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Behind The Mirror - The Game

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Behind The Mirror - The Game Empty Behind The Mirror - The Game

Beitrag von Azrael am Do Apr 10 2014, 17:07

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Behind The Magic Mirror
~ The Game ~

Der Auftrag war neu. Der Grund nicht. Ein Mann betrog seine - gut betuchte - Ehefrau. Dachte diese jedenfalls. Und das herauszufinden war seit heute früh sein Job.
Der Mann, schon mittleren Alters, Lucas schätzte ihn auf Anfang 50, hatte am Morgen die pompöse Villa mit seinem schicken Mercedes verlassen. Lucas war ihm mit seinem alten Chevy auf den Fersen. Immer schön einen Wagen zwischen sich und der blitzenden silbernen Karre lassend, folgte er ihm. Der Flitzer parkte vor einem Museum und Mann, im teuren dunklen Armani-Anzug, sprang erstaunlich flink für sein Alter, die Treppe hinauf.

"Kein Wunder, wenn da ein hübscher junger Betthase auf dich wartet." murmelte Lucas und verliess seinen Wagen. Mit einer Kamera bewaffnet sah er aus, als ob er sich tatsächlich für altes Kulturgut interessieren würde. Das tat er allerdings vermutlich genauso wenig wie der Mann vor ihm. Aber auch der schlenderte scheinbar interessiert an Gemälden, Statuen und Schaukästen entlang. Bis er schliesslich vor einem alten, schnörkeligen Spiegel stehenblieb und hineinblickte. So jedenfalls sah es aus. Doch genaugenommen betrachtete der Mann die hinter  ihm liegende Wandseite, wo eine schlanke Frau in einem engen schwarzen und verdammt kurzen Kleid Besuchern offenbar die Bedeutsamkeit eines uralten Buches erklärte.
Lucas grinste still in sich hinein. So war er doch ganz offensichtlich recht schnell zur Lösung seines Falles gekommen. Der untreue Ehemann hatte etwas mit der Museumswärterin. Die allerdings würde er selbst auch als rattenscharf bezeichnen. Die langen braunen Haare, die ihr bis zum verdammt knackigen Hintern gingen, waren  zu einem braven Zopf geflochten. Ihre Stimme klang selbst auf die paar Meter extrem warm und von ihr würde sich Lucas auch gern mal das Telefonbuch vorlesen lassen. Lucas liess sich auf einer der Bänke in dem grossen Raum sinken und tat, als würde er eine ganz besonders interessante Position für das Foto eines riesigen Wandgemäldes suchen, dabei wartete er nur darauf, dass die Gruppe, die offenbar am Ende ihrer Führung angelangt war, den Saal verliess und der Mann sich mit der Museumsführerin beschäftigen würde. Erfahrungsgemäss dürfte das nicht mehr lange dauern. Und schon hatte er Erfolg, die Gruppe verabschiedete und bedankte sich, verliess den Saal und dann waren sie nur noch zu dritt. Raschen Schrittes näherte sich der Mann nun der jungen Dame und zack, hatte er die zwei auf einem hübschen Beweisfoto. Gut, dass sein Vater ihn gedrängt hatte, eine gute, teure und verdammt leise Kamera zu kaufen. Niemand bemerkte, überhaupt, dass er Fotos schoss. Eine ganze Reihe Fotos von dem sich nicht nur knutschenden, sondern förmlich vor Gier auffressenden Paar hatte er gemacht und so konnte er sich unauffällig dem Gemälde neben den beiden widmen. Nicht viel später verschwanden die zwei mit ineinander verschlungenen Händen in einem Personalraum, aber auch das entging seinem Objektiv nicht. Zufrieden verschloss er das Objektiv seiner Kamera und wollte gerade den Museumssaal verlassen, als ihn eine Art Lichtblitz davon abhielt.

Nanu?,  dachte er, was war das denn? Einbildung war es nicht, dessen war er sich sicher. Aber wo es herkam, konnte er auch nicht ausmachen. Vielleicht ein Sonnenstrahl, der sich in dem alten Spiegel gebrochen hatte. Einen letzten Blick auf den Spiegel werfend, wollte er dann doch endlich hinausgehen, als ihm etwas auffiel. Es spiegelte sich nicht in dem Spiegel, die Oberfläche war seltsam milchig. Doch vorhin hatte er doch ganz genau gesehen, dass der Mann hineingesehen hatte und er selbst hatte auch die andere Seite der Wand gesehen. Irritiert trat Lucas an den Spiegel. Wie beschlagen sah er aus. Er hob die Hand, um mit dem Ärmel die Glasfläche sauberzuwischen.

Lucas traute seinen Augen nicht, als seine Hand bis zum Handgelenk in dem Spiegel verschwand. Hastig zog er seine Hand zurück, bewegte prüfend die Finger und stellte fest, dass nichts passiert war.
Vorsichtig tippte er mit dem Zeigefinger erneut auf die Fläche und auch diesmal verschwand der Finger. Er wackelte mit dem Finger, spürte ihn dabei noch und es fühlte sich "dahinter" irgendwie nur kalt an.
"Das ist doch verrückt." murmelte er und streckte trotzdem neugierig die ganze Hand hinein.

Plötzlich griff etwas nach seiner Hand und zog!

"Nein!" Ruckartig riss Lucas seine Hand zurück, aber etwas hielt ihn fest. "Verdammt, lass mich los!" fauchte er. Mit der freien Hand stützte er sich an dem schnörkeligen Rahmen ab, um mehr Kraft aufwenden zu können, seine Hand herauszuziehen.

Doch er hatte nicht den Hauch einer Chance...

~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Lucas blinzelte und versuchte langsam, die Augen aufzukriegen. Um ihn herum war es dunkel.

"Was für ein Alptraum." murmelte er und wollte sich in seinem vermeintlichen Bett auf die Seite drehen. Doch da war kein Bett. Lucas' Hand tastete sich über ... Blätter. Efeublätter, das konnte er fühlen.
Und jetzt spürte er auch die Kälte, die ihn in der Dunkelheit umfangen hielt. Er setzte sich auf und schlang fröstelnd die Arme um den Oberkörper.
"Wo zum Teufel bin ich?" knurrte er unwillig, auch wenn er keine Antwort erwartete.

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Behind The Mirror - The Game Empty Re: Behind The Mirror - The Game

Beitrag von Leo am Do Apr 10 2014, 18:46

(ooc: Schon mal vorneweg: meine Tarot-Kenntnisse gehen auf die Kappe von wikipedia (jaja, das böse Wort ^^), dessen Artikel ich mehr oder weniger überflogen habe, deshalb ist vermutlich die Hälfte falsch. Sollte hier irgendjemand bewanderter sein in der Kunst des Wahrsagens, bitte ich für diese Fehlinformationen ausdrücklich um Verzeihung! Grins
So, jetzt aber!)


Mit gerunzelter Stirn betrachtete Gunnar die Karten vor ihm.
Wenn sie einen Sinn ergaben, so erkannte er ihn nicht. Oder wollte ihn nicht erkennen. Es passte einfach nicht. Nicht ausgerechnet jetzt, wo sein drittes Kind vor der Tür stand. Da konnte man ein stabiles, ruhiges Leben gebrauchen. Und nicht … SOWAS!
Es war ein langweiliger Tag gewesen. Das waren Samstage öfter mal. Jorunn war mit den Kindern in den Zoo gegangen, aber Gunnar hatte in der Werkstatt noch was zu erledigen gehabt und war daheimgeblieben. Inzwischen war das aber längst erledigt, und weil seine Familie vom Ausflug noch nicht zurück war hatte Gunnar sich die Zeit damit vertrieben, lustlos seine Tarotkarten zu legen.
Und jetzt das. Ein derartig deutliches Signal hatte er noch nie bekommen.
Die erste Karte war das Rad des Schicksals gewesen. Eine Karte, die er selten zog. Fortschritt des Lebens, Schicksalserfüllung, und – vor allem – einschneidende Veränderungen. Veränderungen? Was sollte das bedeuten? Jorunn war erst im 6. Monat schwanger, die Geburt konnte es nicht sein. Aber was sonst sollte sein Leben so plötzlich auf den Kopf stellen? Gunnar hatte sich an dieser Stelle die Augen gerieben, sich an der Schläfe gekratzt, sich nochmal über die Augen gerieben und dann entschieden, das Rad zu ignorieren und weiter zu ziehen.
Das hatten ihm die Karten offenbar übel genommen. Das nächste war die Nummer 16.
Der Turm.
Eine der Karten, die Gunnar jedes Mal nervös machte. Sie stand für Unruhe, starke Veränderung und drastische Wandlung. Nichts für einen Mann wie ihn, bestimmt nicht. Er hatte Verantwortung zu tragen, da konnte er nicht einfach mal eben drastische Veränderung hinnehmen.
Der Norweger kniff die Augen zusammen und starrte die Turm-Karte an. Als könnte das was ändern. Dann nahm er Turm und Rad und schob beide zur Seite an den Tischrand.
Aber es kam noch dicker.
Die nächste Karte war der Herzritter. Eine kleine Arkana, mit kleinerer Bedeutung. Meistens das Synonym für … einen blonden jungen Mann? Wo sollte der jetzt herkommen? Der einzige junge Mann, den Gunnar kannte, war sein Cousin, und der hatte rote Haare, wo also kam ein blonder junger Mann her und was wollte er in seinen Karten? Frechheit. Gunnar schnaufte. Nun ja. Nicht so schlimm wie Rader oder Türme. Er zog die nächste Karte. Dann noch eine. Runzelte die Stirn. Eine dritte. Schnaufte. Starrte die drei Karten an. Kratzte sich am Kinn. Zog eine vierte.
Die erste war die Feuer-1. Dann kam Wasser-1. Als drittes Erd-1. Und die vierte – die Luft-1.
Viermal die 1. Hintereinander. Viermal der Same, der Neuanfang, das Potential zur Veränderung.
Wie wahrscheinlich war sowas?!
Gunnar starrte noch eine Weile auf die Karten. Was für ein Omen. Rad. Turm. Und alle 4 (!) Einser. Und dazwischen ein blonder junger Mann, der damit vermutlich in Verbindung stehen musste.
Veränderung also. Och, nööö. Echt nicht.
Er stand auf, schnaufte ein letztes Mal und schob dann die Karten in seine Hosentasche. Herrje, es waren bloß Karten. Kleine bunte Bilder auf Pappe. Und er hatte schon oft falsch gelegen in seinen Deutungen, auch wenn die selten derart eindeutig gewesen waren. Er sollte sich einfach irgendwie ablenken. Was Sinnvolles tun. Küche putzen. Oder das Bad. Bad war gut. Er schob seinen Stuhl wieder an den Tisch, griff sich einen rauen, gelben Schwamm von der Spüle und schlurfte ins Badezimmer hinüber. Er schob die Tür auf. Und stutzte. Das Licht hatte er nicht eingeschaltet, und trotzdem war es hell im Bad? Nun ja, nicht wirklich hell. Eher ein diffuses Leuchten. Und es kam … vom Spiegel über dem Waschbecken?!
Heute war wirklich kein normaler Tag.
Gunnar legte den Schwamm ins Waschbecken und berührte zögerlich den Spiegel. Er war warm. Und – weich? Nein. Spiegel waren nicht weich. Schon gar nicht in Norwegen, und erst recht nicht in seinem Badezimmer, so völlig ohne Erlaubnis. Er schob seinen Finger ein wenig tiefer in den Spiegel. Seine ganze Hand konnte darin verschwinden. Sogar der ganze Arm. Unglaublich! Aber wohin denn?
Dann durchzog ein Rucken seinen Körper …






Der Boden war weich. Komisch, sie hatten doch Fliesen im Bad. Die waren nicht weich. Andererseits, wenn Spiegel plötzlich weich werden konnten …
Gunnar hob den Kopf, dann den Oberkörper. Er tastete vor ihm in der Luft herum, denn offenbar hatte jemand das Spiegellicht auch noch ausgeschaltet – es war stockduster. Auf dem Boden lag was. Blätter? Wie jetzt, war er im Wald? Und wenn ja, in welchem? In Norwegen gab es davon schließlich genug … Er zuckte zusammen, als neben ihm jemand zu sprechen begann. „Wo zum Teufel bin ich?“ Na, das wüsste er ja auch gerne mal. Die Stimme lang männlich. Und jung.
Ein junger Mann.
Scheiße, bist du etwa blond?“ Och neee …

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Behind The Mirror - The Game Empty Re: Behind The Mirror - The Game

Beitrag von Darnamur am Do Apr 10 2014, 21:03

Es war ein warmer Tag in Kinshasa, wie eigentlich immer. Die Sonne strahlte unbarmherzig auf das Meer aus Wellblechdächern herab, das der Stadt zu eigen war. César, der diese Hitze schon sein ganzes Leben lang kannte- man könnte sagen, sie war ihm vertraut wie sein eigenes Paar Schuhe, schlenderte auf seinem Heimweg von der Arbeit die Avenue Pierre Mulele entlang. Eine der längeren, geteerten Straßen die durch den Westteil Kinshasas führte. Und in die Nähe seiner Wohnung in Selembao. Die Strecke von dort bis zur Hochschule war nicht sonderlich weit, weshalb César sie meist zu Fuß ging. Neben ihm ratterten einige rote und graue Kleinbusse den staubigen Asphalt hinab. Alles in allem war es ein gewöhnlicher Tag gewesen. César erwartete nicht, dass sich etwas änderte. Doch die Zukunft war ein Arschloch. Wie immer.

Die erste Überraschung erlebte direkt vor seiner Haustür. Ein großgewachsener, streng nach Alkohol riechender Kongolese, der sich erschöpft an das Holz lehnte, hatte seine letzte Mahlzeit vor Césars Wohnung verteilt. Sicherlich kein allzu ungewöhnlicher Anblick in Kinshasa. Aber doch in diesem Stadtteil, der einer der weniger heruntergekommenen Orte war. Unglaublicherweise schien der Mann tatsächlich noch wach zu sein, denn er hob den Kopf, als er spürte, dass sich jemand näherte. Zwei rot geränderte Augen starrten ihn an. Dann öffnete sich der Mund des Kerls und César strahlte ein Lächeln entgegen. Wobei es nicht wirklich strahlte. Es fehlte auch noch einer der Schneidezähne. Müde hob der Mann die Hand zum Gruß: „Hallo, Brüderchen!“
César stöhnte, beugte sich aber hinab um seinem Bruder auf die Beine zu helfen. Wie ein großer, schwerer Sack lehnte Alesh an seiner Schulter, was wirklich eine Herausforderung darstellte. Er selbst war nicht nur kleinwüchsig, sondern auch unmuskulös. „Wie konnte es nur so weit mit dir kommen, Alesh?“ Alesh rülpste: „Vater hat mir wohl nichts beigebracht“ Es sollte wohl ein Witz sein, aber durch seine lädierte Stimme klang es eher komisch. „Und- ach ja, ich freue mich auch dich zu sehen“ „Ich mich nicht“, meinte César trocken, während er die Haustür aufsperrte.
Drinnen angekommen, war es seine erste Handlung Alesh auf das alte Sofa zu verfrachten, dass er sein eigen nennen konnte. Sein Bruder gab daraufhin unverständlich einige murrende Laute von sich. César eilte auf das Badezimmer, wo er einen Lappen nass machte, um Alesh’s Gesicht von Dreck und Blut, das von einer Schramme an der Stirn stammte zu reinigen.
Die Beziehung zu seinem Bruder war schon immer etwas schwierig gewesen. Nach dem Tod seiner Mutter und dem Verschwinden seines Vaters war er vollkommen verwahrlost, während César sich seinen Weg aus dem Elend gekämpft hatte. Alesh gab sich den Drogen und dem Glücksspiel hin. Was die Drogen betrifft, sowohl Alkohol, als auch härteren „Stoff“. Er lernte die falschen Leute kennen und so begann schließlich der lange, morastige Weg von Alesh Nkumbe. Auch heute ging er ihn noch- ohne jemals nüchtern zu werden, ein sturer Gaul, der geradewegs in seinen eigenen Abgrund trabte. Oder eher torkelte.
César hatte häufig versucht ihm zu helfen, aber Alesh war ein schwieriger Fall. Wenn man ihn nicht an einen Stuhl festband, konnte man ihn nicht von Dummheiten abhalten. Vielleicht sollte er das wirklich einmal probieren. Seine Schüler jedenfalls waren um einiges umgänglicher.
„Willst du eine Coké?“ Alesh gab ein Grunzen von sich. César schenkte ihm und auch sich selbst etwas ein. Er unterdrückte ein Gähnen (es war ein langer Tag gewesen) und nahm sich einen Schluck. Zufrieden spürte er wie die kühle Flüssigkeit, deren Farbe ihn immer stark an den Kongofluss erinnerte seine Kehle hinunterrann. Dann musterte er Alesh ernst: „Woher hast du die Schramme?“ Alesh blickte ihn halb benebelt, halb schuldbewusst an. „Kopf gestoßen“, murmelte der Fleischberg nicht sonderlich überzeugend. César seufzte. „Kann ich heute bei dir pennen, Brüderchen?“ „Sicher, Alesh, sicher.“

Er schlurfte müde ins Badezimmer und nahm sich ein paar Sekunden Zeit, sein eigenes Abbild im Spiegel zu betrachten. Er fühlte sich schlecht, wegen Alesh. Er war der Letzte aus der Familie, der ihm noch geblieben war. Mutter war tot. Vater verschwunden. Akambo wurde erschossen. Aber er konnte Alesh einfach nicht helfen. Er nahm seine Brille ab- ein kleines Modell mit silbernen Flügeln und runden Gläsern und rieb sich die Augen.
Irgendwie war der heutige Tag doch etwas seltsam. Sogar sein Spiegelbild sah etwas seltsam aus. Es lag wohl an der Sonneneinstrahlung. Wo er gerade daran dachte, die Sonneneinstrahlung kam ihm auf einmal tatsächlich falsch vor. Beginne ich wahnsinnig zu werden? César schüttelte den Kopf. Was war nur los mit ihm? Er wollte sich schon von dem Spiegel abwenden, aber etwas ließ ihn einfach nicht los. Irgendetwas kam ihm daran falsch vor. Es ist ein ganz gewöhnlicher Spiegel, César. Er steht dort schon sein fünf Jahren. Genau. Ein gewöhnlicher Spiegel. Er drückte dagegen. Und stürzte hinein.

Alles drehte sich um ihn. Ein Rauschen, wie der Kongofluss. So musste sich Pierre Muleles Rumpf gefühlt haben, als man ihn dort hineinwarf. Nachdem man ihn seiner Genitalien und der anderen Körperteile „enteignet“ hatte. Ihm wurde ein wenig übel. Träumte er oder war das die Realität? Alles drehte sich.

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Er wurde sich bewusst, dass er saß. Auf einem Boden, der sich absolut fremd für ihn anfühlte. Sein Schädel dröhnte. Er hörte eine Stimme. Zunächst undeutlich. Dann deutlicher: „Wo zum Teufel bin ich?“ Das fragte er sich auch. Eine zweite, andere Stimme erklang: „Scheiße, bist du etwa blond?“ Das ergab wiederum überhaupt keinen Sinn. César war vollkommen verwirrt. Er versuchte seine Gedanken ein wenig zu ordnen. Beide Stimmen sprachen Lingala, obwohl ihre Akzente eindeutig nicht kongolesisch waren. In dieser Hinsicht kannte er sich aus. Er war Sprachlehrer. Er räusperte sich: „Guten Tag, meine Herren! Mein Name ist César. Weiß jemand von ihnen, was hier gerade geschieht?“
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Behind The Mirror - The Game Empty Re: Behind The Mirror - The Game

Beitrag von Lucat am Do Apr 10 2014, 21:10

Joachim öffnete die Augen und sah Finsternis. Ja, die kam ihm irgendwie bekannt vor. Er lag auf dem Rücken. Es fühlte sich unbequem und  feucht an. „Was ist passiert?“, musste er sich fragen und griff sich an die Stirn, die ihm mit einem pochenden Schmerz antwortete.
Er konnte sich noch daran erinnern, wie er seinen Wagen im Hinterhof der Kanzlei abgesperrt hatte. Die Fassade des Gebäudes in dem er seit kurzem arbeitete, sollte einen neuen Anstrich bekommen. Seit Anfang der Woche versperrte ihm daher ein Gerüst den direkten Weg zum Haupteingang. Stattdessen war er gezwungen einen Umweg zu nehmen, indem er den Hof über die Zufahrt verließ und um das gesamte Nachbargebäude lief. Seine Arbeitskollegen murrten jeden Morgen heftig, doch Joachim störte der Umweg wenig. Er war schon immer der Typ, der lieber zu Fuß ging. Dann bemerke er wenigstens wenn sich etwas verändere, erklärte er seinen Arbeitskollegen, wann immer sie ihn nur sichtlich genervt und ungläubig anschauten.

Er hatte soeben die Einfahrt verlassen und war bereits halb um das Nachbargebäude herumgelaufen, als ihm einige antike Möbel auffielen, die geordnet auf dem Fußweg standen. Ein großer Transportlaster mit heruntergelassener Rampe und blinkenden Warnleuchten parkte daneben. Zwei wuchtige Männer, einer mit Glatze und einer mit Mütze, luden fleißig ein, was sich noch auf dem Weg befand. Da war Joachim eingefallen, dass sich dort ein kleiner Antiquitätenladen befunden hatte. Scheinbar stand die Zeit nicht einmal in einer historisch so bedeutsamen Stadt wie Wien still und der Besitzer musste schließen, oder war schlichtweg verstorben. Irgendwie reute es ihn plötzlich, dass er sich das Geschäft noch nie angeschaut hatte. Während er etwas melancholisch wurde, fiel ihm ein wunderschöner, gigantischer Spiegel auf, den der kahlköpfige Mann mühevoll zu heben versuchte. Der Spiegel war sicherlich zwei Meter hoch und breit, schmuckvoll mit einem goldenen Blumenmuster verziert und offensichtlich sehr schwer. Während sein Kollege oben auf der Rampe stand und breit grinste, hatte der glatzköpfige Mann Probleme die kostbare Antiquität zu bewegen. Während Joachim auf die Männer zuging, befand auch er, dass die vergeblichen Versuche des glatzköpfigen Mannes den Spiegel zu bewegen etwas humorvolles an sich hatten. Für ihn war es schwer vorstellbar gewesen,  dass jemand der von Beruf Möbel schleppte, so offensichtliche Probleme mit einem einfachen Spiegel haben könnte. Doch kurz nachdem er den Gedanken zu Ende gebracht hatte, reute es ihn bereits nur zuzusehen und nicht zu helfen. Kurzerhand hatte er den Entschluss gefasst dem kahlköpfigen Mann zu Hilfe zu eilen. »Lassen sie mich ihnen kurz aushelfen«, hatte er ihm zugerufen und war mit zwei großen Sätzen zu diesem hinübergeilt. Die Aktentasche hatte er an den Hinterreifen des Lastwagens gestellt und den Spiegel auf einer Seite angepackt, noch ehe sein Gegenüber wusste was Sache war. »Danke«, hatte dieser ihm sichtlich überrumpelt und hörbar beschämt erwidert. Auch ihm musste klar sein, dass ein stämmiger Mann wie er eigentlich keine so großen Probleme mit diesem Spiegel haben sollte.
Zusammen hoben sie den Rahmen des Spiegels vom Boden und schlagartig wurde Joachim das immense Gewicht der Antiquität klar. Nunmehr war es für ihn nicht verwunderlich, wie ein Mann, wesentlich kräftiger als er selbst, dieses Ding nicht alleine stemmen konnte. Er selbst hatte seine Seite kaum halten können, wollte aber keine Schwäche zeigen und biss die Zähne zusammen. Gemeinsam und mit kleinen Schritten trugen sie den Spiegel vom Gehweg die Rampe hinauf. Der Mann mit Mütze verließ seinen Posten sehr schnell, scheinbar durch den Einsatz eines zufälligen Passanten motiviert, machte sich daran eine Kommode vom Gehweg zu holen. Mit vereinten Kräften gelang es Joachim und dem kahlköpfigen Mann schließlich, den Spiegel bis zum Ende der Rampe zu tragen. Etwas schief, dafür aber mit einem lauten Rumsen hatten sie ihn auf die metallische Rampe gestellt. »Ich hol‹ mal schnell ne‹ Decke für den Spiegel und dann stellen wir den gleich rein«, hatte sein neuer Bekannter zu ihm gemeint und war sogleich in den Lastwagen verschwunden.  Nachdem Joachim kurz zu Atem gekommen war, ist ihm eine milchig weiße Trübung des Glases aufgefallen. Er hatte sich nur kurz vor den Spiegel gestellt um diese näher zu untersuchen, da kam ihm mit einem Mal der gesamte Spiegel entgegen. Es war zu spät zu reagieren, Joachim schloss vor Schreck nur noch die Augen und riss beide Arme zum Schutz hoch. Für einen Moment hatte es sich so angefühlt, als würde ihn etwas fest erfassen und zu sich ziehen. Joachim glaubte, dass der Spiegel ihn mit seinem Gewicht wohl zu Boden drücken musste, doch dann kam nichts. Für etwa fünf Sekunden war er wie gebannt und stand nur mit hochgerissenen Armen an Ort und Stelle. Als er die Augen schließlich zweifelnd öffnete, da war er hier. Schwärze und Finsternis umgaben ihn und er wusste nicht wie ihm geschah.

Da dämmerte Joachim allmählich warum er wohl auf dem Boden lag. Er tastete zunächst mit seinen Händen, dann mit seinen Füßen um sich. Genau vor ihm stieß er auf Widerstand und in seinem Kopf setzte sich Stück für Stück die Geschichte zusammen. Vorsichtig richtete er sich auf und griff sich noch einmal an die Stirn. Er spürte kein warmes Blut, nur eine Beule auf seiner ausgekühlten Haut. Zum Glück war es nicht schlimmer. Gleich in den ersten Minuten muss die Panik eingesetzt haben. Seit Kindestagen hatte er höllische Angst vor der Dunkelheit und wurde diese Angst nie los.
Üblicherweise begann er dann damit kopflos und überstürzt zu flüchten und nach einer Lichtquelle zu suchen. „Scheinbar ist es nicht sehr intelligent in absoluter Finsternis herumzurennen wie ein Irrer“, witzelte er mit angebrochener Stimme und konnte sich ein kleines Lächeln nicht verkneifen.
Dieses verging ihm jedoch wieder sehr schnell, als er realisierte in welcher Situation er sich befand. Ihm war schwindelig, das merkte er auch ohne Dinge verschwommen sehen zu können. Er tastete sich daher an der kühlen Rinde des Baumstamms vor sich entlang und ließ sich mit dem Rücken daran zu Boden sinken. „Das ist ein Wald“, schlussfolgerte er mit dem einzig klaren Gedanken, der in diesem Moment durch seinen Kopf drang, „Aber warum ist hier kein Licht? Wenn es Nacht wäre, dann müsste man dann nicht wenigstens irgendetwas erkennen? Sterne oder den Mond? Sogar durch Wolken hindurch müsste man doch etwas ausmachen können.“ Joachim spürte wie die Kälte ihn unbarmherzig umgriff. Er fand keine Worte dafür, wie sehr er seinen ansonsten so verhassten, billigen Polyesteranzug gerade liebte. Wenigstens hielt der die Wärme an seinem Körper, so gut es möglich war. „Hallo, ist hier jemand?!“, rief er verzweifelt in die Dunkelheit hinein und bekam keine Antwort. Wieder und wieder rief er, doch es kam nichts zurück.
Gefühlte Stunden verharrte schließlich am Baumstamm sitzend und konnte regelrecht spüren, wie die Kälte ihm die Hosenbeine hinauf kroch und jeden flüchtigen Fetzen Wärme verschlang. Er hatte schon aufgegeben zu rufen und wollte seine Kräfte schonen. „Ist das mein Ende? Ist das die Hölle?“, grübelte er. Auf einmal glaubte er jedoch eine Stimme in näherer Distanz zu vernehmen. „...zu...Teufel...“, glaubte er sie sagen zu hören. Seine Augen tasteten suchend aber erfolglos durch die Schwärze, doch seine Sinne schärften sich hoffnungsvoll. Er zwar nichts ausmachen, vernahm aber plötzlich eine zweite Stimme: „Scheiße, bist du etwa blond?“
„Das ist ein Mensch!“, schrie er innerlich mit Jubel auf, „Nur Menschen können so schön fluchen!“ Sogleich kam mit einem Mal eine dritte Stimme hinzu: „Guten Tag, meine Herren! Mein Name ist César. Weiß jemand von ihnen, was hier gerade geschieht?“
Nach kurzer Überlegung was er sagen wollte, sog Joachim mit aller Kraft die kühle Luft des Waldes in seine Lungen und rief in Richtung der Stimmen: „Ich bin zwar nicht blond und habe keinen Plan was hier los ist, aber wenn ihr echt seid, dann antworte mir doch bitte!


Zuletzt von Lucat am Fr Apr 11 2014, 12:28 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Behind The Mirror - The Game Empty Re: Behind The Mirror - The Game

Beitrag von Elli am Do Apr 10 2014, 21:33

"21, 22, 23" laut atmete Katrin aus, als sie ihre letzte Dehnübung absolvierte und einen Blick auf ihre Garmin-Uhr warf. Das sportliche Utensil an ihrem Handgelenk zeigte ihr neben ihrem Puls, auch die Distanz an, welche sie zurückgelegt hatte, ebenso wie die Zeit, die sie für eben jene Strecke benötigt hatte. Sie hatte ein gutes Gefühl und betrachtete mit Freude ihre erbrachte Leistung. Die Dehnungspause hatte ihre Pulsfrequenz wieder beruhigt und sie fühlte sich fit für eine weitere Runde - dem Halbmarathon sollte nichts mehr im Wege stehen.
Sie schnaufte noch einmal durch, bevor sie locker loslief - und einer inneren Eingebung folgend - dem Waldpfad folgte, statt ihrem üblichen durch die Siedlung. Die Musik aus ihrem I-Pod dröhnte in ihren Ohren und sie passte ihren Schrittrythmus dem Bass an.
Ruhig und entspannt atmend legte sie eine gute Strecke zurück, bevor sie einen kleinen Trimm-Dich-Parcour entdeckte. Sie zuckte mit den Schultern und ging an die erste Station an der sie einige Klimmzüge absolvierte. An der letzten Station waren Liegestütze dran, auf welche sie verzichtete und sich lieber dem Laufen zu wenden wollte. Sie erschrak als neben ihr eine Ente aus dem Dichicht gewatschelt kam und offenbar nachsehen wollte, wer die wäldliche Idylle stören wollte. Es schien fast als blickte sie das Tier empört an und die junge Frau ging lachend in die Hocke um das sich den Wasservogel näher zu betrachten, welcher ihr den HIntern zudrehte und in das Dickicht wackelte aus dem er gekommen war.
Sie zog an ihren Kopfhörern, bis die In-Ear-Hörer mit einem leisen "Plopp", aus der Ohrmuschel lösten und schaltet mit einem kurzen Klicken die Musik aus.
Sie sah dem Burzel hinterher bis er verschwunden war und begann sich zu fragen, was eine Ente wohl in einem Wald zu suchen hatte - schließlich war es eine Ente und kein Reh.
Schließlich stand sie wieder auf, nicht ohne den protestierten Schmerz in ihrem Fuß zu spüren, weshalb sie entnervt die Augen verdrehte. Sie schüttelte den Fuß leicht aus und trat auf - erfreut stellte sie dabei fest, dass sie keine Schmerzen hatte und es wohl nur an der ungewohnten Haltung gelegen hatte.
Den Busch vor ihr leicht zu Seite schiebend betrat sie plötzlich eine Lichtung. Überrascht sah sie sich um und betrachtete das Licht welches sich sanft durch die grünen Baumwipfel brach und sich auf der Oberfläche eines kleinen Sees spiegelte.
Katrin war schon immer ein Naturmensch gewesen und sie wollte diesen Anblick in aller Ruhe genießen. Mitten auf der Wasseroberfläche sah sie nun die Ente von eben, die mit einer Schar Küken unterwegs war.
Katrin ging näher an das Wasser heran und betrachte die Tiere auf dem Wasser bei ihren ersten Gründelversuchen. Eines der Jungtiere nahm sie wahr und paddelte auf Katrin zu. Wieder ging sie in die Hocke und hielt dem kleinen Tier die Hand hin, welches zaghaft mit dem kleinen Schnabel nach den Fingern schnappte. Ein lautes Quaken durchbrach die Stille, als bemerkt wurde, was der Nachwuchs da anstellte.
Katrin ließ langsam die Hand sinken um den gelben Flauschball vor ihr nicht zu erschrecken und tauchte ihre Finger dabei ins Wasser. Zum ersten Mal besah sie sich das Wasser genauer und brauchte einen Moment um zu verstehen, dass etwas nicht stimmte. Dann begriff sie allerdings - sie spiegelte sich nicht in der Oberfläche. Nichts spiegelte sich darin. Sie runzelte verwundert die Stirn und wollte ihre Hand in Sicherheit bringen, als ein Ruck sie durchfuhr und ins Wasser zog, ohne das sie etwas daran hätte ändern können.
Sie schrie auf und die Ente auf der Mitte des kleinen Sees stellte zufrieden fest, dass die potentielle Bedrohnung ihre Nachwuches verschwunden war.

________________________________________________________________________________________

Katrin hielt die Augen geschlossen, als sie wieder zu sich kam. Sie erinnerte sich nur zu gut, an das was gerade geschehen war und sie hatte Angst herauszufinden was GENAU geschehen war.
Vorsichtig (und hoffentlich unauffällig!) ertastete sie den Boden unter sich Waldboden. Sie war also noch in dem Wald - das verbuchte sie als positives Zeichen. Als sie plötzlich Stimmen vernahm zuckte sie deutlich zusammen und riss dennoch die Augen auf und sah - nichts.
Es war Dunkel. Wie lange hatte sie neben dem See gelegen? Stunden? Es musste wieder Nacht sein und sie war früh am Morgen zum joggen aufgebrochen.
Langsam setzte sie sich auf. "Hallo....?" fragte sie zaghaft in das Dunkel.



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Behind The Mirror - The Game Empty Re: Behind The Mirror - The Game

Beitrag von Vierna am Do Apr 10 2014, 22:54

"Was soll denn der Scheiß? Seid ihr alle zu blöd zum zocken?", fluchte Jamie laut. Nun war sie schon die siebzehnte Runde hintereinander in ein Spiel gekommen, in dem nur Hacker herumliefen, Gegner, die sich einfach nicht erschießen ließen. Wütend beschloss sie, weitere Call of Duty Runden für heute sein zu lassen und fuhr den Computer herunter. Wie sie diese Cheater hasste. Was war denn so toll daran, unsterblich über die Map zu laufen? Das war doch total langweilig! Nicht zu vergessen, dass es allen anderen Spieler tierisch auf die Nerven ging.
"Na, wieder mal nichts getroffen?", witzelte der junge Mann mit den schulterlangen schwarzen Haaren, der gerade seinen Kopf zur Tür hereingestreckt hatte. Jamie seufzte genervt. "Provozier mich jetzt nicht, Valle. Was willst du?"
"Wollte nur fragen, ob du heute Nachmittag da bist, wir würden 'ne Bandprobe einschieben."
Sie warf einen kurzen Blick auf ihren Wandkalender und schüttelte den Kopf. "Ne, muss demnächst rüber in den Laden. Können wir die Probe nicht auf heute Abend verschieben?"
"Keine Ahnung, ich frag mal die anderen", erwiderte Valentin schulterzuckend und verschwand wieder.
Erneut seufzend ließ sich Jamie tiefer in ihren Stuhl sinken und sah auf die Uhr. Sie hatte zwar noch Zeit, bis ihre Schicht anfing, aber es hatte bestimmt niemand etwas dagegen, wenn sie etwas früher aufkreuzte. Zum weiterzocken war sie schlicht zu aufgebracht, außerdem war ihr Computer sowieso schon heruntergefahren. Und für etwas anderes konnte sie sich im Moment einfach nicht begeistern.
Schließlich rappelte sie sich auf, schwang sich ihre Tasche über die Schulter und verließ das Zimmer. "Hey Valle, ich bin dann schon mal weg. Sollte so um halb acht wieder da sein."
"Alles klar. Schau aber bitte, dass du heute keine Überstunden machst, wir haben die Probe extra auf acht zurückverlegt", kam die Antwort aus der Küche.
Lächelnd stieg Jamie in ihre Stiefel, warf sich ihren Mantel über und verließ die Wohnung.
Bis zum Borderline, dem Laden, in dem sie arbeitete, waren es nur 10 Minuten zu Fuß. Eigentlich kein Problem, konnte aber unangenehm sein, wenn es regnete und dazu heftig windete, wie an diesem Tag.
Völlig durchnässt kam Jamie schließlich im Laden an.
Es war ein ganz normaler Arbeitstag. Jamie war die ganze Zeit beschäftigt, und so wurde es im Handumdrehen Abend.
Vorsichtig ging sie die Stufen zum lager hinunter, um ihr Zeug zu holen und lehnte sich erschöpft gegen eine Reihe Kartons, offenbar jedoch mit etwas zu viel Gewicht. Ehe sie überhaupt begriffen hatte, was gerade passiert war, hatten sich die Kartons überall auf dem Boden verteilt. Oh nein!, stöhnte sie innerlich. Jetzt müssen die anderen doch auf mich warten.
Sie begann gerade, die Kartons wieder zu stapeln, als ihr blick auf einen großen, alten Wandspiegel fiel. Wo kommt der denn her?, fragte sie sich verwirrt. Sie konnte sich nicht erinnern, ihn schon einmal hier gesehen zu haben. Vermutlich hatten ihn die Kartons die ganze Zeit verdeckt. So schnell sie konnte, sammelte sie die restlichen Kartons und stapelte sie an der Wand gegenüber. Wenn es hier unten schon so einen schönen Spiegel gab, musste man ihn ja nicht unbedingt verdecken. Sie zog sich ihren Mantel über und betrachtete ihr Spiegelbild. Der knielange schwarze Mantel ließ sie etwas größer wirken, als sie wirklich war, das rote Haar fiel ihr in leichten Locken bis zu den Hüften und bildete einen harten Kontrast zu ihren schwarzen Klamotten. Und ihre Augen... Moment.
Irgendwie konnte sie ihre Augen nicht wirklich gut erkennen. Als wäre der Spiegel an dieser Stelle trüb und milchig. Sie ging in die Hocke, doch auch dort sah die Oberfläche nicht mehr so klar aus, wie gerade eben noch. Stirnrunzelnd hauchte Jamie dagegen und ob ihren Arm, um die Scheibe zu reinigen. Fast hätte sie aufgeschrien, als ihre Hand einfach im Spiegel verschwand. Erschrocken zog sie sie zurück. Was war das denn gerade eben gewesen?
Vorsichtig stupste sie die Scheibe an, die sich darauf wie Wasser zu kräuseln begann. Wirklich seltsam, dachte sie, und schob ihren ganzen Arm durch den Spiegel. Auf der anderen Seite war es kalt. Verwirrt zog sie ihren Arm wieder zurück und streckte neugierig ihren Kopf hindurch. Allerdings konnte sie nichts erkennen. Alles war dunkel. Kopfschüttelnd wollte sie wieder zurückgehen, wobei sie jedoch über ihre Tasche stolperte, das Gleichgewicht verlor und mit einem leisen Aufschrei direkt in den Spiegel fiel.

________________________________________________________________________________________________________

Das erste, das sie spürte, war die Kälte, wie schon zuvor auf ihrer Hand. Das nächste war etwas weiches, auf dem ihr Gesicht lag. Verwirrt öffnete sie die Augen. Erkennen konnte sie jedoch nichts, dafür war es zu dunkel. Erst jetzt bemerkte sie, dass sie auf dem Boden lag, und rappelte sich langsam auf. Was zur Hölle? Vorsichtig tastete sie die Umgebung um sich herum ab. Offenbar war sie irgendwie in irgendeinem Wald gelandet. Und sie war nicht alleine! Durch die Bäume waren aus nicht allzu weiter Entfernung mehrere Stimmen zu hören.
"Hey! Wer auch immer da ist, kann mir jemand sagen, wo ich bin?", rief sie in die Dunkelheit und machte sich auf den Weg in die Richtung aus der die Stimmen kamen.

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Beitrag von Azrael am Fr Apr 11 2014, 11:11

Lucas zuckte zusammen, als er plötzlich eine Stimme aus der Dunkelheit hörte. Eine Stimme, die er nicht kannte und schon gar nicht erwartet hatte.
Ob er blond war? Was war denn das für eine dämliche Frage. "Ja, bin ich." knurrte er als Antwort. "Was stört dich daran?" Kritik von jemandem, den er nicht kannte und im Moment nicht mal sah, konnte er ja so gar nicht vertragen. Schon gar nicht wegen so etwas verhältnismässig unveränderlichem, wie seine Haarfarbe.

Wie verrückt war das eigentlich? Er hockte irgendwo im Dunkeln, wusste nicht, wie er dahin gekommen war und wo er überhaupt war und jemand beschwerte sich über seine Haarfarbe?

Und dann war da noch eine Stimme. Eine sehr höfliche. "Ich bin Lucas und habe keinen blassen Schimmer." antwortete er in die Dunkelheit.
Die Frage war ja auch immer noch: WO waren sie?

Und wieviele? Eine weitere Stimme klang zusätzlich aus der Dunkelheit, schien aber noch ein paar Schritte von ihnen entfernt zu sein.
Aus der anderen Richtung tönte ein ängstliches "Hallo". Vermutlich weiblich.

"Hat mal jemand Feuer?" Längst hatte er seine Hände in die Hosentaschen geschoben, aber leider waren diese leer. Wenn er den erwischte, der seine nützlichsten Gegenstände geklaut hatte, dem würde er eine Lektion erteilen. Eine, die sich gewaschen hatte. Alles, was er so brauchte, war in seinen Hosentaschen. Die schwarze Cargohose, die er gewöhnlich trug, hatte mehrere davon und alle waren erschreckend leer und sauber. Nicht einmal mehr Krümel befanden sich darin.

Ganz plötzlich erschien in der Ferne ein kleines, schimmerndes Licht. Es sah mehr aus, wie ein Glühwürmchen, schien aber wenigstens näher zu kommen. Sehr langsam allerdings. Oder war es nur noch so weit weg, dass es klein wirkte, aber doch gross war?
Da er sonst nichts anderes sah, blickte Lucas einfach dem Licht entgegen.
Eine weitere Stimme hinter ihm verlangte zu wissen, wo sie war. Eine eindeutig weibliche Stimme. Mit der kommunizierte er doch weitaus lieber, als mit einer kritisierenden, männlichen.
"Komm her, wir sind hier." rief er und fügte leiser hinzu: " wo auch immer es ist..."

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Beitrag von Leo am Fr Apr 11 2014, 11:34

Er war also blond.
Scheiße. Veränderung. Am liebsten hätte Gunnar seine Karten verbrannt, aber wer immer da in der Dunkelheit sein Feuerzeug angemacht hatte, er oder sie war zu weit weg dafür. „Ach, stört mich nicht direkt, nur … ach, egal. Lange Geschichte“, brummelte er. Mist.
Die ganzen Stimmen waren ein bisschen zu viel für Gunnar. Sie kamen scheinbar aus allen Richtungen zugleich (es war gar nicht leicht, im Dunkeln Richtungen abzuschätzen!) und alle klangen sie unterschiedlich, obwohl alle norwegisch sprachen. Nur mit unterschiedlichsten Akzenten, von denen er die wenigsten einordnen konnte. Und irgendwie schienen sich alle zu wundern, wo sie waren, was sie hier taten und was das alles sollte. Toll. Also genau wie er selbst.
Halt! War das nicht eben eine Frauenstimme? Mit einem zaghaften „Hallo …?“
In Gunnar erwachte der Beschützerinstinkt eines Familienvaters. Fast hätte er gerufen „Lasst mich euch helfen, holde Maid!“ oder etwas ähnlich schwülstiges, aber das klang dann doch zu schräg. Er setzte sich vorsichtig auf und versuchte, im Stockdunklen seine Füße richtig zu koordinieren (mehr Licht wäre echt schön gewesen), stand schließlich wackelig auf und tastete sich vorsichtig voran, um niemandem versehentlich irgendwohin zu treten. „Keine Angst, Kleine, keiner tut dir hier was!“ Hoffentlich sprach er davon auch im Sinne aller hier. „Darf man deinen Namen erfahren? Keine Lust, dich immer nur ‚Kleine‘ zu nennen, Kleine!

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Beitrag von Elli am Fr Apr 11 2014, 11:50

Katrin wusste nicht so recht was sie machen sollte. Einer der Männerstimmen kam auf sie zu, doch schien nichts bedrohliches von ihr auszugehen. Dennoch setzte sie sich zaghaft auf und zog ihre Beine unters Kinn. Ihr war nicht nur wegen der Umgebung kalt - auch schien ihr Inneres wie erfroren.
Himmel, was ist bloß passiert? Was ist das für eine kranke Scheiße hier? dachte sie daher, immerhin gab es mehr als einen Horrofilm (welche sie nur zu gerne sah), die in einem Wald begannen. Jugendliche in einer Hütte im Wald. Gut, sie war nicht mehr Jugendlich und die Männerstimme die auf sie zukam klang auch, als sei sie ein paar Jährchen älter. Andererseits waren es bei The Hill have eyes auch keine Jugendlichen gewesen, die getötet hatten, was bei drei nicht auf dem Baum (oder in der Wüste vielleicht eher Kaktus) gewesen war.
Sie nahm all ihren Mut zusammen und antwortete "Ich bin auch immerhin fast 1,70 m groß. Kleine passt da nicht wirklich."
Sportlich wie sie war, legte sie Wert auf ihr Äußeres. Klein war sie für eine Frau nicht - fand sie.
"Katrin. Katrin ohne H." Der alte Kalauer, der in ihrem Freundeskreis auch nach Jahren immer noch für Lacher sorgte, kam ihr leicht von den Lippen - obwohl sie merkte das feine Gänsehaut Besitz von ihr ergriff.
"Was ist denn passiert? War ich ohnmächtig? ...und was mich noch viel eher interessiert...wer bist du?"

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Beitrag von Vierna am Fr Apr 11 2014, 12:10

War das... hatte ihr die Stimme eben geantwortet? Da hatte sie wohl Glück im Unglück gehabt. Die Sprache war eindeutig Englisch, wenn auch nicht mit schottischem Akzent. Aber immerhin würden sie sich verständigen können. Vorsichtig setzte sie einen Fuß vor den anderen. Es war wirklich nicht leicht, sich in dieser Dunkelheit zurechtzufinden. Einmal mehr im Leben wünschte sie sich, eine Katze zu sein. Dann könnte sie jetzt sehen, was vor ihr lag. Und könnte den ganzen Tag faul herumliegen. Und hätte definitiv einen besseren Gleichgewichtssinn. Prompt als sie daran dachte, verhedderte sie sich mit dem Fuß in einer Baumwurzel, verlor das Gleichgewicht und schürfte sich, beim Versuch, den Sturz abzufangen, die Handflächen auf.
Scheiße! Was ist das hier für ein Mist?
Unbeholfen rappelte sie sich wieder auf und tastete sich langsam voran. "Wo sind wir hier nur? Und wer bist du überhaupt?", rief sie dann in die Richtung, aus der die Stimme gesprochen hatte. "Mein Name ist Jamie und ich glaube, ich bin durch einen Spiegel gefallen..."
Sie stockte. Wie bescheuert sich das anhört!

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Beitrag von Leo am Fr Apr 11 2014, 13:02

Gunnar tastete sich noch ein paar Schritte weiter in die Richtung der Stimme, befand dann aber, dass das zu nichts führte, und ließ sich wieder auf den Waldboden sinken. Hier könnte man echt mal ein paar Straßenlaternen gebrauchen. Und Wärmestrahler gleich dazu. Wenn das hier tatsächlich ein Wald in Norwegen war (und mittlerweile kamen ihm daran ernste Zweifel), dann einer der ungemütlichsten, den er je kennenlernen durfte. Er verschränkte die Arme.
Er lachte gutmütig, als er die Antwort der Kleinen vernahm. 1m 70. Niedlich. „Kleine, ich bin fast 2 Meter groß, also passt der Name schon, nicht wahr? Wenn ich es sage, wenigstens.
Dann stutzte er. „Katrin ohne H? Das ist kein norwegischer Name.“ Nein, klang eher … deutsch? Na, das passte immerhin zu ihrem Akzent. Komisch, dass sie überhaupt seine Sprache beherrschte. Die meisten Deutschen in Norwegen sprachen ihn auf Englisch an oder gleich auf Deutsch, wenn sie besonders dreist waren. Dummerweise konnte Gunnar nur ein paar Brocken Deutsch und Englisch auch nicht so besonders gut, deshalb war Verständigung mit Deutschen immer eine heikle Sache. „Bist aus Deutschland, kleine Katrin, was? Ich bin der Gunnar, freut mich.“ Er streckte die Hand ins Dunkel, zu spät fiel ihm ein, dass diese Geste wohl eher unbemerkt bleiben würde. „Aber ob du ohnmächtig warst, kleine Katrin, das weiß ich echt nicht, ich seh dich ja nicht mal.“ Gunnar gluckste. Ein interessantes Gespräch, so völlig im Dunkeln. Fast so was wie ein Blind Date, wörtlich genommen.

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Beitrag von Lucat am Fr Apr 11 2014, 13:13

Joachim konnte mehr und mehr Stimmen hören. Allesamt durchbrachen sie die Stille der Finsternis in nicht weiter Ferne. Jede von ihnen schien menschlich und zu klar, um bloße Einbildung zu sein. Alle klangen sie verwirrt, manche mehr als andere. Davon waren einige männlich, andere deutlich weiblich. Doch obwohl er glaubte laut genug gerufen zu haben, kam ihm keine Antwort entgegen. Für einen Moment zweifelte er daher an seinen Sinnen. Konnte es sein, dass er sich die Stimmen einbildete? Eines war im bewusst: Wo auch immer er war, sicherlich war es nicht Wien. Wie sollte er auch wissen, was diese Stimmen waren. Womöglich spielte ihm sein Kopf einen Streich. Er war nicht gerade wenig kraftvoll gegen einen Baum gelaufen. Wie konnte er sicher sein, dass sein Gehirn noch ordentlich funktionierte?
„Nein, nein! Das ist Blödsinn!“, zischte er sich in Gedanken zu, „Ich könnte doch nicht über meinen Geisteszustand sinnieren, wenn mein der Gehirn Püree wäre.“ Die Stimmen waren echt, hielt er deshalb fest. Das war die einzig logische Schlussfolgerung. Sie hatten ihn bloß nicht gehört, oder in ihrer eigenen Verwirrung nicht zur Kenntnis genommen. Was auch immer sich hier abspielte, offensichtlich war er als erster in dieser Dunkelheit gelandet. Er wusste nicht wie viel früher er hier war. Womöglich waren es Minuten, womöglich Stunden. Gefühlt war eine Ewigkeit vergangen, doch er wusste wie tükisch die subjektive Einschätzung in solchen Fällen war. Zumindest aber hatte er bereits die Chance erhalten sich etwas zu akklimatisieren. „Akklimatisieren“, lächelte er spöttisch, „Erfrieren ist wohl eher der Fall.

Mit einem Mal verspürte er eine Art innere Ruhe und jedwede Verspannung löste sich aus Joachims Gesicht. Er erkannte, was seine Optionen waren. Die Stimmen fuhren mit ihrem Gespräch fort, doch er machte sich nicht die Mühe zu verstehen was sie sagten. Für einen Augenblick saß er so in aller Stille und sammelte seine Kräfte, ehe er sich am Baumstamm hinter ihm abstützte und aufrichtete. Beinahe fiel er dabei und stürzte mit der linken Schulter wuchtig gegen den Baum. Sein Kopf hat sich vom Zusammenstoß wohl nicht so sehr erholt, wie er gemeint hatte. Es half alles nichts. Entweder würde er auf die Stimmen zugehen, oder von ihnen weg. Als er nun stand, da wollte er zumindest nicht kampflos auf die gnadenlose Kälte warten. Er gab sich daher nur diese zwei Chancen und sicherlich wollte er seine womöglich letzten Stunden nicht alleine verbringen. Gleich ob er nun echte Menschen finden würde, oder lediglich einer Täuschung seines verletzten Verstandes nachgebe, er war fest entschlossen es darauf ankommen zu lassen. Noch leicht schummerig im Kopf, stolperte er in Richtung der Stimmen los. Er richtete seine Augen nach unten, wenngleich er nichts sehen konnte. Irgendwie, so bildete er sich ein, würde er dann aber nicht so leicht stürzen. So ging es ein paar Schritte, als er mit einem Mal glaubte, ein kleines Lichtlein aus dem Augenwinkel zu sichten. Ohne Zögern war er den Blick in Richtung der vermeintlichen Sichtung. Die Erleichterung, die er sogleich verspürte war immens. In der Tat schien dort etwas zu sein, klein und wie ein Glühwürmchen tänzelte es in Richtung der Stimmen. Es war also doch nicht alles Finsternis, die ihn in diesem Wald umgab. Joachim kam nicht umhin sich zu fragen: „Habe ich mir alles wieder einmal zu düster ausgemalt?“
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Beitrag von Mini Drachin am Fr Apr 11 2014, 13:52

Der Spiegel war ziemlich hübsch. Schöne schnörkel drumherum, aber irgendwie zu klein. Sie brauchte keinen Handspiegel. Rhania schlenderte weiter über den Flomarkt und betrachtete all die schönen Sachen, die Menschen nicht mehr haben wollten. Sie hatte auf dem Heimweg von der Schule gesehen, dass wieder ein Flohmarkt war und sich nach dem Essen gleich auf den Weg gemacht, damit sie möglichst viel Zeit hatte alles anzusehen. Viel Schmuck gab es heute, wenige obskure Sachen. Rhania stubste ihren roten Luftballon an und lief weiter. Da erregte etwas ihre Aufmerksamkeit: Wieder ein Spiegel, aber diesesmal bemerkte sie ihn nicht, weil er sehr kunstvoll war oder pompös - groß war er schon, etwa so groß wie sie, was aber nicht besonders schwer war - aber er schien ganz leicht zu leuchten. Sie steuerte grob in seine Richtung und betrachtete alles was auf dem Weg so zu finden war an Skurilitäten. Als sie schließlich bei dem Spiegel angekommen war musste sie feststellen, dass er garnicht spiegelte. er war matt und milchig. Sie sah nach dem Besitzer des Spiegels, aber der schien sie garnicht zu bemerken, er verhandelte mir jemand anderem über den Preis einer schlichten Teekanne.
Der Rahmen des Spiegels sah auch seltsam aus, sie konnte nicht ganz einschätzen aus was er war. vorsichtig berührte sie den Rand, er war seltsam warm und weich, fast wie Haut. Irritiert zog sie ihre Hand zurück, aber der Spiegel - oder nicht-Spiegel? - blieb gänzlich unbeeindruckt. Rhania sah sich nochmals um. Niemand nam Notiz von ihr, als wäre sie garnicht da.
Sie streichelte den Spiegel wieder, er war tatsächlich warm und das Material war vermutlich Leder, hellbraunes Leder. Aber der Spiegel stand noch nicht einmal in der Sonne, warum war er also so warm? Sie fuhr am Rand entlang und bemerkte, dass er auf der innenseite wäremer war, als außen. Kam die Wärme von der Spiegelfläche? Sie wollte den Besitzer fragen, aber der feilschte immernoch wegen der Kanne.
Rhania sah sich die Rückseite des Spiegels an. Der sah ganz normal aus, so wie Spiegel nunmal aussehen von hinten. Sie stellte sich wieder davor. Jeder andere wäre warscheinlich einfach weitergegangen, aber es interesierte sie zusehr, es war so faszinierend. Nur kurz um zu sehen, ob ihre Vermutung stimmte tippte sie die Spiegelfläche an. Sie war tatsächlich warm, aber das war nicht das seltsamste - Sie bot keinen Widerstand. Als sie ihren Finger wieder zurückzog blieb ein stück Spiegel an ihr Kleben und auf der restlichen Fläche waren leichte Wellen zu erahnen. Irritiert blickte Sie auf ihren Finger an dem ein Stück spiegel hing. das kleine stückchen schien sich langsam richtung Spiegel zu bewegen. Rhania hielt ihren Finger knapp über die Spiegelfläche und tatsächlich, das kleine Stückchen Spiegel schlüpfte wieder zurück. Sie sah sich nocheinmal um, aber immernoch beachtete sie kein Mensch - Ihr war sogar, als würden genau die gleichen Leute wie gerade an ihr vorbeilaufen. Und die Debatte wegen des Preises schien sich auch zu wiederholen. Rhania drehte sich um und beobachtete die Menschen. Sie liefen alle ganz normal, oder blieben stehen um etwas anzuschaun. Rhania beobachtete weiter, aber je länger sie die Leute beobachtete desto seltsamer fühlte sich die Welt um sie herum an, sie bekam leichte Kopfschmerzen, ihr Augen fühlten sich an, als hätte jemand in völliger dunkelheit plötzlich ein helles Licht angeknipst und sie hörte ein hohes Fiepen. Rhania hielt sich kurz die Ohren zu - das Piepen war eindeutig ein Tinitus. Dann kniff sie die Augen zusammen, weil das seltsame Brennen nicht nachlies; Als sie sie wieder öffnete, weil es besser wurde standen viele Menschen wieder dort, wo sie vor einigen Minuten standen und das Piepen hörte schlagartig auf. Sie konnte hören wie der Verkäufer einen Satz inzwischen wohl zum dritten Mal sagte.
Irgendwas war hier mehr als seltsam. Den Spiegel könnte man noch als Scherzartikel abtun, aber das? Nein. Rhania drehte sich wieder zu dem Spielg um - Und machte entsetz einen Sprung rückwärts. Aus dem Spiegel kam eine Art Hand auf sie zu. Als sie die jedoch ansah ploppte sie wieder zurück in den Spiegel und nur leichte Wellen verrieten noch, dass etwas anders gewesen war.
Rhanias Herz schlug ihr bis zum Hals. Einige quälend lange Momente verharrte sie so und ließ den Spiegel nicht aus den Augen.
Dann ging sie langsam rückwärts von dem Spiegel weg, doch je weiter sie sich entfernte, desto langsamer kam sie sich vor, bis sie sich irgendwann fast nichtmehr bewegen konnte. es war, als wäre ihr Körper mit Seilen oder Bändern festgehalten.
Es war auch als würde nurnoch sie under Spiegel existieren, alles andere um sie herum war verschwommen und undeutlich, auch die Geräusche waren nurmehr ein murmeln wie durch Meterdicke Wände und Kissen.
Rhania war sich nicht sicher wie lange sie so da stand und den Spiegel anstarrte, aber irgendwann nahm sie all ihren Mut zusammen und gin vorsichtig auf den Spiegel zu - zumindest dachte sie, dass sie vorsichtig ging, denn in einem Schritt stand sie wieder direkt vor ihm, auch wenn sie Mindesten fünf oder sechs weggegangen war.
Sie schloss kurz die Augen und atmete tief ein und wieder aus, dann öffnete sie ein uge wieder. Der Spiegel stand immernoch regungslos vor ihr. Langsam streckte sie ihm ihre Hand entgegen, sie bemerkte, dass sie zitterte - und das nicht wenig.
Einige Zentimeter bevor sie den Spiegel berühren würde begannen sich leichte Wellen auf ihm zu bilden, so als würde sie ihre Hand in Wasser tauchen. Kurz bevor sie den Spiegel tatsächlich berührte schoss ihr die - jetzt silbrige - Oberfläche entgegen und umhüllte ihren Arm in wenigen Sekunden. Sie wollte Schrein und sich losreisen, aber kein Laut verlies ihren Mund und so flüssig dieser Spiegel auch aussah, sie konnte ihren Arm kein Stück bewegen, so als wäre der Spiegel tatsächlich aus festem Material. Panisch zog sie und versuchte sich diesem Griff zu entwinden, aber es half nichts, der Spiegel blieb unbarmherzig fest. Rhania wollte sich irgendwo abstützen um mehr Kraft aufwenden zu können, aber das einzige was da war, war dieser Spiegel. Verzweifelt versuchte sie den Rahmen irgendwie zu nutzen aber das war ein Fehler, denn der Rahmen war viel zu schmal und so berührte sie auch dort die Spiegelnde Fläche, die das sofort ausnutze um sich auch ihren zweiten Arm einzuverleiben. Der Spiegel umschlang sogar den an ihrem Handgelenk festgeknoteten Ballon, der jetzt seltsam starr in der Luft hing.
Rhanias Atem war kaum mehr als regelmäßig zu bezeichnen, sie spürte wie sich langsam Tränen anbahnten. sie hatte sich zuwar schon oft überlegt, wie sie vielleicht sterben würde, aber von einem Spiegel gefressen zu werden war eindeutig nicht dabei. Und so bescheuert das Leben auch manchmal war, sie wollte nicht jetzt sterben. Nicht auf einem Flohmarkt.
Ihre Hand fühlte sich inzwischen schon ganz taub an.
Aber moment - sie konnte ihre Finger ausstrecken, nur zurückziehen funktionierte nichtmehr. Vorsichtig versuchte sie ihren Arm ein stück nach vorne zu bewegen - und es funktionierte!
Aber da war es auch schon vorbei mit den guten Nachrichten. Sie konnte sich nur auf den Spiegel zu bewegen.
Besser als hier dumm herumzustehen war es aber trotzdem oder?
Vielleicht musste sie erst einen Schritt nach vorne machen um zwei zurück zu tun, so wie man manchmal einen zurück machen musste um voran zu kommen.
Sie zählte leise bis drei und dann machte sie einen weniger beherzten Schritt als erhofft in den Spiegel hinein.

~~~~~~~~~~~~~~~

Es war eiskalt und nass.
Sie war unter Wasser!
Panisch versuchte sie nach oben zu schwimmen, auch wenn sie sich gerade nicht sicher war, wo überhaupt oben war.
Aber anscheinend war sie in die richtige Richtung geschwommen, denn nach wenigen Schwimmzügen erreichte sie anscheinend die Oberfläche, zumindest spürte sie mit ihrer Hand Luft und kurz darauf auch mit der zweiten und ihrem Kopf. sie schnappte nach Luft und sah sich um. Zumindest wollte sie das, aber es war stockfinster. Sie tastete die Wasseroberfläche nach Land ab, musste allerdings feststellen, dass sie komplett von Land umgeben war. sie hatte anscheinend die einzige Stelle gefunden, die Wasser war um aufzutauchen. Halbwegs erleichtert kletterte sie an Land und lies sich auf dem - Moment war das Laub?
Sie ließ sich auf dem Laubboden nieder. Nachdem sie einige Momente verschnauft hatte setzte sie sich auf. erst jetzt fiel ihr auf, dass sie komplett trocken war. Nichtsdestotrotz war es eher kalt, zumal sie nun auch nicht besonders warm angezogen war. Vorsichtig tastete sie die Stelle ab aus der sie an Land gekommen war, aber das Wasser war restlos verschwunden. nurnoch Laub, Aste, Wurzeln und andere Pflanzen.
Rhania versuchte irgendwas in der dunkelheit zu erkennen, aber nichts. Anscheinend war es wirklich komplett und unnatürlich dunkel. Ein entferntes Gespräch drang an ihre Ohren, zu weit entfernt um es zu versehen, aber das war doch immerhin etwas woran man sich halten konnte, oder nicht?
Nicht, dass sie hier auf irgendetwas hoffte, aber manchmal war "nicht ganz scheiße" besser als "scheiße".
Vorichtig tastete sie sich in die Richtung aus der das Gespräch kam und dann sah sie tatsächlich soetwas wie ein kleines Glühen in der Ferne.

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Beitrag von Azrael am Fr Apr 11 2014, 14:08

Lucas

Die Stimme murmelte nur etwas von einer langen Gesichte und dass es ihn nun doch nicht mehr stören würde. Lucas zuckte mit den Schultern, auch wenn das keiner sah. Er stand jetzt auf, drehte sich in die Richtung, aus der die weibliche Stimme klang und streckte die Arme aus. "Ich bin Lucas." wiederholte er, als Jamie ihren Namen nannte. Ein dumpfer Ton zeugte davon, dass sie hingefallen war.  "Vorsichtig, wir sind hier..." lotste er sie weiter durch die Finsternis. Er stutzte allerdings, als sie meinte, durch einen Spiegel gefallen zu sein.
"Ich wurde durch einen hindurchgezogen..." Bis eben dachte er ja noch, geträumt zu haben. Vielleicht war das hier ja auch ein Traum. Aber dazu fühlte sich eigentlich alles viel zu echt an.
"Keine Ahnung, wo wir hier sind..."   Etwas berührte seine Hand und er fasste zu. Das konnte ja nur Jamie sein.
"Alles okay, du bist da." Durch die Dunkelheit zu tasten, war alles andere als amüsant. Er umfasste ihren Oberarm und hielt sie vorsichtig fest.

"Schaut mal, da hinten ist ein kleines Licht. Ich glaube, es kommt auf uns zu." informierte er die anderen. Cesar war recht still, dafür hörte man eine andere Stimme, die er doch vorhin schon vernommen hatte.
"Hierher!" rief er, um dem Mann (Joachim)  in der Dunkelheit eine Richtung zu weisen.



Fjora

Das schimmernde Licht kam näher an Joachim heran. Je näher es kam, desto besser konnte er erkennen, dass es sich bei dem Schimmern um eine kleine Fee handelte. Sie  war kaum 20 cm gross und schwirrte wenig später vor seinem Gesicht.
"Bin ich zu spät?" fragte sie atemlos.  "Herrje, wartest du schon lange? Wo sind die anderen? Bist du verletzt?" sprudelte sie ihre Fragen heraus.
"Oh entschuldige, wo ist mein Benehmen. Ich bin Fjora und sozusagen das Empfangskomitee." Schwirrend verbeugte sie sich vor Joachim.
"Und wo ist Rhania?

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Beitrag von Lucat am Fr Apr 11 2014, 14:43

In seiner Kindheit gehörte Joachim nie zu den Kindern, die am Wochenende so lange schliefen wie möglich. Erst später in seinem Leben gab er sich diesem Trend gerne und intensiv hin. Jeden Samstag Morgen verbrachte er stattdessen damit, verschiedene Zeichentrickserien zu schauen und er liebte es. Bei all den Schrägen Sachen zu denen Zeichentrickfiguren in der Lage sind, hatte ihn immer nur eine Sache wirklich gewundert: Joachim konnte nie nachvollziehen, wie manche Zeichentrickfiguren so überrascht und erstaunt sein konnten, dass ihnen regelrecht der Unterkiefer bis zum Boden klappte. Er fand, dass das überzogen war und nicht einmal eine fiktive Figur so verwundert sein könnte. An dieser Überzeugung hielt er beharrlich fest, vergaß diese kindliche Feststellung aber im Laufe der Jahre.
In just dem Moment in dem er eine echte Fee sah und diese obendrein mit ihm Sprach, als wäre nichts gewöhnlicher auf der Welt, da erinnerte er sich schlagartig an seine Kindheit zurück. Nun verstand er auch, wie ein Unterkiefer bis zum Boden fallen konnte und das dies in der Tat nicht überzogen war.

Atemlos und ohne Worte stand er so vor diesem kleinen Geschöpf. Alles um ihn herum verflog für den Moment in die Bedeutungslosigkeit. Dass ihm jemand vor wenigen Augenblicken noch zugerufen hatte, war vergessen. Ebenso seine Hoffnung Menschen zu treffen, seine Angst vor Dunkelheit, Kälte und Ungewissheit. Einzig diese kleine Fee faszinierte ihn nun. Ein kleiner Mensch oder zumindest eine Art Mensch und er...nein sie...oder es? Es sprach zumindest mit ihm, das war wichtig! Joachim konnte nicht sagen, ob ihn das Unvermögen zu verstehen so bannte oder diese Art von Neugier es war, die jener Anblick bei ihm weckte und die er sonst nur vom Studium rechtlicher Probleme kannte. Unsicher was er sagen sollte, begann er zu stammmeln: „Zu spät? Und wer ist...äh...Rha...ma, ja?


Zuletzt von Lucat am So Apr 13 2014, 16:50 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Beitrag von Darnamur am Fr Apr 11 2014, 14:55

Etwas hatte sich verändert. Natürlich- er befand sich an einem ihm vollkommen fremden Ort, umgeben von fremden Personen. Und- obwohl gerade eben noch Tag gewesen war, befand er sich nun in völliger Finsternis. Nicht einmal der Mond zeigte sich am Himmel, um den anderen und ihm Licht zu gewähren. Doch das war es nicht, was César spürte. Etwas anderes hatte sich verändert. Etwas mit ihm. Es war als wäre seine Wahrnehmung plötzlich um einiges intensiver und besser geworden.
Sinneseindrücke von vielen verschiedenen Richtungen prasselten auf ihn ein. Verwirrung, Angst, Entsetzen. César wusste nicht, woher es kam, aber es war allgegenwärtig. Die erste Stimme, die er zuvor fluchen gehört hatte, hatte ihn gehört. Lucas also. Er fragte sich, ob den Beiden das Gleiche widerfahren war, wie ihm selbst. Einige neue Stimmen tauchten auf. Katrin und Jaime. Und aus der Ferne nahm er schwach noch eine weitere männliche Stimme war. Wir sind also…zu sechst.
Jaimes Worte erfassten seine Aufmerksamkeit: "Mein Name ist Jamie und ich glaube, ich bin durch einen Spiegel gefallen..."
Er spürte, dass sich die Frau etwas für ihre Worte schämte. Sie hatte wohl Angst, dass es sich lächerlich anhörte. Auch Lucas sprach davon, wie er durch einen Spiegel „gezerrt“ worden war.
„Ich vermute, dass wir alle durch einen solchen „Spiegel“ hierhergekommen sind“, antwortete er den Beiden. Der andere Mann, dessen Namen er immer noch nicht kannte und der auf ihn etwas wunderlich wirkte, machte sich unterdessen zu Katrin auf. Er versuchte die Kommunikation mit Jaimie und Lucas aufrecht zu erhalten. Vielleicht konnten sie sich gegenseitig helfen. „Bei mir war es mein Badezimmerspiegel. Keine sehr schöne Erfahrung. Ich besitze das Teil schon seit Jahren und hätte nie gedacht, dass es solche unheimlichen Fähigkeiten in sich verbirgt“
Auch César erblickte das Licht. Im Moment war es nur ein winziger Lichtfunken, der diese schwarze Hölle erleuchtete. Doch er bemerkte, dass bereits näher an sie heranwanderte und größer wurde. „Jetzt sehe ich es aus. Lasst uns, uns dort bei dem Licht treffen! Dann finden wir vielleicht einen Anhaltspunkt darauf, wo wir hier gelandet sind.“
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Beitrag von Elli am Fr Apr 11 2014, 15:15

Verwirrt runzelte Katrin die Stirn.
Ich sag' mal so, dass ich eine Deutsche bin, liegt doch recht nahe, wenn ich in einem deutschen Wald rumliege. Lassen wir mal die Einwanderer außen vor."
Langsam rappelte sie sich auf und tastete mit ihren Händen im Dunkeln herum, in die Richtung aus der die Stimme gekommen.
"Ähm...ja...freut mich auch Gunnar. Wo bist du denn?" Sie schob sich vorsichtig noch ein paar Meter nach vorne, immer die Hände nach vorne ausstreckend, bis sie schließlich sachte ein Hindernis an ihrem Fuß spürte. "Oh, sorry, ich wollte dich nicht treten." Sie ging langsam in die Hocke und kniete sich schließlich auf dem nassen Boden hin. Ihr war ohnehin kalt, da machte die leichte Feuchtigkeit auch nichts mehr aus.
Obwohl sie keine Ahnung wer Gunnar war und was er wohl vorhaben möge, war sie froh zumindest jemanden gefunden zu haben, damit sie nicht alleine war.
"Was machst du hier? Ich war joggen und habe in diesen See gefasst...an mehr kann ich mich nicht mehr erinnern."

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Beitrag von Leo am Fr Apr 11 2014, 16:35

So, in einem deutschen Wald sind wir also …“, murmelte Gunnar. Dann runzelte er die Stirn. Das passte nicht. Wie sollte er plötzlich nach Deutschland gekommen sein? Und war es in deutschen Wäldern immer so dunkel? Und was machten dann Leute aus aller Welt auf einmal hier? César, Lucas, Jaime – keiner dieser Namen klang deutsch. Keiner außer Katrin ohne H.
Schon okay“, brummte er, als Katrin ohne H ihn versehentlich trat, vermutlich auf der Suche nach ihm. Er tastete selbst in Katrins Richtung, spürte etwas, das ein Arm sein könnte, nickte zufrieden ins Dunkel und zog die Hände wieder zurück. Treffer.
Oh, was ich hier mache wüsste ich auch mal gerne! Ich hab eigentlich nur das Bad geputzt, und auf einmal leuchtet dieser Spiegel … der hängt da schon seit der Zeit meines Urgroßvaters, schätze ich, und nie war was Besonderes damit … Und ich wüsste auch gerne mal, wo ‚hier‘ überhaupt ist! Weil so viel steht fest, ein deutscher Wald ist das hier sicher nicht, oder warum sonst reden hier alle auf Norwegisch?“ Er lachte noch einmal. So was Beklopptes. Würde er Drogen nehmen, wäre die Sache ja schnell klar …

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Beitrag von Umbra am Fr Apr 11 2014, 16:45

Graham hatte schlechte Laune. Das kam nicht sonderlich selten vor. Er hatte einen absolut nervtötenden Tag hinter sich, eingepfercht in einem dieser lächerlichen gelben Autos, die ungeduldig keifende Anzugtypen durch das Verkehrschaos von Big Apple kutschierten, und dieser Tag fand nun seinen Höhepunkt in einer schäbigen Bar in der Nähe seiner schäbigen Wohnung irgendwo in einer dreckigen Seitengasse. Der Abend war bereits fortgeschritten und Graham hatte einiges intus. Seitdem er Taxifahrer war, betrank er sich häufiger als zuvor. Nicht, dass dies irgendwen interessieren würde, da es niemanden gab, der sich für ihn interessierte, aber so behandelte er auch seine Umwelt: größtenteils mit großem Desinteresse. In kümmerte weder das Rauchverbot in Bars – in diesem Laden war ohnehin alles verqualmt –, noch dass ein besoffener Biker mit es seiner Schlampe hinten in der Ecke schon fast trieb, so wie die beiden aufeinanderhingen. In mürrisches Schweigen gehüllt, sog er an seiner Zigarette, kippte die Getränke herunter, die ihm vorgesetzt wurden, und verfolgte das Pokerspiel, an dem er beteiligt war. Was sie hier trieben war, illegales Glücksspiel, doch dass er gegen so etwas vorgegangen wäre, war einmal. Manchmal hieß es „Einmal Cop, immer Cop“, aber wer etwas Derartiges über die Lippen brachte, meinte vermutlich die alten Kerle im Ruhestand und nicht Männer wie Graham Wescott. Seitdem man ihm seine Marke weggenommen hatte, hegte er keinerlei Ambitionen mehr, für das Gesetz einzutreten oder Gauner wie seine Spielpartner zu belehren. Er gehörte zu ihnen, auf irgendeine Weise, auch wenn er sich ihnen nicht zugehörig fühlte. Er war ein Einzelgänger, der gerade seinen Einsatz an Buck verlor, einen Mittvierziger, der mit seinen Kumpanen jeden Abend in der Bar war, soff, pokerte, Pool spielte und sich selbst bemitleidete – sprich: Graham verlor sein Geld an einen Loser wie selbst einer war. Buck hieß eigentlich Phil und war ein mieses, kleines Wiesel – zumindest, was die Persönlichkeit betraf, denn körperlich war Buck ein Schrank von einem Mann und spielte gern mit Muskeln und Fäusten. Oder griff auch mal gern zu Schlagring, Baseballschläger oder Knarre, wenn man glaubte, was die Leute sagten. Die Leute redeten zwar allen möglichen Scheiß, besonders die abgehalfterten Gestalten, die in dieser Drecksbar herumhingen, aber Graham wusste, dass das stimmte. Das hielt ihn jedoch nicht davon ab, im Laufe des Abends noch Streit mit Bucks Meute anzufangen.

„Verpiss dich, Wes“, waren die Worte, mit denen alles anfing, als Buck seinen Gewinn einstrich und Graham ohnehin aufstand, um sich davonzumachen. Alle am Tisch lachten. Beim Sprecher handelte es sich um einen schwitzenden, schief grinsenden Fettwanst, dessen Namen Graham jedes Mal wieder vergaß, sobald er ihn gehört hatte, was aber nun nichts zur Sache tat, denn es war die Provokation dieses Kerl, die ausreichte, um den mies gelaunten und betrunkenen Ex-Cop in Rage zu bringen. Sein rechter Haken traf den noch sitzenden Schweinskopf mitten im Gesicht und ließ diesen aus dem Stuhl kippen, wobei er den gesamten Tisch mit umriss und sich Karten, Gläser, Snacks und Geldscheine (sie hatten ohne Chips gespielt) mit einem riesigen Radau auf dem Boden wiederfanden. Ein kurzer Moment der Stille folgte, dann gingen Buck und seine Schläger auf Graham los.

Als erstes sah der Taxifahrer tatsächlich die mit Dollarzeichen tätowierten Fingerknöchel des Anführers (weswegen man diesen „Buck“ getauft hatte) auf sich zurauschen, konnte sich aber aufgrund des umgestürzten Tisches zwischen ihnen mit einem Schritt zurück davon. Buck schrie verärgert auf, aber schon nahmen sich zwei der Typen, die sich nicht jammernd, mit den Händen im Gesicht, am Boden krümmten, Graham in die Mangel. So schnell, wie die Schläge kamen, konnte er ihnen nicht alle ausweichen oder sie abwehren, weswegen er ein paar einstecken musste, sich aber währenddessen in Boxermanier – mit erhobener Deckung – versuchte, sich zurückzuziehen und dann wieder zuzuschlagen. Tatsächlich bekamen die Männer zu spüren, dass seine Rechte nicht von schlechten Eltern war. Er hatte noch nicht alles verlernt, was man ihm auf der Polizeiakademie und auf der Straße beigebracht hatte. Seine Gegner waren genauso betrunken wie er selbst, doch es waren nicht mehr als Gossenratten. Einer stürmte ihm unbedacht hinter und Graham wich dessen Faust aus, um dann den Schwung seines Gegners für sich zu nutzen: Graham bekam die Jacke des Kerls zu fassen und schleuderte ihn in die nächste Sitzgruppe hinein, wo er den krachend nachgebenden Tisch unter sich begrub.

Jedoch waren es zu viele. Graham schaffte es noch, ein paar Schläge auszuteilen, bevor man sich in packte und versuchte, ihn festzuhalten. Er wand sich und wehrte sich dagegen, so gut es ging, doch Buck war auf Rache auf. Ein Fausthieb gegen seinen Kopf brachte Graham kurz aus dem Konzept, was seine Gegner dreckig lachend dazu nutzten, ihn in den Griff zu bekommen. Zu zweit drehten sie ihm die Arme auf den Rücken, fast fühlte es sich so an, als wollten sie ihm die Schultern auskugeln, doch von diesem Schmerz lenkte schnell diejenigen Schläge ab, die Buck höchstpersönlich in Grahams Magengegend versenkte. Als Buck davon genug hatte, packte er Graham am Kragen, und gab ihm eine Kopfnuss. Dass die beiden anderen ihn losließen, merkte der Ex-Cop kaum. Von Adrenalin, Alkohol und Schmerz berauscht, spürte er nur Bucks kräftigen Stoß und stolperte dem alten Spiegel entgegen, der neben der Tür zum Klo hing. Doch statt in Scherben zu landen und gegen die Wand zu prallen, ging das beschichtete Glas nicht zu Bruch. Er schien einfach durch den Rahmen zu fallen.




Graham spürte, wie kühle Luft ihm über den Nacken und die Hände strich. Er lag auf dem Bauch, mit der unrasierten Wange am Boden und hatte einen furchtbar dröhnenden Schädel. Doch nicht nur das fiel ihm auf. Brennende Schmerzen in seinen Fingerknöcheln und eigentlich überall verrieten ihm, dass die letzte Nacht wohl ziemlich hart gewesen war. Doch was genau war eigentlich passiert? Erinnerungen an das Ende seiner gestrigen Pokerrunde flackerten vor seinem inneren Auge auf. Doch wo war er, zum Teufel? Irgendwie roch es hier nicht nach Stadt und der Boden war zu weich, um der Boden seiner Wohnung oder gepflasterter oder asphaltierter Untergrund zu sein. Durch ein angestrengtes Blinzeln stellte er fest, dass es dunkel war. In Ordnung, es war noch Nacht, also konnte er noch nicht lang hier liegen. Er hörte Stimmen. Schmerzhaft auf seinen Schädel einhackende Stimmen, die von deutschen Wäldern, Spiegeln, Putzen und Norwegischer Sprache redeten, obwohl es eindeutig Englisch war, das zu ihm durchdrang. Graham entfuhr erst einmal ein entnervtes, tiefes Brummen. Wer weiß, wo er hier gelandet war... Aber er wollte seine Ruhe.

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Beitrag von Vierna am Fr Apr 11 2014, 18:52

Eine dritte Stimme mischte sich in das Gespräch mit ein. Ebenfalls Englisch, wie Jamie erleichtert feststellte. Außerdem war sie wohl doch nicht so verrückt, wie sie selbst glaubte. Immerhin behaupteten die anderen auch, durch irgendwelche Spiegel hierher gekommen zu sein.
Inzwischen war auch ihr das kleine Licht aufgefallen, dass sich zwischen den Bäumen hindurch langsam auf sie zu bewegte. Licht. Und noch mehr Leute, die nicht wissen, wo sie hier sind, geschweige denn warum. Das ist doch schon mal ein gutes Zeichen. Oder ein schlechtes, je nachdem.
"Der Mann hat recht, wir sollten erst einmal zu dem Licht gehen. Dort stehen unsere Chancen, eine Antwort zu erhalten, definitiv höher, als wenn wir jetzt noch drei Stunden im Dunkeln sitzen", sagte sie an Lucas gewandt und zog ihn vorsichtig mit sich in Richtung des Lichtes.
"Von euch weiß auch keiner zufällig, in welchem Wald in Schottland wir genau gelandet sind?", fragte sie dann in die Dunkelheit.

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Beitrag von Mini Drachin am Sa Apr 12 2014, 13:12

Rhania hatte sich inzwischen nah genug an das Licht herangebahnt um die Gespräche mitzuhören. Sie folgte weiter in der Dunkelheit am Boden krabbelnd dem Licht, als sie ihren Namen hörte hielt sie kurz inne, sie war sich nicht sicher, ob sie antworten sollte, sie kannte Geschichten über Irrlichter, die Menschen in ihren Tot führten, indem sie das einzige Licht waren, das es in der Umgebung gab.
Früher hatte sie sich immer gefragt, wei jemand so dumm sein konnte und in so eine offensichtliche Falle hineinzutappen, aber das wurde ihr plötzlich klar, ohne jeglichen Anhaltspunkt, an einem völlig fremden Ort - hinter einem Spiegel wohlgemerkt - war ein Licht - so tötlich es auch sein mochte - ein dankenswerter anhaltspunkt, wie ein Rettungsanker.
Aber obgleich Rhania wie alle Charaktere in den Geschichten auf ein Leuchten zuging, wollte sie nicht so dumm sein und ihm auch noch antworten, damit es sie leichter fangen konnte.
Sie versuchte so leise wie möglich über das raschelnde Laub zu kriechen, als sie plötzlich ein tiefes Brummen wenige Meter neben ihr vernahm und erschrocken zusammenzuckte. Dabei entwich ihr ein kläglicher Laut, der mehr zu einer Maus gepasst hätte, als zu einem Menschen und sie verharrte regungslos, in der Hoffnung, der oder das wasauchimmer würde sie nicht bemerken.

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Beitrag von Nueh am Sa Apr 12 2014, 19:02

Dunkelheit. Kälte. Ein Ort der ihr fremd war. Gegen einen Baum gekauert und völlig verängstigt versuchte Fiona verzweifelt zu ergründen, wie zur Hölle sie nur hierher gekommen war.
Da war ein Spiegel im Fundus gewesen...

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Auf Drängen ihres Klassenlehrers hatte Fiona sich Anfang des Jahres für den Theaterkurs ihrer Schule eingetragen. Selbstverständlich nicht als Schauspielerin -bei ihrer Schüchternheit wäre sie höchstens für die Rolle des Rehs im Scheinwerferlicht geeignet- sondern lediglich für Bühnenbau, Maske und Kostüm; eben alles, wofür sie auch nur einen Funken Talent besaß. Die letzte Vorstellung für das Halbjahr war gestern Abend gewesen, weswegen man sich heute Nachmittag zum Aufräumen getroffen hatte. Als sich jedoch die ersten meldeten, der Bus würde gleich abfahren und der nächste würde erst in ein, zwei Stunden kommen, blieb Mrs. Welch, der Kursleiterin, nicht viel anderes übrig, als zu seufzen und ihre Schüler zu entlassen. Fiona, die nah genug wohnte, um ihren Schulweg zu Fuß zurückzulegen, blieb als einzige da, um der jungen Lehrerin dabei zu helfen, die verbliebenen Kisten mit den Kostümen runter in den Fundus zu verfrachten.
Sie war gerade dabei, eine dieser Kisten möglichst dicht zu verschließen (man wollte ja schließlich keine Ratten in seinen Kostümen haben) als  Mrs. Welchs bestürzte Stimme an ihr Ohr drang. “Ach herje, schon nach sechs?! Ich bin ja viel zu spät dran!” “Alles in Ordnung, Mrs. Welch?” Diese drehte sich zu Fiona um und erklärte stirnrunzelnd: “Ach, es ist nur... Das Fußballtraining meines Sohns ist jetzt dann vorbei und ich hab versprochen ihn abzuholen. Wer weiß was der Kleine anstellt, wenn ich ihn zu lange warten lasse. Ich frage das nur ungern, aber... könntest du den Rest ohne mich machen?”
Fiona blickte sich um. Es gab insgesamt nur noch drei Kisten, die es zu verstauen galt. Sie nickte zustimmend. Mrs. Welch lächelte dankbar, “Da bin ich aber froh! Mach, wenn du fertig bist, einfach das Licht aus und die Türen zu. Der Hausmeister wird dann heute Abend abschließen.” Einen Moment später war sie auch schon mitsamt Tasche und Mantel verschwunden. Fiona machte sich an die Arbeit. Es machte ihr nicht sonderlich viel aus, aleine zu arbeiten. Die Kisten waren nicht allzu schwer und sie hatte die Zeit, also war es nun wirklich kein großer Umstand. Sie konnte helfen, also half sie.
Der Fundus war groß, verstaubt und zugestellt. Sie stellte die letzte Kiste auf den  Stapel zwischen einer Pappmauer und einem alten Sofa, auf dem ein ausgestopfter Kater thronte. Beim Anblick des Tieres erschauderte sie und lenkte ihren Blick stattdessen auf einen alten, mannshohen Spiegel, welcher sich in der Ecke, eingepfercht zwischen einer Reihe von Pappmaché-Bäumen und einer Kiste mit ausrangierten Vorhängen, befand.
Fiona betrachtete ihr Spiegelbild. Sie war nicht schön, dafür hatte sie selbst gesorgt. Den wenigsten schien es aufzufallen, doch sie konnte ganz klar die Überreste ihres Wahnsinns erkennen, die sich am Rande ihrer Stirn abzeichneten. Kleine, vereinzelte Flecken, die etwas heller oder dunkeler waren, als die Haut drum herum. Dermatillomanie -so hatten es die Internetseiten genannt- der Zwang sich die Haut aufzureißen. Selbst jetzt sah sie wie benommen dabei zu, wie ihr Spiegelbild sich den Ärmel ihrer  Strickjacke zurückschob und wie ihre Fingerspitzen über die rot verkrusteten Wunden tanzten, bis sie schließlich damit anfingen zu knibbeln und zu kratzen, so als könnten sie auf diese Weise ihren Körper von jeglichen Unreinheiten und Imperfektionen befreien. Mit einer Mischung aus Faszination, Zufriedenheit und Scham sah sie dabei zu, wie ein, zwei Tropfen Blut aus der neu geöffneten Wunde hervorquollen und, wie sie mit einem leisen Fluchen feststellte, ihr den Arm runterlaufen. Aus ihrer Trance gerissen fischte sie in ihrer Rochtasche nach einem Taschentuch, mit dem sie die Blutung stillen und somit Flecken vermeiden könnte, und bemerkte so nicht, dass die klare Spiegelfläche einer milchig weiß leuchtenden Substanz gewichen war. Ein seltsamer Laut, ähnlich einem Rumpeln, ließ sie zusammenfahren und einen Schritt zurückgehen, während sie sich nach der Ursache für das Geräusch umsah. Sie trat auf einen Vorhangziepfel, von dem sie hätte schwören können, er wäre einige Sekunden zuvor noch nicht da gelegen, rutschte darauf aus und fiel -wie ihr einige Sekunden vor dem vermeidlichen Aufprall auffiel- direkt auf den Spiegel zu. Doch anstatt in eine solide Glaswand zu krachen, spürte sie nur, wie eine kühle Feuchtigkeit sie zu umschließen schien. Und dann Dunkelheit...

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Das nächste, woran Fiona sich erinnern konnte, war, dass sie in völliger Dunkelheit einen Hügel heruntergepurzelt und nur äußerst unsanft von einem Baum gebremst worden war. Einem echten Baum, nicht etwa einem aus Pappmaché. Es war geradezu ein Wunder, dass sie sich, abgesehen von einem bereits wieder abklingendem Schmerz in der rechten Schulter, bei diesem Sturz keine ernsteren Verletzungen zugezogen hatte. Jedoch änderte dies nichts an ihrer jetzigen Lage. Entweder, sie lag in Wirklichkeit gerade blutend und bewusstlos in einem Scherbenhaufen, oder, sie war gerade tatsächlich durch einen Spiegel gestolpert und an diesen seltsamen, unnatürlich dunklen Ort transportiert worden. Keine dieser beiden Möglichkeiten schien sonderlich beruhigend. Auch als sie mit dünner, zittriger Stimme um Hilfe rief, erhielt sie keine Antwort. So blieb ihr nichts anderes übrig, als sich zusammenzukauern und zu hoffen, dass sie wohlbehalten im Fundus, oder noch besser in ihrem Bett, wiederaufwachen würde und das alles hier nur ein böser Traum gewesen sein würde. Ihre Eltern waren bestimmt schon ganz krank vor Sorge. Fiona fragte sich, ob man sie verletzt, tot, oder überhaupt gar nicht auffinden würde.


Zuletzt von Nueh am Mo Apr 14 2014, 19:29 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Beitrag von Azrael am Sa Apr 12 2014, 19:22

Fjora

Fjora kicherte leise und schwirrte so vor Joachims Gesicht, dass sie mit beiden Händen seinen offenen Unterkiefer wieder nach oben schieben konnte. "So ist es besser." flüsterte sie.
"Rhania … ist sie nicht bei dir gelandet? Verflixt, wieso seid ihr nicht an einer Stelle angekommen. " schimpfte sie leise und auch mehr auf sich, als auf Joachim.
"Lass uns die anderen suchen." forderte sie fröhlich und schwirrte in lustigen Kreiseln vor Joachim her.
"Sag, hast du dich sehr erschrocken? Hast du dir wehgetan? Was war dein erster Gedanke?" neugierig sprudelte sie die nächsten Fragen heraus.


Lucas

César erzählte nun, dass er durch seinen Badezimmerspiegel gekommen sei. Lucas musste leise lachen. Ungewöhnliche Vorstellung. "Wie hast du das gemacht? Bist du reingeklettert? Ich war in einem Museum." berichtete er. "Ich habe das Glas berührt und dann zog mich etwas mit aller Macht hindurch."

Jamie hatte den zaghaften Berührungskontakt nicht gelöst und zog ihn jetzt mit, in Richtung des Lichtes. "Ich glaube, das kommt zu uns." meinte er, auf das Leuchten starrend.  Als Jamie aber fragte, in welchem Wald in Schottland sie sich befanden, stutzte er. "Wieso Schottland? Amerika. Irgendwo nähe Philadelphia jedenfalls."

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Beitrag von Vierna am So Apr 13 2014, 11:55

"Philadelphia? Nein, ich war doch gerade noch bei uns im Laden... Schottland, Aberdeen.Was ist das hier für ein Spielchen?" So langsam verstand sie die Welt nicht mehr. Allein die Geschichte mit dem Spiegel war ja schon ziemlich verrückt. Aber wo zur Hölle waren sie? Ganz offensichtlich waren sie ja von überall auf der Erde hierher gekommen. Aber warum?
"Und du?", wandte sie sich in der Dunkelheit an César. "Wo kommst du her?"

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Beitrag von Elli am So Apr 13 2014, 13:25

"Norwegisch? Hier spricht niemand norwegisch...zumidnest ich nicht." Katrin überlegte einen Moment. Vielleicht war sie mit dem Kopf angestoßen? Lag sie im Koma? Alles nur ein Traum? Eine Phantasie?
Aber der Boden fühltse sich warm an und der Körper von Gunnar strahlte Wärme aus. War sowas normal? Es fühlte sich doch alles sehr echt an. Abgesehen davon vernahm sie noch andere Stimmen.
"Äh...hallo? Wer ist denn noch alles so hier? Ich bin Katrin. Katrin ohne H." Wieder die Floskel. Vielleicht gab sie ihr in diesem unbekannten Terrain Sicherheit.

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