorerst bei: "Weiber. Eh?", er aschte auf den Boden und behielt den Riesen in dem massgeschneidertem Anzug dabei im Auge. Etwas sagte ihm, dass der noble Stofffetzen wahrscheinlich mehr gekostet hatte als seine Karre. Remo griff nach dem silbernen Flachmann und spuelte sich den rauchigen Geschmack aus dem Mund. Nach einigem Zoegern reichte er dem Troll die Flasche und beobachte dann wie der gesamte Inhalt in seinem grossen Schlund verschwand. "Danke Alex", er konnte es dem Kerl nicht uebel nehmen, dass er ihn nach wie vor nicht bei seinem Strassennamen ansprach, immerhin kannten sie sich schon vor seiner Runnerei.

"Remo-san", die kuehle, weibliche Stimme mit dem japanischen Akzent gehoerte Sachiko Mitsuhama, die nach eigener Angabe nichts mit der gleichnamigen Megacorp zu tun hatte, in diesem Moment auf seiner Fensterbank sass und sich das Treiben bislang schweigend angeschaut hatte. Sie trug eine relativ weite schwarze Hose mit passenden Schuhen, ein offenes schwarzes Hemd mit weissem shirt und eine Sonnenbrille auf dem Kopf, mit der sie sich die nicht ganz schulterlangen schwarzen Haare aus dem Gesicht fernhielt. Wie die meisten Menschen aus dem fernen Osten, war sie nicht sonderlich gross und auch nicht sonderlich muskuloes. Zudem stellte Remo immer wieder fest, dass sie fuer eine Frau auch nicht sonderlich viel Oberweite mitbrachte. Alles in allem konnte man fast meinen, sie sei zerbrechlich. Freilich wusste es der Zwerg besser. "Es ist unhoeflich nicht allen Gaesten etwas anzubieten", der Blick ihrer typisch asiatischen Augen traf den des Zwerges, der wie immer seine dunkle Brille auf der Nase trug. "Bah" kommentierte er und stand trotzdem auf um etwas aus der nahen Kommode zu kramen. "Keine Ahnung wie das bei euch da drueben is, aber hierzulande werden Gaeste eingeladen", kam seine Stimme gedaempft, da die Haelfte des Kopfes in dem alten Holzmoebelstueck steckte. Eine grosse, dunkle Flasche mit etwa 3 Liter Fassungsvermoegen landete auf dem Tisch, "Hierzulande", betonte er erneut und griff dabei nach dem Flachmann, den der Troll bis dahin immer noch in seiner kraeftigen Hand gehalten hatte, "Findet man 'Gaeste' nicht bereits in seinem zu Hause sitzend vor, wenn man durch die Tuer kommt." Vorsichtig fuellte er die kleinere Flasche wieder auf, kein Grund hier Glaeser schmutzig zu machen. Hatte er ueberhaupt welche? Dann reichte er diese der Frau, die daraus einen ordentlichen Schluck nahm. Falls sie sich daran stoerte, dass die beiden Kerle im Raum ihre Muender zuvor daran gehabt hatten, so zeigte sie es nicht im geringsten. Remo war auch, wie immer, mehr erstaunt darueber, dass Sachiko sein Zwergenbraeu einfach so wegstecken konnte ohne mit der Wimper zu zucken. Er nannte sie 'Sach', was sich von ihm ausgesprochen anhoerte wie 'Saatsch' und regelmaessig ein Stirnrunzeln bei ihr hervorrief was ihn wiederum sehr freute.

"Er hat mich eingeladen", ihre Stimme klang emotionslos. Remos Blick folgte dem ausgestreckten, blasshaeutigem Zeigefinger und verhaarte dann auf Zax. "Ach?", langsam aber sicher machte sich eine Ahnung in seiner Bauchgegend breit. So muss es sich fuer Tiere anfuehlen, die instinktiv eine herannahende Naturkatastrophe spuerten und dementsprechend reissaus nahmen. Leider konnte er sich diesen Luxus nicht leisten. "Ich dachte hier ging es um", der Name der Tusse, die er mit Minerva ueberwacht hatte, war ihm schon wieder entfallen, "Du weisst schon", half er sich selbst aus. "Was? Achso", die Miene des Trolls hatte sich mittlerweile wieder aufgehellt, voellig vergessen der kleine Ausbruch, den er vor gerade mal zehn Minuten gehabt hatte. "Nein nein, also ja auch aber nicht nur", er winkte ab, "Vergessen wir die Schlampe, es gibt wichtigeres zu besprechen", Remos Hand griff stoisch nach der naechsten Kippe, dann deutete er auf die silberne Aluflasche, die sogleich durch den Raum gesegelt kam und von seiner linken Hand gefangen wurde. Er kannte Zax 'Ideen' nur zu gut. Es war eine Sache ihm bei seinen Beziehungsgeschichten zu helfen. Das hier versprach etwas anderes zu werden. Aus einer seiner Innentaschen produzierte der Troll einen Zigarillo, welchen er dann genuesslich mit einem Streichholz anzuendete.

"Sachiko und ich sind alles schon durchgegangen", seine Stimme jetzt ganz geschaeftlich und beherrscht, im Hintergrund nickte die Frau zustimmend. Der Kopf des Zwerges wanderte von links nach rechts und wieder zurueck, dann nahm er einen grossen Schluck. "Da ist dieser Empfang in einem Monat, alles so mittlere und groessere Produzenten im Biz hier im Plex", was er damit meinte war das 'Business' der Pornoindustrie, in der sein grosser Chummer mittlerweile arbeitete, und ob das Wort 'Empfang' in diesem Zusammenhang gluecklich gewaehlt war bezweifelte der Rigger. "Die Schla.., aeh die Gastgeberin ist sozusagen ne alte Freundin von mir und wenn ich 'Freundin' sage meine ich, sie is ein elender Drekhead und meinem Boss schon lange 'n Dorn im Auge", er hielt inne um in Ruhe einen Zug zu nehmen. Er wurde ernster, was eine Seltenheit war, und lehnte sich dabei nach vorn. "Die hat echt Drek am Stecken, Alex. Menschen- und Metahandel, Erpressung, das volle Programm, ne Schande fuer das ganze Biz", er lehnte sich wieder zurueck, "Und naechsten Monat werden wir drei ihr den Laden dicht machen", sein breites Grinsen entbloesste seine Hauer und wirkte wenig einladend wenn man nicht daran gewohnt war. Remo kratzte sich an der Nase und drueckte dann schweigend die Kippe aus. "Seh' ich aus wie die zwergische Heilsarmee? Kein Interesse", brummte er. "Mein Boss hat mir dafuer ein Budget zur Verfuegung gestellt", fuhr sein Gegenueber unbeeindruckt fort und nannte eine Summe. Die Hand des Zwerges griff wieder nach dem Selbstgebrautem. Waehrend das fluessige Feuer noch seinen Rachen herab rannte warf er Sachiko einen Seitenblick zu. Ohne mit der Wimper zu zucken rieb die Frau ihren zierlichen Daumen ein paar mal ueber Mittel- und Zeigefinger, eine international bekannte Geste. Remo raeusperte sich. "Wie gesagt", die Flamme seines Feuerzeugs erwachte einmal mehr zum Leben, "Ich kann euch zwei ja schlecht allein gehn lassen."

Kapitel II:
Kapitel II
Besser als erwartet

Nachdem die Japanerin sein Appartment verlassen hatte, nahm Remo einen weiteren Schluck des starken Alkohols. Zax sass ihm gegenueber und strahlte wie die aufgehende Morgensonne. "Jaja is ja gut jetz, dein Trollgrinsen kann man sich nicht laenger als zwei Minuten am Tag antun ohne Alptraeume zu bekommen", er wische sich den Mund ab, lehnte sich in dem alten Sessel zurueck und griff einmal mehr zur Zigarette. "Gehn wirs nochmal durch", sie hatten den Plan bereits besprochen als Sachiko noch da war, doch Remo wollte ganz sicher sein. Zax zuckte mit seinen massiven Schultern, was an sich schon bedrohlich aussah. "Die UCAS Runner landen heute Nacht...", Remo tat sein bestes, doch wirklich aufmerksam zuhoeren war nunmal nicht immer seine Staerke und so verloren sich die meisten Einzelheiten irgendwo in den Tiefen zwischen seinen Ohren. Sie wuerden sich heute Abend mit einem anderen Team treffen, das war so ziemlich das Wichtigste.

"Klar", die Tuer fiel hinter dem Huenen ins Schloss. Laut seufzend liess sich der Zwerg wieder in seinen Sessel fallen, von wo er eine gute Minute lang die Wand anstarrte. "Da du immer noch hier bist, kannst du genausogut noch nen Schluck nehmen", er bliess blauen Rauch in Richtung des Tisches auf dem auf einmal Sachiko aus dem Nichts erschien. "Falls du drauf gehofft hast, dass ich mir einen runterhole...", die Asiatin verzog das Gesicht und liess sich ihm gegenueber nieder. "Du traust Zax nicht nachdem was er das letzte Mal abgezogen hat und doch hast du ihm zugesagt", es war keine Frage. Die Frau mit dem nun blauen Haar nahm einen weiteren Schluck aus dem Flachmann und lehnte sich mit uebereinandergeschlagenen Beinen zurueck. "Persoenliches Interesse", entgegenete sie, "Drek", kommentierte Remo mit einer abwinkenden Handbewegung. "Persoenlich ist *immer* schlecht", sie seufzte theatralisch und liess sich mit der Antwort etwas Zeit. "Die Runner - und Zax - wollen die Frau rausholen, ich will sicherstellen, dass ihnen das gelingt und bekomme dafuer einen Bonus von meinem 'Bekannten' in Tokyo", offerierte sie mit einem unschuldigen Blick. Hustend drueckte der Zwerg die Kippe aus, ja er kannte diesen 'Bekannten'. "Mit anderen Worten, du willst mit einem Arsch auf zwei Feiern tanzen, eh?", er nahm einen weiteren Schluck als sie antwortete, "Nicht direkt, eigentlich ist es nur eine Feier, mit mehreren Tanzflaechen vielleicht, aber durchaus machbar", einmal mehr erntete sie sich ein Kopfschuetteln ihres Gegenuebers. "Remo-san", begann sie, ernster, "Das hier ist wichtig", bah er hasste es wenn sie das sagte. Sein Blick schweifte ab, hinaus aus dem Fenster, wo er die graue Betonwand durchdrang, bis zurueck zu damals....

...ein Gasse irgendwo im Plex, vor zwei Jahren. Der Regen hatte seit zwei Tagen unbarmherzig gewuetet. Fast so, als ob alle Goetter da oben ausgiebig wegen irgendwas heulten. Remo wusste natuerlich nicht, ob es wirklich welche gab oder ob sie ueberhaupt heulen konnten, aber er wusste, dass da ne ganze Menge Wasser vom Himmel gefallen war und immer noch fiel und er voellig durchnaesst mit dem Gesicht voran in einer Lache seines eigenen Erbrochenen lag. Was natuerlich wenig ausmachte, denn das himmlisch-aquatische Trommelfeuer wuerde sein Mittagessen in Sekunden weggewaschen haben. Dennoch, alles in allem nicht gerade eine zwergische Sternstunde. Zumindest hatte er den Bruder von Mr. Drekhead Hurensohn erwischt. Irgendwo hinter ihm hoerte er das letzte Zischen seiner treuen Drohne, die gerade den Weg alles Irdischen ging. Unbeholfen griff seine Hand nach seiner Knarre, welche irgendwo in den Wogen des kuehlen Nass verschollen schien. Im Hintergrund erklang eine Sirene. Oh sie kommen dich holen. Er tastete, taste. Da. Der harte Griff schien vertraut, wenn er doch nur seine Augen oeffnen konnte. Schwaerze. Ein lautes Knacken ertoente, fast so als ob jemand auf trockenes Holz trat. Seine Finger wurden taub, jemand lachte. "Zu spaet Remo-san", er spuerte etwas kaltes, spitzes gegen seinen Nacken druecken. Ein Schwert. Einmal mehr blinzelte er. Schwaerze. Verdammt. Verdammter Drekhead. Der Regen, der seinen Ruecken hinunter lief, wurde seltsam warm. Er spuerte seine Beine nicht mehr, Drekhead sagte irgendwas ueber seinen Bruder. "Bah", entgegnete Remo hustend, "Zumindest kann ich deine haessliche, inzestoese Fratze nicht mehr sehn", mehr Waerme, mehr Worte, dann auf Japanisch. Noch mehr Waerme. Jemand schrie. Etwas fiel klirrend auf den Boden. Muehsam drehte er seinen Kopf. Eine Armee von heissen Naedeln stach in sein Hirn. Wieder oeffnete er die Augen, doch da war nur Schwaerze. Es roch verbrannt, gebratenes Fleisch vielleicht? Etwas klatschte hart neben ihm ins Wasser. Mehr gebratenes Fleisch? Nein, er erkannte das Aftershave von Drekhead-san, war er es? Ueber alledem roch er frische Faekalien, Hurensohn Nr. 2 war tot. Dann eine neue Stimme. Weiblich, kalt, japanisch, verdammt, auf der kleinen Insel war es wohl zu voll geworden. Ja was auch immer, Lady. Dann wurde die Stimme waermer, etwas legte sich auf seinen Nacken, wieder Waerme, doch besser diesmal, kribbelnd. "Remo-san", er grunzte als Antwort, verdammte heulende Goetter, konnten ihn nicht mal in Ruhe verrecken lassen. Wieder die weibliche Stimme mit dem Akzent, "Das hier ist wichtig", er hustete, "Eh? Is gerade ganz schlecht Miss...", der Regen trommelte unaufhoerlich weiter, "Sachiko."

Etwa fuenf Stunden und 24 Minuten spaeter wischte sich der Zwerg Blut- und Hautreste mit einer angewiederten Geste von der schwarzen Jacke. Ekelhaft. Er hatte ja gewusst, dass es eine schlechte Idee gewesen war. Aber nein, er hatte ja eben nicht 'nein' sagen koennen als es drauf ankam. Dann, als ihm alle seine Instinkte davon abrieten. Und warum? Kohle. Ja gut, das war eigentlich schon Grund genug sich einmal mehr zum Affen zu machen, den eigenen Hintern einmal mehr aufs Spiel zu setzen. Dennoch war er fuer seinen Geschmack gerade etwas zu nahe an der Action dran. Oder die Action an ihm, je nachdem. "Runter!", der Zwerg liess es sich nicht zweimal sagen, denn im naechsten Moment segelte ein hoelzerner Tisch, auf dem noch irgendwie eine kleine weisse Decke mehr schlecht als recht haftete, an ihm vorbei und krachte wuchtig in den Ork, der zu seinem Ungleck gerade eben hinter der Deckung am gegenueberliegenden Ende des Restaurants zu Vorschein gekommen war. Zu seiner Verteidigung musste man sagen, dass er den Schlag verhaeltnismaessig gut wegsteckte, denn im naechsten Moment ratterte die AK 97 wieder los und fuellte die Luft um Remos Ohren herum mit Blei. Ein weiteres Moebelstueck machte sich auf den Weg. Fluchend kroch der Rigger ueber den mit Blut, Suppe und anderen Fluessigkeiten triefenden Boden waehrend sich ein Teil von ihm fragte, ob er das je wieder aus seiner Jacke herausbekommen wuerde. Zwei SMGs eroeffneten aus der hinteren Ecke das Feuer. Von den fuenf Runnern waren noch drei uebrig, davon einer ein Decker, der wohl irgendwo hinter der Theke sein Deck umklammert hielt und sich fragte was zur Hoelle er so nah am Geschehen machte. Der andere Rigger lag kopflos in einer Lache aus Blut und Reis und was mit dem Schamanen passiert war, darueber konnte der Zwerg nur wilde Theorien aufstellen. Mit einem "Der gehoert mir", hatte Sachiko dem Kerl nachgestellt und beide waren im allgemeinen Chaos in Richtung Kueche des Restaurants verschwunden; somit blieben er selbst und Zax gegen zwei gut bewaffnete und schlecht gelaunte Klauen. Und dabei hatte der Abend so vielversprechend angefangen...

...naemlich etwa eine Stunde zuvor mit einem angnehmen, mitternaechtlichen "Geschaeftsessen", wie Zax es nannte. Das asiatische Restaurant "Blutmond" war in gewissen Kreisen fuer seine Diskretion bekannt und fiel obendrein durch einen "fast trinkbaren" Sake auf - so lautete zumindest Sachikos Urteil - Remo, der den ganzen Tag einen trockenen Hals gehabt hatte, gab freilich wenig auf Geschmacksnuancen und becherte das Zeug als waere es Wasser. Einzig der Troll an seiner Seite schien ihn zu uebertreffen. Ihnen gegenueber sassen fuenf Shadowrunner. Skeptisch musterte der Rigger einmal mehr den Anfuehrer der illustren Gruppe, die sich da vor ihnen aufbaute. Der Ork hatte mehr Chrom als Fleisch vorzuweisen und schien sich im Moment unwohl zu fuehlen. Remo blies ihm etwas Rauch ins Gesicht, "Wie war nochma dein Name?", er nippte an seinem Getraenk waehrend der Gruenhaeutige ueber einen seiner Hauer leckte, "Gutwrencha", knurrte er bedrohlich, "Richtig", unbeeindruckt drueckte er die Kippe aus. Woher Zax von Trondheim diese Kontakte hatte war ihm mehr als schleierhaft, in den letzten zwei Jahren hatte er vergleichsweise wenig mit dem Huenen zu tun gehabt, sehr viel weniger als zuvor, wo sie beide noch als Geldeintreiber gearbeitet hatten, frueher, in einem anderen Leben. Jetzt kannte sein Chummer Runner, die den ganzen Weg ueber den Atlantik kamen um in der ADL ein Ding durchzuziehen, dass sich ausgerechnet mit ihrer kleinen Aufgabe kreuzte. "Und wie war nochma der Name der Kleinen?", Sach sass zu seiner Linken, schweigsam wie eine Statue, und nippte in regelmaessigen Abstaenden an ihrem Getraenk, "Melissa", antwortete der Decker der Gruppe, ein schmaechtiger Mensch mit blasser Haut, der so ziemlich allen gaengigen Klischees ueber die Cyberfreaks entsprach. "Mhm", grunzte Remo und schenkte sich nochmal ein. "Zax", er kratzte sich am Bart, sichtlich genervt, "Wenn Gitwencha und seine Crew da drueben", der Ork verzog gereizt die Stirn bei der Misshandlung seines Namens, "Ohnehin da reingehen um das Maedel rauszuboxen, warum sind wir dann hier?" Er sollte freilich nie die Antwort auf diese Frage hoeren, denn im naechsten Moment war sein Gesicht von einer warmen, zaehen Fluessigkeit bedeckt, welche einen Herzschlag zuvor noch hauptseachlich im Kopf- und Halsbereich des anderen Rigger froehlich pulsiert hatte. Fast schon automatisch warf sich der Zwerg auf den Boden als sich die transatlantischen Spannungen innerhalb der folgenden Sekunden lautstark entluden.

Es war wie immer. Hinterher wollte es wieder mal niemand gewesen sein. Ganz besonders nicht Zax. In bester Runnermanier waren alle davon ausgegangen, dass die Anderen sie in einen Hinterhalt hatten locken wollen und so nahmen die blutigen Dinge weiter ihren Lauf. Remo fluchte leise als ihm ein paar Holzsplitter ins Gesicht stachen. Die beiden Orks wussten was sie taten und auch die konstante Moebelbarrage des Trolls wuerde sie nicht lange aufhalten koennen. Gerade als er sich noch einen Idioten dafuer schimpfte nicht mit seiner Drohne hier hereingerollt zu sein riss eine feurige Explosion die massive Schwingtuer der Kueche aus den Angeln als waere sie aus Papier gemacht. Wie ein Projektil bahnte sich das Teil seinen Weg ueber das kalte Buffet, zerschmetterte eines der wenigen noch intakten Aussenfenster und kam dann, in der Aussenseite eines geparkten Lieferwagens steckend, zum Stillstand. Waehrend sich alle Koepfe in Richtung Kueche drehten und der Zwerg noch abstruse Parallelen zwischen der Tuer und Excalibur aufstellte und sich fragte ob er langsam vollkommen Gaga wurde, taumelte der schwer angekokelte Schamane durch die neue Oeffnung in der Wand. Sein voellig entstellter Mund bewegte sich lautlos, dann kippte er vornueber mit einem dumpfen Schlag auf den Boden. Der Geruch gebratenen Fleisches hing schwer in der Luft als Sachiko ueber die Tuerschwelle trat. Ihre Jacke war angekokelt und sie hatte eine kleine Schnittwunde im Gesicht.

Remo wischte sich einmal mehr etwas vom Aermel, was entfernt an Hirn erinnernte und eine schleimige Spur auf dem Lederersatz liess. Er verzog das Gesicht, grummelnd. “Wunderbar. Ganz wunderbar. Das lief ja schonmal besser als erwartet”, die verbliebenen Orks und der schreckhafte Decker hatten sich ergeben nachdem ihr Schamane das Zeitliche gesegnet und die Gruppe den wahren Ausloeser ihrer ‘Meinungsverschiedenheit’ ausfindig gemacht hatte. Sachiko sass auf der Theke, die Beine in der Luft baumelnd, als koennte sie kein Waesserchen trueben, einzig ihre angeschmorte Jacke erinnerte daran, dass sie vor kurzem noch um ihr Leben gekaempft hatte. Gutwrencha starrte wutentbrannt auf ein grosskalibriges Einschussloch, eines von vielen koennte man meinen, doch dieses entstammte zweifelsohne dem Lauf eines grosskalibrigen Gewehres und hatte den UCAS Rigger das Leben gekostet und das Restaurant in ein Schlachtfeld verwandelt. Der Zwerg hatte zugeben muessen, dass die Klaue hier ein scharfes Auge bewiesen hatte.  Zu Remos Rechten tropfte eine dicke, braune Sosse vom Tisch und vermischte sich auf dem Boden mit rotem Lebenssaft. Zu allem Ueberfluss war er nichtmal wirklich zum Essen gekommen. Sein Blick traf den der Japanerin, die kurz mit dem Zeigefinger auf ihr linkes Handgelenk tippte. Auch der Troll hatte die Geste gesehen und nickte energisch, mit seinem halb zerissenen Edelanzug sah er aus wie ein wild gewordener Aktienanalyst, der gerade sein gesamtes Vermoegen in einer gigantischen Drogenparty verbrannt hatte. Kein allzu abwegiger Gedanke. “Richtig. Verschwinden wir von hier. Alle. Wer auch immer da geschossen hat ist bestimmt noch in der Naehe”, da keiner die Energie fand zu widersprechen fluechtete die frisch zusammengewuerfelte Gruppe durch den Hinterausgang und verschwand in den Gassen des Plexes.

Kapitel V:
Kapitel V
Kyoto, 2070

"Herr Remo", begruesste sie ihn, waehrend im Hintergrund die Turbinen des VTOL langsam zur Ruhe kamen. Obwohl der Zwerg die traditionelle Runnerei in den Schatten mehr oder weniger offiziell aufgegeben hatte, war der Name doch gewohnt und dementsprechend haften geblieben. Er verbeugte sich vor der Frau, die nicht viel groesser war als er selbst. Eine kuehle Aura der Autoriatet ging von ihr aus. Die kurzen, schwarzen Haare hatten ein paar graue Straehnen, von denen man nicht sagen konnte, ob sie mit Absicht dort platziert worden waren, oder ob das fortgeschrittenen Alter sie dort platziert hatte. Remo wusste es besser, als danach zu fragen. Sie hatte einen schmalen Mund und eine kleine Narbe auf der Nase, was ihrer Schoenheit jedoch keinen Abbruch tat. "Frau Fuchisawa", sie verbeugte sich ihrerseits beim Klang ihres Namens, jedoch weniger tief. Der Zwerg hatte lange - sehr lange - gebraucht um diese elenden Hoeflichkeitsfloskeln und Rituale zu verinnerlichen. Tief in seinem Innern interessierte er sich nach wie vor einen Drek dafuer, aber man tat was man musste, um es sich mit den Maechten nicht zu verscheissen. Der Rest des ehemaligen B-Teams verschwand die Treppe nach unten. Nach einer kaum wahrnehmbaren Handbewegung folgte die Security, sodass nur die Beiden auf dem verlassenen Dach standen.

Ein kuehler Westwind blies dem Zwerg eine Straehne ins Gesicht als dieser in die Innentasche seiner Weste griff und ein kleines, in Plastik verpacktes Objekt hervorholte. Fuchisawas Miene erhellte sich als sie danach griff. "Ich vertraue darauf, dass sie, wie besprochen, unseren ungewollten Besuchern eine Lektion in Gastfreundschaft erteilt haben?" Ihre Stimme hatte einen frostigen Unterton, der jeden Gletscher vor Neid erblassen lassen wuerde. Remo schob sich die dunkle Sonnenbrille zurecht und nickte. Dann produzierte er aus einer anderen Tasche eine schmale, silberne Box. Er oeffnete sie, hielt kurz inne, und bot den Inhalt dann der Japanerin an, wobei er sich ein angedeutetes Grinsen nicht verkneifen konnten. Sie verengte die Augen und seufzte. Dann Griff sie nach einer der Zigaretten. "Ihr schlechten Angewohnheiten werden noch unser beider Tod sein, Herr Remo", er zuckte mit den Schultern, dann zuendete er sowohl ihre als auch seine Kippe an. Eine Minute verstrich, waehrend die Beiden schweigend rauchend die imposante Skyline von Kyoto betrachteten, die sich wie ein Meer aus Lichtern und Silhouetten bedrohlich im Hintergrund aufzubauen schien. Der Zwerg raeusperte sich. "Corporate Security hatte recht, die Runner kamen aus den UCAS", und hatten damit einen langen Weg zurueckgelegt nur um im Land der aufgehenden Sonne ein fruehes Ende zu finden. Er blies blauen Rauch in die Abendluft, welcher sich nach wenigen Sekunden verfluechtigte. Da sein Team hauptsaechlich aus Auslaendern und nicht-Asiaten bestand, hatte Remo die 'Chummer-Taktik' vorgeschlagen. Wenige sahen beim ersten Blick eine Verbindung zwischen seiner Gruppe und MCT, was sich oft als fataler Fehler herausstellte. Ein wenig hinterhaeltig vielleicht, aber im Krieg und in der Liebe war bekanntlich alles erlaubt.

"Gab es Probleme mit dem Team?" Der Plauderton der Frau taeuschte Remo nicht darueber hinweg, dass er seine naechsten Worte mit Bedacht waehlen musste. Auch wenn er mit MCT einen guten Deal hier hatte, so waren die Corps doch recht kurz angebunden was ihre eigenen Runner anging. Ihn selbst hatte es Jahre gekostet ein Vertrauensverhaeltnis zu schaffen, was diese Bezeichnung verdiente. Das, und ausserdem hatte die Firma natuerlich bei ihm ein ausserordentlich gutes Druckmittel. Beide Aspekte hatten ihn zum de facto Anfuehrer der kleinen Truppe gemacht. "Nein", antwortete der Zwerg nach einer Weile des Nachdenkens schliesslich wahrheitsgetreu. "Ich denke, bei dem Elf koennen sie demnaechst ein paar der Sicherheitsvorkehrungen fallen lassen. Der mag diesen Job beinahe *zu* sehr", sein Gegenueber nahm es mit einem Nicken zur Kenntnis. Sie nahm noch einen Zug und trat den Stummel dann mit Bedacht aus. "Ich weiss, dass sie wahrscheinlich nach Frau Ishikawa sehen moechten, aber ich befuerchte, dass wir eine Situation in Hong Kong haben", Remo kratzte sich an der Nase, eine 'Situation' war die standardmaessige Untertreibung fuer ein grosses Problem, dass einer raschen Loesung bedurfte. Eine Loesung mit der MCT nicht in Verbindung gebracht werden durfte und wollte. "Sie koennen auf uns zaehlen", der Zwerg wusste, dass Engagement und Loyalitaet hier hoch im Kurs standen, obschon ihm vielleicht ein paar andere Worte auf der Zunge gelegen hatten. "Das freut mich zu hoeren", ihr Laecheln war professionell, aber wohl stellenweise auch echt. Immer schwer zu sagen. "Sie fliegen in 3 Stunden. Guten Abend, Herr Remo", mit diesen Worten liess sie ihn auf dem Dach allein.

Das Gesicht der schlafenden Frau war beinahe so blass wie Schnee. Es erinnerte Remo immer wieder an dieses alte Maerchen, das er in seiner Kindheit oft gehoert hatte, nur dass ein Kuss allein hier wohl nicht helfen wuerde. Der Koerper von einer duennen weisse Decke bedeckt, hebte und senkte sich ihr Brustkorb langsam, aber rythmisch. Es war beinahe ein friedliches Bild, waeren da nicht unzaehligen Elektroden, Schlaueche und sonstige Kabel, die den zerbrechlichen Koerper mit einer unbezahlbar wirkenden Maschine verbanden, die die Haelfte des Raumes einzunehmen schien. Die Tatsache, dass Mitsuhama Computer Technologies sich diese lebenserhaltenden Massnahmen seit nunmehr zehn Jahren leistete, sprach fuer das hohe Ansehen, welches Sachiko zu ihrer aktiveren Zeit innerhalb der Firma genossen hatte und wohl immer noch genoss. Und damit die infernale Maschine auch weiterhin pumpte, wuerde der Rigger das treue Firmenschosshuendchen spielen. "Fuehl dich frei jederzeit aufzuwachen", murrte er in Richtung der komatoesen Patientin. Ein leises Summen und biepen war seine einzige Antwort. Einer der futuristisch anmutenden Monitore zeigte das mittlerweile gewohnt chaotische Muster, mit welchem die Maschine Gehirnstroeme mass. Vorsichtig griff er nach ihrer rechten Hand, hielt dann jedoch inne, ganz so als haette er Angst davor ihren makellosen Koerper zu beschmutzen. "Bah", mit diesem Ausruf stand er auf und zog sich den Kragen seiner schwarzen Designerjacke zurecht. "Denk bloss nicht, dass ich dich mag nur weil ich hier immer noch ab und an rumhaenge. Hatte nix besseres zu tun. Das is alles", er warf einen letzten Blick auf die Frau, dann verliess er den Raum. Das sterile Weiss des Flures brachte ihn dazu den Daemmer in seiner Optik anzuschalten als er durch die Gaenge nach Draussen eilte. An die Tuer des schwarzen Nissans gelehnt, die Arme vor der Bust verschraenkt, wartete vor dem Gebaeude ein hochgewachsener Mann mit schulterlangem Haar auf ihn.

"Die lassen hier wohl mittlerweile jeden dahergelaufenen Meta aufs Gelaende", brummte der Zwerg. "Jemand hat anscheinend dafuer gesorgt, dass ich mich hier und in der Stadt frei bewegen kann", der Angesprochene zuckte mit den Schultern und nahm auf dem Fahrersitz Platz. Mit einer fliessenden Handbewegung strich er sich das Haar aus dem Gesicht und entbloesste eines seiner spitzen Ohren. Der Zwerg liess sich neben ihn fallen. "Sicher ein Fehler irgendwo bei der Administration", er zuendete sich eine Kippe an. "Is der Rest der Truppe fertig?", er oeffnete das Fenster einen Spalt weit um den Rauch entfleuchen zu lassen. "Die Orks sind noch halb besoffen, aber ansonsten sind alle bereit. Mich eingeschlossen. Muss wohl wichtig sein wenn sie uns direkt wieder losschicken. Und dann noch auf dem Kontinent, wie aufregend", in seinem Gesicht spiegelte sich ein beinahe raubtierhaftes Grinsen als sie den Parkplatz verliessen und der Wagen sich in den Abendverkehr einfaedelte. "Jap", antwortete der Zwerg, kurz angebunden, als er einen letzten Blick auf die unscheinbar aussehende medizinische Einrichtung warf. Mehrere Minuten verstrichen. Draussen zogen Lichter, Autos und Passanten unwahrgenommen an Remos Aufmerksamkeit vorbei, waehrend sie sich der Stadtgrenze naeherten. "Wuerdest du mich auch im Krankenhaus besuchen kommen, Boss?" Der Zwerg verzog bei der Anrede das Gesicht und warf die Kippe aus dem Fenster. "Nein", log er. "Dich und deinen franzoesischen Akzent wuerden sie ohnehin gleich in irgendeinem Loch verscharren und sich die Nuyen fuer die Behandlung sparen", der Elf lachte. "Herzlos, wie immer, 'Herr' Remo, aber ich weiss es mittlerweile besser", er zwinkerte ihm zu. Im Zwielicht des Innenraums der Karre sahen die Gesichtszuege des Langohrs noch androgyner aus als sonst. Filigrante schwarze Linien schlaengelten sich wie Efeu an der rechten Seite seines Halses bis unters Kinn. Der Zwerg wusste, dass dies nur die Spitze eines recht kunstvollen Tatoos darstellte, welches sich ueber die Haelfte des Oberkoerpers zog. Im Radio dudelte irgendein retro Elektro-Swing Song, den Remo schon ein paar Mal gehoert hatte. Er zuendete sich noch eine an und starrte auf seinen Taschensekretaer waehrend Bishop leise zur Melodie summte und auf eine wenig befahrene Landstrasse einbog.

Remo stand auf der Landebahn und beobachtete wie seine schwer bewaffnete 'Mars' Mk III Drohne die Laderampe des Ueberschall-VTOL hinaufrollte. Der Wind spielte mit seiner knielangen Jacke, die nicht nur stilecht aussah, sondern noch Keramikfaserverstaerkung hatte um ihn gegen die ein oder andere Kugel zu schuetzen. Er rueckte sich die Sonnenbrille zurecht. "Hi Boss. 'S nix viel mit Freizeit hier eh?", sagte Scorch, einer der Orkbrueder mit tiefer Stimme, seine AK 97 zusammensteckend. Der Zwerg wuenschte wirklich, Leute wuerden aufhoeren ihn so zu nennen. Doch seit der verdammte Elf damit angefangen hatte schien der Name zu haften wie Scheisse am Stiefel. "Maul. Mehr Arbeit. Mehr Nuyen. Klar?", sagte der Andere und ueberpruefte den Sitz seiner rustikalen Marke Eigenbau Schrotflinte. Nur eine Waffe von vielen. Zusammen waren die Beiden wahrscheinlich in der Lage kleine Laender und Stadtstaaten zu ueberrennen. "Ungewoehnlich. Jemand in Hong Kong muss MCT wirklich ans Bein gepisst haben", die Stimme gehoerte der Orkin Lynx, Schamanin des Teams. Falls sie sich davon gestoert fuehlte, nach nur ein paar Stunden Pause dem naechsten Auftrag entgegen zu eilen, so zeigte sie es nicht. Der Zwerg zog an seiner Kippe und sah ein letztes Mal in Richtung Kyoto. "Nailz hat recht, wir bekommen fuer heute Nacht das Dreifache", er nickte dem zweiten Ork zu, der daraufhin in freudiger Erwartung seine Hauer entbloesste. "So. Wir exen wen oder wa?", Scorchs' zweite AK fand ihren Platz diagonal ueber der anderen an seinem Ruecken. "Den Eifer muss man einfach moegen!", Bishop trat neben Remo und nahm einen tiefen Atemzug. An seinen Oberschenkeln waren zwei Halfter mit Pistolen befestigt. Doch der Zwerg wusste, dass die wahre Gefahr vom Schwert auf seinem Ruecken ausging. "Ja", antwortete er knapp und stieg seinerseits die Rampe empor. Auch wenn es ihn reizte selber zu fliegen, war es besser einem Firmenpiloten diese Aufgabe zu ueberlassen. Immerhin gab es noch Kram zu besprechen.

Wird im Laufe des Spiels ergaenzt



Daten:

Rasse: Zwerg (Priorität D)
Magie: - (Priorität E)
Attribute: 24 (Priorität C)
Fertigkeiten: 50 (Priorität A)
Ressourcen: 400000 (Priorität B)

Attribute
Ko 2 (3)
St 3 (5)
Sc 6
Ch 4
In 6
Wi 3 (4)
R 6 (9)
E 1,43

Initiative 6 +1W6
Riggerinitiative 9 +3W6
Kampfpool 8
Steuerpool 9

Fertigkeiten
Gebräuche 3
Auto 5
B/R Auto 3
Vektorschubmaschine 5
B/R Vektorschubmaschine 3
Rotormaschine 5
B/R Rotormaschine 3
B/R Elektronik 4
Geschütze 6
Pistolen 5
Biotech 4
Sprengstoff 4

Wissensfertigkeit
Schrottplätze in Rhein-Ruhr 6
Polizeiverfolgungstaktiken 4
Mafiageführte Gastronomiebetriebe 4
Rennfahrerlegenden 4
Straßengangterritorien 2
Schmugglerrouten 6
diskrete Werkstätten 4

Cyberware
Riggerkontrolle Stufe 2 (Alphaware)
Cyberaugen (mit Bildverbindung, Infrarotsicht und Blitzkompensation) (Alphaware)
Kommleitung Stf5
2x Datenbuchse (Alphaware)
Headwarememory (100 MP) (Alphaware)
Headwarefunk Stf 5 (Alphaware)
Wissenssoftverbindung (Alphaware)
Smartgunverbindung (Alphaware)
Fahrzeugsteuereinrichtung Stf 2 (Alphaware)

Ausrüstung
Browning Max Power (mit Smartgunverbindung)
50 Schuss Standardmuni
Secure Panzerjacke
Chrysler Nissan Jackrabbit (Riggersteuerung, Fernsteuerbar, zwergenangepasst)
Cyberspace Designs Dalmatians Drohne
Elektronik Werkzeugkasten
GM-Nissan Doberman Drohne mit Ingram Valiant LMG (Smartwaffe mit 100 Schuss) und Defiance Superschock Taser (Smartwaffe mit 10 Schuss)
MCT-Nissan Rotordrohne mit internem Firmpoint und Lasermikro (Stf 6)
Fernsteuerdeck Stf 6 mit Bildschirm, Intercom und 4 Trampsteckern
Taschensekretär
Rotormaschinenwerkzeugkasten
Autowerkzeugladen
2x Mittelschichtlebensstil für jeweils 3 Monate)

Connections
Mafia Buchhalter Stf 1
Mechaniker Stf 2
Sensationsreporter Stf 1

Startguthaben
1560 Euro


Zuletzt von Adrian Kane am Mo März 06 2017, 20:52 bearbeitet; insgesamt 11-mal bearbeitet

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Alex Dunkelstahl aka "Remo" Empty Remos Connections

Beitrag von Elodriel am Di Okt 13 2015, 20:39

Gino Hauser (Mafia Buchhalter Stf 1): Andeutungen, die immer mal in seiner Gegenwart fallen, lassen vermuten, dass die Herkunft des Zwergs mit Tretminen gepflastert ist. Doch solange es nicht um Zahlen oder um angedeutete Geschichten seiner Kollegen geht (natürlich nennt er niemals Namen), ist der Mann recht schweigsam. Dass er ein begnateter Zahlenjongleur ist, der hoch im Kurs seiner Chefs steht, zeigt sich daran, dass ihm Ressourcen bereitgestellt wurden, um sich einen besonderen Fahrer anzuheuern, der ihn zu den vershciedensten Zielen fährt. Nachdem er einmal von Remo gefahren wurde, greift er inzwischen fast immer bei diesen Gelegenheiten auf den Zwerg zurück, wenn dieser es einrichten kann.

Werner Kessel (Mechaniker Stf 2): Seine Werkstatt ist wie das eigene Kind für den Mechaniker und so arbeitet er nicht nur da, sondern hat im Obergeschoss auch seine Wohnung eingerichtet. Sicherlich hat es auch etwas damit zu tun, dass der Norm häufiger mal Kundschaft hat, die nur im Schutze der Dunkelheit zu ihm kommt. Früher ist er Mitglied einer Motoradgang gewesen, die sich mit allen möglichen illegalen Geschäften finanziert hat. Und auch, wenn das schon lange her ist, so sind die Kontakte nicht alle eingeschlafen. Irgendwie schafft er es immer, an Ersatzteile zu kommen und selbst ganze Fahrzeuge kann er vermitteln, wenn der Preis stimmt. Eine weitere seiner Leidenschaften ist das Combat Biking, wobei er die Auffassung vertritt, dass die wirklich guten Teams nur in den UCAS zu finden sind. Remo kennt ihn schon seitdem er sich verstärkt mit Fahrzeugen beschäftigt und inzwischen sind sie schon fast als Freunde zu bezeichnen.

Franziska Drachsler (Sensationsreporterin Stf 1): Immer auf der Suche nach dem nächsten großen Scoop und dabei mit einer Vorliebe für politische Verwicklungen, kann die zwergische Reporterin nicht immer all zu genau sein, was das Gesetz angeht. Und wenn es gilt, Leute zu überwachen, dann heuert sie auch schonmal einen Rigger an, der ihr mit Drohnen zur Seite steht. So ist auch Remo auf die Sensationsreporterin gestoßen.
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