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Götterblut - Kapitel 2: Gut geplant ist halb gewonnen

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Re: Götterblut - Kapitel 2: Gut geplant ist halb gewonnen

Beitrag von Elli am Mi Aug 21 2013, 14:14

Alan ging seiner Wege, sich ein Zimmer zu suchen. Sie hatte ihm ursprünglich angeboten, ihm bei der Zimmerwahl behilflich sein zu können, doch er ging nicht mehr darauf ein. Was vermutlich besser war, da Melinda mit dem Gedanken spielte, ihn die Kellertreppe herab zu schubsen. Immerhin wurde aber so das Gespräch beendet. Sie blickte ihm hinterher, während sich Charles mit Johanna befasste. Unwillkürlich blickte Melinda selbst auf ihre Hand herunter, als Norly die Tochter seiner Hand in Augenschein nahm. Die Schnitten waren leicht angeschwollen, aber nichts dramatisches, sie hatte nicht mehr nachgeblutetet und dank dem Bad auch gesäubert. Wenn sie ihre Hand zur Faust ballte, spürte sie einen Schnitt besonders, der sich über ihre Handinnenfläche zog.
Ach Gott, was für eine Überraschung das das Mädchen nun auch eine Verletzung an der Hand hat! Hihihihi. Scheint ja wirklich eine Menge Aufmerksamkeit zu brauchen...und dann kommt da einfach eine Hure daher und nimmt ihr diese! U-N-G-L-A-U-B-L-I-C-H! Ich glaube es wird Zeit, dass wir ihr unauffälig zu verstehen geben, dass Charles dich ausgesucht hat - und über sie ist er...sagen wir...gestolpert...Ha! Das wird ein Fest!
Charles gab zu verstehen, dass die Verletzung nicht schlimm war und Melinda stand auf, ihre Rippen schmerzten. Leeland hatte ihr einige Treffer verpasst, von denen sie noch länger etwas haben würde. Sie drängte sich zwischen Charles und dem Stuhl durch um zu Randolph zu gelangen. Sie nickte Johanna kurz zu. “Danke.“ Ihre Stimme klang völlig neutral und auch ihr Gesicht verriet nichts darüber, was sie gerade wirklich dachte. Ihr Blick wanderte kurz über Charles, bei dessen Anblick sie die Kette einer Taschenuhr entdeckte. Melinda beschloss der Sache später einmal auf den Grund zu gehen, sie mochte Uhren und traute Charles durchaus zu eine bei sich zu tragen, die etwas Besonders war. Wenn sie alleine nur an die Türverriegelung in seiner Wohnung dachte…
Neben dem Stuhl auf dem der Doktor saß, ging sie in die Hocke, wobei sie sich an der Lehne festhielt um ihr Gleichgewicht, dass noch immer vom übermäßigen Alkoholkonsum gestört war, zu unterstützen. “Charles hat Recht, du brauchst Ruhe – aber das weißt du natürlich.“ Sollte Randolph Schwierigkeiten haben zu gehen, würde sie sich nur allzu gerne als Hilfe anbieten, auch wenn sie ahnte, dass er zu stolz dafür sein würde.

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Re: Götterblut - Kapitel 2: Gut geplant ist halb gewonnen

Beitrag von Darnamur am Do Aug 22 2013, 11:11

Randolph nahm Charles Angebot an. Ansonsten hätte es wohl ziemlich erbärmlich ausgesehen, wie er die Treppe hochhumpelte. Also ließ er sich sein Zimmer zeigen und machte sich dann auf die Suche nach etwas, dass er als Krückstock verwenden konnte. Notfalls würde er in den Park hinausgehen und sich einen geeigneten Ast suchen, den er zurechtschnitzen konnte. Jedoch wurde er fündig und stöberte in einer Besenkammer einen sogar durchaus elegant wirkenden Gehstock auf. Anschließend zog er sich in sein Zimmer zurück. Ein Blick aus dem Fenster versicherte ihm das die Abenddämmerung hereinbrach und der Himmel in blutigem Rot versank. Mit müden Augen betrachtete Randolph durch die verdreckte Scheibe den Sonnenuntergang. Was für ein Tag. Er fühlte sich kraftlos und schwach und wusste, dass er sich eigentlich dem Schlaf hingeben sollte. Doch er wusste auch, was mit dem Schlaf kam und bei dem Gedanken bekam er eine Gänsehaut. Er öffnete seinen Mantel. Was war das? Er untersuchte das Kleidungsstück und fand den Ursprung des raschelnden Geräusches. Es war ein unversiegelter Brief. Misstrauisch beäugte der Doktor das Schriftstück und öffnete es schließlich.
Es war leer.


Zuletzt von Darnamur am Fr Aug 23 2013, 08:57 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Re: Götterblut - Kapitel 2: Gut geplant ist halb gewonnen

Beitrag von Scáth am Do Aug 22 2013, 12:57

Auch wenn Johanna überrascht und nicht unbedingt damit einverstanden war, dass Charles sich ihre Verletzung ansah ließ sie es geschehen. Sie hatte keinen Nerv mehr für noch weitere Streitereien. Gerade hatte sie genug gehört und wenn sie ehrlich zu sich selbst war wollte sie einfach nur verschwinden. Sie bemerkte Charles fragenden Blick nachdem er bemerkte das Johanna kaum geblutet hatte. Erst als er den provisorischen Verband wegsteckte meldete sich das Hausmädchen zu Wort
. "Die Schmerzen waren mit Verband weniger schlimm", murmelte sie eher als dass sie laut sprach. Sie war sich bewusst dass sie vor den Anderen nun als Weichei da stand. Aber wieso sollte sie sich darum scheren? Wenn andere der Meinung waren sie wüssten welche Schmerzen Johanna hatte, sollten sie weiter bei dem Glauben bleiben. Nur sie selbst wusste wie schlimm sie tatsächlich waren.
Das Melinda sich bedankte nahm Johanna zwar wahr, erwiderte darauf aber nichts. Auch das war ihr egal. Sie hatte Randolph nicht für Melinda gerettet. Wenn es Johanna um Melinda gegangen wäre hätte sie Randolph in einer Zelle vergammeln lassen. Ihrem momentanen Verhalten nach zu urteilen würde Melinda nicht anders handeln wenn es um Johanna ginge.
Johanna massierte sich leicht ihre Hand, die von dem Verband etwas zu hell für ihren Geschmack geworden war. Sie zog scharf die Luft ein, als sie die Knöchel auf dem Handrücken berührte. Ein stechender Schmerz zog sich bis in den Unterarm. Ein leicht blauer Farbton hatte sich auf die Haut geschlichen und Johanna hoffte dass es nicht noch bunter werden würde. Sie hatte oft genug gesehen wie die Blauen Flecken der Bakersfield-Kinder durch alle Farben des Regenbogens wanderten.
Charles half Randolph gerade nach oben, und auch Johanna lief in ihr Zimmer. Sie schloss leise die Tür hinter sich und riss danach einen weiteren Stofffetzen aus dem sowieso schon zerrissenen Kleidungsstück. Es dauerte zwar ein paar Minuten bis der neue Verband richtig saß, aber Johanna hatte recht behalten. Sie konnte ihre Hand dadurch wirklich schmerzfreier bewegen.
Seufzend setzte sich Johanna auf ihr Bett und lehnte sich gegen die Wand. Vielleicht war es besser für eine Weile einfach mal an nichts zu denken.
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Re: Götterblut - Kapitel 2: Gut geplant ist halb gewonnen

Beitrag von Darnamur am Fr Aug 23 2013, 09:16

Es gab nur eine Option: Dies war eine Nachricht von Dr. Taylor an seinen Verbündeten- Charles Norly. Und der Brief war nicht versiegelt, weil anscheinend eine Art Geheimschrift genutzt wurde. Randolph erinnerte sich daran, dass man so unsichtbare Texte schreiben konnte (etwa mit Zitronensaft? Irgendetwas war doch mit Zitronensaft gewesen?) und sie durch eine bestimmte Methode wieder sichtbar machen konnte. Da der Doktor allerdings nichts genaueres wusste und das Pergament auch nicht versehentlich vernichten wollte verzichtete er auf Experimente. Mit seinem neuem Gehstock humpelte er auf den Gang hinaus und machte sich mit schleppenden Schritten zu Charles Räumlichkeiten auf. Dort angekommen klopfte er mit der freien Hand zweimal gegen die Tür: "Mr.Norly- wie es aussieht habe ich doch noch Post für sie. Ich lege sie vor eure Türe." Mit diesen Worten entfernte Randolph sich humpelnd. Zurück in seinem Zimmer setzte er sich trübselig auf sein Bett und blickte aus dem Fenster in den Park hinunter.
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Re: Götterblut - Kapitel 2: Gut geplant ist halb gewonnen

Beitrag von Umbra am Sa Aug 24 2013, 16:50

Seine Ruhe hatte Dr. Tremaine jedoch nicht lange, denn nachdem Charles mühselig den bereits geöffneten – oh nein, das war ihm nicht entgangen – Briefumschlag vom Boden aufgeklaubt hatte, hatte er unsicheren, aber ungeachtet dessen eiligen Schrittes den Weg über den Flur angetreten. Charles stürmte, ohne angeklopft zu haben, ins Zimmer des Arztes hinein.
„Sie haben es angefasst!“, platzte es aus ihm in vorwurfsvollem Ton heraus – mit „es“ meinte er das Briefpapier, aber sich präzise auszudrücken, kam ihm gerade nicht in den Sinn, schließlich wusste er selbst ja, wovon er sprach. Seine Rechte lag wieder stützend auf der schmerzenden Seite, als er vorerst leicht wankend (Nie wieder Wein…) mitten im Raum stehen blieb. Den Briefumschlag hingegen hielt er mit Bedacht nur zwischen zwei Fingerspitzen auf Abstand zu seinem Körper. Auch wenn es mechanische und auch mit Leder umhüllte Finger waren, wollte er dieses Ding offenbar möglichst wenig berühren.
„Wie können Sie auch nur irgendetwas öffnen, das für mich bestimmt ist? Sind Sie denn von allen guten Geistern verlassen?“ Es war nicht Wut oder Ärger darüber, die aus ihm sprachen, denn auch wenn es ihm selbstverständlich nicht gefiel, wenn man in seinen Sachen herumschnüffelte, war ihm das doch ziemlich gleich.
„Fühlen Sie sich taub, schwindelig, übel, kurzatmig?... Auch nur irgendwie anders als vorhin?“
Charles humpelte weiter in Richtung Fenster, während er Dr. Tremaine prüfend musterte, jedoch schien ihm der Chirurg weder noch blasser als er zuvor schon gewesen war, noch entdeckte Charles irgendetwas Beunruhigendes wie beispielsweise Schaum vor dem Mund seines Gegenübers.
Charles gab ein ungeduldiges Brummen von sich, während er den Briefumschlag vorsichtig auf dem Fensterbrett ablegte und nach seinem rechten Handschuh fischte, den er sich schnell in den Hosenbund gesteckt hatte, bevor er sein Zimmer verlassen hatte. Schnell hatte er sich ihn übergezogen.
„Umgekippt sind Sie noch nicht, das ist schon einmal ein gutes Zeichen“, entschied Charles. Vermutlich würde auch nichts mehr dergleichen passieren, doch er wollte lieber sichergehen, bevor er selbst mit bloßen Händen an dem Umschlag herumhantierte.
Nun hielt Charles ihn gegen das einfallende Licht der allmählich untergehenden Sonne und hielt nach irgendwelchen verdächtigen Ansammlungen von Schatten innerhalb des Umschlags Ausschau.
„Sie sollten vorsichtiger sein, Doktor, man trachtet mir nach dem Leben. An die Haut eines unbedachten Lesers gelangt, kann ein an einem Brief platzierter Giftstoff Übles anrichten.“
Charles drehte und wendete den Umschlag, während er ihn genauestens prüfte, und atmete dabei bewusst sehr flach. Auch achtete er genau darauf, ob nicht irgendetwas aus ihm herausrieselte. Der Doktor wirkte immer noch nicht so, als würde er jeden Moment abtreten – selbst wenn, würde wohl jede Hilfe zu spät kommen –, aber Vorsicht war besser als Nachsicht.

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Re: Götterblut - Kapitel 2: Gut geplant ist halb gewonnen

Beitrag von Darnamur am Sa Aug 24 2013, 20:43

Randolph kratzte sich ein wenig überrumpelt am Kopf. Daran das der Brief vergiftet sein könnte hatte er natürlich nicht gedacht. Warum auch...nun ja, es konnte schon durchaus sein, dass es gewissen Personen vielleicht besser gefallen würde, wenn seine Knochen in einem kalten Grab verrotten würden.
"Hmm ja...ich fand den Brief in meiner Manteltasche. Von daher lag es nahe ihn zu öffnen, zumal er nicht versiegelt war. Sorry."
Randolph überprüfte methodisch seine Körperfunktion und konnte aufs Erste keine Mängel erkennen.
"Mir scheint es jedenfalls vorerst gut zu gehen. Also so gut, wie es eben in meinem Zustand möglich ist. Ich glaube sie müssen sich keine Sorgen machen. Vermutlich hat Dr.Taylor mir das nach meiner Befragung zugeschoben. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt diese Kleidung nicht bei mir. Es ist doch von Taylor oder?"
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Re: Götterblut - Kapitel 2: Gut geplant ist halb gewonnen

Beitrag von Umbra am Mo Aug 26 2013, 13:21

Charles nickte, bevor er seinen Blick vom Briefumschlag löste und sich Dr. Tremaine zuwandte.
„Ja“, antwortete er dann. „Ja, ich nehme es an. Sie den Umschlag ohne Ihr Wissen überbringen zu lassen, trägt seine Handschrift. Ich habe Sie vorhin in der Halle nicht ohne Grund gefragt, ob er Ihnen etwas für mich gegeben hat.“
Charles streifte seinen rechten Handschuh ab und brachte ihn wieder in seinem Hosenbund unter, um sich nun den Inhalt des Umschlages anzusehen. Vermutlich dachte der Doktor, er hätte überreagiert und hielt ihn nun für paranoid, aber Charles hatte für sich genug Gründe, vorsichtig zu sein. Dr. Tremaine schien – bis auf die Schussverletzung – nichts Ernstes zu fehlen, also ging Charles das Risiko ein und fasste das enthaltene Briefpapier mit bloßen Fingern an.
„Mr. Taylor belästigt mich schon seit geraumer Zeit mit solcherlei… Dingen“, erzählte er mit einem Stirnrunzeln, als er das bereits entfaltete Blatt wendete und ihm auf der Rückseite, wie zuvor auch der Vorderseite, schriftlose, weiße Leere entgegenstarrte.
Charles ließ sich davon nicht aus der methodischen Ruhe bringen, in die er inzwischen verfallen war. Er hielt das Blatt Briefpapier kurz gegen das Sonnenlicht, um es mit leicht zusammengekniffenen Augen zu begutachten.
„Dieser Mann scheint die Botschaft dahinter, dass ich bisher auf keine seiner Nachrichten reagiert habe, nicht zu verstehen“, redete Charles weiter und unterbrach sich kurz, um an seinem Untersuchungsobjekt zu riechen, „oder, was ich eher denke, nicht zu akzeptieren.“
Charles ließ das Papier sinken und humpelte einige Schritte.
„Das hier ist bereits der zweite Umschlag heute.“ Der niedergeschossene Mr. Hyde, den Charles am Morgen im Krankenhaus besucht hatte, hatte ihm den ersten überreicht. Charles konnte nicht sagen, dass ihm das gefiel. Mit einer lockeren Bewegung warf er das Blatt auf den Schreibtisch, an dem er sich von Schmerz leise ächzend niederließ.
„Er riskiert viel, unter Hills Augen Kontakt mit mir zu suchen, aber glauben Sie ja nicht, dass mich das beeindruckt.“
Charles fand beim fast schon ungeduldigen Forschen in den Schreibtischschubladen eine Kerze, die er mit einem Streichholz anzündete. Er wechselte das Thema, um dem Arzt zu erklären, was er gerade machte.
„Schon zu Zeiten Christi kannte man Wege, Botschaften niederzuschreiben, die auf den ersten Blick nicht zu entdecken sind. Für jeden, der weiß, wie man die Schrift sichtbar macht, ist so etwas kein großes Hindernis, aber wenn man nicht gezielt danach sucht, ist so eine unsichtbare Botschaft praktisch unauffindbar.“
Sofort griff er nach dem Briefpapier, um es vorsichtig am Feuer zu erhitzen. Dabei fiel ihm etwas ein.
„Störe ich Sie?“, fragte Charles, ohne seinen prüfenden Blick von dem Papier abzuwenden, auf dem sich bisher nichts getan hatte, aber er war auch noch dabei, jede einzelne Stelle genau zu untersuchen.
„Verzeihung, dass ich so unvermittelt hier hineingeplatzt bin. Vermutlich wollen Sie sich ausruhen. Ich kann auch wieder gehen“, bot er an, nur um daraufhin weiterzureden.
„Manchmal hat man das Pech oder Glück – je nachdem –, dass so ein Text durchscheint, wenn man ihn gegen das Licht hält. Man kann Essig hierfür verwenden, gängig sind aber auch Fruchtsäfte oder Milch, wenn man es sich einfach machen will. Bei Hitze färbt sich das, was einst unsichtbar war, bräunlich und die Botschaft ist lesbar. Mein Bruder und ich hatten in unserer Kindheit unseren Spaß daran. Allerdings erwarte ich, um ehrlich zu sein, eigentlich nicht, dass auch nur ein kleines Pünktchen oder Komma auf diesem Blatt Papier sichtbar wird.“

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Re: Götterblut - Kapitel 2: Gut geplant ist halb gewonnen

Beitrag von Darnamur am Mo Aug 26 2013, 15:16

"Nein, sie stören mich nicht", murmelte Randolph, während er das über der Kerze schwebende Blatt Papier fasziniert anstarrte. "Ich dachte mir, dass sich hinter dem leeren Blatt eine Geheimbotschaft verstecken könnte, aber ich habe mich selbst noch nie wirklich mit solchen Dingen beschäftigt. Warum denken sie, dass der Brief leer ist?"
Der Doktor fragte sich auch, wann und durch wen der erste Umschlag bei Charles angekommen war.
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Re: Götterblut - Kapitel 2: Gut geplant ist halb gewonnen

Beitrag von Umbra am Do Aug 29 2013, 18:49

Charles nahm nickend und somit mit stummem Dank zur Kenntnis, dass Dr. Tremaine ihm erlaubte zu bleiben. Sicherlich hätte es ihm nichts ausgemacht, dem angeschlagenen Arzt etwas Ruhe zu gönnen und sich ohne dessen Gesellschaft mit dem Briefumschlag und dessen Inhalt zu befassen. Anderseits… Zwar war Charles noch immer verstimmt und beleidigt, weil Dr. Tremaine ihn einen selbstverliebten Schwätzer genannt hatte, jedoch genoss er nach seinem eigens gewählten Exil in Einsamkeit, um andere durch sich nicht zu gefährden, dieses Gespräch – auch oder vielleicht gerade weil er es war, der redete, während Dr. Tremaine interessiert an seinen Lippen zu hängen schien.
Ohne seinen Blick von dem Papier zu nehmen, das er vorsichtig und langsam an der Kerzenflamme vorbeizog und somit nach und nach jeden kleinen Anteil der Fläche erwärmte, beantwortete Charles die Frage des Chirurgen.
„Man hat Sie sicherlich durchsucht, als oder bevor Sie am Scotland Yard angekommen sind“, begann er seine Ausführung. „Mich würde wundern, wenn Sie während Ihres Aufenthalts dort mit vielen Leuten Kontakt gehabt hätten, die Ihnen diesen Umschlag hätten geben können. Stellen Sie sich also vor, man hätte diesen vor Ihrer Freilassung in Ihrem Besitz entdeckt. Die Polizei hätte ihn genauso untersucht wie ich es gerade tue, denn auf den Kopf gefallen sind die Ermittler des Yards keinesfalls. Wären Sie dabei auf eine Botschaft gestoßen, die Ihnen verdächtig erschienen wäre, wen, denken Sie, hätte man wohl danach gefragt?“, fragte er und ließ eine kurze Pause, damit Dr. Tremaine Zeit zum Nachdenken, jedoch nicht zum Antworten blieb.
Es war wohl offensichtlich, worauf er hinauswollte: „Nicht nur Sie, sondern auch Mr. Taylor wäre wohl in erhebliche Erklärungsnot gekommen, hätte man eine Botschaft in seiner Handschrift auf einem Stück Papier in Ihrer Manteltasche gefunden. Taylor steht unter Beobachtung, wie ich weiß – und er selbst dürfte sich dessen ebenfalls bewusst sein. Da wäre es unklug, unnötige Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, zumal er sich ja noch nicht einmal sicher sein konnte, ob eine Nachricht, die für mich bestimmt ist, durch Sie überhaupt den Weg zu mir finden würde.“
Charles lachte leise und amüsiert. Seiner Stimme war wohl die Anerkennung, mit der er diesem Vorgehen gegenüberstand, anzuhören.
„Ein Brief ohne Inhalt – was könnte der Yard Taylor oder Ihnen deswegen schon vorwerfen? Gar nichts.“ Er blickte kurz mit einem schelmischen Lächeln zu Dr. Tremaine auf, als er das Stück Briefpapier auf dem Schreibtisch ablegte und anschließend nach dem Umschlag griff, um diesen der gleichen Untersuchung zu unterziehen.
„Sehen Sie“, fuhr er seine Argumentation, sich erneut auf mögliche Veränderungen auf dem sich erwärmendem Papier konzentrierend, fort, „auch ein unbeschriebenes Blatt Papier eine Botschaft sein, Doktor – und eine Art der Kommunikation zu verwenden, die nur Absender und Empfänger und nicht einmal Sie als Überbringer verstehen, ist umso vieles sicherer als Worte niederzuschreiben, die ja jeder lesen und entschlüsseln könnte, wenn sie denn erst einmal entdeckt worden sind.“
Nach einigen Augenblicken legte Charles auch den Umschlag beiseite und rückte auf seinem Stuhl herum, um sich nicht verrenken zu müssen, um den Doktor anblicken zu müssen.
Seine Diagnose stand fest: „Ich habe Recht behalten. Kein Anzeichen auf eine Botschaft, geschrieben in Geheimtinte – weder auf dem Briefpapier, noch auf dem Umschlag. Ich bezweifle, dass Mr. Taylor auf irgendein Mittel zurückgegriffen hat, das nur mit bestimmten chemischen Reagenzien sichtbar gemacht werden kann – denn ich gebe zu, dass ich auf jenem Gebiet nicht sonderlich bewandert bin, und er dürfte das sowohl wissen, als auch, dass die Polizei da sicher über tiefere Kenntnisse und andere Möglichkeiten als ich verfügt.“
Charles seufzte. Demnach zu urteilen, was er bereits gesagt hatte, würde Dr. Tremaine wohl schon darauf gekommen sein, dass er und Taylor sich persönlich kannten – andernfalls wäre eine Botschaft wie die vorliegende wohl nicht möglich gewesen. Denn es war, wie Charles gesagt hatte: Nur Absender und Empfänger konnten wohl verstehen, was mit einem leeren Blatt Papier gemeint war, und das auch nur, wenn sie sich irgendwann einmal über diese Bedeutung einig geworden waren.
„Gut, gut“, äußerte Charles und zögerte einen kurzen Moment, indem er Dr. Tremaine musterte und eine Entscheidung fällte.
„Ich will Ihnen verraten, was dies hier zu bedeuten hat: Es ist eine Einladung. Der erste Brief, den ich heute erhalten habe, wie ich bereits erwähnte, war ebenfalls ohne Inhalt“, erzählte er.
„Drew scheint es ernst zu sein, er will sich dringend mit mir treffen.“
Charles fuhr sich müde mit der Hand über sein Gesicht. Die Ereignisse hatten sich überschlagen, er war angeschlagen und allgemein war nicht wirklich viel nach Plan verlaufen. Es war offensichtlich, dass er sich mit der Gruppe, die nun um ihn versammelt war, einspielen und dass diese sich mit der neuen Situation erst einmal zurechtfinden musste.
Obwohl Charles sich noch nicht sicher war, ob er Dr. Tremaine trauen konnte oder nicht, empfand er zumindest Achtung vor diesem Mann. Er vermutete, dass der Chirurg eine wertvolle Hilfe sein könnte, was er natürlich in keinem Moment aus den Augen verlor, jedoch ging es Charles gerade nicht darum, Dr. Tremaine ins Vertrauen zu ziehen, um diesen für sich einzunehmen. Er hatte das Bedürfnis, sich auszusprechen, anstatt seine Sorgen in sich hineinzufressen. Das Gespräch unter vier Augen mit dem Doktor bot dies an und Charles nahm die Gelegenheit ungefragt wahr.
„Ich muss zugeben, dass ich Bedenken habe, mich darauf einzulassen“, gab er schließlich preis, was ihn bezüglich der Angelegenheit mit Taylor beschäftigte, auch wenn er sich bewusst zurückhielt, was Details oder Hintergründe betraf. Er verriet aus Vorsicht nur, was er für nötig hielt, um seine Lage verständlich zu machen.
„Sie müssen wissen, ich habe ihn eine Weile nicht mehr gesehen, nun fast ein halbes Jahr – somit länger als diese Farce, der ich ausgeliefert bin, schon andauert. Er ist ein“, er zögerte, „alter Bekannter und Weggefährte“, das war nicht gelogen, „jedoch arbeitet er derzeit für Hill und ich kann schlecht einschätzen, was er vorhat – zumal letzte Nacht ein gemeinsamer Freund von uns den Tod fand. Angeblich durch meine Hand. Ich tendiere sehr dazu, ihn und seine Aufforderungen zu ignorieren, denn ich will ihn und auch seine Ehefrau nicht in Gefahr bringen.“ Dabei hatte er verschiedene Parteien im Sinn, von denen wohl eine Bedrohung ausging, allerdings wollte er auch selbst nicht in die Situation kommen müssen, sich gegen Taylor zu Wehr zu setzen zu müssen, wenn dieser Eigenjustiz plante oder ihn für den Scotland Yard festzusetzen gedachte.
„Ich könnte es nicht ertragen, wenn noch jemand durch meine Unbedachtheit zu Schaden kommt, verstehen Sie, Doktor? So viel Blut und Tod meinetwegen – weil ich unvorsichtig gewesen bin. Diese Morde müssen aufhören, ich will jeden weiteren verhindern, den ich verhindern kann.“
Damit verfiel Charles erst einmal in bedrücktes Schweigen. Es waren weniger die Scarface-Mordserie, die ihm naheging, auch wenn diese ihn selbstverständlich auch sehr belastete, sondern insbesondere die bereits verübten Anschläge auf den alten Kutscher Edward Tilling – eben jenen gemeinsamem Freund von Andrew Taylor und ihm – und Mr. Hyde, der nun schwer verletzt im Krankenhaus lag und dadurch sehr schnell aus ihrer Unternehmung hatte aussteigen müssen. Wie es um Mr. Lived stand, den Charles ebenfalls in der letzten Nacht entführt gehabt, am heutigen Morgen aber nicht hatte finden können, wusste er nicht. Charles hatte allen dreien versprochen, sie zu beschützen, und hatte versagt.
Auch hätte Charles sich nicht auf Alan verlassen dürfen – aber wer hätte schon ahnen können, dass dieser Mann wild um sich schoss und so Tod und Leid verursachte, sobald man ihn aus den Augen ließ? Mrs. Mauney... Sarah. Warum gerade sie? Das schmerzte und betrübte Charles sehr. Sie hatte gegen ihn ausgesagt, was ihn menschlich sehr enttäuscht hatte und er so von ihr auch nie erwartet hätte, doch den Tod hatte er ihr dafür sicherlich nicht gewünscht. Gerne hätte Charles Sarah zur Rede gestellt und gebeten, wenigstens ihm die Wahrheit zu sagen, denn das wäre sie ihm seiner Ansicht nach schuldig gewesen, doch hatte er sich von ihr fern gehalten, um gerade so etwas wie dieses Massaker, das geschehen war, zu verhindern.

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Re: Götterblut - Kapitel 2: Gut geplant ist halb gewonnen

Beitrag von Darnamur am Mo Sep 02 2013, 17:48

"Hmm, eine verzwickte Lage. Aber ich denke, sie haben Recht damit, dieses Risiko nicht einzugehen. Selbst wenn, der Brief leer ist, könnte das ein subtiler Trick sein und er kooperiert doch mit dem Yard. Randolph grübelte vor sich hin. Taylor schien etwas zu wissen. Vielleicht etwas sehr Bedeutendes. Und deshalb wollte er unbedingt mit Norly Kontakt aufnehmen. Natürlich konnte es sein, dass der Doktor die Seiten gewechselt hatte. Vielleicht aber auch nicht. Er traf einen Entschluss.
"Ich kann es tun", erklärte Randolph. "Ich meine ich könnte mich morgen bei ihm für seine Hilfeleistungen bedanken. Was soll der Yard dagegen schon sagen? Ich gehe unauffällig zu seinem Haus und statte ihm einen Besuch ab. Wenn er wirklich mit ihnen kooperieren will, dann wird er mir vielleicht etwas mitteilen oder einen Brief mitgeben. Falls nicht oder falls er mir nicht genug vertraut hat das nur den Nachteil, dass ich wieder unter den Radius der Beobachtung gelange. Aber ich bin zuversichtlich, dass es mir gelingen würde mit ein bisschen Zeit unterzutauchen und wieder hierher gelangen zu können. Was meinen sie? Ich wäre bereit dieses Risiko einzugehen, wenn wir dadurch bedeutende Informationen erhalten. Bislang habe ich nicht sonderlich viel Gutes geleistet- im Gegenteil- das sollte geändert werden."
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Re: Götterblut - Kapitel 2: Gut geplant ist halb gewonnen

Beitrag von Umbra am Mi Sep 04 2013, 15:09

In Charles breitete sich bei den Worten Dr. Tremaines Unwohlsein aus. Anderes als er es zuvor verspürt hatte. Er war mit der Idee des Chirurgen nicht einverstanden.
„Doktor“, begann Charles, allein mit seinem Ton um Vernunft bittend, „mir geht es hier mitnichten darum, dass ich mich um meine Sicherheit sorge.“ Das war tatsächlich das Geringste, was ihn bedrückte. Er selbst würde das Risiko um seinetwillen ohne zu zögern eingehen, würde er damit nicht Taylor in Gefahr bringen.
„Ich schätze Ihren Wunsch, einen Beitrag zu leisten“, äußerte er des Weiteren, wenn es ihn nicht sogar ehrlich freute, „aber da wird sich bestimmt eine bessere Lösung finden“, war er sich sicher.
„Ich möchte, dass Sie sich von Andrew Taylor fernhalten“, stellte Charles klar, ohne unfreundlich zu werden. Dieser Punkt war ihm wichtig, daher formulierte er ihn unmissverständlich.
„Er wünscht mit mir zu sprechen und nicht mit Ihnen. Als er Sie behandelte, hat er seine Pflicht getan, aber privat wird er sich von Ihnen distanzieren müssen, um keine weitere Aufmerksamkeit auf sich lenken.“ Auch wenn Charles gesagt hatte, dass er nicht wusste, was Taylor vorhatte, kannte er diesen gut genug, um eine Warnung vor ihm auszuformulieren.
„Er wird Sie nicht mit offenen Armen empfangen, das kann ich Ihnen versprechen. Mit Glück wird er Ihnen die Nase vor der Tür zuschlagen, mit Pech wird er Sie mit einem Lächeln hineinbitten. Trauen Sie ihm nicht. Er ist… ich will nicht sagen ‚gefährlich‘, aber er hat seine eigenen Methoden, glauben Sie mir. Wenn jemand von uns zu ihm geht, werde ich es sein“, beharrte Charles.
„Allein.“
Charles griff nach Umschlag und Briefpapier und hievte sich leise vor Schmerz ächzend von dem Stuhl hoch, auf dem er zuvor Platz genommen hatte.
„Ein gutes Stichwort“, sagte er dann, während er schon mit einer Mischung aus Humpeln und leichtem Wanken, weil ihm beim Aufstehen Schwindel erfasst hatte, auf die Tür zustapfte.
„Ich werde Sie nun verlassen, damit Sie Ihren Körper und Ihren Geist schonen können“, kündigte er an und setzte, bevor Widerworte kommen konnten, ein „Schlafen Sie wohl.“ hinzu und schloss die Tür hinter sich.
Etwas Wein war noch da, fiel ihm ein, in seinem Zimmer. Doch den rührte er nun nicht mehr an, denn er war jetzt schon nicht mehr gut zu Fuß und er sehnte sich nach einem klaren Kopf. Darauf müsste er ohnehin noch eine Weile warten.
Stattdessen machte sich Charles auf dem Weg nach unten. Er wollte sich im Haus umsehen und sich ein Bild über die Ausstattung machen, die vorhanden oder die noch zu besorgen war. Sich selbst ausruhen, würde er erst später.

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Re: Götterblut - Kapitel 2: Gut geplant ist halb gewonnen

Beitrag von Darnamur am Mi Sep 04 2013, 16:00

Randolph starrte ihm mit zusammengekniffenen Augen hinterher. Damit sie ihren Körper und ihren Geist schonen können. Du hast doch keine Ahnung, Charles Norly. Als Randolph sich erhob, um die Kerze zu löschen, pochte der knochengefrierend kalte Schmerz in seinem Bein. Er biss die Zähne zusammen und humpelte zum Schreibtisch hinüber. Das war nicht gut. Wirklich nicht gut. Er blies das veräterische Licht aus und die Dunkelheit umfing ihn. Die Sonne war mittlerweile untergegangen. Der Doktor hinkte den Weg zurück, während sein Bein ein hässliches Knirschen von sich gab. Mit der rechten Hand tastete er sich vorsichtig voran, bis er an sein Bett gelangt war und seinen Körper hinein hievte. Doch er schlief nicht ein. Zu viele Gedanken plagten ihn und das Wissen, dass er keine sanften Träume erleben würde. Der Schmerz war in dieser Position nicht ganz so intensiv, dennoch begleitete ihn das gleichmäßige Pochen noch tief in die Nacht, bis schließlich seine Gedanken in die Ferne abdrifteten und in der Finsternis versanken.
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