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Ashala - Handelsdistrikt

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Beitrag von Schattenmond am Mi Mai 06 2015, 20:35

Minara hatte auf weitere Höflichkeiten verzichtet, da das Gespann von gestern Abend überraschend schnell das Weite suchte, abgesehen davon, dass sie nicht nachvollziehen konnte, was die beiden zusammen getrieben hatte.
Also trat sie lediglich Andre gegenüber, neigte den mit der Kapuze verhollenen Kopf zum Gruß und bedeutete dem Hund sich neben ihr nieder zu lassen.
"Ich grüße Euch. Ich sehe, Euer Reich ist wohlbesucht. Ich hoffe ich habe niemanden verschreckt."
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Beitrag von Miss Raten am Do Mai 07 2015, 05:02

Fine

Sie hatte also richtig gehört. Fine sah von dem Stab auf, den sie aufmerksam studiert hatte. Die Waffe war leichter, als sie angenommen hatte, lag aber dennoch gut in der Hand. Vermutlich würde sie wohl damit ein wenig üben müssen, aber das stellte sie sich einfach vor. Jemanden mit einem Stock zu verprügeln und auf Abstand zu halten, dürfte wohl nicht allzu schwer werden.

Ein neuer Kunde trat ein und Fine blickte hinüber. Die Gestalt, deren Kopf von einer Kapuze verhüllt wurde, war nicht zu erkennen, der riesige Hundewolf oder Wolfshund allerdings schon. Sofort erinnerte Fine sich an die Ereignisse in der "Feder" und schnitt sich selbst eine Grimasse. Irgendwie schien das heute der Tag der Tavernenbesucher des gestrigen Abends zu werden.
Vermutlich steckte dann auch unter der Kapuze die Elfe, die sie angerempelt hatte. Ob sie etwas zu verbergen oder gar auch eine dunkle Seite hatte, dass sie ihr Gesicht verbarg? Allerdings ging Fine das nichts weiter an und nachdem Dinivan alles geregelt hatte, was er wohl regeln wollte, verkündete dieser, dass sie in etwa vier Stunden zurückkommen und ihre Bestellungen abholen würden.

Fine folgte Dinivan nach draußen, nachdem sie der verhüllten Elfe höflich zugenickt hatte. Ihr fiel ein, dass sie noch immer nicht wusste, was der Stab kosten würde, doch da die Geisterschmiede nicht allzu weit von ihrem Haus entfernt lag, konnte sie notfalls die fehlenden Münzen immer noch holen.

"Zu dir?" Fine kicherte. "Natürlich, immer wieder gern.", redete sie frech weiter und sah Dinivan glucksend an.
Eine gut gekleidete, bereits etwas ältere Frau ging vorbei, musterte sie beide und schüttelte pikiert den Kopf. Fine streckte ihr die Zunge heraus.
Als ihr nur einen Augenblick später bewusst wurde, wie albern sie sich gerade benahm, verkniff sie sich die provozierende Bemerkung, die sie der Frau noch hinterher rufen wollte. "Entschuldige bitte, aber ich konnte nicht anders. Lass uns gehen, ja? Ich muss auch sonst auch nirgendwohin."

Fine wusste nur in etwa, wo der Dämmerweg war. Doch da sie dort noch nie etwas zu erledigen gehabt hatte, war sie auch noch nie dort gewesen.

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Beitrag von Taku l Artworks am Do Mai 07 2015, 12:39

Nachdem Dinivan und Fine etwas überstürzt das Vorzimmer der Schmiede verlassen, erwartete Andre einen großen furchterregenden Kunden. Umso überraschter war er als sich Minara in einer Kapuze zu erkennen gab. Auch ihr Wolfshund Schatten schien bei guter Gesundheit zu sein. Allerdings wirkte er etwas Unruhig. Anscheinend waren die vielen Gerüche von Metallen, Säuren und verschiedenen Kräuter, die sich in der Schmiede befanden zu viel für die empfindliche Hundenase.
Dennoch legte er sich ruhig neben seine Herrin. Andre fand alleine schon diese Tatsache bemerkenswert.

„Freut mich euch hier begrüßen zu dürfen. Auch wenn die Schmiede leider nicht immer so gut besucht wird. Habt ihr gut hierhergefunden? Ich habe gehört gestern gab es in der Feder noch eine Razzia in der Feder, war es wirklich so schlimm wie es mir erzählt wurde?“

Andre legte einen kleinen Gegenstand, der in einen Lederbeutel eingehüllt war auf den Tresen und schiebt ihn Minara entgegen.

„Als Dank dafür, dass ihr mir gestern geholfen habt. Es ist nicht viel aber ich hoffe er wird euch bei eurer Arbeit helfen.“

(OT: In den Lederbeutel befindet sich ein Aroma Armreif. Die Beschreibung des Gegenstandes befindet sich unter Andres Schmiedekunst)

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Beitrag von Vierna am Do Mai 07 2015, 13:14

"Gut, dann gehen wir", meinte Dinivan nickend und schritt voran. Er führte Fine durch die belebteren Straßen Ashalas zurück in die Richtung, aus der sie gekommen waren, bis sie sich in derselben Straße befanden wie die Feder. Jedoch besuchten sie diese heute nicht, Dinivan hatte nicht vor, Fine gleich zu Beginn diesen Eingang zu zeigen, obwohl es einer der einfachsten Wege in den Untergrund war. Stattdessen bogen sie nach Süden in eine der weniger vollen Seitenstraßen ab, von der man nun schon die imposante Stadtmauer sehen konnte, sie sich vor ihnen aufbaute. Auf diese hielten sie weiter zu, während die Gassen, durch die Dinivan Fine führte, immer leerer wurden. Schließlich kamen sie in einer Art Garten eines inzwischen verfallenen Gebäudes an, welches direkt an die Mauer grenzte, die sich fast ein wenig bedrohlich über ihnen in den Himmel streckte.

Zielstrebig ging Dinivan auf einen der Büsche zu, hinter dem man bei genauem Hinsehen eine schwere Holztür erkennen konnte, die direkt in die Stadtmauer eingelassen war. Dinivan sah sich noch einmal genau um, ob ihnen nicht doch jemand gefolgt war, konnte aber weit und breit niemanden erkennen. Dann zog er die Tür einen Spalt auf, sodass sie gerade eben durchpassen würden und wandte sich an Fine. "Vertrau mir einfach, okay?", bat er sie mit sanfter Stimme, bevor er ihre Hand nahm und sie zusammen durch den Spalt schlüpften. Einen Moment später fiel die Tür zurück ins Schloss und absolute Dunkelheit umhüllte die beiden.

"Wir werden jetzt gleich ein paar Stufen nach unten gehen. Taste dich vorsichtig mit dem Fuß voran und halt dich einfach an mich, dann wird es schon gehen"
, teilte er Fine mit und setzte sich langsam wieder in Bewegung. Er selbst war diesen Weg schon so oft gegangen, dass er jede Stufe und jede andere Kante schon in und auswendig kannte. Fine hingegen war wohl zum ersten Mal hier. Jedoch achtete Dinivan genau darauf, nicht zu schnell zu gehen, damit Fine keine Probleme bekam und warnte sie vor jeder möglichen Stolperfalle, sodass sie recht gut vorankamen.

Nachdem sie die Stufen nach unten gestiegen waren, kamen sie in einem der größeren, inzwischen in diesem Teil Ashalas stillgelegten Tunnel der Kanalisation an. Dort hielten sie sich auf der rechten Seite, bis Dinivan das Loch in der Wand ertastete, welches den Eingang zum Dämmerweg darstellte. Schnell schob er seine Hand hinein und betätigte den dort versteckten Mechanismus, worauf ein kleiner Teil der Wand wie eine Tür von ihnen weg aufschwang. Der Gang dahinter war ebenfalls ein alter Teil der Kanalisation, wurde jedoch anders als bisher von in regelmäßigen Abständen in die Wand eingelassenen magischen Lichtern erhellt. Es waren dieselben Lichter, die man auf den Straßen Ashalas finden konnte, jedoch waren sie nicht blau, sondern tauchten alles in einen leicht orangen Schein. Erst hier ließ Dinivan Fines Hand wieder los. Schließlich würde sie sich nun auch ohne seine Hilfe zurechtfinden. Sie folgten dem Gang noch ein kurzes Stück, bis sie zu einer weiteren Tür kamen. "Nun denn, willkommen im Dämmerweg", meinte Dinivan an Fine gewandt und stieß dann die Tür auf.

Der Dämmerweg entsprach in Wirklichkeit weniger einem Weg, als vielmehr einem großen rechteckigen Raum. Die Wände waren, dafür, dass sie sich gerade unter der Erde befanden, vergleichsweise hoch, sodass sie kein Gefühl der Bedrängnis hervorriefen. Kleine Feuer brannten überall im Raum verteilt, damit es nicht zu kalt wurde, und ließen den Steinboden und die Wand nicht ganz so hart und ungemütlich erscheinen. Von dem Raum gingen noch einige weitere Wege ab, die jedoch alle mit ebenfalls schweren Holztüren abgetrennt waren. Die einzige Ausnahme bildete eine doppelflügelige Tür aus massivem Metall, die mit einer komplizierten Reihenfolge von Schlössern gesichert war. Der Raum selbst wirkte fast wie die abgespeckte Version einer Taverne, sogar eine Art Theke gab es. Einen nicht geringen Teil des Platzes nahmen Tische und Stühle ein, die alle zu einer Gruppe zusammengestellt waren, nur ein etwas größerer Tisch stand etwas abseits. An den Tischen saßen vereinzelte Gestalten, hauptsächlich Menschen, nur ein Elf war dabei, von denen sich ein paar prompt erhoben, als Dinivan einen schrillen Pfiff losließ. Sie versammelten sich in der Mitte des Raumes in einer Art Halbkreis und nachdem noch ein weiterer Mann aus einem der anderen Räume hinzugekommen war, waren es vier an der Zahl, eine Frau und drei Männer.

Zielstrebig führte Dinivan Fine zu diesen. "Leute, ich möchte euch eine neue Rekrutin vorstellen." Dann wandte er sich an Fine. "Fine, das sind die wichtigsten Gesichter, die du dir hier unten merken solltest." Er begann seine Erklärungen bei dem etwas älteren ernst dreinblickenden Mann mit kurzen schwarzen Haaren, dessen Narben an seinen Unterarmen wohl das Auffälligste an ihm waren. "Das ist Oric, er ist hier hauptsächlich für die Ausbildung der Rekruten zuständig. Seine Schwester kennst du bereits, sie ist die Bardame oben in der Feder." Als nächstes deutete er auf die Frau, die etwas genervt dreinblickte und den alten glatzköpfigen Mann, der ihn verschmitzt grinsend ansah und dessen Kommentare wohl nur durch Dinivans eindringlichen Blick zurückgehalten wurden. "Das sind Brida und der alte Deorn", stellte er die beiden vor. "Sie sind in der Hierarchie hier unten an dritter Stelle. Falls du irgendwelche Fragen haben solltest, kannst du dich gern an sie wenden. Oder an Shad, er ist der stellvertretende Gildenmeister hier." Er zeigte auf den großgewachsenen, muskulösen Mann mit den roten Haaren und dem erstaunlich ruhigen, sanften Blick. Dann wandte er sich zu Fine um. "Oder du kommst einfach zu mir. Mich kennst du ja schon. Ich bin Dinivan, der goldene Rabe, Gildenmeister der Nachtigallen. Willkommen in unserer kleinen Familie, Fine", stellte er sich selbst noch einmal mit einem breiten Grinsen im Gesicht vor.

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Beitrag von Miss Raten am Do Mai 07 2015, 15:05

Fine

Fine folgte Dinivan, der sie durch die recht belebten Straßen und Gassen führte und bemühte sich dabei, an seiner Seite und nicht zurück zu bleiben. Er war ein ganzes Stück größer als sie und war wohl gewohnt, ordentlich auszuschreiten und keine Zeit zu verlieren, sodass sie zwischendurch immer mal ein paar Schritte laufen musste. Doch sie hatte gut gefrühstückt, war gesund und recht kräftig und so machte es ihr nichts aus.

Sie kamen an der "Feder" vorbei, kehrten aber nicht ein, was Fine dann doch gewundert hätte und liefen stattdessen weiter. Auch wenn sie den Dämmerweg nicht kannte… also wenn sie es sich genau überlegte, hatte sie von ihm auch noch nie etwas gehört, so musste er vermutlich weiter weg sein. Dabei hatte Fine gedacht, sich im Distrikt ganz gut auszukennen, denn sie stromerte viel umher auf ihren Beutezügen.
Langsam kamen in eine ruhigere Gegend, die Fine ein oder zweimal durchstreift hatte, doch da sie hier kaum lohnenswerte Opfer gefunden hatte, hatte sie ihr Augenmerk auf belebtere Plätze und Gassen gelegt. Jetzt kamen sie sogar an ein längst verlassenes und ziemlich eingefallenes Haus mit einem verwahrlosten Garten. Fine wollte gerade eine Bemerkung dazu machen, als Dinivan direkt darauf zuging.

"Was, hier?" Hier wohnte seine Familie?

Eine Antwort auf ihre erstaunte Frage bekam sie nicht, dafür ging Dinivan weiter und zwar nicht in das verfallen Gemäuer, sondern direkt auf die Stadtmauer, an die das Gehöft grenzte. Fine stutzte erneut, als er ein Gebüsch ansteuerte und fragte sich schon, ob Dinivan sie verschaukelte. Jeder Einwohner Ashalas wusste doch, dass man die Stadtmauern nicht bezwingen konnte und sie begann sich zu fragen, ob es eine gute Idee war, Dinivan zu vertrauen. Heute hatte sie ihren Dolch mit und ihre Linke glitt bereits unter ihren Umhang nach hinten, wo die kleine, doch scharfe Waffe im Gürtel steckte.
Im nächsten Augenblick schalt sie sich eine dumme Kuh, denn in ihrer Übereifrigkeit, auch ja die falschen Rückschlüsse zu ziehen, war ihr entgangen, dass sich hinter dem Gebüsch eine Tür befand, die in das imposante Mauerwerk eingelassen war.
Gut, dass Dinivan keine Gedanken lesen konnte!

Nachdem er sich mehrmals prüfend umgesehen hatte, öffnete er die schwere Holztür einen schmalen Spalt, sodass sie gerade noch hindurchpassten, nahm ihre Hand und zog sie mit sich in die Dunkelheit. Fine strengte sich an, etwas zu erkennen, doch im nächsten Augenblick fiel die Tür ins Schloss und es war augenblicklich stockfinster. Sie merkte nicht, dass sich ihre Finger immer fester um die von Dinivan schlossen, als er sie einen für sie unsichtbaren Weg entlang zog. Ganz wohl war ihr nicht, denn der Gedanke, dass sie ihm auf Gedeih und Verderb ausgeliefert war, gefiel ihr ganz und gar nicht.
Schon wieder! Was, wenn er einer dieser üblen Kerle war, die besonders naive und einfältige Frauen in dunkle Ecken zogen, um ihre Spielchen mit ihnen zu treiben? Was, wenn er gar ein Mörder war, der nur ihr Geld wollte und ihr dann mit einem Ratsch das Messer durch die Kehle zog? Sie würde hier sterben und verrotten und Malte…. Ihr Bruder würde vor Kummer wahnsinnig werden. Ganz sicher.
Fine bekam Halsweh, weil ein riesiger Kloß beim Schlucken zu schmerzen begann. Außerdem pochte ihr Herz mittlerweile wie verrückt und ihre Hände wurden kalt und schweißnass.

Statt ihr jedoch Gewalt anzutun oder gar ihrem kleinen Leben den Garaus zu machen, führte Dinivan sie behutsam, machte sie auf Stufen und Stolperfallen aufmerksam, die sie nicht kannte. Nach einer, wie es ihr vorkam, endlosen Zeit blieb Dinivan stehen, er machte irgendetwas, dann klickte es leise und eine Tür schwang auf. Fine vermutete, dass sie unter der Stadt waren, da sie ja Stufen herab gestiegen waren, womöglich waren sie in den weit verzweigten Gängen der Kanalisation. Hier gewesen war sie jedenfalls noch nie und von allein hätte sie sich auch nie her gewagt. Und endlich gab es auch wieder Licht, was Fine erleichtert aufatmen ließ. Allerdings wurde hier ein gelblichrotes Licht verstrahlt, was ein Gefühl von Wärme vermittelte und anders war, als das kalte Licht des Nachts oben in der Stadt.

Dinivan führte sie noch ein ganzes Stück weiter, dann ließ er irgendwann ihre Hand los und hieß sie im Dämmerweg willkommen. Wenn diese Bezeichnung nicht passte, wusste sie auch nicht.
Fine war sich noch nicht sicher, was sie von alldem halten sollte. Sie wusste nicht, ob sie erstaunt oder wütend auf Dinivan sein sollte, doch wenigstens schien er weder an ihrem Leben, noch an ihrer Unschuld interessiert zu sein, was hoffentlich bedeutete, dass er sie auch wieder aus diesem Labyrinth herausbrachte.

Schweigend folge sie ihm weiter und schritt durch eine weitere Tür, als sie abrupt stehen blieb und sich verwundert umblickte.
"Hier sieht es ja wie in der "Feder" aus.", stellte sie verblüfft fest, nachdem sie sich in dem Raum, der sich ihren Blicken öffnete, gemustert hatte.

Einige Leute waren hier, sogar ein Elf, die sich unterhielten. Dinivan stieß einen leisen Pfiff aus, woraufhin einige zu ihnen traten, um sie ausgiebig zu studieren. Ihre Gesichter blickten jedoch freundlich prüfend, bis auf eine Frau, die irgendwie angespannt wirkte. Nun ja, Fine konnte das niemandem verdenken, Neue machten immer Arbeit und meist auch Kummer.
Dinivan stellte sie allen vor und Fine war heilfroh, dass hier kein Tageslicht herrschte, denn ihr Gesicht glühte vor Verlegenheit und war sicherlich puterrot, was wohl dazu geführt hätte, dass die anderen sie für einfältig hielten. Die Namen rauschten an ihren Ohren vorbei, die würde sie sich bestimmt nie alle merken können, auch wenn sie eines davon kannte. Und das war also der alte Deorn, von dem Dinivan in der Schmiede so ehrfürchtig gesprochen hatte.

Dinivan. Was sagte er da? Er wäre der "Goldene Rabe", der Gildenmeister der Nachtigallen???
Fines Kopf sauste herum und sie sah völlig überrascht zu ihm auf. Das verschmitzte Grinsen in seinem Gesicht ließ ihn plötzlich sehr jung und regelrecht lausbubenhaft wirken.

"Dudu hinterhältiger Schuft du, du… du Ratte… du…."

Ihr gingen wieder einmal die Schimpfworte aus, dabei wollte sie ihm überhaupt nichts Übles... nicht mehr. Doch dass sie in ihrer Einfältigkeit an den besten Dieb des Distriktes, vermutlich der ganzen Stadt geraten war, um ihn zu bestehlen…. Fine boxte Dinivan wieder einmal vor die Brust, allerdings nicht sehr doll. Doch wütend auf ihn war sie schon… ein bisschen… also fast gar nicht.
"Hättest du mir das nicht sagen können?" Ein kleines Lächeln stahl sich in ihr Gesicht. "DER Goldene Rabe der "Nachtigallen". Uff… ich glaube, ich brauche etwas zum Trinken." Unverholene und ehrliche Bewunderung schwang in ihrer Stimme mit.

Dennoch, Fine war noch immer ob ihrer Dummheit, gerade dem Meister der Diebesgilde auf den Leim gegangen zu sein, ziemlich verlegen, was die prüfenden Blicke der anderen noch verstärkte und fühlte sich irgendwie wie ein kleiner, magerer und zerzauster Spatz.

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Beitrag von Schattenmond am Do Mai 07 2015, 18:23

"Hmm, mag sein. Was hat man denn erzählt? Nunja, es war schlimm genug. Die werden immer tyrannischer."
In ihren letzten Worten schwang eine Mischung aus Verachtung und Spott mit.
Als er ihr dann einen Beutel rüber schob, hob sie eine Augenbraue. Sie machte keine Anstalten es zu betrachten.
"Was ist da drinnen?"
Sie War eindeutig misstrauisch, der Hund schien nervös zu werden, vermutlich eine Folge ihres Misstrauens.
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Beitrag von Vierna am Do Mai 07 2015, 21:17

Dinivan wartete weiterhin grinsend, bis Fine sich wieder einmal ausgeboxt hatte. Danach gab er den anderen mit einem leichten Kopfnicken zu verstehen, dass sie wieder an ihre Arbeit gehen konnten, sofern sie denn welche hatten. Er selbst steuerte mit Fine im Schlepptau auf die Theke zu, hinter welcher er kurz verschwand und zwei Becher und einen Krug mit Wasser hervor zog, welche er auf den nächsten freien Tisch stellte. "Leider haben wir im Moment außer Wasser nur alkoholische Getränke hier, und da es erst Vormittag ist...", entschuldigte er sich schulterzuckend und ließ sich auf einen der Stühle nieder. "Außer du hättest gern ein Bier, dann kannst du natürlich gerne eins haben." Er schenkte sich einen der Becher ein und lehnte sich entspannt zurück.

"Du möchtest also wissen, warum ich es dir nicht gleich gesagt habe? Die Antwort liegt doch quasi auf der Hand. Es ist jedes Mal wieder ein Risiko, wenn man einen neuen Rekruten hierher bringt. Nicht nur für das entsprechende Gildenmitglied, sondern für die gesamte Gilde. Schließlich könnte es sich genauso gut um einen Spion einer anderen Gilde oder sogar des Präfektoriums handeln. Daher geben wir uns erst dann zu erkennen, wenn wir uns wirklich absolut sicher sind, dass keine Gefahr besteht. Du erzählst ja auch nicht jedem dahergelaufenen Fremden, dass du eine Diebin bist. Und ich in meiner Funktion als Gildenmeister muss dabei eben besonders aufpassen. Außerdem würde Shad mir den Kopf abreißen, wenn ich mich leichtfertig outen würde", fügte er lachend hinzu. "Wobei mich das Amt des Gildenmeisters nicht wirklich zu einem wichtigeren Menschen macht. Und auch mein Name... der goldene Rabe... das ist mehr ein Spitzname, als eine Anerkennung. Mein Vorgänger Rion trug den Spitznamen "silberner Rabe". Das kam daher, dass der Rabe nun mal das Symbol Nocturnas ist und Rion trotz seines jungen Alters weiße Haare hatte. Daher haben sie mir als seinem Nachfolger, und weil ich blonde Haare habe, den Namen "goldener Rabe" aufgedrückt. Mehr steckt da nicht dahinter. Also musst du mich auch nicht anders behandeln als vorher", erklärte er und leerte dann seinen Becher in einem Zug. Er hatte gar nicht bemerkt, was für einen Durst er hatte.

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Beitrag von Taku l Artworks am Fr Mai 08 2015, 11:20

Andre überlegte einen Moment. Genaueres über die Razzia wurde ihm nicht erzählt. Andre hat die Feder wohl zum richtigen Zeitpunkt verlassen. Ansonsten wäre er wohl nicht mehr nur mit einer kleinen Platzwunde weg gekommen. Auf die misstrauische Frage hin beschloss er scherzhaft zu.

„Trauet nie einem Lederbeutel…..dieser hier ist besonders mies gelaunt“

Andre sagte dies in einer für ihn ulkig wirkenden Tonlage. Kurz darauf öffnete er den Lederbeutel und holte einen bräunlich schimmernden Armreif heraus. Der Reif hatte an beiden Seiten einen Knopf den man eindrücken könnte. Er sprach wieder in einer normalen Tonlage und erklärte.

„Dies ist ein Aroma Armreif. Ich habe ihn Extra für die Arbeit eines Tiertrainers angefertigt.“

Andre betätigte einen Knopf des Armreifs und im Bruchteil einer Sekunde war der Raum von einem angenehmen Rosenduft erfüllt, der alle anderen Gerüche überdecken sollte. Andre erklärte weiter.

„Er sprüht einen angenehmen Duft aus der auf Tiere extrem entspannend wirkt. Er kann ebenfalls benutzt werden wenn ihr in einem übel riechenden Gebiet arbeitet.“

Andre deutete nun auf den zweiten Knopf.

„Der zweite Knopf sprüht geruchsneutrale Pheromone aus die nur dazu dienen Tiere anzulocken. Man sollte diesen Knopf aber nicht zu lange benutzen, da die Pheromone  nach eine gewisse Zeit wie ein starkes Aphrodisiakum wirken.“

Andre legte den Armreif auf den Tresen und schob ihn nochmals Minara zu.

„Ihr könnt euch selbst ein Bild davon machen. Das heißt wenn ihr mir nicht mehr Misstraut.“

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Beitrag von Miss Raten am Fr Mai 08 2015, 13:48

Fine

"Wasser oder Tee, das ist gleich. Nur kein Bier, das schmeckt furchtbar. Ich verstehe sowieso nicht, wie man das ekelhafte, bittere Zeug trinken kann." Fine hatte sich zu Dinivan an den Tisch gesetzt und griff nach dem Krug, um gleich ihm ihren Becher mit Wasser zu füllen und sofort durstig zu leeren. "Gut, sehr gut. Es geht nichts über kühles, frisches Wasser."
Sie schenkte sich noch einmal nach. "Überhaupt verstehe ich die Leute nicht. Sie geben ihre schwer verdienten Münzen für Getränke aus, die entweder bitter schmecken oder furchtbar in Hals und Magen brennen, einen wirr im Kopf machen und einem am nächsten Tag auch noch Siechtum bescheren. Eigentlich dumm, oder?"

Fine blickte Dinivan an, ein spöttisches Lächeln umspielte ihre Lippen, während ihre Augen übermütig funkelten. Ihr fiel auf, wie entspannt Dinivan plötzlich wirkte und sie bekam eine Ahnung davon, was dieser Platz hier für ihn bedeutete. Zuhause, Familie… sie hatte ein Heim und sie hatte Malte. Sie sollte eigentlich zufrieden sein, irgendwann einen braven Mann finden und ihm einen Stall voll Kinder schenken. Nur… sie war es nicht. Einmal mehr verspürte sie diese innere Unruhe die sie fort aus der sicheren Umgebung von Malte und hinaus ins Ungewisse trieb. Sie konnte von Glück sagen, dass sie dabei Dinivan über den Weg gelaufen und nicht in die Hände der Stadtwachen gefallen war.

Jetzt ruhiger sah Fine sich aufmerksam um, blickte in die Gesichter der anderen und versuchte, sie sich einzuprägen. Deorn, der Alte, erwiderte ihren Blick und nickte ihr lächelnd zu. Fine mochte ihn sofort und lächelte zurück, bevor sie sich wieder Dinivan zuwandte.

"Du machst es richtig.", erlaubte sie sich nach seinen Worten zu resümieren. "Trotzdem solltest du dich bei mir nicht zu sicher sein. Vielleicht beherberge ich ja noch ein Geheimnis und will dir an den Kragen.", gluckste sie. Das war natürlich Blödsinn.
Gut, kleine Geheimnisse hatte jeder, sie eingeschlossen und Dinivan ganz sicher auch. Doch eines stand für sie jetzt schon fest: Verraten würde sie diese kleine, eingeschworene Gemeinschaft, die gerade dabei war, ihr einen Platz in ihrer Mitte anzubieten, niemals. Egal was es kostete. "Erzähle mir mehr von dir.", bat sie Dinivan. Erste Andeutungen, in denen sie erahnt hatte, von wem er sprach, hatte er gemacht, doch sie wollte mehr über den Mann, dem sie, ohne es wirklich erklären zu können, bereits schon jetzt sehr und vielleicht sogar zu sehr vertraute, wissen.

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Beitrag von Vierna am Sa Mai 09 2015, 18:56

"Also ich habe nichts gegen ein gutes Bier oder zwei einzuwenden. Oder manchmal auch ein paar mehr", entgegnete Dinivan Fine grinsend und schenkte sich ebenfalls noch etwas Wasser nach, bevor er für einen kurzen Moment ernst wurde. "Die meisten Menschen trinken auch nicht aufgrund der Nachwirkungen am nächsten Tag. Sie trinken, um zu vergessen. Erinnerungen, vor denen man sich fürchtet. Der Alkohol hilft, diese zu verdrängen, und sei es auch nur für ein paar Stunden. Es trinken viel mehr Menschen aus diesem Grund, als man glaubt. Denn viele Bewohner dieser Stadt tragen Erinnerungen mit sich, die sie am liebsten für immer begraben und vergessen würden."

Nachdem er seinen zweiten Becher geleert hatte, schlich sich das Lächeln wieder zurück auf sein Gesicht. "Gerade bei dir war ich mir von Anfang an absolut sicher", widersprach er Fine erneut grinsend. "Ich weiß, Selbstlob stinkt, aber ich kann recht gut in den Gesichtern Anderer lesen. Vor allem aus den Augen, denn diese sind der Schlüssel zur Seele. Und Deine waren für mich bisher fast wie ein offenes Buch. Daher habe ich dir auch gleich zu Beginn einen Platz in der Gilde angeboten. Unter normalen Umständen beobachten wir potentielle Rekruten natürlich etwas länger", erklärte er, während er nebenbei langsam seinen dritten Becher leerte.

Als Fine ihn bat, ihr etwas über ihn selbst zu erzählen, seufzte er nur und ließ sich tiefer in den Stuhl sinken. "Sparen wir uns die rührselige Geschichte des armen Straßenkindes Dinivan. Sie ist ein bisschen... deprimieren, würde ich sagen. Wichtig für dich zu wissen ist vielleicht nur, dass ich schon länger als zwei Drittel meines Lebens im Diebesgeschäft tätig bin. Die Gilde leite ich seit ungefähr vier Jahren. Ich war damals mit meinen 21 Jahren der jüngste Gildenmeister, der jemals gewählt wurde. Daher habe ich eine Art Beraterstab, der Zirkel, bestehend aus Shad, Brida, Deorn, Oric, und Cadal. Die ersten Vier hast du schon kennen gelernt. Cadal ist unser Hehler, daher ist er viel draußen unterwegs. Er und Oric stehen aber hierarchisch gesehen, auch wenn sie zum Zirkel gehören, nicht über den anderen Mitgliedern. Lediglich den Befehlen von Deorn, Brida, Shad und mir musst du Folge leisten.

Und wo wir gerade dabei sind: Außer dieser Hierarchie haben wir nur drei Regeln, die du befolgen musst: Ersten, bestiehl nie jemanden aus der Gilde. Wir sind alle Brüder und Schwester, so etwas tut man einfach nicht. Zweiten, niemand darf während einem Gildenauftrag mutwillig getötet werden. Wir sind Diebe, keine Assassinen. Außerdem ist es sehr teuer, Leichen verschwinden zu lassen und die Stadtwache zu schmieren. Und drittens, bestiehl niemals Bettler oder Bewohner des Armenviertels. Sie stehen unter unserem Schutz und haben ohnehin schon zu wenig. Dieses Bisschen sollte man ihnen nicht auch noch nehmen. Ansonsten bist du aber relativ frei in deinem Tun und Handeln. Ob du auf eigene Faust losziehst oder Aufträge für die Gilde erledigst, das bleibt dir überlassen. Allerdings bist du derzeit noch eine Rekrutin, also werden wir deine Leine etwas kürzer halten. Aber keine Sorge, das klingt vielleicht schlimmer, als es tatsächlich ist", meinte er zwinkernd und huschte schnell zur Bar, um seinen Becher mit etwas Bier zu füllen, bevor er sich wieder auf seinem Stuhl niederließ.

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Beitrag von Schattenmond am Sa Mai 09 2015, 20:54

Minara hörte ihm aufmerksam zu, verzog aber vorerst keine Mine.
Dann griff sie behutsam nach dem Schmuckstück, um es genauer zu betrachten. Sie drehte es etwas hin und her, begutachtete es und lächelte schließlich erfreut.
"Ich danke Euch, wahrlich, ein wunderbares Zeugnis Eures Könnens."
Doch sie hielt ihm den Armreif wieder hin.
"Ich bedaure, ihn nicht annehmen zu können, denn ich habe doch gar nichts vergleichbares für Euch geleistet."
Sie lächelte etwas bedauernd.
"Aber um auf den Beutel zurück zu kommen, es ist besser einmal mehr misstrauisch zu sein. Als Kind habe ich gelernt dass auch der kleinste Moment der naiven Unachtsamkeit entscheident sein kann, für Leben oder Tod."
Ihr Gesichtsausdruck war ernst geworden.
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Beitrag von Miss Raten am So Mai 10 2015, 06:07

Fine

Fine hielt ihren mit Wasser gefüllten Becher mit beiden Händen umschlossen und betrachte Dinivan offen und ohne Scheu, während er ihr antwortete. Gerade eben hatte er noch auf einem kleinen, doch ihn über die anderen leicht erhebenden Podest gestanden, auf das sie ihn gedanklich platziert hatte, als dieses spontan erste Risse bekam und urplötzlich einzustürzen drohte. Dinivan war also auch nur ein ganz normales Mannsbild, das, um der ungeliebten Realität in dieser Stadt zu entfliehen, gern ein, zwei… viele Bier über den Durst trank. Nur, wie war er dann? Ganz sicher stank er fürchterlich, taumelte fluchend von einer Straßenseite zur anderen und verprügelte Frau und Kinder ohne Grund, ganz einfach, weil er es wollte oder nicht mehr kontrollieren konnte.
Aber hatte Dinivan überhaupt eine Frau, hatte er Kinder?
Es war das erste Mal, dass Fine sich diese Frage stellte und kam zu dem Ergebnis, dass… nun, sie konnte es sich einfach nicht vorstellen, dass Dinivan gebunden war.

Du willst es nicht, gib es zu!, murmelte die verhasste Stimme in ihrem Hinterkopf, der sie nur zu gern den ganz sicher spindeldürren Hals umdrehen würde. Ging nur leider nicht. Doch etwas anderes war möglich. Sie könnte Dinivan fragen, einfach so.
"Du magst also Bier und Branntwein und all das Zeugs. Was sagt deine Frau dazu?" Im nächsten Moment schoss ihr ein, dass das ziemlich unhöflich war, den Mann so direkt nach seiner Familie zu fragen. Andererseits, warum nicht? Sie würde ja auch ohne Scheu erzählen, wenn sie welche hätte. Also keine Frau, einen Ehemann… und Kinder. Fine kicherte. Sie und Kinder – das war nur schwer vorstellbar. Und noch ein Mannsbild brauchte sie auch nicht, Malte genügte da vollkommen.

Trinken um zu vergessen. Fine wurde wieder nachdenklich, was sich kurz darauf in Erstaunen änderte, das sich nur zu deutlich in ihrem Gesicht widerspiegelte. Er, Dinivan, konnte in ihrem Gesicht und in ihren Augen lesen, ob sie ihn anlog oder nicht? Das war ja furchtbar! Und wenn Dinivan das konnte, konnte Malte das vermutlich auch. "Fair ist das aber nicht.", gab sie leicht verstimmt von sich.
Andererseits würde sie kaum hier sitzen, hätte er eben das nicht gekonnt und Zweifel über sie gehabt. Allein diese Tatsache versöhnte Fine wieder. Dennoch, sie wollte nicht, dass jeder wusste, was sie dachte. "Ich sollte mir einen Sack mit zwei Augenschlitzen über den Kopf ziehen." Das wäre sicher machbar, bei der Hitze der Tage im Sommer jedoch sicher dumm und obendrein nur schwer auszuhalten.

Über sich selber schien Dinivan nichts weiter Preis geben zu wollen, als er ihr schon verraten hatte. Dafür unterrichtete er sie über die wichtigsten Leute in der Gilde, verriet ihr, wessen Anordnungen sie unbedingt Folge zu leisten hatte und welches die drei Grundregeln waren.
Fine begann der Kopf zu schwirren, es war schwer für sie, die ganzen Namen zu behalten und sie den Gesichtern zuzuordnen. Ganz sicher würde sie sie bei der nächsten Begegnung durcheinander bringen oder gar ganz vergessen haben. Die Grundregeln hingegen erschienen ihr richtig und logisch und dass ihr Bauch ihnen spontan zustimmte und akzeptierte, war ein gutes Zeichen, dass sie mit ihnen zurechtkommen würde. Sie nickte zu Dinivans Worten und blickte ihm mit skeptisch hochgezogenen Augenbrauen hinterher, als er sich ein Bier holte. Gut, dass er wenigstens gefrühstückt hatte.

"Hast du schon einmal jemanden getötet? Und was sind das für Aufträge, die die Gilde erfüllt, wer erteilt sie? Seid ihr schon mal erwischt worden und was passiert dann? Habt ihr keine Furcht vor der Stadtwache, dumm sind die doch auch nicht? Ach ja, und wie ist das als Rekrut? Muss ich eure Wäsche waschen, das Geschirr putzen und den Boden hier wischen, während ihr auf Beutezug geht?"

Das alles waren immerhin sehr wichtige Fragen, wobei Fine nicht wusste, ob sie manche Antworten wirklich erhalten wollte.

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Beitrag von Adrian Kane am So Mai 10 2015, 17:48

Aryn Vyrell

Ihre Augen verengten sich zu unheilverkuendenden Schlitzen als sie die zickige Elfe vom Abend zuvor nebst dem verdammten Koeter sahen. Natuerlich hatte das Vieh etwas gewittert, doch ihr eigener Geruch nach Dreck und billigem Fusel, gemischt mit dem ihres neugefunden Trinkkameraden, war wohl stark genug gewesen um den grossen Vierbeiner fuers erste zu irritieren. Waehrend der Obdachlose sich also nach wie vor seinem endlosen Redeschwall verpflichtet fuehlte, spielte die Sonderermittlerin die Rolle des Zuhoerers, ihren Blick auf den Eingang gerichtet. Es dauerte gleucklicherweise nicht allzulange bis ihre Ziele den Laden verliessen und in Richtung der Taverne schlenderten.

Aryn wartete bis Beide fast ausser Sichtweite waren bevor sie sich fuer Aussenstehende scheinbar muehsam erhob und ebenfalls dorthin aufbrach, darauf bedacht sich moeglichst am Rand der Wege zu halten. An der "Feder" vorbei ging es gen Sueden und durch mehrere der zahllosen Seitenstrassen Ashalas, wo schon so manche Person auf immer und ewig verschwunden war. Normalerweise haette sie fuer diese Art der Observation mindestens drei weitere Leute mit Ortskenntnis bei sich gehabt, so war sie dank der schier grenzenlosen Dummheit und Ignoranz ihrer Vorgesetzten dazu gezwungen sich zu oft viel zu weit zurueckfallen zu lassen und mehr als einmal haette sie beide Personen beinahe aus den Augen verloren. Ein verfallenes, an die Stadtmauer grenzendes Gebaeude markierte das offensichtliche Ende ihres Weges. Der relative kleine verwitterter Garten sah nicht so aus, als haette sich irgendwer innerhalb der letzten Zyklen um ihn gekuemmert.

Vorsichtig bewegte sich die Elfe in die Mitte des Grundstuecks und murmelte wiederholt ein paar schwer verstaendliche Worte bevor sie die Augen schloss und sich mehrere Herzschlaege lang voellig der Konzentration hingab. Sie spuerte die arkane Energie durch ihren Koerper pulsieren wie eine wilde Bestie die, wenn man sie nicht rechtzeitig zaehmte, unglaubliche Verwuestung und Unheil anrichten wuerde. Es war eine Sache die Magie herbeizurufen, eine andere war es, sie in die richtige und gewollte Bahn zu lenken und nicht wenige Lehrlinge hatten, von Angst und Unsicherheit uebermannt, ihre Leben dabei ausgehaucht, oft auf spektakulaere Weise. Die gruenen Augen oeffneten sich erneut und offenbarten einen schwach gruenlichen Schimmer, der ihrer Besitzerin Einsicht in Dinge gewaehrte, welche Normalsterblichen in der Regel verborgen blieben.

Aryns Kopf fuhr herum, ueberpruefte die Umgebung, doch fand zu ihrer Entaeuschung Nichts und Niemanden in unmittelbarer Naehe. Es war seltsam, doch konnten sich die Beiden schwerlich in Luft aufgeloest haben. Ein Blick auf den Boden offenbarte ihre eine seltsam roetliche glaenzende Linie, welche direkt zur Mauer fuehrte und mit jedem Moment verblasste. Fusspuren von mindestens zwei Menschen. Eine Geheimtuer? "Clever", zischte sie fast lautlos und machte ein paar schnelle Schritte hinueber, waehrend ihre behandschuhten Haende den Busch zur Seite zwangen und ein kuehles Laecheln ihre Lippen umspielte. Hinter dem Gruenzeug offenbarte sich ihr...ein blankes Stueck Stadtmauer, sonst nichts. Keine Risse, kein Tuergriff, keinerlei Anzeichen darauf, dass es hier irgendwie weiterging. Sie drehte sich um, die Spur fuehre genau hier her. "Unmoeglich", murmelte sie. Sie klopfte die Mauer ab, doch fuehlte sich diese an allen Stellen grundsolide an, hier war nichts. Ein Kraechzen von einem nahen Baum liess sie herumfahren. Der imposante Rabe, der sich dort niedergelassen hatten starrte sie, wie es Voegel gerne taten, von der Seite an. Sie schirmte ihr Gesicht ab, denn die Konturen des Federviehs leuchteten so hell, dass es Aryn in den Augen wehtat. Ihr Herz schien mehrer Schlaege auszusetzen bevor es seinen Rythmus wiederfand. Doch es war nicht die Angst, die es dazu getrieben hatte. "Wo warst du als *ich* dich um deinen Beistand angefleht habe?", ihre Stimme war nicht viel mehr als ein Knurren. Im naechsten Moment schnellte ihre linke Hand hervor wie eine Schlange und das federne Prachtexemplar fiel mit einem dumpfen Schlag auf den Boden. Zufrieden beobachtete die Elfe wie das Schimmern den Koerper des toten Tieres verliess und sich nach ein paar Metern in Luft aufloeste. Sie trat vor und zog ihren schwarzen Dolch aus dem Federkleid bevor sie sich zum Gehen wandte. Passenderweise war das Vieh fast direkt vor dem Teil der Mauer gelandet, wo sie einen Eingang vermutete, sie wuerde es einfach hier lassen, eine passende Botschaft.

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Beitrag von Vierna am So Mai 10 2015, 19:36

"Hey, ich habe bisher erst ein einziges Mal in meinem Leben wirklich über den Durst getrunken. Leicht angetrunken zu sein ist in manchen Situationen gar nicht so verkehrt, Kontrollverlust dagegen ist schlecht.", wehrte Dinivan ab. "Außerdem habe ich keine Frau, die das stören könnte. Meine einzige Familie sind die schrägen Vögel dahinten." Er deutete grinsend, jedoch mit einem Anflug von Wehmut in den Augen, auf Shad, Brida, Deorn und die anderen Gildenmitglieder, die ebenfalls gerade an einem der Tische saßen. Jedoch wurde sein Blick fast augenblicklich wieder weich und sanft, vor allem als er merkte, dass Fine etwas pikiert darüber war, dass er die Wahrheit aus ihren Augen lesen hatte können.

"Keine Sorge, du bist keineswegs immer leicht zu durchschauen. Ich hatte dich einfach in einer für dich bis dato unbekannten Situation erwischt. Du warst verwirrt und vielleicht auch ein wenig verängstigt und hilflos. In solchen Momenten steht es den meisten Menschen direkt ins Gesicht geschrieben, was in ihnen vorgeht. Aber das ist nichts, was man sich selbst vorwerfen könnte. Jeder hat solche Momente im Leben, selbst die absoluten Meister der Masken, denen man im Normalfall nicht das geringste ansehen kann", versuchte er Fine ein wenig zu beruhigen. Ob es nun an seinen Worten lag oder an etwas anderem, das spielte keine Rolle, Tatsche war, dass Fine nicht mehr so verstimmt wie vorher wirkte, und ihn gleich darauf mit allerlei Fragen bombardierte. Ganz normale Fragen, die jeder Rekrut stellte, bis auf die Erste, und die war es, die Dinivan für einen Moment ins Stocken geraten ließ.

"Hast du schon einmal jemanden getötet?"

Es war eine so simple beiläufige Frage, doch sie hallte laut und deutlich wie ein Echo durch seinen Kopf. Sein Blick glitt durch den Raum und verlor sich wieder in der Ferne. Bilder vom Dämmerweg tauchten vor seinem geistigen Auge auf. Bilder, in denen der Boden sich vom Blut seiner Schwestern und Brüder rot gefärbt hatte, Kampf- und Schmerzensschreie durch die Gänge hallte und der ständige Geruch von Blut und Tod in der Luft hing. Leichte Übelkeit stieg in Dinivan auf, die er jedoch sofort mit einem großen Schluck Bier überlagerte. Seine Stimme war brüchig und mehr ein Murmeln, als er Fine schließlich antwortete: "Eines der wenigen Dinge in meinem Leben, auf die ich alles andere als stolz bin." Indem er sein restliches Bier in einem Zug leerte, brachte er sich wieder zurück in die Gegenwart, doch Fines Fragen bezüglich ihrer Aufgabe als Rekrut waren im Moment vergessen.

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Beitrag von Miss Raten am So Mai 10 2015, 21:12

Fine

Fine frohlockte. Da war es ihr doch glatt gelungen, in nur wenigen Sätzen drei äußerst wichtige Informationen zu bekommen.

1. Dinivan war kein Trunkenbold!
2. Er hatte keine Frau…
  und
3. die Gilde war sein Zuhause und deren Mitglieder seine Familie, die er offensichtlich sehr mochte.

Sie hatte das geahnt und jetzt bestätigt bekommen und es würde sie sehr wundern, wenn er für sie nicht alles tun und geben würde, selbst sogar sein Leben. Für sie, die sie ziemlich wenig Kontakt zu anderen Einwohnern der Stadt hatte, war das alles sehr interessant und, was sie aber niemals zugeben würde, irgendwie freuten sie Dinivans Aussagen. Nach und nach schlich sich immer mehr Sympathie für ihn in ihren Bauch und in ihr Herz. Dieses Gefühl vertiefte sich noch mehr, als er sie wegen der gut lesbaren Gedanken in ihrem Gesicht tröstete. Allerdings gefiel ihr die Idee mit der kleinen Maske vor dem Gesicht, um auf etwaigen Beutezügen nicht erkannt zu werden – ein Vorteil, den sicher sogar seine sogenannten Meister der Masken nicht von der Hand weisen könnten.

Die Idee jedoch weiter zu vertiefen, dazu kam sie nicht, denn sie schien mit der neben den anderen fast beiläufig gestellten Frage, ob Dinivan schon einmal jemanden getötet hatte, einen wunden Punkt berührt zu haben. Das hatte Fine nicht gewollt, sie hatte das einfach so gesagt, weil es ihn spontan in den Sinn gekommen war, ohne jedoch Hintergedanken dabei gehabt zu haben. Jetzt allerdings war sie betroffen, auch wenn seine Aussage, die Tat zu verabscheuen, für ihn sprach.
Jemanden zu töten war eine ernste Sache und etwas ganz anderes, als jemanden zu bestehlen. Fine reckte ihren Arm und dieses Mal legte sie ihre Hand sanft auf Dinivans Unterarm.

"Möchtest du darüber reden? Ich könnte es verstehen, wenn nicht."

Sie würde seine Entscheidung so oder so akzeptieren und nicht nur, weil sie es müsste. Doch irgendwie hatte sie das Gefühl, dass Dinivan schwer an dieser Last trug und es drängte sie, ihm etwas davon zu nehmen.

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Beitrag von Vierna am Mo Mai 11 2015, 12:42

Fines Berührung half Dinivan schließlich, seine Gefühle wieder vollständig unter Kontrolle zu bringen. Langsam schüttelte er den Kopf und zwang sich zu einem Lächeln, was ihm mehr schlecht als recht gelang. "Nicht heute und auch nicht morgen. Das ist ein eigenes Kapitel in der Geschichte der Nachtigallen. Dafür ist es noch zu früh. Es würde dich vermutlich noch mehr verwirren. Erst einmal solltest du alles über die Gegenwart lernen. Und auch über dich selbst. Ich bin mir sicher, dass du mehr kannst, als du wirklich weißt", erklärte er, während er Fine sanft seinen Unterarm entzog. Dabei fielen ihm auch wieder die anderen Fragen ein, die sie ihm gestellt hatte.

"Das ist unsere Hauptarbeit mit den Rekruten. Wir prüfen ihr Können, versuchen herauszufinden, worin sie am besten sind und wie wir das am geschicktesten nutzen können. Aber natürlich versuchen wir auch, an den schwächeren Fähigkeiten zu arbeiten. Daher wird deine erste Zeit hier wohl zum großen Teil aus Training bestehen, bis du gut genug bist, um dich auf Missionen zu schicken. Diese erteilen wir entweder selbst, wenn wir herausgefunden haben, dass es irgendwo viel zu holen gibt, oder sie kommen von den Bewohnern Ashalas, die selbst nicht genug Rückgrad haben. Natürlich wenden sie sich dabei nicht direkt an uns, sondern an unsere Mittelsmänner. Ansonsten würde es keinen Sinn machen, das hier alles geheim zu halten." Er nickte mit seinem Kopf in Richtung der anderen Gildenmitglieder.

"Die Gilde der Nachtigallen und der Dämmerweg bestehen schon seit vielen Dekaden. Klar ist alles hier geheim und gut geschützt, aber dennoch spricht es nicht unbedingt für die Stadtwache, dass sie uns bisher nicht gefunden haben. Wir fürchten sie nicht direkt, wir haben eher... sagen wir, eine gesunde Portion Respekt für ihnen. Ich habe dir ja bereits erläutert, was mit Dieben passiert, die sich erwischen lassen." Seine Gedanken wanderten für einen Moment zum vorherigen Abend zurück. Wie schnell sich Situationen ändern konnten... Gestern noch hatte Fine ihn beschimpft und ihm gedroht, und heute saß sie ihm im Dämmerweg gegenüber und er erklärte ihr das Gildenleben. Manchmal waren die Wendungen des Schicksals wirklich seltsam und verwirrend. Genau so seltsam wie die Tatsache, dass er in Fines Gegenwart nun schon zwei Mal die Kontrolle über sich verloren und Dinge preisgegeben hatte, von denen niemand außerhalb der Gilde wusste. Das war ihm schon lange nicht mehr passiert. Er war gut darin, sich nichts anmerken zu lassen und nutzte diese von ihm selbst geschaffene Barrikade nur allzu gern und oft. So auch jetzt wieder, als er sich mit verschränkten Armen zurücklehnte und auf weitere Fragen von Fine wartete.

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Beitrag von Miss Raten am Mo Mai 11 2015, 14:09

Fine

Fine nickte… langsam und bedächtig, während ihr Blick weiter ruhig auf Dinivan lag. Es musste etwas Furchtbares geschehen sein, das ihn dazu gebracht hatte, so etwas zu tun. Und es stand fest, dass er noch lange nicht damit fertig war. Fine konnte nicht mal ansatzweise erahnen, wie er sich fühlen mochte, geschweige denn konnte sie das wirkliche Ausmaß einschätzen. Jemanden zu töten war schon eine schlimme Sache.
Natürlich gab es Leute, denen das Leben anderer nichts bedeutete und Gerüchte zumeist aus dem Hafenviertel, dass wieder mal jemand gemeuchelt worden war, fanden ihren Weg auch hierher. Glücklicher Weise waren hier in der Umgebung die Wachen präsenter, was andererseits die Arbeit von kleineren Missetätern, zu denen sie selber sich zählte, schwerer machte. Trotzdem, lieber eine Hand verlieren, als das eigene Leben. Wobei Fine auch auf ersteres gut verzichten konnte.

Dinivan fing sich wieder und Fine bemühte sich, seinen Worten aufmerksam zu folgen. Es war das erste Mal, dass sie jemand etwas lehrte, der nicht ihr Bruder war. Auch das war eine neue Erfahrung für sie, wie alles seit gestern… irgendwie. Obendrein könnte es sich rächen, wenn sie nicht richtig zuhörte, auf die eine oder andere Weise.

"Ich bin sehr gelenkig und kann mich durch schmalste Spalten schieben.", erklärte sie Dinivan und machte ihn so auf eine weitere, vielleicht nicht unbedeutende Fähigkeit ihrerseits aufmerksam. Schon oft war sie durch die Gehöfte gestrolcht, um sich von ihrer Unrast abzulenken und zu beschäftigen und meist waren es die die Hinterhöfe bewohnende Hunde, die sie als Einzige hatten aufhalten oder vertreiben können. Fine kicherte, sie ahnte, dass sie oft genug mehr Glück als Verstand gehabt hatte, wenn sie leichtsinnig und ohne darüber nachzudenken fremde Häuser und Höfe besucht hatte.

Interessant fand sie auch Dinivans Äußerung über die Stadtwache. "Vielleicht duldet die Obrigkeit der Stadt aber auch die Gilden, um zu vermeiden, dass es zu Aufständen kommt. Die Leute in unserem Viertel sind nicht sonderlich reich und es ist nicht leicht, ehrliche Arbeit zu finden, mit der man seine Familie ernähren kann. So sind es noch ein paar weniger, die auf den Gedanken kommen könnten, sich dagegen und vielleicht sogar gegen diese widerwärtigen Barrieren, die uns hier einsperren, auflehnen könnten." Fines Augen funkelten angriffslustig. Während Malte sich mit dem Leben hier arrangiert hatte und eigentlich gut zurecht kam, fühlte sie sich, seit es ihr bewusst war, regelrecht eingesperrt – ein Umstand, mit dem sie nur schwer zurecht kam. Allerdings hatte Malte ihr strikt verboten, darüber mit anderen zu sprechen.
Neugierig war sie schon, wie Dinivan das sah, andererseits war das im Augenblick nicht so wichtig und sie wäre dann doch lieber mit ihm allein, wenn sie auf dieses für sie brennende Thema zu sprechen kam.

"Wir sollten langsam zu Schmiede zurück, meinst du nicht auch?", lenkte sie deshalb ab, als ihr noch ein Gedanke kam. "Sag mal, was machst du eigentlich mit Beute, von der es ratsamer wäre, sie… nun ja, eben nicht zu behalten?"
Ihr waren der Dolch und diese seltsame Münze wieder eingefallen. Der Myl´ir würde möglicher Weise schnell dahinter kommen, wem er den Verlust seiner Besitztümer zu verdanken hatte. An dem Dolch lag ihr eh nichts, während die Münze sie nach wie vor faszinierte.

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Beitrag von Taku l Artworks am Mo Mai 11 2015, 16:57

Andre

Andre nahm den Armreif entgegen geschmeichelt von dem Kompliment. Anscheinend konnte Minara nicht besonders gut Geschenke entgegen nehmen. Dies war auch verständlich angesichts der Tatsache, dass sie sich erst seit den gestrigen Abend kannten.

Sie schien aus gutem Hause zu kommen, zumindest konnte man dies an ihren recht höflichen Satzbau leicht feststellen.
Andre schob den Armreif zurück über den Tresen und fügte bei:

Dann nehmt diesen Armreif als Dank für das Bier. Wenn dies noch nicht genug ist könntet ihr mich ja weiter empfehlen, diese Schmiede könnte ruhig ein paar Kunden mehr vertragen.

Nachdem Minara noch einmal auf den Lederbeutel zurück kam verfinsterte sich ihr Gesichtsausdruck von einem milden Lächeln zu einem ernsten Blick. Ihre klaren Augen verrieten, dass sie schon allerlei Personen begegnet sein muss.

„Ihr müsst eine ziemlich schwere Kindheit gehabt haben, dass ihr so selbst über einen einfachen Lederbeutel so ein ausgeprägtes
Misstrauen hegt und dabei habt ihr eins der naivsten Wesen an eurer Seite.“

Andre deutete dabei auf ihren Wolfshund der wegen des angenehmen Dufts etwas beruhigt hatte.
„Die Welt wäre um einiges schöner würde kein Misstrauen existieren. Allerdings ist dies nur möglich wenn man nur die Wahrheit sprechen würde.“

Andre packte in diesen Moment eine Idee die er später weiter verfolgen würde.

„Allerdings bin ich mir dann nicht sicher wie diese Welt dann aussehen würde. Entweder wäre in einer solchen Umgebung dann Arbeitslos oder vollkommen überarbeitet … Scheint so aus als wären beide Alternativen nicht gerade gut für mich… aber was meint ihr? Wie würde so eine Welt ohne Lügen aussehen?“



Matthew

Eisige Luft umgab Matthew, als er den ihm alt so bekannten Raum trat. Er war in einen dunklen Umhang eingewickelt, der sein Gesicht vollkommend verdeckte und dennoch wurde jede einzelne Person sofort seiner Präsents bewusst. Angst, ein primitiver Instinkt, den er nur allzu oft alleine durch seine Anwesenheit versprühte. Es waren nur wenige Personen in dem viel zu großen Raum und doch wich jede einzelne von ihnen aus Furcht vor Matthew zurück. Einzelne kalte Schweißperlen rollten die Stirn herunter und knallten geräuschlos auf den steinerneren Boden. Jede einzelne Sekunde schien wie Minuten und mit jeden Schritt den Matthew mit seinem Spazierstock tat, stieg die Anspannung.
Einer der Anwesenden würde heute Abend sein Leben verlieren.
Matthew blieb in der Mitte des Raumes stehen und blickte auf die vier Männer vor ihm, die sich vor Angst kaum noch auf den Beinen halten konnten. Ihre Blicke waren starr auf Matthew gerichtet.

„Ich glaube ihr wisst warum ich heute herkommen musste“

Matthew knallte seinen Spazierstock auf den steinerden Boden und ließ jeden der Männer aufschrecken. Er sprach weiter, lauter, ohne eine Antwort abzuwarten.

„Ich habe mich hier her begeben müssen, weil jeder von euch folgenschwere Fehler begangen hat.“

Matthew lies diesen Satz eine kurze Zeit im Raum stehen und musterte die extrem eingeschüchterten Wesen, die sich Männer nannten. Sie alle hatten ungefähr gleiche Größe und rochen mehr oder weniger nach Urin, Angstschweiß und anderen Exkrementen. Nach einer kurzen Weile sprach Matthew weiter, seine Stimme hatte er noch immer erhoben.

„Aber ihr habt Glück. Ich bin heute gnädig gestimmt, deshalb wird heute nur einer von euch sterben.“

Einer der 4 Männer brach nach der Ansprache zusammen. Seine zitternden Beine wollten wohl nicht mehr den Körper aufrecht halten.
Matthew ignorierte dies, zog 4 grüne Pillen aus seiner Manteltasche und warf diese vor die Füße der Männer.

„Jeder von euch nimmt einer dieser Pillen. Drei von ihnen sind harmlos.“

Matthew wartete eine kurze Weile bevor er weiter erzählte.

„Die 4 Pille allerdings …Naja das werdet ihr selbst sehen.“


Nur wenige Sekunden vergingen bevor die Männer realisierten, dass sich überraschend eine Gelegenheit zum Überleben ergab. Begierig krabbelten oder hechteten sie auf die Pillen zu und schluckten diese mit einen Happen herunter.

Wieder vergangen kurze Momente der Stille. Urplötzlich griff sich einer der Männer am Hals und fing furchtbar an zu würgen. Krampfhaft wälzte er luftringend und krächzend am Boden, während sich sein Körper Stück für Stück immer mehr ins Groteske veränderte.
Pure Verzweiflung zeichnete sich in seinen Augen ab, als er seine Hand noch ein letztes Mal hilfesuchend nach seinen Kameraden streckte. Schließlich folgte die letzte Phase des Toxins. In einer Stichflamme seine letzte Träne vergießend starb der Mann im Urin seiner Kameraden.
Wieder ergriff Matthew das Wort.

„Schafft ihn hier raus, wenn ihr ihm die letzte Ehre erweisend wollt. Bedenkt nur das ihr solltet ihr mich noch einmal enttäuschen auf dieselbe Art und Weise endet werdet wie euer Freund."

Mit diesen Worten verließ Matthew den Raum, in dem Wissen, dass diese 3 Männer ihn nicht noch einmal enttäuschen werden.

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Ashala - Handelsdistrikt - Seite 5 Empty Re: Ashala - Handelsdistrikt

Beitrag von Vierna am Mo Mai 11 2015, 22:16

"Das ist schon einmal ein Anfang", meinte Dinivan, als Fine auf ihre Beweglichkeit zu sprechen kam. "Aber das reicht nicht. Wir prüfen alle Fähigkeiten, vom Schleichen über das Lügen bis zum Werfen von Messern. Du wirst hart trainieren müssen. Aber nicht jetzt und nicht heute. Ich glaube, ich habe deine Aufmerksamkeit schon zu lange strapaziert. Ich werde ja selbst schon müde vom vielen Erklären." Gähnend streckte er sich einmal kräftig, um seinen Kreislauf wieder etwas anzuregen, bevor er wieder die Arme verschränkte. Auf Fines Meinung zur Stadtwache erwiderte er nichts. Möglicherweise hatte sie ja recht, aber das spielte keine Rolle. Genügend Menschen und auch Elfen und Myl'ir waren mit der derzeitigen Situation mehr als unzufrieden. Wenn das so weiter ging, dann würde es wohl bald die ersten Aufstände geben.

"Tatsächlich behalten wir nur sehr wenige der erbeuteten Stücke. Meist geben wir sie unserem Hehler Cadal, der sie dann unter die Leute bringt, und nehmen dann das Geld dafür. Außer die Stücke sind wirklich außergewöhnlich, oder es wäre zu gefährlich sie sofort wieder in Umlauf zu bringen. Aber wenn ich was wirklich Übles geklaut hätte, das ich weder verscherbeln noch behalten will, dann wäre meine erste Anlaufstelle vermutlich der große Fluss Frenyil. Ich möchte gar nicht wissen, was dort schon alles für immer vergessen auf dem Grund liegt." Er zuckte mit den Schultern. "Wäre zumindest mein erster Gedanke." Dass dies für Fine akut relevant sein könnte, kam ihm im Moment gar nicht in den Sinn. Stattdessen streckte er sich erneut und stand auf. "Du hast recht, wir sollten uns langsam wieder auf den Weg machen. Oder gibt es noch etwas anderes wie irgendwelche Fragen, die besser hier unten gestellt werden sollten?"

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Beitrag von Miss Raten am Di Mai 12 2015, 06:40

Fine

Das reichte nicht? Fine hingegen fand, dass das, was sie konnte, schon ganz schön gut war. Davon zeugte nicht zuletzt, dass sie noch nie auf ihren Beutezügen erwischt worden war. Also bis auf einmal, doch das von gestern Abend zählte eigentlich nicht, fand sie ebenfalls.
Dass man sich als Dieb so gut wie lautlos bewegen können musste, verstand sie auch noch. Nur wozu sollte Messerwerfen gut sein? Und das mit dem Lügen war auch so eine Sache. Sie mochte das nicht und hatte stets Gewissensbisse, wenn sie Malte nicht die Wahrheit sagen konnte. Meist wandte sie sich dabei ab, um ihn nicht ansehen zu müssen und suchte dann schnell das Weite, damit er nicht nachfragen konnte. Weglaufen war überhaupt eine gute Option für ziemliche viele Situationen, egal ob man auf Beutezug war oder in sonst einer Klemme steckte. Aber sie hatte keine Lust, deswegen mit Dinivan zu streiten und immerhin hatte sie sich vorgenommen, seine Anweisungen zu befolgen, um eine wirklich gute Diebin zu werden. In seinen Augen, denn sie sah auch das anders. Es würde schon werden und so schwer konnte das alles nicht sein.

Interessanter fand sie hingegen das, was Dinivan über die Veräußerung der Beute und über Stücke sagte, die man besser nicht behielt, weil sie schlichtweg zu heiß und ihr Besitz zu gefährlich waren. Fine hatte keine Ahnung, was mit ihr passieren könnte, würde der Myl´ir sie aufspüren und bei einer Durchsuchung ihrer Kammer auf den Dolch stoßen. Ihr kamen die Worte von Meister Andre in den Sinn, als er meinte, dass Teile der Ausrüstung eine Art Wiederfindungszauber anhaftete. Und da der Myl´ir zu den Magiejägern zählte, lag genau das auf der Hand. Sie sollte den Dolch also schnellstens loswerden. Nur bei Tage war das so gut wie unmöglich, denn sie wollte nicht dabei beobachtet werden, wenn sie ihn im Fluss verschwinden ließ, wie Dinivan es vorgeschlagen hatte. Und irgendein Trottel sah immer zu, ob beabsichtigt oder nicht. Nein, das war zu gefährlich und sie würde bis zum Abend warten und darauf vertrauen müssen, dass der Myl´ir aus Scham, dass er sich hatte bestehlen lassen, den Verlust seiner Waffe verschwieg… was spontan die nächste Frage in ihrem Kopf aufwarf: Kannte so ein Dreckskerl überhaupt so etwas wie Scham? Vermutlich nicht. Verdammt.

"Nein, ich habe keine weiteren Fragen, jedenfalls jetzt nicht.", erwiderte sie und schob ihre ganzen unliebsamen und nervenden Gedanken abrupt beiseite. Dinivan war aufgestanden und auch Fine erhob sich. Der Abschied von den anderen Gildenmitgliedern war kurz und freundlich und schon bald stolperte sie hinter Dinivan durch die dunklen Gänge der alten, stillgelegten Kanalisation her. Ganz sicher konnte man sich hier verlaufen und sie wäre ohne ihn aufgeschmissen gewesen. "Ein wirklich gutes Versteck.", meinte sie gerade zu Dinivan. Er hatte die Tür nach draußen einen schmalen Spalt geöffnet, sich aufmerksam umgesehen und sie dann zuerst hinaus gehen lassen.

Das grelle Sonnenlicht blendete sie ziemlich und so kniff Fine die Augen zusammen. Sie trat auf etwas Weiches, sah nach unten und prallte, einen kleinen, erschrockenen Schrei ausstoßend, einen Schritt zurück gegen Dinivan. Sie hatte auf einen toten Raben getreten, dessen wundervoll schwarzes Gefieder in der Sonne wie heißes Pech glänzte. "Der hatte vorhin aber noch nicht dort gelegen."

Fine starrte wie gebannt auf den Vogel. Tote Tiere waren nichts Außergewöhnliches, doch irgendetwas war seltsam an dem Raben. Ein unwohles Gefühl, das sie nicht näher erklären konnte, nistete sich in ihrem Bauch ein.



Die Schwarzfüchse – ein paar Tage voraus am Abend des Sonnenfestes

Der Raum unter der Hütte, die ausschließlich als Lager genutzt wurde, war schmutzig und fensterlos, er war in die Erde getrieben worden, sodass kein Laut nach draußen dringen konnte. Lediglich die herumstreunenden Ratten, die es überall hier im Hafenviertel zu Hunderten gab, würden etwas von dem Treiben in dem Keller mitbekommen. Allerdings schien es die nicht zu interessieren.
Ein Schwall kalten, dreckigen Brackwassers brachte die beiden Elfen, die man bis auf die Hosen entkleidet und an der einen Wand an Hand- und Fußgelenken mit gespreizten Gliedmaßen angekettet hatte, wieder zu sich. Sie schnauften und keuchten, waren jedoch nicht in der Lage, etwas zu sagen, da sie geknebelt waren. Außerdem hatte man ihnen die Augen verbunden. Vollkommen hilflos und ihren Entführern auf Gedeih und Verderb ausgeliefert, sickerte diese Tatsache langsam aber unaufhörlich in ihr Bewusstsein.

Esma hatte es sich auf einem Stuhl bequem gemacht und betrachtete die zwei gefesselten Gestalten. In der Hand hielt sie einen Becher Wein, er war mit Tau versetzt... natürlich. Während sie die zwei gefesselten Körper ausgiebig musterte, dachte sie an Lorac Chevynn zurück. Zu ihrer Enttäuschung war es beim Geschäftlichen geblieben,  der Myl´ir hatte ihrem mehr als eindeutigen Angebot widerstanden. Schlangengleich hatte er sich unter ihr hervor gewunden und sie nicht unsanft, aber doch bestimmt auf dem Stuhl abgesetzt. Auf ihrer Hand, worauf seine Lippen einen sanften Kuss gehaucht hatten,  verspürte sie noch immer das erregende Kribbeln, das sich über ihren Arm und dem Rest des Körpers fortsetzte und sie allein bei dem Gedanken an eine mögliche gemeinsame Nacht in diesen süß-taumelnden Zustand versetzte.
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, mein Lieber., gurrte sie gedanklich und leckte sich genüsslich über die vollen, roten Lippen. Lorac selber hatte offeriert, dass das Vergnügen nach der Arbeit kommen würde und die Erwartung dessen, was sie möglicher Weise erlebten, fraß sich heiß durch ihre Venen.

"Nun denn.", meinte Esma mehr zu sich selber und rührte sich. "Nehmt ihnen die Knebel ab.", befahl sie, ohne den Blick von den Elfen zu nehmen. Zwei der vier Füchse traten auf die Gefangenen zu und zogen ihnen die schmutzigen Lappen heraus. Der eine der beiden würgte und spuckte aus, was ihm einen Faustschlag und eine aufgeplatzte Lippe einbrachte, während der andere nur schluckte.
Wer seid Ihr und was wollt Ihr von uns?, fragte er mit befehlsgewohnter Stimme. Eine Faust krachte in seinen Magen, was ihn hätte sich zusammenkrümmen lassen, wenn er es gekonnt hätte... allein die Fesselung hinderte ihn daran. Jedoch entfuhr ihm ein schmerzhaftes Keuchen, was Esma, die alles beobachtete, weiter lächeln ließ.

"Genau das werdet ihr gleich erfahren."

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Beitrag von Vierna am Mi Mai 13 2015, 00:05

Dinivan nickte. "Gut, dann brechen wir am besten gleich auf." Sie verabschiedeten sich noch kurz von den anderen Gildenmitgliedern, wobei Deorn wieder einmal ein Haufen Kommentare auf der Zunge lagen. Dinivan konnte es regelrecht aus dem Gesicht des Alten heraus erahnen. Irgendetwas in der Art von "Wollt wohl lieber etwas Zeit für euch haben". Zum Glück konnte Dinivan mit einem mahnenden Blick wieder einmal bewirken, dass dieser Kommentar Deorns Lippen nicht verlassen würde - zumindest nicht heute.
Nachdem auch das erledigt war, begaben sie sich wieder zurück in das Geflecht aus alten Tunneln. Anfangs konnte Fine Dinivan leicht folgen - so lange, bis sie wieder in den dunkeln Teil der stillgelegten Kanalisation kamen. Doch auch diesmal nahm Dinivan sich die Zeit, Fine sicher durch die Finsternis zu lotsen. Er musste kurz auflachen, als Fine meinte, dies wäre ein sicheres Versteck. "Viele Pfade führen zum Dämmerweg, und das ist nur einer der einfachsten davon", erwiderte er grinsend, was Fine natürlich nicht sehen konnte.

Vorsichtig öffnete er schließlich die Tür, und als er sicher war, dass niemand in der Nähe war, ließ er Fine ins Freie treten. Er war gerade selbst durch die Tür geschlüpft und hatte diese hinter sich geschlossen, als Fine mit einem erschrockenen Aufschrei zurückstolperte und gegen ihn stieß. Vorsichtig fasste er sie an den Schultern und wollte sie gerade mit etwas wie "Keine Sorge, es ist alles in Ordnung" beruhigen, als sein Blick auf das fiel, vor dem Fine sich so erschrocken hatte: Ein wirklich prachtvoller Rabe, der vor ihnen auf dem Boden lag. Seine schwarzen, toten Augen waren geradewegs auf sie gerichtet, doch starrten sie in die Leere.

Das war nicht gut. Ganz und gar nicht. Anstatt Fine zu beruhigen, schob er sie nun sanft zur Seite und kniete sich vor das leblosen Tier. Sofort fiel ihm die Verletzung auf, die das arme Tier das Leben gekostet hatte, vermutlich durch ein Wurfmesser oder einen Dolch verursacht. Das konnte nur bedeuten, dass jemand anderes nach ihnen hier gewesen sein musste, was wiederum die Vermutung nahelegte, dass sie doch verfolgt worden waren. Du Narr, warum hast du nicht besser aufgepasst? Lenkt dich diese Kleine wirklich so sehr ab?, schimpfte er sich selbst in Gedanken, auch wenn es nun zu spät war.

Doch andererseits war ihnen in den Kanalgängen niemand begegnet, was darauf deutete, dass die Person, die sie verfolgt hatte, nicht soweit vorgedrungen war. Oder nicht so weit vordringen konnte. Wir stehen also immer noch unter dem Schutz der Lady. Vorsichtig, fast ehrfürchtig nahm Dinivan den Kadaver des Raben, stand auf und legte ihn behutsam unter einem Strauch blühender Rosen an der Mauer des verfallenen Gebäudes nieder. Ein sanftes dankbares Lächeln lag auf seinen Lippen, während er sich knapp vor dem toten Tier verneigte. Ich danke dir für deinen Schutz, Nocturna. Anschließend wandte er sich wieder zu Fine um. "Wir sollten uns besser schnell auf den Weg machen, bevor uns jemand hier sieht. Außerdem muss ich mir die Hände waschen."

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Beitrag von Miss Raten am Mi Mai 13 2015, 18:07

Fine

Dinivan schob sie behutsam doch bestimmt ein kleines Stück zur Seite und nahm sich des toten Tieres an. Fine war ehrlich betroffen. Schwarze Raben waren für sie faszinierende und kluge Vögel, worauf die Tatsache, dass sie das Wappentier der von ihr heimlich verehrten, dunklen Lady waren, ganz sicher Einfluss gehabt und ihre Einstellung geprägt hatte. Und wenn sie Dinivan so beobachtete, was sie still tat, war zu vermuten, dass er möglicher Weise ähnliche Gedanken hatte, wie sie.
Was sie stutzig werden ließ, war, warum dieses Tier, das offensichtlich keines natürlichen Todes gestorben war, in dieser Art und Weise dagelegen hatte. Denn es war ganz sicher vorhin nicht dort gewesen, das hätten sie mitbekommen. Also musste jemand – und höchstwahrscheinlich war derjenige, der das Tier getötet und dann platziert hatte, ein und dieselbe Person gewesen – den Raben absichtlich so abgelegt haben. Doch warum? War es ein Hinweis oder gar eine Warnung? War ihnen jemand gefolgt oder war doch alles nur reiner Zufall?

Fine nickte nur, als Dinivan meinte, dass sie hier besser schnellstens verschwinden sollten. Eine Weile lief sie schweigend neben ihm her, doch kurz bevor sie die Schmiede wieder erreichte, blieb sie stehen.

"Was hältst du davon?"

Fragend sah sie zu Dinivan auf. Machte er sich Sorgen oder hielt er das mit dem toten Raben für Zufall?


Zuletzt von Miss Raten am Do Mai 14 2015, 20:01 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Beitrag von Adrian Kane am Do Mai 14 2015, 00:25

Aryn Vyrell

Von einer kleinen Anhoehe aus, umgeben von einer ueppigen Gruenanlage und fernab der Armut anderer Viertel, ueberblickte das imposante Gebaeude der Distriktspraefektur den grossen Marktplatz vom Norden her, ein marmorner Koloss in Weiss, Schwarz und Silber tief im Herzen der Stadt. Bevor man jedoch durch den grossen, mit sechs Saeulen gestuetzen Eingang schritt, musste der geneigte Besucher zunaechst die zahlreichen Stufen erklimmen und durch die Allee der Ahnen gehen, welche links und rechts des Weges mit silbernen Statuen mythischer Helden und Goetterdarstellungen flankiert wurde. Aryn, nach Fusel und anderem Dreck stinkend, war freilich nicht in einem Zustand, der ihr ohne weiteres Einlass in das administrative Hauptquartier des Distriktes gewaehrte. Der Schein musste gewahrt werden und so wurde sie von zwei Wachen durch den weniger pompoesen Lieferanteneingang an der Seite des Gebaeudes gefuehrt, von wo aus sie zielstrebig Kurs auf ihr spaerlich eingerichtetes Quartier im zweiten Stock nahm.

Ein langes, gruendliches Bad spaeter und mit frischen Klamotten eingekleidet, stand die Elfe vor dem Spiegel und starrte sich selbst an. Ihre Hand fuhr ueber die, bei naeherem Betrachten immer noch sichtbare Narbe, welche sich ueber die linke Hals-und Gesichtshaelfe zog. Eine verblassende Erinnerung an ein menschliches Schrapnellgeschoss. Erneut klopfte es an der Tuer, diesmal eindringlicher. Sie verzog ansatzweise die Miene als sie "Herein!", rief und ihre immer noch feuchten Haare hinter die spitzen Ohren schob. Ein menschliches Maedchen von etwa 18 Jahren trat nervoes in den Raum und sah sich um. Mit den kurzen, schwarzen Haaren und den ruendliche braunen Augen war sie recht ruebsch anzusehen, fuer eine Kurzlebige zumindest. Ihre Schoenheit wuerde in ein paar Zyklen so sicher verblassen, wie die zahlreichen Blumen in der Gartenanlage, welche sich um das Gebaeude spannte. "Sprich", hoerte Aryn sich selbst mit kuehler Stimme sagen, waehrend sie aus dem Bad trat und sich ihre dunkelblaue Uniform zuknoepfte. "Herrin", sie klang noch unsicherer als sonst, was seltsam war, "Lord Teryn verlangt euch zu sehen", sagte sie mit offensichtlichem Unwohlsein. Die Elfe woelbte eine Braue. "Er 'verlangt'?", das Wort hinterliess einen faden Nachgeschmack auf ihrer Zunge, "Geh und sage ihm, dass", sie stockte inmitten des Satzes und griff so schnell nach dem Arm des Maedchens, dass dieses erschrocken quiekte. Sie rollte die Aermel des Hemdes hoch. Mehrere dunkle Bluterguesse zierten die helle Haut und erzaehlten denen, die bereit waren zuzuhoeren, eine stille, tragische Geschichte. Die Gruenaeugige starrte die Verletzung eine gefuehlte Ewigkeit lang an, gedanklich weit entfernt.

"Du bist die Dienerin von Lord Teryns Sohn?", fragte sie leise. Ein Nicken war alles, was sie von der jungen Frau, deren Blick sich nun vehement in den Boden bohrte, bekam. "Es war meine Schuld Herrin", stammelte sie, "Ich bin...gefallen und...", "Erspar mir die Geschichte", unterbrach die Elfe sie, legte die Hand unter ihr Kinn und richtete den Kopf der Menschenfrau nach oben, sodass sie in die nun traenenden Augen starren konnte. "Du wirst deine Sachen holen und dich hier hinten in dem ungenutzten Zimmer einquartieren. Wenn dich jemand fragt, sag ihm, er moege sich an Aryn Vyrell wenden", ihr Blick intensivierte sich leicht, "Diene mir gut, dann wird dich niemand mehr gegen deinen Willen anfassen. Verstanden?"
Ein Nicken war alles, was sie als Antwort bekam. "Gut. Ich werde die Einzelheiten persoenlich mit dem Lord besprechen", sie liess den Arm der Kleinen los, "Geh, ich habe spaeter eine Botschaft, die ueberbracht werden muss", schneller als man es erwartet haette huschte die junge Frau aus der Tuer heraus. Mit finsterer Miene trat die Elfe auf den Gang und machte sich ihrerseits auf den Weg. Niemand stand hier ueber dem Gesetz, ganz besonders nicht der Sohn des obersten Lords des Handelsdistriktes.

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Beitrag von Vierna am Do Mai 14 2015, 01:24

Schweigend liefen sie durch die Straßen Ashalas, die sich langsam immer mehr füllten, in Richtung Schmiede zurück. Jedoch war es kein unangenehmes Schweigen. Stattdessen schien jeder seinen eigenen Gedanken nachzuhängen, wobei Dinivans immer noch bei dem Raben waren. Wer auch immer ihn getötet hatte, hatte ihn ganz bewusst so offensichtlich dort liegen lassen. Aber warum? Was war der Sinn dahinter? War es eine Warnung an die Nachtigallen? Oder war es vielleicht eine Art Markierung, die der Unbekannte für sich dort zurückgelassen hatte? Das würde aber wiederum darauf schließen, dass jemand den Eingang entdeckt hatte und plante, wieder dorthin zurück zu kommen. Jedoch waren beide Möglichkeiten nicht gerade erfreulich, und wie ein simpler Zufall sah es nun wirklich nicht für ihn aus, selbst wenn er an Zufälle gelaubt hätte. Vielleicht würden sie ja noch herausfinden, was es damit auf sich hatte.

Nahe der Schmiede blieb Fine schließlich vor einem etwas abgelegenen Hinterhof stehen. Ihrer Frage nach msste sie wohl auch auf dem Weg über die Sache mit dem Raben nachgedacht haben. Dinivan verschränkte die Arme und zuckte mit den Schultern. "Mir gefällt es nicht, egal wie man es dreht und wendet. Ich weiß nicht, was es ist, aber es ist bestimmt kein Zufall. Dafür passen die äußeren Umstände und alle anderen Faktoren einfach zu gut zusammen. Allerdings haben wir nicht den geringsten Hinweis, also können wir im Moment nichts anderes tun, als abzuwarten."

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Beitrag von Taku l Artworks am Do Mai 14 2015, 13:19

Schergen von Matthew

Minuten nachdem Matthew weg war saßen die Schergen immer noch in Angstschweiß und Urin gebadet regungslos auf dem Boden. Ihre starrenden Blicke waren auf den verkohlten Leichnam gerichtet, von dem sie noch vor einer Stunde Freund zu sagen pflegten. All dies geschah nur weil sie damit herum geprahlt haben, Unterlinge des großen Dr.Nosman zu sein.

Nach einer Weile erhob einer der Männer, mit dem Namen Bill mit schwindender Stimme das Wort.

„Wir sollten seinen Körper wegschaffen … Wenn er gefunden wird … Dann sind wir dran. Ich möchte nicht so enden.“

Der zweite Scherge Jeff ermahnte ihn sofort mit einem zischenden flüsternden Ton.

„Wir können ihn doch nicht einfach so hier raus schaffen. Hast du dir mal den Typen angesehen? Damit sind wir weit auffälliger als eine Prostituierte in einer Bar. Wir sind erledigt der Typ wird uns alle umbringen.“

Jeff nahm eine kauernde Pose ein. Er hatte den Tod seines Freundes noch immer nicht wirklich wahrhaben können. Schlussendlich ergriff der dritte Scherge das Wort. Ben sah die ganze Sache in einem etwas anderen Licht. Er sprach lauter als die beiden vorigen Schergen.

„Beruhigt euch wenn wir ihn hier liegen lassen wird der Gestank garantiert früher oder später jemand unerwünschten anlocken.“

Ben schaute sich um. Der Raum in dem sie sich befanden war ein Kellerabteil, das von ansässigen Händlern als Zwischenlager benutzt wird. Ben war sich sicher, dass darunter auch Teppichhändler vorhanden war. Nach kurzem umblicken hatte er auch schon einen gefunden und wickelte mithilfe von Bill und Jeff ihren Freund in diesen ein. Dann hievten Jeff und Bill den Teppich samt Leichnam hoch. Dann erhob Benn wieder das Wort.

„Am Ausgang dieses Kellers befindet sich ein Hinterhof. Dort begraben wir ihn bevor irgendjemand etwas mitbekommen wird.“

Niemand stellte diesen an sich brüchigen Plan in Frage. Vielleicht war aber dies nur so, weil keiner beiden mit einem besseren Plan aufkommen konnte.
Die Männer liefen ohne noch einmal darüber nachzudenken durch die Kellertür und zu ihrem Unglück gleich auf Dinivan und Fine.

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