Sitemap


-
 
 - http://federwelten-forum.forumieren.com/ 2012-07-31T20:49:50+00:00 always - http://federwelten-forum.forumieren.com/faq 2012-07-31T20:49:51+00:00 always - http://federwelten-forum.forumieren.com/groups 2012-07-31T20:49:51+00:00 always - http://federwelten-forum.forumieren.com/search 2012-07-31T20:49:51+00:00 always - http://federwelten-forum.forumieren.com/f1-die-forenregeln 2012-07-31T20:49:52+00:00 always - http://federwelten-forum.forumieren.com/t1-forenregeln 2012-07-31T20:49:53+00:00 always - http://federwelten-forum.forumieren.com/f6-anschlagtafel 2012-07-31T20:49:53+00:00 always - http://federwelten-forum.forumieren.com/t4-namensanderungen 2012-07-31T20:49:54+00:00 always - http://federwelten-forum.forumieren.com/f3-fragen-antworten 2012-07-31T20:49:54+00:00 always - http://federwelten-forum.forumieren.com/f4-federwelten-cafe 2012-07-31T20:49:54+00:00 always - http://federwelten-forum.forumieren.com/f11-eigene-werke 2012-07-31T20:49:54+00:00 always - http://federwelten-forum.forumieren.com/f12-kreativwerkstatt 2012-07-31T20:49:55+00:00 always - http://federwelten-forum.forumieren.com/f10-rollenspiel-organisation 2012-07-31T20:49:55+00:00 always - http://federwelten-forum.forumieren.com/t2-kurze-information-fur-angehende-spielleiter-innen 2012-07-31T20:49:55+00:00 always - http://federwelten-forum.forumieren.com/f9-stammtisch 2012-07-31T20:49:56+00:00 always - http://federwelten-forum.forumieren.com/f8-spielecke 2012-07-31T20:49:56+00:00 always - http://federwelten-forum.forumieren.com/f5-archive 2012-07-31T20:49:56+00:00 always - http://federwelten-forum.forumieren.com/g2-moderatoren 2012-07-31T20:49:57+00:00 always - http://federwelten-forum.forumieren.com/search?search_id=activetopics 2012-07-31T20:49:58+00:00 always - http://federwelten-forum.forumieren.com/memberlist?mode=today_posters 2012-07-31T20:49:58+00:00 always - http://federwelten-forum.forumieren.com/memberlist?mode=overall_posters 2012-07-31T20:49:58+00:00 always - http://federwelten-forum.forumieren.com/?mode=delete_cookies 2012-07-31T20:49:58+00:00 always - http://federwelten-forum.forumieren.com/g1-admins 2012-07-31T20:49:59+00:00 always - http://federwelten-forum.forumieren.com/faq?dhtml=no 2012-07-31T20:49:59+00:00 always - http://federwelten-forum.forumieren.com/c1-eingangshalle 2012-07-31T20:50:00+00:00 always - http://federwelten-forum.forumieren.com/t3-benutzerrange 2012-07-31T20:50:01+00:00 always - http://federwelten-forum.forumieren.com/c5-kunstlerstube 2012-07-31T20:50:02+00:00 always - http://federwelten-forum.forumieren.com/c4-rollenspiele 2012-07-31T20:50:02+00:00 always - http://federwelten-forum.forumieren.com/c3-taverne 2012-07-31T20:50:03+00:00 always - http://federwelten-forum.forumieren.com/c2-hinter-den-kulissen 2012-07-31T20:50:03+00:00 always


DidS - Teil I: Grabschändung

Seite 12 von 15 Zurück  1 ... 7 ... 11, 12, 13, 14, 15  Weiter

Nach unten

Re: DidS - Teil I: Grabschändung

Beitrag von Elli am Mo März 30 2015, 16:34

Dankbar nahm Salvatore etwas zu Essen zu sich. Nicht, dass dieses Essen hier seinen Ansprüchen gerecht werden würde, aber für's Erste reichte es zumindest. Langsam aber sicher, wusste er nicht mehr was er hier noch zu suchen hatte. Der alte Zausel Donati sagte nichts mehr von Belang und Salvatore begann sich zu langweilen. Besonders bequem waren diese garstigen Holzstühle nun auch nicht gerade, als dass man schweigend darauf verweilen wollte. Sehr frustrierend.
"Nun...gibt es noch etwas zu tun? Zu besprechen? Andernfalls würde ich mich empfehlen. Ich habe noch einiges zu erledigen und ich persönlich empfinde mich etwas ungeschützt." Natürlich war er wie immer höflich, aber er hoffte bald endlich gehen zu können - aus welchen Gründen auch immer.

_________________
 Ugly 

Melinda, Patrick und Salvatore stehen Ihnen jederzeit unter dieser Adresse zur Verfügung!
avatar
Elli
Piratenpinguin

Weiblich Anzahl der Beiträge : 3695
Anmeldedatum : 04.09.12
Alter : 31
Wohnort : Westerwald
Laune : Thehehe

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: DidS - Teil I: Grabschändung

Beitrag von Umbra am Fr Apr 03 2015, 19:43

Pater Girolamos Mimik verriet, dass die Worte des Inquisitors ihn bedrückten. Vielleicht würde er die ganze Angelegenheit gern vergessen, doch das war nicht ratsam und außerdem nicht möglich – nur, dass Donati damit Recht hatte, dass Girolamo für den Friedhof verantwortlich war, auf dem die Freveltat begangen worden war, machte es für den kleingewachsenen, leicht dicklichen Pfarrer nicht gerade angenehmer.
„Ich weiß nicht“, äußerte er sich zweifelnd, „Federicos Hütte könnte jeder betreten. Die Tür hat kein Schloss und lässt sich höchstens verriegeln, damit der Wind sie nicht aufstößt. Fremde sind tatsächlich des Öfteren auf dem Kirchengelände. Und Gemeindemitglieder sowieso. Federico selbst hat aber nie Besuch gehabt, soweit ich im Bilde bin. Mir ist niemand aufgefallen, der sich auffällig verhalten haben könnte.“
Er senkte den Blick und ging noch einmal einen Augenblick in sich. Doch dann schüttelte er bedauernd den Kopf.
„Es ist in letzter Zeit überhaupt nichts Außergewöhnliches passiert… ich meine, vor dem Vorfall der vorletzten Nacht. San Trovaso ist eine ruhige Gemeinde. Sie besteht hauptsächlich aus angesehenen Persönlichkeiten und deren Dienerschaft, die hier leben. Ich wüsste niemanden, der auf gotteslästerliche Weise einmal für Aufsehen gesorgt hat. Was meint Ihr jedoch damit, dass es naheliegend sei, welche sterblichen Überreste aus dem Grab geborgen wurden?“, fragte der Pater irritiert. Scheinbar schien er immer noch davon auszugehen, dass sein Totengräber einfach nur zufällig nicht ausfindig zu machen war. Möglicherweise versperrte sich sein Verstand vor der Vorstellung, dass Federico schon längst nicht mehr unter den Lebenden weilen könnte.
„Der Tote hieß Marco Ferraro“, erklärte er Cesare nun das, was er auch schon Salvatore bei ihrem ersten Treffen auf dem Kirchengelände berichtet hatte. „Er ist in der letzten Woche auf einem Fest verstorben. Man sagte mir, er sei einfach tot umgefallen. Stefano Letta, der Gastgeber und ehrwürdiges Mitglied meiner Gemeinde, ist für das Begräbnis aufgekommen. Der arme Mann Ferraro kam von Außerhalb und es waren nur eine Handvoll Leute bei der Beisetzung anwesend. Ich kannte sie alle nicht, bis auf Signore Letta selbst. Vielleicht solltet Ihr mit ihm sprechen, wenn Ihr weitere Informationen über das Grab wünscht. Ihr wisst bereits alles, was ich weiß.“

Der Pater warf Salvatore einen Blick zu, als der Kardinalsdiener den Wunsch äußerste, sich zu entfernen. Scheinbar nahm auch das Girolamo als Anlass, Anstalten zu machen, zu gehen.
„Entschuldigt mich, ich würde mich nun ebenfalls gern zurückziehen“, sagte der Priester und erhob sich von seinem Platz. „Ihr könnt jemanden schicken, wenn Ihr meine Hilfe ein weiteres Mal benötigt. Ich stehe Euch zur Verfügung.“
Mit einem respektvollen Nicken verabschiedete er sich und verließ den Raum.

Wenig später, nachdem Pater Girolamo sich bei einem Diener erkundigt hatte, wo Sarah Bellini untergebracht worden war, klopfte er zaghaft an die Tür des besagten Zimmers.
„Mein Kind, ich bin es“, informierte er sie durch die geschlossene Tür hindurch.
„Ihr wolltet in Ruhe mit mir sprechen?“, erkundigte er sich dann.



Giulia blinzelte etwas irritiert, als Claudia so harsch auf sie reagierte und sie zum Gehen aufforderte. Der ungebetene Gast kam der Aufforderung jedoch nicht nach. Diese junge Frau wirkte mit einem Mal betroffen, als würde sie erkennen, in welches Fettnäpfchen sie gerade getreten war.
„Entschuldigt meine Direktheit“, bat Giulia Claudia betreten und senkte ihren Blick. „Ich war wohl etwas taktlos… Ich wusste nicht, dass Euer Schwager dem Biest zum Opfer gefallen ist.“
An dieser Stelle suchte sie wieder Sichtkontakt. Sie wirkte besorgt.
„Aber ist dies für Euch nicht ein Grund mehr zu versuchen, dagegen vorzugehen? Ich fürchte, Ihr habt mich falsch verstanden… Ich bewundere das Ungeheuer nicht. Ich finde sein Auftauchen nicht auf positive Weise aufregend. Nein, das ist äußerst beängstigend. Ich sorge mich um das Wohlergehen aller Menschen, die seinen Weg kreuzen. Ich hatte gehofft, wenigstens bei Euch nicht auf taube Ohren zu stoßen. Diese Kirchendiener nehmen uns nicht ernst – aber ich weiß, was ich gesehen habe. Und das habt Ihr auch gesehen“, endete sie mit erwartungsvollem Unterton und wirkte gespannt auf Claudias Reaktion.



Capitano Solaro stimmte einem erneuten Treffen am Abend zu, bevor er auf Umbertos Interesse am Fundort der Leiche und am zugehörigen Tatort einging:
„Die Leiche trieb nicht weit von hier in einem Kanal“, erzählte er.
Rio de la Toletta heißt er. Ein Holzsteg hat sie am Weitertreiben gehindert. Zum Tatort kann ich allerdings nicht viel sagen“, gab der Hauptmann schulterzuckend zu. „Wird wohl in der Nähe gewesen sein. In den Kanälen ist die Strömung nicht gleichmäßig. Bei Ebbe geht sie immer in Richtung Meer hinaus, bei Flut ist es umgekehrt. Normalerweise schert sich niemand über Leichen im Kanal… höchstens die Verwandten. Wir von der Wache räumen nur auf. Vielleicht weiß ich heute Abend mehr. Ihr werdet es dann erfahren.“

Solaro und seine Mannen verabschiedeten sich und gingen wieder ihrer Wege, sodass Umberto sich zurück zum Palazzo der Inquisition begeben konnte, um zu erfahren, was Donati und Salvatore aus Bellinis Tochter herausbekommen hatten. Wie immer, wenn man über den Teufel sprach (oder über ihn nachdachte), bekam man mit ihm zutun… In Umbertos Fall äußerte sich das darin, dass ausgerechnet Salvatore ihm entgegenkam, als er durch die Flure auf Donatis Arbeitszimmer zuschritt.

_________________
Wenn 666 die Zahl des Antichristen ist,
dann muss circa 25,806 die Wurzel allen Übels sein. Denker
avatar
Umbra
Tiefseemonster

Weiblich Anzahl der Beiträge : 6489
Anmeldedatum : 09.07.12
Alter : 24
Wohnort : NRW
Laune : voll motiviert

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: DidS - Teil I: Grabschändung

Beitrag von Fade am Sa Apr 04 2015, 13:13

Cesares Brauen zogen sich auf die Worte von Salvatore hin etwas zusammen. Er sprach ganz bewusst nicht aus, was er plante und schleuderte dies Donati offen ins Gesicht. "Nun, wenn eure Erledigungen so wichtig sind, so will ich euch keinesfalls aufhalten." Antwortete Donati in kaltem Tonfall. Wäre der Pater nicht im Raum gewesen, hätte er Machiavelli womöglich auf seine Pflichtvergessenheit hin konfrontiert, jedoch war der Druck auf dem kleinen Mann schon groß genug, als dass er sich noch einen unnötigen Streit anhören musste. Auch ihn entschuldigte der Inquisitor notgedrungen und atmete durch, als beide Herren den Raum verlassen hatten.
Für einen Moment wirkte die Stille befreiend und wie ein Schild vor der bedrohlichen Entwicklung, welche die Stadt überschattete. Schließlich wandt er sich zu Adamo um, welcher tunlichst vermieden hatte, die Ruhepause seines Herrn zu unterbrechen und winkte ihn an den Tisch. "Sieh dir die Zeichnung gut an mein Junge. Der Überlieferung nach, könnte es sich bei der Kreatur um den Dämon selbst handeln.." Cesare machte eine Pause, um Adamo das Bild richtig betrachten zu lassen, welches Sara angefertigt hatte.
"Ich habe meine Zweifel, dass Barbas selbst für den Leichenfraß im geschändeten Grab oder den Toten im Kanal verantwortlich sein soll. Es ist nicht die Art der hohen Dämonen, herumzuwandern und einzelne Menschen anzufallen, wie es ein einfaches Raubtier tun würde. Dies wäre eher die Aufgabe seiner Dienerschaft oder eines unglücklichen Opfers, welches seinem dunklen Einfluss erlag. Die Schnautze ist in jedem Fall interessant, da wir davon ableiten können, ob unser Täter diese oder eine ähnliche Erscheinungsform besitzt."
Tatsächlich waren es noch eine ganze Reihe von Ungereimtheiten, die Cesare beschäftigten. Er lehnte sich in seinem Stuhl zurück und legte die Hände mit den Fingerspitzen zusammen, wärend er seine Aufmerksamkeit Adamo widmete. Von den beteiligten hatte der Junge noch die unvoreingenommenste Sichtweise auf das Unvorstellbare. Seine Ausbildung hatte ihm der Welt der lichten und der dunklen Kräfte näher gebracht und seine Vorstellung musste weit Realer wirken, als die der abgeklärten Herren, welche sich auf die Fakten stützten, die greifbar und real schienen.

_________________
Es rankt sich eine Mär um Ranken, die am Meer sich mehren und dort auf blanken Plankton Planken Meerrettich verzehren.... - Fade
avatar
Fade

Männlich Anzahl der Beiträge : 1346
Anmeldedatum : 03.05.14

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: DidS - Teil I: Grabschändung

Beitrag von Darnamur am Sa Apr 04 2015, 22:27

Der Weg zur Residenz Donatis gestaltete sich recht angenehm. Endlich wieder war Umberto allein mit seiner Muse. Er dachte darüber nach, die Geschehnisse in einem Gedicht zu verarbeiten. Das wäre eine interessante Herausforderung.
An den Ständen von San Trovoso duftete es nach Gewürzen und Limetta,
Doch niemand sah das Grauen aus dem Rio de Toletta!

Nun, sonderlich sauber klang das noch nicht. Es war einfach nicht, Umberto schnippte mit den Fingern, einfach nicht…atmosphärisch genug. Er geriet ins Grübeln. Wie öfters in solchen Situationen, begann Umberto währenddessen auf seinem rechten Zeigefinger herumzukauen. Eine Zwangsstörung, die er sich in seiner Kindheit angewohnt und  nie wieder hatte ablegen können. In der Regel fiel es ihm gar nicht auf.
In der Luft lag der ferne Duft von Gewürzen und Limetta,
derweil sich im Kanal Dunkles regte,
und im Schatten der Mauern bewegte,
Entwichen einer finstren Gruft lauerte es im Rio de Toletta.

Aber ob sich hier, wirklich ein umarmender Reim anbot? Umberto bezweifelte das. Es hörte sich nicht so rund an, obwohl der Reim aufging. Vielleicht sollte er es doch einmal über Kreuz versuchen- eine Methode, die er ansonsten weniger bevorzugte. Er empfand sie allgemein als weniger ästhetisch. Also schön, versuchen wir es:
Dunkles lauerte in den Schatten,
trübte den Duft von Gewürzen und Limetta,
Doch es waren keine Ratten,
Sondern das Grauen im Rio de Toletta.

So übel, war das doch gar nicht. Zufrieden mit sich selbst, schlenderte Umberto mit selbstgefälligem Grinsen im Gesicht weiter ins Innere San Trovosos, wo er schließlich auf das Haus des Inquisitors stieß, in dem sie auch zuvor schon ihre Besprechung durchgeführt hatten. Und dieser alte Esel mich zurechtgewiesen hat, das habe ich dir nicht vergessen, mein lieber Cesare.
Aber der Inquisitor war ihm nach den Konfrontationen mit Bellini und seinem verhassten Schwager noch eine relativ angenehme Begegnung. Außerdem hatte der Kerl möglicherweise doch schon etwas herausgefunden, auch wenn er vielleicht irgendwelche Geister als Ursache des Ganzen sah. Umbertos Mundwinkel hoben sich belustigt.
Er wurde aber sofort wieder ernst, als er die Pforte öffnete. Schließlich hatten sie es ja auch mit einer ernsten Angelegenheit zu tun. Es machte wohl keinen Sinn, den Inquisitor ständig provokant anzugrinsen, auch wenn es ihm Freude bereitet hätte. Aber dazu war er leider nicht in der Position. In gewisser Hinsicht, stand Donati wohl oder übel über ihm und deshalb würde er ein wenig Respekt zeigen müssen. Nicht zu viel des Guten, natürlich. Sein Arbeitgeber war schließlich immer noch der Kardinal, mit dem er im Übrigen auch weitaus besser zurechtkam.

Umberto überlegte sich gerade, was er dem Inquisitor mitteilen und was er lieber verschweigen sollte, als er vom anderen Ende des Gangs die abscheulichste Kreatur der Erde näherkommen sah. Schwager, mein lieber Schwager. Hier bist du also. Und schon wieder am Verschwinden. Dir ist wohl zu Ohren gekommen, dass ich nahe, wie? Für einen kurzen Moment spiegelte sich blanker Hass in Umbertos blauen Augen wider und tiefe, finstere Falten bildeten sich zwischen seinen Augenbrauen. Im nächsten Augenblick war die Grimasse wieder verschwunden und er hatte seine Gesichtszüge wieder unter Kontrolle.
Innerlich tobte jedoch weiterhin dasselbe Feuer, das seit Jahren immer wieder in ihm angefacht wurde, wenn er in diese selbstverliebte Fratze starren musste. Umberto war durchaus der Meinung dass ein wenig Narzissmus förderlich für das Selbstbewusstsein war, aber Salvatore war einfach nur ekelhaft. Wie er seine Schwester behandelt hatte…sie war schon immer eher zarterer Natur gewesen. Und dann kam dieser Salvatore daher….dieser Machiavelli…durchaus ansehnlich, aus gutem Hause. Eine gute Partie sollte man denken. Umberto hatte es gleich gewusst, gleich als er das geckenhafte Gesicht zum ersten Mal erblickt hatte. Doch nein, sie alle waren blind gewesen. Sie hatten einfach nicht das Talent Umbertos, Dinge zu sehen.
Salvatore war bessesen. Er war seine eigene Obsession. Und andere Menschen kümmerten ihn einen Dreck. Nicht, dass sich Umberto viel um andere scherte. Aber, wenn es um seine Schwester ging, war für ihn die Grenze überschritten. Dieser Bastard hat sie krepieren lassen. Ihre Gesundheit hat ihn nicht im Mindesten interessiert. Er war doch nur froh, als er sie wieder los war.
Salvatore hatte seiner Schwester das Herz gebrochen und er hatte sie ermordet. Als etwas Geringeres konnte man das nicht beschreiben. Und Umberto würde er nicht ruhen, bis er das eitle Gesicht seines Widersachers im Dreck sah. Bis ihm all seine Schönheit und Würde geraubt worden war. Bis er wimmernd, schmutzig und mit Rotze und Tränen im Gesicht in einem schlammigen Loch liegen würde. Er sollte leiden. Leiden! Er sollte leiden, bis an sein Lebensende. Und danach sollte er in den finstersten nur möglichen Höllenkreis geschickt werden.
„Ah, Schwager, welch angenehme Überraschung“, begrüßte er die Abscheulichkeit. „Ich konnte mich ja neulich gar nicht mehr von dir verabschieden.“ Er lächelte ihn bösartig an. Umberto wusste nicht, was Salvatore Bellini erzählt hatte, aber er hatte keinen Zweifel daran, dass niemand anderes als diese Missgeburt dafür verantwortlich war, dass der Maler auf ihn losgegangen war. Und wenn er nicht gestört hätte, hätte ich auch meine Befragung fortsetzen können…
„Du scheinst ja sehr beschäftigt zu sein, wenn du nun schon wieder aufbrichst. Sicherlich bist du mit den Ermittlungen schon weit vorangekommen? Wohin geht es denn diesesmal, wenn ich fragen darf?“ In dein Haus, damit du dir ein angenehmes Bad machen kannst?
Umberto war sich sicher, dass dieser eitle Fatzke sich in keinster Weise um diesen Fall bemühte. Hoffentlich würde er eine Möglichkeit finden, ihn dafür bluten zu lassen…
avatar
Darnamur
Jünger des Pinguins

Männlich Anzahl der Beiträge : 3437
Anmeldedatum : 04.09.12
Alter : 22
Laune : katastrophal destruktiv

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: DidS - Teil I: Grabschändung

Beitrag von Lillybell am So Apr 05 2015, 23:48

Claudia hörte der jungen Frau zu und bemerkte, wie harsch sie wohl gewesen war. Sie seufzte und faltete die Hände vor ihrem Rock zusammen. "Verzeiht mir, es war ein anstrengender Tag. Ich weiß nicht wo mir gerade der Kopf steht."
Claudia machte eine einladende Geste in ein Nebenzimmer. Dort ging sie an einen Schrank... ja sie wusste genau wo was im Hause ihrer Schwester steht... vor allem wo der gute Tropen Wein stand wusste sie heute schon sehr genau. "Darf ich euch auch etwas einschenken? ich denke wir müssen erst einmal alle unsere Gemüter beruhigen."
Sie lächelte müde... ja müde... genau das war sie eigentlich. Sie wartete noch die Antwort von Giulia ab, ehe sie handelte und sich zu ihr auf das Sofa setzte. Claudia holte Luft und hauchte "Ich denke der Inquisitor nimmt uns sehr ernst. Auch wenn ich glaube das er uns anfangs für Hexen hielt. Gut, verübeln kann ich es ihm nach den besagten Vorfall nicht. Immerhin hätten wir zu dieser Zeit nicht mehr auf dem Friedhof sein sollen."
Sie sah Giulia ruhig an. "Wieso also kommt ihr darauf man würde euch kein Gehör schenken?"

_________________
avatar
Lillybell

Weiblich Anzahl der Beiträge : 408
Anmeldedatum : 09.05.14

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: DidS - Teil I: Grabschändung

Beitrag von Angela Dragon am Mo Apr 06 2015, 16:12

Im ersten Moment dachte Sarah sie sei wieder in ihrem Zimmer und das Monster hämmerte gegen die Tür. Aber der Schrecken verflog, als sie die Worte des Paters hörte. Eilig sprang sie auf und öffnete die Tür.
"Kommt bitte rein, Pater. Nehmt doch Platz." Mit klopfenden Herzen spähte sie in den Gang. Ihr war so, als ob sie die Stimme von Umberto vernahm. Nein, und wenn es so wäre. Sie hatte bereits alles offenbart was sie wußte und getan hatte. So konnte er keinen Schaden mehr anrichten. Leise schloss sie die Tür und folgte dem Pater ans Fenster. Ihn so zu sehen, machte es ihr noch schwerer mit den Fragen an ihn heran zu treten. Aber wenn sie schwieg kam sie den Antworten auch nicht näher. Ehrfürchtig sah sie den Pater an.
"Pater. Ich hatte gehofft euren Rat und Segen zu erhalten, bevor es schlimmer werden konnte. Doch mein Brief an euch ist leider nie angekommen. So bitte ich euch jetzt um Gehör. Ich weiß, dass mein Vater Groll gegen mich hegt. Und dennoch fürchte ich mich um ihn. Ihm ist das selbe wiederfahren wie euch. Eine Bestie ist in unser Haus eingedrungen." Beschämt senkte sie den Blick. "Ich hatte nicht den Mut zu sehen, was wirklich in unserer Küche gewütet hat, umso mehr bin ich froh dass Vater noch lebt. Und dennoch fürchte ich immer noch um sein Leben. Jetzt wo ich das Bild gemalt habe um so mehr. Ich möchte helfen, aber ich weiß nicht wie." In der Hoffnung das der Pater vielleicht Antwort hatte, sah sie ihn erwartungsvoll an. Bisher konnte sie sich immer auf seinen Rat verlassen.

Angela Dragon
Gastadmin

Weiblich Anzahl der Beiträge : 311
Anmeldedatum : 02.01.14
Alter : 38

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: DidS - Teil I: Grabschändung

Beitrag von Elli am Di Apr 07 2015, 13:25

Gelinde gesagt, war es SAlvtore gerade erschreckend egal, was Donati dachte. Sollte er es nicht gutheißen, was er vorhatte. Was änderte das schon? NOCH hatte er ein Stein im Brett des Kardinals. Das war gerade Priorität. Allerdings hatte er in der Tat Pläne. Einer davon sah vor zu Da Vinci zu gehen um mit ihm zu sprechen und ein weiteres Vorgehen abzustimmen. Es sollte im besten Fall niemand erfahren, dass er Beweismittel zur Sichtung an Leonardo gegeben hatte, bevor die Kirche selbst ihre gierigen Finger danach ausstrecken konnte.
Gerade als er das Zimmer verlassen hatte und sich auf den Weg zu seinen Gemächern machen wollte (er wollte sich dringend noch einmal frisch machen!) bemerkte er Umberto. Ausgerechnet. Die Zecke seines Lebens. Nach dem Tod seiner Frau hatte Salvatore damit gerechnet, Umberto nicht wieder sehen zu müssen. Schon zu Lebzeiten dessen Schwester war er unerträglich gewesen – seit sie davon geschieden war, war es nur noch schlimmer geworden. Salvatore war klar, dass Umberto ihm die Schuld am Tode seiner Frau gab. Doch er selbst war sich keiner Schuld bewusst. Dieses keifende Weib hatte sich selbst ins Grab genörgelt. Er wusste nicht einmal genau, was sie dahin gerafft hatte. Nach den ersten Bekundungen des Unwohlseins hatte Salvatore sehr wohl Ärzte beordert, die sich die Frau ansahen. Aber niemand hatte sie retten können. Mehr als ein Schulterzucken hatte Salvatore für den Tod seiner Frau nicht übrig gehabt. Stattdessen hatte er es genossen wie still und friedlich sein Domizil nun da lag. Kein Nörgeln. Kein Anmaulen. Es war herrlich gewesen.
Und nun? Nun musste er sich mit dem Überbleisel seiner Ehe herumschlagen, dass ebenso hässlich wie auch nörgelnd der Schwester in Nichts nachstand.
Dennoch ließ sich Salvatore nichts anmerken und lächelte sanft. Ein Lächeln, dass viele Frauen schwach werden ließ. “Umberto. Ich sehe du hast deine kleine Befragung zu einem Ende gebracht. Du solltest noch etwas an deiner Artikulation arbeiten. Bellini machte keinen sonderlich erfreuten Eindruck wegen dir. Er ist ein guter Bekannter des Kardinals, wie auch ich. Nicht, dass dieser davon erfährt. Ich wollte gerade auf meine Stube mich etwas frisch machen.“


_________________
 Ugly 

Melinda, Patrick und Salvatore stehen Ihnen jederzeit unter dieser Adresse zur Verfügung!
avatar
Elli
Piratenpinguin

Weiblich Anzahl der Beiträge : 3695
Anmeldedatum : 04.09.12
Alter : 31
Wohnort : Westerwald
Laune : Thehehe

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: DidS - Teil I: Grabschändung

Beitrag von Darnamur am Fr Apr 10 2015, 18:11

Als Salvatore ihn anlächelte, überkam Umberto plötzlich ein ungewöhnliches Gewaltbedürfnis. Beinahe war er versucht seinem Schwager im Wahrsten Sinne des Wortes in die Fresse zu schlagen. Er hatte Mühe seine Gesichtsmuskulatur unter Kontrolle zu behalten.
„Mach dir nur keine Sorgen“, meinte Umberto und versuchte ein noch ekelhaft süßeres Grinsen, als Salvatore zu Stande zu bekommen. „Der Kardinal wird schon in Kürze über sämtliche Untaten von Signore Bellini erfahren.“ Und dann wird der Gute herausfinden, wie Ercole mit Leuten verfährt, die ihm ans Bein pissen.
„In Ordnung, ich kann verstehen, wenn du dich nach Reinlichkeit sehnst“, Umberto zwinkerte seinem Gegenüber zu. „Dieser Fall verlangt dir einiges ab, nicht wahr? Wie du in dieses Grab hineingefallen bist, voll von Schmutzwasser, Blut und Leichenresten…das ist wirklich ekelerregend…“
Immerhin das hatte er noch ansprechen wollen. Neugierig beobachtete er Salvatores Gesichtsausdruck, während er die Augenbrauen hochzog und sich zum Gehen wandte: „Nun denn, bis später!“
avatar
Darnamur
Jünger des Pinguins

Männlich Anzahl der Beiträge : 3437
Anmeldedatum : 04.09.12
Alter : 22
Laune : katastrophal destruktiv

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: DidS - Teil I: Grabschändung

Beitrag von Umbra am So Apr 12 2015, 20:16

Adamo wartete den unangenehm stillen Moment, der nach dem Abschied der beiden Besucher entstand, ab, bis sein Herr ihn ansprach. Den Inquisitor zu stören konnte, je nachdem, welcher Laune dieser war, sehr unangenehm werden. Da bevorzugte der Junge lieber, geduldig zu sein, auch wenn ihn so etwas immer noch sehr schwer fiel. Er war eher voll jugendlichem Tatendrand, als dass er es angenehm fand, still schweigend zu warten und nichts zu tun. Besonders die Kirchenmänner betonten immer gern, dass Geduld eine Tugend war. Und dass es sich für einen angehenden Kirchendiener, wie Adamo einer war, nicht gehörte, Unruhe auszustrahlen. Tatsächlich war er gerade aber recht aufgeregt.
Umso interessierter begutachtete er das Bildnis des Biestes, als Cesare ihn endlich aus der Schreibecke holte. Adamo hatte noch nie einen echten Löwen gesehen, aber die Kreatur, die Sarah Bellini gemalt hatte, ähnelte wirklich der Tuschezeichnung im Dämonenbuch und dem Markuslöwen, der das Wappentier der Republik Venedig war und die Banner und Flaggen zierte. Aufmerksam spitzte Adamo die Ohren und hörte zu, was Cesare Donati zu sagen hatte – auch wenn der Junge (nicht ohne Faszination) noch nicht den Blick von dem Höllenwesen abwenden konnte. Dieses Untier hatte also Pater Girolamo angefallen, im Grab den Leichnam gefressen, auf dem Friedhof Blutspuren hinterlassen und für die Wasserleiche gesorgt?
Adamo konnte sich noch nicht wirklich ein Bild von den Geschehnissen auf dem Friedhof machen. Konnte sein Herr das wohl? Bestimmt. Zu fragen traute sich Adamo nicht. Er stellte die Kombinationsgabe des Inquisitors bestimmt nicht in Frage, indem er das tat. Nun waren sie zwar ungestört, sodass Adamo Donati damit nicht vor anderen in die Verlegenheit brachte, keine Antwort zu wissen, aber dennoch bevorzugte Adamo es, seinen Herrn nicht zu verärgern.
Stattdessen hob der Junge seinen Blick vom Pergament, nachdem er sich sattgesehen hatte, und wollte wissen: „Wie gedenkt ihr, gegen dieses Höllengeschöpf und seine Verursacher vorzugehen? Ist Barbas selbst noch eine Bedrohung?“



Giulia ging auf Claudias Angebot eines Glases Wein ein und nahm dieses dankbar lächelnd entgegen, auch wenn sie allgemein etwas angespannt wirkte. Immerhin schien sie erleichtert zu sein, dass Claudia ihre Meinung geändert hatte und nun doch mit ihr zu reden bereit war.
Der Ernst der Lage und der Ernst des Gespräches, das sie gerade führten, waren sehr präsent. Giulia probierte den Wein, während sie Claudias Worten lauschte. Dann setzte sie zur Antwort an.
„Ich fürchte, es ist Vorsicht geboten im Umgang mit dem Inquisitor“, meinte sie bedächtig. „Ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass er die Möglichkeit noch in Betracht zieht, dass wir Hexen sind. Neugier sollte kein Verbrechen sein… Aber ich wurde bisher nicht ernst genommen, deswegen habe ich diesen Eindruck gewonnen. Zumindest dieser Machiavelli wollte mir kein Gehör schenken. Nachdem wir diese Bestie zu Gesicht bekommen haben, bin ich Machiavelli und dem Pater gefolgt, um ihnen davon zu berichten und sie zu warnen. Ich erkannte, dass sie Meister da Vinci besuchten… Ich weiß von ihm selbst, dass Machiavelli ihm die Leichenteile aus dem Grab zeigte. Der Pater ist wohl bei dem Anblick in Ohnmacht gefallen, der Arme! Allerdings lief Machiavelli mitsamt dem Pater überstürzt davon und ich verlor ihre Spur, als ich selbst an Meister Da Vincis Tür klopfte. Sie sind wohl durch einen zweiten Ausgang verschwunden. Machiavelli nahm uns schon auf dem Friedhof nicht ernst, wenn Ihr Euch daran erinnert, obwohl wir nur helfen wollten. Wenn auch unser Bericht über die Bestie nicht ernstgenommen wird, fürchte ich, dass es weitere Verletzte und Tote geben wird. Ich finde, wir sollten etwas unternehmen! Die Kirche wird unsere Hilfe aber sicher ausschlagen, weil wir Frauen sind.“



Pater Girolamo trippelte vorsichtig auf seinen kurzen Beinen zur Steinbank am Fenster, wo er sich das Anliegen Sarahs mitfühlend, wie es seine Art war, anhörte. Er war zwar übermüdet und sichtlich mitgenommen, aber dennoch nahm er sich Zeit und Geduld für sie.
„Es ist sehr löblich, dass Ihr helfen wollt, mein Kind“, antworte er schließlich verständnisvoll und Sarah merkte, dass er seine Worte vorsichtig wählte, „doch bedenkt auch, dass Ihr Euch in große Gefahr begeben würdet, würdet Ihr nun draußen in den Straßen nach der Bestie suchen… oder nach Ihrem Beschwörer. Euer Vater liebt Euch, zweifelt nicht daran, er ist gewiss nur harsch, weil er sich Sorgen um Euch macht. Ihr solltet versuchen, seine Nähe zu suchen und ihm Trost zu spenden. Seid für ihn da, auch wenn er es Euch schwer macht. Ich habe das Gefühl, dass der Tod Eurer Mutter sehr auf seinem Gemüt lastet… und sollte er nun dieses Ungeheuer bewusst zu Gesicht bekommen haben, das ihn angefallen hat, würde es mich nicht wundern, wenn er verstört wäre. Wer wäre das nicht? Seht mich an, ich zittere immer noch am ganzen Leib, obwohl ich mich nicht einmal genau an es erinnern kann.“ Der Pater lächelte schwach. Dann schwieg er einen Augenblick, sammelte seine Gedanken.
„Ich wünsche Euch die Sicherheit vierer Wände und einer fest geschlossenen Tür, Sarah. Niemand sollte sich dem Untier stellen müssen. Doch Gott wird auf der Seite seiner Streiter, Kind. Und auch auf Eurer, wenn Ihr Euch dazu entschließt, etwas zu riskieren und Euch an den Ermittlungen zu beteiligen. Wenn Ihr meinen Segen wünscht, werde ich ihn Euch schweren, besorgten Herzens geben. Und ich werde versuchen, den Inquisitor zu überzeugen, Euch teilhaben zu lassen.“

_________________
Wenn 666 die Zahl des Antichristen ist,
dann muss circa 25,806 die Wurzel allen Übels sein. Denker
avatar
Umbra
Tiefseemonster

Weiblich Anzahl der Beiträge : 6489
Anmeldedatum : 09.07.12
Alter : 24
Wohnort : NRW
Laune : voll motiviert

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: DidS - Teil I: Grabschändung

Beitrag von Fade am Mo Apr 13 2015, 21:29

Cesare erhob mahnend den knochigen Zeigefinger nachdem er sich Adamos Aufmerksamkeit sicher war. „Sei aufmerksam Junge. Unter normalen Umständen wäre kaum davon auszugehen, dass Barbas selbst noch auf Erden wandelt, da des Herren Wort selbst Luzifer den Zugang verwehrt. Nichts desto trotz hat eines Menschen Frefel dem Unheiligen Zutritt verschafft und auch wenn dieser nur von kurzer Dauer sein mag, stimmen mich einige Ungereimtheiten bei unserer Spurensichtung vorsichtig. Einen Dämon auf dem Gottesacker zu beschwören ist unüblich, da dort die Macht des Herren der Erde am nächsten ist, solange der Ort nicht vorher schon entweiht wurde. Derlei Anzeichen ließen sich jedoch nicht finden, ebenso wenig wie Fußabdrücke solch einer Kreatur.“ Cesares dunkel unterlaufenen Augen wanderten wieder auf das lebensnah erscheinende Bildnis des Monsters.
„Glaubst du, ein Monstrum wie dieses würde sich von einem Mann wie Messer Bellini einfach vertreiben lassen, nachdem es der Fährte dessen Tochter extra in sein Hause einbrach? Sowohl der Pater, als auch Bellini trugen verhältnismäßig leichte Verletzungen davon, wohingegen die Pranke einer solchen Kreatur wohl keinen Knochen heil lassen würde.“ Des Inquisitors Fingerspitzen suchten einander und sein Blick fiel erneut etwas nachdenklich auf Adamo. "Allein der Tunnel unter dem Grab scheint nicht von Menschenhand erschaffen und die verschiedenen Spuren, der Leichenfraß, die Bissmale an dem bedauernswerten Opfer im Kanal und die Kratzer bei den Überlebenden....“ Einige seiner Gedanken schien Donati für sich zu behalten, denn es vergingen einige Augenblicke ehe er fortfuhr.  
„Auch wenn Signora Bellini nicht den Eindruck erweckt, zu dergleichen befähigt zu sein, belasten die Indizien die drei Frauen. Wären sie Unbeteiligt, müsste man fragen, wieso Barbas, beziehungsweise sein Diener, sie nicht bereits auf dem Friedhof bemerkte, wo er ihrer Witterung doch scheinbar später ein ganzes Stück zu folgen vermochte. Aufgrund der fehlenden Hinweise eines wahren Dämons auf dem Gottesacker bin ich jedoch auch versucht anzunehmen, dass die Hinweise bewusst den Anschein der Präsenz eines solchen Geschöpfes erzeugen sollten und in diesem Fall wäre die Aussage der Frauen ein Beleg für ihre Beteiligung an dem Verbrechen. Es ist nicht anzunehmen, dass Sarah Bellini auf geschehene Art Schaden zufügen wollte, doch wer sagt, dass alle Ereignisse nach Plan verliefen? Die geschwärzte Kerze deutet auf eine unsaubere Vorbereitung des Rituals hin. Auf Fehler, die bei so einer Beschwörung einfach hätten fatal enden müssen. Ich sagte bereits, ich möchte mich mit einem Urteil noch nicht festsetzen, da die Beweislage noch keineswegs schlüssig ist, doch sei auch du angehalten, Augen und Ohren offen zu halten.“
Matt wirkend wendete sich der Inquisitor dem Fenster zu und sprach mit leiserer Stimme weiter. „Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, dem Bösen Einhalt zu gebieten. Die Kraft schöpft es aus den Abgründen der menschlichen Seele Adamo. Sei dir der Untugenden deiner Umwelt stets bewusst. Menschen wurden unvollkommen geschaffen und fernab des Glaubens und der Tugend sind die Augen vieler Blind geworden für die Konsequenzen ihrer Leidenschaft. Die Kirche hat uns viel über diese Schwächen gelehrt und wenn du des Herren Lehren für dich annimmst wirst du selbst zum Bollwerk gegen die schrecken der gefallenen Engel. Ich muss alt geworden sein, dass ich die Wahrheit nicht mehr so leicht zu erkennen vermag, doch stehen wir nicht allein.“

_________________
Es rankt sich eine Mär um Ranken, die am Meer sich mehren und dort auf blanken Plankton Planken Meerrettich verzehren.... - Fade
avatar
Fade

Männlich Anzahl der Beiträge : 1346
Anmeldedatum : 03.05.14

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: DidS - Teil I: Grabschändung

Beitrag von Elli am Di Apr 14 2015, 11:41

Also Umberto seinen Sturz in das Grab erwähnte, schaffte es Salvatore nicht einmal ansatzweise seinen Ekel zu überspielen. Bei der Einnerung an dieses dunkle, grauenhafte, dreckige Loch schauderte es ihn. Unwillig zog er seine Oberlippe hoch und spürte gerade zu, wie ihm eine Gänsehaut über den ganzen Körper jagte. Er schluckte schwer, bevor er es schaffte seine Stimme zu kontrollieren und zu antworten. "Das war in der Tat, eine der abscheulichsten Erfahrungen die ich in meinem Leben machte musste. Nicht einmal ein Straßenköter hätte das ohne Ekel überstanden." Dann wurde ihm aber klar, dass Umberto nur darauf hinausgewollt hatte.
"Tatsächlich gab es in meinem Leben nur eine Bürde, die mir auferlegt wurde, die schlimmer war." Seine Anspielung brachte er erst zum Ausdruck, nachdem Umberto sich schon halb zum Gehen gewandt hatte. Salvatore blickte ihn nicht weiter an und ging seines Weges.

_________________
 Ugly 

Melinda, Patrick und Salvatore stehen Ihnen jederzeit unter dieser Adresse zur Verfügung!
avatar
Elli
Piratenpinguin

Weiblich Anzahl der Beiträge : 3695
Anmeldedatum : 04.09.12
Alter : 31
Wohnort : Westerwald
Laune : Thehehe

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: DidS - Teil I: Grabschändung

Beitrag von Lillybell am Mi Apr 15 2015, 09:22

Claudia reichte Giulia den Wein und setzte sich zu ihr. Sie hörte ihr zu, während sie vom Wein trank, um ihre Nerven zu beruhigen. Doch ihre Worte schienen bei Claudia wahrlich auf Gehör zu treffen. "Was Machiavelli angeht... dieser Hochnäsige Mann wird uns sowieso nicht helfen und was den Inquisitor angeht, ja er macht selbst mir Angst. Aber ich denke er ist der einzige der uns glauben schenkt."
Sie seufzte und blickte in den Kelch. "Wenn ich ehrlich bin will ich damit am liebsten nichts weiter zu tun haben. Ich ... ich habe Angst vor diesem Biest, auch wenn es mir vermutlich das Leben gerettet hat."
Claudia blickte zu Giulia und hauchte. "Aber ich kann auch nicht zusehen wie die Kirche nichts dagegen unternimmt. Also... was habt ihr geplant? Ihr seht mir nämlich nicht so aus als hättet ihr keinen Plan in euren Gedanken versteckt."
Ja Claudia wollte helfen... irgendwas mussten sie unternehmen.

_________________
avatar
Lillybell

Weiblich Anzahl der Beiträge : 408
Anmeldedatum : 09.05.14

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: DidS - Teil I: Grabschändung

Beitrag von Angela Dragon am Do Apr 16 2015, 09:22

Andächtig lauschte Sarah den Worten des Paters. Einerseits war es erleichternd Sorgen und Ängste zu offenbaren. Aber wie soll sie ihrem Vater nahe sein, wenn er sie auf seine Weise von sich wies? Zu gern würde sie sich besser an ihrer Mutter erinnern. Doch da gab es nichts was ihr weiterhelfen konnte.
Dennoch kam es ihr seltsam vor, wie sich ihr Vater verhielt und auch der Pater. Ja sie wollte mehr wissen was dieses Wesen trieb, den je.
Hoffnungsvoll sah sie den Pater an.
"Ich danke euch für die tröstlichen Worte. So gern ich meinem Vater eine gute Tochter sein möchte, so kann ich es im Moment nicht. Selbst wenn mein Verhalten keine guten Worte an mir halten wird, so muss ich doch etwas tun. Diese Kreatur ist mir ins Haus gefolgt. Ich muss wissen weshalb, sonst bringe ich meinen Vater noch mehr in Gefahr."
Sarah kniete sich vor den Pater hin und ergriff seine Hände.
"Ihr würdet mir damit sehr helfen. Aber ihr solltet auch auf euch achten und euch ausruhen. Eure Gemeinde braucht euch und eure Worte."

Angela Dragon
Gastadmin

Weiblich Anzahl der Beiträge : 311
Anmeldedatum : 02.01.14
Alter : 38

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: DidS - Teil I: Grabschändung

Beitrag von Darnamur am Sa Apr 18 2015, 17:11

Ein unvorstellbares Gefühl der Genugtuung machte sich in Umberto breit, als er Salvatores entgleitende Gesichtszüge beobachten konnte. Deutlich konnte er den Kloß erkennen, der dem Schönling den Hals hinabrutschte. Ein weinerlicher, kleiner Knabe, bist du doch…
Er konnte das Grinsen, das sich auf seinem Gesicht abzuzeichnen begann nicht unterdrücken und wandte sich rasch ab. Wir werden noch sehr viel Spaß miteinander haben, mein Teuerster. Er schritt zur Tür hinüber, sich in seinem Triumph sonnend, als er nochmals die Stimme seines Vetters erklingen hörte. Was denn jetzt noch? Tatsächlich gab es in meinem Leben nur eine Bürde…die was? Umberto verstand sofort und blieb wie zur Eissäule erstarrt stehen.
Doch frostig war sein Gemüt in diesem Augenblick nicht. Nein, alles andere als das. Eine Bürde? Eine Bürde?! Hinter ihm ertönten die sich entfernenden Schritte Salvatores. Vielleicht war es ganz gut, dass er verschwand. Den diesesmal hätte Umberto ihm tatsächlich in die Fresse geschlagen, wenn sie voreinander gestanden wären. Diese Ratte. Wie konnte er es wagen? Wie konnte er Caterinas Ruf nur so beschmutzen. Umberto raste innerlich.
Zornig schlug er die nächste Tür auf und eilte den Gang entlang. Für die herumeilenden Bediensteten hatte er nur abfällige Blicke übrig. Ungeziefer. Ihr seid meiner Beachtung nicht wert. Und am Wenigsten war es Salvatore, Salvatore, dieser Scheißhaufen aus dem Arsch des Teufels. Ich werde ihn zur Strecke bringen und keine Gnade walten lassen!
Endlich erreichte er Donatis Saal und klopfte an. Dann öffnete er die Tür und schlüpfte ins Innere. Der Inquisitor schien sich gerade mit seinem Laufburschen zu unterhalten, der an der Seite seines Herrn zu kleben schien. Was für unsittliche Dinge die Beiden miteinander trieben, wollte Umberto gar nicht wissen. Aber gerade unter Kirchenmännern wäre eine solche Verbindung nicht unbedingt etwas Außergewöhnliches. Das Zölibat brachte Menschen auf seltsame Ideen.
„Messer Donati“, begrüßte er den Inquisitor. „Sind sie im Augenblick beschäftigt oder haben wir Zeit für eine kurze Besprechung?“
avatar
Darnamur
Jünger des Pinguins

Männlich Anzahl der Beiträge : 3437
Anmeldedatum : 04.09.12
Alter : 22
Laune : katastrophal destruktiv

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: DidS - Teil I: Grabschändung

Beitrag von Umbra am Mo Apr 27 2015, 19:29

Adamo hörte seinem Herrn aufmerksam zu. Natürlich waren alle Hinweise, die sie bisher gefunden hatten, etwas vage. Sie kannten zwar nun den Gegner, oder zumindest das, was schien, eine von Barbas‘ Kreaturen zu sein, aber die Hintergründe waren immer noch nicht klar. Es war für den Jungen wenig beruhigend, dass selbst Inquisitor Donati momentan keine Lösung für das Problem parat hatte, jedoch war dies angesichts des Umstands, dass auch er noch nicht genau wusste, wer oder was der eigentliche Feind war, nachvollziehbar. Dennoch erhielt Adamo keine befriedigende Antwort auf die Frage, wie Inquisitor Donati nun vorzugehen gedachte. Die Kreatur, die in Venedig umherzustreifen schien, ob dämonisch oder nicht, war eine Bedrohung, gegen die schleunigst vorgegangen werden musste, schätzte der Junge. Er glaubte nicht daran, dass Sarah Bellini mit dem Auftauchen des Ungetüms etwas zu schaffen hatte… genauso wenig, wie er Pater Donati eine solche Gräueltat zutraute. Von den anderen beiden Frauen, die die Aufmerksamkeit Donatis auf sich gezogen hatten, hatte sich Adamo bisher kein Bild machen können, aber sein Gefühl sagte ihm, dass auch sie keine Schuld traf. Er wusste, dass er eigentlich objektiv und neutral bleiben musste, so wie es sich für einen angehenden Inquisitor geziemte… Aber Sarah schien ihm unschuldig zu sein und solange so viel im Argen lag, wollte er niemanden beschuldigen. Was hätte sie oder eine der anderen Frauen auch für ein Motiv, einen Friedhof zu schänden und einen Dämon zu beschwören? Außerdem hatte irgendwer das Grab geöffnet… Das klang nicht nach Arbeit, die Frauen gern auf sich nehmen würden. Vielleicht mit einem männlichen Komplizen, der, im wahrsten Sinne des Wortes, die Drecksarbeit für sie erledigte (der verschwundene Totengräber, zum Beispiel). Da sähe dies natürlich anders aus. Aber ohne Motiv… Ohne Motiv erkannte Adamo keinen Sinn dahinter. Möglich war, dass Sarah und ihr Vater nur Zufallsopfer der Kreatur geworden waren. Das Biest könnte der jungen Frau gefolgt sein, als sie von Friedhof heimgekehrt war.

Der Junge wollte dem Inquisitor gerade etwas erwidern – beziehungsweise noch einmal fragen, was dieser nun konkret zu tun gedachte (auf Monsterjagd gehen?) –, als jemand an der Tür klopfte und einfach eintrat. Es war Umberto Argente. Scheinbar war der Kardinalsgesandte nun endlich zurückgekehrt. Adamo fand, dass der Mann störte… Allgemein wirkte dieser Kerl etwas seltsam auf den Jungen. Aber es war nicht Adamo, der hier Entscheidungen traf. Still wartete er ab.



Pater Girolamo schenkte Sarah ein freundliches Lächeln. Trotzdem ihm anzusehen war, dass er wirklich aufs Äußerste erschöpft sein musste und mit den Nerven auch recht am Ende war, strahlte er seine übliche mitfühlende Aura aus.
„Der Herr wird auf Euch achtgeben, Kind“, sprach er und malte ihr, da sie nun schon vor ihm kniete, mit dem Daumen ein Kreuz auf die Stirn. „Doch vor eigener Torheit kann er Euch nicht schützen. Und vergesst nicht, dass die bösen Mächte, mit denen wir es hier zu tun haben, gegen ihn arbeiten. Seid also vorsichtig bei dem, was Ihr tut.“
Einen Moment lang musterte er sie besorgt, bevor er ihr behutsam wieder auf die Beine half.
„Ich selbst kann nicht untätig sein. Hochwürden Donati hat Recht: Ich trage die Verantwortung für San Trovaso.“ Er schluckte schwer. „Ich… ich darf die Schändung meiner Kirche nicht hinnehmen. Ich bin zwar erschöpft, aber ich werde mich meiner Pflicht stellen.“



Guilia hob scheinbar interessiert eine Augenbraue, als Claudia erwähnte, dass das Biest ihr vermutlich das Leben gerettet hatte.
„Wie das, wenn ich fragen darf?“, wollte sie wissen, aber sie schüttelte leicht bedauernd den Kopf, als Claudia vermutete, dass Guilia einen Plan hatte.
„Um ehrlich zu sein, habe ich noch keinen konkreten Plan“, gab sie zu. „Aber stillsitzen kann ich auch nicht. Erst einmal wäre es sinnvoll, uns ein Bild von unserem Gegner zu machen. Was ist dieses Biest? Wo kommt es her? Vielleicht gibt uns dies schon eine Antwort darauf, wie wir es loswerden könnten. Zudem finde ich die Ereignisse auf dem Friedhof, die uns Machiavelli verheimlichen wollte, immer noch sehr interessant. Scheinbar ist dort Schreckliches geschehen… Doch wir wissen nicht genau, was. Ich vermute ja, dass es mit diesem Ungeheuer in Zusammenhang steht. Möglicherweise sollten wir uns auf dem Friedhof noch einmal umschauen. Wir könnten dort wahrscheinlich ungestört Antworten finden, nun, da Machiavelli und der Pater fort sind. Das Biest bereitet mir zwar Sorge, aber scheinbar bevorzugt es die Dämmerung und die Nacht. Es waren so viele Menschen im Gottesdienst und auch der Pater wurde bei Tage nicht angegriffen. Ich möchte beinahe wetten, dass es im Hellen sicher ist. Was meint Ihr? Sollen wir es wagen?“

_________________
Wenn 666 die Zahl des Antichristen ist,
dann muss circa 25,806 die Wurzel allen Übels sein. Denker
avatar
Umbra
Tiefseemonster

Weiblich Anzahl der Beiträge : 6489
Anmeldedatum : 09.07.12
Alter : 24
Wohnort : NRW
Laune : voll motiviert

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: DidS - Teil I: Grabschändung

Beitrag von Elli am Mi Apr 29 2015, 14:44

Nach der Begegnung mit Umberto fühlte sich Salvatore regelrecht ausgelaugt und verletzlich. Dieser Hund musste ihm auch nach dem Tod seiner Frau noch immer auflauern und wie ein verdammter Gassenköder nach ihm schnappen. Aber Salvatore würde nicht seine Wade hinhalten, damit er zubeißen könnte. Ohhh nein! Soweit würde es nicht kommen.
Zu seiner Freude begegnete er niemandem mehr, bis auf einen jungen Burschen der sich den Weg durch die Gänge suchte. Kurzerhand hielt er das Kerlchen an und orderte frisches Wasser und etwas zu essen. Er musste dringend klar bei Sinnen bleiben und da half eine ausgewogene Mahlzeit mit Sicherheit.
Bereits in Gedanken verloren, so dass er einmal im falschen Gang gewahr wurde, dass er falsch gelaufen war, kehrte er schließlich in seine Räumlichkeiten ein und ließ sich erschöpft auf das Bett nieder. Das war in keinster Weise seine Art. Das Bett war lediglich für die Nachtruhe zu nutzen, höchstens einmal um sich für einen Mittagsschlaf hinzulegen, doch nicht einfach um sich hinzusetzen. Doch gerade war Salvatore seine eigenen Grundsätze herzlich egal und er genoss es auf dem weichen Untergrund zu sitzen.
Gleich darauf klopfte es aber auch schon wieder und er stand mit einem seufzen auf um die Türe zu öffnen. Erfreulicherweise war es nur der Junge den er nach Nahrung geschickt hatte und brachte ihm seine Bestellung. Zufrieden setzte er sich an den Schreibtisch, nachdem der Bursche das Tablett recht wacklig abgestellt hatte (zum Glück hatte Salvatore seine Notizen sicher verwahrt) und aus dem Raum verschwunden war.
Das Wasser in dem steinernen Krug war angenehm kalt, wenn es auch kein frisches Quellwasser war, wie er es bevorzugte. Er hat durch aus einen gewissen Lebensstandart, den er hier nur schwerlich leben konnte. Dennoch trank er zwei Becher des Wassers zügig aus und fühlte sich gleich schon wohler. Er konnte förmlich spüren, wie das kalte Wasser in seinen Kopf drang und düstere Gedanken davon spülte. Während er einen weiteren Schluck Wasser im Mund hatte und diesen hin und her schwappen ließ, fiel ihm ein, dass er seinen Freund Leonardo dringend fragen musste, was mit dem Wasser im Körper wohl passiert. Wenn es jemand wusste, dann sicherlich Leona….Mitten in seinen Gedanken stoppte Salvatore und riss die Augen auf. Er musste mit da Vinci sprechen und zwar so schnell wie möglich! Schnell stand er auf, doch dann fiel sein Blick wieder auf das Essen. Nein. Zuerst musste er sich stärken. Sicherlich hatte er schon diese unansehnlichen Augenränder, für die er Bauern stets belächelte. Also nahm er wieder Platz und löffelte zuerst die kräftige Brühe die er erhalten hatte um sich dann über das Hauptgericht herzumachen.
Er fühlte sich nun etwas gestärkt und warf einen Blick auf das Bett. Wie gerne würde er sich einen Moment hinlegen, doch daran war nicht zu denken. Stattdessen griff er zu seinem Schreibutensil und machte sich einige Notizen, die er bei Leonardo ansprechen wollte.
Außerdem schrieb er auf, was er noch zu erledigen gedachte. Seiner erster Gedanken galt, trotz der versteckten Eile, seiner liebreizenden und wundervollen Schwester. Die Augenweide unter den Frauen war eindeutig zu kurz gekommen und er sehnte sich nach ihr. Nach dem Klang ihrer Stimme, der Farbe ihres Haares, dem leichten Geruch den sie hinterließ – und vor allem nach den Gesprächen. Sie könnte ihn sicherlich beruhigen und ihm helfen, sich nicht von Stümpern wie Umberto aus dem inneren Gleichgewicht bringen zu lassen.

- Schal kaufen (unbedingt einen Brief schreiben!)
- Kardinal
- LdV
- Claudio (?)

Den letzten Punkt versah er mit einem Fragezeichen weil er nicht wusste, ob es sich lohnen würde, wirklich weiter nach der Leiche zu schauen. Oder ob es interessanter war etwas über sein Leben herauszufinden? Warum war er dem Monster zum Opfer gefallen? Wie wurde ausgewählt?
Salvatore bemerkte dass seine Gedanken dabei waren abzuschweifen, wie so oft und er konzentrierte sich wieder auf den Zettel. Punkt drei war der Wichtigste. Also sollte dieser auch zuerst erledigt werden.
Durch das Essen ordentlich bestärkt, überprüfte Salvatore den Sitz seiner Kleidung und seiner Haare bevor er sich auf den Weg machte.
Endlich bei Da Vinci angekommen, öffnete dieser, zum Glück, recht schnell die Türe und ließ seinen Freund eintreten ohne große Fragen zu stellen.
“Ein Glück, dich anzutreffen! Es sind dringend Gespräche notwendig. Ich gehe davon aus, dass die Wände hier keine Ohren haben?“

_________________
 Ugly 

Melinda, Patrick und Salvatore stehen Ihnen jederzeit unter dieser Adresse zur Verfügung!
avatar
Elli
Piratenpinguin

Weiblich Anzahl der Beiträge : 3695
Anmeldedatum : 04.09.12
Alter : 31
Wohnort : Westerwald
Laune : Thehehe

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: DidS - Teil I: Grabschändung

Beitrag von Fade am Do Apr 30 2015, 14:35

Cesare las Ungeduld und Tatendrang in den Augen Adamos. Eigenschaften der Jugend, welche leicht zu Fehlern führen mochten, jedoch unerlässlich dafür waren, die Welt voran zu treiben. Der Junge hatte noch viel zu lernen und dieser Fall konnte einiges dazu beitragen, seinen Geist der heiligen Aufgabe weiter zu öffnen, welche ihm einst übertragen werden sollte.
Das erscheinen Umbertos in diesem Moment schien gleichermaßen unerwartet und störend.
Er erwiderte den Gruß an Argente knapp und bedeutete Adamo, sich wieder zu seinem Schreibpult zu begeben, wo er das Gesprochene zu Protokoll bringen konnte.
„Messer Argente. Ich hatte euch früher zurück erwartet. Leider habt ihr Messer Machiavelli gerade verpasst, womit unsere Ermittlungsarbeiten auch weiterhin etwas ungeordnet verlaufen, wie ich fürchte.“
Mit einer knappen Geste bedeutete er dem Kardinalsdiener sich zu setzen und wies auch auf Sarahs Gemälde auf dem Tisch während er selbst sich wieder auf den Stuhl sinken ließ.
„Der Vormittag hat eine ganze Reihe von Erkenntnissen über das die Verbrechen zu Tage gebracht, aber bitte berichtet zunächst von eurem Ermittlungsergebnis vom Hause Belini, so dass wir alles in ein volleres Bild zusammenfassen können.“ Die Fingerspitzen des Inquisitors wanderten ein weiteres mal zusammen und seine Aufmerksamkeit richtete sich vollends auf den zweiten, der bisher mäßig hilfreichen Kardinalsdiener.

_________________
Es rankt sich eine Mär um Ranken, die am Meer sich mehren und dort auf blanken Plankton Planken Meerrettich verzehren.... - Fade
avatar
Fade

Männlich Anzahl der Beiträge : 1346
Anmeldedatum : 03.05.14

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: DidS - Teil I: Grabschändung

Beitrag von Lillybell am So Mai 03 2015, 09:55

Claudia seufzte und blickte auf ihre Hände. "Claudio... er hat mich verfolgt. Er wollte das ich mit ihm eine Affäre anfange. Ich sagte nein, aber er war betrunken und verfolgte und bedrängte mich. Natürlich würde mir das keiner von den Kirchenmännern glauben, da Claudio immer den Eindruck eines gepflegten ordentlichen Mannes machte, der seine Frau liebte." sie machte eine kurze Pause um ihre Gedanken zu sammeln. "Er verfolgte mich weiter, bis ich in den Kanal stürzte. Claudio wollte mir raus helfen, aber ich wusste, das würde nicht gut enden. Dann war da dieser riesen Schatten hinter Claudio, der ihn mit sich in den Kanal riss. Ich zog mich aus das Wasser und sah danach nur noch wie es sich dunkel färbte. Anfangs dachte ich, es wäre eine Alptraum, aber als ich morgens mit einem nassen Kleid aufwachte, woran Blut klebte... nein... Claudio ist tot und das Biest hat ihn umgebracht."
Claudia fing an zu weinen... ja sie weinte um Claudio, denn wäre damals alles anders gekommen, wären sie glücklich zusammen und nicht so.
Nach einigen Augenblicken beruhigte sie sich und sah Giulia fassungslos an und hob die Hände. "Nein! du willst am helllichten tage auf dem Friedhof herum schnüffeln? Verzeih, aber auf diesen Friedhof bewegen mich keine zehn Pferde mehr. Die Stadtwachen werden uns entdecken und was glaubst du was der Kardinal dann machen wird? sicherlich nicht Gnade walten. Er wird uns auf dem Marktplatz als Hexen beschimpfen und verbrennen!"
Das konnte Claudia nun wirklich nicht tun... das war zu gefährlich.

_________________
avatar
Lillybell

Weiblich Anzahl der Beiträge : 408
Anmeldedatum : 09.05.14

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: DidS - Teil I: Grabschändung

Beitrag von Angela Dragon am Mi Mai 06 2015, 07:36

Eine gewisse Erleichterung machte sich in ihr breit als sie den Segen vom Pater erhielt. Doch als sie wieder mit seiner Hilfe stand, breitete sich die Sorge über ihn auf ihrem Gesicht aus.
Mitfühlend sah Sarah ihn an.
"Ihr solltet nicht übereilt handeln. Auch wenn die Zeit drängt, solltet ihr euch schonen und zu Kräften kommen.

Angela Dragon
Gastadmin

Weiblich Anzahl der Beiträge : 311
Anmeldedatum : 02.01.14
Alter : 38

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: DidS - Teil I: Grabschändung

Beitrag von Umbra am Sa Mai 09 2015, 20:06

Salvatore erkannte, dass er seinen Freund Leonardo da Vinci, wie fast immer, bei einer seiner unzähligen Beschäftigungen unterbrochen hatte. Aber Leonardo war, wie fast immer, bereit, sich unterbrechen zu lassen. Es war wohl wirklich ein Wunder, dass der Künstler überhaupt etwas zuendebrachte, bei den vielen neuen Dingen, die immer wieder seine Aufmerksamkeit auf sich zogen. Aber dass Leonardo vieles nur anfing und zunächst beiseitestellte, um später daran weiterzuarbeiten, konnte man anhand des chaotischen Zustandes seiner Werkstatt leicht erahnen. Dabei passte der Eindruck, den man von ihm durch seinen Arbeitsplatz bekam, gar nicht zu Leonardos Äußeren. In Sachen Gepflegtheit und Ordentlich, was das eigene Erscheinungsbild betraf, stand Leonardo Salvatore in nichts nach – bis auf ein paar Farbspritzer und Holzspäne, aber da Leonardo seine Arbeits- und nicht seine Ausgehkleidung trug, war ihm das wahrscheinlich zu verzeihen.
Leonardo schloss sorgfältig die Tür hinter Salvatore und zeigte sich durchaus erfreut über seinen Besuch. Es funkelte einmal wieder brennende Neugier in seinen Augen.
„Mmh, ganz recht, wir sind allein“, bestätigte Leonardo Salvatores Frage danach, ob niemand sie belauschen konnte. „Was gibt es Neues, mein Freund? Hast du neue Informationen über die Vorgänge auf dem Friedhof? Ich hätte mir den Ort des Geschehens wirklich zu gern mit eigenen Augen angesehen!“, meinte er bedauernd und mit etwas verärgertem Unterton. „Dass sich auch gleich die Inquisition einmischen musste!“
Er fing sich wieder.
„… Äh, Verzeihung. Was wolltest du sagen?“



Guilia hörte sich Claudias Bericht über die Vorfälle des letzten Abends mit betroffener Mimik an, doch ihr war es wohl auch ein bisschen unangenehm, neben der weinenden Frau zu sitzen, die sowohl vom Verhalten ihres Schwagers als auch von dessen Tod verstört zu sein schien.
Die Zurückweisung, was den Friedhof betraf, hingegen enttäuschte Guilia offenbar ein wenig.
„Ich bezweifle, dass man hart gegen uns vorgehen würde, wenn man uns tatsächlich dort erwischt. Euer Pater scheint ein netter Mann zu sein… Ihr hättet gewiss die Ausrede, dass Ihr Mitglied der Gemeinde seid. Ich vermute, auf dem Friedhof sind Menschen begraben, die Ihr vorgeben könntet zu besuchen. Und ich bin zwar nicht von hier, aber der Pater gab mir sein Einverständnis, ihn heute noch einmal um ein Gespräch ersuchen zu dürfen. Das könnte ich als Erklärung für meine Anwesenheit dort vorbringen… Mmh, nun, aber ich kann Euch dazu nicht zwingen. Was würdet Ihr stattdessen vorschlagen?“



Pater Girolamo lächelte bedrückt, als Sarah ihm davon abriet, übereilt zu handeln, und ihm stattdessen nahelegte, sich zu schonen.
„Eure fürsorgliche Art sprich für Euch, mein Kind“, sprach er und blickte fast aus traurigen Augen zu ihr auf (immerhin war er ein gutes Stück kleiner als sie). „Doch Frevel ist auf Grund und Boden unserer Gemeinde geschehen und möglicherweise sind alle in Gefahr. Es ist meine Aufgabe, der Hirte meiner Schäfchen zu sein. Und ein Hirte verteidigt seine Herde gegen die Wölfe. Ich selbst habe Angst, das kann ich nicht leugnen, doch ich vertraue dem Herrn, dass er hilft, alles wieder zum Guten zu wenden. Ich muss zurück nach San Trovaso… Ich muss einfach.“
Er machte eine kurze, nachdenkliche Pause. Ununterbrochen fummelte er nervös mit seinen verbundenen Fingern an seinem Kreuz herum, das um seinen Hals über seinem Priestergewand hing.
„Ihr… Ihr könntet mich begleiten. Was haltet Ihr davon? Ich weiß nicht, inwieweit Inquisitor Donati Euch überhaupt Einsicht in seine Ermittlungen geben würde… Selbst wenn ich ihn darum ersuche. Aber ich vertraue Euch, Signorina Bellini. Ihr könntet mir zur Hand gehen.“

_________________
Wenn 666 die Zahl des Antichristen ist,
dann muss circa 25,806 die Wurzel allen Übels sein. Denker
avatar
Umbra
Tiefseemonster

Weiblich Anzahl der Beiträge : 6489
Anmeldedatum : 09.07.12
Alter : 24
Wohnort : NRW
Laune : voll motiviert

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: DidS - Teil I: Grabschändung

Beitrag von Darnamur am So Mai 10 2015, 18:02

Wenn er diese elende, greise Fratze schon wieder betrachten musste. Der Inquisitor ähnelte von seinem Äußeren einer bizarren Schreckgestalt. Was für ein Zirkus. Vielleicht wäre es gar nicht mal so schlecht für Venedig, wenn der Alte bald mal krepieren würde. Dann könnten sich vielleicht endlich mal wieder fähigere Leute, um die Probleme der Republik kümmern.
Wobei…diese Kerle, die ihr ganzes Leben im Dienste der Kirche verbrachten hatten und gelernt hatten, wie man am Besten Hexen identifiziert und verbrennt, hatten meistens ohnehin alle einen Dachschaden. Es war nicht so, dass Umberto nicht gläubig wäre. Er war durchaus gottesfürchtig und dankte seinem Schöpfer für all die Talente, die er von ihm bekommen hatte. Aber er war auch kritisch genug, um die Taten dieser Kirchenmänner zu hinterfragen. Er wollte nicht wissen, wie viele Unschuldige dem Treiben solcher Inquisitoren zum Opfer gefallen waren. An Leuten, wie Pater Girolamo konnte man erkennen, wie leicht Geistliche ihren Hirngespinsten erliegen konnten.
Aber nun gut, Umberto sollte sich wohl beruhigen. Er brodelte immer noch vor Zorn, aufgrund von Salvatores gewaltiger Provokation und sollte das wohl nicht an Donati auslassen. Zumal dies ja nun zwangsläufig für den Fall sein neuer Auftraggeber war. Welch‘ eine kluge Idee des Kardinals. Er war sich sicher, dass er in unabhängiger Ermittlung, um einiges mehr würde erreichen können. Aber nun gut.
„Ich habe Salvatore im Gang getroffen“, erwiderte er die Worte Donatis. Es gelang ihm nicht völlig, die Wut in seiner Stimme zu unterdrücken. „Anscheinend möchte er sich ´etwas frisch´ machen. Was die ungeordneten Ermittlungen betrifft haben sie allerdings Recht. Darauf werde ich gleich noch zu sprechen kommen.“
Umbertos Blick schwankte zu dem Bild hinüber. Er hob eine Augenbraue. Was sollte das denn sein? Ein schwarzer Löwe…sahen so etwa Donatis Ermittlungen aus? Sich mit den Bildern irgendwelcher Fantasiegestalten zu beschäftigen? Ich sollte mich wohl etwas gedulden. Man kann sich ja zumindest mal anhören, was er zu sagen hat.
„Wie sie wünschen“, meinte er also. „Ich entfernte mich also vom Friedhof und schlug dann sofort den Weg zum Haus des Malers ein. Messer Bellini empfing mich nicht sonderlich herzlich und wollte mich eigentlich sofort wieder hinausschmeißen. Dennoch gelang es mir mit etwas Überzeugungskraft Zutritt zu verschaffen. Für die Zukunft wäre es aber mit Sicherheit sinnvoll, wenn sie mir eine Bevollmächtigung für solche Ermittlungen ausstellen würden, um diese Angelegenheiten zu vereinfachern.“
Das er dem guten Bellini, erst hatte mehr oder weniger androhen müssen, mit Unterstützung der Inquisition zurückzukommen, musste er ja nicht unbedingt anmerken. So würden seine Überredungskünste in weitaus positiverem Licht da stehen.
„Das Gesicht des Malers war vollkommen zerkratzt. Es sah dem des Paters sehr ähnlich, um genau zu sein. Als ich es erblickt hatte, wusste ich sofort, woran ich war. Messer Bellini selbst sprach von einem Überfall und Diebstahl. Die Wunden kamen seiner Aussage nach von einem Kampf mit dem Einbrecher. Meiner Meinung nach ist dies Schwachsinn. Wenn es sich um den selben Täter gehandelt hat, wie im Falle des Paters, wovon ich ausgehe, so wissen wir, dass wer auch immer dafür verantwortlich war, nicht unbedingt materielle Interessen verfolgt hat. Auch wissen wir, dass der Pater ebenfalls solche Kratzer in seinem Gesicht davongetragen hatte, obwohl er sich nicht zur Wehr setzte.“
Er war sich in dieser Angelegenheit ziemlich sicher. Bellini hatte ihn angelogen. Er wusste eindeutig mehr. Aber irgendetwas schien ihn davon abzuhalten, eine Aussage abzugeben. Auch später, hatte er sich nur sehr wortkarg zu dem „Einbruch“ geäußert.
„Im Laufe der Befragung, erklärte er, dass er in seiner Werkstatt gearbeitet hätte, als er Lärm aus der Küche hörte. Dort fand er den Einbrecher vor, der die Zimmereinrichtung zerstörte. Als dieser den Maler erblickte, stürzte er sich sofort auf diesen und überwältigte ihn letztendlich. Diese Schilderung könnte wahrheitsgemäß sein, ist jedoch nur äußerst schlicht gehalten. Wie sie sehen, verlor er auch kein Wort über den Eindringling. Seine Tochter schien ebenfalls ahnungslos zu sein. Zumindest tat sie so. Sie erklärte, sich in ihrem Zimmer eingeschlossen zu haben.“
Diese Bellinis hatten eindeutig Dreck am Stecken. Allesamt. Aber jetzt würden sie schon noch die Wahrheit herausfinden. Umberto hatte den Beiden angeboten, die Inquisition aus dieser Angelegenheit herauszuhalten. Aber sie wollten ja nicht auf sein freundliches Angebot eingehen.
„Ich wollte deshalb noch weiter nachhaken, wurde dann allerdings durch meinen Schwager unterbrochen, den sie anscheinend entsendet haben. Bevor ich fortfahre, dürfte ich fragen, was es damit auf sich hatte? Ich war bei den Bellinis, um zu ermitteln. Und es bringt mir beim besten Willen nichts, wenn ich dabei aus den eigenen Reihen gestört und behindert werde. Nicht nur, dass mir mit Sarah Bellini eine wichtige Zeugin abhanden gekommen ist. Nein, nachdem sich Machiavelli, mit dem ich durchaus persönliche Differenzen habe, wie sie vielleicht schon bemerkt haben, mit Messer Bellini unbedingt unter vier Augen unterhalten musste, war dieser als er wieder zurückkehrte, derart zornig auf mich, dass er versuchte mich gewaltsam aus dem Haus zu treiben.“
avatar
Darnamur
Jünger des Pinguins

Männlich Anzahl der Beiträge : 3437
Anmeldedatum : 04.09.12
Alter : 22
Laune : katastrophal destruktiv

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: DidS - Teil I: Grabschändung

Beitrag von Elli am Mo Mai 11 2015, 14:52

Erleichtert bemerkte Salvatore, dass offenbar noch niemand weiter mit Leonardo gesprochen hatte.
"Gut. Gut. Gut." Sein Puls beruhigte sich ein bisschen. Er war sehr aufgeregt, was wenn durch eine nicht durchdachte Aussage seines Freundes ein schlechtes Licht auf ihn fallen würde? Oder auf da Vinci selbst? Beide Situationen wären sehr unschön. Also atmete der großgewachsene Mann erst einmal ein paar mal durch, bevor er seine Sprache wieder fand.
"Es hat eine weitere Leiche gegeben. Dummerweise fand eine Befragung von dieser Claudia statt und diese sagte, dass sie mich hier traf. Leonardo, es könnte sein, dass du befragt wirst. Wie dein unermesslicher Verstand dir sicherlich schon bekundet hat, darf die Kirche natürlich nicht davon erfahren, dass ich die Leichenteile erst dir zur Ansicht brachte und DANN erst zu Kirche. Das wäre ein Skandal! Ich muss beim Kardinal ein gutes Bild hinterlassen. Du weißt ja wie das ist..."
Die Anspieleung auf den genialen Geist seines Freundes meinte Salvatore voll und ganz ernst. Auch wenn er wusste, dass er selbst mit einer überdurchschnittlichen Intelligenz gesegnet war, so ging es Leonardo nicht anders. Salvatore musste sich eingestehen, dass sie zumindest auf gleicher Höhe waren, was das betraff. Beim Aussehen lag Salvatore natürlich um Längen vorne. Er fragte sich insgeheim ob auch nur ansatzweise ein anderer Mann an sein Anlitz heranreichen würde. Er glaubte es kaum. Alleine seine Haare waren schon ein eindeutiger Beweis.
Doch darum ging es nun nicht.
"Wie wirst du damit umgehen, sollte dich jemand befragen?"

_________________
 Ugly 

Melinda, Patrick und Salvatore stehen Ihnen jederzeit unter dieser Adresse zur Verfügung!
avatar
Elli
Piratenpinguin

Weiblich Anzahl der Beiträge : 3695
Anmeldedatum : 04.09.12
Alter : 31
Wohnort : Westerwald
Laune : Thehehe

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: DidS - Teil I: Grabschändung

Beitrag von Angela Dragon am Mo Mai 11 2015, 16:57

Das letzte was sie erwartet hatte, ausgerechnet von Seiten des Pater Hilfe zu erlangen. Viel mehr reichte er ihr die Hand um Einsicht in Dinge zu bekommen, wo normalerweise einer Frau kaum was gestattet war. Hastig senkte sie den Blick um ihre Freude darüber zu verbergen.
"Das wäre mir eine große Ehre, wenn ich euch beistehen darf. Sofern ich euch dann nicht zur Last falle, gehe ich euch gern zur Hand."
Damit war sie wesentlich weiter gekommen, als hier darauf zu warten, dass der Inquisitor ihr sein Wissen unterbreitete. Viel mehr fürchtete sie, dass man am Ende sie nur hier einsperrte.

Angela Dragon
Gastadmin

Weiblich Anzahl der Beiträge : 311
Anmeldedatum : 02.01.14
Alter : 38

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: DidS - Teil I: Grabschändung

Beitrag von Fade am Mo Mai 11 2015, 20:07

Cesare betrachtete den Kardinalsdiener mit neutraler Mine und lauschte seinem Bericht, welcher recht knapp und oberflächlich wirkte. Argentes Anschuldigungen ließen den Inquisitor vergleichsweise kalt, worüber er selbst etwas überrascht war. Begriff dieser Umberto immer noch nicht, wen er vor sich hatte? An manchen Tagen hätte er sein Gegenüber dafür häuten und salzen lassen, was er sich zu erdreisten wagte. Es mochte die Übernächtigung Donatis sein, oder nur der Umstand, dass er Gedanklich immer noch die Fakten zum neuen, durchaus ungewöhnlicheren Fall ordnete, was ihn bewegte, es bei einer kurzen Zurechtweisung zu belassen. Er lehnte sich entspannt zurück und ließ einige Momente vor seiner Antwort verstreichen.
„Ganz recht, Messer Argente. Ihr besitzt keine Bevollmächtigung gegenüber Messer Bellini. Ihr habt es unterlassen, mich über eure Informationen genauer in Kenntnis zu setzen und dadurch die Ermittlungen unnötig erschwert. Euer Vorwand, unter welchem Ihr zum Hause Bellini aufgebrochen seid, entbehrte auch jeglicher Grundlage auf einen Verdacht, welcher eine Bevollmächtigung gerechtfertigt hätte. Dennoch scheint ihr nach mehr gesucht zu haben, als ihr diese Aufgabe über die Durchsuchung des Tatorts gestellt habt.“ Donati beugte sich etwas vor und sprach leiser weiter. „Dieser Fall könnte zu große Wellen schlagen, als dass ich Helfer gebrauchen kann, die meinen auf eigene Faust voranstürmen zu müssen. Weder eure Ambitionen, noch persönliche Vorbehalte gegenüber eures Schwagers haben einen Platz in den Ermittlungen und ich werde derlei auch nicht weiter tolerieren.“

Donati richtete sich wieder aufrecht auf seinen kargen Stuhl auf und blickte, einem strengen Lehrer nicht unähnlich, auf Umberto herab.  
„Die Arbeit es Vormittags hat eine ansehnliche Menge an Fakten zu Tage gebracht. Auf dem Friedhof fanden sich Anzeichen einer Dämonenbeschwörung. Das Wasser im Grab entstammt einem Unterirdischen Tunnel, welcher wohl von Seiten eines nahen Kanals geflutet wurde und scheinbar betroffenes Grab zum Ziel hatte. Der Tunnel scheint nicht von Menschenhand gegraben worden zu sein, was im Anbetracht der kurzen Zeit in der es zum Vorfall kam auch nachvollziehbar erscheint. Abgesehen von den Leichenresten, welche aus dem offenen Grab geborgen wurden hat es noch ein zweites Opfer gegeben, welches mit gleichartigen Bissspuren und Klauenmahlen im nahen Kanal trieb. Signora Bellini wurde kurzfristig vorgeladen, da sich herausstellte, dass Sie und zwei weitere Frauen nächtens als heimliche Zeuginnen auf dem Gottesacker waren, als euer Schwager ermittelte. Die Frauen behaupten, ein Monstrum auf dem Friedhof gesehen zu haben, welches ihr vor euch in Form der ausgesprochen guten Zeichnung sehen könnt. Die Begebenheit mit den Zeuginnen wird durch den Umstand noch verschärft, dass die Kreatur noch in der Nacht wohl ins Hause Bellini eindrang, nachdem Sie Signora Claudia de Cattaneis Schwager vor deren Augen getötet hat. Signora de Cattaneis war ebenfalls eine der drei Zeuginnen der Bestie, welche auch bereits vernommen wurde und die Leiche identifiziert hat. Bei dem Bildnis, welches ihr vor euch seht handelt es sich im Übrigen um Barbas, einen hochrangigen Dämon welcher die Kraft besitzt, Menschen zu verwandeln. In der Hütte des vermissten Totengräbers fanden wir nebst eines okkulten Schutzkreises auch einen Dämonenpakt mit Barbas Zeichen, was auf eine erfolgreiche Beschwörung schließen lässt. Was ihr vom Hause Bellini berichtet, bestätigt Signora Bellinis Aussage und offen gesagt erscheint mir nachvollziehbar, warum starke Hemmungen seitens der Bellinis bestanden, die Geschehnisse in dieser Form wiederzugeben. Für den Totengräber verbürgte sich im Übrigen Pater Girolamo, wobei er auch einräumte, dass die okkulte Beschwörung das schlichte Gemüt des Verschwundenen bei weitem überfordert hätte. Das Grabmal selbst war im übrigen das eines Auswärtigen mit dem Namen Marco Ferraro. Er verstarb unerwartet auf einer Feierlichkeit Messer Stefano Lettas, welcher auch für die Beisetzung aufkam. Ich sollte abschließend wohl noch erwähnen, dass  Claudia de Cattaneis aussagte, in ihrer Not zu einem bekannten Freigeist namens Leonardo da Vinci geflüchtet zu sein um Hilfe zu suchen. Euer Schwager war dort wohl ebenfalls zugegen.“

Cesare beobachtete den Kardinalsdiener aufmerksam während er sprach. „Nun sagt mir Messer Argente. Was haltet ihr davon?“

_________________
Es rankt sich eine Mär um Ranken, die am Meer sich mehren und dort auf blanken Plankton Planken Meerrettich verzehren.... - Fade
avatar
Fade

Männlich Anzahl der Beiträge : 1346
Anmeldedatum : 03.05.14

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: DidS - Teil I: Grabschändung

Beitrag von Darnamur am Mi Mai 13 2015, 01:35

Das hörte sich ja tatsächlich danach an, als hätten Cesare und sein Gefolge etwas herausgefunden. Umberto war begeistert. Nun, er war nicht wirklich begeistert. Aber doch zumindest positiv überrascht. Diese Überraschung zeigte er jedoch nicht. Dafür nagten zu sehr die vorherigen Worte des Inquisitors an seinem Gemüt, genauso wie Salvatores spitzfindige Bemerkung.
„Was ich davon halte, scheint nun erst einmal irrelevant zu sein, Messer Donati. Es gibt wohl erst mal eine andere Sache zu klären“, meinter er zu dem Inquisitor. „Wie es aussieht, scheinen sie einen Mangel an Vertrauen in mich und auch meine Fähigkeiten zu besitzen. Ich habe euch alle Informationen zu den Bellinis vermittelt, die ich besaß.“ Das war zwar nicht völlig korrekt, denn aus Francesca hatte er noch mehr, als nur den Inhalt des Briefes herauspressen können, aber letztendlich war Umberto dies nun auch egal. Er war es Leid sich von diesem alten Esel herumkommandieren  und beleidigen zu lassen. Dies war ganz sicher nicht sein erster Fall auf kriminologischen Gebiet und Donati sprach mit ihm, als hätte er es mit einem kleinen Kind zu tun. Umberto fühlte sich in seinem Stolz gekränkt. Wenn der Inquisitor kein Würdenträger wäre, hätte er es nicht zurückgehalten ihm gehörig seine Meinung zu geigen.
Allein all diese Hirngespinste, die der Alte meinte aufgedeckt zu haben. Dies war wieder mal ein Beispiel dafür, dass sich Kirchenmänner nicht in strafrechtliche Angelegenheiten einmischen sollten. Sie waren für dergleichen einfach ungeeignet.
Der Streit mit meinem Schwager hingegen ist ein rein privates Problem, welches nichts mit den Ermittlungen zu tun hat. Wenn sie derartige Zweifel an meiner Persönlichkeit und meinem Können besitzen, so erlaube ich mir Ihnen anzubieten, unsere Zusammenarbeit in diesem Fall zu beenden. Ich weiß, dass dies auf Wunsch des Kardinals geschehen ist, aber ich denke unter diesen Konditionen, wäre es für sie weitaus sinnvoller, einen anderen Kardinalsdiener zu beantragen, der sie bei ihren Ermittlungen unterstützt. Ich meine...was ich sonst noch herausgefunden habe, scheint sie nicht im Mindesten zu interessieren. Und wenn sie sich einen Helfer ohne Ambitionen wünschen, dann sind sie bei mir an der falschen Adresse. Ich habe nämlich äußerste Ambitionen diesen Fall zu lösen“
Genug war genug. Umberto hatte nicht vor, sich noch länger für diesen Greis zum Affen zu machen. Erst seine Maßregelungen bei der Befragung des Paters, dann seine Beschuldigungen auf dem Friedhof, das Eingreifen in seine Ermittlung bei den Bellinis und jetzt dieser Moralvortrag. Er hatte die Schnauze voll. Der Kardinal würde schon irgendwie darüber hinwegkommen, wenn ihn Donati aus seinem Arbeitsverhältnis entlassen würde. Umberto bezweifelte, dass er deswegen seinen Posten verlieren würde. Aber selbst wenn. Keine Sekunde wollte er länger dieses Geschwafel ertragen. Sollte sich dieser Donati jemanden anderen suchen, mit dem er seine Spielchen veranstalten konnte.
„Meine Meinung zu ihren Ermittlungen, würde ich Ihnen dann selbstverständlich, nach ihrer Entscheidung mitteilen. Egal, wie sie sich entscheiden sollten. Das bin ich Ihnen wohl schuldig.“
Vielleicht konnte er den Inquisitor so zumindest ein wenig auf die richtige Fährte lenken. Je eher dieser Fall gelöst war und er diese vermaledeite Gestalt nicht mehr erblicken musste, desto besser.
avatar
Darnamur
Jünger des Pinguins

Männlich Anzahl der Beiträge : 3437
Anmeldedatum : 04.09.12
Alter : 22
Laune : katastrophal destruktiv

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: DidS - Teil I: Grabschändung

Beitrag von Gesponserte Inhalte


Gesponserte Inhalte


Nach oben Nach unten

Seite 12 von 15 Zurück  1 ... 7 ... 11, 12, 13, 14, 15  Weiter

Nach oben


 
Befugnisse in diesem Forum
Sie können in diesem Forum nicht antworten